Schlagwort-Archive: Fahrrad

B2Fh: Unterwegs mit der kilometerfressenden Gravelmaschine

Plötzlich verengte sich der Weg und wurde zu einem schmalen Pfad, der sich tiefer in den Wald hinein schlängelte. Ich atmete die holzig riechende, frische Waldluft ein, beobachtete das Spiel der Sonnenstrahlen, die zwischen den Baumkronen aufblitzten und seufzte mehrfach laut auf: Wie schön es hier war! Ich war völlig allein, keine Menschenseele in Sicht – wie so oft auf vielen Streckenabschnitten an diesem Samstag. Immer mehr kleine Wurzeln und Ästchen bedeckten den Boden und ich fuhr etwas langsamer – auch weil die Äste einiger Sträucher weit in den Weg hinein ragten. Der perfekte Trail für eine entspannte MTB Fahrt. Nun, ein Mountainbike hatte ich nicht dabei, aber mein Gravelbike mit seinen breiten 43 mm Reifen machte auch keine schlechte Figur. Mit ein paar Wurzeln konnten ich und mein Rad noch ganz gut umgehen. Mit dem breiten, astreichen Baumstamm, der plötzlich mitten vor mir auf dem Pfad lag, gab es allerdings ein größeres Problem…

Ich war auf dem Weg an den Bodensee zur größten Fahrradleitmesse Europas: Die Eurobike 2018. Bereits die erste Etappe meiner Reise von Berlin nach Friedrichshafen bot in puncto Wegbeschaffenheit genügend Abwechslung, auch wenn sie tatsächlich größtenteils auf Asphalt stattfand.

1. Etappe #B2Fh: Von Berlin Wannsee nach Leipzig

Als ich am Morgen des letzten Junitages (Samstag, 30.06.2018) in Berlin am Wannsee auf mein Rad stieg, waren meine Gedanken etwas zwiegespalten. Zum einen war da diese Vorfreude, dieses leichte Kribbeln, dass kurz vor Beginn einer Reise immer da war. Mich begleitete aber auch diese leichte Unsicherheit und der Respekt vor meiner geplanten Tour. Ich freute mich sehr darauf unterwegs zu sein, nur das Zeitlimit beunruhigte mich. Denn bereits am ersten Tag wollte ich so viele Radkilometer am Stück zurücklegen, wie nie zuvor. Ca. 175 km in one go! Es sollte spannend werden, ob ich das geplante Tempo halten und mit meinem Veloheld zurechtkommen würde und vor allem: Ob ich meine Gedanken sortieren und mich motivieren konnte .

Ich hatte allgemein sehr knapp geplant. Doch anders war es für mich zeitlich nicht realisierbar gewesen. Schon nach 5,5 Tagen (plus einer zweitägigen Unterbrechung) wollte ich die ca. 770 km bis an den Bodensee zurückgelegt haben – mit einem neuen Rad, das ich noch nicht so gut kannte, mit einem neuen Set-Up, das ich noch erproben musste und mit mir – allein. Tja, irgendwann musste ich es ausprobieren. Warum nicht jetzt? Auf los geht es los!

Zeitnot? Eigentlich nicht!

Jeder Tag dieser Reise hatte eine andere Stimmung, bot ein anderes Fahrgefühl. Am Samstag auf der Fahrt von Berlin nach Leipzig hatte ich besonders die Streckenlänge im Kopf. Hatte ich mir zu viel zugetraut? Konnte ich es schaffen bis 19 Uhr in Leipzig zu sein, um noch ein paar Stunden am Abend in der Stadt zu haben? So wanderte mein Blick immer wieder auf den Kilometerstand und auf die Geschwindigkeit. Das IconX machte  für mich einen Unterschied. Ich war schneller als sonst unterwegs und es fiel mir leichter das Tempo zu halten. Das mag zum einen am sportlichen Fahrrad liegen, zum anderen daran, dass ich viel weniger Gepäck dabei hatte, was bestmöglich am Rad befestigt worden war.

Alles um die 21 km/h war gut. Schneller ging oft, musste aber nicht. Dazu bin ich zu sehr Genussfahrerin. Ein moderates Tempo also, bei dem ich auch einmal den Blick von der Straße abwenden und die wunderschöne Brandenburger Landschaft genießen konnte. Durch Nadelwälder und auf Landstraßen sanfte Hügel hoch und runter. Über steinige Feld- und kieselige Waldwege führte mich meine Route. Abgesehen von der Sonne, die unentwegt auf mich niederbrannte, fühlte ich mich gut. So gut, dass ich die erste richtige Pause erst nach der Coswiger Fährüberfahrt im schönen Wörlitz machte – nach ca. 95 km und knapp über der Hälfte der Strecke.

Auf Abwegen

…Ich fand einen Weg an dem gefallenen Baum vorbei. Doch dies war nur der Anfang gewesen. Schnell begann der Schweiß auf meiner Stirn zu perlen, als ich mein Rad, so leicht bepackt es auch war, immer wieder über teils sehr große Baumstämme heben musste. Vielleicht habe ich doch den falschen Abzweig genommen? Mein Navi war jedoch der festen Überzeugung, dass es genau dieser Weg sein musste, der noch immer schwer von den Zerstörungen des letzten Sturms gezeichnet war. Aber umdrehen? Das war keine Lösung.

So ging ich außen herum, schob mein Rad kleine Böschungen hoch und zerrte es über Baumstämme. Zwischendurch überkam mich ein wenig Verzweiflung und der Gedanke, ob es nicht doch besser gewesen wäre, die paar Kilometer zurückzufahren. Doch nach vielen schweißtreibenden Radhebungen, konnte es endlich weitergehen.

Hallo, Leipzig, schön dich zu sehen!

Die letzten 30 Kilometer zogen sich wie Gummi in der Mittagshitze. Ich wollte ankommen. Wirklich. Langsam reichte es. Mein Hintern fühlte sich zwar noch recht gut an – die Radlerhose erfüllte ihren Zweck – doch mein unterer Rücken fand das alles nicht mehr so gut. Lag es am Sport-BH, der nicht optimal saß? Oder doch an meiner Sitzposition, die etwas zu gestreckt war? Denn in den nächsten Tagen hatte ich dieses Problem nicht mehr so stark.

Schließlich kam das Leipziger Ortseingangsschild. Doch wo war jetzt die Stadt, die ich kannte? Weiterhin säumten Felder meinen Weg. Ich fuhr durch einen kleinen Ort mit wenigen Menschen auf der Straße. So hatte ich es in vielen Brandenburger Dörfern erlebt: Keine Menschenseele zu sehen und zum Glück auch wenig Autoverkehr. Ein paar Kilometer weiter standen die Häuser schließlich enger beieinander, wurden höher und nach einem kurzen Weg am schönen, begrünten Kanal entlang, war ich in der Innenstadt: Hallo Leipzig! Es war die längste Etappe, die ich je auf einem Fahrrad am Stück gefahren war – die ich je allein gefahren war.

Tageskilometer gesamt: ca. 185 km

Bundesländer: Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen

1. Etappe auf Strava

Mach mal halblang!

2. Etappe #B2Fh: Von Leipzig nach Naumburg mit Umwegen

Nach einen wundervollen Abend in Leipzig beim Klassik airleben mit einer lieben Freundin und der Miri von hamburgfiets, die an diesem Wochenende zufällig auch in der Stadt war, sollte der nächste Tag etwas entspannter werden. Ich wollte nach Naumburg an der Saale mit einem vorherigen Abstecher nach Laucha bei Freyburg (Unstrut), wo Freunde ein Weingut bewirtschafteten. Ein gutes Ziel also und nur knapp 90 km für den Tag klangen relaxt. Das Wetter war nach wie vor sonnig und warm und meine Motivation uneingeschränkt groß. Ich verließ Sachsen erst gegen Mittag ganz entspannt. So viel Urlaubsruhe musste sein (und so viel Kaffee auch ;-)).

Mein Highlight an dem Tag war sicherlich das Gradierwerk in Bad Dürrenberg! Ja, ich gebe zu, ich habe derartiges noch nicht gesehen und war zutiefst beeindruckt von der Größe der Anlage. Laut Wikipedia ist das wie folgt:

(…) eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisig verfüllt ist. Das Verb gradieren bedeutet „einen Stoff in einem Medium konzentrieren“. Im Falle eines Gradierwerks wird der Salzgehalt im Wasser erhöht, indem Sole durch das Reisig hindurchgeleitet wird, wobei auf natürliche Weise Wasser verdunstet.

Die spendierte Apfelschorle tat auch gut und ließ mich für ein paar Minuten nahe der angenehm kühlen, tropfenden Sole verweilen.

Ein bisschen Eis muss ein!

Schließlich fuhr ich weiter und vorbei am großen Geiseltalsee, wo an diesem sonnigen Sonntag reges Treiben herrschte. Da musste natürlich auch ein Eis für mich her. Der gut ausgebaute Radweg führte mich  an den Hängen des Sees entlang und ich genoss die frische Brise und den Gedanken heute trotz späten Aufbruchs bereits früher am Tag an meinem Ziel anzukommen. Das tat wirklich gut. Ich hatte am Vortag doch den Zeitdruck deutlich gemerkt und mag das bei einer Radreise überhaupt nicht. Das musste bei der nächsten Tour besser werden. Ich will einfach auch nur mal irgendwo sitzen können, ohne ständig die Uhr im Blick zu haben und den Gedanken an die noch vielen Kilometer vor mir. Das ist mir zu unentspannt ;-).

Von uralten Pflastersteinen und Kirschbäumen

Ich fuhr durch einen winzigen Ort mit einer mittelalterlichen Kirche, etwa aus dem 12. Jahrhundert, und war fast überrascht, als ich sogar ein paar wenige Menschen erblicken konnte. Dann begann das Kopfsteinpflaster. Wieder versperrte eine Kurve zunächst den Blick auf die volle Pracht dieser Straße, die natürlich bergauf führen sollte.

Wider Erwarten entmutigte mich dieser Anblick jedoch kaum. Ich war wohl noch gut drauf vom Eis zuvor. Das mitleidige Lächeln eines Mountainbikers, der mir entgegen kam, spornte mich weiter an, als ich die letzten Meter auf diesem unsäglichen Untergrund den Hügel hinauf ächzte. Und dann…dann folgte die eigentliche Qual. Gesäumt von alten Obstbäumen hätte die vor mir liegende, verlassene Straße wirklich schön sein können. Doch stattdessen gab es Steine, viele Steine! Kopfsteinpflaster in der Ausgabe uralt und in unterschiedlichsten Größen und Formen – mal ganz klein und abgebrochen, mal groß und breit, aber nie flach, glatt oder gleichmäßig. Die  Farbschattierungen variierten ebenso stark wie die Oberflächen”qualität”.

Zunächst versuchte ich mein Glück auf dem kieseligen Streifen, der direkt am Feld entlang führte und neben der eigentlichen Straße. Was zunächst noch ein breiter Weg war, verengte sich nach wenigen hundert Metern auf einen schmalen Pfad. Dieser ließ mir ab und an die Wahl entweder ins Feld auszuweichen oder ein paar Schüttelaktionen auf den Pflastersteinen zu genießen.

Endlich, nach etwa 4 km war die Odyssee vorüber. Der letzte Abschnitt bis zu meinem ersten Tagesziel war eine von Kirschbäumen gesäumte Allee, die sich deutlich besser befahren ließ und sogar noch eine süße Abfahrt für mich bereit hielt. Ca. 70 km geschafft!

Auf dem Saale-Unstrut Radweg nach Naumburg

Nach dem Besuch des kleinen Weingutes bei Laucha mit dem wunderschönen Blick ins Tal, radelte ich noch weitere rund 20 km nach Naumburg. Falls ihr je in der Nähe seid, lasst euch den Saale-Unstrut-Radweg nicht entgehen! Entlang der Unstrut führt dieser Abschnitt des Weges über Freyburg nach Naumburg. Ich genoß die Abendsonne so sehr, welche die Weinberge der Region und die Burgen und Herrenhäuser in ein wunderschönes Licht tauchte. Der Fahrtwind und der größtenteils flache Weg machten die Fahrt zum gemütlichen Ausklang des Radtages für mich. An diesem Sonntag, als ich in Naumburg schließlich ankam, wurde übrigens bekannt, dass der berühmte Naumburger Dom endlich zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde.

Tageskilometer gesamt: ca. 90 km

Bundesländer: Sachsen, Sachsen-Anhalt

Die nächste Etappe sollte mich durch Thüringen führen und eine große Herausforderung für mich werden. Bald mehr dazu!

Eurobike 2018

Die Eurobike setzt Maßstäbe!

Die größte Fahrradleitmesse der Welt findet im Jahr 2018 an einem neuen Termin statt. Bereits Anfang Juli wird die Messe in den Messehallen in Friedrichshafen wieder tausende Fachbesucher und zahlreiche Aussteller an den Bodensee locken.

Die Besonderheit 2018 ist außerdem, dass es keinen Besuchertag geben wird, wie die Jahre zuvor. Nur das Fachpublikum kommt in den Genuß die neuen Produkte rund ums Fahrrad anzuschauen und testen zu können.

Die EUROBIKE 2018 rückt Neuheiten, Innovationen und Produkt-Premieren ins Rampenlicht und bietet somit einen enormen Mehrwert für Industrie, Handel und Medien. Das neue Messekonzept ermöglicht einen umfassenden Überblick, schafft Synergien und verdichtet Information für alle Akteure der globalen Fahrradbranche.

(eurobike-show.de)

Mit dem Rad quer durch Deutschland: B2Fh

Was im letzten Jahr bereits als Idee in meinem Kopf herum schwirrte, wollte ich dieses Jahr nun endlich umsetzen: Von Berlin an den Bodensee nach Friedrichshafen fahren. Mit dem Rad. Zur Eurobike 2018. Im letzten Jahr führte mich meine Tour mit meinem Faltrad von Köln/Koblenz entlang des Rheinradweges zur größten Fahrradleitmesse. Dieses Jahr wollte ich die Tour in meiner Heimat starten und mit meinem neuen Fahrrad angehen.

Hinweis: Enthält Produktvorschläge (manche würden es als Werbung bezeichnen…)

Wirklich vorbereitet war ich auf diese Tour allerdings nicht. Im Vorfeld war ich schon wieder viel unterwegs, viel arbeiten und auch ein paar Tage im Urlaub. Da blieb nicht viel Gelegenheit, um die Route zu planen oder Material und Zubehör zu besorgen. Dafür nehme ich mir sonst gern mehr Zeit. Ziel war es aber von Anfang an, nicht nur stur zu fahren, sondern auf dem Weg ein paar Stationen zu haben und Freunde zu besuchen und dort auch übernachten. So kam es auch, dass ich am ersten Tag bereits die längste Strecke zurücklegen wollte. Von Berlin Wannsee bis in die Leipziger Innenstadt sind es ca. 176 km. So musste ich nur an ein paar Tagen nach alternativen Schlafmöglichkeiten schauen, da ich ohne Zelt reisen wollte, um möglichst leicht zu reisen. Es folgt eine kleine Zusammenfassung, wie ich unterwegs bin.

Das Set-Up

Diese Tour sollte in vieler Hinsicht eine Neuheit für mich sein.

  1. Das Fahrrad

    Mein neues All Road Bike, das Veloheld iconX, ist mein Reiserad für diese Fahrt und musste noch dementsprechend modifiziert werden. An sich habe ich es mir so zusammengestellt, dass es problemlos auch als Tourenrad funktionieren würde. Dafür sorgen der Nabendynamo und das fest installierte Licht genauso wie die breiten Panaracer Gravelking SK Reifen in 43mm Breite. So bin ich auch auf den zahlreichen Kiesel- und Feldwegen bequem unterwegs. Die ersten Touren haben gezeigt, dass ich am Rad selbst eventuell doch noch Anpassungen machen muss. Der Vorbau ist jetzt schon sehr kurz, es kann sein, dass ich ihn aber noch kürzer brauche, da ich immer noch etwas zu gestreckt sitze. Für diese Reise muss der Aufbau so funktionieren, aber danach überlege ich ein Bikefitting machen zu lassen.

  2. Das Taschen

    Ich wollte leicht reisen, ohne viel Schnick Schnack und unnötiges Gepäck. Ganz im Bikepacking Stil also. Die Taschen sollten möglichst am Rahmen untergebracht werden oder maximal am Lowrider. Besagter Gepäckträger musste jedoch erst besorgt werden. Ebenso die passenden Taschen, die ich dann freundlicherweise von Ortlieb zur Verfügung gestellt bekommen habe. Es ist für mich ein absolutes Novum mit Frontrack zu fahren. Bisher hatte ich immer die klassische Tourenausrüstung mit Hinterradgepäckträger und großen Taschen dazu.

    Am Vortag der Reise (im empfehle eine derartig kurzfristige Montage ohne Ausprobierzeit grundsätzlich erst einmal nicht) installierte ich also den Tubus Duo an meinem Vorderrad. Passend dazu gab es das Front Roller Taschenpaar Gravel Pack von Ortlieb (500g leichter als normale Front Roller und mit zwei beweglichen Befestigungshaken), das praktische Accessoire Pack (multifunktional tragbar als Lenker-, Gürtel oder Zubehörtasche an der Lenkerrolle), sowie die selbstgenähte Satteltasche und das Snack Pack am Lenker. Insgesamt konnte ich so um die 32 l Packvolumen mit mir führen. Das Gewicht betrug am Ende vorn ca. 9 kg + Lenker- und Satteltasche mit ca. 2 kg (ich habe nicht genau gewogen).

  3. Packordung

    Es ist sehr sinnvoll sich zu überlegen, wo man welche Sachen verstaut, auch um nicht ständig auf der Suche nach etwas zu sein (ich suche ständig nach irgendetwas…). Da ich zum Beispiel nicht oft an die Satteltasche wollte, habe ich dort meine Alltagskleidung und die Regenjacke deponiert. In den vorderen Lowrider-Taschen sind auf der einen Seite Laptop + Ladekabel, Unterwäsche/Socken, weitere Ladegeräte und der To-Go Becher. Die zweite Tasche beherbergt die Radelklamotten (Funktionsshirts und Radlerhosen von Vaude), Flickzeug und Schlauch, sowie Ersatzschuhe und Kosmetikzubehör. Am Lenker befinden sich dann nur noch die Sachen, an die ich immer mal wieder muss wie Taschentücher, Multitool und Notfallriegel.

  4. Weiteres Zubehör

    Außerdem dabei sind Trinkflasche am Halter (am besten gleich zwei) und auch ein Schloss, da ich allein reise und manchmal auch das Fahrrad kurz aus den Augen lassen muss. Ebenso mit auf Reise gehen Fahrradhandschuhe (Giro Siv) und dieses Mal auch ein Helm (Uvex Boss Race). Navigieren lasse ich mich vom Garmin Oregon 700 und mit Routen, die per Komoot erstellt wurden.

Während ich diese Zusammenfassung schreibe, sitze ich bereits nach dem zweiten Reisetag im Bett und mache mir Gedanken über die kommenden Tage. Das Wetter war bisher mehr als sonnig und warm und ich spüre die Sonne deutlich. Die Tour war bisher abwechslungsreich und die Begegnungen und Treffen großartig.

Mehr werdet ihr dazu bald hier erfahren!

So lange: Folgt mir doch auf Facebook, Instagram und Twitter und schaut, wo ich mich gerade so herum treibe. Der Plan ist am Samstagnachmittag in Friedrichshafen zu sein. Sonntag, 08.07.2018 wird dort die Eurobike 2018 offiziell beginnen und bis zum 10.07.2018 gehen. Bis dahin habe ich noch einige Kilometer, Höhenmeter und zwei Off-Tage in Würzburg vor mir. Wir lesen uns!

N+1: Hi, IconX! Warum sich das lange Warten gelohnt hat.

Erinnert ihr euch noch? Anfang des Jahres war ich auf der Suche nach einem All Road Bike und probierte verschiedene Fahrräder diverser toller Marken aus. Meine Entscheidung war fast gefallen, doch dann besuchte ich im Februar die sympathischen Dresdener von Veloheld in ihrem Showroom und testete das IconX.

Ich wusste dann sehr schnell, dass mir das Salsa Vaya zwar sehr gut gefallen hat, ich mit dem IconX allerdings mehr Entscheidungsfreiheit für meine Wunschkonfiguration hatte. Nicht nur die Auswahl der Farbe spielte dabei eine Rolle. Ich mochte auch den Gedanken, das Rad einer kleinen Deutschen Fahrradmarke fahren zu können. Schon auf der Fahrradschau waren sie mir immer wieder aufgefallen und als Miri von hamburgfiets sich schließlich einen IconX-Rahmen aufbaute, war ich mehr als interessiert. Nach dem Besuch bei Veloheld und der Aussicht auf eine kleine Kooperation war die Entscheidung schließlich gefallen.

Hi, IconX!

Naja, ganz so schnell ging es, wie gesagt, leider nicht. Die Veloheld-Rahmen werden in Handarbeit hergestellt und sie sind sehr beliebt. Ich musste schon schlucken, als es hieß, dass ich meinen Rahmen wohl nicht vor Mai bekommen würde. Ich war so ungeduldig! Es hatte nur den Vorteil, dass ich dadurch Zeit für eine intensive Farbrecherche (grün oder violett) hatte, denn welche Teile ans neue Rad sollten, wusste ich bis auf die Reifen recht schnell.

Ende Mai sendete mir Geschäftsführer Carsten ein Foto, auf dem als Ausschnitt das frisch lackierte IconX mit meiner Wunschfarbe und meinem Radelmädchen-Logo zu sehen waren. Meine Ungeduld wuchs ins Unermessliche! Ich wollte dieses Fahrrad endlich fahren!!! Warum dauert das alles sooooo lange?

Doch schließlich war der Termin fix. Anfang Juni 2018 durfte ich endlich wieder nach Dresden fahren. Vier Monate nachdem ich das erste Mal auf einem IconX gesessen habe.

Das IconX in Extreme Purple <3

Die Farbe ist mega und ich bin absolut verliebt! Ich wollte ein dunkles metallic violett und habe lange nach dem richtigen Ton gesucht. Gar nicht so einfach, wenn man nur Bilder vergleichen kann, auf denen die verschiedenen Lacke an diversen Gegenständen verwendet wurden. Eigentlich ist mir der Farbton zu dunkel gewesen, doch dann, als ich das neue Fahrrad erstmalig in der Sonne stehen sah und die Varianz dieser Farbe erkannte, war ich hin und weg! Es tut mir Leid, aber ich muss das so ausfürlich beschreiben, weil ich diesen Lack wirklich so unglaublich schön finde! Und dann ist da auch noch mein Logo in strahlendem Silber auf dem Oberrohr!!!

Hier kommen ein paar harte Fakten zum Fahrrad, welches ich für Langstrecken und leichte Bikepacking-Touren nutzen möchte.

TeilMarke/Art
RahmenVeloheld IconX, Größe M
GabelVeloheld Stahlgabel
Farbe Extreme Purple
 
SchaltgruppeShimano 105 – 22
Schalt- & BremshebelShimano Ultegra
Bremsenhydraulische Shimano-Ultegra Scheibenbremsen (Flatmount)
LenkerZoom Drop Bar
Dynamo/LaufräderSHUTTER PRECISION PD-8X 12mm / Novatec
FelgenDT R500
SattelBrooks Cambium All Weather C17 (black)
ReifenPanaracer Gravelking SK TR 28” (700x43C) black/brown (tubeless)
BeleuchtungB+M – Lumotec IQ-XS Dynamo Scheinwerfer – 70 Lux
SON Rücklicht für Strebe
Details

Ich habe mich bewusst nicht für eine einfache, sondern zweifache Schaltung (Shimano 105er) entschieden. Mir war diese Vielfalt und die feineren Abstufungen der Gänge besonders für Touren in bergigerem Terrain wichtig. Mal sehen, wie sich die Wahl bemerkbar macht. Ich habe auf Gepäckträger und Schutzbleche verzichtet, um das Gewicht möglichst gering zu halten und flexibel und sportlich unterwegs sein zu können. Eventuell werde ich für längere Touren noch einen Low Rider ergänzen, um Front Roller-Taschen mitnehmen zu können. Doch momentan muss der Satteltaschen-Prototyp ausreichen. Wie auch an den anderen Rädern setze ich auch beim IconX auf den Brooks Cambium. Pedale habe ich mir noch keine ausgesucht. Ich überlege noch, weil ich eventuell Klickies ausprobieren möchte.

Da ich kein Batterielichtfan bin, habe ich mich für einen Shutter Precision Nabendynamo entschieden. Die Optik und das Gewicht (unter 500gr) sprechen für ihn. Zur Leistung kann ich noch nichts sagen.

Der erste Ritt

Nachdem der Vorbau noch getauscht und ein paar kleine Einstellungen vorgenommen wurde, ging es auf die erste kleine Tour mit meinem neuen IconX. Wie praktisch, dass der Veloheld Showroom und die Werkstatt direkt an den Ausläufern der tollen Dresdener Heide liegen! Rauf aufs Rad und rein ins Grüne war die Devise, die auch am Folgetag in der Sächsischen Schweiz fortgeführt wurde!

Watt soll ick sajen? Dit war so schöööön! Ich fühlte mich wohl auf meinem neuen Gravelbike. Auch, wenn ich mich erst an Dropbar und die ungewohnten Schalthebel gewöhnen musste. Aber das Fahrgefühl war unbeschreiblich und die Landschaft der Sächsischen Schweiz wunderschön und abwechslungsreich. Mein neuer Flitzer durfte sich bei einigen Härtetests über Wurzel und Stein und ganz viel Kiesel- und Feldwegen beweisen. Die Panaracer Gravelking Sk in breiten 43mm haben mir die Velohelden tubeless aufgebaut. Das Fahrgefühl ist bisher vielversprechend!

Getragen habe ich das IconX auch ab und zu, denn nicht alle Wege im Nationalpark sind für Fahrräder freigegeben. Es gibt gekennzeichnete Radrouten. Wenn diese aber nicht in das Richtungskonzept passen und das Unwetter naht, dann läuft man eben auch mal den Berg mit seinem Rad auf einem schmalen, steilen Weg hinunter. 😀

Doch die Natur dort ist viel zu schön und muss geschützt werden! Also bitte nur auf gekennzeichneten Wegen Radfahren!

Ausblick

Spannend wird es auf der ersten langen Ausfahrt, die bald anstehen wird. Wie komfortabel ist das IconX dann? Was muss ich noch einstellen bzw. optimieren? Passt die Sattelhöhe und die Vorbaulänge? Ich bin gespannt. Außerdem fahre ich auch das erste Mal tubeless und bin noch etwas ahnungslos, was ich bei einer Reifenpanne noch machen kann, außer wieder einen Schlauch einzuziehen, wenn die Dichtmilch nicht reichen sollte.

Einen Namen bekommt die Schönheit natürlich auch noch. Aber zuerst müssen wir uns noch ein wenig kennenlernen!

Danke liebes Veloheld-Team für dieses tolle Fahrrad!

Urbane Mobilität – Vom schicken Flitzer zum Zerlegerad

Dass ich ein wenig verliebt bin in mein Faltrad, ist euch ja eventuell schon aufgefallen. Und dass das Brompton für mich das ultimative Stadt- und Verreiserad ist, habe ich auch hin und wieder angemerkt. Dennoch bin ich stets neugierig, wenn es um neue Fahrradkonzepte geht, die das urbane Mobilitätsverhalten unterstützen und optimieren können.

Es folgt ein kleiner Bericht zu einem neuartigen Fahrrad, den man auch als Werbung ansehen kann. Ich schreibe ihn allerdings aus eigenem Antrieb und bekomme keinerlei Gegenleistung dafür! Ich finde das Produkt einfach spannend und möchte das gern mit euch teilen.

Irgendwie war es klar, dass ich hellhörig wurde, als ich das erste Mal von Kruschhausen-Cycles gehört habe! Der Stuttgarter Produktdesigner Tobias Kruschhausen hat nach zweijähriger Projektarbeit und dem nun mittlerweile vierten Prototypen ein Fahrrad entwickelt, das auf den ersten Blick wie ein gut designtes urbanes Rad aussieht. Doch es ist weitaus mehr als das! Aus dem sportlichen und einzigartigem Design-Fahrrad mit 26″ Rädern wird nach wenigen Handgriffen ein kompaktes Fahrradpaket. Dieses ist dann gerade mal knapp einen Meter lang und 74 cm hoch. Bis auf das Montague kenne ich sonst kein “normal” großes Fahrrad, dass sich so klein falten oder zerlegen lässt.

Nachdem ich ihn auf der Berliner Fahrradschau im März leider verpasst habe, war ich sehr froh, als mir Tobias anbot, das Fiiz (der offizielle Name des Rades) bei seinem Berlinbesuch im Mai zu sehen und ausprobieren zu können. Und das lohnte sich auf jeden Fall! Denn was in einem Video schon eindrucksvoll und modern wirkte, war in der Realität und im Fahrtest mindestens genauso überzeugend.

Ins Detail

Was als kurzes Treffen mit kleinem Plausch und Probefahren angedacht war, weitete sich auf einen 2,5 stündigen Austausch aus. Dabei realisierte ich erneut, wie durchdacht und präzise designt ein derartiges Fahrrad wie das Kruschausen-Cycle sein muss, damit es ohne große Pratikabilitätseinbuße funktioniert. Neben Gates Carbon Riemenantrieb, der Sram Automatix Zwei-Gang-Nabe und der Scheibenbremse von Magura vorn wurden sehr hochwertige Materialien und Teile verwendet. Der Aluminiumrahmen wird komplett in Deutschland in Handarbeit gefertigt, wobei Tobias mit lokalen Herstellern zusammenarbeitet.

Hier mal ein kurzer Clip, damit ihr einen Eindruck davon bekommt, was ich meine (Entschuldigt bitte die lauten Hintergrundgeräusche! Ich gelobe bezüglich Videoqualitäten Besserung).

Faltrad vs. Zerlegrad

Wenn man es genau nimmt, ist Fiiz kein Faltrad im üblichen Sinne, sondern viel mehr ein Zerlegerad. Ich musste sofort an das Moulton denken, dass als elegantes und auffälliges Fahrrad auch eher zerlegt, als gefaltet wird. Es gibt nicht die üblichen Scharnierlösungen, die einigen vielleicht bekannt sind. Das auffällige, zweiteilige Design des Kruschausen macht bereits deutlich, an welcher Stelle, das Rad zerlegt wird. In der Mitte es Rahmens ermöglicht unter anderem ein Hebel die Teilung. Das Vordeteil mit Lenker und Vorderrad kann dann einfach abgenommen werden und wird seitlich an den hinteren Teil angesetzt. Dabei hat alles ganz logisch seinen Platz. Kein Teil fliegt irgendwo rum, alles wird irgendwo eingesteckt, reingeklickt oder gehakt.

Als ich den Zerlegevorgang selbst ausprobiert habe, ist mir genau das positiv aufgefallen. Auch wenn ich zwischendurch doch noch etwas nachdenken musste, was als nächster Schritt ausgeführt werden muss. Doch ich war nach zwei Versuchen und Beobachtung von Tobias schon soweit, dass ich das Kruschausen-Cycle allein zerlegen konnte. Das könnt ihr euch im folgenden Video anschauen. Ich habe nur ein Teil vergessen einzurasten. Denn der vordere Teil des Rahmens hat am Oberrohr ebenfalls einen Haltepunkt. Mit ein wenig Übung bekommt man das Falten oder Zerlegen aber problemlos allein hin und wird damit auch irgendwann schneller sein, als ich in diesem Video. Nicht schlecht, oder?

Unterwegs mobil

Das Rad fährt sich sehr wendig und sportlich. Ich empfand die Rahmengeometrie als für mich sehr passend und angenehm. Meine Bedenken, dass sie der teilbare Rahmen mit einem etwas instabilen Fahrverhalten äußern könnte, waren unbegründet. Es fährt sich wie ein normales Fahrrad – nur das es eben das gewisse Extra hat. Im zerlegten Zustand lässt es sich mit seinen knapp 12,5 kg Gewicht gut am Rahmen tragen oder auf den Laufrädern rollen, ohne auseinander zu fallen. Das Fiiz lässt sich übrigens gefaltet bzw. zerlegt auch ohne Probleme im Zug mitnehmen – ohne Extrakosten und das sogar im ICE.

Mehr Informationen gibt es auch auf der Crowdfunding-Seite bei Startnext! Die Kampagne läuft noch bis Mitte Juni 2018!