Archiv der Kategorie: Das Radelmädchen

Radelmädchen unterwegs – Termine in KW 30

Termine, Termine! In der 30. Kalenderwoche geht es rund! Während ich gerade versuche, gefühlt hundert Dinge gleichzeitig fertig zu machen, möchte ich euch nicht die Events der nächsten Woche vorenthalten. Denn die hat es in sich!

Los geht es für mich am Montagmorgen. Da lockt die Deutsche Bahn mich viel zu früh in ihre Sitze und bringt mich hoffentlich heil und schnell nach Hannover. Denn dort findet in der KW 30 das Bundes-Radsport-Treffen 2017 statt.

Bundes-Radsport-Treffen 2017

Was mache ich nun bei einer Radsport-Veranstaltung, wo ich doch offensichtlich fast gar nicht im sportlichen Fahrradbereich unterwegs bin?

“Das Bundes-Radsport-Treffen ist das jährliche Highlight der Breitensport- Szene im Bund-Deutscher-Radfahrer e.V. (…) An sieben Tagen stehen dann 21 verschiedene Radtouren zwischen 45 und 115 Kilometer auf dem Programm.”

(Quelle: www.brt2017.de/)

Ich fahre selbst gern längere Touren und aus dem Blickwinkel schien mir die Veranstaltung gar nicht mehr so fremd, denn auch die Zielgruppe und die Besucher sind bunt gemischt durch die Fahrradszene. Mein Fokus liegt jedoch an jenem Montag, 24.07.2017 auf zwei Terminen: Zum einen um 14:00 Uhr bei meinem kleinen Bühnensprachbeitrag zum Thema Radfahren in der Stadt mit voraussichtlich kurzer Lesung aus meinem Buch “How to survive als Radfahrer” und zum anderen um 14:30 Uhr beim Podcast zusammen mit Hans Dorsch von fahrrad.io.

Bühnenprogramm und eine Podcastaufnahme! Wieder etwas Neues für mich und dann noch gleichzeitig! Das wird ein Spaß!

Hier könnt ihr das komplette Programm des Bundes-Radsport-Treffen 2017 nachlesen. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ihr vorbei schaut, zuhört und kurz Hallo sagt!

Die BWC Finals 2017

Termin Nummer zwei in der KW 30 trägt mich etwas weiter und über die Landesgrenzen hinaus. London is calling again! Juhu! Meine liebste Stadt auf der britischen Insel steht am letzten Juliwochenende wieder ganz im Fokus des Fahrrads. Wie schon im letzten Jahr finden der Prudential Ride und zahlreiche weitere Fahrradveranstaltungen statt. Doch was noch viel wichtiger ist: Die Brompton World Championship Finals (BWC) locken am Samstag, 29.07.2017 wieder hunderte Brompton-Fans aus aller Welt an. Diese Jahr werde ich nicht nur anfeuern, sondern auch selbst mitfahren! Meine Aufregung steigt, zumal ich mein Brompton Ljómi erstmalig im Flugzeug transportieren werde!

Am Sonntag werden wir außerdem die Helden Joas und Harald zum London-Edingburgh-London Rennen verabschieden, eine Langstreckenfahrt, die nur alle vier Jahre stattfindet und es wirklich in sich hat!

Eine spannende Woche also mit vielen tollen Veranstaltungen, tollen Menschen und zahlreichen Erlebnissen. Ich freue mich sehr drauf und werde selbstverständlich auf radelmaedchen.de und aktuell auf Instagram, Twitter und Facebook berichten! Kommt doch mit und schaut mal vorbei!

 

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DIY: Das Brompton-Transporttaschen-Projekt

DIY: Das Brompton-Transporttaschen-Projekt

Do it yourself! Das dachte ich mir mal wieder, als ich mir Gedanken gemacht habe, wie ich mein Faltrad im Flugzeug sichern und transportieren kann, damit es heil zur Brompton World Championship 2017 nach London kommt.

Da wollte ich dieses Jahr nämlich erstmalig nicht nur anfeuern, sondern auch mitfahren. Also musste eine Brompton Transporttasche her, damit Brompton Ljómi auch eine angenehme und sichere Reise hat!

Es gibt es schon eine illustre Auswahl Transporttaschen fürs Brompton auf dem Markt, die auch ganz vielversprechend aussieht: Wie die von Brompton selbst, die von Vincita oder von B & W. Es gibt Soft Bags, Hardschalenkoffer und die einfache Segeltuchtasche. Die Preise variieren zwischen 60 € bei der ungepolsterten Variante bis hin zu über 200 € für einen gepolsterten Rollkoffer. Geld, was ich momentan nicht zur Verfügung habe. Schließlich muss die Reise nach England auch organisiert und bezahlt werden.  Was macht das Master of Arts in Fashion Design-Radelmädchen da?

Genau. Selber nähen.

Ich habe da etwas zu viel Stoff bestellt…

Nachdem ich das gedankliche Hindernis, ich könne so eine Transporttasche nicht nähen, beiseite geräumt habe, stellte ich mit Freuden fest, dass ich sogar schon den richtigen Stoff für das Projekt Zuhause hatte. Der war eigentlich für eine andere Tasche vorgesehen, doch ich hatte ausreichend Material bestellt. Das sollte auch für die große Reisetasche reichen. Ich machte mir also zuerst Gedanken, wie die Tasche aufgebaut sein könnte und welche Schritte notwendig sein würden, um sie zu realisieren. Tatsächlich habe ich ein kleines Stoff- und Zutatenlager Zuhause und hatte noch Garn und Futterstoff zur Verfügung. Die fehlenden Kleinigkeiten besorgte ich mir vom Stoffmarkt, wie Gurtband und Reißverschluss und bestellte online außerdem noch Volumenvlies für die Polsterung.

Los geht es!

Ich habe vor der Schnittkonstruktion natürlich die Maße des Brompton genommen und noch ein wenig Spielraum eingeplant, damit nichts spannt. Mein ursprünglicher Plan Platz für den Sattel mit der verlängerten Sattelstütze zu berücksichtigen, verwarf ich wieder und kürzte die Schnittteile um 10 cm. Es wäre sonst einfach zu viel Leerraum gewesen. Ich werde den Sattel nun also separat einpacken. Eine Standart-Sattelstütze passt übrigens ohne Probleme. Nach der Planung folgte die Schnitterstellung und der Zuschnitt an sich. Das sind die Arbeitsschritte, die mich oft sehr viele Nerven kosten, weil ich besonders bei der Schnittkonstruktion gern mal ein paar Kleinigkeiten unterschlage und diese dann im Nähprozess ungünstig auffallen.

Memo an mich: Es hat Gründe, weshalb man bei aufwendigen Projekten vorab Probeteile aus Probestoff fertigt!

Da mir das meist aber zu lang dauert, werde ich während der Umsetzung kreativ und finde andere Lösungen. Das läuft nicht immer ganz problemlos ab und hat schon zu mancher verzweifelten Auftrennaktion geführt. Tatsächlich lief das Brompton-Transporttaschen-Projekt aber relativ problemlos ab.

Kann ich jetzt endlich nähen?

So, nun aber! Wie bei meinem Rucksack habe ich mir auch dieses Mal genau überlegt, in welcher Reihenfolge ich die Schnittteile zusammensetzen muss. Auch das erspart unnötige Auftrennaktionen und Unmut meinerseits. Ich habe dieses Mal eine Schablone aus einem alten Karton erstellt, womit sich die Stoffe deutlich leichter zuschneiden lassen, weil kein zu dünnes Schnittpapier verrutschen kann. Das Obermaterial, das Volumenvlies und der Futterstoff wurden von mir zugeschnitten und auch alle anderen Zutaten lagen bereit.

Toll, wenn sich dann endlich die Nadel durch den Stoff schiebt und Stück für Stück die Stofflagen mithilfe des extra robusten Garns miteinander verbindet. Im Prinzip muss ich nur geradeaus nähen, und ein wenig knappkantig absteppen (also von außen ganz nah neben der Naht nähen). Na  ja, und ich sollte ein paar Kurven nähen und den Reißverschluss richtig positionieren.

Es läuft. Als ich das Gurtband aufsteppe und die Stoßkanten aus Kunstleder in die Ecken am Boden nähe, nimmt das ganz schon Gestalt an. Das Einschubfach auf der Vorderseite mit Reißverschluss benötigt zwar zusätzliche Arbeitsschritte, aber es lohnt sich und ist sehr praktisch.

Eine Logo-Stickerei wäre jetzt toll…

Ich besitze eine Computer-Nähmaschine, genauer eine Brother Innov-is 900. Sie ist mittlerweile auch schon seit über 8 Jahren bei mir im Einsatz und immer noch großartig. Es gibt kaum etwas, was sie nicht kann. Sie hat sogar ein separates Stickmodul, das es mir theoretisch ermöglicht auch eigene Motive sticken zu lassen. Ich brauche dazu nur eine Vektorgrafik und eine Software, die diese in das nötige Format umwandelt. USB-Kabel ran, übertragen, lossticken. Theoretisch.

Nur ist diese Software gar nicht mal so günstig und teilweise umständlich zu bedienen. Dank einer Trial-Version konnte ich es zumindest ausprobieren, was jedoch mit reichlich Frust über die nervige Bedienbarkeit einher ging. Hätte ich nicht seelischen Beistand gehabt, hätte ich ganz schnell auf den eigenen Schriftzug verzichtet und einfach normale Buchstaben gestickt. Langweilig, aber funktional.

Wie schön, dass ich stattdessen dazu genötigt wurde, endlich mein original Radelmädchen-Schriftzug aufzubringen. Nach ein paar Probeversuchen und verschiedenen Einstellungen bezüglich Stickart, hat es dann aber gut funktioniert. Nun bin ich doch etwas stolz. Nächstes Mal muss ich allerdings daran denken, das Logo zuerst aufzusticken, bevor ich das monströse Taschenteil fast schon komplett zusammen genäht habe. Das ginge nämlich deutlich einfacher, als die riesige Tasche unter dem Nähfuß immer wieder hin und her zu wuchten.

Die letzten Handgriffe

Am Ende noch das Futter rein und tadaaaa, meine erste, große eigens genähte Tasche mit 1,3 cm Wattepolsterung aus robusten, abriebfesten Material ist fertig!

Ich werde mein Brompton natürlich dennoch zusätzlich polstern mit Kleidung usw., doch die Hülle macht den Anfang. Ich vermute jetzt schon, dass der Boden noch eine zusätzliche Verstärkung brauchen wird. Füsschen aus Gummi wären toll oder Rollen, falls es Möglichkeiten geben sollte, so etwas Zuhause selbst anzubringen.

Doch das ist ein weiteres Projekt und das wird einen etwas kleineren Umfang haben, zum Glück. Diese Tasche ist erstmal fertig und ich bin gespannt, wie sie sich im Praxistest schlagen wird.

Die Brompton Transporttasche besteht aus…

Obermaterial: Cordura 500den, antifray mit flammhemmender Ausrüstung in graugrün
Futter/Polster: robustes Polyester in schwarz; Volumenvlies 150 gr/m² mit 1,3 cm Dicke
Zutaten: graues Gurtband 3 cm breit; ein 90 cm langer, schwarzer Hauptreißverschluss; ein 60 cm langer, schwarzer Nebenfach-Reißverschluss; Kunstlederpatches

Features:

  • Maße: 60x30x60 cm; Gewicht: ca. 1000 g
  • wasserabweisender Stoff mit großem Reißverschluss für leichteres Einpacken und Auspacken des Faltrads
  • separates Front-Reißverschlussfach für flache Mappen und weitere Kleinigkeiten, die im Hauptfach verloren gehen würden
  • stabiles Gurtband als Tragegriff und als Schultergurt
  • Kunstlederpatches an den Stoßkanten am Boden
  • Nähte mit Absteppung für bessere Haltbarkeit
  • 1,3 cm dicke Watte-Polsterung
  • Radelmädchen-Stitching
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La Superbe: Wie lang halte ich es auf einem Brompton aus?

Oder: Ich will auch in den Club der Brompton-100km-Fahrer!
Nachdem ich so viel übers Radfahren gesprochen habe, habe ich nun das dringende Bedürfnis, es auch endlich mal wieder zu tun! Natürlich muss es auch etwas besonderes sein…

Ich bekam vor ein paar Wochen per Mail eine Einladung für eine ganz spezielle Ausfahrt mit Fahrrädern: La Superbe, die Fahrt auf dem Berliner Mauerweg mit einem Brompton. Das musste ich erst einmal kurz sacken lassen. Das sind rund 165 km einmal entlang des ehemaligen Grenzverlaufes in und um Berlin herum. Diese Tour wird seit 2015 von einem Mitglied des Bromptonauten-Forums organisiert.

165km mit dem Brommie!

Kann man machen.

Ich habe beschlossen, dass ich auch genau das tun werde. Nachdem Miri ihre 100 km + beim BrommieX dieses Jahr mit Fiete bereits absolviert hat, bin ich noch mehr angespornt. Diese 100 km sind für Bromptonfahrer so eine magische Grenze. Warum das so ist, habe ich noch nicht ganz herausgefunden. Vielleicht um zu zeigen, dass ein Brompton so ziemlich alles mitmacht und seinen Fahrer auch über lange Strecken tragen kann?

Die längste Strecke, die ich mit meinem kleinen Flitzer bisher zurückgelegt habe, betrug zwar nur ca. ein Fünftel von besagten 165 km, aber das muss ja erst einmal kein Hindernis sein. Ich fühle mich soweit ganz wohl mit Ljómi und finde es schon spannend herauszufinden, wie weit ich mit ihr kommen kann.

Vorbereitungen für die Tour…

…sind reichlich überbewertet. Da ich in den letzten Tagen hauptsächlich Zuhause gearbeitet habe, saß ich viel zu wenig auf dem Rad. Doch ich bin dennoch zuversichtlich. Zumindest habe ich probeweise ein paar neue Lenkergriffe montiert und die Reifen nochmal aufgepumpt. Die harten Brompton-Griffe würden mich sonst vermutlich zum vorzeitigen Aufhören zwingen. Also gibt es nun ein paar schöne, ergonomische Korkgriffe mit kleinen Bar Ends, damit meine Hände zwischendurch entspannen können. Falten kann ich das Brompton damit problemlos. Nun noch die sexy Radlerhose herauskramen und schon bin ich bereit für eine Ausfahrt durch und um meine Heimatstadt herum.

Kommt ihr mit?

Radelt mit!

Ich werde die Tour so gut es geht, dokumentieren und auf Instagram, Facebook und Twitter aktiv sein, soweit ich Zeit dazu finden werde. Schließlich muss ich auch noch ein bisschen Radfahren. Mal sehen, wie weit ich komme. Die Wettervorhersage ist nicht so vielversprechend, aber lieber ein bisschen Nieselregen bei 19°C, als 32°C und pralle Sonne.

Start: 25.06.2017 um 07:00 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin
Strecke: Berliner Mauerweg auf rund 165 km Länge

Infos zum Mauerweg per Rad gibt es auch beim AFDC.

Ljómi war sogar schon mal auf der Glienicker Brücke.

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Himmelfahrtstour 2017: Von Schwerin an die Ostsee

Himmelfahrtstour 2017: Von Schwerin an die Ostsee.

Sonne, Meer und ein Fahrrad, dass mich quasi überall hinbringen kann – wenn ich nicht gerade Knieprobleme bekomme und mein Hintern nicht so weh tun würde. Die Himmelfahrtstour, 1.Teil.

Der schöne Norden

Doch von Anfang an: Wie schon im letzten Jahr nutzten Philipp, Sascha, Jan und ich das verlängerte Wochenende, um uns auf die Räder zu schwingen. Wir beschlossen 2017 in Deutschland zu bleiben und aus zeitlichen Gründen, die geplante Danzig-Tour entlang der polnischen Ostseeküste noch etwas ruhen zu lassen. Doch Deutschland ist eben auch sehr schön und nach der letzten Tourbesprechung stand fest, wo es hingehen sollte. Wir wollten uns am Vatertagsmorgen in Mecklenburg-Vorpommern in der Landeshauptstadt Schwerin vor dem traumhaften Schloss treffen, um gemeinsam gen Norden aufzubrechen. Denn ein bisschen Meer ist nie verkehrt und die Ostseeküste verspricht auch gen Westen wunderschöne Radwege.

Praktisch war auch: Ich habe Verwandschaft in Schwerin, die ich viel zu selten sehe. So konnte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen und reiste schon am Mittwochnachmittag mit dem Zug an. Sascha kam mit dem Rad und war bereits am Dienstagabend bei weniger traumhaften Unwetter in Berlin gestartet. Philipp bestritt den Weg nach Schwerin ebenfalls auf zwei Rädern. Für ihn sollte die kleine Radreise eine Rundtour werden, da unser Ziel, der Plöner See, auch sein Startpunkt war.

Let’s ride! . . . #schwerin #schlossschwerin #radtour #himmelfahrt #fahrrad #bicycle #unterwegs #radelmaedchen_unterwegs

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Die Anreise

Mit dem Regionalzug (ODEG, RE 2) ging es ab Berlin Ostbahnhof ohne Umsteigen nach Schwerin mit dem Quer-Durchs-Land-Ticket für 44 € + 6 € für jede weitere Person. Bemüht euch jedoch nicht, Fahrradtickets für REs online kaufen zu wollen! Es ist schlichtweg nicht möglich. Warum das so ist, habe ich noch nicht heraus gefunden. Am Ticketautomaten war es dann jedoch kein Problem: 5,50 € für eine Fahrradtageskarte im Nahverkehr. Das passt. Eine Reservierung ist ja sowieso nicht möglich im RE.

Allerdings hat uns genau das etwas Sorgen gemacht: Vor einem Feiertag mit dem Zug inklusive Fahrrad unterwegs zu sein, kann nämlich schnell tricky werden und zum Platzkampf führen. Doch wir hatten Glück und eine mega nette Zugbegleiterin mit sehr trockenem Humor an Bord, die sich nicht nur um das Unterbringen der Räder, sondern auch um die Klimaanlage, die Bordtoilette und nervige Fahrgäste gekümmert hat. Ein dickes Bienchen für diesen Einsatz, der mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht gezaubert hat.

Wasser, Wasser, Grün, MeckPom!

Bei sommerlichen Frühlingstemperaturen und Sonne satt, starteten wir unsere Tour am Donnerstagmorgen in Schwerin. Der Herrentag lockte bei diesem Traumwetter viele andere Menschen auf die Straße und so waren die Radwege nicht nur voll mit fröhlich trinkenden Vätern und nicht Vätern, sondern auch mit zahlreichen Radausflüglern. Doch die Stimmung war gut und wir fuhren selbst beladen mit Reisegepäck zügig einfach klingelnd an den meisten vorbei.

Habe ich schon erwähnt wie schön MeckPom ist? Den Großteil des Tages radelten wir in diesem wasserreichen Bundesland im Norden von Deutschland an Seen entlang, durch saftig grüne Wälder und entlang gelber Rapsfelder. Entspannung pur!

Die erste Pause machten wir bei Schloss Wiligrad am schier riesig wirkenden Schweriner See. Dort fand ein Fest statt, das bei Live-Musik und erfrischenden Getränken viele Besucher anlockte. Der wunderschön gestaltete Schlossgarten lud also nicht nur uns zum Verweilen ein.

Die Rache des kleinen Rahmens und Knieprobleme

Als wir weiter fuhren, bemerkte ich bei den vielen kleinen Hügeln, dass meine Sitzposition nicht ganz optimal war. Die Befürchtung hatte ich schon vor der Abreise. Nachdem im März mein Cambium samt gefederter Sattelstütze gestohlen worden war, habe ich nun kurz vor der Abreise endlich wieder die gleiche Konfiguration am Rad, die bereits reiseerprobt war. Doch irgendwas stimmte nicht. Es fühlte sich alles nicht mehr ganz so komfortabel an. Ich hatte das Gefühl zu weit hinten zu sitzen, um noch genügend Kraft in die Pedale geben zu können, wenn es zum Beispiel berghoch ging. Doch der Sattel hat bereits seine finale Position erreicht und lässt sich nicht weiter vorrücken.

Also passte ich die Sattelhöhe etwas an.  Ein Senken des Sattels brachte Erleichterung. Doch wirklich gut war das alles immer noch nicht. Ich habe nur leider keine Ahnung, was denn jetzt anders als vorher ist. Habe ich mich so an die Sitzhaltung vom Brompton gewöhnt, dass alles andere seltsam erscheint? Die nächsten Tage sollten zeigen, dass ich defintiv etwas ändern musste. Am Abend spürte ich den vergangenen Tag deutlich in den Knien. Der Rahmen meines Cube ist leider etwas zu klein und obwohl ich vor dem Diebstahl eine bequeme und passende Einstellung gefunden habe, kommt es mir jetzt wieder so vor, als könnte ich keine langen Touren mehr mit dem Rad fahren :-(. Doch vorerst muss ich mit Jameson zurecht kommen und versuchen, wieder eine bequeme Einstellung zu finden.

Wismar at the sea

Die Mittagspause legten wir im beschaulich schönen Wismar an der Ostsee ein. Endlich Meeresluft! Wie sehr ich das liebe! Nach salzigen Pommes und wahlweise Fisch und Kartoffelsalat folgte das im Urlaub obligatorische, tägliche Eis. Das rege Treiben am Hafen und die lange Schlange im italienischen Eiscafé konnten mich nicht abschrecken und kurz darauf hielt ich eine prall gefüllte Waffel mit drei riesigen Kugeln Eis in der Hand. Glücklich! Und satt!

Farbenprächtige alte Häuser in der Hansestadt Wismar.Die Sonne gab ihr Bestes und nach dem Hervorholen der Sonnebrille konnte es auf dem Ostseeküstenradweg weitergehen. Was für eine tolle Strecke! Abwechslungsreich führte Sie durch kleine Küstenorte, entlang von Feldern immer wieder kleine Hügel hinauf und hinunter, durch waldige Passagen und oft mit Blick aufs rauschende Meer. Mit der leichten Brise im Haar und dem Brummen der Reifen auf dem oft asphaltierten Weg, konnte ich kaum glücklicher sein.

Der Tag fand den perfekten Abschluss am Meer. Ich wagte sogar mein erstes Bad in der kalten Ostsee, nachdem ich es mit viel quieken und stöhnen aufgrund der Kälte geschafft hatte, endlich unterzutauchen. Doch die Abendsonne war traumhaft warm und nach einem Tag im Sattel fühlte sich die Erfrischung einfach großartig an. Mit Blick auf den Sonnenuntergang nahmen wir noch ein dezentes Abendbrot ein und errichteten ein kleines Lagerfeuer im Sand. Wir waren nicht die einzigen, die diesen wunderschönen Strandplatz bei der Steilküste gefunden hatten. Insgesamt vier weitere kleine Feuerstellen erleuchteten in der Abenddämmerung.

 

Hier die Zusammenfassung vom 1. Tag der Tour.

Auf milchmithonig.de könnt ihr nachlesen, wie Saschas Anreise nach Schwerin verlaufen ist. Ich glaube, es gab ein bisschen Wind…

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Radelmädchen liest beim ADFC RadForum

Die erste Lesung aus “How to survive als Radfahrer” findet am 01.06.2017 beim ADFC RadForum #2 statt. Dort geht es vor allem darum, wie man Menschen motivieren kann, Radzufahren.
Warum fahren einige überhaupt kein Rad?

Diese Frage habe ich mir des Öfteren gestellt, als ich an meinem Buch gearbeitet habe. Wenn ich im Berufsverkehr durch Berlin fahre, begegne ich so vielen Radfahrern wie nie zuvor. Die Radwege sind voll von Ihnen. Da kann man sich schon fragen, warum es nötig ist, Menschen dazu noch motivieren zu müssen? Es sind doch schon so viele mit dem Fahrrad unterwegs. Aber wie viele scheuen sich davor, weil sie unsicher sind und Angst haben? Weil Radfahren gefährlich ist? Oder weil Radfahren anstrengend ist und sie nicht das richtige Fahrrad besitzen? Weil Radfahrer nerven und langsam sind?

Die Lesung beim ADFC – Berlin RadForum

Kommt vorbei, hört zu, diskutiert mit!

Die zuvor aufgezählten, sind nur ein paar Überlegungen und Ansätze, die an diesem Abend thematisiert werden könnten. Ich bin gespannt, wie ihr darüber denkt und freue mich über eine konstruktive Runde!

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich öffentlich aus einem Buch vorgelesen habe. Und nun ist es auch noch mein eigenes :-)! Das letzte große Ding war ein Vorlesewettbewerb in der Grundschule, für die ich beim Bezirkswettbewerb in einer Bibliothek antreten durfte. Damals war ich vielleicht aufgeregt! Danach kamen dann nur noch Gedichtswettbewerbe. Aber das ist eine andere Geschichte…

Vorstellung von carEXIT

Ebenfalls zu Gast wird Florian Keiper sein, der zusammen mit der FahrradBande den Kurzfilm carEXIT gedreht hat. Bei carEXIT handelt sich um eine Kampagne, die zeigen will, wie ein Leben auch ohne Auto möglich ist. Die FahrradBande hat außerdem das Konzept der mitRADgelegenheit entwickelt, was zum Beispiel als “Vorglühen” zur Critical Mass gern genutzt wird.


Credit Logo: ADFC Berlin; Pic: Radelmädchen
ADFC RadForum #2

1. Juni 2017
19 Uhr bis ca. 21 Uhr

ADFC Landesgeschäftsstelle,
Brunnenstraße 28,
10119 Berlin

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