Radreise: Auf dem Fernradweg durch Dänemark – Kopenhagen

Teil 1

Teil 2

Sonntagstour oder auch: 90 km Sonne

…ja, es wurde immer wärmer. Während die Nächte in den ersten Tagen der Tour noch deutlich kalt waren und die Tage perfektes Radelwetter boten, gestalteten sich die letzten Tage sehr warm. Ein Großteil der letzten Etappe führte durch den eher städtisch geprägten Teil Dänemarks kurz vor der Hauptstadt Kopenhagen. In Kombination mit den hohen Temperaturen um die 27 °C und dem fehlenden Schatten an den Hauptstraßen, waren diese 90 km (wahrscheinlich waren es doch ein paar mehr am Ende) auch die anstrengendsten fürs Gemüt. Sicher, man hätte, dem offiziellen Fernradweg folgend, durch einige Schlenker der stärker befahrenen Straße oft entgehen können, das hätte aber auch deutlich mehr Zeit und Kilometer bedeutet. Beides wollten wir aus Zeitmangel vermeiden.

Also strampelten wir uns voran und erreichten am Nachmittag mit Sonnenbrand und dem Wunsch nach einer langen, ausgiebigen Dusche den sehr gepflegten Campingplatz, der nur ca. 9km vom Stadtzentrum entfernt liegt.

Kopenhagen

Nach einer ausführlichen Dusche war der Wunsch nach Erkundung der Stadt auch wieder da und so teilten wir uns in der gewohnten Zweierformation auf. Nach einer Tour vorbei an  den touristischen Attraktionen, wie Nyhavn, der Frederiks-Kirche, der Amalienburg, dem Kastell und der kleinen Meerjungfrau, zwang uns der aufkommende Hunger ein Restaurant aufzusuchen. Während Sascha und Philipp dänisches Eis probierten und Pubdiskussionen führten, fanden Jan und ich im studentischen Kopenhagen rund um ein Lokal mit köstlichem indisch inspiriertem Essen und Craft Beer.

Just a regular bicycle path in #Copenhagen, Denmark. #nofilter #denmark #cycling #infrastructure #Berlin_Kopenhagen #bicycle #velo #sunset #spring #sunshine #eveningmood #light

Ein von Radelmädchen (@radelmaedchen) gepostetes Foto am

Der Rückweg zum Campingplatz zog sich dann etwas. Zumal ich das Verlangen nach Eis erst stillen konnte, nachdem wir spontan in einer Tankstelle eine große Packung Ben & Jerry´s besorgt hatten, die wir auf dem Campingplatz genüsslich leerten.

Rückfahrt mit Zug, Bus und Fähre

Am folgenden Montag mussten wir uns dringend um unsere Rückfahrt kümmern. Am sonntäglichen Vorabend hatten die Ticketschalter schon geschlossen. Also bauten wir am Morgen die Zelte ab und machten uns direkt auf den Weg zum Hauptbahnhof. Ein großer, imposanter und alter Bau, in dem das Gewusel nie aufzuhören schien. Wir zogen eine Nummer und warteten. Der dänische Bahnbeamte war dann auch sehr nett und versuchte uns, besser auf Deutsch, als auf Englisch, die bestmögliche Verbindung herauszusuchen. Allerdings waren wir uns alle vier einig, dass eine Abfahrt in 3-4 Tagen nicht zur Debatte steht. Die deutsche Bahn sah das scheinbar anders, denn mit dieser gab es keine Möglichkeit direkt bis nach Berlin bzw. Kiel zurück zu fahren. Zumindest nicht, wenn man ein Fahrrad dabei hat.

Ich hatte vorher schon mit dem Gedanken gespielt, wieder die gleiche Strecke zurück zu fahren, wie hin. Da es von Gedser, dem Fährhafen, aber leider keine direkte Bahnverbindung mehr gab, stand das eigentlich auch nicht mehr zur Auswahl. Da wies uns der nette Bahnmitarbeiter darauf hin, dass wir doch aber die regionalen Busse ab Nykøbing nach Gedser nehmen könnten. Diese nehmen bis zu zwei Fahrräder mit.

Zu zweit passen unsere Räder gerade so in den Linienbus.
Zu zweit passen unsere Räder gerade so in den Linienbus.

Bis dorthin kämen wir auch mit dem Zug. Gesagt getan. Jan und ich entschieden uns für diesen Weg. Sascha und Philipp beschlossen sich ab Nykøbing wieder auf ihre alte Route zu begeben und so trennten sich unsere Wege nach einem kurzen Supermarkteinkauf für die Reiseverpflegung wieder. Wie die beiden letztlich Nachhause gekommen sind, kann man hier nachlesen.

Jan und ich stiegen am Nachmittag, etwas erschöpft von den letzten warmen Tagen, in den geplanten Zug und fingen erst mal an zu lunchen. Es war angenehm leer. Nach etwas Bangen bekamen wir alle Anschlüsse und schaffen schließlich auch um 15 Uhr die Fähre nach Rostock. Dort belohnten wir uns in der Innenstadt mit einem guten Essen und nahmen einen Fernbus später nach Berlin, als ursprünglich geplant. Es war ein entspannter Ausklang für eine tolle Reise.

Track Berlin-Kopenhagen Fernradweg, der dänische Teil:
Tourlänge, dänischer Teil des Fernradwegs:

ca. 302km

Kopenhagen Tipps
Essen

In der touristischen Altstadt und rund am Nyhavn gibt es unzählige Restaurants und Kneipen. Wer es lieber günstiger, ruhiger und weniger touristisch mag, sollte sich das Viertel Nørrebro, rund um

z.B. Kate´s Joint,

Asiatische Fusionsküche. Vegetarisch und Vegan. Craftbeer

Schlafen

Günstig und sauber mit neuen Bädern, die separat zugänglich sind mit Duschen und WC. Für ab 10 € die Nacht für ein Zelt und p.P. findet man ganzjährig wohl kaum etwas Günstigeres im doch recht teuren Kopenhagen. Campingkarte ist Pflicht, kann aber vor Ort erworben werden. Wer kein Zelt mag, kann auch eine Hütte mieten. Mit dem Rad ist man in einer halben Stunde mitten in der Stadt.

Campingplatz Absalon, Korsdalsvej 132, 2610 Rødovre, Dänemark

Mobilität

Kopenhagen ist DIE Fahrradstadt Europas. Am besten kommt man mit dem Rad voran. Gut ausgebaute Radwege auf denen man locker meist zu zweit nebeneinander fahren kann, ziehen sich wie ein Netz durch die gesamte dänische Hauptstadt. Es ist eine wahre Freude hier zu radeln. Auch, wenn man sich etwas an lokale Gegebenheiten, wie Kreuzungssituationen und Abbiegen gewöhnen muss. Ein Spurwechsel auf der Auto-Fahrbahn zum Beispiel, ist für Radfahrer nicht vorgesehen. Man fährt stückweise über die Kreuzung.

Auch ein gut ausgebautes Bussnetz und die Bahn ist vorhanden.

Einen Fahrradverleih gibt es ebenso überall. Super modern mit Motor und GPS Tablet sind beispielsweise die Bycykel Bikes.

Attraktionen

Die grüne Innenstadt von Kopenhagen ist voller Sehenswürdigkeiten. Über zahlreiche Museen, Nyhavn, mit seinen bunten Häusern am Wasser und den vielen Lokalen, die Amalienburg, dem Burggraben vom Kastell und der kleinen Meerjungfrau landet man irgendwann am Hafen.

St. Alban´s Kirche
Nahe am Wasser und beim Kastell liegt auch die St. Alban´s Kirche.
Frederikskirche
Die eindrucksvolle Frederikskirche liegt direkt gegenüber der Amalienburg.

Es lohnt sich ein Blick nach links und rechts in die Nebenstraßen. So landet man zum Beispiel im Stadtteil Nørrebro, eines der multikulturellen Viertel von Kopenhagen, mit vielen kleinen Läden, Bars und Restaurants.

 

Saschas Berichte der Tour gibt es hier, hier und hier.

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