Himmelfahrtstour 2017: Von Schwerin an die Ostsee

Himmelfahrtstour 2017: Von Schwerin an die Ostsee.

Sonne, Meer und ein Fahrrad, dass mich quasi überall hinbringen kann – wenn ich nicht gerade Knieprobleme bekomme und mein Hintern nicht so weh tun würde. Die Himmelfahrtstour, 1.Teil.

Der schöne Norden

Doch von Anfang an: Wie schon im letzten Jahr nutzten Philipp, Sascha, Jan und ich das verlängerte Wochenende, um uns auf die Räder zu schwingen. Wir beschlossen 2017 in Deutschland zu bleiben und aus zeitlichen Gründen, die geplante Danzig-Tour entlang der polnischen Ostseeküste noch etwas ruhen zu lassen. Doch Deutschland ist eben auch sehr schön und nach der letzten Tourbesprechung stand fest, wo es hingehen sollte. Wir wollten uns am Vatertagsmorgen in Mecklenburg-Vorpommern in der Landeshauptstadt Schwerin vor dem traumhaften Schloss treffen, um gemeinsam gen Norden aufzubrechen. Denn ein bisschen Meer ist nie verkehrt und die Ostseeküste verspricht auch gen Westen wunderschöne Radwege.

Praktisch war auch: Ich habe Verwandschaft in Schwerin, die ich viel zu selten sehe. So konnte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen und reiste schon am Mittwochnachmittag mit dem Zug an. Sascha kam mit dem Rad und war bereits am Dienstagabend bei weniger traumhaften Unwetter in Berlin gestartet. Philipp bestritt den Weg nach Schwerin ebenfalls auf zwei Rädern. Für ihn sollte die kleine Radreise eine Rundtour werden, da unser Ziel, der Plöner See, auch sein Startpunkt war.

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Die Anreise

Mit dem Regionalzug (ODEG, RE 2) ging es ab Berlin Ostbahnhof ohne Umsteigen nach Schwerin mit dem Quer-Durchs-Land-Ticket für 44 € + 6 € für jede weitere Person. Bemüht euch jedoch nicht, Fahrradtickets für REs online kaufen zu wollen! Es ist schlichtweg nicht möglich. Warum das so ist, habe ich noch nicht heraus gefunden. Am Ticketautomaten war es dann jedoch kein Problem: 5,50 € für eine Fahrradtageskarte im Nahverkehr. Das passt. Eine Reservierung ist ja sowieso nicht möglich im RE.

Allerdings hat uns genau das etwas Sorgen gemacht: Vor einem Feiertag mit dem Zug inklusive Fahrrad unterwegs zu sein, kann nämlich schnell tricky werden und zum Platzkampf führen. Doch wir hatten Glück und eine mega nette Zugbegleiterin mit sehr trockenem Humor an Bord, die sich nicht nur um das Unterbringen der Räder, sondern auch um die Klimaanlage, die Bordtoilette und nervige Fahrgäste gekümmert hat. Ein dickes Bienchen für diesen Einsatz, der mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht gezaubert hat.

Wasser, Wasser, Grün, MeckPom!

Bei sommerlichen Frühlingstemperaturen und Sonne satt, starteten wir unsere Tour am Donnerstagmorgen in Schwerin. Der Herrentag lockte bei diesem Traumwetter viele andere Menschen auf die Straße und so waren die Radwege nicht nur voll mit fröhlich trinkenden Vätern und nicht Vätern, sondern auch mit zahlreichen Radausflüglern. Doch die Stimmung war gut und wir fuhren selbst beladen mit Reisegepäck zügig einfach klingelnd an den meisten vorbei.

Habe ich schon erwähnt wie schön MeckPom ist? Den Großteil des Tages radelten wir in diesem wasserreichen Bundesland im Norden von Deutschland an Seen entlang, durch saftig grüne Wälder und entlang gelber Rapsfelder. Entspannung pur!

Die erste Pause machten wir bei Schloss Wiligrad am schier riesig wirkenden Schweriner See. Dort fand ein Fest statt, das bei Live-Musik und erfrischenden Getränken viele Besucher anlockte. Der wunderschön gestaltete Schlossgarten lud also nicht nur uns zum Verweilen ein.

Die Rache des kleinen Rahmens und Knieprobleme

Als wir weiter fuhren, bemerkte ich bei den vielen kleinen Hügeln, dass meine Sitzposition nicht ganz optimal war. Die Befürchtung hatte ich schon vor der Abreise. Nachdem im März mein Cambium samt gefederter Sattelstütze gestohlen worden war, habe ich nun kurz vor der Abreise endlich wieder die gleiche Konfiguration am Rad, die bereits reiseerprobt war. Doch irgendwas stimmte nicht. Es fühlte sich alles nicht mehr ganz so komfortabel an. Ich hatte das Gefühl zu weit hinten zu sitzen, um noch genügend Kraft in die Pedale geben zu können, wenn es zum Beispiel berghoch ging. Doch der Sattel hat bereits seine finale Position erreicht und lässt sich nicht weiter vorrücken.

Also passte ich die Sattelhöhe etwas an.  Ein Senken des Sattels brachte Erleichterung. Doch wirklich gut war das alles immer noch nicht. Ich habe nur leider keine Ahnung, was denn jetzt anders als vorher ist. Habe ich mich so an die Sitzhaltung vom Brompton gewöhnt, dass alles andere seltsam erscheint? Die nächsten Tage sollten zeigen, dass ich defintiv etwas ändern musste. Am Abend spürte ich den vergangenen Tag deutlich in den Knien. Der Rahmen meines Cube ist leider etwas zu klein und obwohl ich vor dem Diebstahl eine bequeme und passende Einstellung gefunden habe, kommt es mir jetzt wieder so vor, als könnte ich keine langen Touren mehr mit dem Rad fahren :-(. Doch vorerst muss ich mit Jameson zurecht kommen und versuchen, wieder eine bequeme Einstellung zu finden.

Wismar at the sea

Die Mittagspause legten wir im beschaulich schönen Wismar an der Ostsee ein. Endlich Meeresluft! Wie sehr ich das liebe! Nach salzigen Pommes und wahlweise Fisch und Kartoffelsalat folgte das im Urlaub obligatorische, tägliche Eis. Das rege Treiben am Hafen und die lange Schlange im italienischen Eiscafé konnten mich nicht abschrecken und kurz darauf hielt ich eine prall gefüllte Waffel mit drei riesigen Kugeln Eis in der Hand. Glücklich! Und satt!

Farbenprächtige alte Häuser in der Hansestadt Wismar.Die Sonne gab ihr Bestes und nach dem Hervorholen der Sonnebrille konnte es auf dem Ostseeküstenradweg weitergehen. Was für eine tolle Strecke! Abwechslungsreich führte Sie durch kleine Küstenorte, entlang von Feldern immer wieder kleine Hügel hinauf und hinunter, durch waldige Passagen und oft mit Blick aufs rauschende Meer. Mit der leichten Brise im Haar und dem Brummen der Reifen auf dem oft asphaltierten Weg, konnte ich kaum glücklicher sein.

Der Tag fand den perfekten Abschluss am Meer. Ich wagte sogar mein erstes Bad in der kalten Ostsee, nachdem ich es mit viel quieken und stöhnen aufgrund der Kälte geschafft hatte, endlich unterzutauchen. Doch die Abendsonne war traumhaft warm und nach einem Tag im Sattel fühlte sich die Erfrischung einfach großartig an. Mit Blick auf den Sonnenuntergang nahmen wir noch ein dezentes Abendbrot ein und errichteten ein kleines Lagerfeuer im Sand. Wir waren nicht die einzigen, die diesen wunderschönen Strandplatz bei der Steilküste gefunden hatten. Insgesamt vier weitere kleine Feuerstellen erleuchteten in der Abenddämmerung.

 

Hier die Zusammenfassung vom 1. Tag der Tour.

Auf milchmithonig.de könnt ihr nachlesen, wie Saschas Anreise nach Schwerin verlaufen ist. Ich glaube, es gab ein bisschen Wind…

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