TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen aufgrund eines Produkttests, das heißt, die Taschen wurden mir von Ortlieb zur Verfügung gestellt. Der Blogbeitrag ist aus eigenen Antrieb entstanden und, um euch zu informieren, was es so Neues gibt. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich.

Der Markt an Bikepacking-Taschen wächst gefühlt genauso schnell, wie der an Gravelbikes. Die Auswahl ist mittlerweile sehr groß und für jeden Geschmack etwas dabei. Ich fahre seit Jahren Ortlieb Waterproof Taschen und so war es nicht verwunderlich, dass ich auch für meine Bikepacking Touren gern darauf zurückgegriffen habe, als sich mir die Möglichkeit bot. Vielen Dank an Ortlieb Waterproof, die mir die Taschen zur Verfügung stellen und mich mit den neuesten Produkten versorgen!

Besonders gespannt war ich auf die überarbeiteten Bikepacking Taschen für 2021. Da hat sich nämlich einiges getan, seit die Linie 2016 sehr erfolgreich eingeführt wurde. Nicht nur die Farben verändern sich leicht von einem dunklen Grau auf ein mattes Schwarz, wobei das Ortlieb typische Orange nach wie vor in den Gurtbändern zu finden ist. Auch die Reflektoren sorgen nach wie vor für gute Sichtbarkeit bei abnehmendem Licht. Neben dem innovativem Fork-Pack, darf ich auch die neue Lenkerrolle und den Bikepacking-Rucksack Attrack testen. Außedem neu für 2021 ist die Rahmentasche mit Rollverschluss in verschiedenen Größen. Alles wie immer hochwertig verarbeitet und in Deutschland hergestellt!

Das passende Touren Set-Up – eine Frage der Reise

Ich probiere ja immer wieder gern mit meinem Touren-Set-Up herum, denn keine Reise ist gleich und der Gepäckbedarf auch jahreszeitlich unterschiedlich. Ein paar Gedanken dazu, habe ich mir zum Beispiel hier schon gemacht: Kleine Zelt- und Taschenkunde. In letzter Zeit bin ich bei Mehrtagestouren meistens mit Frontrolle, Snacktaschen, kleiner Rahmentasche und großer Satteltasche gefahren. Das sah dann wie folgt aus:

me and my 8bar MITTE Bikepacking bike
Bikepacking Set-Up beim Holy Gravel. Danke Wiebke für das Foto.

So habe ich problemlos alles unterbekommen, was ich so brauche, inklusive Zelt und Ersatzbib ;-). Wenn es allerdings kühler und der wärmere Schlafsack nötig wird, sieht das ganze schon wieder etwas anders aus. Da ich keine Daunenprodukte, sondern Kunstfaser-Schlafsäcke nutze, sind diese tendenziell immer etwas größer (Und nein, ich habe nicht die finanziellen Mittel, um mehrere hundert Euro für einen UL-Mini-Schlafsack auszugeben. Aber das ist ein anderes Thema ;-).) Also schaue ich nach Alternativen und wie ich meine sieben Sachen am besten am Gravelbike unterbekomme.

Packen ist immer noch nicht meine Lieblingsbeschäftigung, aber zumindest fahre ich schon mit sehr reduziertem Gepäck für meine Verhältnisse. Da klingt es nach Platz-Luxus, wenn ich auch an der Gabel noch Taschen patzieren kann, wie ich es zuvor bereits mit den Anything-Cages getan habe. Nur irgendwie ist das mit den Bändern immer ein ganz schönes Geraffel. Daher war ich sehr neugierig auf die erste Produktneuheit von Ortlieb, die ich euch etwas näher vorstellen möchte.

Neuheit: Ortlieb Fork-Pack mit innovativem Adaptersystem

Das wasserdichte Fork-Pack mit Rollverschluss wiegt inklusive Adapter gerade mal 275 Gramm und sieht von oben betrachtet wie ein normaler, kleiner Packsack aus Nylon aus. Aber weit gefehlt, denn dahinter verbirgt sich ein ausgeklügeltes und dennoch simples System, was das Thema Gabeltasche auf ein ganz neues Niveau hebt. Das Ortlieb Fork-Pack kommt nämlich mit einem hauseigenen Adaptersystem: Quick-Lock S (QLS) nennt es sich. Es besteht u.a. aus einem an die Gabel anschraubbaren Kunststoffteil mit Haken (Adapterplatte) in das die Tasche eingeklickt wird. Damit das möglich ist, befinden sich an dem rückwärtig versteiften Packsack zwei Aufnahmen. Die obere verfügt über einen kleinen Hebel, der sich einhändig verschieben lässt und so ein einfaches Ein- und Ausklicken der Tasche auf dem Gabeladapter ermöglicht.

Fork-Pack Montage

Alles, was für die Montage benötigt wird, wird mitgeliefert. Die separate Fork-Pack Adapterplatte lässt sich mittels dreier Schrauben direkt an der Gabel befestigen. Das geht so schnell, dass man das auch kurzfristig mal eben machen kann. Falls eure Fahrradgabel keine Schraubösen hat, könnt ihr euch optional eigene “Schellen” (Metallbänder) bauen. Alle Teile liegen dabei. So lässt sich das Fork-Pack zum Beispiel auch an Federgabeln befestigen. Wichtig ist dabei nur, dass die Gabel nicht konisch verläuft, der Gabel-Durchmesser also gleichbleibend zwischen 30 mm bis 42 mm beträgt. Laut Ortlieb soll das Fork-Pack nicht an Carbon-Gabeln montiert werden.

Maximal 3kg Beladung sind möglich. Circa 3,2 Liter Volumen bietet das Fork-Pack, was wenig klingt, in der Realität aber doch größer als erwartet ist (22 cm Höhe, 16,5 cm Breite, 9 cm Tiefe). Es gibt außerdem eine Fork-Pack Plus Version aus Cordura, welche nur minimal schwerer und in zwei verschiedenen Farben verfügbar ist.

Fazit Ortlieb Fork-Pack

Ich muss zugeben, dass ich wirklich sehr begeistert war, als ich das erste Mal vom Fork-Pack gelesen habe. Die Option Gabeltaschen so unkompliziert nutzen zu können ohne Herumrutschen der Taschen, ohne nervige Bänder und Co, hat mich sehr gelockt. Die erste kleine Testtour war dann auch sehr vielversprechend! Die Taschen sind echt relativ groß und die Montage und Abnahme super einfach und schnell.

Wie bei allen Taschen für die Gabel müsst ihr jedoch darauf achten, ob das System an euer Rad passt! Die (Prototyp-) Gabel an meinem 8bar MITTE Steel, welches auch auf den Fotos zu sehen ist, hat zwar drei Ösen, allerdings sind diese eher seitlich positioniert, was bedeutet, dass die Gabeltasche sehr nah am Reifen sitzt. Durch die Verstärkung der Rückseite des Packsacks kann dieser sich aber nicht zu sehr seitlich ausdehnen, falls die Tasche sehr voll gepackt werden sollte. Ich stoße auch mit den Füßen nicht dagegen. Es sollte also kein Problem sein, die Fork-Packs an dieser Gabel zu nutzen. Optisch finde ich es aber schöner, wenn alles mittig sitzt.

Mein Veloheld IconX hat nur zwei Gabelösen. Hier kommen die dem Ortlieb Fork-Pack beigelegten Metallbänder zum Einsatz. Damit ist es unkompliziert möglich eine Art Schelle zu bauen und die Adapterplatte an der Gabel zu montieren. Ein Test wie haltbar das ist, steht noch aus. Gebt mir gern Feedback in den Kommentaren, falls ihr das schon ausprobiert habt! Ich bin gespannt, wie die erste längere Tour mit dem Fork-Pack verlaufen wird. Bei dem ersten kurzen Ausflug saß alles fest und nichts hat gewackelt oder Geräusche gemacht.

Ortlieb Atrack Bikepacking (BP)

Der neue Ortlieb Atrack BP – Bild: Jan Bubenik

Rucksäcke und Radfahren gehört für mich ja nicht wirklich zusammen. Ich habe gern den Rücken frei, besonders auf längeren Touren. Falls ich aber doch mal mit dem Gravelbike auf kürzeren Strecken unterwegs bin, habe ich in letzter Zeit doch ab und zu einen Rucksack genutzt. Bisher waren es eher urbane Taschen, wie das Ortlieb Commuter-Daypack aus komplett reflektierendem Material, was perfekt für die tägliche Nutzung und auch den kleinen Einkauf taugt. Falls ich aber doch etwas länger auf dem Rad sitze und es auch ins Gelände gehen kann, habe ich bisher darauf verzichtet, einen Rucksack zu tragen. Tadaa, da kommt der Atrack ins Spiel. Dieser sehr innovative Rucksack ist schon seit einer Weile bei Ortlieb im Sortiment und nun auch als fahrradspezifische Version und im dunkelgrauen Farbstil der Bikepacking-Taschen verfügbar.

Das Besondere an diesem 1300 g leichten und 25 l (56 cm Höhe, 26 cm Breite, 25 cm Tiefe) fassenden Bikepacking Rucksack ist das Reisetaschen-Verschluss-Prinzip. Um an den Inhalt zu gelangen, muss die Tasche auf die Vorderseite gelegt werden. Sodann offenbart sich der durchgehende, natürlich wasserdichte Reißverschluss und ihr könnt alles, was sich in dem Rucksack befindet, leicht finden und herausnehmen. Für mehr Ordnung im Inneren sorgen mehrere, fest vernähte Reißverschlusstaschen. Außen lassen sich durch zahlreiche Gurte und zweit seitliche Netztaschen nicht nur der Helm, sondern auch Flaschen und andere Ausrüstungsgegenstände befestigen. Das Gurt-System ist sehr flexibel. Genau wie das Rückensystem, welches höhenverstellbar und so individuell anpassbar ist. Natürlich verfügt der Ortlieb Atrack BP auch über einen Brustgurt und der verstellbare Hüftgurt lässt sich sogar abnehmen.

Fazit Ortlieb Atrack BP

Der Rucksack trägt sich sehr angenehm auf dem Rücken und die Größe ist auch für schmalere Frauenrücken noch ideal geeignet und nicht zu groß. Auf den ersten Blick fand ich die zahlreichen Gurte und Einstellungsmöglichkeiten etwas überwältigend. Es lohnt sich also, sich kurz einmal mit den Optionen vertraut zu machen und den Atrack BP zum Rücken passend einzustellen. Dann verrutscht er auch nicht zur Seite, so wie es auf meiner zweiten Tour ständig der Fall war ;-). Das Rückenteil ist sehr angenehm gepolstert und durch das Netzmaterial und den Schnitt dennoch genügend atmungsaktiv, zumindest an nicht ganz so heißen Tagen. Wie das im Hochsommer aussehen mag, ist eine andere Nummer. Für mein Empfinden lag der Rucksack aber sehr gut auf dem Rücken und ich habe nicht allzu sehr geschwitzt.

Toll finde ich die Option, ein Trinksystem zu integrieren und per Trinkschlauch auch beim Radfahren direkten Wasserzugang haben zu können. Ob ich den Atrack BP auch auf einer Radtour über den ganzen Tag oder gar mehrere Tage tragen wollen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Wenn, dann kann ich es mir definitiv mit einem derartigen Rucksack eher vorstellen, als mit anderen, da er auch in der gebeugten Haltung auf dem Fahrrad einen guten ersten Eindruck hinterlassen hat. Mal sehen, wie ich das empfinde, wenn ich das erste Mal die maximale Zuladung von 10 kg auf dem Rücken habe und damit eine gewisse Strecke mit dem Rad zurückgelegt habe ;-). Großer Bonuspunkt: Der Rucksack lässt sich sehr schmal zusammenpacken, wenn nur wenig Inhalt darin ist. Gleichzeitig lässt sich das Volumen des Atrack BP aber auch unkompliziert erweitern.

Ein weiteres Produkt habe ich noch zum Testen erhalten, es allerdings noch nicht ausführen können:

Überarbeitet: Ortlieb Handlebar-Pack

Wiebke fuhr beim Holy Gravel mit der ersten Version des 9l Handlebar-Packs von Ortlieb.

Lenkerrollen stellen an schmalen Rennrad-Lenkern mit Drop oft ein kleines Problem dar. Bisher bin ich mit Lenkerrolle und Harnisch gefahren und konnte mit diesem Set-Up oftmals schwer schalten oder die Rolle war beim Greifen im Unterlenker im Weg. Meine Drobars sind beide 40cm weit. Nun möchte ich es aber doch wagen und das neue Ortlieb Handlebar-Pack ausprobieren. Es kommt ebenfalls im neuen matt-schwarzen Design in den bekannten zwei Größen: 9l und 15 L Volumen. Für mich kommt ganz klar nur die 9l Variante in Frage. Messt eure Lenker auf jeden Fall vorher aus, ob die Taschen passen! Das gilt auch für Rahmen- und Satteltaschen. Besonders kleine Rahmengrößen sind hier oft benachteiligt.

Das neue Handlebar-Pack

Das neue Handlebar-Pack unterscheidet sich noch in zwei weiteren Punkten von der Vorgängerversion: Es kommt für 2021 nun auch mit dem großartigen Ortlieb-Kompressionsventil, was das Packen und Komprimieren ungemein erleichtert. Außerdem verfügt die Lenkerrolle über neue Haken zum Befestigen des praktischen Accessory-Packs, welches auch separat als Zubehörtasche am Lenker oder an der Hüfte getragen werden kann. Ansonsten kommt das Handlebar-Pack mit den bekannten Features: Starke Klettverschlüsse und Schnallen, sowie Distanzstücke aus Schaumstoff zum Befestigen der Tasche am Lenker, Gurtbänder sorgen für zusätzlichen Halt und Reflektoren für Sichtbarkeit.

Fazit Ortlieb Handlebar-Pack 2021

Der erste Eindruck ist gut und ich finde vor allem die Erweiterung um das Kompressionsventil sehr sinnvoll und praktisch. Genaueres werde ich hier aber erst ergänzen, nachdem ich die Tasche mit auf eine Reise genommen habe :-).

Habt ihr Fragen zu den neuen Taschen? Dann gerne her damit!

2 Comments

  1. Danke für dein Feedback – mich würde wirklich das Fork-Pack an der Gabel vom Veloheld interessieren, u.a. auch, ob das Ganze am Lack kratzt? Und natürlich die Optik… 🙂

    • Hi Chrissi, das werde ich bestimmt bald mal ausprobieren! Denn neugierig bin ich da auch. Bilder reiche ich dann nach!

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