8bar Pathfinder Gravel x Road

Unglaublich ruhig und herrlich kühl war es im Wald des Müritz Nationalparks, in dem wir nun unterwegs waren. Das weiche Moos dämpfte jegliche Geräusche, erschwerte aber auch das Vorankommen. Doch es war auch wunderschön hier, märchenhaft und wild. Sanfte Hügel und unzählige Seen gestalten diese unberührt wirkende Landschaft in Mecklenburg Vorpommern. Nur die schmalen Wanderwege, Waldpfade und ab und an ein paar Forstwege teilen die Wälder. Das letzte Stück unserer Anreise während des neuesten Events der Berliner Fahrradmanufaktur 8bar hatte es in sich. Sand und Kiesel verlangsamten die bunt zusammengewürfelt Gruppe: Ein Vorgeschmack auf den 8bar Pathfinder Tag.

HINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen ohne Auftrag. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive.

Check in bei 8bar bikes & ab nach Brandenburg

Am Freitagmorgen waren wir nach der Gepäckabgabe und der Begrüßung am 8bar Showroom von Berlin aus aufgebrochen. Eingeteilt in Teams von 3 bis 5 Personen konnten wir direkt am 1. Tag des 8bar Pathfinder entscheiden, ob wir die lange, mittlere oder kurze Strecke zum Campingplatz radeln wollten. Die meisten Teams mit den illustren Namen „ Lagerfeuer“, „Kompass“ oder „Ferienlager“ beschlossen, sich den Weg durch den Stadtverkehr zu sparen und fuhren erst einmal mit dem dezent überfüllten Zug raus aus Berlin. So auch mein Frauenteam „Kompass“. Wir wollten es bei den warmen Temperaturen etwas ruhiger angehen lassen und wählten die kurze Streckenlänge mit knapp 90 km. Team Lagerfeuer schloss sich uns an und so verließen wir in Gransee den Zug und radelten raus in den Landkreis Oberhavel in Nordbrandenburg. Unser Tagesziel sollte ein Campingplatz mitten auf der Mecklenburgischen Seeplatte sein.

Bild von Andreas Stenzel

Ich genoss es sehr in solch angenehmer Gesellschaft durch die wunderschöne Landschaft zu radeln. Straßen und Feldwege, Waldpfade und weiche Mooswege standen auf dem Untergrundmenü. Natürlich durfte ein Eis-Stopp nicht fehlen und die Pommes folgten gleich hinterher :-D. Nachdem wir zu früh am Checkpoint angekommen waren, beschlossen wir jedoch, direkt weiter zu radeln. Schließlich hatten wir zuvor schon eine lange und ausgiebige Pause gemacht^^.

8bar Pathfinder – Einstimmung

Gar nicht so schwer, dachte ich mir, als unsere kleine Reisegruppe am Freitagnachmittag auf den letzten Kilometern nur noch einer gestrichelten Linie auf dem Navigationsgerät folgte und relativ problemlos den direkten Weg zum Campingplatz fand. Vielleicht hat auch der Blick auf die lokale Karte geholfen, die einen guten Überblick über Wege und Pfade der Gegend bot. Vielleicht war es aber auch ein Vorteil, dass wir an diesem Tag noch die eigenen GPS-Geräte mit Kartenmaterial und eingezeichneten Wegen nutzen konnten. Das sollte am Folgetag anders werden.

8bar Pathfinder Tag

Der Tag begann für mich wie ich ihn abgeschlossen hatte: mit einem erfrischenden Bad im See, der direkt beim Campingplatz lag. Perfekt. Danach ein entspanntes Frühstück und rauf aufs Rad. Das fühlte sich ein bisschen wie Kurzurlaub an – und das gar nicht weit weg von Berlin. Mir fiel auf, wie lange ich nicht mehr im Müritz Nationalpark war. Schlimm genug, denn es ist einfach wunderschön dort! Auf der Fahrrad-To-Go Liste für nächstes Jahr steht dieser weitläufige Landstrich auf jeden Fall ganz groß geschrieben!

Bild von Andreas Stenzel

Team Kompass machte sich am Pathfinder Tag auf jeden Fall hochmotiviert los, ausgestattet mit zwei Wahoo – Navis, die nur eine dreieckige Linie zeigten, aber keine Karten hinterlegten hatten. Denn nun mussten wir unseren eigenen Weg anhand dieser Luftlinie finden. Die jeweiligen Dreiecksspitzen zeigten die zwei Checkpoints und Start/ Ziel an. Dort sollten wir auch Getränke und etwas zu essen erhalten. Soweit so gut.

Die Regeln:

  1. Mithilfe des Navis den Weg zu den Checkpoints finden und dort kleine Aufgaben erfüllen.
  2. Keine Leute nach dem Weg fragen.
  3. Regionale Karten dürfen angeschaut und abgezeichnet, jedoch kein Foto davon gemacht werden.
  4. Es dürfen nur gekennzeichnete Wege benutzt werden.

Verloren im Wald

Am Anfang nahmen wir es allerdings etwas zu ernst mit der Orientierung an der Linie und versuchten, so nah wie möglich an der auf dem Navigationsgerät angezeigten Route zu bleiben. Schon auf den ersten 10 km gingen wir im Wald des Müritz-Nationalpark verloren und standen schließlich am Ende eines Waldweges, der nicht mehr weiterführte. Und nun? Wir wollten die Wege nicht verlassen, denn schließlich befanden wir uns in einem geschützten Nationalpark! So suchten wir nach einem Pfad, fuhren ein Stück zurück, überlegten, wie wir weiter kommen sollten. Rehe huschten durch das Dickicht. Die Bäume mit ihren hohen, kahlen Stämmen ragten hoch gen strahlend blauen Himmel. Die Sonne schuf immer wieder kleine Lichtinseln ins Moos. Doch der kühle Schatten im Wald tat an diesem warmen Sommertag unglaublich gut.

Team Kompass trug die Räder über Baumstämme, schob sie durch raschelndes Laub und vorbei an saftig, weichem Moss. Nach einer gefühlt ewigen Zeit etwas verloren im Wald, fanden wir schließlich einen Weg hinaus und entdeckten zurück an der Straße endlich auch eine Landkarte. Dort fertigten wir zunächst eine Übersichts-Zeichnung an, um den Weg zum Checkpoint A besser finden zu können. Nun ja, wir waren spät dran, doch schließlich erreichten wir den Ort, der sich an einem der vielen Seen der Mecklenburgischen Seenplatte befand. Doch wir blieben nicht lang und machten uns schließlich auf den Weg zum Checkpoint B, den wir deutlich schneller fanden. Aufgehalten wurden wir höchstens von dem tiefem Sand, der die Waldwege immer wieder schwer befahrbar machte. Aber nun war ich geübt und scheute mich nicht mehr den Sand in Angriff zu nehmen! Einfach weitertreten^^.

Von See zu See

Am Checkpoint B , dem Strandbad eines größeren Sees, wartete schon etwas Verpflegung und Team Lagerfeuer auf unser Eintreffen. Wir hatten uns als einzige zwei Teams für die kurze Strecke des 8bar Pathfinder entschieden und beschlossen gemeinsam, so wie schon am Vortag, den Weg zum Basecamp zurückzulegen. Schön. Denn das war tatsächlich das Tolle am 8bar Pathfinder: Niemand musste allein fahren, alle radelten in Teams. Teilweise kannte man sich vorher schon, teilweise entstanden neue Kontakte.

Bild von Andreas Stenzel

Als wir nach knapp 80 km Tagesstrecke am Campingplatz ankamen, war für mich ganz klar, was ich zuerst machen wollte: Rein in den Bikini und ab in den See. Herrlich! Obwohl das Wasser schon ganz schön frisch war. Nun noch ein Radler und etwas Gutes zu essen (und das Essen war wirklich grandios und frisch gekocht) und der Tag endete perfekt!

Der lange Weg zurück

Am Sonntag brachen wir schließlich ganz unterschiedlich auf. Einige fuhren bereits zum Zug, andere folgten noch dem bereitgestellten Track für den Rückweg nach Berlin. Mein Plan war es, zunächst die kurze Strecke zu fahren und dann je nach Stimmung zu entscheiden, wie es weitergehen sollte. Und so brach ich zusammen mit Team Lagerfeuer auf gen Heimat. Bereits nach knapp 30 km war uns nach einer gemütlichen Pause und zweiten Frühstück bzw. frühen Mittag. So gönnten wir uns erstmal ein paar erfrischende Getränke und Waffeln im Radler Stopp in Wesenberg. Hach, so habe ich es gern…

Auch an diesem sonnigen Sonntag war uns das warme Wetter treu. Die Strecke war ganz grandios, führte teilweise über Straße, teilweise an schmalen Seewegen entlang. Ich konnt einfach nicht genug bekommen. So beschloss ich mit einigen anderen 8bar Pathfinder Teilnehmenden, die wir auf dem Weg zurück getroffen hatten, zumindest bis kurz vor Berlin zu radeln.

Am Ende des Tages und nach einer Zwangsverlängerung aufgrund überfüllter Züge und Schienenersatzverkehr, hatte ich schließlich über 120 km zurückgelegt, war in eine zügige Gruppenfahrt integriert im Windschatten gefahren und hatte selbst welchen gegeben. Ich war ziemlich ko, ständig durstig, ziemlich durchgeschwitzt und sehr staubig – aber auch sehr glücklich.

Bilder von Andreas Stenzel

Mehr über dieses grandiose Wochenende mit Freunden in der Natur findet ihr auch im Blogpost über den 8bar Pathfinder bei 8bar (Achtung, Schleichwerbung ! Diesen Beitrag habe ich nämlich auch geschrieben^^.)