Fahrradfahren gehört seit vielen Jahren zu meinem urbanen Alltag genauso dazu, wie im beruflichen Kontext. Ich verbringe zwar weniger Zeit als früher auf dem Rad, dennoch ist es als autofreie Familie unser Fortbewegungsmittel Nr. 1. Es war also naheliegend, dass auch mein Kind früh Radfahren lernen wird und ich habe immer gehofft, dass es ihm genauso viel Spaß machen wird wie mir.
Doch wie fängt man an? Sind Laufräder wirklich sinnvoll? Wie lernt mein Kind Radfahren? Diese Gedanken beschäftigen wohl viele Eltern. In diesem Beitrag berichte ich, wie ich Mobilität als Kind wahrgenommen habe, worauf man achten sollte, wenn schließlich die ersten Erfahrungen mit einem Spielfahrzeug gemacht werden und wie dann der Wechsel zum ersten Fahrrad erleichtert werden kann. Plus: Eine kleine, unvollständige Liste an Kinderfahrradherstellern, die sich zum Ziel gemacht haben, den Fahreinstieg zu vereinfachen und leichte, hochwertige Kinderfahrräder produzieren.
How to... Radfahren lernen & wie du das passende Kinderfahrrad findest!
Werbung/ Markierung: Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung und ist mit dem Gedanken entstanden, anderen Eltern und ihren Kindern den Einstieg ins Radfahren zu erleichtern. Ich habe in der Vergangenheit mit Gibus Cycles zusammengearbeitet und das 16″ Fahrrad wurde mit als Testrad zur Verfügung gestellt. Alle Meinungen sind wie immer meine eigenen.
Das Fahrrad als Spielzeug
In Deutschland lernen die meisten im Kindesalter das Radfahren, meist zwischen 4 und 7 Jahre. Das Fahrrad gilt ebenso als Spielzeug und Medium für Bewegung als auch Unterhaltung. Man lernt es, weil es ein Meilenstein ist, der dazu gehört und schnell von einem nächsten abgelöst wird. Ein Haken auf einer imaginären Liste. Für die meisten folgt als nächster Schritt der Führerschein für den PKW (für manche zuvor schon ein Roller). Die wenigsten bleiben beim Fahrrad. Es ist ein Freizeitgegenstand, aber kein vollwertiges Transportmittel.
So war zumindest immer meine Perspektive auf das Fahrrad in meiner Kindheit und Jugend. Wir haben lange Strecken stets mit dem Auto zurückgelegt, waren in der Stadt meist mit den Öffis unterwegs und haben das Fahrrad manchmal für Ausflüge im Urlaub genutzt.

Veränderung von Mobilität
Auch wenn das Auto zu meiner Kindheit als festes Transportmittel dazu gehört hat, habe ich nie einen Führerschein gemacht. Ich hatte zum Einen damals kein Geld, um einen Schein zu machen, den ich als Großstadtkind nahezu nie brauchen würde. Zum Anderen habe ich das Mitfahren im Auto nie als besonders angenehm empfunden. Es war ok, es war notwendig und manchmal wäre ich lieber einen Berg heraufgefahren worden, als ihn hinauf zu wandern. Doch eine große Liebe zu dieser Art der Fortbewegung hat sich nie entwickelt. Zu langweilig waren die langen Fahrten, in denen ich nicht lesen konnte oder malen, ohne dass mir irgendwann schlecht geworden wäre.
Erst im Studium wurde mir bewusst, dass das Fahrrad mich nicht nur für einen Wochenendausflug voranbringen, sondern auch in meinem Alltag bereichernd sein kann. So wurde Stück für Stück dieses Freizeittransportmittel, dass ich viele Jahre zuvor gelernt hatte zu benutzen, zu meinem primären Fortbewegungsmittel.
Erinnerst du dich noch daran, wann und wie du Radfahren gelernt hast?
Oder: Warum Stützräder in den meisten Fällen keine gute Idee sind.
Ich war um die 6 Jahre alt, als ich das erste Mal ohne Stützräder Radgefahren bin. Es war ein ganz bedeutendes Erlebnis für mich, das erste Mal frei zu radeln.
Als Kind der 90er war es noch völlig normal eine “Fahrhilfe” am Fahrrad zu haben. Ich hatte nie ein Laufrad, nie die Möglichkeit so natürlich und spielerisch zu lernen, wie es ist, Balance auf zwei Rädern zu halten. Das war damals einfach noch kein Thema.
Das Laufrad gibt es schon seit dem Beginn des 19. Jahrhundert, als Karl Drais seine Draisine erfunden hat. Doch erst Anfang der 2000er wurde das Kinderlaufrad beliebter, gehört heute zum Standard für viele Kleinkinder und sorgt für die ersten Erlebnisse auf zwei Rädern.
Das Laufrad hat einen entscheidenden Vorteil und bietet genau das, was Stützräder nicht können:

Es hilft, den Gleichgewichtssinn zu schulen und bereitet damit optimal aufs Radfahren mit Pedale vor. Stützräder vermitteln ein falsches Sicherheits- und Gleichgewichtsgefühl. Das Kind lernt, sich auf die zusätzlichen Räder zu stützen, aber nicht selbst das Gleichgewicht zu halten. Das Fahrverhalten in Kurven ist anders und der Umstieg auf das Fahrrad wird mitunter dadurch sogar erschwert.
Ein Schritt Richtung Unabhängigkeit
Wenn ich es heute aus Elternperspektive betrachte, hat das Radfahren lernen nie seine Bedeutung verloren: Dieser nächste Schritt der Loslösung, mit eigener Muskelkraft vorwärts zu kommen und ein Stückchen Freiheit und Unabhängigkeit zu gewinnen.
Als mein Kind mit 3 Jahren das erste Mal und innerhalb weniger Minuten des Probierens in die Pedale getreten hat, war es für mich ein Moment voller Freude und Stolz. Genau das, was ich auch im Gesicht meines Kindes gesehen habe, als es sein erstes eigenes Fahrrad ausprobieren durfte, nur wenige Wochen nachdem es Radfahren gelernt hat.
Doch wie sind wir dahin gekommen? Wieso war es so einfach, vom Laufrad auf ein Fahrrad mit Pedalen zu wechseln?
Vom Laufrad zum Fahrrad
Ob man mit einem vierrädrigen Modell, einem Dreirad oder direkt auf einem der Größe entsprechenden zweirädrigen Laufrad startet, hängt unter anderem vom Alter und der entsprechenden motorischen und kognitiven Entwicklung des Kindes ab. In allen Fällen sollte das Kind sicher laufen können.
Empfehlenswert ist es, mit einem Fahrzeug zu starten, welches stabil steht, wie ein Rutschfahrzeug mit vier oder gar drei Rädern. Das Kind lernt dabei, sich mit den Füßen vom Boden abzustoßen und übt, sich auf den Weg und die Umgebung zu konzentrieren (auch wenn es meist noch eine ganze Weile dauert, bis der Reiz der Ablenkung durch die Umgebung nachlässt). Dies kann bereits bei Einjährigen der Fall sein, hängt aber stark von der individuellen Entwicklung des Kindes ab. (Mehr dazu!)
Der Fahrspaß kann im Prinzip schon starten, sobald das Kind sicher läuft.
Faktoren wie…
- Körpergröße
- Motorik
- Gleichgewichtssinn
- Konzentrationsfähigkeit
spielen für das Laufradfahren und später fürs Radfahren mit Pedalen eine wichtige Rolle.

Wann ist mein Kind bereit für ein Rad mit Pedale?
Kinder, die bereits gelernt haben, Laufrad zu fahren, haben dabei einige Fähigkeiten geschult. Die Wichtigste ist der Gleichgewichtssinn. Jedes Kind ist anders und es hängt nicht allein mit dem Alter zusammen, sondern viel mehr, wie weit das Kind entwickelt ist, wie gut es seine Umgebung wahrnimmt und motorisch fähig ist, ein Fahrrad zu bedienen. Denn wenn zum ersten Mal Pedale ins Spiel kommen, ist der Fokus stark eingenommen davon. Falls es nicht schon Bremsen am Laufrad gab, ergänzen diese nun auch den Bereich der Neuerungen und nehmen Aufmerksamkeit ein (Die sie am besten anfangs gar nicht bekommen sollten, denn erstmal wollen wir ja losfahren und Tempo aufbauen.)
Ein deutliches Zeichen dafür, dass es Zeit sein könnte, aufs Fahrrad zu wechseln, ist das häufige und sichere Hochnehmen der Füße vom Boden. Das Laufrad wird zum Roller und die Füße sorgen nur für noch mehr Tempo, bevor sie die Bodenhaftung verlieren. Dabei kann auch ein Laufrad schon ziemlich schnell werden.
2025 stieß ich auf der VELO auf einen Kinderfahrradparcours einer französischen Kinderfahrradmarke. Gibus Cycles aus Paris haben sich auf Fahrräder für die Jüngsten spezialisiert und legen dabei u.a. Wert auf robuste, langlebige und leichte Räder – vom Laufrad bis zum 24” Fahrrad. Und dann gibt es noch etwas dazwischen, was meinem Kind in nach einer kleinen Einweisung innerhalb kürzester Zeit geholfen hat, das erste Mal mit Pedale Fahrrad zu fahren.
DRELO - Draisine + Velo
Das Drelo ist ein 14” Laufrad- Fahrrad. Was soll das jetzt genau heißen? Das sagt schon der Name: Draisine/draisienne (Laufrad) + Velo (Fahrrad). Dabei ist das Tretlager des 5,3 kg leichten Zweirads etwas nach vorne versetzt und ermöglicht so eine hybride Nutzung. Zum einen können die Kleinen zunächst wie mit einem Laufrad unterwegs sein und stoßen dabei nicht an die weiter vorne liegenden Pedale. In nur wenigen Schritten lässt sich zum anderen damit das Fahrradfahren lernen.
Kinder können das Drelo weiterführend wie einen Roller nutzen, indem sie erst einen Fuß aufs Pedal setzen und sich vom Boden abstoßen, um Schwung zu holen und sich daran zu gewöhnen, einen Fuß auf dem Pedal zu haben. Anschließend wird der zweite Fuß hinzugenommen. Dabei können die Füße schnell wieder auf den Boden gesetzt werden, ohne zu riskieren, an den Pedalen hängen zu bleiben oder sich daran zu stoßen.

Das erleichtert das Lernen und vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. In leichter Cruiser Position kann das Drelo als Kinderfahrrad genutzt werden, bis zum Übergang zur nächsten Größe.
5 Schritte, um Radfahren zu lernen
Das Kind ist bestenfalls bereits sicher mit dem Laufradfahren vertraut und nimmt dabei ohne Probleme immer wieder die Füße vom Boden und kann dennoch das Gleichgewicht halten. Das kann mit dem neuen Fahrrad zunächst genauso geübt werden. (Falls man dies mit einem Standard Kinderfahrrad macht, kann man anfangs die Pedale abschrauben und im Laufradmodus ans neue Rad gewöhnen.)
Nun übt man das Fahren mit Pedale, indem zunächst ein Fuß aufs Pedal gesetzt wird und das andere Bein stößt wie bei einem Roller vom Boden ab und bringt so das Fahrrad in Schwung. Dabei kann man Stück für Stück schneller werden.
Man dreht das Fahrrad um, und probiert die Benutzung der Pedale mit den Händen aus. Erst in die eine Richtung, dann in die andere, um zu verdeutlichen, wie der Antrieb mit der Kette funktioniert.
Danach kommt das zweite Bein hinzu, sobald das Fahrrad genug Schwung aufgenommen hat. Dabei kann man zunächst neben dem Kind herlaufen und z.B. abzählen, wann der Fuß aufs Pedal genommen werden soll. Alternativ kann auch aus dem Abstoßen vom Boden Schwung geholt werden und dann beide Pedale aufs Pedal gesetzt werden. Und dann heißt es: Treten, Treten, Treten. Wichtig: Das Kind wenn möglichst nicht festhalten, sondern selbst ausbalancieren lassen. Man kann aber so nah laufen, dass man es notfalls auffangen kann oder bekräftigt, die Füße wieder auf den Boden zu stellen. (Manche binden auch locker ein Tuch um den Oberkörper und halten die Enden mit etwas Spiel fest.)
Sobald das Pedalieren funktioniert, kann das Bremsen geübt werden. Denn erst braucht es Tempo und Konzentration aufs Treten, bevor ein neues Thema wie das Bremsen unabhängig von den Füßen in Angriff genommen wird.

Wie finde ich das passende Kinderfahrrad?
Welche Faktoren sind entscheidend für die Auswahl eines Kinderfahrrads? Ob das Kind sicher und gern Rad fährt, hängt entscheidend damit zusammen, wie gut es das Fahrrad handhaben kann. Dabei sind Faktoren wie:
- Fahrradgröße (Größe des Kindes bzw. Innenbeinlänge/ Schritthöhe)
- Fahrradgewicht
- generelle Optik
- Verstellbarkeit/Anpassbarkeit
von Bedeutung.
Auch wenn der Punkt geringere Bedeutung haben sollte, so wird ein Fahrrad, das optisch gefällt, sicherlich lieber genutzt, als eines, das nicht dem Geschmack des Kindes entspricht. Die Auswahl ist zum Glück groß und für jeden Geschmack etwas dabei.
Welche Größe es am Ende wird, lässt sich ausmessen und wird bei Kinderfahrrädern oft durch die Laufradgröße angegeben. Um die passende Fahrradgröße zu ermitteln spielt aber vor allem die Innenbeinlänge oder Schritthöhe eine Rolle. Dieses Maß ist so wichtig, weil auch bei Kindern nicht allein die Körpergröße ausschlaggebend ist, sondern eben auch die Beinlänge. Diese Informationen sind bei den Fahrraddetails meist zusammen mit einer Altersempfehlung angegeben.
Kinderfahrräder wachsen in zweier Zoll Schritten. Das heißt auf das 14”-Fahrrad folgt 16”. Danach werden die Schritte größer, 18” Räder gibt es selten, meist erfolgt der Sprung auf 20” und dann 24”. Wenn das Laufrad mit 12” zu klein wird und das Kind zeigt, dass es bereit ist fürs Pedalieren, dann ist bei einem Alter von 3-4 Jahren ein 14” Fahrrad oft die Einstiegsgröße ins Radfahren. Das Kind sollte die Füße sicher auf den Boden stellen und Bremsen und Lenkergriffe gut erreichen können.
Welche Ausstattung fürs erste Kinderrad
Dabei lohnt es sich, darauf zu achten, dass das Rad dem Kind entsprechend ein geringes Gewicht hat und somit leichter zu handhaben ist. Zwischen 5 und 6 kg liegen moderne, leichte 14” Kinderfahrräder. Details wie ein Lenkeinschlagsbegrenzer, gut erreichbare, kindgerechte Bremshebel, verstellbare Sattelstützen und Lenker sorgen für ein individuelles Anpassen und Mitwachsen. Eine Schaltung ist beim ersten Fahrrad noch nicht von Bedeutung, weil zunächst grundlegende Aspekte wie in die Pedale treten, Lenken und Bremsen geübt werden müssen.
Ab 16” bieten manche Hersteller 2-Gang Automatikschaltungen an. Wenn das Kind schon Radfahren kann, ermöglichen diese einen vorsichtigen Einstieg in das Thema Gangwechsel.

Die Wichtigkeit der richtigen Radgröße
Vor dem Kauf lohnt es sich zu schauen, wie gut und leicht sich das Fahrrad einstellen lässt. Es gibt Kinderfahrradmarken, die “mitwachsende” Fahrräder entwickelt haben, die länger als üblich genutzt werden können. Da besonders kleine Kinder schnell wachsen, kann es nämlich bedeuten, dass ein Fahrrad in der Anfangsgröße nach einem halben Jahr schon zu klein sein kann – besonders, wenn das Kind am Ende einer Fahrradgröße beginnt Radzufahren. BMX-Lenker lassen sich auf ihrer Achse nach vorn oder hinten neigen und so näher oder weiter weg zur fahrenden Person einstellen.
Auch die Rahmengeometrie selbst, lohnt eine nähere Betrachtung. Je nach Neigung des Sattelrohrs zum Beispiel, trägt ein Verstellen der Sattelstütze und das Einstellen der Sattelhöhe zur längeren Nutzung bei. Bei stärker geneigten Sattelrohren, wie bei den größeren Modellen von Gibus Cycles kann das bedeuten, dass ein Kinderfahrrad bis zu einem halben Jahr länger genutzt werden kann.
Dennoch ist es wichtig, ein Lernfahrrad nicht auf Zuwachs zu kaufen, weil es entscheidend sein kann, wie sicher sich das Kind auf dem Fahrrad fühlt. Und ein Rad, welches zu groß ist, lässt sich schwerer nutzen und kann dafür sorgen, dass das Radfahren keinen Spaß macht oder seltener in Angriff genommen wird.
Unvollständige Liste leichter, hochwertiger Kinderfahrradmarken
Auf dem Kinderfahrradmarkt hat sich zum Glück einiges getan in den den letzten Jahren. Die Zeiten schwerer, minderwertiger Räder sind zwar nicht vorbei, doch die Auswahl robuster, leichter Kinderfahrräder ist gestiegen und erleichtert somit nicht nur das Radfahren Lernen, sondern erhöht auch den Fahrspaß deutlich. Denn wenn wir schon darauf schauen, dass unsere Fahrräder möglichst leicht und hochwertig sind, damit wir sie gut handhaben und gerne nutzen, warum gilt das Gleiche dann nicht auch für unsere Kinder? Es lohnt sich vor allem die reinen Kinderfahrradmarken anzuschauen. Diese haben sich darauf spezialisiert und wollen nicht ein Komplettsortiment ergänzen, sondern spezifisch auf die Kleinsten angepasste Fahrräder herstellen.
Der Gebrauchtmarkt für Kinderfahrräder ist groß und besonders bei beliebten Marken ist der Wertverlust deutlich geringer, als bei Erwachsenenrädern. So werden die Räder möglichst lang weitergegeben und genutzt und auch zunächst hoch wirkende Ausgaben relativieren sich schnell, wenn man sich den Wiederverkaufspreis anschaut.
Woom aus Österreich ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Kinderfahrradhersteller im deutschsprachigen Raum. Die Räder sind leicht und bunt. Der BMX-Lenker lässt sich drehen und das Rad wächst so ein bisschen mit. Weiterer Pluspunkt: Der Wiederverkausfwert ist sehr hoch und auf dem Gebrauchtmarkt gibt es eine große Auswahl. Das Größensystem mit Zahlen pro Modellgröße erleichtert den Wechsel auf die nächste Größe. Auch unser erstes 14” Fahrrad war von WOOM und wurde gern genutzt, bis es schließlich zu klein war und wir auf die nächste Größe gewechselt sind, allerdings von der Konkurrenz ;-).
Gibus Cycles ist das französische Pendant zu WOOM, aber im deutschsprachigen Raum nicht so bekannt. Die Marke macht reinen Direktvertrieb über den Online-Shop und kann so niedrigere Preise bei guter Qualität bieten. Mein Kind nutzt seit einem ¾-Jahr das 16” Gibus und ist sehr glücklich damit. Die Lieferzeiten sind kurz und die Fahrräder vormontiert. Vom Laufrad bis zum 24″ Fahrrad gibt es bei Gibus reine Kinderfahrräder, die leicht und robust sind und möglichst lange mitwachsen. Das liegt zum einen an der Geometrie des Rahmens, als auch am BMX-Lenker. Absolutes Alleinstellungsmerkmal ist das 14” DRELO (s.oben), das Laufrad-Fahrrad, welches das Radfahren Lernen erleichtert.
Der Coolness Faktor ist bei diesen Rädern mit der silber gebürsteteten Optik definitiv hoch und unisex. Die englische Marke setzt sich seit 2005 bewusst gegen das Bild typischer bunter, aber qualitativ minderwertiger Räder durch. Mit Laufrädern bis hin zu gefederten MTB für ältere Kinder, die leicht sind, gut ausgestattet und bereit für den Einsatz auf jeglichem Untergrund: Mit Riemen oder Kette, Scheiben oder Felgenbremsen, je nach Modell. Dadurch zählt Early Rider aber auch zu den preisintensiveren Fahrradmarken.
Farbenfrohe, leichte Kinderfahrräder mit dem Fokus auf Leichtigkeit und Funktion, wurde die Marke 2020 in Bielefeld gegründet mit dem Versprechen, dass die Räder unter 40 % eines durchschnittlichen Kindergewichts wiegen. Von 12- 27,5” gibt es bei Academy vom Laufrad bis zum Gravelbike und MTB eine breite Modellpalette. Die Bikes sind preislich vergleichbar mit WOOM oder Puky und kommen mit Riemen oder Kette.
Puky ist im deutschsprachigen Raum wohl eine der bekanntesten Kinderfahrradmarken. Bereits seit 1949 stellt das Unternehmen Kinderfahrräder her und hat eine langen Weg hinter sich. Die Marke hat sich in den letzten Jahren neu aufgestellt und ist nun mit der Light Pro Series auch im Bereich der leichteren, modernen Kinderräder deutlich besser aufgestellt – mit innovativen Laufrädern, die mitwachsen und leichten Rädern für Fahranfänger:innen. Bereits die ganz Kleinen können mit Rutschfahrzeugen mit vier oder drei Rädern ein Gefühl fürs Radfahren entwickeln und den Gleichgewichtssinn schulen. Wir hatten mit 1,5 Jahren das Pukymoto Dreirad und unser Kind war damals kaum noch davon runter zu bekommen :-). Die LS Pro Serie ist mit den Rädern von WOOM preislich und im Gewichtsbereich vergleichbar.
Kubike wurde von zwei Brüdern gegründet und hat seinen Sitz im Allgäu. Das MTB unter den leichten Kinderfahrrädern wird komplett in Deutschland montiert und ist optional auf der Internetseite konfigurierbar. Die Räder halten in Gewicht und Preissegment mit den anderen Marken mit, unterscheiden sich aber durch die deutlich sportliche Optik. Die Größe wird nicht allein durch die Laufradgröße bestimmt, sondern auch durch den Rahmen, der in Small und Large verfügbar ist, je nach Innenbeinlänge des Kindes. Einzigartig im Kinderfahrradbereich: Die Laufräder werden ebenfalls in house gebaut.

Wann muss ein Kinderfahrrad verkehrssicher sein?
Kinderfahrräder müssen in der Ausstattung die gleichen Anforderungen in Bezug auf die Verkehrssicherheit erfüllen wie Erwachsenenfahrräder, sobald sie aktiv am Straßenverkehr teilnehmen, also auch die Fahrbahn benutzen. Ansonsten gelten die Räder (so wie Bobbycars und Roller) als Spielfahrzeuge und dürfen nur auf dem Gehweg oder privatem Grund genutzt werden. Kinder bis zu einem Alter von 8 Jahren ist es nicht erlaubt, auf der Fahrbahn zu fahren und somit nicht direkt am Straßenverkehr teilzunehmen. Erst wenn das der Fall ist, benötigt das Fahrrad die der StVZO entsprechende Austattung wie Klingel, Licht und Reflektoren.
Das bedeutet allerdings nicht, dass diese nicht vorher schon sinnvoll ist, denn das Erlernen von sicherem Verhalten im Straßenverkehr sollte Teil des Radfahrenlernens sein. Klingel, Bremsen und Licht in der Dämmerung sorgen für eine bessere Wahrnehmung durch andere und das Kind lernt von Anfang an, worauf es achten muss. Für das Radfahren Lernen können die Punkte zunächst vernachlässigt werden, weil sie zu sehr ablenken, doch sobald das Kind halbwegs sicher pedaliert, kann das Bremsen geübt werden, wenn sie nicht schon beim Laufrad genutzt wurden.

Es gibt auch für Kinderfahrräder Sicherheitsnormen, die nach DIN EN ISO 8098 vorgeschrieben sind. Dazu zählt zum Beispiel der Kettenschutz, der verhindert, dass sich teils doch recht jungen Kinder die Finger einklemmen. Weiterer Vorteil: Weniger Verschmutzung von Kleidung und Kind. Besonders, wenn man ein gebrauchtes Fahrrad kauft, sollten auf solche Details geachtet werden.
Üben, üben, üben
Mein Kind fährt nun also seit fast 1,5 Jahren selbst Fahrrad und wir sind Anfang des Jahres bereits von 14 auf 16″ gewechselt. Je häufiger wir zusammen unterwegs waren, desto sicherer und vertrauter wurde es mit dem Rad. Gerade Dinge wie bremsen, Fuß oder Arm vom Rad zu nehmen, müssen langsam und Stück für Stück geübt werden. Dies geht am besten spielerisch und mit Zeit. Auch das Halten an Kreuzungen und das Achten auf den Verkehr erfordert ständiges Üben, Aufmerksamkeit, aber auch Vetrauen in die Fähigkeiten des Kindes. Am Ende eines Tages ist die Aufmerksamkeitsspanne zum Beispiel viel geringer, als noch am Morgen.
Mittlerweile können wir kleine Touren zusammen machen. Das Wichtigste dabei: Kein Druck und viele Pausen ;-).
Wann hast du Radfahren gelernt und warst du noch Team Stützrad oder schon im Laufrad-Game?
