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Radreise Unstrutradweg: In 3 Tagen von der Quelle bis zur Mündung

TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen.
Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich. Dies ist ein bezahlter Beitrag
aufgrund einer Kooperation. Die Kosten der Reise wurden übernommen.

Kooperation mit dem Unstrutradweg e.V.! Vielen Dank für die Einladung in diese wunderschöne Region!

Einmal mitten ins grüne Herz Deutschlands verschlug es mich im Sommer 2019 (“Seit wann sind Herzen grün?”). Dort lernte ich die Region rund um den Unstrutradweg mit dem Fahrrad kennen und war mehr als einmal überrascht, über die Vielfältigkeit der Region. Die ruhige Unstrut, die auf knapp 190 km durch zwei deutsche Bundesländer führt, wirkt zunächst unauffällig. Von der unscheinbaren Quelle in Kefferhausen, Eichsfeld (Thüringen) schlängelt sich der Fluss immer breiter werdend zwischen sanften Hügeln, weiten Feldern und an mittelalterlichen Städten vorbei bis zur Mündung in die Saale in Naumburg (Sachsen-Anhalt). Auf diesem Weg erlebte ich ein breites Spektrum an landschaftlicher Vielfalt und mehr als einen Einblick in die lebhafte deutsche Geschichte – von der Bronzezeit übers Mittelalter bis hin in die Neuzeit.

Gliederung

  1. Einleitung und Übersicht
  2. Anreise
  3. Der Unstrutradweg: Etappen
    1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)
      • Highlights: Mühlhausen & Bad Langensalza
    2. Tag: Von Herbsleben bis nach Artern (ca. 75 km)
      • Highlights: Sömmerda, Goethe Schokoladenmanufaktur Oldisleben & Wasserburg Heldrungen
    3. Tag: Von Artern bis nach Naumburg (ca. 70 km)
      • Highlights: (Arche) Nebra, Freyburg & Naumburg
  4. Streckendetails/ gpx-Tracks zum Download

1. Einleitung und Übersicht

Ich hatte drei Tage Zeit für meine Reise auf dem Unstrutradweg. Zur Planung der Etappen nutzte ich nicht nur die offizielle Seite des Unstrutradwegs, sowie den offiziellen Instagram-Account, sondern auch die üblichen Verdächtigen, wie Outdooractive und Komoot. Es lagen knapp 65-70 km Weg pro Etappe vor mir. Aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, empfiehlt es sich tatsächlich auch nicht sehr viel mehr Strecke einzuplanen. Weniger geht natürlich immer. Ihr findet im folgenen meine Reisestationen und Erlebnisse im Detail. Am Ende folgen die Streckenabschnitte, die ich pro Tag zurückgelegt habe, als gpx. Inklusive aller Schlenker und Abstecher (keine Gewähr :-D).

2. Anreise

Knapp 3 h dauerte meine Anreise mit dem Zug von Berlin Hbf. nach Silberhausen in Thüringen, dem nächstgelegenen Bahnhof zur Unstrutquelle bei Dingelstädt. Alles lief wie am Schnürchen: Mein ICE Ticket mit Fahrradstellplatz reichte bis Erfurt. Danach stieg ich in den Regionalzug bis Silberhausen und schon war ich da und die Radreise konnte beginnen. Die Quelle der Unstrut und somit der Anfang des Unstrutradwegs liegt etwa 6 km vom Bahnhof entfernt. Der Weg dahin kreuzt bereits die offizielle Fahrradroute.

3. Der Unstrutradweg: Etappen

1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)

An der Unstrutquelle angekommen, die mit einem kleinen Steinbau umgeben ist, begutachtete ich erst einmal die ausführliche Streckenkarte. Alle meine Stationen fanden sich dort fein säuberlich aufgeführt und es versprach eine spannende Reise zu werden. Ich hielt mich nicht allzu lange auf, denn das Wetter spielte mit, es war bereits kurz nach 10 Uhr und es lagen noch knapp 70 km Weg vor mir. Außerdem hatte ich einfach Lust radzufahren! Natürlich wollte ich nicht den gleichen Weg wieder zurückfahren und so entschied ich mich einem Tipp zu folgen, den ich auf Facebook bekommen hatte.

Tipp am Wegesrand:
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Reisevorbereitung: Hanse Gravel Vorfreude & die Kunst des Packens

Am Vormittag des 25.04.2019 werden erstmalig rund 170 Bikepacking-Enthusiasten von Hamburg aus aufbrechen, um auf dem Hanseatenweg auf den Spuren der Hanse bis ins polnische zu Stettin radeln: Der Hanse Gravel 2019. Und ich werde mittendrin dabei sein! Die Aufregung steigt, die Vorfreude auch. Es ist nicht nur die Freude auf den deutschen Norden und die wunderbare Strecke durch Schleswig Holstein und Mecklenburg Vorpommern, die mich lockt. Viel mehr werde ich zumindest vor dem Start hoffentlich einige bekannte Gesichter antreffen, worauf ich mich sehr freue. Die Mitfahrenden der Gravel-Selbstversorgungsfahrt werden nämlich aus ganz Deutschland und teilweise aus anderen europäischen Ländern nach Hamburg kommen.

Die zur Tour passende Facebook-Gruppe und die vielen Diskussionen und der Austausch darin, lassen mich nur ungeduldiger werden. Gesprochen wird natürlich vor allem darüber, was mitgenommen werden soll oder wie das Fahrrad-Setup aussieht. Und übers Wetter. Und die Routenführung. Das Übliche also.

Was mit muss, muss mit – Packen leicht gemacht

Ganz klar, den Hanse Gravel werde ich mit Libelle fahren. 43mm Bereifung sollte hoffentlich auch für die sandigen und steinigen Untergründe ausreichen. Wenn da nur nicht wieder das Packen wäre… Ich gestehe, dass mich das ganze Zusammensuchen der Dinge, die ich vermutlich auf einer Radtour brauchen werde, doch ziemlich nerven kann. Seit ich nicht mehr mit klassischen Reiseradaufbau und hinteren Gepäckträger reise, hat sich die Liste der Dinge, die mitkommen zum Glück reduziert.

Doch am Ende ist es doch immer viel Kleinkram. Jedes mal wäge ich ab, was ich wirklich brauche. Langsam habe ich es aber doch raus – denke ich. Zumindest habe ich bei der letzten Reise festgestellt, dass ich selbst bei kurzfristiger Planung halbwegs gut packen kann. Bis auf die Werkstattutensilien und zwei Kleidungsstücke, hatte ich bei der Prag-Spreewald-Tour Anfang April 2019 auch tatsächlich fast alles genutzt.

So lange ich mein Rad noch tragen kann, passt das mit dem Gepäck:-D. Bild von Florian Ebert.

Das ist schonmal ein gutes Zeichen. Zum Hanse Gravel übe ich mich dann noch darin, die vorbereitete Packliste auch wirklich abzuarbeiten, damit nicht wieder so etwas Essenzielles wie die Stirnlampe zu Hause liegen bleibt. Je nach Wetterbedingungen (und die sehen momentan sehr gut aus), bleibt dann außerdem einiges an Kleidung im Schrank. Und das ist es. Keine Hexerei und kein Kocher ;-). Also vermutlich nicht. Das muss ich noch mit mir ausdiskutieren. Auf jeden Fall möchte ich unter freiem Himmel schlafen und setze voll und ganz aufs Biwakieren: Schlafsack, Isomatte, Bivvy – und raus in die Natur!

600 und ein paar Zerquetschte

Auch wenn ich nicht akkurat plane, wann ich wo sein möchte, oder wie viele Kilometer ich schaffen werde pro Tag, so habe ich mir doch meine Gedanken gemacht. Die Strecke ist knapp 610 km lang und folgt der alten Handelsroute der Hanse: Der Hanseatenweg ist eigentlich ein Wanderweg. Daher dürfen sich die Hanse Graveller wohl auf abwechslungsreichen Untergrund einstellen. Dementsprechend werde ich mal mehr, mal weniger Kilometer pro Stunde schaffen. Doch soll es mir wirklich darum gehen? Der wundervolle deutsche Norden bietet so einige schöne Landstriche und es ist doch viel zu schade, da einfach nur hindurchzujagen.

Versteht mich nicht falsch, der Hanse Gravel ist kein Rennen! Somit habe ich gar nicht den Antrieb, schnellstmöglich anzukommen. Es ist einfach eine Bikepacking-Selbstversorgungsfahrt, die René Fischer, ein erfahrener Langstreckenradler ins Leben gerufen hat. Er hat das ganz Organisatorische erledigt, den Track geplant und verfeinert, sowie die Kommunikation mit den Mitfahrenden übernommen. Fahren muss jeder Teilnehmende allein und sich dabei auch selbst organisieren. Es wird dennoch spannend, welchen Anspruch die einzelnen an sich und die Tour haben. Einige werden sicher bereits am Samstag in Stettin eintreffen und dann entweder nach Berlin weiter radeln oder mit dem Zug in die Hauptstadt zur VELO Berlin düsen. Dort wird es eine HEROINES & HEROS OF CYCLING LOUNGE geben. 2018 gab es eine Candy B. Graveller Lounge, die einige Blicke auf sich zog. Diese Tour endete allerdings auch genau auf dem Tempelhofer Flugfeld.

Routenplanung und die Sache mit der VELO Berlin

Und was habe ich nun vor? Im Prinzip einfach losfahren und schauen, wie weit ich pro Tag komme. Mein Anspruch wären ca. 150 km/Tag zu schaffen. Dann wäre ich also Sonntagabend etwa in Stettin. Oder ich lasse mir Zeit und fahre langsamer und bis Montag. Nun kommt das ABER: Ich habe bisher noch nie vier Tage am Stück so viel Strecke zurückgelegt und ich möchte zur VELO Berlin. Diese findet vom 27.-28.04.2019 in den Hangars des Flughafen Tempelhof statt. Und da haben wir den Haken: Sonntagabend ist die Messe schon vorbei. Eine Weile hat mich das sehr gestresst, weil ich natürlich wieder nichts auslassen möchte und ich auf dieser Messe ebenfalls einige Menschen treffen wollte. Aber ich habe keine Lust auf Stress. Das Ganze soll nämlich vor allem eins: Spaß machen! So habe ich für mich zwei Szenarien überlegt und werde ganz spontan etscheiden – je nachdem wie ich voran komme und wie es mir geht.

  1. Variante: Die VELO Berlin gibt es auch nächstes Jahr wieder. Im Grunde verpasse ich nichts und es wird noch andere Gelegenheiten geben, egal wie gern ich dabei sein möchte. Ich bin draußen auf dem Rad und das ist genau das, was ich genießen möchte – ohne Verpflichtungen und Termine! Also fahre ich den Hanse Gravel durch.
  2. Variante: Ich schaue, wie weit ich bis Samstagabend komme. Falls ich es bis Stralsund oder Greifswald schaffe, kann ich dort gemütlich in den Regionalzug steigen und bis nach Berlin durchfahren. Entspannt, weil ich dann am Sonntag frisch gewaschen und stressfrei zur VELO gehen kann und somit Radfahren und Messe unkompliziert verknüpfen kann. Dann geht es entweder Sonntagabend oder Montagfrüh wieder zurück und ich fahre die Strecke zu Ende – optional bis Berlin zurück. Oder radle das fehlende Stück einfach ein anderes Mal.

Kommt ihr mit?

Easy, oder? Von daher: Ich kann es kaum erwarten in den Norden zu fahren und wieder auf dem Rad zu sitzen! Mittwochvormittag steige ich in den Zug nach Hamburg, mache mir dort noch einen gemütlichen Tag, damit ich frisch und ausgeruht am Donnerstag die Tour starten kann. Und egal für welche Variante ich mich am Ende entscheide, es wird hoffentlich eine gute Zeit werden! Kommt ihr mit? Dann schaut auf jeden Fall ab dem 24.04. regelmäßig auf meinem Instagram-Kanal vorbei. Dort werde ich sicher in den Stories und auch im Feed ein paar Eindrücke der Reise zum Besten geben

Verfolgen lässt sich die Tour übrigens auch per Dotwatching. Das heißt, einige der Mitfahrenden werden ihr Vorankommen aufzeichnen lassen. Auf der Online-Karte kann man dann einen alle paar Minuten aktualisierte Standort dieser Personen verfolgen. Das steigert die Spannung und lässt die Daheimgebliebenen ein wenig mehr an der Reise teilhaben.

Mit dem Gravelbike Von Prag nach Berlin… oder fast

05:15 Uhr, Sonntagmorgen, nicht unbedingt meine Lieblingszeit zum Aufstehen. Schon gar nicht in der Nacht der Zeitumstellung und nachdem ich den Abend zuvor noch bis Mitternacht gepackt habe, weil ich es vorher zeitlich nicht geschafft habe. Nun denn, selbst gewähltes “Leid”. Nach vier Stunden Schlaf klingelte der Wecker und ich war wacher als zuvor vermutet. Die übliche Reisefreude trieb mich an. Also ab unter die Dusche rein in die bereit gelegten Fahrradklamotten, Brötchen geschmiert und Rad geschnappt – auf ging es zum Berliner Hauptbahnhof für das erste kleine Bikepacking-Abenteuer des Jahres:

Hinweis: Der Beitrag enthält Werbung ohne Auftrag aufgrund von Markennennungen.


Von Prag nach Berlin mit dem Gravelbike… oder fast

Nach einigen Kämpfen mit meinem inneren Schweinehund, der die Tage besonders stark war, buchte ich schließlich vier Tage vor der Reise ein Bahnticket mit Fahrradkarte für den EC nach Prag. “Die Reise” sollte eine Bikepacking-Tour von Prag durch die Böhmische Schweiz und den Spreewald nach Berlin werden, die mein Radfahr- und Boulderfreund Flo geplant hatte. Gut klang das, und war eine Tour die ich schon länger reizvoll fand. Mit dabei Veloheld Libelle im neuen Set-Up mit gewechseltem, kürzeren Lenker und neuer, nach hinten versetzter Sattelstütze. Bevor der Hanse-Gravel im April lockte, wollte ich damit unbedingt noch eine ausgedehntere Tour bestritten haben. Und das war eine sehr gut Idee!

Tag 1: Raus aus der Stadt und rein in die Tschechische Schönheit

Allein die Zugfahrt durch Brandenburg und Sachsen entlang der Elbe und durch die Sächsiche Schweiz war wunderschön. Ich klebte am Zugfenster, um keinen Ausblick zu verpassen: Auf die Elbe, auf das enger werdende Flusstal, vorbei an der berühmten Bastei in Rathen und hinüber über die tschechische Grenze.
In Prag verließ ich bereits eine Station vor dem Hauptbahnhof den Zug – keine Lust auf Sightseeing und Touristentrubel. Ich wollte rauf aufs Rad. Flo fuhr noch weiter, holte mich aber sehr schnell außerhalb der Stadt wieder ein. Die ersten 20 km sind nicht erwähnenswert. Zu viel Straße, zu viel Verkehr. Doch dann, als der Weg schließlich abzweigte und auf schmalere Landstraßen und Feldwege führte, wurde es schnell sehr schön und ruhig.

Danke Florian Ebert fürs 2. Bild!

Das Wetter war uns positiv gesonnen und bei 17°C fuhr ich schließlich kurzärmlig in der Sonne. Noch Tage später hatte ich allerdings mit den Folgen der Sonnenbestrahlung zu tun. Besonders meine Gesichtshaut reagierte sehr sensibel auf die plötzliche Überdosis Licht und bezeugte einmal mehr, dass es zu wenig Sonnenschutz war, den ich genutzt hatte – trotz Sonnencreme, Fahrradkappe und Sonnenbrille. Also immer schön ordentlich einschmieren, ne!

An den Ufern der Moldau

Doch während der Fahrt genoss ich die Wärme sehr. Sie erzeugte die richtige Urlaubsstimmung – genau wie die sich ständig verändernde grüne Landschaft Tschechiens. Die Überquerung eines Nebenarms der Moldau verlief dann etwas abenteuerlicher. An diesem Kanal führte ein wirklich schöner Radweg entlang. Doch um diesen zu erreichen, mussten wir zunächst eine von beiten Rohren gesäumte Fussgängerbrücke mit unseren Rädern überqueren und zwar über eine verwinkelte Metalltreppe. Kein Ding – unsere Räder waren dankbarerweise überschaubar beladen. Einmal den Sattel auf die rechte Schulter abgeladen, die rechte Hand ans Unterrohr gefasst und los ging die Kletterei. Der klassische Reiseradler vor uns brauchte da schon Unterstützung beim Tragen. Ich mag Bikepacking!

Danke Florian Ebert für Bild 1 und 3!

Sanfte Hügel hier, angenehm zu fahrende Straßen und kleine Orte da und irgendwann kam schließlich die Moldau ins Blickfeld. Der breite, träge dahin fließende Fluss wird gesäumt von kleinen Orten und Städten. Auch hier verläuft am Ufer ein Rad- und Fußweg, der mal durch ein kleines Waldstück, mal direkt am Fluss entlang führt. Schön! Nur der Gegenwind war nicht so schön. Ich bemühte mich dran zu bleiben und vor allem nicht die Lust zu verlieren. Aber irgendwie gab es immer etwas zu sehen, waren die Aussichten so reizvoll, dass der Wind meine Laune nicht stark negativ beeinflussen konnte. Das Ziepen im rechten Knie ignorierte ich erst einmal gefliessentlich.

Irgendwo im Nirgendwo

Irgendwann wurden die Hügel kurviger, die Anstiege länger und die Aussichten eingeschränkter. Der Hauptteil der Tour führte über Asphalt auf Nebenstraßen und Radwegen parallel zur Straße (zumindest später in Deutschland). Dort war der Verkehr am Sonntag annehmbar und zwischen den kleinen tschechischen Dörfern auch am Montag fast gar nicht vorhanden. Es hinterließ bei mir manchmal ein seltsames Gefühl, wenn wir durch einen Ort fuhren, der aus relativ wenigen Häusergruppen bestand, wobei ein Fünftel davon baufällig oder ganz eingefallen war. Es hatte etwas sehr Einsames, Melancholisches an sich. Dort gab es einfach nichts – nicht mal einen kleinen Supermarkt und nur ab und zu mal eine Kneipe.

Ab und zu verließ der Track die Straße und führte auf einen Weg zwischen hügeligen Feldern und Wäldern hindurch, den man nicht mehr als Kiesweg bezeichnen konnte – eher Feldsteinweg mit etwas Sand und Kies dazwischen. Bergauf und bergab ein Erlebnis. Ich musste mir mächtig Mühe geben, meinen Körper auf dem Rad nicht zu sehr zu verkrampfen und übte mich beim Kurvenfahren auf unruhigem Gelände. Anspannung. Locker lassen. Langsam, aber nicht zu sehr, denn das begünstigte das Rutschen der Reifen. *seufz*

Von Fahrtechnik und Bergkunst

Flo rief mir Tipps zu, die ich willentlich versuchte direkt umzusetzen. Radfahren ist manchmal eben doch mehr, als nur draufsetzen und losfahren. Eine gewisse Fahrtechnikkenntnis im Gelände wirkt wahre Wunder. Erinnerungen an meine ersten Mountainbike-Stunden in Göttingen kamen ins Gedächtnis zurück und erleichterten schließlich die Abfahrten. Das rechte Knie muckte auf, sobald es wieder bergauf ging. Und wir sammelten fleißig Höhenmeter! Flo wartete alle paar Kilometer voraus auf mich. Der hat einfach einen anderen Tritt drauf und manchmal konnte ich da nur bewundernd hinterhersausen. Aber ich fühlte keinen Druck dran bleiben zu müssen, fuhr so wie ich mich fühlte.

Einmal mehr realisierte ich, wie sehr ich gute Gesellschaft beim Radfahren genoß, aber eben genauso gut mit weniger statt mehr klar kam. Und wie sehr ich eine abwechslungsreiche Umgebung schätzte – ewig Landstraße fahren ist mir einfach zu langweilig. Berge sind allerdings auch nicht so meine Königsdisziplin, wenn ich sie mir auch weniger Probleme bereiten als früher. Aber schnell kann ich eben nicht. Muss ich auch nicht. Einfach nur weiter treten und zwischendurchauch das Atmen nicht vergessen. Obwohl Schnaufen es oft eher traf…

Als die Sonne immer tiefer am Horizont stand, planten wir die Suche nach einem Schlafplatz. Mein untrainierter, langsam erschöpfter und vor allem hungriger Körper trieb Libelle wieder etwas motivierter an.

Die Luft ist raus

Hunger machte sich breit. Ich hatte vorher in einer größeren Stadt einen Supermarkt markiert, den wir nun ansteuerten. Der Weg sollte vorher ein Stück parallel eines Bahndammes führen und zwischen Feldern und Bäumen hindurch auf einem wunderschönen Radweg. Doch da war noch der alte Bahnübergang, der die Räder ordentlich poltern ließ beim Drüberfahren – und Flo den einzigen Platten der Reise bescherte. Schon ein paar Meter dahinter war die Luft raus. Schlechtes Timing bei zunehmender Hungrigkeit (von uns beiden). Auch die Temperaturen sanken langsam. Damit die Stimmung es nicht auch tat, musste es schnell weitergehen. Aber Flo tauschte geübt den Schlauch aus und nach ein paar Minuten saßen wir schon wieder auf dem Rad.

Danke Florian Ebert für Bild 2

Rauf! Und runter! Wieder rauf! Und rauf!

Wir schafften es zum Supermarkt und mich schafften die steiler werdenden Berge. Mit hungrigem Magen ließen meine Kraftreserven schnell nach. Da half auch kein Riegel oder die zuvor inhalierte Apfelschorle lang. Wir kamen weiter als ursprünglich angenommen, denn es reihte sich nun ein kleiner Ort an den anderen und es war gar nicht so einfach ein ruhiges Plätzchen zum Biwakieren zu finden. Die Dämmerung senkte sich, die Steigung nahm zu, die Anstiege wurden länger. Mein rechtes Knie schmerzte stärker und auch mein Rücken quälte mich zunehmend. Hunger, Durst, Pipi, kalt!

Doch wann immer ich den Blick von der Straße nehmen konnte und mich umsah, war ich verzaubert: Von den Felsformationen, die hier ihre tyischen Sandstein-Fantasieformen zeigten, von den dichten Wäldern und kleinen Holzhäuschen, von der Ruhe. Also biss ich die Zähne zusammen und folgte Flo, der in regelmäßigen Abständen oben am Berg auf mich wartete. Und wir schafften schlussendlich den höchsten Anstieg der Tour und fanden kurz darauf einen versteckten Platz im Wald unweit der Straße und oberhalb eines kleinen Dorfes. Und dann war es dunkel. Dunkel, dunkel. Ein Hund bellte im Dorf, sonst war alles still.

Lagerromantik in kalt und dunkel

Während Flo das Tarp abspannte und versuchte ein kleines Feuerchen zum Brennen zu bringen, scheiterte ich grandios dabei in der Dunkelheit Holz zu sammeln. Das Fahrradstecklicht (B&M Ixon Space), das ich zusätzlich dabei hatte, war zwar hell, aber einhändig machte es sich dennoch bescheiden. Die vergessene Stirnlampe hatte es bestimmt kuschelig zu Hause. Hätte ich mal meine Packliste richtig abgearbeitet^^. Mir war etwas kalt und die Temperaturen sanken nachts auf um die 0°C. Also schnell Wasser aufgekocht, Tütennudeln rein geschaufelt und hinein in den Schlafsack!

Tagesfazit 1. Tag:

  • knapp 7h auf dem Rad
  • ca. 110km
  • ca. 1300 hm

Tag 2: Von böhmischen Höhen und sächsischen Ausblicken

Die Nacht war sehr ruhig und auch ziemlich frisch gewesen. Doch glücklicherweise hatte ich mir einen guten Schlafsack geborgt (Danke Wiebke <3) und habe kaum gefroren. Nur das Aufstehen am Morgen fiel mir etwas schwer. Im Nachhinein realisierte ich auch, dass ich mir kaum Gedanken über das Draußen sein im dunklen Wald gemacht habe. Vielleicht war ich einfach zu müde gewesen oder eben die Gesellschaft hat mich genug beruhigt, aber ich hatte keine Angst da draußen gehabt. Nächste Challenge: Allein eine Nacht im Wald verbringen. Mal sehen, wie es mir da gehen wird^^.

Höhenmeter zum Frühstück

Wir sammelten unsere Sachen zusammen, aßen Brötchenreste vom Vortrag beim Packen und saßen schließlich bald wieder auf dem Rad. Der Wunsch nach Bewegung und die dadurch entstehende Wärme war an diesem kühlen, wunderschönen Frühlingsmorgen groß. Wie praktisch, denn zunächst warteten die restlichen Höhenmeter der Böhmischen Schweiz auf uns.

Der Schlafplatz war schon höher gelegen gewesen und so ging es auf den nächsten Kilometern oft wieder hinunter, doch auch etliche Male wieder hoch. Ich fühlte mich den Anstiegen jedoch so früh am Tag deutlich besser gewachsen, als am Abend des Vortages. Langsam schwanden die Augenringe und Tränensäcke und mir ging es einfach sehr gut in dieser wunderschönen Umgebung. Noch ein Anstieg? Ach, was solls. Hoch da. Irgendwann geht es auch wieder runter!

Danke Florian Ebert für das 3. Bild!

Die Straße führte durch den Wald in Serpentinen und war mehr oder weniger einsam gelegen. Es gab quasi keinen motorisierten Verkehr. Erst als kleine Dörfer entlang der Route lagen, wurde es wieder etwas geschäftiger. Zum ausführlicheren Frühstück wollten wir uns etwas auf dem Weg suchen. Doch der Tankstellenstopp war eher zum Frischmachen und wir beschlossen bis nach Deutschland und ins sächsiche Bautzen zu fahren, um dort etwas gemütlicher zu pausieren.

Über sanfte Hügel rüber nach Sachsen

Schließlich kamen wir wieder auf befahrenere Straßen, radelten durch das hübsche Altstadtzentrum vom alten Bekannten Sluknov und überquerten schließlich bald danach die Grenze nach Deutschland. Hier war deutlich mehr los auf den Straßen, doch glücklicherweise gab es fast durchgängig eine Radroute parallel zur Hauptstraße, die sich sehr gut fahren ließ. Wir hatten sogar öfter Rückenwind, was das Ganze deutlich beschleunigte. Das war auch gut so, denn ich wollte endlich in Bautzen ankommen und entweder, Kuchen, Eis, Bier, Pommes oder alles zusammen in mich rein stopfen! Meine Begleitung bekam es etwas mit der Angst zu tun, als ich meine Essenswünsche äußerte und befürchtete wohl, wir würden nicht so schnell etwas finden.

Doch kaum in Bautzen angekommen und Richtung Innenstadt abgebogen, fanden wir ein kleines Goldstück an Café in einer ruhigen Nebenstraße. Dort konnten wir sogar draußen in der Sonne bei den Rädern sitzen. Ich bekam nicht nur ein sehr leckeres Panini, sondern auch hausgemachtes Eis, Kaffee und Limo. Glücklich!

Von Bautzen in den Spreewald

Ich hatte ja keine Ahnung, wie imposant die Altstadt von Bautzen ist! Für mich war es vor allem die Senfstadt…hmmmm leckerer Bautzener Senf. Aber ich Kulturbanause habe nun wieder dazu gelernt und werde sicher noch einmal für eine ausführlichere Stadterkundung zurückkehren. Als wir Bautzen um die Mittagszeit verließen, lagen knapp 50 km hinter und noch einiges and Strecke vor uns. Bereits am Tag zuvor hatte ich entschieden, nicht die komplette Strecke bis nach Berlin mit dem Rad zurückzulegen. Am letzten geplanten Tourtag hatte ich abends eine kleine Veranstaltung und einen Minivortrag und wollte dort einfach nicht völlig platt ankommen. Es war zwar schade, aber gleichzeitig fühlte es sich deutlich entspannter so an. Und ich wollte mich nicht stressen auf dem Rad! Genießen und Fahrrad-Setup testen standen im Vordergrund. Meine Knie und mein Rücken fanden nämlich leider auch, dass ich da noch etwas mehr Feintuning machen konnte.

Auf asphaltierten Radwegen näherten wir uns dem berühmten Spreewald. Die Vogelvielfalt wuchs und ich konnte immer wieder Gänse, Reiher und kleinere und größere Raubvögel nahe der Gewässer beobachten. Der blaue Himmel und die Sonne trösteten ein wenig über die doch frischen 8 bis 10°C hinweg. Genauso wie der Wind, der sich ab und zu drehte und somit einen Wechsel zwischen Rückantrieb und Bremse von vorn bot. Wir kamen gut voran.

Nach einem kleinen Ersatzschlauch-Stopp in Hoyerswerda, sowie der weiteren Nahrungsaufnahme beim Bäcker dort, rollten wir weiter bis zum Seengebiet nahe Senftenberg. Es war gerade mal ca. 16:30 Uhr und ich wollte einfach noch nicht runter vom Rad und dort schon nach knapp 115 km in den Zug wechseln. Die andere Option war, weitere 40 km zu radeln und im Spreewald in Vetschau, bei Cottbus den Regionalzug zu nehmen. Ich konnte Flo überzeugen und so peilten wir den Zug um kurz nach 19 Uhr an, der uns gemütlich direkt bis nach Berlin rein bringen sollte.

Endspurt

Es lohnte sich. Die Wege waren oft abseits der Straße, führten durch abwechslungsreiche Natur mal vorbei an großen Seen, mal zwischen Feldern und druch Wälder hindurch. Doch schließlich meckerte mein Körper immer häufiger. Ich hatt es geschafft, im Laufe des Tages die Kniebelastung zu variieren und so den Schmerz immer wieder verschwinden zu lassen. Doch mein unterer Rücken zog vermehrt und ich musste öfter kurz runter vom Rad, ein paar Bewegungen machen und mich strecken, damit dieser Schmerz verschwand. Das bedeutete für mich im Nachgang: Sattelposition optimieren und nochmal ein paar Kilometer Testfahrten machen, damit für den Hanse Gravel Ende April alles funktionierte.

Schließlich erreichten wir Vetschau um kurz vor Sieben und fuhren mit dem Regionalzug zurück nach Berlin. Ich war geschafft, aber sehr froh, diese kleine Reise gemacht zu haben. 1,5 Tage Bikepacking durch traumhafte Landschaften bei tollem Wetter konnten sich auch einfach nicht falsch anfühlen! Danke Flo fürs Mitnehmen, auf mich Warten und Feuer machen ;-)!

Und falls ihr live dabei sein wollt, wenn ich das nächste mal auf Reise gehe, dann schaut gern bei meinem Radelmädchen-Instagram-Kanal vorbei! Dort seht ihr in meinen Stories und im Feed, wo ich mich gerade so herumtriebe und was sonst noch so auf dem Fahrrad los ist.

#radelmaedchen_unterwegs

Tagesfazit 2. Tag:

  • knapp 7,5 h auf dem Rad
  • ca. 145 km
  • ca. 800 hm

Gesamt: Ca. 255 km, 2000 hm, 14 h auf dem Rad

Hier findet ihr die Strecken auf Komoot

Radfahren in der Emilia Romagna: Über den Torre di Oriolo nach Brisighella

Italien= Pizza, Pasta und Amore! Mehr nicht? Man könnte manchmal meinen, in dem südeuropäischen Land dreht sich alles nur um Essen und Liebe, zumindest aus Touristensicht. Doch weit gefehlt – auch Kaffee und Wein spielen eine sehr große Rolle und werden gern und viel genossen! Was soll man bei den zahlreichen Spezialitäten und dieser guten Küche auch machen? Ich hätte wirklich am liebsten den ganzen Tag gegessen und getrunken. Doch ich habe es tatsächlich geschafft neben den kulinarischen Genüssen, auch etwas Bewegung in meinen Italientrip zu bekommen: #ERCycling! Was ich in der Emilia-Romagna so erlebt habe, erfahrt ihr in diesem Blogpost!

Teil 1 des Berichts gibt es unter: Radfahren in der Emilia Romagna: Von Therme, Olivenöl und Wein


Hinweis!

-WERBUNG-  Dies ist der Bericht über eine Bloggerreise. Die Reisekosten wurden übernommen. Die Erfahrungen und Bewertungen sind meine eigenen ;-). Eingeladen wurde ich vom Tourist Board Emilia-Romagna und terrabici.com, ein Zusammenschluss von auf Bikesport spezialisierten Hotels, der die Fahrradregion Emilia-Romagna auf internationaler Ebene fördert, u.a. durch gezielte Marketingstrategien. Für uns drei deutsche Fahrradbloggerinnen wurde ein individuelles Programm (#bicibloggertedesche) zusammengestellt. Das beinhaltete nicht nur die Unterkunft und ein Rahmenprogramm, sondern auch Ausfahrten mit bereitgestellten Fahrrädern und persönlichem Guide (Ex-Mountainbike-Profi Fabio Gioiellieri von #appennino bike), der in der Region zu Hause ist.


#ERCycling: Zwischen Faenza und Imola

Direktlinks zu den Highlights:
    1. Torre di Oriolo
    2. Brisighella, das Olivenöl, der Wein
    3. Pieve del Tho

1. Tag: Feucht-fröhliche Radtour mit Olivenöl und guten Aussichten

Es gab so einige Highlights und besondere Orte, die wir entdecken und besuchen durften. Tag eins auf dem Fahrrad startete mit leider sehr durchwachsenem Wetter und auf dem Weg, der zunächst mehr oder weniger parallel zum Fluß Senio führte, nieselte es immer mal wieder. Über das hübsche Castel Bolognese (nach ca. 12km) führte die Route vorbei an zahlreichen Wein-, Kiwi- und Sharonanbaugebieten nach Faenza (nach ca. 21 km).

Kurz vor der Stadt hörte es auf zu regnen und wir pellten uns schnell aus den Regenjacken, denn es wurde auch immer wärmer. Die Kleinstadt, die es schon zu Zeiten der Römer gab, ist bereits seit der Renaissance bekannt für ihre Tonwaren und verfügt u.a. über ein berühmtes internationales Keramikmuseum und einige reizvolle Architektur aus dem Mittelalter. Wir streiften die Stadt jedoch nur kurz, denn unser Ziel war ein unweit von Faenza liegender Turm:

Torre di Oriolo dei Fichi

Der erste wirkliche Kletterei lag vor uns und ich kam das erste Mal an diesem Tag richtig ins Schnaufen. So schaltete ich einige Gänge hinunter, um den Anstieg zu bewältigen, doch der Weg lohnte sich: Die Via di Oriolo führte uns hinauf zum mittelalterlichen Torre di Oriolo dei Fichi und bot einige traumhafte Ausblicke ins Tal. In der Region wird unter anderem Wein, aber auch Obst und Getreide angebaut. Außerdem wird der Tourismus immer wichtiger und so bieten viele Anwohner auf ihren Gütern Unterkünfte an. Sie haben sich als landwirtschaftliche Vereinigung zusammengeschlossen und wollen so gemeinsam den Agritourismus fördern.

Die Associazione per la Torre di Oriolo kümmert sich um den alten Turm. Zu ihnen gehört auch Mauro Altini von La Sabbiona, der ein Weingut mit Pension betreibt, wo die ganze Familie mitwirkt. Mauro führte uns herum und erzählte etwas über die jahrhundertealte Geschichte. Dieser einmalige, 17 m hohe Festungsturm hat eine hexagonale Form und stammt aus dem 15. Jahrhundert. Die 2,8m dicken Backsteinwände umschließen 5 Etagen, zwei davon unterirdisch. In den Sommermonaten eignet sich der Turm für Veranstaltungen aller Art. Auch Fahrradtouristen sind dort sehr willkommen.

Highlight: Der Ausblick vom Torre di Oriolo

Unsere Führung endete oben auf der großen Terrasse des Torre und ermöglichte einen wunderschönen Blick über die Weingüter und bis hin zum Meer der Adria. Nachdem Mauro uns noch auf einen Espresso auf seinen Hof eingeladen hatte, radelten wir schließlich weiter.

Zwischen Regenbögen und nassen Radhosen

Lange war uns die Trockenheit nicht gegönnt. Auf unserem Weg zurück Richtung Faenza und dann weiter gen Brisighella verdichtete sich die Wolkendecke rasant. Als wir ein Stück auf der Landstraße fuhren, brach es schließlich doch wieder über uns herein. Also Regenjacke wieder an und ab ging die Fahrt. So ein bisschen Nässe hält uns nord-/ostdeutschen Damen (WiebkeWie, hamburgfiets) doch nicht auf.

Ich kann im Nachhinein gar nicht mehr sagen, wie viele Regenbögen uns dieses wechselhafte Wetter beschert hat. Nach einigen Kilometern ging der Regen schließlich wieder in ein Nieseln über. Wir fuhren natürlich alle ohne Schutzbleche am Rad, klar oder? Denn breit bereifte Fahrräder fürs Gelände haben so etwas grundsätzlich nicht vormontiert, was meistens alles irgendwie Sinn ergibt. Doch in diesem Moment hätte ich mir wirklich Ansteckschutzbleche gewünscht…

Ich kam jedenfalls an diesem Tag das erste Mal in meinem Leben in den Genuß einer vom Regenwasser vollgesogenen Radhose (jaaaa, ich hatte keine Regenhose dabei, selbst Schuld und so…). Möchtet ihr noch mehr Details wissen? Nein? Gut. Also nachdem wir im wunderschönen, mittelalterlichen Brisighella angekommen waren – einem für sein Weltklasse Olivenöl bekannten Ort – suchte ich erst einmal die Örtlichkeiten des angesteuerten Lokals auf. Einen Fön oder Handtrockner gab es da zwar nicht, aber falls ihr einmal in eine ähnliche Situation geraten solltet, empfehle ich euch Papierhandtücher.

Wie die zum Einsatz kamen, dürft ihr euch selbst ausmalen… Effektiv war die Notmaßnahme zum Hosetrocknen auf jeden Fall! Doch genug davon! Kommen wir zu wichtigeren Dingen: Essen!

Brisighella, das Olivenöl und der Wein

Auf uns wartete eine Olivenölverkostung und eine Brotzeit mit Käse und Wurst der Region im lokalen Feinkostgeschäft Terra di Brisighella. Ich mag Olivenöl. Sehr. Und das gute italienische Öl einfach nur mit Brot aufzusaugen und dann direkt zu essen, war schon toll.
 

Natürlich musste ich nach der Pause auch noch eine Flasche des “Nostrana di Brisighella” Olivenöls kaufen. Glücklicherweise konnte ich es der Dame des Emilia-Romagna Tourismus Boards mitgeben, die zur Verkostung gekommen war. Ich muss zugeben, dass ich etwas erleichtert war und froh, dass ich die 750ml Glasflasche nicht in der Trikottasche mitführen musste!

Gourmet Tipp: Der Feinkostladen Terra die Brisighella

Denkt also unbedingt daran, eine Tasche dabei zu haben, wenn ihr den Laden Terra di Brisighella ansteuert. Dort gibt es noch viele andere tolle Produkte, wie Weine, Aufstriche und Seifen, die auch ein großartiges Mitbringsel für die zu Hause Gebliebenen abgeben.

Oliven und Wein

Bekannt ist Brisighella vor allem aufgrund des hochwertigen Olivenöls und durch den Weinanbau. Das Gemeindegebiet entlang des Lamone-Tals hat eine lange landwirtschaftliche Geschichte. Die Olivenkultur geht über tausend Jahre zurück und auch Wein wird dort schon sehr lange angebaut. Um die 70.000 Olivenbäume werden hier bewirtschaftet. Die Lage ist geografisch bevorteilt, denn durch die umliegenden Hügel sind die Haine vor kalten Winden geschützt und die Kreidefelsen speichern Wärme, was sich positiv auf den Anbau auswirkt. Die ansässigen Bauern haben sich zu Genossenschaften zusammengeschlossen, um die lokale Produktion aufzuwerten. Etwa 300 Olivenbauern gründeten 1972 eine Kooperative, die Cooperativa Agricola Brisighellese (Landwirschaftliche Genossenschaft von Brisighella). Ca. 90% der Olivenbauern sind Mitglied. Die Weinbaugenossenschaft umfaßt praktisch alle Weinbauern (ca. 575 Winzer).

RotweinartenWeißweinarten
In sonniger Hügellage wachsen der Sangiovese, der Merlot, der Cabernet-Sauvignon und der Ciliegiolo. Weißwein wird im Talgrund angebaut und umfasst Albana di Romagna, Trebbiano, Pignoletti, Pinot Bianco, Chardonnay und Sauvignon.
Nicht verpassen in Brisighella:
Bevor wir weiter radelten, konnten wir uns den Abstecher auf die alte Eselstraße “Antica Via Degli Asini” nicht entgehen lassen. Dieser heute als Spazierweg genutzte Gang ist eine durch zahlreiche Bögen gestaltete Hochstraße, die durch die mittelalterliche Altstadt von Brisighella führt.
 

Was früher eine Verteidigungsbrüstung war, wurde später eine Anlaufstelle für die Fuhrleute, die ihre Stallungen für die Zugtiere unter den Torbögen hatte. Radfahren könnte man da vielleicht, sollte man aber aufgrund der zahlreichen Stufen und Bodenwellen wohl sicherheitshalber eher lassen.

Geheimtipp Pieve del Tho:

Von alten Kirchen…

Bevor wir den größten Anstieg des Tages mit doch recht vollem Magen in Angriff nahmen, fuhren wir mit den Rädern ein Stück aus Brisighella heraus zu einer kleinen katholischen Kirche romanischer Bauweise. Die Pieve del Tho ist eine der ältesten Pfarreien des Lamonatals und stammt vermutlich aus der Zeit zwischen dem 8. bis 10.Jahrhundert. Von außen wirkte sie fast schon schlicht und unauffällig, wenn auch in gutem Zustand. Sobald man den Kirchenraum betritt setzt sich der Eindruck fort. Rundbögen gestalten die Seitengänge des Inneren und Holzbänke, auf denen noch die Namen der alten Familien aufgemalt waren, stehen im Mittelgang.
 
Versteckt in der Krypta des Baus befindet sich ein liebevoll hergerichtetes Museum, in dem alte Relikte und Mosaike präsentiert werden. Selbst die Gussform für die Kirchenglocke konnten wir in einem der kleinen Räume im verwinkelten Kirchenuntergrund bewundern.
 

…und langen Anstiegen

Die Wolken hatten sich währenddessen wieder zu dicken Bergen zusammen geschoben. Sie zogen bedrohlich grau in grau am Himmel entlang, doch immer wieder blitzte hoffnungsvoll etwas blau hervor. Wir schwangen uns auf die Räder, um doch noch ein paar Höhenmeter auf den ca. 13 km zurück nach Riolo Terme zu schaffen. Mit der Aussicht auf ein kuscheliges Bad in der warmen Therme war ich da auch äußerst motiviert.
 
Von Brisighella aus über die Via Rontana kletterten wir Stück für Stück die bis zu 11% Steigung empor. Dabei kamen wir am Wallfahrtsort Monticino (aus dem 18. Jahrhundert) und an der Festung Rocca Manfrediana und Veneziana (14. bis 16. Jh.) vorbei, wo sich heute das Arbeits- und Bauernmuseum befindet. Es war anstrengend, aber irgendwie klappte auch das hier wieder sehr gut für mich. Man könnte schon fast sagen, dass ich die Abwechslung und die Herausforderung des Kletterns ein bisschen genoss. Nachdem ich oben angekommen war, konnte ich es nicht lassen, den kleinen Hügel am Wegesrand hoch zu steigen, um dort einen noch besseren Blick ins Tal zu bekommen. Was für eine Kulisse!
 

Sonnenuntergang mit reichlich Drama

Wir ließen den Monte di Rontana links liegen und nahmen den letzten Abschnitt des Tages über die Via Calibane zurück ins Tal und waren damit fast schon wieder in Riolo Terme. Auch wenn ich die Abfahrt wieder mit Vorsicht genoss, da die Straße feucht war und ich noch immer unsicher im Kurvenfahren bin, fand ich sie dennoch wunderschön. Wieder kam dieses kaum zu beschreibende Gefühl der Freude, ja der Euphorie auf, als ich tief einatmete, die frische Luft einsog und die Kulisse dieser wundervollen italienischen Landschaft bei Abenddämmerung kaum fassen konnte. Da war die Sonne wieder, gab dem bewölkten Himmel einen dramatischen, leuchtenden Touch und diesem ereignisreichen Tag einen würdigen Abschluss.
 

 
Als wir nach knapp 75 km Radtour am Abend auf das Gelände des Grand Hotels rollten, setzte schließlich der Nieselregen wieder ein. Oh, dieses warme Thermalwasser war der perfekte Tagesabschluss. Und essen. Und schlafen.
 
Was wir am 2. Tag erlebt haben und wie es ist auf einer Formel 1-Strecke mit dem Fahrrad zu fahren, erfahrt ihr im kommenden, letzten Blogbeitrag der Reihe “Radfahren in der Emilia-Romagna”.

 

 

Radfahren in der Emilia Romagna: Von Therme, Olivenöl und Wein

Italien – 13 Jahre war es her, dass ich das letzte Mal in diesem so vielfältigen Land im Süden Europas war. Damals war es eine Kursfahrt in die Hauptstadt des Stiefels und ich war noch nie zuvor am Mittelmeer gewesen. Warum ich seitdem nie wieder da war, kann ich gar nicht genau benennen, denn gefallen hat es mir sehr. Umso begeisterter war ich, als Wiebke schon im Frühjahr 2018 fragte, ob wir nicht zusammen in die Emilia-Romagna fahren wollen.

Wiebke, Miriam und ich trafen uns schließlich Ende Oktober 2018 in Bologna. Dort verbrachten wir ein paar Tage in der berühmten Universitätsstadt, bevor wir weiter in die Romagna reisten, um eine touristisch weniger überlaufene Region mit dem Fahrrad kennenzulernen. Ich denke, keine von uns hat damit gerechnet, was da auf uns zukommen würde und was alles für uns vorbereitet werden würde!

 


Hinweis!

-WERBUNG-  Dies ist der Bericht über eine Bloggerreise. Die Reisekosten wurden übernommen. Die Erfahrungen und Bewertungen sind meine eigenen ;-). Eingeladen wurde ich von terrabici.com, ein Zusammenschluss von auf Bikesport spezialisierten Hotels, der die Fahrradregion Emilia-Romagna auf internationaler Ebene fördert, u.a. durch gezielte Marketingstrategien. Für uns drei deutsche Fahrradbloggerinnen wurde ein individuelles Programm (#bicibloggertedesche) zusammengestellt. Das beinhaltete nicht nur die Unterkunft und ein Rahmenprogramm, sondern auch Ausfahrten mit bereitgestellten Fahrrädern und persönlichem Guide (Ex-Mountainbike-Profi Fabio Gioiellieri von #appennino bike), der in der Region zu Hause ist.


#InEmiliaRomagna: Die Region zwischen Faenza und Imola

Bevor ich euch einen kleinen Überblick gebe, was ihr in der Emilia-Romagna machen könnt, genauer zwischen den Städten Imola und Faenza, möchte ich euch von meinem ersten Eindruck der Region erzählen.

  1. Lage
  2. Klima
  3. Radfahren in der Emilia-Romagna
  4. Riolo Terme
  5. Straßen, Wege und Gelände
  6. Kulinarische Highlights
  7. #ERCycling

1. Lage und Anreise

Nach drei entspannten, aber auch laufreichen Tagen in Bologna, wurden wir am letzten Oktober-Montag abgeholt und weiter in die Emilia-Romagna geshuttelt. Riolo Terme war unser Ziel. Es ist kleiner Kurort mit imposanter, aber für die Region typischer Festung aus dem 14. Jahrhundert und liegt auf der Strecke zur Adriaküste auf dem Weg nach Rimini – doch eben etwas abseits der Hauptstraße. Vielleicht ist die Gegend deshalb noch so unberührt und nicht vom Tourismus überlaufen? Der größte und am besten erreichbare Flughafen der Region liegt in Bologna. Auch der Bahnhof dort ermöglicht gute Verbindungen in weitere und größere italienische Städte und ans Mittelmeer. Am unkompliziertesten ist die Anreise natürlich ohne Fahrrad mit der Option sich am Reiseziel eines auszuleihen.

 
 
 
 
 
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Gespannt warf ich einen Blick aus dem Kleinbus, der uns auf schmaler werdenden Straßen näher Richtung Gebirge und rein in eine vom Herbst bunt gefärbte, abwechslungsreiche Region brachte. Hier prägten nicht mehr nur flache Felder die Gegend– Kakibäume (Sharon) und zahlreiche Weinanbaugebiete lagen nun nahe der immer kurvenreicher und steigungsreicher verlaufenden Straße. Von der Autobahn kann man nur schwer erkennen, welches Kleinod da an den Ausläufern des Apenninen-Gebirges im Tal des Flusses Senio auf einen wartet. Die Region eine große Bandbreite an Sehenswürdigkeiten und landschaftlichen Highlights. Imola und seine berühmte Formel-1-Rennstrecke zum Beispiel dürfte vielleicht einigen ein Begriff sein.

2. Klima

Durch die Lage an den Ausläufern des Gebirges ist das Wetter dementsprechend gemäßigt und auch mal wechselhaft. Die Temperaturen liegen um die 23-29°C im Hochsommer, um die 0-7°C im Winter. Der Juli ist der heißeste Monat und auch der trockenste. Regen ist nicht unüblich und wir waren außerdem in der regenreichsten Zeit da, die im Monat November ist. Dafür bekamen wir jeden Tag mindestens einen Regenbogen zu Gesicht, sobald die Sonne wieder zwischen den Wolken hervor blitzte. Wunderschön! Das Klima ist für meinen Geschmack ideal zum Radfahren, besonders natürlich im Frühling und Herbst.

3. Radfahren in der Emilia-Romagna

Die Emilia-Romagna ist kein unbekanntes Terrain für Radsportler. Die Heimat des berühmten Rennradfahrers Marco Pantani, der die Tour de France und den Giro d’Italia gewann, hat auch im Jahr 2019 so einige Radsport-Veranstaltungen zu bieten. Das wichtigste Ereignis wird sicherlich der Giro d’Italia 2019 sein, der in Bologna startet und in seiner 9. Etappe sogar durch das wunderschöne San Marino kommt (Blogpost zum Radfahren dort folgt). Hier eine Auflistung auf Englisch über einige Gran Fondo Veranstaltungen in der Emilia-Romagna.

Emilia Romagna welcomes the Giro d’Italia to Bologna after 25 years! In addition to an array of exciting cycling events throughout the year

In der Region findet Ende Mai 2019 außerdem erneut die Rally di Romagna statt, ein MTB-Rennen, das über 5 Etappen durch die wundervolle Landschaft der Emilia-Romagna führt. Die Rally hat viel mehr den Anspruch ein Festival mit gleichgesinnten Radfahrenden, gutem Essen und Musik zu sein, als ein kompetitives Rennen.

4. Riolo Terme

Schließlich erreichten wir das Grand Hotel von Riolo-Terme, das für die nächsten drei Tage unsere Unterkunft sein sollte.  Es liegt ein paar hundert Meter unterhalb der Altstadt des ca. 6000 Einwohner Ortes. Allein der Weg durch die Lobby mit ihrem großen Kronleuchter und den alten Sofas beeindruckte mich sehr. Auch das ruhig gelegene Zimmer in der 2. Etage, das über ein Treppenhaus oder den alten Gitterfahrstuhl zu erreichen war, versprach erholsame Nächte. Ich habe mich auf jeden Fall sehr wohl gefühlt. Und ich könnte auch nicht behaupten, schon einmal in einem Grand Hotel geschlafen zu haben. Kann man schon mal machen :-).

Die angeschlossene Therme, die 1870 erbaut wurde, trug mit ihrem angenehmen 34°C Thermal-Wasser nicht minder zur Entspannung bei. Bereits in der Antike war die Region für ihre heilenden Quellen bekannt gewesen. Allzu viel Zeit hatten wir dort jedoch leider nicht, denn wir waren den Großteil des Tages unterwegs. Und das war auch genau richtig so, schließlich wollte ich so viel wie möglich von der Region sehen! Für Radreisende steht außerdem ein neu eingerichteter Fahrradkeller zur Verfügung, der auch über ein paar wichtige Werkzeuge verfügen wird.

5. Straßen, Wege und Gelände

Ob Mountainbiking, Rennradfahren oder auf und neben der Straße mit dem Gravelbike, es gibt viele Möglichkeiten in der Region mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Die Straßenqualität reicht von glattem Asphalt auf den Hauptstraßen bis hin zu Kieselwegen abseits der großen Straßen. Ich war jedoch sehr froh, dass wir Gravelbikes hatten, denn Nebenstraßen mit Rissen gab es einige auf unseren Routen. Nichtsdestotrotz bieten besonders die vielen kleinen und teilweise auch längeren Anstiege viel Potenzial für Rennradfahrende. Ein wenig mehr Beherrschung über das Fahrrad sollte da aber selbstverständlich sein, denn die Kurven können auch mal steiler werden. 

Ja, die Anstiege…flach ist die Region nicht, dennoch ist es möglich recht weite Strecken zurückzulegen, die ohne große Kletterpartien verlaufen. Die wirklich tollen Ausblicke gibt es aber nur oben auf dem Berg und die lohnen sich wirklich! Die Mischung macht es am Ende und ich stellte wieder fest, dass ich in diesem Jahr bereits einige Kilometer und Höhenmeter auf dem Rad verbracht habe und Berge mich viel weniger abschrecken. Slow but steady, was ein paar Tage später auch in San Marino definitiv meine Devise blieb und mich jegliches Klettern ohne Aufzugeben meistern ließ. Übung hilft wohl scheinbar doch ein bisschen.

6. Kulinarische Highlights – Die italienische Küche

Soll ich jetzt schon anfangen, vom Essen zu schwärmen? Ich fürchte nur, ich werde mich wiederholen: Denn so gut, wie in Italien, habe ich schon lange nicht mehr auf Reisen gegessen. Die Küche im Grand Hotel konnte sich definitiv sehen lassen – optisch und geschmacklich. Auch die andere Lokale, in denen wir gespeist haben, hatten definitiv sehr fähige Küchenchefs.

Von hausgemachten, gefüllten Ravioli mit Steinpilzen über herzhafte Polentatörtchen und warmen Schokoladen-Coulant mit Vanillecreme – mein Magen wurde ganz schön verwöhnt. Besonders gut hat mir die regionale Küche gefallen, da jahreszeitlich gekocht wurde. So gab es viel Kürbis, Steinpilze und Wurzelgemüse – üblicherweise im Drei-Gang-Menü. Ungünstiger Nebeneffekt: Man möchte nichts auf dem Teller liegen lassen und rollt sich nach jeder Mahlzeit aus dem Restaurant ;-).

Nicht zu vergessen u.a. der traumhafte Wein Sangiovese, das Olivenöl aus Brisighella und der Parmigiano Reggiano, die unter zahlreichen anderen Spezialitäten in der Emilia-Romagna angebaut und produziert werden.

Restaurantempfehlungen rund um Riolo Terme

Il Cardello Locanda

Das hervorragende Restaurant Cardello Locanda befindet sich direkt neben dem Museum und historischen Haus Cardello auf dem Gelände des Casa Oriani von Alfredo Oriani (Schriftsteller und Radfahrer des 19./20.Jh), welches wir auf unsere Tour am ersten Tag besucht haben. Saisonale und regionale Zutaten werden zu schmackhaften Gerichten verarbeitet. Hier gibt es zum Beispiel Polentatörtchen als Vorspeise und zum Hauptgang frische, hausgemachte Marronen-Ravioli. Omnomnom!

Cantine Antica Grotta

Das Antica Grotta liegt mitten in der Altstadt von Riolo Terme und ist eines der besten Restaurants des Ortes und gleichzeitig eine gut bestückte Weinbar. Der Hauptwirtsraum ist sehr klein und gemütlich, doch es gibt noch weitere Räume, teilweise für Veranstaltungen eine Treppe hinunter im Kellergewölbe des Hauses. Dort befindet sich auch der Weinkeller, der zahlreiche, vorzügliche italienische und weitere Weine aus ganz Europa führt. Der Besitzer Omar versendet seine Weine auch über einen Onlineshop in die ganze Welt. Im urigen Restaurant kann man sich von den leckeren Speisen verwöhnen lassen und den Köchen durch eine große Glasscheibe beim Kochen zuschauen.

7. #ERCycling

Nun durfte es aber auch losgehen! Ich hatte über einer Woche nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen und war ganz heiß drauf, endlich die Leihfahrräder zu sehen. Gewünscht hatten wir uns Crosser oder Gravelbikes, die von dem lokalen Radsportgeschäft Bike Passion aus der nächstgrößeren Stadt Imola bereit gestellt wurden. Nachdem wir schließlich am Dienstagmorgen unseren Fahrrad-Guide Fabio und seine Freundin Cecilia kennengelernt haben, traf kurze Zeit später der Transporter auf dem Hotelvorplatz ein, der unsere Fahrräder bringen sollte.

Ich hätte es kaum besser treffen können: Ein Specialized Sequoia in mintgrün mit 1×11 SRAM Schaltung sollte in den kommenden zwei Tagen mein Reittier sein. Wir haben uns sofort sehr gut verstanden. Mitgebrachte Pedale ran, Helm und Handschuhe auf und mit etwas Verspätung (doch noch die Regenjacke aus dem Hotelzimmer geholt und drei Kreuze gemacht, sie überhaupt mitgenommen zu haben) radelten wir schließlich bei leichtem Nieselregen vom Hof.

Was genau wir in den zwei Tagen auf dem Fahrrad in der Emilia-Romagna erlebt haben und warum auch der Regen und nasse Radlhosen unsere Laune nicht trüben konnte, erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Teil 2 gibt es unter Radfahren in der Emilia Romagna: Über den Torre di Oriolo nach Brisighella