Archiv der Kategorie: Fernweh

Das Radelmädchen auf Reisen mit und ohne Fahrrad. Ob Städtetrips oder ausgeprägte Radreisen, alles findet hier seinen Platz.

Radreise: Norwegen 03

….Berge, Berge, Schnee und der größte Binnensee Norwegens.

Hier gibt es die Berichte Teil 01, Teil 02, Teil 04 und Teil 05 der
Norwegenradreise.

Ich habe meine Tour vorher sehr genau geplant. Auch, weil ich nicht so viel Zeit hatte und das erste Mal eine Reise dieser Art allein gemacht habe. Mithilfe von dem Buch “Norwegen per Rad”gpsies.com und der klassischen Cappelen Landkarte entstand meine Tourenroute. Ich war mehrmals froh darüber, dass ich wusste, wo der nächste Campingplatz war (natürlich zusätzlich auch Dank GPS) und eine genaue Route und einen Plan zu haben. Orte mit Zeltplätzen waren somit für mich auch immer das Tagesziel. Ich habe über das Wildcampen nachgedacht. In Norwegen ist das campen aufgrund des Jedermannsrecht (norw. Allemannsretten) mit mindestens 150 Meter Abstand zum nächsten Haus größtenteils frei erlaubt. Es ist eine günstige Möglichkeit, aber die Temperaturen nachts und die Anstrengung auf der Reise ließen mich doch immer nach einer heißen Dusche rufen ;-). Auch das Gefühl, etwas sicherer zu sein, wenn ich nicht irgendwo allein im Wald schlafe, überzeugten mich, einen der zahlreichen Plätze aufzusuchen.

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Radreise: Norwegen 02

Die Anreise wird hier in Teil 01 beschrieben.

25.04.2015
ca. 18:45 Uhr in Oslo, NOR

Als ich den Fährhafen verlassen wollte, musste ich mich erst noch einer kleinen Unterhaltung mit dem Zollbeamten stellen. Der beäugte mich und mein voll bepacktes Fahrrad etwas misstrauisch und wollte ganz genau wissen, was ich denn alles so dabei hatte und was das Ziel meiner Reise sei. Hm. Eventuell kommen vollgepackte Radfahrer nicht so häufig mit der Fähre nach Oslo. Oder vielleicht war es einfach zu früh im Jahr.

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Radreise Irland 03: Radeln ist Nebensache

3.Tag, Sonntag 24.08.2014: Die Araninseln Teil 01

Tageskilometer: Doolin, County Clare –> Inishmore, ca. 21 km; Wetter: wolkenverhangen, Nieselregen bis Regen, tw. trocken bis 16°C

Nach 1,5 Nächten in Doolin schwangen wir uns am Sonntag nun endlich auf die Räder, um gen Westen zu radeln. Äh ach… naja, fast.

Übers Wasser

Da war ja noch was mit Inseln. Zu denen kommt man mit der Fähre doch etwas entspannter als mit dem Fahrrad, zumindest wenn gerade keine Brücke vorhanden ist. Das geplante Ziel waren die Araninseln, eine Inselgruppe, bestehend aus der kleinen Inisheer, der mittleren Inishmaan und der größten Inishmore. Dazu gehörten außerdem ein paar kleine unbewohnte Inseln. Alle liegen direkt vor der irischen Küste zwischen Doolin und Galway.

Die erste Hürde war an jenem kühlen, leicht vernieselten Morgen rechtzeitig den Campingplatz zu verlassen, um den nicht einmal 300 m entfernten Fähreanlegeplatz rechtzeitig zu erreichen. Rechtzeitig meinte ca. 9.30Uhr, da wir unsere Räder noch anmelden und natürlich verladen lassen mussten. Zu der Zeit war der Wasserstand sehr niedrig an der Anlegestelle. Deshalb war es nötig, kleine Boote zu nutzen, die uns zur richtigen Fähre etwas weiter draußen aufs Meer bringen sollten. Doch zunächst standen wir eine Weile herum und konnten allen anderen beim Einsteigen zuschauen. Das gab die Gelegenheit, uns auszumalen, wie unsere Räder auf diese kleinen Beiboote gelangen sollten – in Anbetracht der Hafenmauer und der schmalen Treppe hinunter zum Boot.

Hafen Doolin, hinter meinem Rad die Treppe hinunter zum Boot...
Hafen Doolin, hinter meinem Rad besagte Treppe…

Nachdem wir das Gepäck wieder von den Rädern abgeladen hatten, konnten wir beobachten, wie ein freundlicher, aber bestimmter Herr sich je zwei der Fahrräder schnappte und die schmale Treppe hinunter balancierte (kurze Schreckstarre meinerseits!!!). Doch es klappte alles ohne Probleme. Die Herren waren ja erfahren und nach dem Umsteigen auf die richtige Fähre und einer etwas feuchten Fahrt legten wir kurze Zeit darauf im Hafen von Inisheer an.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Dies hatte einen besonderen Hintergrund: Philipps Urgoßvater, seinerzeit Forschungsreisender, bereiste Irland und im speziellen die Araninseln in den Jahren 1912/1913. Er schrieb Tagebuch darüber und machte zahlreiche Fotos. Philipp hat dazu auf seinem Blog auch einen kleinen Beitrag verfasst. Wir begaben uns nun auf dessen Spuren und besuchten die Orte, an denen er viele Jahrzehnte zuvor gewesen war und erkundeten die kleine, raue Insel teils zu Fuß,teils mit dem Rad.

Im Nieselregen erreichen wir den Hafen von Inisheer.
Im Nieselregen erreichen wir den Hafen von Inisheer.
Der Steinstrand von Inisheer. Und ein bisschen kommt die Sehnsucht nach einem trockenen, kuschligen Plätzchen auf. Pic by Philipp
Der Steinstrand von Inisheer. Und ein bisschen kommt die Sehnsucht nach einem trockenen, kuschligen Plätzchen auf. Pic by Philipp
Die typischen Trockensteinmauerparzellen auf Inisheer, pic by Simon
Die typischen Trockensteinmauerparzellen auf Inisheer, pic by Simon
Vom Meer geprägt

Charakteristisch sind die Trockensteinmauern, die Wiesen und Felder in zahlreiche Parzellen unterteilten und den kaum fruchtbaren Böden vor Wind und Wetter des Meeres schützen sollen.

Der raue Eindruck, der sich auf den ersten Blick bot, ob der fast baumlosen, kargen Landschaft, trügte jedoch. Es hatte etwas sehr Reizvolles an der steinigen Küste (ja Steine gab es hier einige) entlang zu radeln und zu sehen, was das Meer den kleinen Inseln abverlangte. Viele Kleinigkeiten machten die Insel sehenswert: Die kleinen Hütten, die sich hinter den Mauern und Hügeln zu ducken schienen, der Friedhof mit den alten Grabmalen oder die Festungsruine. Das alte, rostige Schiffswrack (die MV Plassey, die 1960 im Sturm auf Grund gelaufen war) hatte besonders im Regen etwas Mystisches und Geheimnisvolles an sich.

Die MV Plassey am einsamen Strand; pic by Phillipp
Die MV Plassey am einsamen Strand; pic by Phillipp

 

Rike und Philipp bestaunen den Rost.
Rike und Philipp bestaunen den Rost.

Der Regen war sowieso allgegenwärtig, nur irgendwie störte es mich weniger, als befürchtet. Denn wenn man sich wohl auf eines einstellte, wenn man nach Irland fahren wollte, dann dass es oft nass werden würde. Obwohl natürlich jede Minute ohne Wasser von oben sehr geschätzt war.

Wir wärmten und belohnten uns später in einem kleinen Café unweit des Hafens. Mein Rhabarb-Strawberry-Crumble mit Vanilleeis und die heiße Schokolade mit Marshmallows waren wirklich grandios.

Warmer Rhabarber-Erdbeer-Crumble mit Vanilleeis und dazu heiße Marshmellowschokolade
Omnomnom mit nomnomnom

Als wir um 15 Uhr mit der nächsten Fähre gen Inishmore ablegen wollten, wurden wir zuvor noch von Sandy verabschiedet. Das war ein Delfinmädchen, das in diesen Gefilden Zuhause war und regelmäßig im Hafenbecken in einer Wasserströmung um die Boote herum schwam.

ICH HABE EINEN DELFIN GESEHEN! In ECHT!!!<3

Sandy <3, pic by Philipp
Sandy <3, pic by Philipp

Fortsetzung folgt…

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