Unterwegs auf kleinen Rädern

Dank einer tollen Testaktion vom Faltradshop Boxbike durfte ich endlich, endlich die kleinen Falter etwas ausführlicher und über ein paar Tage ausprobieren. Das Brompton von Miriam von hamburgfiets.de hat es mir ja schon etwas länger angetan und ich verfolge ihre Berichte und Abenteuer mit dem Faltrad immer sehr neugierig.

Ein kleines Interview über meine Erfahrungen mit den Rädern gibt es auf dem Blog von Boxbike zu lesen.

Da ich relativ häufig deutschlandweit unterwegs bin mit Bus oder Bahn, habe ich mir das sehr praktisch vorgestellt, so ein kleines Rad zu besitzen. Und so ist es auch.

Die Mitnahme der Räder war auf einem Kurztrip nach Leipzig im Fernbus auch kein Problem und haben mir richtig Lust gemacht, öfter mit Falträdern zu reisen. Gefaltet und eine Tasche gepackt, gingen sie als Gepäckstück durch. Interessant war wie oft wir angesprochen wurden, als wir mit den bunten Falträdern unterwegs waren. Die Leute waren neugierig und wollten mehr wissen über die Fahrräder, die man in Berlin nicht so häufig sieht.

Weil ich mich für den Test wirklich nicht entscheiden konnte, habe ich gleich drei verschiedene Falträder ausprobiert: Das Brompton M6R (Sechsgangschaltung mit M-Lenker und auch einmal mit S-Lenker), das in Deutschland neue, japanische Tyrell IVE und das Riese & Müller Birdy Speed.

Und der Sieger ist…

Ja, so einfach ist es nicht. Ich versuche kurz die Vorteile und Nachteile aufzulisten.

Birdy Speed

Vorteile

  • super Fahrgefühl
  • wendig und schnell auf Tempo
  • beste Federung der getesteten Falträder
  • angenehme 9-Gang Kettenschaltung und kräftige Scheibenbremsen
  • Gewicht: ca. 11 kg

Nachteile

  • Faltmechanismus nicht intuitiv und etwas umständlich
  • steht nicht sicher im gefalteten Zustand
  • gefaltet relativ groß im Vergleich (Faltmaß: 79 x 61 x 36 cm)
  • unhandlich zu tragen
  • Farbauswahl beschränkt, sehr knallig
  • hoher Preis; ab 2199 €
Tyrell IVE

Vorteile

  • super Fahrgefühl
  • wendig und schnell auf Tempo
  • sehr angenehme 9-Gang Kettenschaltung
  • super Faltmaß (70 x 58 x 34 cm)
  • Gewicht: 11 kg
  • Faltmechanismus verständlich und sinnvoll; schnell zu falten (nur das Brompton ist besser)
  • für die Ausstattung bester Preis: 1399 €

Nachteile

  • Farbauswahl bisher klein
  • in Deutschland bisher nur eingeschränkt beziehbar (bei Boxbike)
Brompton M6R

Vorteile

  • super Faltmechanismus; schnell und sinnvoll zu falten (58,5 x 56,5 x 27 cm)
  • angenehmes Fahrgefühl
  • wendig
  • Konfigurierbarkeit bei der Bestellung: tolle Farbkombinationen möglich, verschiedene Lenkerarten
  • viel passendes Zubehör
  • wirkt sehr hochwertig und robust
  • besondere Zugehörigkeit und Lebensgefühl als Bromptonfahrer inklusive= zahlreiche Events von Brompton Bicycles

Nachteile

  • Optik der Schalthebel nicht hochwertig Edit 09.09.2016: Schnee von gestern! In der neuen Brompton-Produktion für das Jahr 2017 kommen völlig neue, überarbeitet Hebel zum Einsatz. Eine Kombi aus Schalthebel, Bremse und Klingel. Näheres gibt es hier.
  • unebener und holpriger Untergrund deutlich spürbar
  • in voller Ausstattung recht schwer (variiert stark zwischen 10,5 kg und 12,6 kg in der Standardversion)
  • Preis kann sehr hoch werden, je nach Ausstattung (ca. 1600 € in der getesteten Version)
Fazit

Das Birdy Speed hat mich mit dem Faltmechanismus echt fertig gemacht am Anfang und fühlte sich auch nach einer Weile Nutzung zu umständlich an. Schade, denn das Fahrgefühl war super und ich kann mir mit dem Rad auch vorstellen, längere Routen zu fahren.

Das Brompton liegt aufgrund des kleinen Faltmaßes, der Vielfältigkeit in der Konfiguration und des super Faltmechanismus ganz knapp vor dem Tyrell IVE. Müsste ich mich jetzt wirklich für eins entscheiden…wahrscheinlich würde ich eine Weile brauchen, denn das Fahrgefühl des Tyrell Faltrad hat mich echt überzeugt. Die sportliche Optik gefällt mir auch. Obwohl ich das Brompton mit seinenem gebogenen Rahmen sehr ansprechend finde.

Ich habe ja noch ein wenig Zeit, mir Gedanken zu machen.

Mal sehen, wann so ein kleiner Falter bei mir einzieht. Ich hoffe eher früher als später ;-).

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3 Gedanken zu „Unterwegs auf kleinen Rädern“

  1. Netter Test mit viel Info. Mein Favorit ist klar das Brompton aus Stahl im Vergleich zum vollgefederten Alu-Birdy. Das Tyrell kenne ich leider nicht. Vorläufer von Brompton ist übrigens das skurrile Bickerton aus den 70ern. Ich nutze eines hin und wieder bei Reisen mit dem ICE, in dem Fahrräder ja eigentlich nicht zugelassen sind. Super Sache, wenn nur die schmutzigen Hände vom Falten nicht wären.

    1. Hi Wolf,
      Danke für den Kommentar. Ich gebe dir recht, dass die Preise ordentlich sind, allerdings bekommt man dafür ein ausgeklügeltes System und gute Technik, bei der günstige Anbieter oft nicht mithalten können. Das ist ähnlich, wie mit großen Rädern. Nur das hier noch ein durchdachter Faltmechanismus hinzu kommt und das Faltmaß auch eine Rolle spielt.

      Das Rad in deinem Link reicht sicher auch für viele Gelegenheiten, aber allein das Gewicht ist für mich ein ausreichender Grund es nicht zu kaufen. Mein großes Rad wiegt weniger und ist voll ausgestattet.
      Ich will nicht sagen, dass teuer automatisch besser ist, ich habe selbst in dem Preisbereich Unterschiede bemerkt. Aber die Räder haben sich dennoch alle wertig angefühlt und ich hatte Vertrauen in den Mechanismus.

      Wenn sich einmal die Gelegenheit bieten sollte, bin ich auf jeden Fall gern dabei auch andere Räder zu testen.
      So lange: Qualität kann überzeugen und den Preis wert sein, besonders, wenn man viele Jahre was davon hat. Bromptons verlieren z.B. über Jahre kaum an Wert.

      Liebe Grüße.

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