Berlin – Leipzig mit dem Fahrrad? Klar! Nur knapp 180 km trennen die beiden Großstädte im deutschen Osten voneinander. Das ist so nah, dass der ICE die Strecke zwischen den beiden Hauptbahnhöfen in knapp einer Stunde und 15 Minuten zurücklegt. Aber das wäre ja zu einfach!
Vor ein paar Jahren radelte ich zum ersten Mal allein diese Distanz in einer Etappe mit dem Gravelbike. Eine große Herausforderung für mich und die längste Strecke, die ich bisher allein gefahren war. Dieses Jahr war die Motivation mit dem Fahrrad nach Leipzig zu radeln eine andere: Mein Markenpartner texlock produziert in der schönen sächsischen Stadt einzigartige Fahrradschlösser und das wollte ich mir mal ganz genau anschauen.
Werbung – Dieser Beitrag ist im Rahmen einer Markenpartnerschaft entstanden und enthält Produktempfehlungen und Artikel, die ich gern benutze. Die Erfahrungen und Meinungen sind meine eigenen und ohne weitere Absprache hier in Textform wiedergegeben.
Genau wie bei muli, dem Kompakt-Lastenrad Hersteller aus Köln, wird bei texlock Wert auf eine lokale Produktion gelegt. Mein muli habe ich 2024 direkt aus dem Kölner Werk abgeholt, um dort einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, mir anzusehen, wie die Räder gebaut und montiert werden. Darüber habe ich auf dem Blog bereits berichtet. Nun zog es mich aus den gleichen Gründen nach Leipzig. Weil die Stadt aber deutlich näher an Berlin liegt als Köln und muli und texlock sich perfekt ergänzen, kam die Idee auf eine “Made in Germany”-Radreise daraus zu machen und mit dem Cargobike nach Leipzig zu texlock zu radeln.
Inhaltsverzeichnis

Fahrradschlösser von texlock
2016 kam das erste texlock-Textilschloss auf den Markt. Gegründet wurde die Marke von Alexandra Baum, einer Produktdesignerin mit Spezialisierung auf technische Textilien.
Radelmädchen gab es damals schon und ich war bereits sehr tief in der Fahrradwelt verwurzelt. So erinnere ich mich noch an den Markteintritt und, welche Neuheit die Schlösser damals darstellten.
Das tex-lock eyelet mit dem U/X-Lock nutze ich schon seit Jahren und es ist immer noch eines meiner Lieblingsschlösser. Es ist eine Kombination aus Bügelschloss und Seil. Die kleine Öse des Eyelet Schlosses wird beim Anschließen durch die große Öse geführt. Ich mag die Flexibilität, die mir das Schloss damit bietet, egal, wo ich es anschließen möchte. Am muli nutze ich hauptsächlich das Mate als Einsteckkette für das Rahmenschloss. Mittlerweile gibt es einige verschiedene texlock Fahrradschlösser, unter anderem das Orbit mit intergiertem Schlosskörper, diverse Farbvarianten, Längen als auch Schlosstypen.

Die Technologie
Dem Schloss liegt eine bedeutende Materialinnovation zu Grunde: Die patentierte HybridSecure™ Technologie basiert auf einem gehärteten Stahlkern, der fest in ein Geflecht aus mehrschichtigen High-Tech-Fasern eingebunden ist. Das besondere an dieser Verbundtechnologie? Es handelt sich nicht einfach um eine Kette mit Hülle, vielmehr bilden die Stahl- und Hightech-Fasern eine gemeinsame Materialstruktur. (Quelle: tex-lock.com)
Seit 2025 arbeiten texlock und ich zusammen und 2026 darf ich außerdem als Markenbotschafterin für texlock auftreten. Das freut mich wirklich sehr, nicht nur weil ich die Schlösser wirklich toll finde, sondern weil es einfach ein sehr gutes Match ist. Ich mag Produkte, die sich sinnvoll in meinen Alltag integrieren, praktisch, aber auch schön sind. Dass das texlock außerdem in Deutschland hergestellt wird und dahinter eine sympathische Gründerin und Firma steckt, ist sozusagen das I-Tüpfelchen.
Reiseplanung: Viele Wege führen nach Leipzig
Wie erwähnt, bin ich bereits zuvor in Richtung Leipzig unterwegs gewesen. Doch nicht nur auf meiner Berlin-Friedrichshafen Reise 2018, sondern auch während meiner Tour auf dem Europaradweg R1, der von Dessau über Wittenberg auch durch Berlin führt. An diesem orientierte ich mich primär für die Routenplanung, da ich vor allem auf asphaltierten Wegen fahren wollte, die mich schnell und unkompliziert ans Ziel bringen.
Meine finale ca. 180 km lange Route könnt ihr wie immer auf komoot finden:
Für den ersten Tag der Reise musste ich eine Lademöglichkeit finden, da mein muli Akku für die geplante Distanz von ca. 120 km und den Reisemodus nicht ausreichen würde. Bad Belzig auf knapp der Hälfte der Strecke bot sich als Ort für eine Mittagspause ein. Dort sollte es eine öffentliche Ladestation mit Schließfächern geben. Mehr zum Thema Akku auf Reisen bespreche ich in einem separaten Blogbeitrag!
Meinen Übernachtungsstopp plante ich in Dessau, aus zwei Gründen:
- Die restlichen 70 km am 2. Reisetag konnte ich bis zum Mittag schaffen, da ich nicht später in Leipzig ankommen wollte.
- Ich wollte an der Bauhaus-Schule vorbeifahren. Nicht nur, weil diese immer einen Besuch wert ist, sondern auch, weil texlock dieses Jahr eine ganz besondere Kooperation eingegangen ist.
Wer eine ganz andere, sicherlich ebenso reizvolle Route einschlagen möchte, kann sich alternativ auch den Fernradweg Berlin-Leizig anschauen. Die Strecke ist mit etwa 250 km deutlich länger, führt dafür aber durch historisch spannende Städte wie die Lutherstadt Wittenberg und durch reizvolle Landschaften wie den Naturpark Fläming und die Dübener Heide. Sie startet am Schlossplatz in Berlin-Mitte und endet am Leipziger Hauptbahnhof.
Gepäck
Für zwei Reisetage mit einer Übernachtung im Hotel packte ich wirklich nur das Nötigste ein. Da ich mit Kompaktlastenrad fahren würde, war das Verstauen von Gepäck gar kein Problem. Allerdings wollte ich alles, was ich benötigte, in einen Rucksack packen, den ich im geschlossenen Korb des muli transportieren wollte. Am Ende ist es der Ortlieb Vario geworden, da ich diesen alternativ auch am Gepäckträger montieren kann.
Meine Packliste:
- Kleidung für auf und neben dem Rad (u.a. Merino-Langarmjersey, zwei T-Shirts, Baselayer, Shorts, eine Polsterhose, Socken, Unterwäsche)
- Regenjacke/-hose
- Listenelement #3
- Kamera, inklusive Gurt und Stembag zum Transport
- Navigationsgerät
- Ladegeräte für Handy, Navi und Lastenradbatterie
- Ersatzschläuche für Vorder- und Hinterrad (16” und 20”)
- Werkzeug und Pumpe, Flickzeug
- texlock Mate Rahmenschloss und Orbit “Bauhaus-Edition”, X-Lock vom eyelet Schloss
- Trinkflasche und Snacks
- muli Korbabdeckung
Die Reise
Von Berlin nach Dessau - ca. 120 km
An einem Montagmorgen Ende April ging es für mich los Richtung Leipzig. Wie schon beim letzten Mal sparte ich mir die Mühe, einmal durch die ganze Stadt von Ost nach West zu radeln, sondern nahm direkt die S-Bahn bis Berlin-Wannsee. Von dort führt die Route schnell aus der Stadt heraus. Mit dem E-muli mit geklapptem Korb machte es richtig Spaß durch die Landschaft zu sausen.
Nach Potsdam und ab Ferch folgte ich zum Großteil dem asphaltierten Europaradweg R1: Eine herrlich grüne Route durch die Brandenburger Wälder. In Bad Belzig machte ich dann meine Mittags- und Akku-Ladepause. Sehr zu empfehlen ist das Seecafé Bad Belzig, wo man herrlich direkt am Wasser sitzen kann. Ich ließ mir Zeit, wollte ich doch den Akku soviel wie möglich wieder aufladen. Leider verlief das nicht ganz nach Plan.
Die Sache mit dem Akku laden
In Bad Belzig gibt es eine Ladestation (Radstätte) für Pedelecs direkt am Busbahnhof. In Schließfächern kann man dort entweder den Akku einschließen und laden oder das gesamte Rad in eine Fahrradbox schieben. Das Prinzip an sich ist toll. Leider war die Station wohl schon mehr als einmal dem Vandalismus zum Opfer gefallen und nicht alle Ladestationen funktionierten noch. Erkennen kann man das von außen allerdings schlecht bis gar nicht, denn der Ladevorgang beginnt erst, wenn das Schließfach verschlossen ist. Von außen gibt es keine Anzeige, um den Fortschritt zu kontrollieren. Also machte ich einen kurzen Ladetest. Nachdem ich dachte, dieser wäre erfolgreich gewesen, genoss ich eine lange Pause am See.
Als ich wieder zurückkam, musste ich allerdings feststellen, dass das Laden doch nicht geklappt hat. Ich unternahm noch einen letzten Versuch in der Fahrradbox, was immerhin den Akku um einige Prozent geladen hat. Die ganze Aktion brachte mich deutlich in Zeitverzug und viel zu spät am Nachmittag radelte ich schließlich weiter nach Dessau.
Leider war die zweite Hälfte der Tour etwas unentspannt, weil ich durchweg den Akkuladestand im Blick hatte. Dieser war nun etwa halb voll, was für die kommenden knapp 60 km nicht ausreichen würde, weshalb ich immer wieder die Modi wechselte oder auch mal ganz ohne Motorunterstützung fuhr. Am Ende war es eine etwas angestrengte Punktlandung, denn auch wenn die Landschaft größtenteils recht flach ist, gibt es doch ab und an ein paar kleine Steigungen, gerade um Bad Belzig herum.
Ich denke, wenn ich noch einmal eine Tour mit dem Pedelec planen sollte, würde ich vermutlich einen zweiten Akku in Betracht ziehen oder beim Laden noch genauer hinschauen.
Bauhaus
In Dessau angekommen, machte ich noch einen Abstecher zur Bauhaus-Schule. Dort war ich bereits auf meiner Europaradweg-Reise mit dem Gravelbike gewesen. Dieses Mal führte mich die texlock Bauhaus-Edition erneut an den Ort der Inspiration für diese Sonderedition des Fahrradschlosses.
10 Jahre texlock - 100 Jahre Bauhaus Dessau
Über die vergangenen 10 Jahre hat texlock einige Sondereditionen auf den Markt gebracht. Die Jubiläumsedition 2026 trifft dabei den Kern von Funktion und Design in einer Markenkooperation mit dem Bauhaus Dessau und “überträgt die Bauhaus-Designprinzipien in die Welt der Mobilität“.
Das Bauhaus sah Design nie als Selbstzweck. Produkte und Architektur müssen einen Zweck erfüllen und möglichst den Alltag erleichtern. Das Bauhaus Leitmotiv “form follows function”, Form folgt Funktion, zeigt sich auch in den Textilschlössern. Die Faktoren Funktionalität, Gestaltung und Sicherheit gehen dabei Hand in Hand.
Die texlock Jubiläumsedition übernimmt die charakteristischen Bauhaus-Farben Blau, Rot und Gelb in einer geometrischen Flechtstruktur auf.
Übrigens: Ein Teil der Erlöse aus den Sondereditionen wird für soziale Projekte gespendet.
Von Dessau nach Leipzig - ca. 70 km
Damit ich pünktlich mittags in Leipzig ankommen würde, brach ich bereits früh in Dessau auf. Knapp 70 km lagen noch vor mir und die Route führte mich über Bitterfeld vorbei an zahlreichen Seen bis in den Leipziger Stadtteil Böhlitz-Ehrenberg, wo sich der Hauptsitz von texlock befindet.
Kleiner Tipp in Bitterfeld für eine außergewöhnliche Café Location: Das t-recks Café ist ein Tattoo-Studio mit Kaffee und leckersten gefüllten Croissant und wahrscheinlich der lässigste Ort der Stadt, um eine Kaffeepause zu machen.

Made in Germany: Die texlock - Produktion
Mein Ziel, die texlock Zentrale am westlichen Rand von Leipzig, erreichte ich mittags genau nach Plan. Nach einer kleinen Stärkung führte mich Marketing Managerin Isabel aus den Büros hinüber in die Produktionshallen.
Eine große, helle Fabriketage einer ehemaligen Pianofabrik erwartete mich. Wo einst Klaviere den Ton angaben, werden heute Stahl und Textil zu einer Einheit verbunden, die dein Fahrrad sichern. Mein erster Eindruck: Hier arbeiten Menschen, die nicht nur Fahrradschlösser herstellen, sondern selbst aktive Radfahrende sind. Dafür sprechen nicht nur die teils auffälligen Fahrräder vor dem Eingang zur Produktion, sondern auch die Teilhabe und der Input, den jede mitarbeitende Person in das Unternehmen einbringt.
Früher Klaviere, heute Fahrradschlösser
Ich war zugegebenermaßen überrascht, dass texlock nicht ebenerdig produziert. Doch natürlich wurden diese prachtvollen Fabrikhäuser Anfang des 20. Jahrhunderts so gebaut, dass sie große Lasten tragen konnten. Das Gebäude der ehemaligen Ludwig Hupfeld-Klavierfabrik in Böhlitz-Ehrenberg war immerhin eine der größten Klavierfabrikanten Europas. Auch wenn ein einzelnes texlock Fahrradschloss nicht viel wiegt, die Summer der Materialien, Geräte und fertigen Schlösser muss bei der Wahl eines Produktionsstandortes definitiv berücksichtigt werden.
Von Leipzig in die Welt
Mein erster Blick ging in den Verpackungs- und Versandbereich. Kisten über Kisten an Fahrradschlössern reihen sich dort nach Aufträgen sortiert, eng an- und aufeinander gestapelt. Dort werden die Schlösser verpackt und machen sich auf den Weg in die Shops und Haushalte von vielen Radfahrenden. Von dort führt der Weg in die Haupthalle der Produktion. Große Fenster auf beiden Seiten erhellen einen weiten Raum, der ebenso gefüllt ist mit Kisten über Kisten an Schlössern oder Rohstoffen für die Herstellung dieser. In den Nebenräumen befinden sich weitere Büros, ein kleiner Fotoraum und Lager.
In der Manufaktur selbst werden die patentierten Hybridseile weiterverarbeitet und montiert. Es gibt verschiedene Stationen und die Mitarbeitenden bereiten dort jeweils die Schlösser je nach Auftrag für den nächsten Schritt vor. Da die einzelnen Produktionsschritte eine Wiederholung der immer gleichen Aufgabe bedeuten, rotieren die Fabrikmitarbeitenden regelmäßig durch. Jede Person kann quasi jeden Schritt durchführen, was für Abwechslung in der Routine sorgt. Die Schlosskomponenten werden Schritt für Schritt miteinander verbunden, exakt justiert und in mehreren Prüfschritten kontrolliert. Dies beinhaltet den Test auf Schnittschutz, Sägeschutz, Feuerschutz und Lackschutz.
Wie sicher ist ein texlock Fahrradschloss?
Die texlock Fahrradschlösser werden unabhängig geprüft und sind je nach Modell und Schlosskombination mit ART 2 (texlock eyelet und orbit), ART 3 (eyelet D-lock Bundle), Sold Secure Gold (eyelet U/X-lock Bundle) und Sold Secure Diamond (eyelet D-lock Bundle) zertifiziert.
Diese Zertifikate helfen dabei einzuordnen, wie sicher ein Fahrradschloss ist. Unabhängige Prüfinstitute wie ART und Sold Secure testen den Schutz vor Manipulationen und gewaltsamen Aufbruchversuchen. Wenn eine Prüfung bestanden wurde, wird ein Fahrradschloss mit den entsprechenden Gütesiegeln unabhängig von den Herstellerangaben ausgezeichnet.

Das Fazit der Reise
Mein Besuch bei texlock hat mir gezeigt, wie die Produktion eines Fahrradschlosses in Deutschland aussehen kann, wie viele Schritte dahinter stecken, bis ein Produkt fertig ist und welche Menschen hinter dieser Marke stehen. Es sind Menschen, die nah am Fahrrad sind, die ein Produkt mit Sorgfalt in Handarbeit fertigen und nahezu jeden Schritt des gesamten Prozesses kennen. Denn jede neue Mitarbeiter:in bei texlock verbringt während der Einarbeitung Zeit in der Manufaktur.
Es war eine schöne Reise von Berlin nach Leipzig und eine spannende Erfahrung, diese mit dem E-Kompaktlastenrad zu verknüpfen. Auch wenn ich lange Strecken wohl weiterhin lieber ohne Motorunterstützung zurücklegen möchte, so hat es doch Spaß gemacht, mit etwas Unterstützung durch die Landschaft zu sausen und auszutesten, wie weit ich damit komme. Die Rückfahrt habe ich aus Zeitgründen allerdings mit dem ICE gemacht.
