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Winter am Gardasee – Mit Bahn & Rad ins MTB Paradies

Die Weihnachtszeit und die Zeit zwischen den Jahren sind mittlerweile die Tage, in denen ich mich am liebsten zurücklehne und etwas entspanne. Es ist die perfekte Urlaubszeit nach vielen, tollen, ereignisreichen Monaten. Auch Ende 2019 sehnte ich mich nach dieser Auszeit und einem entspannten Jahresausklang. Der Wunsch schnell ins Warme zu düsen, war definitiv vorhanden. Schließlich gewann jedoch der Gedanke möglichst nachhaltig zu reisen die Überhand. Tolle Reiseziele gibt es zahlreich, doch schon lange steht die Region um den Gardasee relativ weit oben auf meiner Europa-Reiseliste. Und natürlich wollte ich dort auch Radfahren! Warum also nicht einfach jetzt?

Hinweis: Hier wie immer der übliche Hinweis, dass ich Markennamen benutze und das Werbung sein kann, allerdings ohne Auftrag. Auch die Bahn zahlt mir nichts, dafür, dass ich sie gern nutze.

Nun, es gibt deutlich wärmere Orte in Europa im Winter als Norditalien. Doch im mag den Gedanken in der Nebensaison an Orte zu reisen, die sonst sehr überlaufen sind. Für viele Münchener schon lange zum Naherholungsort Nr. 1 erkoren, bedeutet eine Reise zum Lago di Garda für mich Berliner Pflanze jedoch deutlich mehr Zeitaufwand. Dennoch stand das Ziel fest: Italien ich komme!

Um das Ganze noch etwas spannender zu machen, beschlossen wir (mein Freund und ich) spontan, Fahrräder mitzunehmen. Manchmal ist es sicherlich einfacher ein Rad vor Ort zu leihen, als es in den Flieger zu schieben oder in den Kofferraum zu pressen. Wobei weder das eine, noch das andere Optionen für mich waren. Denn erstens wollte ich nicht fliegen und zweitens habe ich gar kein Auto. Außerdem war da der Wunsch, lieber ein Fahrrad mit auf die Reise zu nehmen, als es vor Ort auszuleihen – und das nicht nur aufgrund der hohen Leihkosten (mehr dazu im Folgeblogpost).

Das Rad muss mit.

So. Und was nun? Viele Alternativen gibt es nicht oder sie wirken auf den ersten Blick kompliziert. Doch ich habe schließlich das gemacht, was ich so gut wie immer mache, wenn ich in Deutschland reise: Ich wollte mit dem Zug fahren. Ob das so eine gute Idee war und wie die Reise schließlich verlaufen ist, möchte ich euch nun berichten.

Doch zunächst hörte ich mich um, wo ich kurzfristig und über die Feiertage ein Mountainbike organisieren konnte, denn ein eigenes besitze ich noch nicht. Zum Glück gibt es auch für freie Autoren und Bloggerinnen wie mich den Pressedienst Fahrrad als Ansprechpartner und innerhalb von einer Woche hatte ich ein astreines Fully im Wohnzimmer stehen – pünktlich einen Tag vor Abreise geliefert. Vielen, vielen Dank, dass das so unkompliziert und schnell geklappt hat! Mehr zum Cannondale Scalpel Si folgt dann im nächsten Blog-Beitrag!

Mit Bahn & Rad durch Europa

1. Die Planung

Sicherlich mussten wir bei der Reiseplanung mit Bahn & Rad einiges zusätzlich berücksichtigen. Von Abstellmöglichkeiten im Hotel für die teuren Räder, über Reservierungen im Fahrradabteil und beschränktere, teilweise zeitintensivere Reisemöglichkeiten.

Ich verbrachte einige Stunden auf den Seiten der deutschen Bahn, suchte die kürzesten Verbindungen, checkte Nachtzüge und Umstiegszeiten. Dazu muss ich wohl gestehen, dass es mir schon etwas Spaß macht, zu stöbern und zu vergleichen, um preislich und zeitlich das bestmögliche rausholen zu können. Vermutlich kann man das Ganze auch etwas beschleunigen bzw. direkt ins Reisezentrum gehen. Ich legte jedenfalls eine Tabelle an, um den Überblick zu behalten. Denn wir wollten nicht nur hin- und zurück reisen, sondern außerdem noch über Silvester auf dem Rückweg einen Zwischenstopp bei Freunden in Baden-Württemberg einlegen. Leider war es um diese Jahreszeit nicht möglich ein Fahrrad im Nachtzug zu transportieren, sodass ich schließlich auf eine Tagesreise mit Bahn & Rad setzte. Hier also die Fakten:

VonBisUmstieg/ Umstiegszeit gesamtDauerStartZielReservierungen
04:2814:171x, 00:17 h09:49 hBerlin HbfRoveretoInternat. Fahrradkarte + Sitzplatzreservierung
07:0317:213x, 02:10 h10:18 hPeschiera del GardaLudwigsburgInternat. Fahrradkarte + Sitzplatzreservierung
14:2121:342x, 00:39 h07:13 hLudwigsburgBerlin Ostbhf.Fahrradkarte Fernverkehr + Sitzplatzreservierung

Ok, 10 h Reisezeit sind erstmal ein Brett! Aber nichts, was ich nicht zuvor schon gemacht hätte. Und ganz ehrlich: die einzige schnellere Option wäre der Flieger gewesen. Nur ist die Frage, ob das heutzutage eine wirkliche Alternative ist, vor allem wenn man anders und in meinem Fall auch entspannter ans Ziel kommen kann.

Über das Reisen im Zug

Hinzu kommt, dass ich einfach gern Zug fahre. Warum? Darum:

  1. Ohne Flüssigkeits- oder strenge Gepäckgewichtsbeschränkung wie im Flieger nehme ich eben mit, was ich brauche.
  2. Ich muss nur pünktlich am Gleis sein & hoffen, dass der Zug es auch ist, steige ein und dann geht alles von allein & ich kann mich bestenfalls zurücklehnen (definitiv, wenn der Platz vorab reserviert wurde).
  3. Ich kann aufstehen, mich strecken, ins Bordbistro wandern, lesen, schlafen, arbeiten, quatschen. Kurzum: mich quasi frei bewegen ohne Angst vor einer Thrombose zu haben wegen Platzmangel.
  4. Das Rausschauen und Beobachten wie die Landschaft vorbeizieht und sich verändert, kann mitunter Stunden in Anspruch nehmen. Gerade eine lange Zugreise bietet einige Ausblicke. Vom flachen Brandenburg durchs bergige Thüringen bis hin zu den Alpen in Österreich gibt es so viel zu sehen: Eben noch klarer Himmel und Sonnenschein, plötzlich eine dichte Nebelwand im engen Tal, breite Flüsse, große Städte, alte Dörfer. So schön.

2. Der Fahrkartenkauf

Wie das nunmal so ist mit der Deutschen Bahn bzw. der Verknüpfung von DB und anderen Bahnanbietern in Europa, ist es leider nicht möglich die Internationale Fahrradkarte selbst zu buchen. Somit besuchten wir vor der Buchung unserer Bahntickets zunächst ein Reisezentrum der DB, um sichergehen zu können, dass auch unsere Fahrräder einen Platz im Zug erhalten. Erst danach kaufte ich die anderen Fahrkarten.

“Also die Fahrradstellplätze habe ich. Aber ich kann die Fahrkarten nicht buchen(…)Guck mal, das geht nicht”. “Soll ich mal schauen? Wo geht es denn hin? Rovereto, ja?…hm nee, da wird nichts angezeigt. Ich telefoniere mal kurz und frage nach.” “Das liegt am italienischen Buchungssystem. Da kann gerade kein Fahrradticket gebucht werden.” “Ah, das liegt an der Fahrplanumstellung. Da müssen Sie nächste Woche nochmal wiederkommen! Dann machen wir das. Aber die Stellplätze haben wir schon reserviert. Das ist ja das Wichtigste. Wir müssen dann nur noch die Tickets nachbuchen.”

Im Gespräch mit den äußerst freundlichen DB-Reisezentrum-Mitarbeiterinnen in Berlin Ostbahnhof.

3. Mit dem Fahrrad im Fernzug

Tja, ja die Fahrplanumstellung Mitte Dezember kann so einige Überraschungen mit sich bringen. Doch schließlich hat alles funktioniert und wir fuhren schließlich am 19.12. mit dem 1. Zug um halb fünf Uhr Morgens von Berlin nach München. Nicht unbedingt meine Uhrzeit, dafür war der neue ICE 4 recht leer und genug Platz zum Ausbreiten und Schlafen. Die Fahrräder waren sicher in ihren Halterungen eingehakt, die selbst die MTB Reifen aufnahmen. Noch eine Überraschung, denn das hatte ich schon anders erlebt. Mir ging es nicht ganz so gut, hatte mich doch zwei Nächte vor der Abreise eine Magenverstimmung erwischt. Ich fühlte mich an unserem Reisetag mehr schlecht als recht, jedoch deutlich besser als noch am Vortag. Ich war mehr als einmal froh, dass dieses Cannondale so ultraleicht ist und, dass ich im Zug einfach weiterschlafen konnte.

Ach ja, falls sich einige wundern: Die neuen ICE habe auch Fahrradabteile und die Möglichkeit der Fahrradmitnahme gibt es mittlerweile auf einigen Hauptstrecken. Eine wahre Erleichterung, wenn ich an das Tuckern im EC und Regio denke (was wir auch auf dem Rückweg erlebten).

Wegen der Stellplätze hätten wir uns jedenfalls dieses Mal nicht sorgen müssen. Wir waren auf der ganzen Strecke die einzigen mit Fahrrädern im Zug – ein weiterer Vorteil der Nebensaison. Schneller und unkomplizierter konnten wir an diesem Tag mit Rad jedenfalls nicht reisen. Super pünktlich trafen wir in München ein. Die 17 Minuten Umsteigezeit waren schon fast das Minimum, dass ich beim Reisen mit Bahn & Rad als komfortabel ansehe – es sei denn der Folgezug steht direkt am Nachbargleis. Kurz nach 9:30 Uhr fuhren wir dann in München ab. Wir hatten für die komplette Fahrt Verpflegung dabei und ich glücklicherweise auch einen liebevollen Pfleger. Bei Zweiback und in Gemüsebrühe gekochtem Reis ging die Genesung zwar langsam, aber stetig voran.

Über deutsche, österreichische und italienische Fahrradabteile…

Nach einer ausblicksreichen Fahrt mit der vollen ÖBB kamen wir am frühen Nachmittag im schönen Rovereto an, 23 km von Riva del Garda entfernt. Die Räder waren während dieser Fahrt in einem Fahrradwagen verstaut gewesen, der nur von einem Zugbegleiter betreten werden darf. Dafür wurde die Wagentür zum Bahnsteig hin aufgeschlossen und wir mussten die Räder hineinreichen und dort auch wieder abholen. Beim Ausstieg hing bereits das Hinterteil des ersten Fahrrads aus dem Wagen heraus. Der Zugbegleiter wollte offensichtlich weiter… Nun denn. Alles heil, alles da, Jule glücklich.

Ich würde sagen, die Fahrräder und wir erlebten die volle Bandbreite an Fahrradabteilen zwischen Deutschland und Italien. Denn während der Weihnachtsfeiertage reisten wir weiter in den Süden vom Gardasee nach Peschiera del Garda. Hier nutzten wir auch zum ersten Mal italienische Züge von Trenitalia.

Gemeinsam haben die meisten Züge, dass die Räder eingehangen oder gar geklemmt werden (letzteres hatten wir zum Glück nur einmal in einem italienischen Regio). Um herauszufinden, welche italienischen Regionalzüge ein Fahrradabteil haben, nutzte ich die Website von Trenitalia bzw. die Mobile App. Ein kleines Fahrradsymbol deutet dort auf eine Mitnahmemöglichkeit hin. Aber Achtung, nicht jeder italienischer Regio hat ein Fahrradabteil und die sind dann oft nur durch enge Türen bzw. über eine Treppe erreichbar! Da kann es mit Bahn & Rad schon etwas herausfordernder sein. Für unsere Rückfahrt bedeutet es, dass wir über 1,5 Stunden Aufenhalt in Verona hatten, weil nur ein Regio in 2 h Fahrräder transportiert hat. Zumindest hatten wir dort Zeit das Frühstück nachzuholen ;-). Allerdings kann man das Fahrrad zerlegt und verpackt bis zu den Maßen 80x110x40cm mitführen: Mehr zu italienischen Beförderungsbedingungen mit Fahrrad.

Mit dem MTB in einem italienischen Fahrradabteil – kann eng werden… Zum Glück gab es diese Felgenklemmer für uns nur in diesem einen Zug.

Tickets in Italien

Gekauft habe ich die Tickets in Italien entweder über eine App (in der Region Trentino bietet sich Open Move an, sehr übersichtlich und einfach), am Schalter oder über die Ticketautomaten. Hier muss man drauf achten, dass die ausgedruckten Tickets noch entwertet werden müssen. Dafür stehen im Bahnhofsgebäude und oft auch am Gleis Automaten bereit. Das Fahrradticket kostete Ende Dezember 2019 gerade mal 3,50 €.

Und was kostet die Reise mit Bahn & Rad nach Italien?

Die nackte Wahrheit: Der Spaß war nicht günstig, aber sehr zufriedenstellend. Insgesamt ergaben sich folgende Reisekosten, inklusive Bahncard 25 Rabatt. Nicht mit eingerechnet sind die kürzeren Zugfahrten, die wir in Italien unternommen haben, sondern nur die An- und Abreise aus/nach Deutschland.

Betrag pro PersonArt
39,50€ Sitzplatzreservierungen & Fahrradkarte
73,10€Hinfahrt
107,65€Rückfahrt, Teil 1
50,90€Rückfahrt, Teil 2
271,15€

Es ist viel, aber in Anbetracht der zurückgelegten Strecke auch nicht übermäßig teuer. Durch den Abstecher über BW war die Rückreise etwas kostenintensiver als der Hinweg. Reisezeiten, der Buchungszeitpunkt usw. sind ebenso ausschlaggebend für den Endbetrag. Tendenziell gilt bei der Deutschen Bahn – je früher du buchst, desto günstiger ist es. Und um kurz noch die üblichen Vorurteile gegenüber Zugreisen anzusprechen: Ich reise sehr viel mit der Bahn, habe mich auch schon oft geärgert über Verspätungen, Zugausfälle, Störungen. Doch der Großteil meiner Reisen erfolgt völlig unauffällig und bequem. Obwohl wir nach Italien eine lange Strecke zurückgelegt haben, lief alles einwandfrei. Wir hatten nicht einmal Angst den Anschluss zu verpassen und die Züge keine nennenswerten Verspätungen. Ich würde es definitiv wieder so machen!

Reisezeit ist wertvoll!

Denn für mich ist das mitunter längere Zugreisen keine Zeitverschwendung oder gar Verschwendung von Lebenszeit. Natürlich dauert es auf solche Distanzen hin länger, als mit dem Flugzeug. Günstiger ist es auch nicht. Doch viel mehr erlebe ich die Reise als das, was sie eben ist. Es ist ein Zurücklegen von Distanzen, von Entfernungen und dies wird mir ganz deutlich bewusst. Sicherlich habe ich diese Zeit nicht immer, besonders wenn ich beruflich über deutsche Grenzen hinweg unterwegs bin. Doch privat kann ich mich möglichst oft dafür entscheiden. Auch mein Geist kann dieser Reise anders folgen, besser verstehen, welche Strecke ich gerade zurücklege und schon zurückgelegt habe. Genau dieses Erlebnis genieße ich auch beim Radfahren so sehr. Es ist der Weg, der mich realisieren lässt, dass ich mich von zu Hause entferne, immer weiter und weiter. Die Landschaft verändert sich, die Orte, die Sprache. Und dann komme ich an und bin bereit für all die neuen Eindrücke.

Falls ihr noch mehr übers Langstreckenreisen mit der Bahn lesen wollt, lege ich euch folgende dreiteilige Serie ans Herz, die Gunnar Fehlau für das Fahrzeit-Magazin geschrieben hat: “Flugfrei nach Mallorca“. Da lief nicht alles so rund wie bei mir…

Fotos von mir und Jan B.

8bar Pathfinder Gravel x Road Berlin 2019

8bar Pathfinder Gravel x Road 2019

Das etwas andere Fahrrad-Event vom 9. bis 11. August 2019 im Raum Berlin/Brandenburg.

Keine geplante Route. Folge einfach deinem Instinkt.

Der “8bar PATHFINDER Gravel x Road Berlin” führt euch über die Straßen und Schotterpisten Berlin/Brandenburgs. Die Teilnehmenden erwartet ein ganz besonderes Fahrradwochenende. Du entscheidest, ob 1, 2 oder 3 Tage – road oder offroad! Das tolle daran: Es ist ein Team-Event, d.h. keiner fährt allein!

Pathfinder Day

Die Veranstaltung findet von Freitag bis Sonntag statt. Am Samstag, dem 8bar Pathfinder Day sind die Teammitglieder auf sich allein gestellt! Sie bekommen nur ein Navigationsgerät ohne Karten und eine ideale Linie zum nächsten Kontrollpunkt. Der Weg zum nächsten Kontrollpunkt liegt bei ihnen!

Es wird eine kurze und eine längere Variante geben. Die kurze Version ist auch für Anfänger geeignet. Am 1. Tag kannst du zwischen 60/100 km Gravel oder 80/ 140 km Straße wählen. Die lange Variante wird am 2. Tag 140 km Gravel bzw. 160 km Straße betragen (die kurze geht bis zum Checkpoint auf halber Strecke). Der Route am 3.Tag wird etwa 120 km lang sein, oder du kürzt mit dem Zug ab.

Alle Details zum 8bar Pathfinder Gravel x Road Berlin 2019 gibt es im 8bar bikes Blogbeitrag:

8bar Pathfinder Gravel x Road

Das Rundum-Sorglos-Event

Es ist für alles gesorgt: Es wird einen Gepäcktransport zum Campingplatz geben, Verpflegung wie Frühstück und Abendessen, sowie Snacks an den Check Points.

Hier gehts zur Anmeldung!

Ich würde mich freuen, euch dort zu sehen, zumal ich auch in die Organisation des Events involviert bin ;-).

 

 

Bikepacking & Übernachtung: UL Zelte bis 350 €

Nachdem ich mich mit den ultraleichten Zelten in der unteren Preisklasse beschäftigt habe, möchte ich hier als Ergänzung noch Zelte bis 350 € hinzufügen. Nicht nur mein Besuch bei der Outdoor by ISPO Anfang Juli 2019 hat mich dazu bewogen, die Liste etwas zu erweitern. Auch eure Empfehlungen, die immer wieder bestimmte Marken und Zelte hervorhoben, hat mich diesen kurzen Blogbeitrag schreiben lassen. Die Gewichtsklasse habe ich nach wie vor bis 1,6 kg gesetzt.

HINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen ohne Auftrag. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive.

Für die, die neu in das Thema Bikepacking und UL Zelte einsteigen, empfehle ich meinen ersten Blogpost zum Thema.

Outdoor by ISPO 2019

Hier geht es nun weiter mit noch mehr Zelten! Zelte, Zelte, Zelte. Meine Güte, es gibt eine ganze Menge Vielfalt da draußen. Da kam die Outdoor by ISPO Ende Juni/ Anfang Juli 2019 genau richtig für meine Zeltrecherche. Ein Großteil der Zeltanbieter war vor Ort und ich konnte mir viele Modelle mal in natura anschauen. Hier ein paar Eindrücke (leider nur im 1:1 Format):

UL Zelte bis 350 €

Wie immer alles unvollständig und erweiterbar, aber hier kommen nun die UL Zelte bis 350 €.

namebrandpaxwalltotal weightpackageprice from
Skyscape ScoutSix Moon Designs1double/hybrid1,13 kg32 x 12 cm180 €
Sil Hexpeak V4aLuxeOutdoor1double1,45 kg (no pole)40 x 13 cm229 €
Lunar soloSix Moon Designs1single0,73 kg32 x 10 cm235 €
Skyscape TrekkerSix Moon Designs1double/hybrid0,81 kg36 x 12 cm270 €
High Route 1Sierra Designs1double0,95 kg (no pole)35 x 15 cm300 €
Exolight IJack Wolfskin1double1,44 kg46 x 12/10 cm320 €
Power Lizard SULVaude1-2double1,16 kg325 €
Fly CreekBig Agnes1double0,95 kg47 x 11330 €
Tungsten ULMarmot1double1,3 kg48 x 13 cm330 €
Hubba NXMSR1double1,29 kg46 x 15 cm340 €

Und hier die Liste noch einmal zum Download. Reiter eins beherbergt die UL Zelte bis 150 €, Reiter zwei die bis 350 €:

Six Moon Designs und silkonisiertes Nylon

Six Moon Designs finde ich mittlerweile sehr interessant, da der Anbieter aus Oregon, USA leichte Zelte in den unterschiedlichsten Preisklassen bietet und das Modell Skyscape Scout mit knapp 180 € zum Beispiel auch nur knapp aus meiner ersten Katergorie von Zelten bis 150 € rausgefallen ist. Die Außenzelte bestehen meistens aus silikonisiertem Nylon, wie bei vielen anderen Leichtzeltanbietern auch (Vaude, Intentsoutdoor etc.). Das heißt, die Zelte sind zwar wasserfest, aber die kleinen Nahtlöcher nicht angedichtet. Ein Tape, um die Nähte zu versiegeln, hält auf diesem Material nicht. Dementsprechend muss die Versiegelung anders erfolgen, zum Beispiel mit Nahtversiegler. Wer direkt bei Six Moon Designs bestellt, kann wählen, ob dies direkt vor Ort vom Anbieter selbst gegen einen Aufpreis gemacht werden soll oder ob der Kunde das zu Hause gegebenenfalls allein nachholt. Kaufen kann man das Dichtmittel nämlich auch direkt im Onlineshop.

VAUDE setzt auf seamless

Vaude hat auf der Outdoor by ISPO 2019 ein mit dem Outstanding by OUTDOOR ausgezeichnetes Zelt vorgestellt. Das Lizard SUL gibt es demnächst als Seamless-Variante. Die Nähte wurden dabei geschweißt und nicht genäht. Damit löst sich das Abdichtungsproblem ganz von selbst.

SlingFin mit Tarptent

Spannend fand ich auch die Zelte von SlingFin. Die liegen zwar oberhalb der 350 € Grenze, bieten aber robuste und spannend konstruierte Zelte an. Mich hat auch das Tarptent SplitWing UL (224 g) angesprochen, das zusammen mit dem Meshzelt SplitWing Mesh Body (318g) schon fast wie ein richtiges Zelt daher kommt. Zusammen kostet das Ganze dann knapp 260 €.

Was sagt ihr? Hast du Erfahrungen mit oben genannten Zelten, die du gern teilen magst? Dann immer her damit in den Kommentaren!

Hier geht es nochmal zum Blogbeitrag zu UL Zelten bis 150 €!

VELO Berlin 2019

Auch im Jahr 2019 wird die VELO Berlin erneut stattfinden – frisch und im neuen Look zum zweiten Mal auf dem Gelände in den Hangars des ehemaligen Flughafen Tempelhof. Was 2018 ein großer Erfolg war, darf 2019 gern so weitergeführt werden. Die Atmosphäre und der Aufbau waren auf jeden Fall vielversprechend. Die VELO Berlin 2019 findet am letzten Wochenende im April statt!

Reisevorbereitung: Hanse Gravel Vorfreude & die Kunst des Packens

Am Vormittag des 25.04.2019 werden erstmalig rund 170 Bikepacking-Enthusiasten von Hamburg aus aufbrechen, um auf dem Hanseatenweg auf den Spuren der Hanse bis ins polnische zu Stettin radeln: Der Hanse Gravel 2019. Und ich werde mittendrin dabei sein! Die Aufregung steigt, die Vorfreude auch. Es ist nicht nur die Freude auf den deutschen Norden und die wunderbare Strecke durch Schleswig Holstein und Mecklenburg Vorpommern, die mich lockt. Viel mehr werde ich zumindest vor dem Start hoffentlich einige bekannte Gesichter antreffen, worauf ich mich sehr freue. Die Mitfahrenden der Gravel-Selbstversorgungsfahrt werden nämlich aus ganz Deutschland und teilweise aus anderen europäischen Ländern nach Hamburg kommen.

Die zur Tour passende Facebook-Gruppe und die vielen Diskussionen und der Austausch darin, lassen mich nur ungeduldiger werden. Gesprochen wird natürlich vor allem darüber, was mitgenommen werden soll oder wie das Fahrrad-Setup aussieht. Und übers Wetter. Und die Routenführung. Das Übliche also.

Was mit muss, muss mit – Packen leicht gemacht

Ganz klar, den Hanse Gravel werde ich mit Libelle fahren. 43mm Bereifung sollte hoffentlich auch für die sandigen und steinigen Untergründe ausreichen. Wenn da nur nicht wieder das Packen wäre… Ich gestehe, dass mich das ganze Zusammensuchen der Dinge, die ich vermutlich auf einer Radtour brauchen werde, doch ziemlich nerven kann. Seit ich nicht mehr mit klassischen Reiseradaufbau und hinteren Gepäckträger reise, hat sich die Liste der Dinge, die mitkommen zum Glück reduziert.

Doch am Ende ist es doch immer viel Kleinkram. Jedes mal wäge ich ab, was ich wirklich brauche. Langsam habe ich es aber doch raus – denke ich. Zumindest habe ich bei der letzten Reise festgestellt, dass ich selbst bei kurzfristiger Planung halbwegs gut packen kann. Bis auf die Werkstattutensilien und zwei Kleidungsstücke, hatte ich bei der Prag-Spreewald-Tour Anfang April 2019 auch tatsächlich fast alles genutzt.

So lange ich mein Rad noch tragen kann, passt das mit dem Gepäck:-D. Bild von Florian Ebert.

Das ist schonmal ein gutes Zeichen. Zum Hanse Gravel übe ich mich dann noch darin, die vorbereitete Packliste auch wirklich abzuarbeiten, damit nicht wieder so etwas Essenzielles wie die Stirnlampe zu Hause liegen bleibt. Je nach Wetterbedingungen (und die sehen momentan sehr gut aus), bleibt dann außerdem einiges an Kleidung im Schrank. Und das ist es. Keine Hexerei und kein Kocher ;-). Also vermutlich nicht. Das muss ich noch mit mir ausdiskutieren. Auf jeden Fall möchte ich unter freiem Himmel schlafen und setze voll und ganz aufs Biwakieren: Schlafsack, Isomatte, Bivvy – und raus in die Natur!

600 und ein paar Zerquetschte

Auch wenn ich nicht akkurat plane, wann ich wo sein möchte, oder wie viele Kilometer ich schaffen werde pro Tag, so habe ich mir doch meine Gedanken gemacht. Die Strecke ist knapp 610 km lang und folgt der alten Handelsroute der Hanse: Der Hanseatenweg ist eigentlich ein Wanderweg. Daher dürfen sich die Hanse Graveller wohl auf abwechslungsreichen Untergrund einstellen. Dementsprechend werde ich mal mehr, mal weniger Kilometer pro Stunde schaffen. Doch soll es mir wirklich darum gehen? Der wundervolle deutsche Norden bietet so einige schöne Landstriche und es ist doch viel zu schade, da einfach nur hindurchzujagen.

Versteht mich nicht falsch, der Hanse Gravel ist kein Rennen! Somit habe ich gar nicht den Antrieb, schnellstmöglich anzukommen. Es ist einfach eine Bikepacking-Selbstversorgungsfahrt, die René Fischer, ein erfahrener Langstreckenradler ins Leben gerufen hat. Er hat das ganz Organisatorische erledigt, den Track geplant und verfeinert, sowie die Kommunikation mit den Mitfahrenden übernommen. Fahren muss jeder Teilnehmende allein und sich dabei auch selbst organisieren. Es wird dennoch spannend, welchen Anspruch die einzelnen an sich und die Tour haben. Einige werden sicher bereits am Samstag in Stettin eintreffen und dann entweder nach Berlin weiter radeln oder mit dem Zug in die Hauptstadt zur VELO Berlin düsen. Dort wird es eine HEROINES & HEROS OF CYCLING LOUNGE geben. 2018 gab es eine Candy B. Graveller Lounge, die einige Blicke auf sich zog. Diese Tour endete allerdings auch genau auf dem Tempelhofer Flugfeld.

Routenplanung und die Sache mit der VELO Berlin

Und was habe ich nun vor? Im Prinzip einfach losfahren und schauen, wie weit ich pro Tag komme. Mein Anspruch wären ca. 150 km/Tag zu schaffen. Dann wäre ich also Sonntagabend etwa in Stettin. Oder ich lasse mir Zeit und fahre langsamer und bis Montag. Nun kommt das ABER: Ich habe bisher noch nie vier Tage am Stück so viel Strecke zurückgelegt und ich möchte zur VELO Berlin. Diese findet vom 27.-28.04.2019 in den Hangars des Flughafen Tempelhof statt. Und da haben wir den Haken: Sonntagabend ist die Messe schon vorbei. Eine Weile hat mich das sehr gestresst, weil ich natürlich wieder nichts auslassen möchte und ich auf dieser Messe ebenfalls einige Menschen treffen wollte. Aber ich habe keine Lust auf Stress. Das Ganze soll nämlich vor allem eins: Spaß machen! So habe ich für mich zwei Szenarien überlegt und werde ganz spontan etscheiden – je nachdem wie ich voran komme und wie es mir geht.

  1. Variante: Die VELO Berlin gibt es auch nächstes Jahr wieder. Im Grunde verpasse ich nichts und es wird noch andere Gelegenheiten geben, egal wie gern ich dabei sein möchte. Ich bin draußen auf dem Rad und das ist genau das, was ich genießen möchte – ohne Verpflichtungen und Termine! Also fahre ich den Hanse Gravel durch.
  2. Variante: Ich schaue, wie weit ich bis Samstagabend komme. Falls ich es bis Stralsund oder Greifswald schaffe, kann ich dort gemütlich in den Regionalzug steigen und bis nach Berlin durchfahren. Entspannt, weil ich dann am Sonntag frisch gewaschen und stressfrei zur VELO gehen kann und somit Radfahren und Messe unkompliziert verknüpfen kann. Dann geht es entweder Sonntagabend oder Montagfrüh wieder zurück und ich fahre die Strecke zu Ende – optional bis Berlin zurück. Oder radle das fehlende Stück einfach ein anderes Mal.

Kommt ihr mit?

Easy, oder? Von daher: Ich kann es kaum erwarten in den Norden zu fahren und wieder auf dem Rad zu sitzen! Mittwochvormittag steige ich in den Zug nach Hamburg, mache mir dort noch einen gemütlichen Tag, damit ich frisch und ausgeruht am Donnerstag die Tour starten kann. Und egal für welche Variante ich mich am Ende entscheide, es wird hoffentlich eine gute Zeit werden! Kommt ihr mit? Dann schaut auf jeden Fall ab dem 24.04. regelmäßig auf meinem Instagram-Kanal vorbei. Dort werde ich sicher in den Stories und auch im Feed ein paar Eindrücke der Reise zum Besten geben

Verfolgen lässt sich die Tour übrigens auch per Dotwatching. Das heißt, einige der Mitfahrenden werden ihr Vorankommen aufzeichnen lassen. Auf der Online-Karte kann man dann einen alle paar Minuten aktualisierte Standort dieser Personen verfolgen. Das steigert die Spannung und lässt die Daheimgebliebenen ein wenig mehr an der Reise teilhaben.