Archiv der Kategorie: Fernweh

Das Radelmädchen auf Reisen mit und ohne Fahrrad. Ob Städtetrips oder ausgeprägte Radreisen, alles findet hier seinen Platz.

Sonntagstour durchs Löcknitztal

Nachdem ich über eine Woche nicht auf dem Rad gesessen habe, zog es mich am Sonntag hinaus ins Grüne! Bei dem wunderschönem Herbstwetter war dazu nicht viel Motivation nötig ;-). Dennoch wollte ich den Ausflug nach Brandenburg auch nutzen, um mich etwas vertrauter mit der neuen Kamera zu machen. Zuletzt hatte ich die am Bodensee benutzt. Also bereitete ich Libelle vor, schraubte noch schnell die Lowrider von der letzten Tour ab und gönnte der Kette etwas Öl. Und ab ging es in den nächsten Zug raus nach Erkner!

TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/ Markennennungen. Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Kondrauer. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich.

Nicht einmal eine halbe Stunde nachdem ich das Haus verlassen habe, kam ich mit dem Zug in Erkner, im Südosten von Berlin an. Von dort war es nur noch ein Katzensprung in die Gemeinde Grünheide, zur Müggelspree und in das Naturschutzgebiet Löcknitztal – ein wunderschöner Fleck Erde, den ich bisher noch viel zu wenig erkundet hatte. Zuletzt war ich beim schottrigen Rüttelkuchenride von Fahrtwind Berlin in der Gegend.

Sonntägliche To-Dos: Radfahren, Fotos machen, Kuchen essen!

Dieses Mal sollte die Tour mindestens genauso wenig auf befestigten Straßen entlang führen, jedoch deutlich kürzer sein. Primäres Ziel: Kamera ausprobieren (Es ist eine gebrauchte Sony Alpha 6000 mit zahlreichen Objektiven.), Luft schnappen und Kuchen essen! Denn nicht weit entfernt liegt auch das berühmte Kuchenparadies von Holly und der Besuch dort stand natürlich ganz oben auf der Sonntags To-do Liste! Doch zunächst ging es auf schmalen Pfaden durchs Löcknitztal entlang der Löcknitz Richtung Grünheide (Mark).

Geplanter Streckenverlauf:

Die ca. 46 km lange Strecke verläuft primär auf Pfaden, Trails und Wald- bzw. Forstwegen mit wenig Asphalt. Dieses Mal gebe ich euch mal keinen fertigen GPX-Track, sondern zeige euch nur eine Übersicht und die Karte mit der Route. Das Löcknitztal ist zum Teil ein Naturschutzgebiet und die Wege können sehr schmal sein bzw. werden des Öfteren mit Wanderern. Daher finde ich es angebracht, dass jeder, der Lust hat, die Region zu erkunden, sich selbst eine Route zusammenstellt. Es gibt auch offizielle Radrouten, wie den Spreeradweg, die Oder-Spree-Tour und den Dahme Radweg, an denen man sich orientieren kann, z.B. wenn es etwas straßenlastiger sein soll. Mehr Inspiration dazu gibt es auf den Seiten des Tourismus Grünheide.

Erkner –> Löcknitztalweg (über Gottesbrück)–> Mönchwinkel (entlang der Spree)–> Hartmannsdorf–> Oder-Spree-Kanal–> Wernsdorf/ Schmöckwitz–> Dahme/Langer See–> Grünau

Löcknitztal: Von Gewässer zu Gewässer

Das war eine Tour ganz nach meinem Geschmack! Viel Wasser, schmale Wege, abwechslungsreiche Landschaft und im Schatten war es trotz Sonnenschein angenehm kühl. Die Blätter der Bäume zeigten sich in allen herbstlichen Farbschattierungen, die man sich nur vorstellen kann. Wundervoll bunt war es in Brandenburg. Der Weg an der Löcknitz entlang war teilweise so schmal und von Wasser umgeben, dass nicht mehr als ein enger, teils matschiger Trail davon zu sehen war. Toll! So kam defintiv keine Langeweile auf und ich konnte wieder an meiner Fahrtechnik feilen.

Natürlich waren an diesem herrlichen Herbsttag auch viele andere Menschen unterwegs, doch bis auf ein paar Wanderer und einige andere Radfahrende war es dennoch angenehm auf den Wegen. Nur die unzähligen Pilzsammler bzw. ihre Vehikel am Straßenrand ließen mutmaßen, dass es wohl ein pilzreicher Herbst und die Region mit den leckeren Gewächsen gesegnet war. Anders könnten die Sammelgelüste von allen jedenfalls nicht befriedigt werden.

Immer ausreichend trinken!

Die Trinkpausen waren eine gute Gelegenheit sich kameratechnisch auszuprobieren. Wie immer, hatte ich auch auf dieser kleinen Sonntagstour durchs Löcknitztal ein paar Müsliriegel und ausreichend Wasser dabei. Sobald die Temperaturen über 20 Grad gehen, brauche ich davon bei Bewegung auch sehr viel. Wasser ist auch schön und gut, aber besonders wenn es wärmer ist, bevorzuge ich ab und zu etwas mit Geschmack und gern auch dezentem Sprudel. Daher liebe ich Apfelschorle auf Radtouren! Normalerweise besorge ich diese spontan im Supermarkt oder Café. Aber dieses Mal war ich vorbereitet.

Die kleine Flasche “Schorsch” wanderte zu Hause bereits in die Satteltasche, um dann später in die Stem Bag umzuziehen. Dort kam ich besser heran, sobald wir kurz stoppten.

Kameratest

Ich sage wir, weil ich dieses Mal nicht allein unterwegs war und nicht als einzige mit der Kamera herumprobierte. Meine Begleitung gab mir ein paar Einstellungstipps und ließ es sich nicht nehmen, des Öfteren selbst mal abzudrücken. Ich will mich natürlich nicht beschweren und habe auch danach gefragt. So kommen mit Glück auch ein paar Bilder dabei herum, die ich euch jetzt hier zeigen kann ;-). Immer nur Stilleben sind ja auch langweilig. Ich merkte auch erneut, dass ich viel mehr Spaß habe, zu fotografieren, wenn ich nicht wie immer nur das Smartphone nutze. Durch den optischen Sucher zu schauen und dann das Auslösegeräusch zu hören, sobald ich den Knopf abdrücke, erzeugt irgendwie ein richtig gutes Gefühl! Kennt ihr das auch?

Wie war das mit dem Kuchen?

Da wir uns nicht zu sehr verausgaben wollten, durfte ein Kaffee und Kuchen-Stopp natürlich an einem derartig entspannten Sonntag nicht fehlen. Außerdem hatte ich Hunger und wollte meiner Begleitung unbedingt einmal Hollys Galleriecafé zeigen, das Kuchenparadies in Hartmannsdorf/ Spreenhagen. Praktischerweise lag das auf halber Strecke der Tour. Obwohl es natürlich sonntäglich voll war, wurden wir nicht enttäuscht: Teilweise noch warmer Blechkuchen wartete auf uns. Nachdem wir mit vollen Tellern auf einer Bank Platz genommen haben, genossen wir die süßen Leckereien mit wohligem Seufzen und bei ein paar Minuten des schmatzenden Schweigens.

Und nach dem Kuchen? Hatte ich zwar einen vollen Bauch, aber auch riesige Lust noch ein wenig durch den Wald zu pesen. Auch wenn, wir uns entschieden, abzukürzen und nicht mehr nach Grünau, sondern nach Erkner zurückzufahren, genoß ich die letzten Kilometer im zunehmenden Abendlicht sehr. Ein gelungener Sonntag! Und den Umgang mit der Kamera muss ich zwar immer noch üben, da mich besonders Bilder von Personen in Bewegung reizen, doch hilfreich war der kleine Ausflug nach Brandenburg ins Löcknitztal auf jeden Fall!

Alle Bilder, auf denen ich zu sehen bin, von Jan B.

8bar Pathfinder Gravel x Road

Unglaublich ruhig und herrlich kühl war es im Wald des Müritz Nationalparks, in dem wir nun unterwegs waren. Das weiche Moos dämpfte jegliche Geräusche, erschwerte aber auch das Vorankommen. Doch es war auch wunderschön hier, märchenhaft und wild. Sanfte Hügel und unzählige Seen gestalten diese unberührt wirkende Landschaft in Mecklenburg Vorpommern. Nur die schmalen Wanderwege, Waldpfade und ab und an ein paar Forstwege teilen die Wälder. Das letzte Stück unserer Anreise während des neuesten Events der Berliner Fahrradmanufaktur 8bar hatte es in sich. Sand und Kiesel verlangsamten die bunt zusammengewürfelt Gruppe: Ein Vorgeschmack auf den 8bar Pathfinder Tag.

HINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen ohne Auftrag. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive.

Check in bei 8bar bikes & ab nach Brandenburg

Am Freitagmorgen waren wir nach der Gepäckabgabe und der Begrüßung am 8bar Showroom von Berlin aus aufgebrochen. Eingeteilt in Teams von 3 bis 5 Personen konnten wir direkt am 1. Tag des 8bar Pathfinder entscheiden, ob wir die lange, mittlere oder kurze Strecke zum Campingplatz radeln wollten. Die meisten Teams mit den illustren Namen „ Lagerfeuer“, „Kompass“ oder „Ferienlager“ beschlossen, sich den Weg durch den Stadtverkehr zu sparen und fuhren erst einmal mit dem dezent überfüllten Zug raus aus Berlin. So auch mein Frauenteam „Kompass“. Wir wollten es bei den warmen Temperaturen etwas ruhiger angehen lassen und wählten die kurze Streckenlänge mit knapp 90 km. Team Lagerfeuer schloss sich uns an und so verließen wir in Gransee den Zug und radelten raus in den Landkreis Oberhavel in Nordbrandenburg. Unser Tagesziel sollte ein Campingplatz mitten auf der Mecklenburgischen Seeplatte sein.

Bild von Andreas Stenzel

Ich genoss es sehr in solch angenehmer Gesellschaft durch die wunderschöne Landschaft zu radeln. Straßen und Feldwege, Waldpfade und weiche Mooswege standen auf dem Untergrundmenü. Natürlich durfte ein Eis-Stopp nicht fehlen und die Pommes folgten gleich hinterher :-D. Nachdem wir zu früh am Checkpoint angekommen waren, beschlossen wir jedoch, direkt weiter zu radeln. Schließlich hatten wir zuvor schon eine lange und ausgiebige Pause gemacht^^.

8bar Pathfinder – Einstimmung

Gar nicht so schwer, dachte ich mir, als unsere kleine Reisegruppe am Freitagnachmittag auf den letzten Kilometern nur noch einer gestrichelten Linie auf dem Navigationsgerät folgte und relativ problemlos den direkten Weg zum Campingplatz fand. Vielleicht hat auch der Blick auf die lokale Karte geholfen, die einen guten Überblick über Wege und Pfade der Gegend bot. Vielleicht war es aber auch ein Vorteil, dass wir an diesem Tag noch die eigenen GPS-Geräte mit Kartenmaterial und eingezeichneten Wegen nutzen konnten. Das sollte am Folgetag anders werden.

8bar Pathfinder Tag

Der Tag begann für mich wie ich ihn abgeschlossen hatte: mit einem erfrischenden Bad im See, der direkt beim Campingplatz lag. Perfekt. Danach ein entspanntes Frühstück und rauf aufs Rad. Das fühlte sich ein bisschen wie Kurzurlaub an – und das gar nicht weit weg von Berlin. Mir fiel auf, wie lange ich nicht mehr im Müritz Nationalpark war. Schlimm genug, denn es ist einfach wunderschön dort! Auf der Fahrrad-To-Go Liste für nächstes Jahr steht dieser weitläufige Landstrich auf jeden Fall ganz groß geschrieben!

Bild von Andreas Stenzel

Team Kompass machte sich am Pathfinder Tag auf jeden Fall hochmotiviert los, ausgestattet mit zwei Wahoo – Navis, die nur eine dreieckige Linie zeigten, aber keine Karten hinterlegten hatten. Denn nun mussten wir unseren eigenen Weg anhand dieser Luftlinie finden. Die jeweiligen Dreiecksspitzen zeigten die zwei Checkpoints und Start/ Ziel an. Dort sollten wir auch Getränke und etwas zu essen erhalten. Soweit so gut.

Die Regeln:

  1. Mithilfe des Navis den Weg zu den Checkpoints finden und dort kleine Aufgaben erfüllen.
  2. Keine Leute nach dem Weg fragen.
  3. Regionale Karten dürfen angeschaut und abgezeichnet, jedoch kein Foto davon gemacht werden.
  4. Es dürfen nur gekennzeichnete Wege benutzt werden.

Verloren im Wald

Am Anfang nahmen wir es allerdings etwas zu ernst mit der Orientierung an der Linie und versuchten, so nah wie möglich an der auf dem Navigationsgerät angezeigten Route zu bleiben. Schon auf den ersten 10 km gingen wir im Wald des Müritz-Nationalpark verloren und standen schließlich am Ende eines Waldweges, der nicht mehr weiterführte. Und nun? Wir wollten die Wege nicht verlassen, denn schließlich befanden wir uns in einem geschützten Nationalpark! So suchten wir nach einem Pfad, fuhren ein Stück zurück, überlegten, wie wir weiter kommen sollten. Rehe huschten durch das Dickicht. Die Bäume mit ihren hohen, kahlen Stämmen ragten hoch gen strahlend blauen Himmel. Die Sonne schuf immer wieder kleine Lichtinseln ins Moos. Doch der kühle Schatten im Wald tat an diesem warmen Sommertag unglaublich gut.

Team Kompass trug die Räder über Baumstämme, schob sie durch raschelndes Laub und vorbei an saftig, weichem Moss. Nach einer gefühlt ewigen Zeit etwas verloren im Wald, fanden wir schließlich einen Weg hinaus und entdeckten zurück an der Straße endlich auch eine Landkarte. Dort fertigten wir zunächst eine Übersichts-Zeichnung an, um den Weg zum Checkpoint A besser finden zu können. Nun ja, wir waren spät dran, doch schließlich erreichten wir den Ort, der sich an einem der vielen Seen der Mecklenburgischen Seenplatte befand. Doch wir blieben nicht lang und machten uns schließlich auf den Weg zum Checkpoint B, den wir deutlich schneller fanden. Aufgehalten wurden wir höchstens von dem tiefem Sand, der die Waldwege immer wieder schwer befahrbar machte. Aber nun war ich geübt und scheute mich nicht mehr den Sand in Angriff zu nehmen! Einfach weitertreten^^.

Von See zu See

Am Checkpoint B , dem Strandbad eines größeren Sees, wartete schon etwas Verpflegung und Team Lagerfeuer auf unser Eintreffen. Wir hatten uns als einzige zwei Teams für die kurze Strecke des 8bar Pathfinder entschieden und beschlossen gemeinsam, so wie schon am Vortag, den Weg zum Basecamp zurückzulegen. Schön. Denn das war tatsächlich das Tolle am 8bar Pathfinder: Niemand musste allein fahren, alle radelten in Teams. Teilweise kannte man sich vorher schon, teilweise entstanden neue Kontakte.

Bild von Andreas Stenzel

Als wir nach knapp 80 km Tagesstrecke am Campingplatz ankamen, war für mich ganz klar, was ich zuerst machen wollte: Rein in den Bikini und ab in den See. Herrlich! Obwohl das Wasser schon ganz schön frisch war. Nun noch ein Radler und etwas Gutes zu essen (und das Essen war wirklich grandios und frisch gekocht) und der Tag endete perfekt!

Der lange Weg zurück

Am Sonntag brachen wir schließlich ganz unterschiedlich auf. Einige fuhren bereits zum Zug, andere folgten noch dem bereitgestellten Track für den Rückweg nach Berlin. Mein Plan war es, zunächst die kurze Strecke zu fahren und dann je nach Stimmung zu entscheiden, wie es weitergehen sollte. Und so brach ich zusammen mit Team Lagerfeuer auf gen Heimat. Bereits nach knapp 30 km war uns nach einer gemütlichen Pause und zweiten Frühstück bzw. frühen Mittag. So gönnten wir uns erstmal ein paar erfrischende Getränke und Waffeln im Radler Stopp in Wesenberg. Hach, so habe ich es gern…

Auch an diesem sonnigen Sonntag war uns das warme Wetter treu. Die Strecke war ganz grandios, führte teilweise über Straße, teilweise an schmalen Seewegen entlang. Ich konnt einfach nicht genug bekommen. So beschloss ich mit einigen anderen 8bar Pathfinder Teilnehmenden, die wir auf dem Weg zurück getroffen hatten, zumindest bis kurz vor Berlin zu radeln.

Am Ende des Tages und nach einer Zwangsverlängerung aufgrund überfüllter Züge und Schienenersatzverkehr, hatte ich schließlich über 120 km zurückgelegt, war in eine zügige Gruppenfahrt integriert im Windschatten gefahren und hatte selbst welchen gegeben. Ich war ziemlich ko, ständig durstig, ziemlich durchgeschwitzt und sehr staubig – aber auch sehr glücklich.

Bilder von Andreas Stenzel

Mehr über dieses grandiose Wochenende mit Freunden in der Natur findet ihr auch im Blogpost über den 8bar Pathfinder bei 8bar (Achtung, Schleichwerbung ! Diesen Beitrag habe ich nämlich auch geschrieben^^.)

Ruhemomente: Mit dem Fahrrad am Bodensee

Dieser Sommer war einfach wundervoll intensiv und ereignisreich, dass ich gar nicht mehr dazu komme, die ganzen Erlebnisse zu verarbeiten (Luxusproblem, schon klar, aber es stimmt!). Daher wollte ich das Ganze etwas entschleunigen und entschied auf meiner Reise an den Bodensee zur Eurobike 2019, mal einen Tag auszusetzen.

TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/ Markennennungen. Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Kondrauer. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich.

Ein Tag mag nicht viel sein. Aber bei bestem Spätsommerwetter und am Fuße des herrlich blauen Bodensees mit Blick auf die Alpen, fiel es mir sehr leicht, einfach mal abzuschalten. Mit im Gepäck: Faltrad Brompton Ljómi, die neue Kamera und eine Erfrischung für Zwischendurch. Denn Sonne und Wasser machen durstig und ich trinke chronisch zu wenig…

Mit dem Fahrrad von Friedrichshafen nach Meersburg

In der Vierländerregion Bodensee (Deutschland, Österreich, Schweiz und Fürstentum Liechtenstein) lässt es sich herrlich Radfahren! Um den 63 km langen See führt eine ca. 260 km lange Radroute, die durch wunderschöne (Urlaubs-)Orte und vorbei an Obstplantagen, Weinbergen und historischen Gebäuden leitet. Ganz so weit wollte ich nicht fahren, sondern viel mehr entspannen, tief durchatmen und mich mit ein bisschen Bewegung wach halten :-D.

Los ging die Tour in Friedrichshafen. Die Fahrrad-Route um den Bodensee ist sehr gut ausgeschildert. Hin und wieder ist die Strecke recht schmal und verläuft an der Hauptstraße entlang. Daher lohnt es sich teilweise auch einmal auf die andere Straßenseite zu schauen, wo der Weg oft als Zweirichtungsradweg gekennzeichnet ist. Vorbei an Obstbäumen und Weinpflanzen fuhr ich durch Fischbach über das beschauliche Immenstadt und Hagnau bis nach Meersburg. In Hagnau verweilte ich kurz am Kieselstrand. Denn die Uferpromenade ist wirklich wunderschön, lädt zum Bummeln und Verweilen auf den zahlreichen Bänken ein. Ich mache erstmal ein Fotoshooting mit Ljómi und genieße die Aussicht rüber zu den Bergen und in die Schweiz.

Mit der Fähre über den Bodensee: Auch mit Fahrrad kein Problem!

Als ich schließlich in Meersburg ankam, bewunderte ich die schon von weitem sichtbare barocke Schloßanlage (das Neue Schloß). Es gibt außerdem noch die mittelalterliche Burg Meersburg und eine hübsche kleine Altstadt. Ich bummele kurz hindurch, gönne mir ein Eis zum Frühstück und suche mir dann den Weg zum Fahrkartenschalter: Denn ich wollte Fähre fahren! Und zwar nach Konstanz, wo ich noch nie war, obwohl ich es mir in den letzten Jahren, wenn ich in der Region war, immer vorgenommen hatte. Faltrad gefaltet, rein in den Laden, Preise checken, herausfinden, dass der Mitarbeiter direkt keinen Fahrradpreis berechnet hat, grinsend mit einem Einzelfahrschein wieder rausmarschieren.

–> Fährpreise Meersburg – Konstanz:

Etwas verwirrt war ich jedoch kurz: Als ich vorher recherchiert hatte, war der Preis deutlich geringer gewesen. Das mag wohl daran liegen, dass das erste Ergebnis für die Fähre Meersburg-Konstanz die Autofähre meint. Die liegt aber etwas außerhalb. Ich zahlte 6,40 € für die Überfahrt mit der Bodenseefähre ohne Fahrrad. Dafür muss, wie in der Bahn (auch im ICE geht das so, ja), das Faltrad gefaltet an Bord genommen werden und auch so kompakt bleiben. Normale Räder kosten je nach Strecke 4,80 € oder 6,40 €. Ich ließ mir auf der ca. 45 min Fahrt mit Zwischenhalt an der Blumeninsel Mainau (die lohnt es sich bestimmt auch zu besuchen) den Wind um die Nase wehen und fühlte mich tatsächlich wie im Urlaub. Schööööön!

Konstanz entspannt

Mit vom Wind zersausten Haaren und tiefenentspannt, verließ ich am frühen Nachmittag die Fähre in Konstanz und streunerte zunächst ein wenig in der Hafengegend herum. Der Stadtgarten direkt am Wasser war sehr einladend und hat nicht nur viele ruhige Ecken, sondern verfügt auch über eine denkmalgeschützte Konzertmuschel.

Konstanz hat einiges zu bieten! Hier fand vor 600 Jahren die einzig gültige Papstwahl nördlich der Alpen statt (Konstanzer Konzil). Die älteste, seit 1607 dauerhaft bespielte Theaterbühne Deutschlands befindet sich hier auch und die historische Altstadt ist definitiv einen Besuch wert. So rollte ich durch die Straßen, schob mein Rad durch die Fußgängerzone, lauschte Straßenmusikern und suchte vor allem etwas Leckeres zu essen!

Ein Glückstreffer führte mich zu Eugens Bio Restaurant und Café. Dort gab es für mich Käsespätzle und hausgemachte Limo, während ich Passanten beobachtete und das Urlausbgefühl weiter auf mich wirken ließ.

Mit dem Katamaran nach Friedrichshafen

Für den Rückweg wählte ich den schnellen Katamaran nach Friedrichshafen. Der brauchte zwar auch knapp 45 min, legte dabei aber eine weitere Strecke zurück und ohne Zwischenhalt. Ein Einzelticket schlug mit 10,90 € zu Buche. Auch hier reichte es, das Fahrad zu falten, damit es kostenfrei mit konnte. Der normale Fahrradticketpreis lag bei 4,90 €.

Streckenvorschlag: Am Bodensee mit Rad und Fähre

Unten findet ihr meinen Streckenvorschlag bei Komoot. Kurz und knackig, denn den Großteil der Strecke legte ich mit der Fähre zurück. Zugfahren könnt ihr auch, aber das dauert deutlich länger. In Konstanz habe ich nicht mehr aufgezeichnet und hier nur beispielhaft dokumentiert, wo ich war. Ich empfehle euch aber, je nach verfügbarer Zeit, die Stadt nach Lust und Laune zu erkunden. Ich habe nur einen Bruchteil gesehen, aber es gibt dort einiges zu entdecken.

Weitere Tourenvorschläge und Tipps zum Radfahren findet ihr übrigens auch im Radl-Blog von Kondrauer.

Radreise Unstrutradweg: In 3 Tagen von der Quelle bis zur Mündung

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Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich. Dies ist ein bezahlter Beitrag
aufgrund einer Kooperation. Die Kosten der Reise wurden übernommen.

Kooperation mit dem Unstrutradweg e.V.! Vielen Dank für die Einladung in diese wunderschöne Region!

Einmal mitten ins grüne Herz Deutschlands verschlug es mich im Sommer 2019 (“Seit wann sind Herzen grün?”). Dort lernte ich die Region rund um den Unstrutradweg mit dem Fahrrad kennen und war mehr als einmal überrascht, über die Vielfältigkeit der Region. Die ruhige Unstrut, die auf knapp 190 km durch zwei deutsche Bundesländer führt, wirkt zunächst unauffällig. Von der unscheinbaren Quelle in Kefferhausen, Eichsfeld (Thüringen) schlängelt sich der Fluss immer breiter werdend zwischen sanften Hügeln, weiten Feldern und an mittelalterlichen Städten vorbei bis zur Mündung in die Saale in Naumburg (Sachsen-Anhalt). Auf diesem Weg erlebte ich ein breites Spektrum an landschaftlicher Vielfalt und mehr als einen Einblick in die lebhafte deutsche Geschichte – von der Bronzezeit übers Mittelalter bis hin in die Neuzeit.

Gliederung

  1. Einleitung und Übersicht
  2. Anreise
  3. Der Unstrutradweg: Etappen
    1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)
      • Highlights: Mühlhausen & Bad Langensalza
    2. Tag: Von Herbsleben bis nach Artern (ca. 75 km)
      • Highlights: Sömmerda, Goethe Schokoladenmanufaktur Oldisleben & Wasserburg Heldrungen
    3. Tag: Von Artern bis nach Naumburg (ca. 70 km)
      • Highlights: (Arche) Nebra, Freyburg & Naumburg
  4. Streckendetails/ gpx-Tracks zum Download

1. Einleitung und Übersicht

Ich hatte drei Tage Zeit für meine Reise auf dem Unstrutradweg. Zur Planung der Etappen nutzte ich nicht nur die offizielle Seite des Unstrutradwegs, sowie den offiziellen Instagram-Account, sondern auch die üblichen Verdächtigen, wie Outdooractive und Komoot. Es lagen knapp 65-70 km Weg pro Etappe vor mir. Aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, empfiehlt es sich tatsächlich auch nicht sehr viel mehr Strecke einzuplanen. Weniger geht natürlich immer. Ihr findet im folgenen meine Reisestationen und Erlebnisse im Detail. Am Ende folgen die Streckenabschnitte, die ich pro Tag zurückgelegt habe, als gpx. Inklusive aller Schlenker und Abstecher (keine Gewähr :-D).

2. Anreise

Knapp 3 h dauerte meine Anreise mit dem Zug von Berlin Hbf. nach Silberhausen in Thüringen, dem nächstgelegenen Bahnhof zur Unstrutquelle bei Dingelstädt. Alles lief wie am Schnürchen: Mein ICE Ticket mit Fahrradstellplatz reichte bis Erfurt. Danach stieg ich in den Regionalzug bis Silberhausen und schon war ich da und die Radreise konnte beginnen. Die Quelle der Unstrut und somit der Anfang des Unstrutradwegs liegt etwa 6 km vom Bahnhof entfernt. Der Weg dahin kreuzt bereits die offizielle Fahrradroute.

3. Der Unstrutradweg: Etappen

1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)

An der Unstrutquelle angekommen, die mit einem kleinen Steinbau umgeben ist, begutachtete ich erst einmal die ausführliche Streckenkarte. Alle meine Stationen fanden sich dort fein säuberlich aufgeführt und es versprach eine spannende Reise zu werden. Ich hielt mich nicht allzu lange auf, denn das Wetter spielte mit, es war bereits kurz nach 10 Uhr und es lagen noch knapp 70 km Weg vor mir. Außerdem hatte ich einfach Lust radzufahren! Natürlich wollte ich nicht den gleichen Weg wieder zurückfahren und so entschied ich mich einem Tipp zu folgen, den ich auf Facebook bekommen hatte.

Tipp am Wegesrand:
Radreise Unstrutradweg: In 3 Tagen von der Quelle bis zur Mündung weiterlesen

Bikepacking und Übernachtung – UL Zelt bis 150 €

Nach langem hin und her bin ich mir nun sicher: Ein neues Zelt muss her und zwar ein ganz kleines. Nach den ersten positiven Erfahrungen mit Tarp und Biwaksack suche ich nun nach einer Campingplatz-tauglicheren Variante, die Wind und Mücken sicher ist. Ein Bikepacking UL Zelt soll es werden. UL steht für ultraleicht und warum dieser Kram nun wieder sein muss, möchte ich im Folgenden etwas beleuchten.

HINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen ohne Auftrag. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive.

Der Bikepacking Trend hält an. Und das ist auch nicht verwunderlich. Wer einmal die leichte Variante des Radreisen ausprobiert und sich auf ein kleines, unkompliziertes Draußen-Abenteuer mit dem Zelt oder Tarp eingelassen hat, der lernt schnell die Vorteile eines minimal beladenen Fahrrads zu schätzen. Viele kleine, leichte Taschen, statt weniger großer und schwerer bedeuten mehr Wendigkeit und Offroad-Tauglichkeit. Bikepacking steht für mehr Flexibilität und agileren Fahrspaß. Kleinere Taschen zu nutzen und das Gepäck zu reduzieren, heißt aber auch gewichts- und größenoptimiert zu packen. Und da fängt die Problematik (und die Kostenschwemme) an!

Schon bevor ich vor knapp einem Jahr mit meinem neuen Gravelbike den großen Schritt Richtung leichtem und geländeorientierterem Radfahren und Reisen gemacht habe, beschäftigte ich mich mit dem Thema Bikepacking. Kein Wunder, war es doch in aller Munde und die neuen, hippen Breitreifenrenner in meiner Fahrrad-Bubble ein riesiges Ding. Langstreckenfahrt hier, Gravelbike da.

1. Was bedeutet eigentlich Bikepacking?
2. Das perfekte Bikepacking UL Zelt

2.1 Wie viel Platz brauche ich?

2.2 Ein- oder zweiwandig

2.3. Freistehend oder zum Abspannen?

2.4. Wie viel Gewicht möchte ich bei welchem Packmaß mitführen?

2.5. Was kostet ein Bikepacking UL Zelt?

3. Bikepacking UL Zelte unter 150 € und 1,6 kg
4. Meine UL Zelt Favoriten

1. Was bedeutet eigentlich Bikepacking?

Ich war es gewohnt mit schweren Taschen am Gepäckträger hinten zu reisen: Zelt, Schlafsack, Isomatte zum Campen – alles dabei. Auch da musste ich genau überlegen, was ich zum Beispiel für eine 3-wöchige Fahrradtour alles brauchte, ohne zu sehr verzichten zu müssen. Obwohl in so eine Fahrradtasche von Ortlieb doch eine ganze Menge rein passt^^. Das Ganze wird schnell, sehr schwerfällig und genau das wollte ich nicht mehr. Wie geht es also anders?

Hier noch ganz klassisch auf Radreise auf dem Berlin-Kopenhagen-Radweg.

Ich zitiere mich einmal selbst, um den Begriff Bikepacking noch einmal kurz zu erläuterm:

“Zusammengesetzt aus den englischen Worten Bike + Packing beschreibt der Begriff das Radreisen mit Taschen, die direkt am Fahrrad befestigt werden. Abgeleitet vom etablierten Backpacking, das einfache Reisen nur mit einem Rucksack auf dem Rücken.”

“Was ist eigentlich Bikepacking?”, Blogpost auf veloheld.de

Geübt habe ich das Ganze dann 2017, als ich mit meinem Brompton erst auf Messe in Köln und dann auf dem Rheinradweg unterwegs zur Eurobike war. Kleines Rad, wenig Verstaumöglichkeiten und ich hatte Gepäck für mehr als zwei Wochen dabei. Das ging jedoch nur mit Unterkunft in Pensionen und Jugendherbergen. Selbst meinen kleinen Laptop hatte ich dabei in der großen Frontasche und weitere Kleidung drückte ich in die Satteltasche hinten.

Doch mit dem Veloheld wurde das Thema Bikepacking und Packen für mich eine ganz neue Nummer. Zunächst brauchte ich Taschen, die an mein Rad passten – Satteltasche, Rahmentasche, Lowrider, Stembag, Lenkertasche. Ganz schön viel. Ich stellte fest, dass viele Dinge, die ich zum Draußenschlafen und Camping bisher genutzt habe, einfach zu groß und schwer waren. Ergo: Ich suche nun seit einer Weile nach einem passenden Schlafsack (in dem ich bei unter 10°C nicht friere) und vor allem nach einem kleinen Zelt. Doch ganz so einfach ist das nicht.

2. Das perfekte Bikepacking UL Zelt

So ein Bikepacking UL Zelt sollte am besten super leicht und sehr robust sein, ein kleines Packmaß haben und natürlich nicht zu teuer sein. Aber worauf muss ich eigentlich sonst noch achten? Wofür möchte ich es genau nutzen und wie lange? Reicht es für eine Person oder ist ein 2 Personen Zelt nicht doch praktischer? Double oder Single Wall? Mit Moskitonetz? Freistehend oder zum Abspannen? Brauche ich noch zusätzliche Stangen und einen Footprint (eine Zeltunterlage) oder ist alles schon im Paket enthalten? Fragen über Fragen, welche ich nun versuche zu klären.

2.1. Ein Zelt für mich allein oder doch für zwei? Wie viel Platz brauche ich?

Die erste Frage kann ich ganz klar beantworten. Das Zelt soll für mich allein sein, denn ein größeres, leichtes Zelt befindet sich bereits im Haushalt. Ich suche also etwas, dass ich auf Bikepacking Touren mitführen kann, was möglichst klein im Packmaß ist und wenig Gewicht hat. Tendenziell lande ich bei den Ein-Personen-Zelten, da diese meist kleiner sind und daher weniger Material benötigt wird. Klingt logisch, oder? Wiederum solltest man sich als Alleinreisende/r aber auch im Klaren sein, dass so ein Ein-Personen-Zelt eben wirklich sehr klein sein kann. Es ist die klassische Dackelgarage, in der man bei einigen Modellen nicht mal aufrecht sitzen kann. Daher kommen noch ein paar Faktoren mit ins Spiel:

–> Wie groß bin ich und hat das Zelt genügend Fläche für meinen Platzbedarf?

Schön wäre es doch, wenn man sich im Zelt zumindest umdrehen kann, ohne gleich die Wände einzureißen. Dementsprechend schaue ich, dass die Maße des aufgebauten Zeltes mir noch genügend Freiraum bieten. Dieser ist ganz individuell und schwer zu pauschalisieren. Ich kann auch eine Nacht auf einer Bank schlafen, ohne runterzufallen. Wenn wiederum mehr Platz zur Verfügung steht, wird der ebenso genutzt. Aber muss ich in diesem Zelt aufrecht sitzen können oder reicht mir reinzuschlüpfen und mich notfalls im Liegen umzuziehen, wenn das Zelt dafür im Gegenzug leichter ist?

–> Was führe ich mit mir und wo kann ich das in der Nacht lagern?

Für einen Overnighter brauche ich sicherlich etwas weniger Sachen und so auch weniger Platz. Auf einer längeren Reise würde ich aber mehr Gepäck mitführen und muss vielleicht sogar im Vorzelt kochen. In dem Fall sollte auch das Bikepacking UL Zelt eine Apsis haben, in der das möglich ist! Hier gilt wieder: Ganz nach Bedarf! Ich habe nicht vor groß in diesem kleinen Zelt zu werkeln. Eine Apsis zum trocknen Gepäckabstellen ist mir aber dennoch wichtig. Soll dies im Eingangsbereich vorn sein (bei Tunnelzelten) oder ist ein Zelt mit seitlichem Eingang und seitlicher Apsis praktischer? Letzteres ist mein Favorit.

2.2 Ein- oder zweiwandig: Mehr Komfort= mehr Gewicht? Und was ist mit Mückenschutz?

Nach langem Überlegen favorisiere ich die zweiwändige Zeltvariante. Das heißt, das Zelt besteht aus einem Innenzelt, das bestenfalls zum Teil aus Moskitonetz besteht, und aus einem Außenzelt. Es ist vorteilhaft, wenn man zuerst das äußere Zelt aufbauen kann und dann das innere. So wird dieses bei Regen nicht nass. Doppelwandige Zelte bieten eine Reihe an extra Komfort: Die Zelte sind meist besser belüftet und die Wahrscheinlichkeit in Kondensationsflüssigkeit gebadet zu werden beim Anstoßen an die Zeltwand ist dadurch minimiert. Bei vielen Zelten lässt sich das Innenzelt, sowie auch das Außenzelt (z.B. als Tarpersatz) separat aufstellen – perfekt für warme, trockene Sommernächte und, um Gewicht zu sparen. Wenn das Innenzelt einen großen Meshanteil hat, schützt es nicht nur vorm Angriff der blutsaugenden Monster, sondern ist auch schön luftig.

Sicherlich wiegt ein doppelwandiges UL Zelt mehr, als ein einfaches. Doch die 200 Gramm ist es mir der Luxus dann Wert und es muss ja auch nicht immer das komplette Zelt mitgeführt werden.

2.3. Soll das UL Zelt freistehen können oder reicht eines zum Abspannen?

Auch das ist ein wichtige Frage. Je nachdem, wo ich unterwegs sein möchte, kann es sein, dass ich das Zelt vielleicht gar nicht mit Seilen abspannen kann, weil der Boden entweder viel zu fest oder gar zu weich sein könnte. Dann hält kein Hering und so ein freistehendes Zelt könnte Gold wert sein. Außerdem spart man sich diese nervige Abspannarbeit. Der Nachteil: Vermutlich sind diese Zelte schwerer, da mehr Stangen verbaut werden müssen. Hat da jemand von euch Erfahrungen und Vergleichswerte?

2.4. Wie viel Gewicht möchte ich bei welchem Packmaß mitführen? Ist alles schon dabei, was ich brauche?

Ach, die Frage nach dem Gewicht ist eine schwierige. Ich bin keine Grammzählerin und trage lieber etwas mehr Material am Rad mit, wenn es vielleicht etwas mehr Komfort bringt. Dennoch ist mir bei einem Zelt wichtig, dass es im Vergleich zu Tarp und Biwaksack nicht sehr viel schwerer ist und sich vor allem gut verstauen lässt. Die Zeltstangen sollten nicht zu lang sein, damit sie zum Beispiel noch in die Rahmentasche passen.

Es gibt UL Zelte, die ohne Aufstellstange kommen Das sollte unbedingt vorher überprüft werden, damit beim Aufbau unterwegs nicht plötzlich was fehlt. Wie beim Tarp kann man dann auf Äste zurückgreifen oder eben eine Aluminum-Zeltstange zusätzlich besorgen und mitnehmen. Genauso sieht es bei der Zeltunterlage aus. Um Gewicht zu sparen, ist diese meistens standartmäßig nicht dabei. So ein wurzeliger Waldboden kann den Zeltboden aber schnell mal durchlöchern, wenn man nicht aufpasst. Manchmal lohnt es sich also ein Footprint zu kaufen und dabei zu haben. Notfalls geht der auch als zusätzliches Tarp oder Picknickdecke ;-).

2.5. Der Preis ist heiß. Was kostet ein Bikepacking UL Zelt?

Hochwertige Zelte bekannter Outdoor-Marken sind kostenintensiv. Ultraleicht Zelte bekanter Outdoor-Marken wiederum kosten so viel, wie vermutlich ein Großteil der Bevölkerung nicht mal für ein Alltagsfahrrad ausgibt. Das hat sicher auch seine Berechtigung in Bezug auf Innovation, Qualität, Haltbarkeit und Gewicht. Leider summieren sich eben auch die Kosten bei solch einer Leidenschaft wie dem Langstreckenfahren oder Radreisen im Bikepacking Stil, die auf Gewichts- und Packmaßoptimierung ausgelegt sind. Aber gibt es nicht doch Alternativen unter 300 €, die für die gelegentliche Nutzung völlig ausreichend sind? Nicht jedes günstigere Zelt fällt nach einmal Nutzen auseinander und vermutlich hält auch nicht jedes teure Zelt ein Leben lang.

Wünschenswert ist ein Mittelmaß, denn auch Zelte bestehen aus Funktionsmaterialien, die oft beschichtet sind und aus Kunststoffen bestehen, die schwer abbaubar oder nicht recyclebar sind. Daher ist eine lange Nutzung erstrebenswert und sicher die umweltfreundlichste Variante.

3. Bikepacking UL Zelte unter 150 € und 1,6 kg

Ich bin auf der Suche nach einer leichten mobilen Unterkunft, die ich ab und zu beim Radfahren mitnehmen möchte. Ich kann keine 600 € ausgeben und auch keine 350 €. Also habe ich mich auf die Suche nach UL Zelten gemacht, welche im Preis unter 200 € liegen und ein Gewicht von 1,6 kg mit allem drum und dran nicht überschreiten. Ich bin tatsächlich fündig geworden. Im Folgenden findest du eine unvollständige Auflistung von möglichen Bikepacking UL Zelten unter 150 €. Ich freue mich über Anmerkungen und Ergänzungen in den Kommentaren oder per Mail an juliane[at]radelmaedchen.de!

NameMarkepaxWandGewichtPackmaßPreis ab
Silnylon ULintents outdoor1double0,99 / 1,25 kg*27 x 10 cm140 €²
Lw Hiking tentintents outdoor1double1,3 kg27 x 10 cm87 €²
UL Hiking DWintents outdoor1double0,89 kg30 x 11 cm92 €²
Lighttent 1 3000ferrino1double1,38/ 1,5 kg*33 x 14 cm140 €
Coshee MicroWild Country by terra nova1double1,3 kg36 x 14 cm125 €
Trek 900 UL decathlon1double1,3/ 1,6 kg*40 x 12 cm119 €
Bryce UL 1Paria Outdoor1double1,33 kg43 x 13 cm130 €
Bryce UL 2Paria Outdoor2double1,55 kg43 x 15 cm150 €
Cloud Up 1 (20D)Naturehike1double1,55 kg45 x 12 cm119 €
UL Hiking SWintents outdoor1single0,67 / 0,95 kg*27 x 10 cm81 €²
Sintesi 1ferrino1single1,03 kg30 x 13 cm130 €
Tagar UL 1Naturehike1single1,05 kg44 x 1099 €
Tagar UL 2Naturehike2single1,25 kg44 x 10109 €
Trek Santiagomapuera1single 1,25 kg39 x 11 cm80 €
*inkl. pole/ footprint
²plus tax/Zoll,no pole/footprint

Falls ihr selbst filtern, ergänzen oder einfach lieber in einer Excel-Datei sortieren wollt, könnt ihr euch diese hier herunterladen.

4. Meine UL Zelt Favoriten

Mein momentaner Favorit in Bezug auf Gewicht, Packmaß und Qualität ist das Silnylon UL Tent von intentsoutdoor. Zu dem angegebenen Mindestgewicht muss ich allerdings noch eine Zeltstange bzw. einen Wanderstock, sowie eventuell eine Zeltunterlage (footprint) hinzurechnen. Diese sind nicht im Paket enthalten. Dennoch bietet die neuseeländische Firma sehr gute Preise und hat sich auf Outdoorprodukte wie leichte Wander- und Biker Zelte spezialisiert. Leider gibt es scheinbar keinen deutschen Vertrieb, weshalb nur ein Direktversand aus Neuseeland möglich ist. Die Versandkosten sind allerdings sehr hoch. Außerdem kommt noch die deutsche Mehrwertsteuer und bei Bestellungen über 150 € ein Zollaufschlag hinzu und so landet man schnell wieder knapp über 200 €.

links: intentsoutdoor Silnylon UL 1; rechts: ferrino Lighttent 1 3000 (credits: bei den Marken)

Vielleicht ist dann das italienische Ferrino Lighttent 1 3000 doch die bessere Wahl? Zumindest bekommt man dort alles mitgeliefert, was man braucht und die Kombination aus Packmaß und Gewicht liegen im guten Mittelfeld. Neu im Programm bei Ferrino: der Zeltkonfigurator. Leider bisher nur für zwei bis drei Personen Zelte. Aber eine Erweiterung ist nach erfolgreicher Anlaufphase angedacht. Hier mal ein kleiner Einblick, wie der Konfigurator aussehen wird:

ferrino tent Konfigurator

Hat jemand Erfahrungen mit dem Coshee Micro Wild Country by Terra Nova? Auch dieses Zelt ist aus ähnlichen Gründen wie das Ferrino Lighttent in der engeren Auswahl. Oder sollte ich doch anfangen zu sparen und lieber in ein hochwertiges, kostenintensiveres Zelt wie das Vaude Lizard UL 1 investieren?

Martin von biketour-global.de hat sich letzten Herbst schon die Mühe gemacht, Zelte aufzuführen, die sowohl zu den UL Zelten gehören, als auch normal schwere Modelle. Diese liegen preislich im mittleren bis höherpreisigen Segment. Die Zelte sind teilweise echte Klassiker, auf die man sich verlassen kann oder die bereits einen sehr guten Ruf in der Outdoorszene haben.

Wie sind eure Erfahrungen? Welches Zelt nutzt ihr zum Radfahren mit Übernachtungen? Seid ihr Grammzähler oder ist euch Komfort wichtiger?

Ein kleines Update gibt es übrigens auch: Da es viele hochwertige Zelte in der nächsthöheren Preisklasse gibt, habe ich diese in einem weiteren Blogbeitrag ergänzt. Bikepacking & Übernachtung – UL Zelte bis 350 € inklusive Videos von der Outdoor by ISPO.