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B2Fh: Die Fränkische Schweiz und der Umgang mit eigenen Grenzen

Ein wenig vermisse ich diese Sommermorgen, an denen ich aus dem Zelt gekrochen bin, weil ich es in der Wärme darin nicht mehr ausgehalten habe. Die Vögel sangen dann bereits laut und das Gras war immer noch etwas feucht. Völlig zerknautscht haben meine Freunde und ich uns dann ein leckeres Frühstück gemacht, viel Tee getrunken, danach die Sachen zusammen gepackt und am Ende die Zelte verstaut. Auf ging es in einen neuen Tag auf dem Fahrrad.
Und dieses Mal? Da wühlte ich mich aus den Bettlaken, duschte erst einmal genüsslich (ein Luxus, den ich bei der Sonne und Wärme schon sehr genoß) und frühstückte ausgiebig. Beide Arten zu übernachten, haben ihre Vor- und Nachteile. Aber ich bin mir sicher, das nächste Campingabenteuer wird kommen!

4. Etappe #B2Fh: Von Selbitz nach Nürnberg

In der letzten Nacht durfte mein Veloheld in der Garage schlafen, neben alten Möbelstücken und allerlei Kleinkram – dafür aber sicher verschlossen und weg von der Straße. Weiter ging es am vierten Tag meiner Reise von Berlin an den Bodensee durch Bayern. Nachdem ich am Vortag Thüringen durchquert habe, standen nun weitere Höhenmeter und die schöne Landschaft der Fränkischen Schweiz bevor.

Leider war mein Körper nicht ganz so motiviert wie ich und zeigte bereits am Abend zuvor leichte Krankheitszeichen und Halsschmerzen. So lutschte ich fleißig Halsbonbons und versuchte viel zu trinken, was sowieso stets eine gute Idee war. Mein Tagesziel am Dienstag war Nürnberg, wo ich bei einer Freundin die Nacht verbringen wollte. Danach standen zwei Tage Unterbrechung der Tour an, weil sich Termine nicht anders legen ließen.

Durch Berg und Tal und die Fränkische Schweiz

Die Straße bot mir ein ständiges auf und ab und ich versuchte, mich an der Landschaft zu erfreuen. Viele Burgruinen und -anlagen lagen auf meinem Weg und auch die markanten Felsen verschönerten die Umgebung schon auf kilometerweite Entfernung. Über Kulmbach nach Krögelstein und bis nach Ebermannsdorf führte die Route durch die Fränkische Schweiz. Einige Straßen waren mit einem Schild versehen, welches die prozentuale Steigung angab – nicht selten bis zu 21 %. Ich habe mich dann entschieden an diesem Tag aufs Durchbeißen zu verzichten und auch ab und an mal zu schieben. Man gönnt sich ja sonst nichts. Doch ich hatte auch das Vergnügen genau diese Steigung bergab fahren zu dürfen – yehaaaa, das war ein Spaß!

Durchbeißen oder einfach mal chillen?

Ich merkte den ganzen Tag schon, dass ich viel mehr kämpfen musste, als zuvor. Vielleicht bin ich einfach ein wenig zu empfindlich bei warmen Temperaturen (die norddeutschen Wurzeln, ich sage es euch!) oder habe mir nach dem Gewusel die Tage und Wochen vor meiner Reise einfach zu viel vorgenommen. Irgendwie lief es nicht. Ich schaute viel zu oft auf den Kilometerstand und sehnte mich nach Pausen, wollte aber genauso gut vorankommen. Zu schön waren einige Wegabschnitte und zu groß mein Stolz, als dass ich abbrechen wollte. Schließlich gelang ich gegen 17:30 Uhr und somit fast zwei Stunden nach meinem Plan nach Ebermannstadt und gönnte mir dort erstmal Spätzle und ein alkoholfreies Bier. Das half auch irgendwie – kurzfristig. Es waren immer noch knapp 40 km und ich musste nun direkt gen Süden fahren, wobei ich die bereits tiefstehende Sonne immer im Gesicht hatte.

Als ich in Forchheim, ca. 30 km vor Nürnberg schließlich direkt am Bahnhof vorbei fuhr, war meine Entscheidung schon gefallen. Done for today. Mein erleichtertes Aufseufzen, nachdem ich im Zug saß und dieser losfuhr, unterstrich die Richtigkeit meiner Wahl.

Done for today. So, am Ende hat mich die Sonne heute fertig gemacht. Zumindest bis Erlangen wollte ich radeln, doch als in Forchheim nach ca 105 km aufm Rad das Navi mich direkt am Bahnhof vorbeiführte, war meine Entscheidung schon längst gefallen. Ich bin kaputt. Kopfaua, Sonnenbrand und blöder Hals…irgendwas ist ja immer. Egal, Mein Körper hat nein gesagt und ich möchte wenigstens dieses Mal darauf hören. Und nicht wundern, wenn es morgen und Donnerstag etwas ruhiger ist. Ich mache einen Stop over in Nürnberg/Würzburg und setze meine Reise Donnerstagabend fort. Danke fürs Begleiten und Unterstützen😘! . . . #B2Fh #cycling #travelgermany #radelmaedchen_unterwegs #nomoresuntoday #sunny #rednose #Sonnenbrand

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Tageskilometer: ca. 110 km
Höhenmeter: ca. 1100 hm

5. Etappe #B2Fh: Von Nürnberg (Schwabach) bis Heideck (kurzer Ritt am Abend)

Am Donnerstagabend setzte ich schließlich meine Reise fort. Es hatte am Nachmittag bis zum Abend hin geregnet und während es über Nürnberg noch weiter tropfte, sah es ein paar Kilometer weiter draußen etwas besser aus. Da ich eh am Bahnhof war und nichts dagegen hatte, den Stadtverkehr zu umgehen, nahm ich die S-Bahn und fuhr ein paar Stationen raus aus der Stadt bis etwa Schwabach. Als ich mich dann aufs Fahrrad schwang, tröpfelte es nur noch ein wenig. Viel krasser war die extrem hohe Luftfeuchtigkeit, die mich immer wieder für und gegen die Regenjacke schwanken ließ. Egal. Die Straßen waren am Abend unglaublich leer, die Strecke am Kanal und durch den Wald super schön und in Hipoltstein gab es sogar noch eine hübsche Altstadt und Burgruine zu bestaunen.

Ziel des Tages war ein Schloß mit Reiterhof und Pension in Kreuth bei Heideck, wo ich vorab reserviert hatte. Und nun kommt es: Ich bekam ein ebenerdiges Zimmer, in dem ich auf meine Nachfrage hin auch mein Veloheld mit unterstellen durfte! Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie gut und ruhig ich da geschlafen habe.

Tageskilometer: ca. 30 km
Höhenmeter: ca. 256 hm

6. Etappe B2Fh: Heideck bis Donauwörth. Von außen und von innen nass und wie alles anders kam als erwartet.

Motiviert startete ich in einen weiterhin feuchten Freitagmorgen. Die Temperaturen waren zwar etwas gesunken, aber diese Schwüle und die hohe Luftfeuchtigkeit waren geblieben. Doch ich wollte Radfahren und freute mich auf den Tag. Schließlich plante ich die Donau zu erreichen und auch ein paar Kilometer am Donauradweg zurückzulegen. Doch zuerst gab es noch ein paar bayerische Schmankerl und ich durchquerte unter anderem das mittelalterliche Weißenburg und Teile des schönen Altmühltals auf meinem Weg.

Und dann war es plötzlich vorbei

Gegen 12 Uhr fand ich eine nette Bank an einer kieseligen Zufahrtsstraße in den Wald und gönnte mir eine Müsliriegelpause. Ganz fit war ich immer noch nicht. Aber hinter mir rauschte ein Bächlein, die Vögel zwitscherten laut und ich genoß es einfach unterwegs zu sein. Als ich bereit war, weiterzufahren, wollte ich die folgende Abfahrt und den Schwung nutzen, um den nächsten Hügel besser hoch zu kommen. Blöd nur, dass da auch etwas Matsch am nun gepflasterten Weg lag, der sich tiefer herausstellte, als angenommen. Meine Entscheidung war definitiv die falsche gewesen. Gravelreifen können einiges, aber rutschig und mit Schwung um die Kurve war scheinbar dennoch nicht so die beste Idee. Ich hatte den Weg unterschätzt.

Während ich stürzte, was natürlich unerwartet kam, konnte ich kaum reagieren. Ich erinnere mich nur noch an das Gefühl und das Geräusch des Kunststoffs meines Helmes auf dem Stein, als mein Kopf seitlich aufschlug. Schockmoment. Fluchen. Schock. Ich quälte mich auf, fluchte erneut und sah mich suchend nach meinem Rad um, was etwas über den Boden zur Seite geschlittert war. Erneuter Schock. Ging es meiner Hübschen gut? Der Lenker war eingeschlagen und das Rad lag seitlich auf den Lowrider Taschen. Die guten Ortlieb Gravelpacks! Die waren tatsächlich die Rettung für mein Rad gewesen. Der Lenker war etwas verdreht, ein Schalthebel zerkratzt und leicht verbogen, aber sonst gab es nur noch kleine Abschürfungen am Schaltwerk. Nichts war kaputt gegangen.

Zumindest konnte ich das von mir größtenteils auch behaupten. Mein Kopf drückte etwas und der Helm hatte einen kleinen Riß im Schaumstoff innen. Sicherlich war von Vorteil gewesen, dass ich an dem Tag die längere Leggings und die lange Regenjacke getragen habe. Dadurch waren mir viele Schürfwunden erspart geblieben. Ich sah auf jeden Fall einseitig aus wie Sau und versuchte mich notdürftig zu reinigen, während ich immer mehr Stellen entdeckte, die drückten und weh taten. Die Hüfte, das Handgelenk, die Schulter und das Knie hatten Prellungen bzw. Abschürfungen abbekommen. Es dauerte zwei bis drei Tage bis ich meinen rechten Arm wieder normal heben konnte.

Und nun?

Sollte ich weiterfahren? Konnte ich das überhaupt. Ich fühlte mich etwas zittrig, unsicher und mein Lenker war immer noch schief. Mein Navi verriet mir, dass der nächste Bahnhof nur wenige Kilometer entfernt war. Der nächste Radladen war in Donauwörth, was auch der nächstgrößere Ort war. Er lag etwa 25 km von meiner aktuellen Position entfernt. Auf einmal fühlte ich mich gar nicht mehr so selbstsicher und mochte das Alleinreisen etwas weniger. Sicher, ich hatte Glück gehabt, ich war bei Bewusstsein, scheinbar nichts gebrochen und meinem Fahrrad ging es auch ganz gut. Doch tatsächlich war ich noch nie so gestürzt und das verunsicherte mich sehr. Also ging ich auf Nummer sicher, radelte vorsichtig zum Bahnhof, zog mich dort in der Toilette erst einmal um und stieg in den nächsten Zug.

In Donauwörth lag der Fahrradladen auf dem Weg zur Klinik und ich wurde bei Zweirad Uhl super nett betreut und mein Fahrrad war schnell wieder fit. Es waren Kleinigkeiten, die ich auch allein hätte richten können. Nur irgendwie fühlte ich ich damit besser. Danach folgten zwei Stunden warten und ein Sicherheits-Check-Up in der Notaufnahme und schließlich die Entscheidung die Nacht in der Stadt zu verbringen. Es war bereits nach 17 Uhr nachmittags und nun war klar, dass ich es nicht mehr rechtzeitig schaffen würde, komplett mit dem Rad nach Friedrichshafen zu fahren. Daran war auch gar nicht zu denken gewesen. Mein Nacken zog immer mehr und die Vorstellung mehr als 100 km auf dem Rad zu sitzen, ließ mich nur zusammenzucken.
Tageskilometer: ca. 55 km
Höhenmeter: ca. 500 hm

Tourabschluss im Zug

Immerhin erwischte ich in Donauwörth eine Pension mit verschließbarem Container für Fahrräder, einer Bike Box. Das steigerte meine Laune ungemein. Als ich am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück zum Bahnhof radelte, um in den Zug nach Friedrichshafen zu steigen, war ich zwar etwas traurig, aber deutlich entspannter. Ich hatte keinen Zeitdruck mehr und konnte mich nun Zurücklehnen und auf die Messe und die vielen tollen Menschen dort freuen. Außerdem hatte ich noch eine sehr nette Unterhaltung während der Bahnfahrt, die sich natürlich ums Radfahren drehte.
Warum ich immer noch glaube, dass Alleinreisen eine tolle Erfahrung ist und was ich so eingepackt habe auf meiner Tour, könnt ihr hoffentlich ganz bald im Blog lesen.


Der Vorbericht zur Reise: Mit dem Rad quer durch Deutschland: B2Fh

Teil 1 des Tourberichts: #B2Fh: Unterwegs mit der kilometerfressenden Gravelmaschine

Teil 2 des Tourberichts: B2Fh: Der Berg ruft. Oder: Thüüüüüüüüringen!

 

B2Fh: Der Berg ruft. Oder: Thüüüüüüüüringen!

Ich fuhr um die Kurve und unter der folgenden Eisenbahnbrücke hindurch und erstarrte leicht eingeschüchtert, als ich die geteerte Straße vor mir erblicken konnte. Liebevoll eingerahmt von grünbraunen Nadel- und Laubbäumen, verlief die anthrazitfarbene Hauptstraße in engen Serpentinen den Berg hinauf. Mal in steilen Kurven, mal in auslaufenden geraden Abschnitten schnitt sie eine harte Linie in den wild-romantischen Thüringer Wald hinein. Immer weiter nach oben führte sie die nur gelegentlich passierenden Autos aus dem Tal hinaus.

Und mich. Auf meinem Fahrrad. Auf der Reise von Berlin nach Friedrichshafen an den Bodensee zur größten Fahrradleitmesse Europas: Die Eurobike 2018.

Es war Montag, 02.07.2018 und Tag drei meiner Reise in den fernen Süden Deutschlands. Am Samstag zuvor, am 30.06.2018 war ich am Morgen in Berlin-Wannsee aufgebrochen. Nachdem ich die erste Station bei einer Freundin in Leipzig erreicht hatte, ging es am nächsten Tag mit einem kleinen Schwenk nach Naumburg (Saale) in Sachsen-Anhalt, um dort weitere Freunde zu besuchen. So mag ich das: Nach einem langen Tag allein auf dem Rad nicht nur eine warme Dusche zu haben, sondern auch in soziale Interaktion mit Menschen zu treten, die man gern und teilweise lange nicht gesehen hat: Verbinde das Praktische mit dem Schönen!

3. Etappe #B2Fh: Von Naumburg nach Selbitz – die Thüringendurchquerung

Ausgeruht und gut gelaunt schwang ich mich am dritten Reisetag nach einem kurzen Gang zum Bäcker wieder auf mein Veloheld. Die Region um Naumburg an der Saale ist ein wahres Kleinod und so rollte ich die ersten Kilometer an der Saale entlang, um mich dann neben den Weinreben an den Radweg zu setzen und draußen unter blauem Himmel zu frühstücken.

Der Weg war geprägt von kleinen und größeren Anstiegen, vom Verlauf der Saale und der wunderschönen umgebenden Landschaft aus grünen Wäldern und Tälern. Ab und zu ragte auf einer Bergkuppe stolz eine Burgruine gen Himmel empor.

Hallo Thüringen!

Ich passierte Jena. Die größte Stadt meiner Route an diesem Tag bot mir die Gelegenheit meine Wasserreserven aufzufüllen und das erste Eis des Tages zu essen. Der folgende Wegesabschnitt war grün und abwechslungsreich und führte mich über schmale Waldpfade direkt an der Saale entlang über Feldwege und sanfte Hügel. Doch so blieb es leider nicht.

Nach wie vor war der Himmel wolkenlos und die Sonne schien mit aller Kraft, als ich schließlich den ersten fiesen Berg erreichte. Die Reifen klebten auf dem Asphalt der Landstraße und es gab so gut wie keinen Schatten. Nur die brennende Sonne und die goldenen Kornfelder begleiteten mich auf meinem Weg nach oben. Ich brauchte einige Verschnaufpausen, um die kurvig verlaufende Straße mit den langgestreckten Anstiegen zu bewältigen. Es war anstrengend und etwas nervig, da immer wieder Autos an mir vorbei sausten. Vielleicht war das nicht der beste Track, doch ich hatte versucht die bestmögliche Route zu wählen und war von vornherein abgeschreckt gewesen von den bevorstehenden Höhenmetern. Und ich wusste, es würden noch mehr werden. Endlich konnte ich auf einen breiten Feldweg abbiegen, doch das ständige auf und ab blieb.

Ab geht die Sause!

Und dann kam die erste, lange Abfahrt! Die Aussicht auf einen langen, asphaltierten Weg bergab kann jede unangenehme Kletterei versüßen. Ihr kennt vermutlich dieses Gefühl der Aufregung und diesen kleinen Kick, der einen überkommen kann, wenn das Rad immer mehr beschleunigt und das Surren der Reifen auf dem Asphalt immer lauter erklingt. Oh, das tat gut! Ich konnte einen Jauchzer nicht unterdrücken, als der kühle Fahrtwind in mein Gesicht wehte und das leichte Kribbeln im Bauch zunahm. Über mehrere Kilometer verlief die Straße hinunter und zurück ins Tal zur Saale und zum hübschen kleinen Ort Ziegenrück, der direkt an der Saaleschleife lag. Umgeben von prächtigen Wäldern war diese Siedlung ein romantischer kleiner Fleck im Thüringer Wald, der sich perfekt für eine Nachmittagspause eignete.

2/3 der Strecke waren geschafft und ich war es auch, denn langsam machte mir die Sonne doch sehr zu schaffen. Aber erst mal gab es Eis und alkoholfreies Weizen, um die Energiereserven aufzufüllen.

Thüüüüüüüüüüüringen…

Frisch gestärkt brach ich auf, um die letzten 45 km in Angriff zu nehmen. Und diese hatten es in sich. Ich dachte über einen kurzen Zugtrip nach, aber wirklich ernsthaft zog ich das nicht in Betracht. Schon rollte ich aus Ziegenrück heraus und folgte der Hauptstraße. Der Verkehr war überschaubar und der Wald spendete mir angenehmen Schatten, den ich zuvor teilweise vermisst habe.

Ich wollte nicht aufgeben! Nachdem ich mehrmals tief durchgeatmet hatte und noch einen Schluck aus der Wasserflasche genommen habe, fuhr ich schließlich den Berg an. Langsam, aber stetig und mit viiiiielen Verschnaufpausen. Mir war warm, es war anstrengend, aber irgendwie war es um mich herum so schön, dass ich es sogar ein wenig genoß hier auf meinem Fahrrad unterwegs zu sein. Wie ich bereits auf Facebook kund tat, war an diesem Tag meiner Reise ein ganz besonderes Lied eines noch besonderen Kabarettisten mein ständiger Begleiter.

Und so sang ich, mal lauter, mal leiser, mal summend, aber ich sang, während ich Meter für Meter nach oben schlich. Es tat so gut und es war so befreiend das kleine bisschen Restatem für ein langgezogenes “Thüüüüüüüüüüüüüringen” aufzubrauchen! Meine Laune stieg.

Schließlich deutete sich ein Ende dieses langen Weges nach oben an. Ich war immer noch mitten im Wald, doch der Ausblick war nun ein anderer! Zwischen den Bäumen blitzte ab und zu das Wasser der Saale hindurch, die behäbig durch das Tal floß.

Ich war stolz, stolz, dass ich mich nicht unterkriegen ließ! Dass ich es einfach versucht und meinen inneren Schweinehund besiegt habe, der lieber Bahn gefahren wäre.

Durch Höllental nach Selbitz bei Hof

Es gab noch viele weitere Ansteige und großartige Abfahrten und dich merkte immer mehr, wie sehr dieser Tag an mir zerrte. Es mögen vielleicht weniger Kilometer werden, doch die Höhenmeter haben sich fast verdreifacht. Ich passierte irgendwann den Ort Blankenstein, ein Tor zum berühmten Rennsteig und schließlich die ehemalige innerdeutsche Grenze. Thüringen lag hinter mir und nur noch eine Fahrt durchs wunderschöne Höllental trennte mich von meinem Nachtlager, einer Pension in Selbitz. Oh, wie ich mich danach sehnte. Die letzten Meter auf dem Rad waren nicht mehr ganz so genussvoll. Nicht weil ich Schmerzen hatte oder das Fahrrad unangenehm wurde, ich war einfach ko, so ziemlich platt. Trainiert war ich nun einmal nicht und meine Energie war nach diesen vielen Höhenmetern einfach aufgebraucht. Aber: Ich hatte es geschafft!

Thüringen lag hinter mir und voraus folgte nun das nächste Bundesland: Bayern und meine Fahrt durch die Fränkische Schweiz. Flacher würde es auf jeden Fall erst einmal nicht werden…

Tageskilometer: ca. 137 km
Höhenmeter: ca. 1800 hm

Der Vorbericht zur Reise: Mit dem Rad quer durch Deutschland: B2Fh

Teil 1 des Tourberichts: #B2Fh: Unterwegs mit der kilometerfressenden Gravelmaschine

B2Fh: Unterwegs mit der kilometerfressenden Gravelmaschine

Plötzlich verengte sich der Weg und wurde zu einem schmalen Pfad, der sich tiefer in den Wald hinein schlängelte. Ich atmete die holzig riechende, frische Waldluft ein, beobachtete das Spiel der Sonnenstrahlen, die zwischen den Baumkronen aufblitzten und seufzte mehrfach laut auf: Wie schön es hier war! Ich war völlig allein, keine Menschenseele in Sicht – wie so oft auf vielen Streckenabschnitten an diesem Samstag. Immer mehr kleine Wurzeln und Ästchen bedeckten den Boden und ich fuhr etwas langsamer – auch weil die Äste einiger Sträucher weit in den Weg hinein ragten. Der perfekte Trail für eine entspannte MTB Fahrt. Nun, ein Mountainbike hatte ich nicht dabei, aber mein Gravelbike mit seinen breiten 43 mm Reifen machte auch keine schlechte Figur. Mit ein paar Wurzeln konnten ich und mein Rad noch ganz gut umgehen. Mit dem breiten, astreichen Baumstamm, der plötzlich mitten vor mir auf dem Pfad lag, gab es allerdings ein größeres Problem…

Ich war auf dem Weg an den Bodensee zur größten Fahrradleitmesse Europas: Die Eurobike 2018. Bereits die erste Etappe meiner Reise von Berlin nach Friedrichshafen bot in puncto Wegbeschaffenheit genügend Abwechslung, auch wenn sie tatsächlich größtenteils auf Asphalt stattfand.

1. Etappe #B2Fh: Von Berlin Wannsee nach Leipzig

Als ich am Morgen des letzten Junitages (Samstag, 30.06.2018) in Berlin am Wannsee auf mein Rad stieg, waren meine Gedanken etwas zwiegespalten. Zum einen war da diese Vorfreude, dieses leichte Kribbeln, dass kurz vor Beginn einer Reise immer da war. Mich begleitete aber auch diese leichte Unsicherheit und der Respekt vor meiner geplanten Tour. Ich freute mich sehr darauf unterwegs zu sein, nur das Zeitlimit beunruhigte mich. Denn bereits am ersten Tag wollte ich so viele Radkilometer am Stück zurücklegen, wie nie zuvor. Ca. 175 km in one go! Es sollte spannend werden, ob ich das geplante Tempo halten und mit meinem Veloheld zurechtkommen würde und vor allem: Ob ich meine Gedanken sortieren und mich motivieren konnte .

Ich hatte allgemein sehr knapp geplant. Doch anders war es für mich zeitlich nicht realisierbar gewesen. Schon nach 5,5 Tagen (plus einer zweitägigen Unterbrechung) wollte ich die ca. 770 km bis an den Bodensee zurückgelegt haben – mit einem neuen Rad, das ich noch nicht so gut kannte, mit einem neuen Set-Up, das ich noch erproben musste und mit mir – allein. Tja, irgendwann musste ich es ausprobieren. Warum nicht jetzt? Auf los geht es los!

Zeitnot? Eigentlich nicht!

Jeder Tag dieser Reise hatte eine andere Stimmung, bot ein anderes Fahrgefühl. Am Samstag auf der Fahrt von Berlin nach Leipzig hatte ich besonders die Streckenlänge im Kopf. Hatte ich mir zu viel zugetraut? Konnte ich es schaffen bis 19 Uhr in Leipzig zu sein, um noch ein paar Stunden am Abend in der Stadt zu haben? So wanderte mein Blick immer wieder auf den Kilometerstand und auf die Geschwindigkeit. Das IconX machte  für mich einen Unterschied. Ich war schneller als sonst unterwegs und es fiel mir leichter das Tempo zu halten. Das mag zum einen am sportlichen Fahrrad liegen, zum anderen daran, dass ich viel weniger Gepäck dabei hatte, was bestmöglich am Rad befestigt worden war.

Alles um die 21 km/h war gut. Schneller ging oft, musste aber nicht. Dazu bin ich zu sehr Genussfahrerin. Ein moderates Tempo also, bei dem ich auch einmal den Blick von der Straße abwenden und die wunderschöne Brandenburger Landschaft genießen konnte. Durch Nadelwälder und auf Landstraßen sanfte Hügel hoch und runter. Über steinige Feld- und kieselige Waldwege führte mich meine Route. Abgesehen von der Sonne, die unentwegt auf mich niederbrannte, fühlte ich mich gut. So gut, dass ich die erste richtige Pause erst nach der Coswiger Fährüberfahrt im schönen Wörlitz machte – nach ca. 95 km und knapp über der Hälfte der Strecke.

Auf Abwegen

…Ich fand einen Weg an dem gefallenen Baum vorbei. Doch dies war nur der Anfang gewesen. Schnell begann der Schweiß auf meiner Stirn zu perlen, als ich mein Rad, so leicht bepackt es auch war, immer wieder über teils sehr große Baumstämme heben musste. Vielleicht habe ich doch den falschen Abzweig genommen? Mein Navi war jedoch der festen Überzeugung, dass es genau dieser Weg sein musste, der noch immer schwer von den Zerstörungen des letzten Sturms gezeichnet war. Aber umdrehen? Das war keine Lösung.

So ging ich außen herum, schob mein Rad kleine Böschungen hoch und zerrte es über Baumstämme. Zwischendurch überkam mich ein wenig Verzweiflung und der Gedanke, ob es nicht doch besser gewesen wäre, die paar Kilometer zurückzufahren. Doch nach vielen schweißtreibenden Radhebungen, konnte es endlich weitergehen.

Hallo, Leipzig, schön dich zu sehen!

Die letzten 30 Kilometer zogen sich wie Gummi in der Mittagshitze. Ich wollte ankommen. Wirklich. Langsam reichte es. Mein Hintern fühlte sich zwar noch recht gut an – die Radlerhose erfüllte ihren Zweck – doch mein unterer Rücken fand das alles nicht mehr so gut. Lag es am Sport-BH, der nicht optimal saß? Oder doch an meiner Sitzposition, die etwas zu gestreckt war? Denn in den nächsten Tagen hatte ich dieses Problem nicht mehr so stark.

Schließlich kam das Leipziger Ortseingangsschild. Doch wo war jetzt die Stadt, die ich kannte? Weiterhin säumten Felder meinen Weg. Ich fuhr durch einen kleinen Ort mit wenigen Menschen auf der Straße. So hatte ich es in vielen Brandenburger Dörfern erlebt: Keine Menschenseele zu sehen und zum Glück auch wenig Autoverkehr. Ein paar Kilometer weiter standen die Häuser schließlich enger beieinander, wurden höher und nach einem kurzen Weg am schönen, begrünten Kanal entlang, war ich in der Innenstadt: Hallo Leipzig! Es war die längste Etappe, die ich je auf einem Fahrrad am Stück gefahren war – die ich je allein gefahren war.

Tageskilometer gesamt: ca. 185 km

Bundesländer: Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen

1. Etappe auf Strava

Mach mal halblang!

2. Etappe #B2Fh: Von Leipzig nach Naumburg mit Umwegen

Nach einen wundervollen Abend in Leipzig beim Klassik airleben mit einer lieben Freundin und der Miri von hamburgfiets, die an diesem Wochenende zufällig auch in der Stadt war, sollte der nächste Tag etwas entspannter werden. Ich wollte nach Naumburg an der Saale mit einem vorherigen Abstecher nach Laucha bei Freyburg (Unstrut), wo Freunde ein Weingut bewirtschafteten. Ein gutes Ziel also und nur knapp 90 km für den Tag klangen relaxt. Das Wetter war nach wie vor sonnig und warm und meine Motivation uneingeschränkt groß. Ich verließ Sachsen erst gegen Mittag ganz entspannt. So viel Urlaubsruhe musste sein (und so viel Kaffee auch ;-)).

Mein Highlight an dem Tag war sicherlich das Gradierwerk in Bad Dürrenberg! Ja, ich gebe zu, ich habe derartiges noch nicht gesehen und war zutiefst beeindruckt von der Größe der Anlage. Laut Wikipedia ist das wie folgt:

(…) eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisig verfüllt ist. Das Verb gradieren bedeutet „einen Stoff in einem Medium konzentrieren“. Im Falle eines Gradierwerks wird der Salzgehalt im Wasser erhöht, indem Sole durch das Reisig hindurchgeleitet wird, wobei auf natürliche Weise Wasser verdunstet.

Die spendierte Apfelschorle tat auch gut und ließ mich für ein paar Minuten nahe der angenehm kühlen, tropfenden Sole verweilen.

Ein bisschen Eis muss ein!

Schließlich fuhr ich weiter und vorbei am großen Geiseltalsee, wo an diesem sonnigen Sonntag reges Treiben herrschte. Da musste natürlich auch ein Eis für mich her. Der gut ausgebaute Radweg führte mich  an den Hängen des Sees entlang und ich genoss die frische Brise und den Gedanken heute trotz späten Aufbruchs bereits früher am Tag an meinem Ziel anzukommen. Das tat wirklich gut. Ich hatte am Vortag doch den Zeitdruck deutlich gemerkt und mag das bei einer Radreise überhaupt nicht. Das musste bei der nächsten Tour besser werden. Ich will einfach auch nur mal irgendwo sitzen können, ohne ständig die Uhr im Blick zu haben und den Gedanken an die noch vielen Kilometer vor mir. Das ist mir zu unentspannt ;-).

Von uralten Pflastersteinen und Kirschbäumen

Ich fuhr durch einen winzigen Ort mit einer mittelalterlichen Kirche, etwa aus dem 12. Jahrhundert, und war fast überrascht, als ich sogar ein paar wenige Menschen erblicken konnte. Dann begann das Kopfsteinpflaster. Wieder versperrte eine Kurve zunächst den Blick auf die volle Pracht dieser Straße, die natürlich bergauf führen sollte.

Wider Erwarten entmutigte mich dieser Anblick jedoch kaum. Ich war wohl noch gut drauf vom Eis zuvor. Das mitleidige Lächeln eines Mountainbikers, der mir entgegen kam, spornte mich weiter an, als ich die letzten Meter auf diesem unsäglichen Untergrund den Hügel hinauf ächzte. Und dann…dann folgte die eigentliche Qual. Gesäumt von alten Obstbäumen hätte die vor mir liegende, verlassene Straße wirklich schön sein können. Doch stattdessen gab es Steine, viele Steine! Kopfsteinpflaster in der Ausgabe uralt und in unterschiedlichsten Größen und Formen – mal ganz klein und abgebrochen, mal groß und breit, aber nie flach, glatt oder gleichmäßig. Die  Farbschattierungen variierten ebenso stark wie die Oberflächen”qualität”.

Zunächst versuchte ich mein Glück auf dem kieseligen Streifen, der direkt am Feld entlang führte und neben der eigentlichen Straße. Was zunächst noch ein breiter Weg war, verengte sich nach wenigen hundert Metern auf einen schmalen Pfad. Dieser ließ mir ab und an die Wahl entweder ins Feld auszuweichen oder ein paar Schüttelaktionen auf den Pflastersteinen zu genießen.

Endlich, nach etwa 4 km war die Odyssee vorüber. Der letzte Abschnitt bis zu meinem ersten Tagesziel war eine von Kirschbäumen gesäumte Allee, die sich deutlich besser befahren ließ und sogar noch eine süße Abfahrt für mich bereit hielt. Ca. 70 km geschafft!

Auf dem Saale-Unstrut Radweg nach Naumburg

Nach dem Besuch des kleinen Weingutes bei Laucha mit dem wunderschönen Blick ins Tal, radelte ich noch weitere rund 20 km nach Naumburg. Falls ihr je in der Nähe seid, lasst euch den Saale-Unstrut-Radweg nicht entgehen! Entlang der Unstrut führt dieser Abschnitt des Weges über Freyburg nach Naumburg. Ich genoß die Abendsonne so sehr, welche die Weinberge der Region und die Burgen und Herrenhäuser in ein wunderschönes Licht tauchte. Der Fahrtwind und der größtenteils flache Weg machten die Fahrt zum gemütlichen Ausklang des Radtages für mich. An diesem Sonntag, als ich in Naumburg schließlich ankam, wurde übrigens bekannt, dass der berühmte Naumburger Dom endlich zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde.

Tageskilometer gesamt: ca. 90 km

Bundesländer: Sachsen, Sachsen-Anhalt

Die nächste Etappe sollte mich durch Thüringen führen und eine große Herausforderung für mich werden. Bald mehr dazu!

Der Vorbericht zur Reise: Mit dem Rad quer durch Deutschland: B2Fh

Teil 2 des Tourberichts: B2Fh: Der Berg ruft. Oder: Thüüüüüüüüringen!

Teil 3 des Tourberichts: #B2Fh: Die Fränkische Schweiz und der Umgang mit eigenen Grenzen

Mit dem Rad quer durch Deutschland: B2Fh

Was im letzten Jahr bereits als Idee in meinem Kopf herum schwirrte, wollte ich dieses Jahr nun endlich umsetzen: Von Berlin an den Bodensee nach Friedrichshafen fahren. Mit dem Rad. Zur Eurobike 2018. Im letzten Jahr führte mich meine Tour mit meinem Faltrad von Köln/Koblenz entlang des Rheinradweges zur größten Fahrradleitmesse. Dieses Jahr wollte ich die Tour in meiner Heimat starten und mit meinem neuen Fahrrad angehen.

Hinweis: Enthält Produktvorschläge (manche würden es als Werbung bezeichnen…)

Wirklich vorbereitet war ich auf diese Tour allerdings nicht. Im Vorfeld war ich schon wieder viel unterwegs, viel arbeiten und auch ein paar Tage im Urlaub. Da blieb nicht viel Gelegenheit, um die Route zu planen oder Material und Zubehör zu besorgen. Dafür nehme ich mir sonst gern mehr Zeit. Ziel war es aber von Anfang an, nicht nur stur zu fahren, sondern auf dem Weg ein paar Stationen zu haben und Freunde zu besuchen und dort auch übernachten. So kam es auch, dass ich am ersten Tag bereits die längste Strecke zurücklegen wollte. Von Berlin Wannsee bis in die Leipziger Innenstadt sind es ca. 176 km. So musste ich nur an ein paar Tagen nach alternativen Schlafmöglichkeiten schauen, da ich ohne Zelt reisen wollte, um möglichst leicht zu reisen. Es folgt eine kleine Zusammenfassung, wie ich unterwegs bin.

Das Set-Up

Diese Tour sollte in vieler Hinsicht eine Neuheit für mich sein.

  1. Das Fahrrad

    Mein neues All Road Bike, das Veloheld iconX, ist mein Reiserad für diese Fahrt und musste noch dementsprechend modifiziert werden. An sich habe ich es mir so zusammengestellt, dass es problemlos auch als Tourenrad funktionieren würde. Dafür sorgen der Nabendynamo und das fest installierte Licht genauso wie die breiten Panaracer Gravelking SK Reifen in 43mm Breite. So bin ich auch auf den zahlreichen Kiesel- und Feldwegen bequem unterwegs. Die ersten Touren haben gezeigt, dass ich am Rad selbst eventuell doch noch Anpassungen machen muss. Der Vorbau ist jetzt schon sehr kurz, es kann sein, dass ich ihn aber noch kürzer brauche, da ich immer noch etwas zu gestreckt sitze. Für diese Reise muss der Aufbau so funktionieren, aber danach überlege ich ein Bikefitting machen zu lassen.

  2. Das Taschen

    Ich wollte leicht reisen, ohne viel Schnick Schnack und unnötiges Gepäck. Ganz im Bikepacking Stil also. Die Taschen sollten möglichst am Rahmen untergebracht werden oder maximal am Lowrider. Besagter Gepäckträger musste jedoch erst besorgt werden. Ebenso die passenden Taschen, die ich dann freundlicherweise von Ortlieb zur Verfügung gestellt bekommen habe. Es ist für mich ein absolutes Novum mit Frontrack zu fahren. Bisher hatte ich immer die klassische Tourenausrüstung mit Hinterradgepäckträger und großen Taschen dazu.

    Am Vortag der Reise (im empfehle eine derartig kurzfristige Montage ohne Ausprobierzeit grundsätzlich erst einmal nicht) installierte ich also den Tubus Duo an meinem Vorderrad. Passend dazu gab es das Front Roller Taschenpaar Gravel Pack von Ortlieb (500g leichter als normale Front Roller und mit zwei beweglichen Befestigungshaken), das praktische Accessoire Pack (multifunktional tragbar als Lenker-, Gürtel oder Zubehörtasche an der Lenkerrolle), sowie die selbstgenähte Satteltasche und das Snack Pack am Lenker. Insgesamt konnte ich so um die 32 l Packvolumen mit mir führen. Das Gewicht betrug am Ende vorn ca. 9 kg + Lenker- und Satteltasche mit ca. 2 kg (ich habe nicht genau gewogen).

  3. Packordung

    Es ist sehr sinnvoll sich zu überlegen, wo man welche Sachen verstaut, auch um nicht ständig auf der Suche nach etwas zu sein (ich suche ständig nach irgendetwas…). Da ich zum Beispiel nicht oft an die Satteltasche wollte, habe ich dort meine Alltagskleidung und die Regenjacke deponiert. In den vorderen Lowrider-Taschen sind auf der einen Seite Laptop + Ladekabel, Unterwäsche/Socken, weitere Ladegeräte und der To-Go Becher. Die zweite Tasche beherbergt die Radelklamotten (Funktionsshirts und Radlerhosen von Vaude), Flickzeug und Schlauch, sowie Ersatzschuhe und Kosmetikzubehör. Am Lenker befinden sich dann nur noch die Sachen, an die ich immer mal wieder muss wie Taschentücher, Multitool und Notfallriegel.

  4. Weiteres Zubehör

    Außerdem dabei sind Trinkflasche am Halter (am besten gleich zwei) und auch ein Schloss, da ich allein reise und manchmal auch das Fahrrad kurz aus den Augen lassen muss. Ebenso mit auf Reise gehen Fahrradhandschuhe (Giro Siv) und dieses Mal auch ein Helm (Uvex Boss Race). Navigieren lasse ich mich vom Garmin Oregon 700 und mit Routen, die per Komoot erstellt wurden.

Während ich diese Zusammenfassung schreibe, sitze ich bereits nach dem zweiten Reisetag im Bett und mache mir Gedanken über die kommenden Tage. Das Wetter war bisher mehr als sonnig und warm und ich spüre die Sonne deutlich. Die Tour war bisher abwechslungsreich und die Begegnungen und Treffen großartig.

Mehr werdet ihr dazu bald hier erfahren!

So lange: Folgt mir doch auf Facebook, Instagram und Twitter und schaut, wo ich mich gerade so herum treibe. Der Plan ist am Samstagnachmittag in Friedrichshafen zu sein. Sonntag, 08.07.2018 wird dort die Eurobike 2018 offiziell beginnen und bis zum 10.07.2018 gehen. Bis dahin habe ich noch einige Kilometer, Höhenmeter und zwei Off-Tage in Würzburg vor mir. Wir lesen uns!