Anmerkung: Dies ist ein Reise-Rückblick auf eine Reise, die im Oktober/ November 2018 in Italien stattgefunden hat.-

Serpentine um Serpentine kletterte der Transporter, der uns nach San Marino bringen sollte, den Monte Titano bis auf ca. 630 Meter über dem Meeresspiegel hinauf. Die Architektur veränderte sich. Alt, sehr alt wirken die Häuser, die am Straßenrand stehen. Eine imposante Mauer taucht auf, Türme mit Zinnen ragen in den Himmel empor. Immer höher gelangen wir und mir wird fast schwindelig von dem atemberaubenden Ausblick ins weite, grüne Tal hinab. Oben angekommen fehlten mir die Worte, als ich mich umschaute. Wie konnte das hier real sein? Ich fühlte mich in eine andere Zeit versetzt. Enge Gassen durchziehen San Marino Stadt und die wunderschönen, mittelalterlichen und neogotischen Bauwerke, die allesamt in einem großartigen Zustand sind, ließen mich staunend zurück.

TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen.
Dieser Beitrag ist im Rahmen einer Tourismus-Kooperation entstanden und die Kosten der Reise wurden übernommen. Die Inhalte des Artikels und die Gestaltung liegen wie immer in meiner Hand und ihr lest aus meiner Perspektive – offen und ehrlich.

Willkommen in San Marino, der ältesten Republik der Welt!

#VisitSanMarino – ein Reisebericht (Nov. 2018)

Ich kam aus dem Staunen auch nicht mehr heraus, als ich schließlich den Balkon meines Zimmers im Hotel La Grotta betrat. Mit einem derartigen Ausblick habe ich noch nie gewohnt. Weit hinaus in die Region der Emilia Romagna über die Berge der Appenninen ging mein Blick und sogar bis zum Mittelmeer nach Rimini konnte man von einigen Terrassen in San Marino Stadt schauen. Wolkenverhangen waren Berggipfel und Täler, doch die Schönheit dieser Landschaft war davon ungebrochen. Es gab ihr etwas mystisches, märchenhaftes, was genauso fernab dieser Welt schien, wie der Zwergstaat San Marino selbst, der nur knapp 32.000 Einwohner hat.

Doch wie kam ich nun hierher? Nachdem Wiebke, Miriam und ich Ende Oktober 2019 bereits ein paar Tage in Riolo Terme und der Umgebung zwischen Imola und Faenza verbracht hatten, bot sich die Gelegenheit, die Italienreise noch etwas zu verlängen – und gleich noch einen anderen Staat zu besuchen! Als die Einladung nach San Marino für ein Blogger- und Presseevent zusammen mit weiteren Fahrradbloggern aus ganz Europa kam, brauchte ich nicht lange überlegen. Schließlich waren zum Beispiel auch Carolyn und Olli dabei, die ich mich sehr freute zu treffen. Zusammen mit Wiebke reiste ich schließlich Anfang November 2018 aus der Emilia Romagna weiter Richtung Adriaküste und nach San Marino.

Kleine Republik – Spannende Geschichte

San Marino ist alt. Ursprünglich durch einen Eremiten gegründet, war der Staat noch nie etwas anderes als eine Demokratie. Bei einem Stadtrundgang, der leider durch den Nebel viele Ausblicke unmöglich machte, erfuhren wir viel über den Staat und seine spannende Geschichte. Ich lege euch eine geführte Tour durch die Cita San Marino definitiv ans Herz! San Marino Stadt wirkt wie die Kulisse aus einem Historienfilm. Sauber, aber alt ziehen sich schmale Gassen durch die verwinkelte Stadt, die terrassenartig am Berg liegt.

Wie spannend. Ich hatte ehrlich gesagt kaum eine Vorstellung von diesem kleinen Land und war sehr neugierig. Als schließlich die Tourenplanung der San Marino Cycling Experience in meinem E-Mail Postfach landete, begann ich mir jedoch etwas Sorgen zu machen: Die Republik San Marino ist bergig und ich als nord-ostdeutsches Flachland-Pflänzchen sollte nun mal wieder Höhenmeter abradeln. Und dann auch noch mit einem Rennrad, was ich überhaupt nicht gewohnt war. Nach dem Motto “Wird schon!” ließ ich es einfach auf mich zukommen und wurde überrascht… Mir blieben einige Dinge in Erinnerung, die ich gern teilen möchte.

San Marino Cycling Experience

Die San Marino Cycling Experience ist ein Zusammenschluss von sechs 3- bis 4-Sterne Hotels, die Radfahrenden ein ganz besonderes Fahrraderlebnis bieten und San Marino als Fahrradtouristen-freundlichen Staat präsentieren möchten. Jedes der unterschiedlichen Hotels bietet zum Beispiel eine sichere Fahrradaufbewahrung, falls man mit eigenem Fahrrad anreist, Werkzeug oder auch die Möglichkeit Sportbekleidung reinigen zu lassen.

Speziell auf die Bedürfnisse von Rennrad- und Mountainbikeradlern abgestimmt, gibt es je nach Fähigkeitslevel verschiedene, vom Bike Manager ausgearbeitete Routen. Diese können mithilfe der zur Verfügung gestellten Karten selbst oder mit einem Guide erfahren werden.

#SanMarinoCycling

  1. Radfahren in San Marino
  2. Voraussetzungen
  3. Organisation und Routen

1. Radfahren in San Marino

San Marino ist zwar klein, aber auch unglaublich eindrucksvoll! Wer Berge liebt und gerne teils sehr anspruchsvolle Anstiege mit dem Fahrrad bewältigen möchte, wird sich dort im Paradies wiederfinden. Lange, technisch fordernde Abfahrten, ebenso lange, teils steile, teils wunderbar sanft verlaufende Kletterpassagen kombinieren sich mit wirklich traumhaften Ausblicken. Leider waren uns diese nicht so sehr vergönnt, denn Anfang November 2018 lag San Marino im Nebel versunken da und tauchte in den vier Tagen, die ich dort verbracht habe, auch erst am Tag der Abfahrt wieder auf. Dennoch lohnte es sich dort immer aufs Rad zu steigen.

Unvergesslich sind dann besonders solche Momente, wenn sich der Nebel plötzlich verzieht und eine Bergkuppe mit Burgturm vor einem auftaucht oder man einen Blick ins grüne Tal erhaschen kann. Und irgendwie passt dieser mystische Nebel auch zu diesem einzigartigen Stücken Erde, das ganz verzaubert und entrückt dazuliegen scheint. Doch keine Sorge: San Marino ist ein fortschrittlicher Staat. Neben einer modernen Seilbahn, die vom Tal direkt nach oben in die Hauptstadt führt, gibt es zum Beispiel auch überall WLAN und eine sehr gut Internetverbindung ;-).

–> Exkurs Straßenqualität

Ich sage es mal so: Ihr dürft mit allem rechnen! Neben glattem, sehr gut befahrbarem Asphalt, gibt es auch die Nebenstraßen, die leider häufig Risse und Wellen im Bodenbelag haben oder kleine Schlaglöcher. Für Rennradfahrer bedeutet das besondere Vorsicht bei den Abfahrten. Da ich recht ungebübt im Bergfahren bin, hatte ich mit einigen Unsicherheiten zu kämpfen. Die waren nicht nur auf die ungewohnten, zahlreichen Kurven zurückzuführen, sondern auch auf das Misstrauen gegenüber dem Bodenbelag und seiner Wechselhaftigkeit. Mit ein wenig Gefühl für das eigene Gefährt und guter Reaktionsfähigkeit sollte man aber mit dem Rennrad auf den Straßen gut zurecht kommen.

Fun fact: Der einzige Platten während der beiden Ausfahrten war nicht am Rennrad, sondern am einzigen Mountainbike der Gruppe. Mountainbiker sollten aber an sich sonst kaum Schwierigkeiten haben. Für sie gibt es außerdem viele Fahrmöglichkeiten und separate Tourenvorschläge im Gelände.

2. Voraussetzungen

Rauf aufs Rad und los! Geht auf jeden Fall, könnte aber anstrengend werden ;-). San Marino ist zwar ein Zwergstaat, aber ein ziemlich hügeliger. Dessen solltet ihr euch definitiv bewusst sein, wenn ihr plant, das kleine Land mit dem Fahrrad zu erkunden. Kletterübung mit dem Fahrrad ist also definitiv von Vorteil, ebenso wie ein wenig (Kurven-)Technik. Ich war sehr froh, dass ich früher im Jahr schon einige Höhenmeter zurückgelegt hatte, habe aber dennoch zeitweise sehr gekämpft. Doch überraschenderweise hatte ich mehr Probleme mit den Abfahrten, als den Anstiegen. Bei einem Start in San Marino Stadt geht es immer zuerst runter, bevor es im Umland ständig wieder auf und ab geht. So war ich bei unserer ersten Tour mit dem mir ungewohnten Rennrad mit Felgenbremsen bereits stark gefordert gewesen.

5 km ging es nur bergab, durch Nebel und leichten Nieselregen in starken Serpentinen. Unten angekommen schmerzten meine Hände so stark, dass ich kaum noch die Bremshebel greifen konnte. Es war die Zeit, wo ich noch sehr unsicher war im Unterlenker fahren und in den Kurven steif wie ein Brett auf dem Fahrrad hockte. Ich sage es mal so: Ich habe diese Reise geliebt, aber sie hatte mich auch sehr stark mit meinen Schwächen auf dem Rad konfrontiert. Nun ja. Ich hatte noch viel zu lernen und auch bergab fahren kann man üben. Mittlerweile ist das Ganze schon etwas weniger dramatisch.

3. Organisation und Routen

Unsere Bike Guides der San Marino Cycling Experience sind erfahrene Radsportler und Mountainbiker und konnten neben der angenehmen Führung, auch ebenso gut Fahrtipps geben. Ich fühlte mich also sehr gut aufgehoben, als ich immer begleitet von einem Guide weiter hinten in der Gruppe die Berge hoch und auch wieder runter fuhr. Die Guides kennen die Region sehr gut und können tolle Tipps geben, wo man das Land am besten erkunden, die schönsten Ausblicke genießen oder schnell einen guten Espresso schlürfen kann. Über die zahlreichen Hügel und Berge der Appeninen Ausläufer führte uns zum Beispiel die erste, leicht abgewandelte knapp 56 km lange Tour mit über 1100 hm durch die neun Bezirke, die Nine Castles (“nove castelli“) von San Marino.

Sie ist eine von mehreren, vorgeschlagenen Routen in und um die Republik. Dabei wird auf der Website in Rennrad- und Mountainbiketouren unterschieden. Alle Tourenvorschläge liegen dort als GPS zum Download bereit.

Radfahren, grandiose Aussichten, gutes Essen und eine großartige Blogger-Gemeinschaft

Die Reise bot für mich ein ganz besonderes Radfahrerlebnis. Auch wenn das Radfahren in San Marino mich sehr forderte, und ich besonders beim Anstieg vom Tal wieder hoch nach San Marino Stadt alle Register ziehen musste. Die letzten 16 km der Nove Castelli Tour umfassten auch knapp 500 Höhenmeter. Doch ich schaffte es, wenn auch als Letzte, wieder oben anzukommen und war mehr als stolz über diese Leistung. Ich kann dieses Gefühl der Erschöpfung, der Zufriedenheit und des Hochgefühls noch immer kaum in Worte fassen. Nach einer erfrischenden Dusche war ich schließlich auch bereit für das gemeinsame Abendessen mit den anderen Bloggenden und den Hotelbesitzern und Organisatoren unserer kleinen Pressereise. Es war der Abend, nachdem ich mich fragte, wann ich jemals wieder essen konnte? Denn verhungert sind wir definitv nicht auf unserer Reise: Zu gut war die Küche auch hier, zu besonders die Restaurants und die Gastfreundschaft.

Besonders in der Gesellschaft der anderen Blogger:innen fühlte ich mich sehr gut aufgehoben. Wir waren eine bunt gemischte Truppe, doch irgendwie stimmte die Chemie. Wir tauschten uns fröhlich aus und genossen die Zeit miteinander.

Der wohl bezauberndste Sonnenaufgang des Jahres

Schließlich reisten die meisten am Sonntagmorgen wieder ab. Nur Wiebke und ich blieben noch bis Montagmorgen. Und das sollte sich mehr als lohnen:

Pünktlich zum Wochenbeginn lüftete sich der Schleier, der den Monte Titano so gekonnt im Nebel versinken lassen hatte. Als ich kurz nach 6 Uhr morgens in meinem Hotelzimmer die Augen öffnete, ging mein Blick schon routiniert zum Fenster – und plötzlich war da nicht mehr nur Nebel! Ruckartig richtete ich mich auf, schnappte mein Telefon und checkte die Sonnenaufgangszeit. Aufegregt sprang ich dann auf, schlüpfte schnell in meine Klamotten und verließ das Hotel in Windeseile. Schließlich lag noch ein Eilmarsch durch die menschenleere Altstadt vor mir, bevor ich am östlichsten Turm der Stadtmauer und somit am vielversprechendsten Ort für einen Sonnenaufgang ankam. Und es hat sich mehr als gelohnt!

Noch immer wirken diese Momente, diese Eindrücke und Bilder völlig surreal auf mich. Es war einfach einmalig und wunderschön, wie sich die alten Mauern und das ganze Tal langsam in einen roten Lichtschleier der aufgehenden Sonne hüllten. Was für ein grandioser Abschluss einer großartigen Reise!

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3 Comments

  1. Tolle Bilder und toller Bericht. Eine Tour durch San Marino steht ebenfalls ganz weit oben auf meiner Bucket List. Hoffentlich kann ich mir diesen Wunsch bald erfüllen!

    • Oh danke dir! Es ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich war völlig von den Socken. Falls das denn mal wieder geht, mit dem Reisen, empfehle ich allerdings einen Besuch der Cita unter der Woche. Am WE war es da selbst im November voll.

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