Zuwachs auf kleinen Rädern: Mein Brompton.

Zuwachs auf kleinen Rädern: Mein Brompton ist endlich da. Etwa sechs Wochen habe ich auf mein Faltrad gewartet und nun durfte ich es in der ersten Aprilwoche bei Boxbike abholen.

Ich rechnete fast schon nicht mehr in dieser Woche damit, nachdem ich bis Donnerstag immer noch keine Nachricht erhalten habe. Ich war jedoch an dem Tag im Prenzlauer Berg unterwegs, wo der kleine Faltradladen zu finden ist. So schaute ich spontan auf ein Schwätzchen vorbei.
Ich erfuhr unter anderem, dass der Paketdienst spät dran war und auch zuvor noch kein Brompton für das Radelmädchen geliefert worden war :-(.

Als ich eine Stunde später gerade Zuhause angekommen war, vibrierte mein Smartphone: Es war eine Nachricht mit einem Foto von einem Postetikett auf einem Karton!

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!!! Es war da!

Natürlich packte ich sofort meine Sachen wieder zusammen und hüpfte in die Bahn. Ich wollte nicht mehr länger warten.

Darf ich vorstellen? Mein Brompton S6L in der wundervollen Sonderfarbe Raw Lacquer. 

Konfiguration

Bei der Wahl eines Brompton kann man die Ausstattung ziemlich umfangreich selbst bestimmen. Nicht nur die Lenkertypen ( gerade = S-Lenker, leicht erhöht= M-Lenker und stark erhöht= H-Lenker), sondern auch die Schaltungen sind variabel (Eingang, Zweigang, Dreigang und Sechsgang).  Da habe ich mich schnell entschieden: Ich wählte ein Sechsgang-Faltrad mit Nabendynamo und geraden S-Lenker. Nachdem ich schon fast alle Lenkervarianten und Schaltungsvariationen ausprobiert habe, fand ich diese Ausstattung für mich am sinnvollsten. Ich wollte mein Brompton viel mitnehmen, im Zug, im Bus und eventuell auch im Flugzeug und damit auch einmal längere Strecken mit kleineren Anstiegen zurücklegen.

Natürlich verursacht jedes Extra auch ein zusätzliches Gewicht. Es gibt Varianten, die knapp unter 10 Kilogramm liegen. Meins wiegt mit Schaltung und Dynamo ca. 12,5 Kg, aber ohne Gepäckträger. Dafür gibt es einen Frontträgerblock, der eigens für Brompton konzipierte Taschen mit Taschenrahmen aufnehmen kann. Es ist ein sehr praktisches System und nachdem auch andere Firmen passende Taschen produzieren, erweitert sich die Auswahl.

Raw Lacquer

Am schwersten fiel mir jedoch die Farbwahl. Es gibt so viele Farbtöne und Variationsmöglichkeiten! Also wählte ich schließlich eine der edelsten und aufwendigsten, die mir von Anfang an am besten gefallen hat: Die Rohlackierung.

Für dieses Premium Finish wird der rohe Stahl extra behandelt und mehrfach klar lackiert. Die Verbindungsstellen heben sich durch die Messinglotnähte deutlich ab und geben dem Rad einen individuellen, besonderen Look.

Warum das jetzt besonders ist? Brompton erklärt das so:

Each bike made with the Raw Lacquer finish has a unique appearance due to variations in the surface colouration of the metalwork and brazing; it doesn’t have a ‘perfect’ look and should be considered an industrial finish.

The Raw Lacquer finish uses the same powder coating process as our other frame colour options (with the plastic powder having no pigment); as such it gives identical durability and protection from corrosion. The steel frame parts on all Brompton bicycles will age and a patina will form over time, this is only visible through the Raw Lacquer finish, unlike the coloured options; it’s also more difficult to see any chips or scratches in the Raw Lacquer finish (…)

Credit: https://brompton.zendesk.com/hc/en-us/articles/203296411-Raw-Lacquer-Our-Paint-Finishes

In Leipzig. Pic by Jan B.

Ich liebe diesen Look! Es ist einfach wunderschön! Je nach Licht und Blickwinkel wirkt der Rahmen eher grünstichig, mal grau, mal braunstichig. Dazu glänzt mein Brompton auch noch besonders stark im Vergleich zu anderen (ja, wirklich!), was dem ganzen edlen Aussehen noch das I-Tüpfelchen aufsetzt.

Warum Brompton?

Einen kleinen Faltradvergleich habe ich letztes Jahr bei Boxbike gestartet. Auch das Tyrell Faltrad fand ich damals überzeugend. Doch warum ist es nun doch ein Brommie geworden? Günstig ist es ja nicht unbedingt, ne!

Brompton ist eine britische Kultmarke im Bereich Faltrad und weltweit ein Begriff für robuste, langlebige und farbenfrohe Falträder. Sie verlieren auch über viele Jahre kaum an Wert. Im gefalteten Zustand haben sie ein Packmaß von 57 x 59 x 27 cm und passen damit selbst in die kleinste Lücke.

Es passt im ICE zwischen die Sitze oder teilweise in die Gepäckablage. Im Fernbus legt man es als Gepäckstück in den Kofferraum, wo es auch im Auto Platz findet. Im Büro stellt man das Brompton einfach unter den Tisch. Kaum ein anderes Faltrad ist da so variabel und lässt sich dabei so einfach falten. Man braucht quasi kein Schloss mehr.

Brompton Community

Der ganz große Bonuspunkt ist jedoch eben der Gemeinschaftsaspekt, ob Brompton World Championship, Urban Challenge oder Brommie Loop, ein Brompton verbindet.  Viele beginnen außerdem an ihren Rädern zu schrauben, sie anders zu konfigurieren und zu modifizieren, so dass sie noch individueller und außergewöhnlicher aussehen.

Nennt mich gern bekloppt, aber ich bin absolut verknallt! Und wer ist Schuld an dem ganzen Faltrad-Rummel? Die Miri! Und später dann noch Patrick, der mich immer fleißig unterstützt hat, wenn ich mal irgendwo spontan ein Rennen fahren wollte und einfach noch kein eigenes Brompton hatte.

Danke ihr beiden! Ganz toll! Dafür müssen jetzt auch alle anderen unter der Bilderflut leiden, die ein kleines 16-Zollrad fokussiert. Es braucht jetzt auch nur noch einen Namen. Die Modifizierungen folgen dann Stück für Stück.

Mehr zum Thema Brompton gibt es bei Miriam auf hamburgfiets.de und zum Faltrad allgemein im Blog von Patricks Faltradladen auf boxbike.de.

Mein Raw Lacquer Brommie

6 Gedanken zu „Zuwachs auf kleinen Rädern: Mein Brompton.“

      1. … es gab mal so ein modellauto, das so geheissen hat… der name ist mir immer im kopf geblieben. und die bedeutung finde ich ganz nett…

  1. Meine Gute….na eeeendlich:-))) war ja nur schwer zu ertragen, Du, ohne Brompton…keep calm and brompt on…was für ein schönes Teil….beste Grüße vom Hulk:-)))

  2. Willkommen im Club! 🙂

    Auf die Lackierung bin ich ja ein wenig (mehr!) neidisch …
    Ich freue mich auf die erste gemeinsame Fahrt!

    Schönen Gruß
    Harald

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