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DIY: Das Brompton-Transporttaschen-Projekt

DIY: Das Brompton-Transporttaschen-Projekt

Do it yourself! Das dachte ich mir mal wieder, als ich mir Gedanken gemacht habe, wie ich mein Faltrad im Flugzeug sichern und transportieren kann, damit es heil zur Brompton World Championship 2017 nach London kommt.

Da wollte ich dieses Jahr nämlich erstmalig nicht nur anfeuern, sondern auch mitfahren. Also musste eine Brompton Transporttasche her, damit Brompton Ljómi auch eine angenehme und sichere Reise hat!

Es gibt es schon eine illustre Auswahl Transporttaschen fürs Brompton auf dem Markt, die auch ganz vielversprechend aussieht: Wie die von Brompton selbst, die von Vincita oder von B & W. Es gibt Soft Bags, Hardschalenkoffer und die einfache Segeltuchtasche. Die Preise variieren zwischen 60 € bei der ungepolsterten Variante bis hin zu über 200 € für einen gepolsterten Rollkoffer. Geld, was ich momentan nicht zur Verfügung habe. Schließlich muss die Reise nach England auch organisiert und bezahlt werden.  Was macht das Master of Arts in Fashion Design-Radelmädchen da?

Genau. Selber nähen.

Ich habe da etwas zu viel Stoff bestellt…

Nachdem ich das gedankliche Hindernis, ich könne so eine Transporttasche nicht nähen, beiseite geräumt habe, stellte ich mit Freuden fest, dass ich sogar schon den richtigen Stoff für das Projekt Zuhause hatte. Der war eigentlich für eine andere Tasche vorgesehen, doch ich hatte ausreichend Material bestellt. Das sollte auch für die große Reisetasche reichen. Ich machte mir also zuerst Gedanken, wie die Tasche aufgebaut sein könnte und welche Schritte notwendig sein würden, um sie zu realisieren. Tatsächlich habe ich ein kleines Stoff- und Zutatenlager Zuhause und hatte noch Garn und Futterstoff zur Verfügung. Die fehlenden Kleinigkeiten besorgte ich mir vom Stoffmarkt, wie Gurtband und Reißverschluss und bestellte online außerdem noch Volumenvlies für die Polsterung.

Los geht es!

Ich habe vor der Schnittkonstruktion natürlich die Maße des Brompton genommen und noch ein wenig Spielraum eingeplant, damit nichts spannt. Mein ursprünglicher Plan Platz für den Sattel mit der verlängerten Sattelstütze zu berücksichtigen, verwarf ich wieder und kürzte die Schnittteile um 10 cm. Es wäre sonst einfach zu viel Leerraum gewesen. Ich werde den Sattel nun also separat einpacken. Eine Standart-Sattelstütze passt übrigens ohne Probleme. Nach der Planung folgte die Schnitterstellung und der Zuschnitt an sich. Das sind die Arbeitsschritte, die mich oft sehr viele Nerven kosten, weil ich besonders bei der Schnittkonstruktion gern mal ein paar Kleinigkeiten unterschlage und diese dann im Nähprozess ungünstig auffallen.

Memo an mich: Es hat Gründe, weshalb man bei aufwendigen Projekten vorab Probeteile aus Probestoff fertigt!

Da mir das meist aber zu lang dauert, werde ich während der Umsetzung kreativ und finde andere Lösungen. Das läuft nicht immer ganz problemlos ab und hat schon zu mancher verzweifelten Auftrennaktion geführt. Tatsächlich lief das Brompton-Transporttaschen-Projekt aber relativ problemlos ab.

Kann ich jetzt endlich nähen?

So, nun aber! Wie bei meinem Rucksack habe ich mir auch dieses Mal genau überlegt, in welcher Reihenfolge ich die Schnittteile zusammensetzen muss. Auch das erspart unnötige Auftrennaktionen und Unmut meinerseits. Ich habe dieses Mal eine Schablone aus einem alten Karton erstellt, womit sich die Stoffe deutlich leichter zuschneiden lassen, weil kein zu dünnes Schnittpapier verrutschen kann. Das Obermaterial, das Volumenvlies und der Futterstoff wurden von mir zugeschnitten und auch alle anderen Zutaten lagen bereit.

Toll, wenn sich dann endlich die Nadel durch den Stoff schiebt und Stück für Stück die Stofflagen mithilfe des extra robusten Garns miteinander verbindet. Im Prinzip muss ich nur geradeaus nähen, und ein wenig knappkantig absteppen (also von außen ganz nah neben der Naht nähen). Na  ja, und ich sollte ein paar Kurven nähen und den Reißverschluss richtig positionieren.

Es läuft. Als ich das Gurtband aufsteppe und die Stoßkanten aus Kunstleder in die Ecken am Boden nähe, nimmt das ganz schon Gestalt an. Das Einschubfach auf der Vorderseite mit Reißverschluss benötigt zwar zusätzliche Arbeitsschritte, aber es lohnt sich und ist sehr praktisch.

Eine Logo-Stickerei wäre jetzt toll…

Ich besitze eine Computer-Nähmaschine, genauer eine Brother Innov-is 900. Sie ist mittlerweile auch schon seit über 8 Jahren bei mir im Einsatz und immer noch großartig. Es gibt kaum etwas, was sie nicht kann. Sie hat sogar ein separates Stickmodul, das es mir theoretisch ermöglicht auch eigene Motive sticken zu lassen. Ich brauche dazu nur eine Vektorgrafik und eine Software, die diese in das nötige Format umwandelt. USB-Kabel ran, übertragen, lossticken. Theoretisch.

Nur ist diese Software gar nicht mal so günstig und teilweise umständlich zu bedienen. Dank einer Trial-Version konnte ich es zumindest ausprobieren, was jedoch mit reichlich Frust über die nervige Bedienbarkeit einher ging. Hätte ich nicht seelischen Beistand gehabt, hätte ich ganz schnell auf den eigenen Schriftzug verzichtet und einfach normale Buchstaben gestickt. Langweilig, aber funktional.

Wie schön, dass ich stattdessen dazu genötigt wurde, endlich mein original Radelmädchen-Schriftzug aufzubringen. Nach ein paar Probeversuchen und verschiedenen Einstellungen bezüglich Stickart, hat es dann aber gut funktioniert. Nun bin ich doch etwas stolz. Nächstes Mal muss ich allerdings daran denken, das Logo zuerst aufzusticken, bevor ich das monströse Taschenteil fast schon komplett zusammen genäht habe. Das ginge nämlich deutlich einfacher, als die riesige Tasche unter dem Nähfuß immer wieder hin und her zu wuchten.

Die letzten Handgriffe

Am Ende noch das Futter rein und tadaaaa, meine erste, große eigens genähte Tasche mit 1,3 cm Wattepolsterung aus robusten, abriebfesten Material ist fertig!

Ich werde mein Brompton natürlich dennoch zusätzlich polstern mit Kleidung usw., doch die Hülle macht den Anfang. Ich vermute jetzt schon, dass der Boden noch eine zusätzliche Verstärkung brauchen wird. Füsschen aus Gummi wären toll oder Rollen, falls es Möglichkeiten geben sollte, so etwas Zuhause selbst anzubringen.

Doch das ist ein weiteres Projekt und das wird einen etwas kleineren Umfang haben, zum Glück. Diese Tasche ist erstmal fertig und ich bin gespannt, wie sie sich im Praxistest schlagen wird.

Die Brompton Transporttasche besteht aus…

Obermaterial: Cordura 500den, antifray mit flammhemmender Ausrüstung in graugrün
Futter/Polster: robustes Polyester in schwarz; Volumenvlies 150 gr/m² mit 1,3 cm Dicke
Zutaten: graues Gurtband 3 cm breit; ein 90 cm langer, schwarzer Hauptreißverschluss; ein 60 cm langer, schwarzer Nebenfach-Reißverschluss; Kunstlederpatches

Features:

  • Maße: 60x30x60 cm; Gewicht: ca. 1000 g
  • wasserabweisender Stoff mit großem Reißverschluss für leichteres Einpacken und Auspacken des Faltrads
  • separates Front-Reißverschlussfach für flache Mappen und weitere Kleinigkeiten, die im Hauptfach verloren gehen würden
  • stabiles Gurtband als Tragegriff und als Schultergurt
  • Kunstlederpatches an den Stoßkanten am Boden
  • Nähte mit Absteppung für bessere Haltbarkeit
  • 1,3 cm dicke Watte-Polsterung
  • Radelmädchen-Stitching

Radelmädchen näht: Der neue Rucksack, Prototyp No. 1

Radelmädchen näht: Der neue Rucksack, Prototyp No. 1
Nachdem ich wochenlang am Laptop gesessen habe, um an meinem Buch zu arbeiten, sehnte ich mich danach, endlich wieder etwas mit meinen Händen zu fertigen. Die ersten Fahrradmessen in diesem Jahr waren eine willkommene Abwechslung und boten genügend Inspiration.

Mir ist schon bei den Events aufgefallen, wie viele coole und abwechslungsreiche Taschenmarken es gibt. Ich hätte ja nichts gegen einen neuen Rucksack gehabt. Mir fiel es nur sehr schwer, mich für einen zu entscheiden, bei der großen Auswahl und den unterschiedlichen, tollen Designs. Also beschloss ich kurzerhand – in einem Anfall von kreativen Wahnsinn – mir selbst einen zu nähen!

Die Vorbereitung

Mir zu überlegen, wie die Tasche aussehen soll, ist eine Sache, das passende Material dazu zu finden und den Schnitt anzufertigen, eine ganz andere. In diesem Fall ging das aber glücklicherweise sogar recht schnell und ich orientierte mich zum Beispiel für die Trägerform an meinem alten Rucksack.

Da war nur noch eine Sache: Ich hasse zuschneiden! Je mehr kleine Schnittteile, desto ungeduldiger werde ich.

Die Materialauswahl

Ich verbrachte aber erst einmal Zeit damit, den passenden Stoff aus meinem kleinen Lager auszuwählen. Ich hatte beschlossen, nichts Neues zu kaufen, sondern alle benötigten Zutaten für den Rucksack aus vorhandenen Teilen zu fertigen. So nahm ich Stoffreste, zerschnitt alte Taschen und Bänder, suchte nach passenden Schnallen und einem Reißverschluss. Selbst die Rückenverstärkung schnitt ich aus einem alten Rucksack heraus, der schon teilweise kaputt war. Der Boden sollte aus einem alten Fahrradschlauch entstehen, den ich dafür recyceln wollte.

Es funktionierte. Ich bekam alles zusammen und der Rucksack sieht nicht nach Patchwork aus :-).

Nachdem ich versucht habe, mir dieses Mal vorher etwas ausführlicher zu überlegen, in welcher Reihenfolge ich was zusammen nähe, ging die Arbeit recht gut voran.  Meine Nähmaschine leistete gute Dienste. Erst am Ende wollte sie den verstärkten Schlauchboden nicht mehr ordentlich nähen. Doch irgendwie habe ich es dann doch hinbekommen.

Fertig ist der Rucksack!

Ausstattung
  • Oberstoff: Velourlederimitat (oliv)
  • Futter: geometrisch gemusterte Baumwolle (bunt)
  • Verschluss: Rolltop mit großem Metallclip-Verschluss, Reißverschluss (gelb)
  • Taschen: ein großes Hauptfach, eine Fronttasche mit Reißverschluss, eine kleine Innentasche mit Reißverschluss, zwei Seitentaschen für Flaschen
  • Details: Gummibänder an den Seiten, D-Ringe seitlich nahe der Öffnung für optionalen Schultergurt, verstellbare Träger, Tragegriff, gepolsterter Rücken, Boden aus altem Fahrradschlauch
Fazit:

Ich bin ziemlich stolz auf meinen ersten, etwas aufwendigeren Rucksack und im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Die Optik ist toll, die Verarbeitung ist mir ganz gut geglückt und die Farbe matcht so schön mit meinem Brommie <3.

Was nicht so gut geklappt hat: Das Material ist zwar schön, allerdings ist der Oberstoff etwas zu weich und nicht starr genug, um ihn gut einzurollen. Der Rücken könnte ebenfalls noch etwas steifer sein, da die Tasche doch zu stark in sich zusammenfällt. Die Idee mit den Gummibändern an den Seitenteilen, die zum Beispiel eine größere Trinkflasche sichern sollen, war zwar an sich gut, aber ich habe die Bänder zu straff eingenäht. Dadurch wird die Tasche etwas vom Rücken weggezogen. Nun gut, ich habe dazu gelernt und der nächste Rucksack kommt dann in verbesserter Ausführung :-).

Ich versuche mal noch Bilder nachzureichen, auf denen man ihn getragen sehen kann.

Sonntagsprojekt

Edit 17.08.

Ich habe ein Kleid gesehen, dass ich mir gerade nicht kaufen kann. Doch es geht mir nicht aus dem Kopf. Wie kann ich das “Problem” also lösen?

Do it yourself

Klar, ich habe komischen Modekram studiert und vielleicht lässt sich da was machen. Gleich noch die passenden fahrradtauglichen Details ergänzen et voila: endlich mal wieder was für mich genäht.

Na ja, ganz so schnell geht das dann doch nicht. Ich mache erstmal eine Skizze.

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