Archiv der Kategorie: Das Radelmädchen

Radelmaedchen & die WDR “Wunderschön” – Sommerradtour

Diesen Sommer 2019 durfte ich eine Woche lang bei der WDR “Wunderschön” Sommerradtour dabei sein und zusammen mit Moderator Marco Schreyl durch die Westdeutsche Landschaft fahren. Vier Bundesländer streiften wir dabei vom Brocken im Harz bis nach Bielefeld.

HINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive.

Die WDR “Wunderschön” Sommerradtour

Hier möchte ich meine Highlights der WDR “Wunderschön” Tour nun auch mit ein paar Bildern vorstellen. Neben der traumhaften Landschaft, die wir durchfuhren, standen so einige spannende Programmpunkte auf unserem Reiseplan. Los ging die Reise im Harz mit ein klein bisschen Nervenkitzel.

Adrenalingeladener Start im Harz: Von der Rappbodetalsperre bis zum Brocken

Es verschlägt uns zu Harzdrenalin, genauer an die Megazipline, Europas größte Doppelseilrutsche auf der man Spitzengeschwindigkeiten bis zu 85 km/h erreichen kann. Auf knapp 1000 Meter Länge fliegt man in 120 Meter Höhe über die Rappbodetalsperre. Geil! Ein bisschen Aufregung ist am Ende auch dabei, aber vor allem hatte ich richtig Bock! Und es hat sich gelohnt, denn dank Sicherheitseinweisung und fleißigem Beobachten, verlief die Fahrt dann auch ohne Probleme und mit ordentlich Gekreische :-D.

Durchatmen, Eis essen und weiter ging die Fahrt Richtung Brocken! Wir fuhren oft auf Forstwegen und das Gelände war wechselhaft, teilweise recht steil. Einen Abstecher zum Kolonnenweg, heute Teil des grünen Bandes ließen wir uns auch nicht nehmen. Wer es lieber glatter und sicherer mag, sollte sich eine Route entlang der Straßen suchen! Bezüglich Brocken hatte ich noch eine Rechnung offen, denn zuletzt war ich mit E-MTB den Brocken hoch geradelt. Nun wollte ich es auch ohne Motor-Unterstützung mit meiner Libelle angehen, die mich auf dieser Reise begleitete. Während Marco es sich ab Schierke in der historischen Brockenbahn gemütlich machte, schwang ich mich aufs Rad und radelte langsam, aber stetig die knapp 10 km von Schierke bis zu hoch zur Brockenspitze und zum Brockenmuseum. Knapp eine Stunde später kam ich schließlich etwas außer Atem, aber sehr glücklich im dichten Nebel auf dem Brockenplateau an. Yes!!!

Über Goslar und Clausthal-Zellerfeld

Die wunderschöne, mittelalterliche Fachwerkstatt Goslar ist unser Tagesziel. Hier habe ich leider keine Streckenaufzeichnung, aber einen Vorschlag in der Route weiter unten gemacht. Wer sich Höhenmeter sparen möchte, fährt vom Brocken direkt nach Clausthal-Zellerfeld und lässt das schöne Goslar aus. Oder ihr startet von dort mit einer Tagestour, denn lang ist die Strecke nicht, nur Höhenmeter kann man gut machen.

Am nächsten Tag ging unsere Reise weiter nach Clausthal Zellerfeld zur größten Holzkirche Deutschlands und zur Oberharzer Wasserwirtschaft. Wir besuchten die Dorotheer Rösche und wandelten unter Tage.

Es nieselte ab und zu und der Tag war recht frisch. In dem Bergbauschacht war es dann schnell nur noch um die 6 Grad – was sich besonders in dem eiskalten Wasser mit nicht isolierten Gummistiefeln bemerkbar machte. Spannend war die ganze Führung jedoch ohne Zweifel und auch oberirdisch tat der Regen der Schönheit dieses Fleckchen Erdes keinen Abbruch. Besonders an den wilden Wiesen konnte ich mich nicht satt sehen. Übrigens: Ich habe tatsächlich keine besseren Kirschen mehr gegessen, als diese vom Markt in Clausthal-Zellerfeld… Soooo gut.

Vom Mittelgebirge Harz über Einbeck entlang der Weser nach Höxter

Ab jetzt kam der mir völig unbekannte Teil der Reise. Im Harz war ich schon öfter gewesen, aber nun ging es in den Westen hinein. Über das Bierstädtchen Einbeck führte uns unser Weg entlang der traumhaften Weser-Flusslandschaft auf dem Weserradweg über Bad Karlshafen (mit einem Abstecher zum Weser Skywalk) bis nach Höxter. Leider habe ich auch für den Wegabschnitt zwischen Harz und Bad Karlshafen keine genauen Streckenaufzeichungen. Von daher ist das unten nur als Vorschlag zu sehen. Die Strecke lässt sich je nach Kletter-Fähigkeiten mit dem Rad beliebig anpassen.

Von Höxter über Teile des R1 nach Detmold

Tag vier unserer WDR “Wunderschön” Sommerradtour ging genauso ereignisreich weiter wie die vorherigen Tage. Vom hübschen Höxter an der Weser fuhren wir nach einem Abstecher zur beeindruckenden Klosteranlage Corvey entlang des Europa-Fernradweges R1 zunächst zur idyllischen Abtei Marienmünster. Von dort war es auch nicht mehr weit zum Telegrafenturm Lattbergturm, der angelehnt an die alte knapp 550km lange, preußische Telegrafenmaststrecke Koblenz-Berlin errichtet wurde. Super spannend war die Führung dort auf jeden Fall. Der Ausblick von dem Plateau auf 24m Höhe konnte sich ebenfalls sehen lassen.

Schließlich erreichten wir den Teutoburger Wald, die Externsteine und den Arminius. Denn abgerundet wurde der Tag mit einem Besuch des imposanten Hermannsdenkmals und dem Aufstieg in der Statue bis hoch zur Aussichtsplattform.

Von Detmold bis nach Bad Salzuflen

Eines meiner Highlights war ganz klar der Besuch des Freilichtmuseums Detmold! Dort lernten Marco und ich dengeln (also das Schärfen einer Sense durch Hämmern) und sensen. Nach kurzer Übung lief zumindest das Dengeln ganz gut. Das Sensen müsste dann schon etwas mehr aus der Hüfte kommen, aber so viel Zeit zum Üben blieb dann leider nicht mehr. Denn unsere WDR “Wunderschön” Reise ging ja noch weiter.

Über den Werre-Radweg fuhren wir über Bad Salzuflen und Herford bis nach Bielefeld. Im Kurort Bad Salzuflen bewunderten Marco und ich das Gradierwerk und ließen es uns noch einmal richtig gut gehen bei Thermalbehandlung und Massage. Ein Abstecher in das unbedingt sehenswerte Museum Marta Herford ließen wir uns ebenfalls nicht nehmen! Nicht nur die Architektur ist beeindruckend, die Ausstellungstücke regen ebenso zum Nachenken an und hinterlassen ab und zu auch einige Fragezeichen ;-). In Herford startete schließlich auch eine Tour der NRW-Radtour, die uns bis nach Bielefeld trug. Wir waren am Ziel angekommen!

Die WDR “Wunderschön” Route

Eine ereignisreiche Reise liegt hinter Marco und mir. Die Strecke vom Harz bis nach Bielefeld umfasst knapp 330 km Länge, führt entlang bekannter und unbekannter Radwege. Unten findet ihr einen Routenvorschlag, der nicht 100%ig so abgefahren wurde. Das GPS Gerät hat nicht immer aufgezeichnet und so musste ich im Nachhinein einige Routenabschnitte zusammenstellen. Die Strecke ist daher auch mit Einschränkung nachzufahren. Ich übernehme keine Gewähr für eventuell schwer zu befahrene Segmente. Auch beinhaltet die Tour besonders im Harz einige Höhenmeter und eine gewisse Grundfitness ist vorausgesetzt. Ansonsten gilt: Strecke und Etappen kürzen geht immer und mit etwas Zeit lassen sich auch anspruchsvollere Wegabschnitte meistern.

Die WDR “Wunderschön” Sommerradtour war nicht nur landschaftlich vielfältig. Sie sorgte auch mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand für Unterhaltung und Pausen. Es lohnt, etwas Zeit einzuplanen für diese Tour bzw. sie abschnittsweise auch anzupassen oder zu kürzen. Je nachdem, wie die Radfahrvorlieben sich verhalten. Im Harz haben wir einige Abschnitt, die eher mit breiteren Reifen zu fahren sind. Diese lassen sich jedoch auch mit Straßensegmenten ersetzen. Wer doch offroad fahren möchte, sollte sehr sicher auf dem Rad sitzen und schon etwas erfahrener im Geländeradfahren sein. Aber nun lange Rede kurzer Sinn: Hier kommt mein Streckenentwurf.

Danke an das tolle Team, mit dem ich unterwegs sein durfte! Danke an Micha für dein Vetrauen in mich, an Marco für deine Unterstützung und deine gute Laune, an Armin dafür, dass ich dir meine Libelle anvertrauen konnte und du immer so gut auf sie Acht gegeben hast. Danke auch an alle anderen, für die tolle Stimmung beim Dreh! Ich hatte echt eine Menge Spaß mit euch!

Titelbild Credit: WDR

Trailabenteuer mit E-MTB: eBike Your Life Harz

Märchenhafter Harz – sagenumwoben, geschichtsträchtig, wundervoll grün und erholsam. Der Harz ist ein Naherholungsgebiet mit vielen Facetten: Er ist Skigebiet, Wanderparadies und entwickelt sich immer mehr zum Rennrad- und Mountainbike-Mekka – dank fordernder Anstiege, spannender Trails, 5 Bikeparks und zahlreicher fahrradfreundlicher Unterkünfte.
Als ich die Einladung bekam, beim Festival von eBike your Life Harz die bergige Region, die ich aus meiner Kindheit kannte, mit dem Mountainbike zu erkunden, war ich zunächst noch zurückhaltend. Doch das änderte sich schnell!

TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen.
Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich. Dies ist ein bezahlter Beitrag
aufgrund einer Kooperation. Die Kosten der Reise wurden übernommen.

Auf dem E-Mountainbike durch den märchenhaften Harz – Gliederung

1. eBike your Life? Worum geht es?

2. Volles Programm – inkl. E-MTB Verleih

3. Der Harz – eine Region mit Geschichte

4. Anreise

5. Die Touren

5.1. Tag: Von Braunlage entlang des Grünen Bandes über Sorge und Sankt Andreasberg

5.2. Tag: Von Schierke auf den Brocken über Plessenburg und Ilsenburg

5.3. Tag: Entspannte Bad Harzburg – Runde

6. Fazit und Vorschau: Auf ein Wiedersehen mit eBike your Life!

1. eBike your Life? Worum geht es?

Unter dem Motto eBike your Life sollte im Harz und in der Region rund um Wernigerode vom 17.-19.05.2019 der diesjährige Auftakt einer noch relativ neuen Eventserie stattfinden. Zuvor hatte es bereits Veranstaltungen in der Schweiz gegeben, die dieses Jahr wiederholt werden sollen. Im Harz fand 2019 die Premiere statt. Ich muss zugeben, dass mich der Titel der Eventreihe zunächst etwas abgeschreckt hat. Warum sollte ich mit dem Pedelec durch die schöne Harzer Natur fahren? Auch wenn ich schon ein paar Mal auf einem motorisieren Fahrrad gesessen hatte, fuhr ich Touren lieber mit eigener Muskelkraft.

Zu Beginn konnte ich mich einiger Vorurteile über die mögliche Zielgruppe auch nicht erwehren. Es war ein Versuch, realistisch einzuschätzen, ob ein komplett organisiertes Event wie dieses, wirklich etwas für mich Eigenbrödlerin sein könnte – in dem Fall auch unabhängig davon, ob mit oder ohne Motor am Fahrrad.

Foto: grassl event & promotion services gmbh

Doch glücklicherweise wurde ich eines Besseren belehrt. Ich las noch einmal genauer nach: “Maximum an Fahrspaß mit dem E-Mountainbike”. E-MTB!? Erinnerungen an meine ersten Mountainbike-Erfahrungen in Göttingen beim Pressedienst-Fahrrad kamen hoch und nun war ich wirklich neugierig. Spätestens nach dem sympathischen Telefonat mit den Damen der organisierenden Agentur grassl event, die für ihre 24h-Wandermarathons bekannt sind, wollte ich dabei sein. Ich habe es nicht bereut.

2. Volles Programm – inkl. E-MTB Verleih

Drei ausgewählte Touren führten jeweils als Rundtour von den Orten Braunlage, Schierke und Bad Harzburg durch die grüne Harzlandschaft. Begleitet wurden diese geführten Touren von erfahrenen Mountainbike-Guides. Für eigene Erkundungen findet ihr übrigens auch Infos zu möglichen Radtouren in der Region um Wernigerode auf den Seiten der Touristen-Information Wernigerode.

Programmablauf des eBike your Life-Festivals im Harz (Auszug der Website www.ebike-your-life.com)
Programmablauf des eBike your Life-Festivals im Harz (Auszug der Website www.ebike-your-life.com)

Schließlich fand ich genau den Sorglos-Ansatz des eBike your Life Festivals im Harz sehr angenehm:

“Die Teilnehmer erhalten ein Rundum-Sorglos-Paket und müssen sich somit keine Gedanken über organisatorische Details oder die Verpflegung machen. Die Leih-E-Bikes können einfach über den eBike your Life-Partner hinzu gebucht werden.”

Genau das war auch Programm: Ich musste mich um nichts kümmern. Einfach ab zum Kurpark der jeweiligen Stadt, wo sich Start, Anmeldung und Sponsorenstände befanden, anmelden, Rad ausleihen und auf die Abfahrt warten. Wer die Tour mitmachen wollte, konnte sich vorab oder spontan direkt vor Ort anmelden. Zur Auswahl stand das Festival-Paket für eine oder zwei Touren oder man verbachte das gesamte Wochenende auf dem Rad mit dem Komplettpaket. Bei der Anmeldung erwartete die Mitfahrenden außerdem ein schönes Willkommensgeschenk wie Landkarten der Region und eine praktische Gürteltasche mit Trinkflaschenhalter – perfekt für Kleinigkeiten, die man auf einer MTB-Tour schnell griffbereit haben möchte!

Die Teilnehmenden des eBike your Life-Events wurden vor Tourbeginn in drei Gruppen aufgeteilt, um den unterschiedlichen Erfahrungs- und Schnelligkeitsstufen der Mitfahrenden gerecht zu werden. Selbsteinschätzung war da definitiv hilfreich, was spätestens am zweiten Tage bei den meisten zur richtigen Gurppenauswahl führte und ein entspanntes Fahren für alle ermöglichte. Nicht nur das Alter der Teilnehmenden war bunt gemischt, auch der Erfahrungsgrad reichte vom kompletten MTB-Neuling zu erprobten Geländefahrenden.

…nun noch fix ein E-MTB ausleihen.

Die Route stand fest, die Verpflegung war organisiert und Fahrräder standen zur Verfügung, wenn man selbst kein E-MTB besitzen sollte. Der Verleih der E-Mountainbikes verlief unkompliziert vor Beginn der Tour. Ich bekam ein solides Hardtail der Marke haibike. Die Rückgabe erfolgte abends an gleicher Stelle. Um die Ladung der Akkus und die Pflege des Rades kümmerte sich dann das Team von Harzmobil – gegebenenfalls auch während der Touren in der Mittagspause. Durch eine Namensmarkierung am Rad wurde sichergestellt, dass ich an allen drei Tagen auch das gleiche Fahrrad nutzen konnte. Auch das Anbringen der eigenen Pedale verlief völlig problemlos und wurde mir einfach direkt abgenommen :-).

3. Der Harz – eine Region mit Geschichte

Doch wo sollte es eigentlich hingehen? Auf der Website von eBike your Life gibt es eine kurze Beschreibung des Programms und auch der Streckenpunkte einer jeden Tagestour. Neben reichlich Höhenmetern auf dem Weg hoch zum Brocken, versprachen die Organisatoren außerdem, dass der Harz zu den besten Bike-Regionen Norddeutschlands gehöre. Kieselstraßen, wunderschöne Waldwege, glatter Asphalt, viele, anspruchsvolle Höhenmeter, Bikeparks und Naturschutzgebiete – der Harz ist vielfältig. Doch dieser wunderschöne Fleck Erde, den sich die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen Anhalt und Thüringen teilen, ist weit mehr als nur ein Urlaubsparadies und das Mittelgebirge mit der höchsten Erhebung Norddeutschlands.

Die Harz-Region hat aufgrund der Lage zwischen den Landesgrenzen eine bewegende Geschichte. Als Kind waren meine Eltern dort oft mit mir zum Wandern und ich war fasziniert von den Geschichten rund um den Hexentanzplatz und die Roßtrappe. Als ich älter war, hörte und las ich mit einer Gänsehaut über die deutsche Teilung und das militärische Sperrgebiet rund um das Brockenplateau und weitere Harzer Berge. Die Grenze ist heute offen, doch nicht nur die einzigartigen Natur-Lebensräume des Grünen Bandes entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze und die Gedenktafeln erinnern an die frühere Teilung.

In einigen Bergdörfern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Doch der Schein trügt, denn neben den hübschen mittelalterlichen Gebäuden und dem etwas altbackenem Charme der 70er Jahre, den man in vielen Häusern findet, entwickeln sich auch viele Orte mit dem zunehmenden Tourismus weiter. Neue Feriensiedlungen und Ausflugsziele entstehen. Und wem das zu viel ist, der findet im Harz abseits der üblichen Touristenpfade vor allem eins: Natur und Ruhe.

Der Harz ist grün und verfügt über eine einzgartige Landschaft. Die Region besteht aus dem Nationalpark Harz, mehreren Naturparks und einem Biosphärenreservat. Deshalb ist es umso wichtiger diese besondere Natur zu respektieren, sich rücksichtsvoll zu verhalten und die Wege nicht zu verlassen.

4. Anreise mit Begleitung

Dieses Mal reiste ich nicht allein. Brompton Ljómi musste zwar dieses Mal zu Hause bleiben, aber dafür habe ich mir einen lieben Menschen zum Fotografieren und Erlebnisteilen mitgenommen :-). Da Jan auch viel Spaß am Mountainbiken und Fotografieren hat, war er der perfekte Begleiter und ich freute mich über vertraute Gesellschaft.

Am Freitagmorgen ging es gegen 8 Uhr mit dem Zug raus aus Berlin und ab durch Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen. Dazu kann man flexibel mit den Regionalzügen anreisen (mit Quer-Durchs-Land– bzw. am Wochenende Schönes-Wochenende-Ticket). Da das aber tendenziell eine Stunde länger dauert als mit IC/ICE, sind wir zunächst im Fernzug bis Braunschweig gefahren und dort dann in den Regio umgestiegen. Die größeren Orte und Städte wie Bad Harzburg im Nordharz oder auch Wernigerode und weiter östlich Quedlinburg sind gut mit dem Regionalzug erreichbar. Sobald es jedoch in die Berge rein geht, kommt man nur noch mit dem Nahverkehrsbus (mit Fahrradmitnahmemöglichkeit im Anhänger) oder eigenem Fahrzeug voran.

Aber die Orte im Harz sind dennoch gut vernetzt und Urlauber kommen in den Genuß eines besonderen ÖPNV-Angebots: Das Harzer Urlaubs-Ticket (HATIX) erhält man bei Übernachtung und Zahlung des aktuellen Gästebeitrags in einem der teilnehmenden Orte. Damit fährt man kostenfrei auf allen öffentlichen Bus- und Straßenbahnlinien im Landkreis Harz. Die kleineren Orte in den Bergen werden von den Buslinien jedoch nicht allzu häufig angefahren, weshalb man sich dort vorab unbedingt über den aktuellen Fahrplan informieren sollte.

5. Die eBike your Life Harz – Touren

5.1. Tag: Von Braunlage entlang des Grünen Bandes über Sorge und Sankt Andreasberg

Am ersten Tag sollte die eBike your Life Tour um 14 Uhr in Braunlage starten. Da wir direkt von Berlin aus anreisten und nicht erst in unsere Pension nach Schierke fuhren, nahmen wir am Bahnhof von Bad Harzburg nur den Bus nach Braunlage. Gegen 12 Uhr kamen wir schließlich im Luftkurort südlich des Brockens an. Wir stiefelten zum hübschen Kurpark, wo die Anmeldung zum eBike your Life-Festival stattfand.

Im Anmelde- und Startbereich herrschte an allen drei Tagen reges Treiben. Neben einigen Sponsorenständen, einem Hindernisparcours und dem harzmobil E-MTB Verleih, sorgten laute Musik und ein Moderator für Unterhaltung. Ein großer Luftbogen, der Start und Zieldurchfahrt darstellen sollte, stand deutlich sichtbar über dem Parkweg. Nun ja, im muss gestehen, die letzten beiden Dinge waren nicht so ganz mein Fall. Etwas zu viel trara und es erinnerte mich eher an eine Rennveranstaltung. Um Geschwindigkeit und sportliche Höchstleistungen ging es beim eBike your Life-Festival aber eben nicht. Und das war auch gut so. Für mich standen Genuss, das Entdecken der Region und spannender Trails mit dem Mountainbike im Fokus. Und glücklicherweise erlebte ich das auch in den folgenden Tagen.

Grüppchenweise

Um die 40 Personen starteten am Freitagnachmittag etwas versetzt in drei verschiedenen Gruppen. Wir hatten uns in die mittlere Gruppe eingeordnet und fuhren entspannt aus dem Kurpark Braunlage heraus. Bei Temperaturen um die 10 Grad dauerte es einen Moment, bis ich wirklich warm gefahren war. Das lag wohl auch daran, dass wir anfangs wirklich sehr langsam fuhren. Es gab zwei Mitfahrende in der Gruppe, die nicht mit dem E-MTB, sondern mit normalen, urbanen Pedelecs unterwegs waren und sich den Tourverlauf scheinbar komplett anders vorgestellt hatten. Als kurz darauf bereits der erste, schmalere Trail auf uns wartete, fielen sie immer wieder zurück. Ich muss zugeben, auch ich war tatsächlich überrascht, dass es partiell doch etwas anspruchsvoller ablief, als ich vorab angenommen hatte. Aber ich war definitiv positiv überrascht :-).

Unser Tourguide verhielt sich vorbildlich und richtete sich nach den langsamsten Mitgliedern der Gruppe. Keiner sollte hinterherhetzen und das Gefühl haben, immer hinten dran zu sein. Nachdem uns allerdings die dritte Gruppe kurze Zeit später eingeholt hatte, beschloss ein Großteil, sich dieser anzuschließen. So auch Jan und ich. So wurde die dritte, die zweite Gruppe und unser Tempo stieg auf einmal rasant an! Huiii, ganz schnell war mir nicht mehr kalt und mein Körper kam ordentlich in Schwung.

Über Stock und Stein: Nur echt mit Schlammspritzern und blauen Flecken

Gleich am Anfang testete ich die Funktionsfähigkeit der Scheibenbremsen und legte mich seitlich unters Rad. Test bestanden! Auch eine schmalere Brücke mit hoher Stufe nahm ich etwas zu schwungvoll und schaute kurz darauf genauer über den Lenker und das Brückengeländer, welches mein Vorderrad abbremste. Dort konnte ich mich allerdings fangen und stieg glücklicherweise nicht vornüber ab. Dafür nahm ich ein paar blaue Flecken am Handgelenk und den Beinen mit. Gut, damit hatte ich das Thema Sturz und das blöde irgendwo Gegenfahren für dieses Wochenende auch abgearbeitet. *kopftisch*

Bergauf und ab radelten wir, mal mit mehr, mal weniger Motorunterstützung. Teilweise benötigte man diese fast gar nicht. Berghoch war der Motor jedoch eine Erleichterung. Die Wegqualitäten variierten dabei stark. In den Tagen zuvor hatte es ordentlich geregnet und wir nahmen mehr als eine matschige Pfütze mit. Hach, war das schön. Am Ende des Tages waren wir alle ziemlich eingesaut, trugen lustige Tupfenmuster auf Kleidung und Gesicht und eine Bremsspur schmückte adrett den Sattel und den Allerwertesten. Als wir zur Kaffeepause einkehrten, nahm das Servicepersonal vorsorglich die Kissen von den Holzbänken. Verübeln konnte ich es ihnen nicht^^.

Den Großteil der Strecke legten wir auf breiteren Kiesel- und Forstwegen zurück. Traumhafte Ausblicke boten sich spätestens nach den ersten Anstiegen. Doch immer wieder verlief mittendrin ein schmaler Pfad durchs Grün und forderte gespickt mit Wurzeln und Steinen vollste Aufmerksamkeit beim Fahren. Ich hatte etwas zu viel Druck auf den Reifen und fühlte mich am Tagesende zeimlich durchgschüttelt. Armtraining, check! Nicht alles traute ich mich zu fahren, doch es lief größtenteils eigentlich ganz gut und machte unglaublich Spaß. Skilltraining, check!

Als wir gegen 18 Uhr schließlich wieder in Braunlage eintrafen, war ich mehr als zufrieden mit dem Tag. Ein frisches, isotonisches Kaltgetränk wartete dort auf uns und für das Abendessen war in einem nahegelegenen, italienischen Restaurant gesorgt worden. Überhaupt war die Verpflegung sehr gut. Ob Getränke, Energieriegel und Magnesium am Start oder Pausenversorgung in gemütlichen Hütten unterwegs. Alles war organisiert und bereits im Preis der Tour inkludiert. Gehungert habe ich definitniv nicht. Die Urkundenübergabe am Tagesende sollte das Event abrunden und war nett gemeint. Es wäre aber auch nicht schlimm gewesen, diesen Part wegzulassen ;-).

5.2. Tag: Von Schierke auf den Brocken (über Plessenburg und Ilsenburg)

Nachdem der erste Abend bei entspanntem Essen und mit angenehmen Gesprächen ausgeklungen war, begann der nächste Morgen gemütlich mit einem kurzen Lauf von der Pension zum Startort der Samstagstour. Die Schierker Feurstein-Arena lag mitten im kleinen Ort Schierke, wo wir in einer schönen Unterkunft die Nacht verbracht haben. Diese Ruhe hier war unbeschreiblich. Fast kein Verkehr und die Vögel zwitscherten laut und kräftig. Der Morgen war klar und der Himmel strahlend blau. Es versprach ein perfekter Frühlingstag zu werden. Ich konnt es kaum erwarten wieder auf dem Rad zu sitzen – trotz etwas Muskelkater in den Armen.

Es war schön, ein paar Gesichter vom Vortag wiederzusehen und auch neue Menschen kennenzulernen. Wie bereits am Freitag, teilten wir uns vor Abfahrt gruppenspezifisch auf. Unser Guide erklärte noch einmal erneut den Ablauf, das Fahren in der Gruppe und den Umgang mit dem E-MTB. Dieses Mal stimmte die Geschwindigkeit von Anfang an und bereits kurz nachdem wir den Ort Schierke am Fuße des Brockens verlassen hatten, ging es bergauf.

Graveln

An diesem Samstag stand die eBike your Life-Tagestour an mit ca. 1400 hm auf 48 km. Das bedeutete auch, wir mussten noch deutlich mehr auf die Reichweite der Akkus der E-Mountainbikes achten. Ich gestehe, dass ich das Akkuthema etwas leidlich finde. Jedoch sorgte es dafür, die Unterstützungsstufe moderat zu wählen und sich eben nicht nur auf den Motor, sondern auch auf die Kraft der eigenen Beine zu verlassen. Und die brauchte es auf jeden Fall. Dennoch sorgte das harzmobil Team in der Mittagspause an dem Ausflugslokal Plessenburg wieder dafür, dass die Akkus geladen wurden, damit alle für den folgenden langen Anstieg auf den Brocken bereit waren.

Doch zunächst radelten wir auf einem recht steilen Kieselweg zurück ins Tal nach Ilsenburg. Der kleine Angsthase in mir mochte das überhaupt nicht. Die Abfahrt war zu lang und der Weg durch die Steine zu rutschig, sodass ich unter großer Anspannung den Berg hinunter fuhr. Wie immer fuhr ich ganz hinten, um keinem der Anderen den Spaß an der Abfahrt zu nehmen. Konzentration. Und der Versuch nicht steif wie ein Brett zu sein, um mich eventuell doch dezent mit in die Kurven legen zu können. Nur nicht zu schnell werden und nicht zu viel bremsen!

Ich übe weiter und irgendwann fühle ich mich vielleicht sicherer dabei. Dass es nicht so verkehrt ist, vorsichtig zu fahren, zeigte der Sturz eines Mitfahrenden kurz vor Ankunft im Tal. Glücklicherweise war ihm nichts Schlimmes passiert und er konnte nach kurzer Pause und kleiner Erstversorgung mit verbunden Händen und aufgeschürftem Knie weiterfahren. Die Mitnahme des 1. Hilfe Sets war definitiv eine gute Idee von uns gewesen. Selbstverständlich hatten auch die Guides welche dabei und haben sich sofort um die Versorgung gekümmert.

Hoch hinaus

Zum Glück folgte ab Ilsenburg der ca. 6 bis 7 km lange Anstieg auf den Brocken. Wer hätte gedacht, dass ich mal lieber hoch als runter fahren würde? Ich versuchte so lang wie möglich im Eco+ bzw. Eco-Modus zu bleiben. Das sind die beiden untersten der vier verschiedenen Unterstützungsstufen des Antriebs der E-Mountainbikes. Der Kieselweg wurde steiler und ich wechselte schließlich ergeben in den nächsthöheren Standard-Modus. Meine Knie freuten sich darüber und ich konnte etwas weniger stark in die Pedale treten und an Tempo gewinnen. Irgendwie machte das langsam wirklich Spaß!

Mit zunehmender Höhe veränderte sich die Landschaft. Die Vegetation wurde flacher und große Flächen abgestorbener Fichtenwälder gestalteten das Gelände. Es hatte etwas Faszinierendes, jedoch fast schon Apokalyptisches an sich, wie die blattlosen, kahlen und grauen Baumstämme gen Himmel ragten. Schuld am Baumsterben trägt nicht nur der kleine Borkenkäfer, der sich genüsslich an den Bäumen nährt. Auch die großflächige Kultivierung der Fichten vor vielen Jahren, die die Laubbäume teilweise verdrängt haben (zum Vorteil der Forst- und Holzwirtschaft), hat großen Anteil an der momentanen Entwicklung. Wer darüber mehr erfahren möchte, findet u.a. beim nabu weitere Informationen.

Brockenrummel

Selbst mit Motorunterstützung war der Anstieg eine Herausforderung gewesen. Als wir schließlich auf die asphaltierte Brockenstraße trafen, freute ich mich über eine Verschnaufpause. Innerlich applaudierte ich allen Radfahrenden, die ich dort sah und, die komplett mit eigener Muskelkraft auf den Brocken geradelt waren. Doch der wirklich anstrengende Teil folgte nun erst. Die letzten Kilometer fuhren wir auf der Straße, die von Wanderern nur so überquoll. Nein, ich übertreibe nicht! Teilweise konnten wir nur im Schrittempo fahren, weil die Leute die komplette Straße für sich beanspruchten – entweder für den An- oder Abstieg. Was für ein Kontrastprogramm nach den einsamen Kilometern im Wald, auf denen wir nur ab und zu ein paar Wanderer getroffen hatten.

Oben angekommen, war mir der Rummel deutlich zu viel, doch der Ausblick entschädigte allemal. Spätestens die gemeinsame Kaffee- und Kuchenpause im Brockenhaus vor der Abfahrt, beruhigte mein Gemüt wieder. Wir waren schon eine echt coole Truppe und ich fühlte mich ziemlich wohl. Als die Entscheidung ausstand, ob wir den Brocken komplett auf der Asphaltstraße oder zum Teil einen steinigen Trail hinunter fahren wollten, war dies schnell einstimmig beschlossen: Wir wollten ins Gelände! Auch wenn sich schnell herausstellte, dass der Weg für die meisten von uns zu anspruchsvoll war. Die Steine auf dem eher als Wanderweg einzuordnenden Trail, ragten meist zu hoch empor. Der letzte Abschnitt wiederum war großartig. Ich traute mich und ließ mein Rad einen Weg zwischen Steinen und Wurzeln hindurch suchen. Dabei jauchzte ich fast schon vor Freude, wenn ich es schaffte, die Hindernisse trotz etwas innerer Überwindung zu meistern.

Wir trafen am späten Nachmittag wieder in Schierke ein. Ich fühlte mich richtig gut und auch die anderen strahlten. Dieser letzte Abschnitt war ein absolutes Tageshighlight gewesen. Nachdem die E-MTBs an der Ausleihstation abgegeben waren, und der ganze Urkundenrummel überstanden, tauschten wir uns weiter über den Tag aus. Währenddessen wurde das Abendessen direkt in der Schierker Feuerstein-Arena als Buffet aufgebaut. Perfekt, denn ich hatte nach dem Adrenalinschub wirklich Hunger bekommen. Was für ein Tag. Nun stand nur noch eine kleine Sonntags-Tour aus und diese sollte etwas ruhiger werden.

5.3. Tag: Entspannte Bad Harzburg – Runde

Jan und ich fanden eine angenehme Mitfahrgelegenheit, die uns von Schierke mit nach Bad Harzburg nahm, wo die letzte, kleinere Rundfahrt um 10 Uhr beginnen sollte. Hier waren deutlich weniger Leute gemeldet, davon einige, die zuvor noch nicht mitgeradelt waren. Man hatte sich dennoch entschieden, nur eine große Gruppe zu bilden, statt drei kleiner. Ich war diesbezüglich etwas zwiegespalten, denn zuvor hatte die Aufteilung nach Level sehr gut funktioniert. So wunderte es mich nicht, dass sich die Gruppe gleich zu Beginn beim ersten Anstieg auseinanderzog und häufiges Warten nötig wurde. Allgemein verlief die Tour etwas gemütlicher.

Wir steuerten zwei Ausssichtspunkte an der Kästeklippe und der Feigenbaumklippe an. Um letztere zu erreichen, konnte ich ein wenig meine Trailfahr-Fähigkeiten testen, was zumindest auf dem Rückweg ganz gut funktioniert hat. Ich merkte, wie zuvor Gelerntes sich wieder in meine Erinnerung schlich und versuchte dies direkt umzusetzen.

Ansonsten war die Tour zwar schön, aber weniger spektakulär als an den beiden Tagen zuvor. Die Mittagspause war entspannt und wir genossen unser Essen in der strahlenden Sonne im Biergarten der Marienteichbaude. Direkt nebenan befindet sich das große Wildkatzengehege.

Auf den letzten Kilometern freute ich mich über jedes Hindernis und jede Wurzel, die den Weg etwas herausfordernder machten. Es gab wieder einen lange Talfahrt auf Kieselsteinen, die mir deutlich leichter als am Vortag viel.

Streckenweise war mir das E-Mountainbike definitiv zu träge, besonders als wir auf relativ ebenen Straßen fuhren. Dort nutzte ich den Motor nur, weil das E-MTB eben ein gewisses Eigengewicht hat. Dennoch war ich gefühlt gerade erst richtig warm gworden, als die Tour schon wieder vorbei war. Knapp 28 km waren es gewesen, was am Abreisetag und im Gelände für einen entspannten Ausklang wohl sinnvoll war. Aber am liebsten wollte gar nicht mehr vom Fahrrad steigen und wäre gern noch weitergefahren.

Leider hat die Aufzeichnung hier nicht nicht komplett geklappt und nur eine Hälfte der Tour ist zu sehen.

Aber jedes Abenteuer neigt sich einmal dem Ende und nach einer Verabscheidungs- und Kaffe/Kuchenrunde sammelten Jan und ich schließlich unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zum Bahnhof.

6. Fazit und Vorschau: Auf ein Wiedersehen mit eBike your Life!

Schön war es. Ich war mal wieder überrascht, wie gut verschiedene Menschen ganz unterschiedlichen Alters und Umfeldes durch ein gemeinsames Interesse zusammenkommen können. Radfahren verbindet. Und so war es nicht nur die Schönheit der Harzer Natur und das Radfahren an sich, welches dieses Wochenden zu einem besonderen Erlebnis werden ließ, sondern vor allem auch der Spaß in der Gruppe und mit Gleichgesinnten!

Danke an grassl events für die Einladung und an das Team vor Ort für die herzliche Begrüßung und die tolle Zeit! Bis hoffentlich ganz bald :-)! Danke Jan für die tollen Bilder! Alle Fotos auf denen ich zu sehen bin und ein paar andere, stammen von ihm.

Wollt ihr beim nächsten Event von eBike your Life dabei sein? Diesen Herbst geht es noch in die Schweiz: Genauer ins Berner Oberland nach Adelboden vom 21. – 22.09.2019 und nach Gstaad vom 05. – 06.10.2019.

Rad-Vagabundin – Auf ein Wort mit Radelmädchen

Der Frühling steht vor der Tür und traditionell startet nun Mitte März auch langsam die Fahrrad-“Saison” – bei einem Blick aus dem Fenster momentan noch schwer vorstellbar. Doch mit den stetig steigenden Temperaturen füllen sich auch die Magazine und TV-Sendungen mit Tipps rund ums Rad. Mehr Radfahrende trauen sich heraus und es wird langsam voller auf den Straßen . Die perfekte Zeit für ein langes, motivierendes Interview über die Liebe zum Radfahren – egal welche Jahreszeit gerade herrscht!

HINWEIS: Werbung, da Markennennung

Edit: 20.03.2019 (Gewinnspielauslosung unten) ↓↓↓

In den vergangenen, mittlerweile fast 5 Jahren durfte ich immer mal wieder stolz verkünden, dass eine Erwähnung hier oder ein Interview da von und mit radelmädchen.de erschienen ist. Auch im Print-Magazin aktiv Radfahren gab es einige Veröffentlichungen – ob nun zum Blog selbst oder über mein Buch “How to survive als Radfahrer”.
Die aktuelle Ausgabe aktiv Radfahren 04/19 jedoch toppt das Ganze noch einmal! Ich bin etwas überwältigt davon:

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3,5 Seiten Interview mit Fotos über Radelmädchen und die Liebe zum Fahrrad, Radfahren in Deutschland, zum Fahren in der Stadt und allein auf Reisen

Ich bin sowas von stolz – ich platze gleich. Und aufgeregt! Danke Florian Storch für diese Gelegenheit und die schöne Abbildung meiner Leidenschaft. Und weil ich mich so freue, dürft ihr gern mal auf meiner Facebook-Seite vorbei schauen, denn dort verlose ich zwei Exemplare der aktuellen aktiv Radfahren!Und wer kein Facebook nutzt, darf natürlich auch hier mitmachen.


Gewinnspiel!!!


Ich verlose 2x ein Exemplar der aktiv Radfahren 04/19. Mitmachen geht ganz einfach:

Edit 20.03.2019:

Vielen Dank fürs Mitmachen! Jeweils eine Ausgabe des aktiv Radfahren Magazins geht an…
Miriam und Sascha! Herzlichen Glückwunsch ihr beiden!

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  • Beantwortet bitte folgende Frage, denn ich bin neugierig und würde super gern wissen: Wie seid ihr auf radelmaedchen.de aufmerksam geworden (Freunde, Empfehlung, Magazin, Social Media, ergo Twitter, FB, Instagram)?
  • Bitte gebt doch meiner Facebookseite ein Gefällt mir und teilt den Beitrag dann, denn wie immer gilt: Spread the joy! (Und natürlich freue ich mich über neue Lesende :-).)
  • Das ist es! Das Gewinnspiel läuft bis Sonntag, 17.03.2019 um Mitternacht und der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Die Teilnahmebedingungen könnt ihr wie immer nachlesen.

Not fast but far

Sobald die Straßen der Großstadt außer Sicht gerieten und sich die Mehrfamilienhäuser zu Einzelhäusern wandelten, wurden aus dem feuchten, dunkel glänzenden Asphalt, weiß bedeckte Pfade und Wege. Hier an den Rändern der Stadt waren eine dünne Schicht Schnee und Eis liegen geblieben. Sie hellten die graue, in feinem, nebeligen Dunst eingehüllte Landschaft zumindest etwas auf. Der Himmel war grau und wolkenverhangen und legte sich schwer über die kahle, dunkle Winterszenerie. Doch diese war nicht ohne Schönheit. Sie hatte etwas Eigenes und Einzigartiges, deren Besonderheit mich sofort in den Bann zog.

Aus den Augenwinkeln bewunderte ich die fragil wirkende, milchige Eisdecke auf den zahlreichen Teichen, die wir passierten. Es war zu warm, als dass das Eis wirklich stabil sein konnte. Dennoch hauchte ich mit jedem Atemzug kleine Wölkchen heraus und war froh, wieder die warmen Thermo-Bibtights für diese Ausfahrt gewählt zu haben. Mir war größtenteils angenehm warm während der Tour. Auch, wenn es gerade mal um die 1°C kühl war, wechselte ich nach ein paar Kilometern bereits meine weiche Winterkappe gegen die einfache aus Baumwolle und zog nur den Schlauchschal zusätzlich über Kopf und Ohren unter dem Helm.

Bild Credit: Steffen Weigold

Zu Beginn war ich noch sehr zuversichtlich gewesen. Als wir am Samstagvormittag um kurz nach 10:30 Uhr den Rapha Store in Berlin Mitte verließen, ging es zunächst erst einmal auf Asphalt gen Norden und raus aus der Stadt. 10 Männer und ich. Eine CX bzw. Gravelrunde stand auf dem Programm und mir wurde zugesichert, dass diese weniger schnell als eine typische Rennradrunde sein würde. Davon ging ich zwar aus, denn von diesen hielt ich mich bewusst fern. Ich hatte jedoch schon eine Vorahnung, dass es wohl dennoch nicht meine Geschwindigkeit sein könnte. Gleichzeitig war da diese Motivation, einfach mal mit ein paar anderen Leuten zusammen Radzufahren.

Immer hinterher

Und ab ins Gelände! Schnell wurde mir klar, dass wir zumindest zu Beginn eine mir bekannte Route fahren würden: Der gute, alte Pankeradweg. Als wir im Norden Pankows auf den Radweg zwischen den Teichen abbogen, sank meine Motivation zum ersten Mal. Ich war bereits hier hinten dran und wir waren eben erst losgefahren. Ok. Keine Sorge. Den Weg kenne ich zumindest und konnte folgen, auch wenn die schnelle Truppe vor mir hinter einer Kurve außer Sicht geraten sollte. Ich keuchte etwas in mich hinein und war überrascht, kurz darauf alle auf mich warten zu sehen. Wie nett. Doch gleichzeitig ein kleiner Stich. Ein mulmiges Gefühl und der Gedanke: “Natürlich müssen die Männer wieder auf die einzige Frau in der Gruppe warten.” Ich wollte das nicht.

Jedes Mal, wenn ich es schaffte innerhalb der Gruppe zu fahren, fiel ich spätestens beim nächsten langen geraden Abschnitt irgendwann wieder zurück. Wir hatten den Pankeradweg mittlerweile verlassen. Der Weg führte uns zwischen den vereisten, mit zahlreichen Vögeln besiedelten Karower Teichen hindurch und an mit einer feinen Frostschicht bedeckten Feldern vorbei. Es war so märchenhaft, so verschlafen und ich fühlte mich in eine Welt der russischen Wintermärchen hinein versetzt. Hinter der nächsten Ecke tauchte bestimmt das Hühnerbeinhaus der Hexe Baba Jaga auf! Ganz bestimmt!

Da, ein Gatter! Einer hielt das Tor offen, damit alle hindurch und mitten über die Weide der Hochlandrinder fahren konnten. Ich freute mich und beobachtete beim Vorbeirauschen aus dem Augenwinkel die großen Hörner der friedlich grasenden Tiere. Schade, ich hätte gern ein Foto gemacht. Doch ich wollte mich nicht wieder zurückfallen lassen. Das nächste Tor kam in Sicht und schon lag die Weide hinter uns. Zunächst war ich über jedes Hindernis erfeut, bei dem alle etwas herunter bremsen mussten und ich es so einfacher hatte, sie wieder einzuholen. Doch im nächsten Moment war die Freude darüber schon wieder dahin. Einige meiner Mitfahrer beschleunigten so schnell, dass ich dann noch weniger eine Gelegenheit hatte, Schritt zu halten. Ich beneidete sie ein wenig.

Alte Wehwechen..

Der Liepnitzsee, schön war es hier, Sommer wie Winter. Den Ufersprint genoß ich. Natürlich langsamer als alle anderen, doch schön wars, vorbei an dem in feinem Nebel gehüllten See zu radeln. Nach der Hälfte der Strecke, für mich nach ca. 40 km spürte ich deutlicher, wie meine Oberschenkel etwas zogen und meine Arme zu verkrampfen begannen. Meine rechtes Knie, dass sich bei Überanstrengung seit der Gravelspartakiade immer meldete, muckte auf. Wieder anfahren, dabei beiben, auffahren, zurück bleiben. Es war mühselig. Frustrierend. Ich dachte ans Aufgeben. Ans zurück bleiben. Wie dramatisch. Mehr als einmal, nachdem die anderen zum dritten Mal auf mich gewartet hatten, bemerkte ich leise, dass ich ein Navi dabei hätte und sie ruhig weiter ihr Tempo fahren können. Ich wollte niemanden aufhalten. Doch das wurde ignoriert. Wieder wurde ich gebeten, doch vorn mitzufahren.

Es funktionierte nur kurz. Beim nächsten Anstieg, bei dem ich immer an Geschwindigeit verlor, wurde ich überholt und fiel erneut zurück. So mühselig… Dabei war ich überrascht, wie wenig Sorge mir der Untergrund machte. Nachdem wir die Felder verlassen hatten, sausten wir auf einem Forstweg durch den Wald. Der Boden war teilweise mit einer dicken Schicht gefrorener Blätter bedeckt, sodass Wurzeln und Löcher schwer zu erkennen waren. Eine feine Schnee- bzw. Eisschicht hüllte alles ein. Der Sandweg war so fest gefroren, dass die eingefahrenen Quer-Rillen von den Reifen der schweren Forstfahrzeuge sich hart ruckelnd wie ein Brett fuhren und heimtückische Kanten erschaffen hatten, an denen man wegrutschen konnte. Doch bis auf einen Ausrutscher, bei dem ich mich überrascht wieder gefangen habe, geschah mir nichts. Meine Gravelking Schlappen taten unermüdlich ihren Dienst ohne zu mucken und ich füllte mich recht sicher.

Obacht! Glatt.

Andere, mit weniger Profil und schmaleren Reifen hatten da weniger Glück. Wir fuhren einer dieser langen, geraden Waldwegabschnitte. Ich spürte, wie meine Energie nachließ und mir war etwas diesig. Jetzt nur nicht vom Rad fallen. Da war er wieder, der Gedanke, anzuhalten, einen der mitgebrachten Riegel zu essen und dann ruhig und gemächlich allein weiter zu fahren. Schließlich waren wir eh schon auf dem Rückweg. Kurz bervor ich mich entschlossen hatte zu stoppen, wurde mir die Entscheidung abgenommen.

Das Gelände war leicht hügelig und bei einem bergab Abschnitt sah ich vor mir plötzlich ein Straucheln unter den anderen Fahrern. Es ging sehr schnell. Auf einmal stürzten drei der nahe beieinander radelnden Herren halb übereinander vom Fahrrad. Einer war weggerutscht und hatte die anderen in einer Art Dominoeffekt mitgezogen. Ich atmete besorgt hastig tief ein und war erleichtert, als ich ankommend feststellte, das keinem wirklich etwas passiert war. Ein Stöhnen hier und da und schon waren alle wieder auf den Beinen. Es war nicht der einzige Sturz an diesem Tag gewesen.

Bild Credit: Steffen Weigold

Frust

Aufatmend nestelte ich flink an meiner Stembag herum, um schnell ein Stück Notfall-Riegel in den Mund zu schieben. Die Gestürzten taten mir zwar Leid, doch mir kam die ungeplante Pause sehr willkommen. Ich spürte, wie die wenigen Minuten Ruhe mir wieder etwas Energie schenkten. Als wir weiterfuhren, versuchte ich erneut mein Glück weiter vorn. Nicht lang, natürlich. Ich mochte auch das plötzliche Anschieben nicht, dass sicher gut gemeint war, mich aber trotzig reagieren ließ.

Es gibt nur wenige Menschen, die das durften und die kannte ich sehr gut. Bei allen anderen fand ich es mehr als unangenehm, fast schon beleidigend. Egal wie gut die Absichten waren. Ich brauchte keine Schubhilfe. Lieber fahre ich allein durch den Wald in meinem Tempo, als mich so zu erniedrigen. Übertrieben? Nein, denn so fühlte es sich in dem Moment an. Meine etwas patzige Reaktion tat mir im Nachhinein Leid. Doch ich musste einfach deutlich zeigen, dass ich das nicht wollte. Ich kam mir so schon ziemlich schwach vor.

Ich war gefrustet. Hatte ich wirklich nur einen Funken Hoffnung gehabt, ich könnte bei einer derartigen Ausfahrt mithalten? Musste ich das überhaupt? Das waren alles eher sportlich motivierte Fahrer, wie mir schien. Die meisten zumindest und das war bei einer Ausfahrt von Rapha wohl auch keine Überraschung. War es also mein Fehler, es überhaupt versucht zu haben? Irgendwie wollte ich das nicht einsehen. Einen Versuch war es wert und schadete nicht (außer meinem schmerzenden Knie). Dann wusste ich wenigstens Bescheid. Es macht ja keinen Sinn, sich vorher schon entmutigen zu lassen, ohne es überhaupt versucht zu haben, oder? Es hätte ja auch klappen können. Doch wahrscheinlich werde ich vorerst solche Ausfahrten meiden. Allein ist auch gut oder mit eins, zwei Freunden zusammen, die so wie ich fahren wollen. Oder ich organisiere mal was Eigenes, Entspanntes. Eigentlich eine gute Idee. Anyone?

Bild Credit: Steffen Weigold

Cycling is no sport

Radfahren ist für mich weniger Sport, als viel mehr Teil meiner Lebenseinstellung und meines Alltags. Ja, ich liebe es tagelang mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Doch ich trainiere nicht. Ich fahre einfach. Ich fahre mittlerweile auch in meiner Freizeit viel mehr als früher. Ja, auch mein Fahrrad ist sportlicher geworden. Aber ich bin eben immer noch nicht schnell im sportlichen Sinne. Ich kann lang fahren, weit. Manchmal lasse ich mich auch mitreißen, wenn ich zusammen mit anderen unterwegs bin. Es darf auch gern mal schnell sein mit kurzen Sprints auf langer, ebener Strecke. Doch dann verfalle ich wieder in meinen Trott. 22 km/h, dann 20 . Mal mehr, mal weniger. Super. Hallo Landschaft. Hallo Baum. Hallo See. Hallo Vogel. Oh, ein Reiher. Schnell mal anhalten und leise ein Foto machen.

Und dann aber weiter. Schließlich will ich auch voran kommen. 😉 Das ist es. So mag ich das. Fahrt einfach, wie es euch gut tut! Mein Ausflug in die Welt der gemeinsamen Sportausfahrten war sehr lehrreich gewesen. Ich war so erledigt am Abend, wie ewig nicht mehr nach einer Radtour, verspannt und mit schwerzendem Knie, dass auch Tage später noch Probleme machte. Die Strecke an sich war super schön gewesen. Irgendwie war es auch schön, mal nicht allein zu fahren, zum Abschluss der Fahrt noch im Café zu quatschen, etwas zu futtern und Kaffee zu schlürfen. Doch immer hinterher hängen, egal wie sehr ich mich anstrengte, ist eben sehr unbefriedigend. Ernüchternd.

Und die Moral von der Geschicht…

Ein Gutes hatte das Ganze: Ich habe nicht aufgegeben. Egal wie doof ich es manchmal fand. Das mag zum einen an einigen sehr angenehmen Mitfahrenden gelegen haben, die immer wieder auf mich warteten. Auch die Strecke gefiel mir schließlich sehr gut. Andererseits war da meine eigene Sturheit, die mich durchhalten ließ und das befriedigte mich am Ende doch sehr. Es gibt außerdem noch eine leise Stimme in mir, die sich das nicht bieten lassen möchte. Die sagt, das kannst du auch! Du musst nur deinen Arsch mal hoch kriegen und regelmäßig Strecke in einem bestimmten Tempo fahren. Und dann? Dann kann ich vielleicht mithalten. Eine Option. Doch bis ich diese Motivation gefunden habe, fahre ich lieber weiterhin gemütlich durch die Landschaft, halte zum Essen kurz an, hole tief Luft, schüttel die Beine aus und fahre dann ausgeruht und entspannt weiter. Lehrreich. Wie gesagt.

Far not fast.


Danke an Steffen für die schönen Fotos und die tolle Routenführung. Auch für deine Motivationsversuche: Ich habe es wirklich versucht!

Und Flo: Danke fürs offene Ohr :-)!

Das Radelmädchen-Jahr 2018: Ständig unterwegs statt nur zu Hause!

Ich bin wie immer spät dran mit meinem Jahresrückblick und habe auch dieses Mal wieder überlegt, ob ich überhaupt einen schreiben möchte. Doch es ist sooooo viel los gewesen, dass es auch für mich eine schöne Erinnerung an das vergangene Jahr 2018 ist und eine Kurzzusammenfassung für euch mit Links zu den Erlebnisberichten, Erfahrungen und Tipps rund ums Fahrrad.

Es folgt ein kunterbunter Jahresrückblick in mehreren Abschnitten mit ganz viel Radfahren, unterwegs sein, reisen, arbeiten. Radelmädchen im TV, im Radio und in Printmagazinen – dit Radelmädchen-Jahr 2018 war uffregend, sach ick euch!

HINWEIS: Enthält Markennamen, was man als Werbung ansehen kann. Ist es vielleicht auch, aber ohne Auftrag ;-). Wissta Bescheid!

Fahrradevents

Auch 2018 war ich wieder auf einigen Messen und Veranstaltungen unterwegs.

Berlin Six Days 2018

Das Jahr startete wie immer mit einer Arbeitsreise und kaum zurück besuchte ich zum ersten Mal ein Radsportevent der ganz besonderen Art: Wiebke motivierte mich, mit zu den Berliner Six Days zu kommen. Die Sechstagerennen-Reihe findet weltweit in unterschiedlichen großen Städten statt und ist eine Mischung aus fordernden Radsportevent und Party. Ich war sehr schnell in den Bann der Geschehnisse gezogen. Die Sportler und ihre Leistungen imponierten mir sehr. Plötzlich verstand ich, warum es auch Spaß machen kann, Leuten dabei zuzuschauen, wenn sie Radfahren, statt selbst zu fahren. Ich bin dieses Jahr sicher wieder dabei!

BFS, VELO Berlin und Eurobike

März und April sind Messezeiten und ich freute mich wie immer sehr auf die Berliner Fahrradschau (BFS) und dieses Jahr auch wieder mehr auf die VELO Berlin. Leider war die BFS nach dem Führungswechsel und der etwas mangelhaften Kommunikation schon vorab negativ behaftet. Die Aussteller und Leute vor Ort waren nach wie vor großartig und es war wie immer schön, so viele tolle Fahrradmenschen zu treffen. 2019 wurde die Fahrradschau nun abgesagt. Mal sehen, was die RAD RACE Leute mit dem neuen kolektiv Format auf die Beine stellen. Spannend klingt das auf jeden Fall.

Die VELO Berlin war aber definitiv mein Messehighlight 2018. Die neue Location am Tempelhofer Feld hat sich ausgezahlt und die etwas angestaubte Messe erstrahlte im neuen Licht. Sehr vielversprechend für dieses Jahr!

Normalerweise ist die Eurobike in Friedrichshafen die letzte große Fahrradmesse des Jahres, doch 2018 fand sie bereits Anfang Juli statt und machte den Monat für mich zu einem der ereignisreichsten. Denn die Anreise erfolgte größtenteils wieder mit Fahrrad, doch leider lief nicht alles wie geplant – dazu noch mehr weiter unten. Die Messe an sich war definitiv wieder einen Besuch wert, auch wenn ich nach wie vor erschlagen von der Größe bin.

Medienstark im Frühjahr: Im Radio, Fernsehen und in der Zeitung

Nachdem mein Buch “How to survive als Radfahrer “ im Mai 2017 erschienen war, folgte eine Welle an Interviews für Radio und Printmedien. Auch im Frühjahr 2018 kam das Thema Radfahren in der Stadt wieder in den Fokus vieler Medien und so durfte ich nicht nur im Februar in Berlin zu Deutschlandfunk Nova für ein Interview, sondern auch im Mai zur Aufnahme einer Folge Dlf Nova Radfunk.

Besonders aufregend war mein Fernsehauftritt im April 2018. Ich war nach Baden-Baden zum SWR und in die Sendung ARD Buffet eingeladen worden, eine Mittagssendung, die immer auch ein Service-Thema beleuchtet. Dort durfte ich verschiedene Fahrradtaschen vorstellen. Brompton Ljómi war natürlich auch wieder mit am Start. Five minutes of fame :-D.

Kurz vor der VELO Berlin hatte ich schließlich noch ein Interview für die Berliner Zeitung und den Berliner Kurier: Ein Porträt über eine ganze Seite *kurze Schnappatmung* kam schließlich dabei heraus.

Etwas ganz besonderes war schließlich der Drehtag für die ZDF Sendung sonntags, bei dem nicht nur bei mir zu Hause gefilmt wurde, sondern auch an mehreren Orten in Berlin – Brompton Ljómi und Veloheld IconX waren beide mit dabei.

N + 1: Abenteuer mit dem modernen Randonneur

Auf der Suche nach dem Gravelbike

Seit einer Weile hatte mich auch das Thema Gravelbike beschäftigt. Ein neues Rad auszuwählen, ist bei mir tendenziell ein sehr langwieriger Prozess und ich neige dazu ausführlich zu vergleichen. Ich wollte ein sportliches, aber gleichzeitig Langstrecken-taugliches Fahrrad haben. Neben der Suche nach dem passenden Fahrrad, habe ich auch meine Auffassung zur Definition eines Gravelbikes niedergeschrieben. Nach einigen Probefahrten landete ich im Februar schließlich in Dresden bei Veloheld. Es sollte allerdings noch ein paar Monate dauern bis mein individuell aufgebautes und gestaltetes IconX abholbereit war. Anfang Juni war es schließlich soweit: Hallo Libelle!

Auf Ausfahrt im ganzen Land

Viel Zeit um uns aneinander zu gewöhnen, hatten wir nicht, denn schon kurz nach Abholung und ersten Testfahrten in der Sächsischen Schweiz, ging es mit der Hamburger Fahrradcrew von Berlin Richtung Hamburg. Bis Wittenberge begleitet ich die Truppe und war stolz meine ersten 150 km am Stück mit Libelle geschafft zu haben. Neben einigen Touren durch Franken stand dann aber die erste große Reise bevor: Von Berlin nach Friedrichshafen sollte es gehen. Im Jahr 2017 noch mit Faltrad, war 2018 Bikepacking angesagt.

#B2Fh

Ich hatte mir damit einiges vorgenommen. Nicht nur, dass ich zum ersten Mal auf mehrtägige Ausfahrt im Bikepacking-Modus gehen wollte. Die Route führte mich im Juli auch quer durch Deutschland und u.a. durch das bergige Thüringen und die Fränkische Schweiz nach Friedrichshafen zur Eurobike an den Bodensee. Dieses Jahr war Bergtraining angesagt: Wunderschöne Fleckchen Erde, die mich doch sehr gefordert haben. Ein Sturz kurz vor erreichen der Donau beendete meine Fahrt schließlich knapp 200 km vor dem Ziel. Die Reise brachte mir sehr viele neue, lehrreiche Erlebnisse und Erfahrungen und die längste Tour, die ich je am Stück zurückgelegt habe. Berlin-> Leipzig in one go! Ich kann es kaum erwarten, auf die nächste lange Reise mit Libelle zu gehen!

Gravelspartakiade 2018

Neben vielen kleinen Ausfahrten im Bikepacking Modus, nahm ich auch zum ersten Mal an einer organisierten Tour teil. Mitte September ging es nach Dresden zu Veloheld, um gemeinsam mit anderen Verrückten eine zweitägige Fahrt durch die Sächsische und Böhmische Schweiz zu machen: Die #Gravelspartakiade. Ich sag mal so: Wenn ich fahren konnte, war das schon gut. Leider war ich sehr viel allein unterwegs, da mir das Tempo der meisten doch zu hoch war. Am Ende war es dennoch eine tolle, aber auch anstrengende Erfahrung mit ein paar wichtigen Erkenntnissen: Zusammen ist es doch am schönsten (Danke André, Hans und Patrick!) und es ist nicht die beste Idee, im Dunkeln sein Fahrrad über eine Kuhweide mit Elektrozaun zu schieben…

Unterwegs mit dem Faltrad: Abenteuer mit Brompton

Fahrrad-Yoga in Berlin und Brandenburg

Auch wenn ich 2018 weniger lange Strecken mit meinem Brompton Ljómi zurückgelegt habe, so ist sie immer noch eine Bereicherung für meinen Alltag. Nach wie vor begleitet mich der kleine Falter auf Berufsreisen im Zug durch Deutschland oder einfach durch den Berliner Stadtverkehr. Außerdem eignet sich Ljómi auch toll zum Fahrrad-Yoga ;-). Ich durfte ein paar Touren raus aus Berlin nach Bernau führen, bei denen wir in einer kleinen Gruppe gemeinsam einfache Yogaübungen auf und neben dem Fahrrad ausgeübt haben. Ein Spaß und eine tolle Sache, um entspannt einen Sonntag zu verbringen.

Abenteuer mit Renn-Faltrad

Das erste Faltradrennen 2018 fand im Juni in Antwerpen statt, eine Stadt, die ich noch nicht besucht habe und mich somit noch mehr darauf freute. Die Anreise war natürlich mit dem Zug. Auch wenn wir keine Preise gewonnen haben, war es ein tolles Event mit Bromptonfans aus ganz Europa.

Leider habe ich 2018 keinen Platz bei der Brompton World Championship (BWC) in London bekommen, bin aber natürlich dennoch wieder angereist, um Miriam und Bianca und somit Team hamburgfiets ordentlich anzufeuern!

Der Sommer war so wahnsinnig reiseintensiv und ich habe so viel erlebt und gemacht, dass ich es nicht geschafft habe, alle Events hier noch einmal aufzuarbeiten. Direkt nachdem ich aus London zurück gekommen war, ging die Reise am Folgetag schon weiter: Ab in den Süden.

Bloggerleben at its best

Radfahren auf Mallorca

Bereits im Sommer bekam ich relativ kurzfristig einen tollen, aber auch fordernden Job angeboten: Die Fluglinie Condor Airlines lud mich und vier weitere Bloggerinnen aus England und Deutschland nach Mallorca ein. Dort drehten wir über zwei Tage einen Videoclip an den schönsten Spots, der das Radfahren auf der deutschen Lieblingsinsel in Szene setzen und bewerben sollte. Es war Anfang August, Hochsaison und sehr warm, doch eine unglaubliche Erfahrung für mich und Libelles erster Flug in einem geliehenen Fahrradkoffer. Eins ist klar: Mallorca ist nicht ohne Grund ein beliebtes Trainingsziel für Radsportler und ich möchte definitiv wieder hin!

Mit dem Rad in bella Italia und der ältesten Republik der Welt

Nach einem sehr reise- und arbeitsintensiven Oktober ging es Schlag auf Schlag weiter. Von Barcelona düste ich Ende des Monats in das schöne Bologna, wo Wiebke, Miriam und ich ein paar tolle Tage in der Unistadt verbrachten. Doch dies war nur der Auftakt für die kommende Woche auf dem Fahrrad in der Emilia Romagna und drauf folgend in San Marino. Wir waren zu zwei verschiedenen Bloggerreisen eingeladen worden und verbrachten die leider oft verregneten und vor allem nebligen Tage auf dem Rad, essend, Kaffee trinkend und ganz viele tolle Orte besuchend. Es war eine intensive, interessante und wunderschöne Zeit und ich bin sehr froh, diese Gelegenheit bekommen zu haben. Mehr zu San Marino folgt auch bald im neuen Blogbeitrag.

Und zum Abschluss des Jahres 2018

… durfte Brompton Ljómi sogar noch einmal auf eine längere Reise mit mir gehen. Endlich Urlaub und zwei Wochen Zypern waren ein krönender Jahresabschluss! Außerdem durfte ich zum 2.Mal in diesem Jahr etwas länger auf einem Mountainbike sitzen und habe Heiligabend Höhenmeter erklimmend auf der Akamas-Halbinsel im Westen von Zypern verbracht. Juhu 2018, du warst ne Bombe!

Ich bin sehr glücklich, wenn ich immer wieder etwas Neues ausprobieren kann und ich glaube, noch nie auf so vielen verschiedenen Fahrrädern gesessen zu haben, wie 2018. Wahrscheinlich habe ich auch schon wieder eine Menge vergessen, macht aber nichts, denn nun heißt es: Nach vorne schauen und aufs Neue Jahr 2019 freuen! Auf gehts!

Danke fürs Lesen, folgen, dabei sein! Ohne euch würde das hier nur halb so viel Spaß machen!

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Gif Fotos von Kay Tkatzik