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Radreise Irland 02: Aufbruch

1. Tag; Freitag, 22.08.2014: Aufbruch

Abflug: 20:45 Uhr, Berlin SFX, Deutschland –> Ankunft:  22:30 Uhr Shannon SNN, Irland; Wetter: sternenklarer Himmel, zwischen 14°C bis 3,5°C

Die Vorfreude, die mich überkam, wenn ich an die Irlandreise gedacht habe, habe ich ja bereits versucht in Worte zu fassen. Als ich dann aber mit dem Fahrrad in der Bahn stand auf dem Weg zum Flughafen Berlin-Schönefeld, überkam mich eine seltsame Ruhe, die mit einer stillen Freude einher ging. Dabei war ich eben noch aus der Wohnung gehetzt, weil ich spät dran war (natürlich). Gleich sollte es losgehen! Doch davor waren noch so viele Schritte abzuarbeiten.

Verpackungsaktion

Das Fahrrad musste teilweise auseinandergebaut und verpackt werden (Fahrrad im Flugzeug), da der Fluganbieter Ryanair Räder als Speergepäck nur in geeigneter Transportverpackung mitführte. Wir hatten unterschiedlich große Kartons. Für den Hinflug bedeutete das, dass wir drei Räder bis auf das Verstellen der Lenker und das Abschrauben der Pedale, vollständig verpacken konnten.

Bei meinem und einem weiteren Rad kam noch das Entfernen des vorderen Laufrades und der Sattelstütze inklusive Sattel hinzu. Ich war dann auch erst halbwegs beruhigt, nachdem ich bergeweise Luftpolsterfolie und meine Luftmatratze noch mit in den Karton gestopft hatte. Horrorgeschichten über den Fahrradtransport im Flugzeug habe ich davor zuhauf gelesen. Mein Cube war ja noch so jung, dass ich schon mehr Sorge als normal hatte! Doch letztendlich hat alles gut geklappt. Als dann das Gepäck aufgegeben, die Fahrräder an der Sperrgepäckaufgabe abgegeben und der Check In erledigt waren, blieb gar nicht mehr so viel Zeit bis zum Abflug.

“Wahnsinn! Es geht wirklich los! Irland wir kommen!”

2. Tag, Samstag, 23.08.2014: Cliffs of Moher

Tageskilometer: SNN–> Doolin, 64,6 km; Doolin –> Umgebung, ca. 21 km; Wetter: strahlender Sonnenschein, Wind, blauer Himmel, bis 23°C

Nach einem gut verlaufenen Flug und der etwas verspäteten Entgegennahme der Fahrräder in Shannon, Irland, wurden die Räder in einem fast menschenleeren Flughafen wieder zusammengeschraubt.

Juhuu, da sind sie! Unsere Räder. Und alles ist noch heil!
Juhuu, da sind sie! Unsere Räder. Und alles ist noch heil!

Kein Wunder, es war mittlerweile nach Mitternacht. Nebenbei fiel dann der Vorschlag, dass wir die Nacht durchradeln könnten… Es sei kein Campingplatz in der Nähe und es mache viel mehr Sinn 60 km in die richtige Richtung zu fahren, als 30 km in die entgegengesetzte, um den nächstgelegenen Platz aufzusuchen. Als ob Philipp das nicht schon die ganze Zeit geplant hätte! Dann am Flughafen konfrontierte er uns einfach mit dieser reinen Logik und konnte natürlich direkt überzeugen .

Wir meinten es wohl ernst mit der Radreise. Joa. Macht schon Sinn. Bis auf die Tatsache, dass es mittlerweile fast 1 Uhr nachts war, wir uns in einem fremden Land mit Linksverkehr(!) befanden und es auf dem Land auch ziemlich dunkel war.

Durch Nacht und Wind

Also ging es los! Diese Entscheidung haben wir letztendlich auch nicht bereut. Auch wenn die Temperaturen in den frühen Morgenstunden auf unter 4°C sanken, die Feldwege teilweise sehr abenteuerlich und hügelig anstrengend waren und wir natürlich viel weniger von der Umgebung mitbekommen haben, als am Tag. Ich habe mehr als einmal fluchtend auf dem Rad gesessen, als wieder ein Hofhund anfing zu kläffen und mich damit zutiefst erschreckt hat. Doch dank dieser Nachtfahrt konnten wir morgens gegen 5:30 Uhr an unserem Zielort Doolin die Meeresluft schnuppern und den herannahenden Tag direkt am Atlantik begrüßen!

Da lugt das Meer hinter der Mauer hervor. Und wir verschwinden erstmal für 3,5h im Schlafsack.
Da lugt das Meer hinter der Mauer hervor. Und wir verschwinden erstmal für 3,5h im Schlafsack.

Wie gut es sich dann auch anfühlte, in den weichen Schlafsack zu fallen und sich auf den kommenden Tag zu freuen. Ich war ein wenig stolz, diese erste, abenteuerliche Etappe erfolgreich gemeistert zu haben.

Summerday

Doch was für ein Tag es dann wurde! Er wurde zunächst mit dem ersten Bad im Atlantik meines Lebens begrüßt. Brrrr… Doch später schien die Sonne hell und warm und der Himmel war strahlend blau. Der Spätsommer gab sein bestes den Ruf der verregneten Insel etwas anzukratzen.

So schwangen wir uns nach einem ordentlichen Frühstück mit ganz viel Rührei und Tee (Tee sollte es immer in Massen geben) auf die Räder. Wir machten uns auf den Weg zu einem der bekanntesten Landstriche Irlands, der direkt vor den Toren Doolins liegt, einem hübschen kleinen Küstenort: Die Cliffs of Moher. Die bis zu 214 m hohen Steilklippen erstrecken sich über 8 km entlang der Küste des County Clare und gehören zu den meistbesuchten Touristenattraktionen Irlands. Das haben wir bei dem Wetter auch deutlich mitbekommen.

Es war fast ein wenig zu überlaufen, als wir am Rand der Klippen entlang liefen, die warmen Sonnenstrahlen genossen und den Wind auf der Haut spürten. Ja, es gab sofort Sonnenbrand! In Irland! Das glaubt uns kein Mensch. So war ich auch ein wenig froh, wenn es auch ein wirklich beeindruckendes Monument der Natur ist, als wir uns wieder aufmachten. Komischerweise blieben die Cliffs mir auch nicht als einer der schönsten Orte Irlands in Erinnerung, obwohl sie mich wirklich beeindruckt haben. Die Einsamkeit kommender Plätze blieb jedoch viel mehr hängen.

Dennoch ließen wir diesen 1. Tag in Irland standesgemäß in einem überfüllten Pub mit Livemusik und ordentlich Guiness ausklingen. Es hätte wohl kaum einen besseren Start der Reise geben können.

Fortsetzung folgt…

Hier gehts zurück zur Übersicht.

Radreise: Fahrradtransport im Flugzeug

Ende August 2014 durfte mein neues Fahrrad mit mir nach Irland fliegen, was ein wenig Vorbereitung bedurfte.

Ich informierte mich auf diversen Internetseite und in Foren, welche Erfahrungen Reiseradler bereits mit dem Transport von Fahrrädern im Flugzeug gemacht haben. Etwas verschreckt war ich schon, ob der teilweise gruseligen Geschichten, wie die Räder bei der Ankunft wieder aus dem Laderaum heraus kamen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Verpackung( oder sogar gar keine), wobei mir ein Karton bzw. Koffer doch am sichersten schien.

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Radreise Irland: Los gehts!

Grüne Insel. Land der Brombeeren.
5 junge Menschen, 5 heiße Fahrräder, eine wildschöne Insel.

Wo fange ich an? Wie bringe ich 18 Tage auf dem Fahrrad in einem fremden Land voller Eindrücke und Erlebnisse in einen Text?
Einfach loslegen und die Gedanken fliegen lassen. Ja, das mache ich gern beim Schreiben. Eine gewisse Struktur wird dem Ganzen aber wohl dennoch nicht schaden.
In den  nächsten Wochen und Monaten werde ich also Stück für Stück versuchen, zu dokumentieren, wie es mir auf meiner ersten langen Radreise ergangen ist. Da ich nebenbei auch irgendwie an der Masterarbeit schreibe, dürfte es wohl ein längerer Prozess werden. 😉

Am Anfang war das Rad

Wie fing es also an? Wie kamen fünf junge Menschen, mehr oder weniger zusammengewürfelt, ganz unterschiedlich und jeder auf seine Art dem Fahrrad fahren sehr zu getan, auf die Idee durch Irland zu radeln? Die einen kannten sich noch aus der Schule, die anderen aus der Uni und ich alle wiederum über einen weiteren gemeinsamen Freund. Philipp und Sascha hatten im Vorjahr die Radreise durch Island gemacht. Und:

“Um von Island nach Irland zu kommen, muss man nur einen Buchstaben tauschen. “(Philipp im Wiki zur Tourenplanung)

So kam es also, dass die Frage, wer Lust hatte mitzufahren, auch bei mir ankam und ich nach etwas Bedenkzeit eine Entscheidung getroffen hatte.

Und diese war goldrichtig. Denn manchmal geht es um viel mehr, als nur den Wunsch nach Urlaub. Es geht um das Gefühl raus zu kommen, sich frei zu fühlen, die Welt mit eigenen Augen zu entdecken und den Alltag hinter sich zu lassen. Denn obwohl ich regelmäßig per Smartphone Internetzugang hatte, war es doch nur ein täglicher kurzer Check. Ein Großteil der alltäglichen Verpflichtungen blieben einfach Zuhause. Genauso sollte es im Urlaub sein. Noch während wir also über die Grüne Insel fuhren, wusste ich: Die nächste Radreise würde sicher nicht lange auf sich warten lassen. Und das sind doch ziemlich tolle Aussichten, oder?

Hier ein kleiner Überblick zum Bericht über die Irlandtour:
Im Detail:
  • Fahrrad im Flugzeug
  • Campingplätze
  • Straßenqualität
  • Kondition und Berge
  • irische Besonderheiten( Linksverkehr, Preise, Einkauf, Bier, Essen, Wetter etc.)
  • Gruppendynamik
  • Mode

 

Ein Wochenende unter Fahrradfreunden. Part 1: Der Vortrag

Ich mag Fahrräder.

Das ist jetzt keine besonders überraschende Aussage, schon klar. Dieses Wochenende habe ich aber gelernt, es gibt Menschen, die haben eine wahre Leidenschaft entwickelt. So sehr, dass daraus sogar ein Fahrradmuseum entsteht mit dem der Besitz hunderter Fahrräder jeglicher Couleur und Typs, das Wissen diese aufzuarbeiten und zu pflegen, sowie der Bestand von zahlreicher Literatur und unzähligen Büchern einher geht.

Aber ich greife vor. Ein Wochenende unter Fahrradfreunden. Part 1: Der Vortrag weiterlesen

Radreise Irland: Kurzes Update von unterwegs

Es ist windig, sehr windig. Es weht kräftig von vorn, von der Seite und ich bin bemüht, mich auf dem Rad zu halten. Doch zwischendurch haben wir Glück – es gibt Rückenwind! Das erleichtert das stetige bergauf und bergab um einiges.

So erging es uns vorgestern, als wir laut Radreiseführer den einzigen Fjord Irlands hinein bis Leenane und später wieder zum Großteil hinaus geradelt sind. Nicht zu vergessen: der Regen. Er kommt und geht in unterschiedlich starker Ausprägung. Und dennoch, ich genieße jede Minute, bewundere die Landschaft und das Wolkenspiel um die Spitzen der Twelve Bens, die Berge hier im Westen vom County Connemara. Dieses geht irgendwann im Laufe des Tages über ins County Mayo, wo wir uns gerade befinden und trocknen.

Irisches Klischeewetter

Gestern war nass, sehr nass! Und windig, wenn auch nicht ganz so schlimm wie am Tag zuvor. Als wir völlig durchnässt in dem kleinen Ort Pollatomish angekommen waren, erlebten wir eine Überraschung. Das Hostel, wo wir unsere Zelte im Vorgarten aufschlagen durften, wurde von einem deutschen Paar betrieben. Wir wurden etwas ungläubig beäugt, als wir es trotz des Wetters vorzogen, draußen zu schlafen. Die Frage, ob wir nicht doch drinnen schlafen wollten, kam mehr als einmal auf.
Doch noch während wir uns ausbreiteten, hörte es auf zu regnen und wir schafften es erneut, die Zelte im “Trockenen” aufzubauen.

Es tat gut, in einer Küche zu kochen und im Warmen zu essen. Wobei wir uns fast etwas schwer getan haben, den frisch gekochten Pudding nicht wieder alle gemeinsam aus einem Topf zu essen…

Während ich diesen Text schrieb, warteten wir, dass die Wäsche fertig wurde, um dann weiter zu fahren nach Ballina. Eine kurze Tour. Wir wurden auch langsam etwas ungeduldig, denn das Wetter hielt sich und bis auf den Wind war es trocken und perfekt zum Radeln.

Doch es sollte schon bald weiter gehen auf dem Wild Atlantic Way

Ausblick aus dem Kaminzimmer
Ausblick aus dem Kaminzimmer