Archiv der Kategorie: Tipps

Ob Kaffee trinken und frühstücken in Berlin oder Ausflugsvorschläge mit dem Fahrrad, hier finden sich Beiträge zu Orten und Dingen, die das Leben einfacher, schöner oder spannender machen.

Winter am Gardasee – Mit Bahn & Rad ins MTB Paradies

Die Weihnachtszeit und die Zeit zwischen den Jahren sind mittlerweile die Tage, in denen ich mich am liebsten zurücklehne und etwas entspanne. Es ist die perfekte Urlaubszeit nach vielen, tollen, ereignisreichen Monaten. Auch Ende 2019 sehnte ich mich nach dieser Auszeit und einem entspannten Jahresausklang. Der Wunsch schnell ins Warme zu düsen, war definitiv vorhanden. Schließlich gewann jedoch der Gedanke möglichst nachhaltig zu reisen die Überhand. Tolle Reiseziele gibt es zahlreich, doch schon lange steht die Region um den Gardasee relativ weit oben auf meiner Europa-Reiseliste. Und natürlich wollte ich dort auch Radfahren! Warum also nicht einfach jetzt?

Hinweis: Hier wie immer der übliche Hinweis, dass ich Markennamen benutze und das Werbung sein kann, allerdings ohne Auftrag. Auch die Bahn zahlt mir nichts, dafür, dass ich sie gern nutze.

Nun, es gibt deutlich wärmere Orte in Europa im Winter als Norditalien. Doch im mag den Gedanken in der Nebensaison an Orte zu reisen, die sonst sehr überlaufen sind. Für viele Münchener schon lange zum Naherholungsort Nr. 1 erkoren, bedeutet eine Reise zum Lago di Garda für mich Berliner Pflanze jedoch deutlich mehr Zeitaufwand. Dennoch stand das Ziel fest: Italien ich komme!

Um das Ganze noch etwas spannender zu machen, beschlossen wir (mein Freund und ich) spontan, Fahrräder mitzunehmen. Manchmal ist es sicherlich einfacher ein Rad vor Ort zu leihen, als es in den Flieger zu schieben oder in den Kofferraum zu pressen. Wobei weder das eine, noch das andere Optionen für mich waren. Denn erstens wollte ich nicht fliegen und zweitens habe ich gar kein Auto. Außerdem war da der Wunsch, lieber ein Fahrrad mit auf die Reise zu nehmen, als es vor Ort auszuleihen – und das nicht nur aufgrund der hohen Leihkosten (mehr dazu im Folgeblogpost).

Das Rad muss mit.

So. Und was nun? Viele Alternativen gibt es nicht oder sie wirken auf den ersten Blick kompliziert. Doch ich habe schließlich das gemacht, was ich so gut wie immer mache, wenn ich in Deutschland reise: Ich wollte mit dem Zug fahren. Ob das so eine gute Idee war und wie die Reise schließlich verlaufen ist, möchte ich euch nun berichten.

Doch zunächst hörte ich mich um, wo ich kurzfristig und über die Feiertage ein Mountainbike organisieren konnte, denn ein eigenes besitze ich noch nicht. Zum Glück gibt es auch für freie Autoren und Bloggerinnen wie mich den Pressedienst Fahrrad als Ansprechpartner und innerhalb von einer Woche hatte ich ein astreines Fully im Wohnzimmer stehen – pünktlich einen Tag vor Abreise geliefert. Vielen, vielen Dank, dass das so unkompliziert und schnell geklappt hat! Mehr zum Cannondale Scalpel Si folgt dann im nächsten Blog-Beitrag!

Mit Bahn & Rad durch Europa

1. Die Planung

Sicherlich mussten wir bei der Reiseplanung mit Bahn & Rad einiges zusätzlich berücksichtigen. Von Abstellmöglichkeiten im Hotel für die teuren Räder, über Reservierungen im Fahrradabteil und beschränktere, teilweise zeitintensivere Reisemöglichkeiten.

Ich verbrachte einige Stunden auf den Seiten der deutschen Bahn, suchte die kürzesten Verbindungen, checkte Nachtzüge und Umstiegszeiten. Dazu muss ich wohl gestehen, dass es mir schon etwas Spaß macht, zu stöbern und zu vergleichen, um preislich und zeitlich das bestmögliche rausholen zu können. Vermutlich kann man das Ganze auch etwas beschleunigen bzw. direkt ins Reisezentrum gehen. Ich legte jedenfalls eine Tabelle an, um den Überblick zu behalten. Denn wir wollten nicht nur hin- und zurück reisen, sondern außerdem noch über Silvester auf dem Rückweg einen Zwischenstopp bei Freunden in Baden-Württemberg einlegen. Leider war es um diese Jahreszeit nicht möglich ein Fahrrad im Nachtzug zu transportieren, sodass ich schließlich auf eine Tagesreise mit Bahn & Rad setzte. Hier also die Fakten:

VonBisUmstieg/ Umstiegszeit gesamtDauerStartZielReservierungen
04:2814:171x, 00:17 h09:49 hBerlin HbfRoveretoInternat. Fahrradkarte + Sitzplatzreservierung
07:0317:213x, 02:10 h10:18 hPeschiera del GardaLudwigsburgInternat. Fahrradkarte + Sitzplatzreservierung
14:2121:342x, 00:39 h07:13 hLudwigsburgBerlin Ostbhf.Fahrradkarte Fernverkehr + Sitzplatzreservierung

Ok, 10 h Reisezeit sind erstmal ein Brett! Aber nichts, was ich nicht zuvor schon gemacht hätte. Und ganz ehrlich: die einzige schnellere Option wäre der Flieger gewesen. Nur ist die Frage, ob das heutzutage eine wirkliche Alternative ist, vor allem wenn man anders und in meinem Fall auch entspannter ans Ziel kommen kann.

Über das Reisen im Zug

Hinzu kommt, dass ich einfach gern Zug fahre. Warum? Darum:

  1. Ohne Flüssigkeits- oder strenge Gepäckgewichtsbeschränkung wie im Flieger nehme ich eben mit, was ich brauche.
  2. Ich muss nur pünktlich am Gleis sein & hoffen, dass der Zug es auch ist, steige ein und dann geht alles von allein & ich kann mich bestenfalls zurücklehnen (definitiv, wenn der Platz vorab reserviert wurde).
  3. Ich kann aufstehen, mich strecken, ins Bordbistro wandern, lesen, schlafen, arbeiten, quatschen. Kurzum: mich quasi frei bewegen ohne Angst vor einer Thrombose zu haben wegen Platzmangel.
  4. Das Rausschauen und Beobachten wie die Landschaft vorbeizieht und sich verändert, kann mitunter Stunden in Anspruch nehmen. Gerade eine lange Zugreise bietet einige Ausblicke. Vom flachen Brandenburg durchs bergige Thüringen bis hin zu den Alpen in Österreich gibt es so viel zu sehen: Eben noch klarer Himmel und Sonnenschein, plötzlich eine dichte Nebelwand im engen Tal, breite Flüsse, große Städte, alte Dörfer. So schön.

2. Der Fahrkartenkauf

Wie das nunmal so ist mit der Deutschen Bahn bzw. der Verknüpfung von DB und anderen Bahnanbietern in Europa, ist es leider nicht möglich die Internationale Fahrradkarte selbst zu buchen. Somit besuchten wir vor der Buchung unserer Bahntickets zunächst ein Reisezentrum der DB, um sichergehen zu können, dass auch unsere Fahrräder einen Platz im Zug erhalten. Erst danach kaufte ich die anderen Fahrkarten.

“Also die Fahrradstellplätze habe ich. Aber ich kann die Fahrkarten nicht buchen(…)Guck mal, das geht nicht”. “Soll ich mal schauen? Wo geht es denn hin? Rovereto, ja?…hm nee, da wird nichts angezeigt. Ich telefoniere mal kurz und frage nach.” “Das liegt am italienischen Buchungssystem. Da kann gerade kein Fahrradticket gebucht werden.” “Ah, das liegt an der Fahrplanumstellung. Da müssen Sie nächste Woche nochmal wiederkommen! Dann machen wir das. Aber die Stellplätze haben wir schon reserviert. Das ist ja das Wichtigste. Wir müssen dann nur noch die Tickets nachbuchen.”

Im Gespräch mit den äußerst freundlichen DB-Reisezentrum-Mitarbeiterinnen in Berlin Ostbahnhof.

3. Mit dem Fahrrad im Fernzug

Tja, ja die Fahrplanumstellung Mitte Dezember kann so einige Überraschungen mit sich bringen. Doch schließlich hat alles funktioniert und wir fuhren schließlich am 19.12. mit dem 1. Zug um halb fünf Uhr Morgens von Berlin nach München. Nicht unbedingt meine Uhrzeit, dafür war der neue ICE 4 recht leer und genug Platz zum Ausbreiten und Schlafen. Die Fahrräder waren sicher in ihren Halterungen eingehakt, die selbst die MTB Reifen aufnahmen. Noch eine Überraschung, denn das hatte ich schon anders erlebt. Mir ging es nicht ganz so gut, hatte mich doch zwei Nächte vor der Abreise eine Magenverstimmung erwischt. Ich fühlte mich an unserem Reisetag mehr schlecht als recht, jedoch deutlich besser als noch am Vortag. Ich war mehr als einmal froh, dass dieses Cannondale so ultraleicht ist und, dass ich im Zug einfach weiterschlafen konnte.

Ach ja, falls sich einige wundern: Die neuen ICE habe auch Fahrradabteile und die Möglichkeit der Fahrradmitnahme gibt es mittlerweile auf einigen Hauptstrecken. Eine wahre Erleichterung, wenn ich an das Tuckern im EC und Regio denke (was wir auch auf dem Rückweg erlebten).

Wegen der Stellplätze hätten wir uns jedenfalls dieses Mal nicht sorgen müssen. Wir waren auf der ganzen Strecke die einzigen mit Fahrrädern im Zug – ein weiterer Vorteil der Nebensaison. Schneller und unkomplizierter konnten wir an diesem Tag mit Rad jedenfalls nicht reisen. Super pünktlich trafen wir in München ein. Die 17 Minuten Umsteigezeit waren schon fast das Minimum, dass ich beim Reisen mit Bahn & Rad als komfortabel ansehe – es sei denn der Folgezug steht direkt am Nachbargleis. Kurz nach 9:30 Uhr fuhren wir dann in München ab. Wir hatten für die komplette Fahrt Verpflegung dabei und ich glücklicherweise auch einen liebevollen Pfleger. Bei Zweiback und in Gemüsebrühe gekochtem Reis ging die Genesung zwar langsam, aber stetig voran.

Über deutsche, österreichische und italienische Fahrradabteile…

Nach einer ausblicksreichen Fahrt mit der vollen ÖBB kamen wir am frühen Nachmittag im schönen Rovereto an, 23 km von Riva del Garda entfernt. Die Räder waren während dieser Fahrt in einem Fahrradwagen verstaut gewesen, der nur von einem Zugbegleiter betreten werden darf. Dafür wurde die Wagentür zum Bahnsteig hin aufgeschlossen und wir mussten die Räder hineinreichen und dort auch wieder abholen. Beim Ausstieg hing bereits das Hinterteil des ersten Fahrrads aus dem Wagen heraus. Der Zugbegleiter wollte offensichtlich weiter… Nun denn. Alles heil, alles da, Jule glücklich.

Ich würde sagen, die Fahrräder und wir erlebten die volle Bandbreite an Fahrradabteilen zwischen Deutschland und Italien. Denn während der Weihnachtsfeiertage reisten wir weiter in den Süden vom Gardasee nach Peschiera del Garda. Hier nutzten wir auch zum ersten Mal italienische Züge von Trenitalia.

Gemeinsam haben die meisten Züge, dass die Räder eingehangen oder gar geklemmt werden (letzteres hatten wir zum Glück nur einmal in einem italienischen Regio). Um herauszufinden, welche italienischen Regionalzüge ein Fahrradabteil haben, nutzte ich die Website von Trenitalia bzw. die Mobile App. Ein kleines Fahrradsymbol deutet dort auf eine Mitnahmemöglichkeit hin. Aber Achtung, nicht jeder italienischer Regio hat ein Fahrradabteil und die sind dann oft nur durch enge Türen bzw. über eine Treppe erreichbar! Da kann es mit Bahn & Rad schon etwas herausfordernder sein. Für unsere Rückfahrt bedeutet es, dass wir über 1,5 Stunden Aufenhalt in Verona hatten, weil nur ein Regio in 2 h Fahrräder transportiert hat. Zumindest hatten wir dort Zeit das Frühstück nachzuholen ;-). Allerdings kann man das Fahrrad zerlegt und verpackt bis zu den Maßen 80x110x40cm mitführen: Mehr zu italienischen Beförderungsbedingungen mit Fahrrad.

Mit dem MTB in einem italienischen Fahrradabteil – kann eng werden… Zum Glück gab es diese Felgenklemmer für uns nur in diesem einen Zug.

Tickets in Italien

Gekauft habe ich die Tickets in Italien entweder über eine App (in der Region Trentino bietet sich Open Move an, sehr übersichtlich und einfach), am Schalter oder über die Ticketautomaten. Hier muss man drauf achten, dass die ausgedruckten Tickets noch entwertet werden müssen. Dafür stehen im Bahnhofsgebäude und oft auch am Gleis Automaten bereit. Das Fahrradticket kostete Ende Dezember 2019 gerade mal 3,50 €.

Und was kostet die Reise mit Bahn & Rad nach Italien?

Die nackte Wahrheit: Der Spaß war nicht günstig, aber sehr zufriedenstellend. Insgesamt ergaben sich folgende Reisekosten, inklusive Bahncard 25 Rabatt. Nicht mit eingerechnet sind die kürzeren Zugfahrten, die wir in Italien unternommen haben, sondern nur die An- und Abreise aus/nach Deutschland.

Betrag pro PersonArt
39,50€ Sitzplatzreservierungen & Fahrradkarte
73,10€Hinfahrt
107,65€Rückfahrt, Teil 1
50,90€Rückfahrt, Teil 2
271,15€

Es ist viel, aber in Anbetracht der zurückgelegten Strecke auch nicht übermäßig teuer. Durch den Abstecher über BW war die Rückreise etwas kostenintensiver als der Hinweg. Reisezeiten, der Buchungszeitpunkt usw. sind ebenso ausschlaggebend für den Endbetrag. Tendenziell gilt bei der Deutschen Bahn – je früher du buchst, desto günstiger ist es. Und um kurz noch die üblichen Vorurteile gegenüber Zugreisen anzusprechen: Ich reise sehr viel mit der Bahn, habe mich auch schon oft geärgert über Verspätungen, Zugausfälle, Störungen. Doch der Großteil meiner Reisen erfolgt völlig unauffällig und bequem. Obwohl wir nach Italien eine lange Strecke zurückgelegt haben, lief alles einwandfrei. Wir hatten nicht einmal Angst den Anschluss zu verpassen und die Züge keine nennenswerten Verspätungen. Ich würde es definitiv wieder so machen!

Reisezeit ist wertvoll!

Denn für mich ist das mitunter längere Zugreisen keine Zeitverschwendung oder gar Verschwendung von Lebenszeit. Natürlich dauert es auf solche Distanzen hin länger, als mit dem Flugzeug. Günstiger ist es auch nicht. Doch viel mehr erlebe ich die Reise als das, was sie eben ist. Es ist ein Zurücklegen von Distanzen, von Entfernungen und dies wird mir ganz deutlich bewusst. Sicherlich habe ich diese Zeit nicht immer, besonders wenn ich beruflich über deutsche Grenzen hinweg unterwegs bin. Doch privat kann ich mich möglichst oft dafür entscheiden. Auch mein Geist kann dieser Reise anders folgen, besser verstehen, welche Strecke ich gerade zurücklege und schon zurückgelegt habe. Genau dieses Erlebnis genieße ich auch beim Radfahren so sehr. Es ist der Weg, der mich realisieren lässt, dass ich mich von zu Hause entferne, immer weiter und weiter. Die Landschaft verändert sich, die Orte, die Sprache. Und dann komme ich an und bin bereit für all die neuen Eindrücke.

Falls ihr noch mehr übers Langstreckenreisen mit der Bahn lesen wollt, lege ich euch folgende dreiteilige Serie ans Herz, die Gunnar Fehlau für das Fahrzeit-Magazin geschrieben hat: “Flugfrei nach Mallorca“. Da lief nicht alles so rund wie bei mir…

Fotos von mir und Jan B.

Sonntagstour durchs Löcknitztal

Nachdem ich über eine Woche nicht auf dem Rad gesessen habe, zog es mich am Sonntag hinaus ins Grüne! Bei dem wunderschönem Herbstwetter war dazu nicht viel Motivation nötig ;-). Dennoch wollte ich den Ausflug nach Brandenburg auch nutzen, um mich etwas vertrauter mit der neuen Kamera zu machen. Zuletzt hatte ich die am Bodensee benutzt. Also bereitete ich Libelle vor, schraubte noch schnell die Lowrider von der letzten Tour ab und gönnte der Kette etwas Öl. Und ab ging es in den nächsten Zug raus nach Erkner!

TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/ Markennennungen. Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Kondrauer. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich.

Nicht einmal eine halbe Stunde nachdem ich das Haus verlassen habe, kam ich mit dem Zug in Erkner, im Südosten von Berlin an. Von dort war es nur noch ein Katzensprung in die Gemeinde Grünheide, zur Müggelspree und in das Naturschutzgebiet Löcknitztal – ein wunderschöner Fleck Erde, den ich bisher noch viel zu wenig erkundet hatte. Zuletzt war ich beim schottrigen Rüttelkuchenride von Fahrtwind Berlin in der Gegend.

Sonntägliche To-Dos: Radfahren, Fotos machen, Kuchen essen!

Dieses Mal sollte die Tour mindestens genauso wenig auf befestigten Straßen entlang führen, jedoch deutlich kürzer sein. Primäres Ziel: Kamera ausprobieren (Es ist eine gebrauchte Sony Alpha 6000 mit zahlreichen Objektiven.), Luft schnappen und Kuchen essen! Denn nicht weit entfernt liegt auch das berühmte Kuchenparadies von Holly und der Besuch dort stand natürlich ganz oben auf der Sonntags To-do Liste! Doch zunächst ging es auf schmalen Pfaden durchs Löcknitztal entlang der Löcknitz Richtung Grünheide (Mark).

Geplanter Streckenverlauf:

Die ca. 46 km lange Strecke verläuft primär auf Pfaden, Trails und Wald- bzw. Forstwegen mit wenig Asphalt. Dieses Mal gebe ich euch mal keinen fertigen GPX-Track, sondern zeige euch nur eine Übersicht und die Karte mit der Route. Das Löcknitztal ist zum Teil ein Naturschutzgebiet und die Wege können sehr schmal sein bzw. werden des Öfteren mit Wanderern. Daher finde ich es angebracht, dass jeder, der Lust hat, die Region zu erkunden, sich selbst eine Route zusammenstellt. Es gibt auch offizielle Radrouten, wie den Spreeradweg, die Oder-Spree-Tour und den Dahme Radweg, an denen man sich orientieren kann, z.B. wenn es etwas straßenlastiger sein soll. Mehr Inspiration dazu gibt es auf den Seiten des Tourismus Grünheide.

Erkner –> Löcknitztalweg (über Gottesbrück)–> Mönchwinkel (entlang der Spree)–> Hartmannsdorf–> Oder-Spree-Kanal–> Wernsdorf/ Schmöckwitz–> Dahme/Langer See–> Grünau

Löcknitztal: Von Gewässer zu Gewässer

Das war eine Tour ganz nach meinem Geschmack! Viel Wasser, schmale Wege, abwechslungsreiche Landschaft und im Schatten war es trotz Sonnenschein angenehm kühl. Die Blätter der Bäume zeigten sich in allen herbstlichen Farbschattierungen, die man sich nur vorstellen kann. Wundervoll bunt war es in Brandenburg. Der Weg an der Löcknitz entlang war teilweise so schmal und von Wasser umgeben, dass nicht mehr als ein enger, teils matschiger Trail davon zu sehen war. Toll! So kam defintiv keine Langeweile auf und ich konnte wieder an meiner Fahrtechnik feilen.

Natürlich waren an diesem herrlichen Herbsttag auch viele andere Menschen unterwegs, doch bis auf ein paar Wanderer und einige andere Radfahrende war es dennoch angenehm auf den Wegen. Nur die unzähligen Pilzsammler bzw. ihre Vehikel am Straßenrand ließen mutmaßen, dass es wohl ein pilzreicher Herbst und die Region mit den leckeren Gewächsen gesegnet war. Anders könnten die Sammelgelüste von allen jedenfalls nicht befriedigt werden.

Immer ausreichend trinken!

Die Trinkpausen waren eine gute Gelegenheit sich kameratechnisch auszuprobieren. Wie immer, hatte ich auch auf dieser kleinen Sonntagstour durchs Löcknitztal ein paar Müsliriegel und ausreichend Wasser dabei. Sobald die Temperaturen über 20 Grad gehen, brauche ich davon bei Bewegung auch sehr viel. Wasser ist auch schön und gut, aber besonders wenn es wärmer ist, bevorzuge ich ab und zu etwas mit Geschmack und gern auch dezentem Sprudel. Daher liebe ich Apfelschorle auf Radtouren! Normalerweise besorge ich diese spontan im Supermarkt oder Café. Aber dieses Mal war ich vorbereitet.

Die kleine Flasche “Schorsch” wanderte zu Hause bereits in die Satteltasche, um dann später in die Stem Bag umzuziehen. Dort kam ich besser heran, sobald wir kurz stoppten.

Kameratest

Ich sage wir, weil ich dieses Mal nicht allein unterwegs war und nicht als einzige mit der Kamera herumprobierte. Meine Begleitung gab mir ein paar Einstellungstipps und ließ es sich nicht nehmen, des Öfteren selbst mal abzudrücken. Ich will mich natürlich nicht beschweren und habe auch danach gefragt. So kommen mit Glück auch ein paar Bilder dabei herum, die ich euch jetzt hier zeigen kann ;-). Immer nur Stilleben sind ja auch langweilig. Ich merkte auch erneut, dass ich viel mehr Spaß habe, zu fotografieren, wenn ich nicht wie immer nur das Smartphone nutze. Durch den optischen Sucher zu schauen und dann das Auslösegeräusch zu hören, sobald ich den Knopf abdrücke, erzeugt irgendwie ein richtig gutes Gefühl! Kennt ihr das auch?

Wie war das mit dem Kuchen?

Da wir uns nicht zu sehr verausgaben wollten, durfte ein Kaffee und Kuchen-Stopp natürlich an einem derartig entspannten Sonntag nicht fehlen. Außerdem hatte ich Hunger und wollte meiner Begleitung unbedingt einmal Hollys Galleriecafé zeigen, das Kuchenparadies in Hartmannsdorf/ Spreenhagen. Praktischerweise lag das auf halber Strecke der Tour. Obwohl es natürlich sonntäglich voll war, wurden wir nicht enttäuscht: Teilweise noch warmer Blechkuchen wartete auf uns. Nachdem wir mit vollen Tellern auf einer Bank Platz genommen haben, genossen wir die süßen Leckereien mit wohligem Seufzen und bei ein paar Minuten des schmatzenden Schweigens.

Und nach dem Kuchen? Hatte ich zwar einen vollen Bauch, aber auch riesige Lust noch ein wenig durch den Wald zu pesen. Auch wenn, wir uns entschieden, abzukürzen und nicht mehr nach Grünau, sondern nach Erkner zurückzufahren, genoß ich die letzten Kilometer im zunehmenden Abendlicht sehr. Ein gelungener Sonntag! Und den Umgang mit der Kamera muss ich zwar immer noch üben, da mich besonders Bilder von Personen in Bewegung reizen, doch hilfreich war der kleine Ausflug nach Brandenburg ins Löcknitztal auf jeden Fall!

Alle Bilder, auf denen ich zu sehen bin, von Jan B.

8bar Pathfinder Gravel x Road

Unglaublich ruhig und herrlich kühl war es im Wald des Müritz Nationalparks, in dem wir nun unterwegs waren. Das weiche Moos dämpfte jegliche Geräusche, erschwerte aber auch das Vorankommen. Doch es war auch wunderschön hier, märchenhaft und wild. Sanfte Hügel und unzählige Seen gestalten diese unberührt wirkende Landschaft in Mecklenburg Vorpommern. Nur die schmalen Wanderwege, Waldpfade und ab und an ein paar Forstwege teilen die Wälder. Das letzte Stück unserer Anreise während des neuesten Events der Berliner Fahrradmanufaktur 8bar hatte es in sich. Sand und Kiesel verlangsamten die bunt zusammengewürfelt Gruppe: Ein Vorgeschmack auf den 8bar Pathfinder Tag.

HINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen ohne Auftrag. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive.

Check in bei 8bar bikes & ab nach Brandenburg

Am Freitagmorgen waren wir nach der Gepäckabgabe und der Begrüßung am 8bar Showroom von Berlin aus aufgebrochen. Eingeteilt in Teams von 3 bis 5 Personen konnten wir direkt am 1. Tag des 8bar Pathfinder entscheiden, ob wir die lange, mittlere oder kurze Strecke zum Campingplatz radeln wollten. Die meisten Teams mit den illustren Namen „ Lagerfeuer“, „Kompass“ oder „Ferienlager“ beschlossen, sich den Weg durch den Stadtverkehr zu sparen und fuhren erst einmal mit dem dezent überfüllten Zug raus aus Berlin. So auch mein Frauenteam „Kompass“. Wir wollten es bei den warmen Temperaturen etwas ruhiger angehen lassen und wählten die kurze Streckenlänge mit knapp 90 km. Team Lagerfeuer schloss sich uns an und so verließen wir in Gransee den Zug und radelten raus in den Landkreis Oberhavel in Nordbrandenburg. Unser Tagesziel sollte ein Campingplatz mitten auf der Mecklenburgischen Seeplatte sein.

Bild von Andreas Stenzel

Ich genoss es sehr in solch angenehmer Gesellschaft durch die wunderschöne Landschaft zu radeln. Straßen und Feldwege, Waldpfade und weiche Mooswege standen auf dem Untergrundmenü. Natürlich durfte ein Eis-Stopp nicht fehlen und die Pommes folgten gleich hinterher :-D. Nachdem wir zu früh am Checkpoint angekommen waren, beschlossen wir jedoch, direkt weiter zu radeln. Schließlich hatten wir zuvor schon eine lange und ausgiebige Pause gemacht^^.

8bar Pathfinder – Einstimmung

Gar nicht so schwer, dachte ich mir, als unsere kleine Reisegruppe am Freitagnachmittag auf den letzten Kilometern nur noch einer gestrichelten Linie auf dem Navigationsgerät folgte und relativ problemlos den direkten Weg zum Campingplatz fand. Vielleicht hat auch der Blick auf die lokale Karte geholfen, die einen guten Überblick über Wege und Pfade der Gegend bot. Vielleicht war es aber auch ein Vorteil, dass wir an diesem Tag noch die eigenen GPS-Geräte mit Kartenmaterial und eingezeichneten Wegen nutzen konnten. Das sollte am Folgetag anders werden.

8bar Pathfinder Tag

Der Tag begann für mich wie ich ihn abgeschlossen hatte: mit einem erfrischenden Bad im See, der direkt beim Campingplatz lag. Perfekt. Danach ein entspanntes Frühstück und rauf aufs Rad. Das fühlte sich ein bisschen wie Kurzurlaub an – und das gar nicht weit weg von Berlin. Mir fiel auf, wie lange ich nicht mehr im Müritz Nationalpark war. Schlimm genug, denn es ist einfach wunderschön dort! Auf der Fahrrad-To-Go Liste für nächstes Jahr steht dieser weitläufige Landstrich auf jeden Fall ganz groß geschrieben!

Bild von Andreas Stenzel

Team Kompass machte sich am Pathfinder Tag auf jeden Fall hochmotiviert los, ausgestattet mit zwei Wahoo – Navis, die nur eine dreieckige Linie zeigten, aber keine Karten hinterlegten hatten. Denn nun mussten wir unseren eigenen Weg anhand dieser Luftlinie finden. Die jeweiligen Dreiecksspitzen zeigten die zwei Checkpoints und Start/ Ziel an. Dort sollten wir auch Getränke und etwas zu essen erhalten. Soweit so gut.

Die Regeln:

  1. Mithilfe des Navis den Weg zu den Checkpoints finden und dort kleine Aufgaben erfüllen.
  2. Keine Leute nach dem Weg fragen.
  3. Regionale Karten dürfen angeschaut und abgezeichnet, jedoch kein Foto davon gemacht werden.
  4. Es dürfen nur gekennzeichnete Wege benutzt werden.

Verloren im Wald

Am Anfang nahmen wir es allerdings etwas zu ernst mit der Orientierung an der Linie und versuchten, so nah wie möglich an der auf dem Navigationsgerät angezeigten Route zu bleiben. Schon auf den ersten 10 km gingen wir im Wald des Müritz-Nationalpark verloren und standen schließlich am Ende eines Waldweges, der nicht mehr weiterführte. Und nun? Wir wollten die Wege nicht verlassen, denn schließlich befanden wir uns in einem geschützten Nationalpark! So suchten wir nach einem Pfad, fuhren ein Stück zurück, überlegten, wie wir weiter kommen sollten. Rehe huschten durch das Dickicht. Die Bäume mit ihren hohen, kahlen Stämmen ragten hoch gen strahlend blauen Himmel. Die Sonne schuf immer wieder kleine Lichtinseln ins Moos. Doch der kühle Schatten im Wald tat an diesem warmen Sommertag unglaublich gut.

Team Kompass trug die Räder über Baumstämme, schob sie durch raschelndes Laub und vorbei an saftig, weichem Moss. Nach einer gefühlt ewigen Zeit etwas verloren im Wald, fanden wir schließlich einen Weg hinaus und entdeckten zurück an der Straße endlich auch eine Landkarte. Dort fertigten wir zunächst eine Übersichts-Zeichnung an, um den Weg zum Checkpoint A besser finden zu können. Nun ja, wir waren spät dran, doch schließlich erreichten wir den Ort, der sich an einem der vielen Seen der Mecklenburgischen Seenplatte befand. Doch wir blieben nicht lang und machten uns schließlich auf den Weg zum Checkpoint B, den wir deutlich schneller fanden. Aufgehalten wurden wir höchstens von dem tiefem Sand, der die Waldwege immer wieder schwer befahrbar machte. Aber nun war ich geübt und scheute mich nicht mehr den Sand in Angriff zu nehmen! Einfach weitertreten^^.

Von See zu See

Am Checkpoint B , dem Strandbad eines größeren Sees, wartete schon etwas Verpflegung und Team Lagerfeuer auf unser Eintreffen. Wir hatten uns als einzige zwei Teams für die kurze Strecke des 8bar Pathfinder entschieden und beschlossen gemeinsam, so wie schon am Vortag, den Weg zum Basecamp zurückzulegen. Schön. Denn das war tatsächlich das Tolle am 8bar Pathfinder: Niemand musste allein fahren, alle radelten in Teams. Teilweise kannte man sich vorher schon, teilweise entstanden neue Kontakte.

Bild von Andreas Stenzel

Als wir nach knapp 80 km Tagesstrecke am Campingplatz ankamen, war für mich ganz klar, was ich zuerst machen wollte: Rein in den Bikini und ab in den See. Herrlich! Obwohl das Wasser schon ganz schön frisch war. Nun noch ein Radler und etwas Gutes zu essen (und das Essen war wirklich grandios und frisch gekocht) und der Tag endete perfekt!

Der lange Weg zurück

Am Sonntag brachen wir schließlich ganz unterschiedlich auf. Einige fuhren bereits zum Zug, andere folgten noch dem bereitgestellten Track für den Rückweg nach Berlin. Mein Plan war es, zunächst die kurze Strecke zu fahren und dann je nach Stimmung zu entscheiden, wie es weitergehen sollte. Und so brach ich zusammen mit Team Lagerfeuer auf gen Heimat. Bereits nach knapp 30 km war uns nach einer gemütlichen Pause und zweiten Frühstück bzw. frühen Mittag. So gönnten wir uns erstmal ein paar erfrischende Getränke und Waffeln im Radler Stopp in Wesenberg. Hach, so habe ich es gern…

Auch an diesem sonnigen Sonntag war uns das warme Wetter treu. Die Strecke war ganz grandios, führte teilweise über Straße, teilweise an schmalen Seewegen entlang. Ich konnt einfach nicht genug bekommen. So beschloss ich mit einigen anderen 8bar Pathfinder Teilnehmenden, die wir auf dem Weg zurück getroffen hatten, zumindest bis kurz vor Berlin zu radeln.

Am Ende des Tages und nach einer Zwangsverlängerung aufgrund überfüllter Züge und Schienenersatzverkehr, hatte ich schließlich über 120 km zurückgelegt, war in eine zügige Gruppenfahrt integriert im Windschatten gefahren und hatte selbst welchen gegeben. Ich war ziemlich ko, ständig durstig, ziemlich durchgeschwitzt und sehr staubig – aber auch sehr glücklich.

Bilder von Andreas Stenzel

Mehr über dieses grandiose Wochenende mit Freunden in der Natur findet ihr auch im Blogpost über den 8bar Pathfinder bei 8bar (Achtung, Schleichwerbung ! Diesen Beitrag habe ich nämlich auch geschrieben^^.)

Ruhemomente: Mit dem Fahrrad am Bodensee

Dieser Sommer war einfach wundervoll intensiv und ereignisreich, dass ich gar nicht mehr dazu komme, die ganzen Erlebnisse zu verarbeiten (Luxusproblem, schon klar, aber es stimmt!). Daher wollte ich das Ganze etwas entschleunigen und entschied auf meiner Reise an den Bodensee zur Eurobike 2019, mal einen Tag auszusetzen.

TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/ Markennennungen. Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Kondrauer. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich.

Ein Tag mag nicht viel sein. Aber bei bestem Spätsommerwetter und am Fuße des herrlich blauen Bodensees mit Blick auf die Alpen, fiel es mir sehr leicht, einfach mal abzuschalten. Mit im Gepäck: Faltrad Brompton Ljómi, die neue Kamera und eine Erfrischung für Zwischendurch. Denn Sonne und Wasser machen durstig und ich trinke chronisch zu wenig…

Mit dem Fahrrad von Friedrichshafen nach Meersburg

In der Vierländerregion Bodensee (Deutschland, Österreich, Schweiz und Fürstentum Liechtenstein) lässt es sich herrlich Radfahren! Um den 63 km langen See führt eine ca. 260 km lange Radroute, die durch wunderschöne (Urlaubs-)Orte und vorbei an Obstplantagen, Weinbergen und historischen Gebäuden leitet. Ganz so weit wollte ich nicht fahren, sondern viel mehr entspannen, tief durchatmen und mich mit ein bisschen Bewegung wach halten :-D.

Los ging die Tour in Friedrichshafen. Die Fahrrad-Route um den Bodensee ist sehr gut ausgeschildert. Hin und wieder ist die Strecke recht schmal und verläuft an der Hauptstraße entlang. Daher lohnt es sich teilweise auch einmal auf die andere Straßenseite zu schauen, wo der Weg oft als Zweirichtungsradweg gekennzeichnet ist. Vorbei an Obstbäumen und Weinpflanzen fuhr ich durch Fischbach über das beschauliche Immenstadt und Hagnau bis nach Meersburg. In Hagnau verweilte ich kurz am Kieselstrand. Denn die Uferpromenade ist wirklich wunderschön, lädt zum Bummeln und Verweilen auf den zahlreichen Bänken ein. Ich mache erstmal ein Fotoshooting mit Ljómi und genieße die Aussicht rüber zu den Bergen und in die Schweiz.

Mit der Fähre über den Bodensee: Auch mit Fahrrad kein Problem!

Als ich schließlich in Meersburg ankam, bewunderte ich die schon von weitem sichtbare barocke Schloßanlage (das Neue Schloß). Es gibt außerdem noch die mittelalterliche Burg Meersburg und eine hübsche kleine Altstadt. Ich bummele kurz hindurch, gönne mir ein Eis zum Frühstück und suche mir dann den Weg zum Fahrkartenschalter: Denn ich wollte Fähre fahren! Und zwar nach Konstanz, wo ich noch nie war, obwohl ich es mir in den letzten Jahren, wenn ich in der Region war, immer vorgenommen hatte. Faltrad gefaltet, rein in den Laden, Preise checken, herausfinden, dass der Mitarbeiter direkt keinen Fahrradpreis berechnet hat, grinsend mit einem Einzelfahrschein wieder rausmarschieren.

–> Fährpreise Meersburg – Konstanz:

Etwas verwirrt war ich jedoch kurz: Als ich vorher recherchiert hatte, war der Preis deutlich geringer gewesen. Das mag wohl daran liegen, dass das erste Ergebnis für die Fähre Meersburg-Konstanz die Autofähre meint. Die liegt aber etwas außerhalb. Ich zahlte 6,40 € für die Überfahrt mit der Bodenseefähre ohne Fahrrad. Dafür muss, wie in der Bahn (auch im ICE geht das so, ja), das Faltrad gefaltet an Bord genommen werden und auch so kompakt bleiben. Normale Räder kosten je nach Strecke 4,80 € oder 6,40 €. Ich ließ mir auf der ca. 45 min Fahrt mit Zwischenhalt an der Blumeninsel Mainau (die lohnt es sich bestimmt auch zu besuchen) den Wind um die Nase wehen und fühlte mich tatsächlich wie im Urlaub. Schööööön!

Konstanz entspannt

Mit vom Wind zersausten Haaren und tiefenentspannt, verließ ich am frühen Nachmittag die Fähre in Konstanz und streunerte zunächst ein wenig in der Hafengegend herum. Der Stadtgarten direkt am Wasser war sehr einladend und hat nicht nur viele ruhige Ecken, sondern verfügt auch über eine denkmalgeschützte Konzertmuschel.

Konstanz hat einiges zu bieten! Hier fand vor 600 Jahren die einzig gültige Papstwahl nördlich der Alpen statt (Konstanzer Konzil). Die älteste, seit 1607 dauerhaft bespielte Theaterbühne Deutschlands befindet sich hier auch und die historische Altstadt ist definitiv einen Besuch wert. So rollte ich durch die Straßen, schob mein Rad durch die Fußgängerzone, lauschte Straßenmusikern und suchte vor allem etwas Leckeres zu essen!

Ein Glückstreffer führte mich zu Eugens Bio Restaurant und Café. Dort gab es für mich Käsespätzle und hausgemachte Limo, während ich Passanten beobachtete und das Urlausbgefühl weiter auf mich wirken ließ.

Mit dem Katamaran nach Friedrichshafen

Für den Rückweg wählte ich den schnellen Katamaran nach Friedrichshafen. Der brauchte zwar auch knapp 45 min, legte dabei aber eine weitere Strecke zurück und ohne Zwischenhalt. Ein Einzelticket schlug mit 10,90 € zu Buche. Auch hier reichte es, das Fahrad zu falten, damit es kostenfrei mit konnte. Der normale Fahrradticketpreis lag bei 4,90 €.

Streckenvorschlag: Am Bodensee mit Rad und Fähre

Unten findet ihr meinen Streckenvorschlag bei Komoot. Kurz und knackig, denn den Großteil der Strecke legte ich mit der Fähre zurück. Zugfahren könnt ihr auch, aber das dauert deutlich länger. In Konstanz habe ich nicht mehr aufgezeichnet und hier nur beispielhaft dokumentiert, wo ich war. Ich empfehle euch aber, je nach verfügbarer Zeit, die Stadt nach Lust und Laune zu erkunden. Ich habe nur einen Bruchteil gesehen, aber es gibt dort einiges zu entdecken.

Weitere Tourenvorschläge und Tipps zum Radfahren findet ihr übrigens auch im Radl-Blog von Kondrauer.

Radreise Unstrutradweg: In 3 Tagen von der Quelle bis zur Mündung

TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen.
Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich. Dies ist ein bezahlter Beitrag
aufgrund einer Kooperation. Die Kosten der Reise wurden übernommen.

Kooperation mit dem Unstrutradweg e.V.! Vielen Dank für die Einladung in diese wunderschöne Region!

Einmal mitten ins grüne Herz Deutschlands verschlug es mich im Sommer 2019 (“Seit wann sind Herzen grün?”). Dort lernte ich die Region rund um den Unstrutradweg mit dem Fahrrad kennen und war mehr als einmal überrascht, über die Vielfältigkeit der Region. Die ruhige Unstrut, die auf knapp 190 km durch zwei deutsche Bundesländer führt, wirkt zunächst unauffällig. Von der unscheinbaren Quelle in Kefferhausen, Eichsfeld (Thüringen) schlängelt sich der Fluss immer breiter werdend zwischen sanften Hügeln, weiten Feldern und an mittelalterlichen Städten vorbei bis zur Mündung in die Saale in Naumburg (Sachsen-Anhalt). Auf diesem Weg erlebte ich ein breites Spektrum an landschaftlicher Vielfalt und mehr als einen Einblick in die lebhafte deutsche Geschichte – von der Bronzezeit übers Mittelalter bis hin in die Neuzeit.

Gliederung

  1. Einleitung und Übersicht
  2. Anreise
  3. Der Unstrutradweg: Etappen
    1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)
      • Highlights: Mühlhausen & Bad Langensalza
    2. Tag: Von Herbsleben bis nach Artern (ca. 75 km)
      • Highlights: Sömmerda, Goethe Schokoladenmanufaktur Oldisleben & Wasserburg Heldrungen
    3. Tag: Von Artern bis nach Naumburg (ca. 70 km)
      • Highlights: (Arche) Nebra, Freyburg & Naumburg
  4. Streckendetails/ gpx-Tracks zum Download

1. Einleitung und Übersicht

Ich hatte drei Tage Zeit für meine Reise auf dem Unstrutradweg. Zur Planung der Etappen nutzte ich nicht nur die offizielle Seite des Unstrutradwegs, sowie den offiziellen Instagram-Account, sondern auch die üblichen Verdächtigen, wie Outdooractive und Komoot. Es lagen knapp 65-70 km Weg pro Etappe vor mir. Aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, empfiehlt es sich tatsächlich auch nicht sehr viel mehr Strecke einzuplanen. Weniger geht natürlich immer. Ihr findet im folgenen meine Reisestationen und Erlebnisse im Detail. Am Ende folgen die Streckenabschnitte, die ich pro Tag zurückgelegt habe, als gpx. Inklusive aller Schlenker und Abstecher (keine Gewähr :-D).

2. Anreise

Knapp 3 h dauerte meine Anreise mit dem Zug von Berlin Hbf. nach Silberhausen in Thüringen, dem nächstgelegenen Bahnhof zur Unstrutquelle bei Dingelstädt. Alles lief wie am Schnürchen: Mein ICE Ticket mit Fahrradstellplatz reichte bis Erfurt. Danach stieg ich in den Regionalzug bis Silberhausen und schon war ich da und die Radreise konnte beginnen. Die Quelle der Unstrut und somit der Anfang des Unstrutradwegs liegt etwa 6 km vom Bahnhof entfernt. Der Weg dahin kreuzt bereits die offizielle Fahrradroute.

3. Der Unstrutradweg: Etappen

1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)

An der Unstrutquelle angekommen, die mit einem kleinen Steinbau umgeben ist, begutachtete ich erst einmal die ausführliche Streckenkarte. Alle meine Stationen fanden sich dort fein säuberlich aufgeführt und es versprach eine spannende Reise zu werden. Ich hielt mich nicht allzu lange auf, denn das Wetter spielte mit, es war bereits kurz nach 10 Uhr und es lagen noch knapp 70 km Weg vor mir. Außerdem hatte ich einfach Lust radzufahren! Natürlich wollte ich nicht den gleichen Weg wieder zurückfahren und so entschied ich mich einem Tipp zu folgen, den ich auf Facebook bekommen hatte.

Tipp am Wegesrand:
Radreise Unstrutradweg: In 3 Tagen von der Quelle bis zur Mündung weiterlesen