Was ist der Herbst dieses Jahr wieder herbstlich: Kühl, nebelig und feucht, aber auch wunderbar bunt und sonnig ab und an. Eine meiner liebsten Jahreszeiten zum Radfahren ist der Herbst auf jeden Fall. Obwohl meine Touren tendenziell immer kürzer werden, weil ich ständig absteigen und Fotos machen möchte! Kein Wunder bei der Vielfalt an wunderschönen Motiven!

Werbehinweis: Der Beitrag ist ohne Auftrag entstanden, enthält aber Empfehlungen meinerseits bzw. Produkte, die ich dabei hatte. Wissta Bescheid.

Unterwegs mit dem 8bar MITTE Steel- 50mm breite G-One Bite sind genau das Richtige für Brandenburger Waldwege!

Habt ihr schon mal genauer hingeschaut, was da so zwischen dem Laub hervorschaut? Oder beobachtet, wie herrlich sich die Sonnenstrahlen im Wald in den Blättern brechen? Seufz. Ein paar Kilometer haben mein Freund und ich letzten Sonntag aber dennoch mit den Rädern zurück gelegt. Er mit dem Mountainbike, ich mit dem 8bar MITTE Steel. Denn im Herbst heißt es bei mir ganz klar: Je breiter die Reifen desto besser. Und in Brandenburg sowieso fast immer^^. Wenn die Wege aufgrund der Vielzahl gefallenen Laubes nahezu verschwinden, Wurzeln und Steine sich darunter verstecken und die Pfade immer rutschiger werden, freue ich mich über jeden Millimeter mehr Reifenbreite. Putzen gehört dann allerdings auch fast immer zum Pflichtprogramm.

Ausstattung auf dieser Herbsttour:

  • Gravelbike/ Mountainbike (auf jeden Fall was mit breiten 40mm+ Reifen)
  • LICHT! (In dieser Jahreszeit ein Must-Have auf jeder Tour!)
  • Helm plus Kappe
  • Wasserflaschen
  • kleine Satteltasche mit:
    • Werkzeug/ Repair Kit (inkl. Multitool, Schlauch, Flickzeug)
    • Snacks/ Riegel, Obst
  • Kleidung:
    • Jacke bzw. Wärmer, Multifunktionstuch, lange Handschuhe, Windweste, Baselayer, Sportwäsche, Thermohose, Merinojersey (lang oder mit Armwärmern), (am besten Schuhüberzieher bzw. wasserdichte) Fahrradschuhe, Socken (am besten Thermosocken)
  • Optional: Kamera! (hier: Sony Alpha 6000 mit Sony SEL 55-210mm Teleobjektiv)
Herbstwald mit Rädern
Startklar!

Raus mit der Bahn, rein mit dem Fahrrad

Das erste November-Wochenende war auf jeden Fall wunderbar sonnig, wenn auch relativ kühl. Ich habe mich durch das ganze zu Hause arbeiten ehrlich gesagt aber auch noch nicht wirklich an die gesunkenen Temperaturen gewöhnt… Jedenfalls hatte ich mir in den Kopf gesetzt, mal wieder eine seltener besuchte Ecke im Berliner Osten mit dem Fahrrad zu besuchen. Inspiriert von Ausfahrten anderer, die ich via einschlägig bekannter Plattformen wie Strava und komoot gesehen hatte, sollte es nach Rüdersdorf gehen. Das Zeitfenster war begrenzt, also entschlossen wir uns zu zweit mit den Fahrrädern in die S-Bahn nach Strausberg zu hocken und dann wieder zurück nach Hause zu radeln. Gesagt, getan und bei herrlich sonnigem Herbstwetter starteten wir am S-Bahnhof in Strausberg unsere Tour.

Zunächst ging es Richtung Süden durch den Wald durch das wirklich schöne Untere Annatal bis nach Torfhaus. Einmal über die Straße und dann ab an den Stienitzsee! Es ist sehr traillastig hier und der Weg Teil des “66 Seen-Wanderweges”. Der steht übrigens auch noch auf meiner To-Do Liste – natürlich mit dem Fahrrad. Der Waldweg ist herrlich abwechslungsreich und relativ hügelig. Einige Höhenmeter dürfen wir allerdings über Treppen nehmen…mehrere davon. Nun ja, mittlerweile besteht eine gewisse Übung im Fahrradtragen und es ist quasi keine richtige Geländetour ohne “hikeabike”^^. Hier sind auch einige Wanderer unterwegs, also nehmt besser die Kurven und kurzen Abfahrten mit besonderer Vorsicht!

In Tasdorf erreichen wir kurz wieder ein Stück Zivilisation bevor wir in eine andere Welt abtauchen. Schon zwischen den Bäumen am Stienitzsee war erkennbar, dass der Himmel sich etwas zugezogen hatte und eine Hauch von Nebel hatte sich überm Wasser gebildet. Prompt gingen auch die Temperaturen etwas herunter.

Das alte Chemie-Werk Rüdersdorf

Wir näherten uns Rüdersdorf und meinen Hauptziel an diesem Tag nach knapp 10 km. Der schmale Pfad entlang des Rüdersdorfer Mühlenfließes war auf jeden Fall sehr fordernd und ich musste des Öfteren absteigen, über einen Baumstamm heben oder schieben. Es führt übrigens auch ein Weg entlang der Straße ein Stück weiter oben… Und dann waren wir am Wasser angekommen und konnten den ersten, deutlicheren Blick auf die Türme des ehemaligen Chemie-Werkes Rüdersdorf und dem größten Gebäude der Anlage werfen. Wow! Ich war etwas aufgeregt. Wir folgten dem Pfad entlang der Gleise über eine stillgelegte Bahnstrecke und kamen schließlich auf dem sehr surreal wirkenden Gelände neben dem Werk an. Hier war alles zugewuchert, bemoost und schon sehr lange nicht mehr beachtet worden. Ich musste immer wieder schauen, wohin ich trat oder mit dem Rad fuhr. Ganz ungefährlich ist das hier nicht.

Schnell wird klar, warum das Werk eine beliebte Filmkulisse ist und auch schon für einige Hollywood-Streifen als Drehort herhalten musste.

Betreten verboten!

Nur ein Zaun um das gesamte Fabrikgelände mit zahlreichen Warnschildern zeigte, dass hier in jüngster Zeit etwas gemacht wurde. Ein Reh schreckte auf und verschwand durch einen Zaunschlitz zwischen den Bäumen. Ein Hase hoppelte über die Betonplatten in der Ferne davon. Alles wirkte etwas unwirklich. Wir beobachteten von außen und fotografierten. Die große Kalkgrube ist von hier nicht zu sehen. Sie befindet sich ein Stück weiter südlich hinter dem Museumspark, aber die Route passiert später ein paar “Schaufenster” mit Blick auf den Tagebau.

Die Gebäude des Chemie-Werks gelten wohl zum Teil als einsturzgefährdet. Bereits von außen lässt sich jedoch erahnen, dass hier des Öfteren nicht nur Graffiti-Künstler unterwegs waren. Wir sehen einige Personen auf dem Gelände, auch den Wachdienst, der irgendwann auftaucht und seine Runde drehte. Wir schauen uns noch ein wenig um und liefen ein Stück entlang der Gleise, die sich unterhalb der Schachtoffenbatterie befinden. Diese sind wahrlich beeindruckend und ein tolles Fotomotiv. Ich möchte auf jeden Fall nochmal herkommen, dann aber etwas länger und im Rahmen eines Besuches des angrenzenden Museumsparks.

Tipp: Museumspark Rüdersdorf

Ein Teil des Gebietes (u.a. die Schachtofenbatterie mit ihren Kalkbrennöfen und die alte Seilbahn) gehört zum 17ha großen Museumspark Rüdersdorf mit dem Kalk- und Bergwerk, in dem man viel über die Industriekultur des 19. und 20. Jahrhunderts erfahren kann. Aufgrund der Covid-19 Beschränkungen hat dieser Park aber leider den gesamten November 2020 geschlossen. Ansonsten ist er wohl ganzjährig geöffnet.

Von Woltersdorf zurück nach Berlin

Schließlich brechen wir von Rüdersdorf auf gen Heimat. Es geht in Richtung Erkner bis hin zur Woltersdorfer Schleuse entlang des Kalksees. Der Uferweg ist absolut toll und fordert wieder mal ein paar technische Radfahr-Skills. Abwechslungsreich ist diese Route also auf jeden Fall. Bevor wir Woltersdorf erreichen, werden wir noch mit einem kitschigen Sonnen- und Wolkenspiel über dem See verwöhnt.

Pausentipp:

Woltersdorf bietet sich übrigens prima für eine kleine Pause an. Neben einem Imbiss direkt bei der Schleuse gibt es ein Stück weiter die Straße hoch gegenüber der Haltestelle der historischen Straßenbahnlinie 87 eine Konditorei mit allerlei Leckereien (Windbeutel, Waffeln, Kuchen und Eis – es war zu schnell aufgegessen für ein Foto…). Als wir von dort losfuhren, fing es bereits an zu dämmern.

Der Himmel über Woltersdorf und dem Kalksee

Ach, du Herbst! 16 Uhr und die Sonne geht fast schon unter in Berlin. Nun also schnell! Kein Problem, wir fuhren geschwind hinein in den nächsten Wald, dem Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünnenzug, und erstmal mehrere Kilometer fast nur geradeaus bis nach Rahnsdorf. Huuuuuiiiiiii! Fast geschafft. Ab durch die Mittelheide und noch ein bisschen Wuhleradweg zum Schluss und dann waren wir fast schon wieder zu Hause.

Streckenqualität/ Bodenbeschaffenheit

Für mich war es ein perfekter Mix aus etwas fordernden Trails und wunderbarem Schnellweg durch den Wald (ab der Hälfte etwa)! Ich würde dennoch sagen, dass die Route sehr traillastig ist mit Wurzeln und schmalen, auch mal steileren Wegabschnitten. Außerdem gibt es einige Treppen-Tragepassagen. Von daher ist diese Tour vermutlich eher für etwas geländeerfahrene Personen geeignet. Der erste Abschnitt im unteren Annatal und am Strausberger Mühlenfließ bis entlang des Stienitzsees empfiehlt sich übrigens auch sehr zu Fuß, falls es mit dem Rad nicht passen sollte. Der Abschnitt des Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünnenzuges zwischen Woltersdorfer Schleuse und Rahnsdorf geht fast durchweg schnurgerade, leicht hügelig durch den Wald. Eine feine Gravel-Strecke, wenn es mal etwas schneller, aber dennoch szenisch schön sein soll.

Der Track

Geschmeidige 42 km sind es am Ende geworden. Ursprünglich habe ich die Tour als ca. 70 km Rundkurs geplant und werde diese sicherlich auch nochmal so fahren. Doch zunächst war die kürzere Variante völlig ausreichend, zumal wir erst mittags losgefahren sind und es ja mittlerweile leider schon um halb fünf dunkel wird.

Und noch ein paar Hinweise:

Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug gefallen. Ich freue mich über Feedback und falls ihr überlegt, die Route oder einen Teil davon nachzuradeln: Passt auf euch auf und beachtet bitte meine Hinweise zur Streckenbeschaffenheit! Für Personen, die häufiger im Gelände mit den Rad unterwegs sind, sollte das alles machbar sein. Ansonsten plant vielleicht etwas um oder probiert es aus und weicht notfalls auf die Wege in der Nähe aus. Teilweise führen Straßen unweit der Route entlang. Aber gerade jetzt im Herbst sind die Wege oft fordernder, da nass oder schlecht einsehbar durch das ganze Laub! Auch für das Arreal rund um das Werk in Rüdersdorf gilt besondere Vorsicht, da es sehr verkommen ist und viel Müll und Steine herumliegen. Hier nochmal der Hinweis: Das Betreten des Chemi-Werk Arreals ist nicht gestattet. Es wird überwacht und kontrolliert.

So, Mama Modus aus! Nun aber rauf aufs Rad!

3 Comments

  1. Parkranger Reply

    Eine Ordnungswidrigkeit inkl. Anleitung zum Nachmachen zu veröffentlichen ist eine richtig tolle Idee, vielen Dank für die Beweissicherung!

    • Hallo. Danke für deinen Kommentar.
      Wie im Beitrag erwähnt, ist das Gelände abgesperrt und wir haben es nicht widrig betreten.

  2. Moin,

    ja, der 66-Seen-Wanderweg wabert mir schon seit Jahren durch den Kopf! Hatte mir vor Jahren schon mal ein paar Tipps eines Ortskundigen, der aber eher Segler ist, erkundigt, das ganze dann aber aus den Augen verloren.
    Du hast es wieder in die Erinnerung zurückgeholt!

    MfG,
    Armin

Write A Comment

scroll up icon bike
%d Bloggern gefällt das: