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B2Fh: Der Berg ruft. Oder: Thüüüüüüüüringen!

Ich fuhr um die Kurve und unter der folgenden Eisenbahnbrücke hindurch und erstarrte leicht eingeschüchtert, als ich die geteerte Straße vor mir erblicken konnte. Liebevoll eingerahmt von grünbraunen Nadel- und Laubbäumen, verlief die anthrazitfarbene Hauptstraße in engen Serpentinen den Berg hinauf. Mal in steilen Kurven, mal in auslaufenden geraden Abschnitten schnitt sie eine harte Linie in den wild-romantischen Thüringer Wald hinein. Immer weiter nach oben führte sie die nur gelegentlich passierenden Autos aus dem Tal hinaus.

Und mich. Auf meinem Fahrrad. Auf der Reise von Berlin nach Friedrichshafen an den Bodensee zur größten Fahrradleitmesse Europas: Die Eurobike 2018.

Es war Montag, 02.07.2018 und Tag drei meiner Reise in den fernen Süden Deutschlands. Am Samstag zuvor, am 30.06.2018 war ich am Morgen in Berlin-Wannsee aufgebrochen. Nachdem ich die erste Station bei einer Freundin in Leipzig erreicht hatte, ging es am nächsten Tag mit einem kleinen Schwenk nach Naumburg (Saale) in Sachsen-Anhalt, um dort weitere Freunde zu besuchen. So mag ich das: Nach einem langen Tag allein auf dem Rad nicht nur eine warme Dusche zu haben, sondern auch in soziale Interaktion mit Menschen zu treten, die man gern und teilweise lange nicht gesehen hat: Verbinde das Praktische mit dem Schönen!

3. Etappe #B2Fh: Von Naumburg nach Selbitz – die Thüringendurchquerung

Ausgeruht und gut gelaunt schwang ich mich am dritten Reisetag nach einem kurzen Gang zum Bäcker wieder auf mein Veloheld. Die Region um Naumburg an der Saale ist ein wahres Kleinod und so rollte ich die ersten Kilometer an der Saale entlang, um mich dann neben den Weinreben an den Radweg zu setzen und draußen unter blauem Himmel zu frühstücken.

Der Weg war geprägt von kleinen und größeren Anstiegen, vom Verlauf der Saale und der wunderschönen umgebenden Landschaft aus grünen Wäldern und Tälern. Ab und zu ragte auf einer Bergkuppe stolz eine Burgruine gen Himmel empor.

Hallo Thüringen!

Ich passierte Jena. Die größte Stadt meiner Route an diesem Tag bot mir die Gelegenheit meine Wasserreserven aufzufüllen und das erste Eis des Tages zu essen. Der folgende Wegesabschnitt war grün und abwechslungsreich und führte mich über schmale Waldpfade direkt an der Saale entlang über Feldwege und sanfte Hügel. Doch so blieb es leider nicht.

Nach wie vor war der Himmel wolkenlos und die Sonne schien mit aller Kraft, als ich schließlich den ersten fiesen Berg erreichte. Die Reifen klebten auf dem Asphalt der Landstraße und es gab so gut wie keinen Schatten. Nur die brennende Sonne und die goldenen Kornfelder begleiteten mich auf meinem Weg nach oben. Ich brauchte einige Verschnaufpausen, um die kurvig verlaufende Straße mit den langgestreckten Anstiegen zu bewältigen. Es war anstrengend und etwas nervig, da immer wieder Autos an mir vorbei sausten. Vielleicht war das nicht der beste Track, doch ich hatte versucht die bestmögliche Route zu wählen und war von vornherein abgeschreckt gewesen von den bevorstehenden Höhenmetern. Und ich wusste, es würden noch mehr werden. Endlich konnte ich auf einen breiten Feldweg abbiegen, doch das ständige auf und ab blieb.

Ab geht die Sause!

Und dann kam die erste, lange Abfahrt! Die Aussicht auf einen langen, asphaltierten Weg bergab kann jede unangenehme Kletterei versüßen. Ihr kennt vermutlich dieses Gefühl der Aufregung und diesen kleinen Kick, der einen überkommen kann, wenn das Rad immer mehr beschleunigt und das Surren der Reifen auf dem Asphalt immer lauter erklingt. Oh, das tat gut! Ich konnte einen Jauchzer nicht unterdrücken, als der kühle Fahrtwind in mein Gesicht wehte und das leichte Kribbeln im Bauch zunahm. Über mehrere Kilometer verlief die Straße hinunter und zurück ins Tal zur Saale und zum hübschen kleinen Ort Ziegenrück, der direkt an der Saaleschleife lag. Umgeben von prächtigen Wäldern war diese Siedlung ein romantischer kleiner Fleck im Thüringer Wald, der sich perfekt für eine Nachmittagspause eignete.

2/3 der Strecke waren geschafft und ich war es auch, denn langsam machte mir die Sonne doch sehr zu schaffen. Aber erst mal gab es Eis und alkoholfreies Weizen, um die Energiereserven aufzufüllen.

Thüüüüüüüüüüüringen…

Frisch gestärkt brach ich auf, um die letzten 45 km in Angriff zu nehmen. Und diese hatten es in sich. Ich dachte über einen kurzen Zugtrip nach, aber wirklich ernsthaft zog ich das nicht in Betracht. Schon rollte ich aus Ziegenrück heraus und folgte der Hauptstraße. Der Verkehr war überschaubar und der Wald spendete mir angenehmen Schatten, den ich zuvor teilweise vermisst habe.

Ich wollte nicht aufgeben! Nachdem ich mehrmals tief durchgeatmet hatte und noch einen Schluck aus der Wasserflasche genommen habe, fuhr ich schließlich den Berg an. Langsam, aber stetig und mit viiiiielen Verschnaufpausen. Mir war warm, es war anstrengend, aber irgendwie war es um mich herum so schön, dass ich es sogar ein wenig genoß hier auf meinem Fahrrad unterwegs zu sein. Wie ich bereits auf Facebook kund tat, war an diesem Tag meiner Reise ein ganz besonderes Lied eines noch besonderen Kabarettisten mein ständiger Begleiter.

Und so sang ich, mal lauter, mal leiser, mal summend, aber ich sang, während ich Meter für Meter nach oben schlich. Es tat so gut und es war so befreiend das kleine bisschen Restatem für ein langgezogenes “Thüüüüüüüüüüüüüringen” aufzubrauchen! Meine Laune stieg.

Schließlich deutete sich ein Ende dieses langen Weges nach oben an. Ich war immer noch mitten im Wald, doch der Ausblick war nun ein anderer! Zwischen den Bäumen blitzte ab und zu das Wasser der Saale hindurch, die behäbig durch das Tal floß.

Ich war stolz, stolz, dass ich mich nicht unterkriegen ließ! Dass ich es einfach versucht und meinen inneren Schweinehund besiegt habe, der lieber Bahn gefahren wäre.

Durch Höllental nach Selbitz bei Hof

Es gab noch viele weitere Ansteige und großartige Abfahrten und dich merkte immer mehr, wie sehr dieser Tag an mir zerrte. Es mögen vielleicht weniger Kilometer werden, doch die Höhenmeter haben sich fast verdreifacht. Ich passierte irgendwann den Ort Blankenstein, ein Tor zum berühmten Rennsteig und schließlich die ehemalige innerdeutsche Grenze. Thüringen lag hinter mir und nur noch eine Fahrt durchs wunderschöne Höllental trennte mich von meinem Nachtlager, einer Pension in Selbitz. Oh, wie ich mich danach sehnte. Die letzten Meter auf dem Rad waren nicht mehr ganz so genussvoll. Nicht weil ich Schmerzen hatte oder das Fahrrad unangenehm wurde, ich war einfach ko, so ziemlich platt. Trainiert war ich nun einmal nicht und meine Energie war nach diesen vielen Höhenmetern einfach aufgebraucht. Aber: Ich hatte es geschafft!

Thüringen lag hinter mir und voraus folgte nun das nächste Bundesland: Bayern und meine Fahrt durch die Fränkische Schweiz. Flacher würde es auf jeden Fall erst einmal nicht werden…

Tageskilometer: ca. 137 km
Höhenmeter: ca. 1800 hm

Der Vorbericht zur Reise: Mit dem Rad quer durch Deutschland: B2Fh

Teil 1 des Tourberichts: #B2Fh: Unterwegs mit der kilometerfressenden Gravelmaschine

Mit Faltrad auf dem Rheinradweg: Hitze und Maisfelder

Am nächsten Morgen war kaum noch etwas von dem Unwetter des Vorabends zu erkennen. Nur ein paar Pfützen deuteten noch auf den vergangenen Regen hin und ich lenkte Ljómi im Slalom um diese herum. Ich freute mich darüber, wieder im Sattel zu sitzen, auch weil es die ersten Meter in Richtung Innenstadt von Worms nur bergab ging.

3.   Tag: Von Worms nach Hochstetten (bei Karlsruhe)

Strecke: ca. 100 km

Bevor ich zurück auf den Rheinradweg und an den Rhein rollte, erkundete ich neugierig die geschichtsreiche Stadt der Nibelungen mit ihrem Wahrzeichen, dem Dom St. Peter zu Worms, dem zweiten der drei berühmten rheinischen Kaiserdome auf meinem Weg. Im 12. Jahrhundert entstanden, ragt er noch heute mit seinen zahlreichen Rundbogen-Fenstern imposant in den Himmel. Auch sonst hat die Stadt ein paar reizvolle Altbauten zu bieten, die jedoch mit dem Fahrrad schnell abgefahren sind.

Der morgendliche Weg am Rhein entlang war wirklich schön und grün, vorbei an in Nebel gehüllte Felder und durch kleine Waldabschnitte. Doch spätestens, als ich mich Mannheim näherte wurde es anstrengend.

Die Straße führte mich in einem größeren Bogen vom Rhein weg, so musste ich zwar nicht durch die Stadt und das Industriegebiet fahren, dafür ging die Straße dennoch durch urbanen Raum. Einige Wohnsiedlungen lagen auf dem Weg. Wieder spürte ich die zunehmende Wärme, die mich doch sehr forderte (ich Nordkind, ich). Positiv war jedoch für mich, festzustellen, dass mein Brommie und ich uns gut eingespielt hatten. Ich fühlte mich wohl darauf, der Brooks Cambium fuhr sich großartig und am dritten Tag meiner Reise verzichtete ich auch mutig auf jegliche Radlerhosen und zusätzliche Polsterung. Kein Problem!

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Radelmädchen unterwegs – Termine in KW 30

Termine, Termine! In der 30. Kalenderwoche geht es rund! Während ich gerade versuche, gefühlt hundert Dinge gleichzeitig fertig zu machen, möchte ich euch nicht die Events der nächsten Woche vorenthalten. Denn die hat es in sich!

Los geht es für mich am Montagmorgen. Da lockt die Deutsche Bahn mich viel zu früh in ihre Sitze und bringt mich hoffentlich heil und schnell nach Hannover. Denn dort findet in der KW 30 das Bundes-Radsport-Treffen 2017 statt.

Bundes-Radsport-Treffen 2017

Was mache ich nun bei einer Radsport-Veranstaltung, wo ich doch offensichtlich fast gar nicht im sportlichen Fahrradbereich unterwegs bin?

“Das Bundes-Radsport-Treffen ist das jährliche Highlight der Breitensport- Szene im Bund-Deutscher-Radfahrer e.V. (…) An sieben Tagen stehen dann 21 verschiedene Radtouren zwischen 45 und 115 Kilometer auf dem Programm.”

(Quelle: www.brt2017.de/)

Ich fahre selbst gern längere Touren und aus dem Blickwinkel schien mir die Veranstaltung gar nicht mehr so fremd, denn auch die Zielgruppe und die Besucher sind bunt gemischt durch die Fahrradszene. Mein Fokus liegt jedoch an jenem Montag, 24.07.2017 auf zwei Terminen: Zum einen um 14:00 Uhr bei meinem kleinen Bühnensprachbeitrag zum Thema Radfahren in der Stadt mit voraussichtlich kurzer Lesung aus meinem Buch “How to survive als Radfahrer” und zum anderen um 14:30 Uhr beim Podcast zusammen mit Hans Dorsch von fahrrad.io.

Bühnenprogramm und eine Podcastaufnahme! Wieder etwas Neues für mich und dann noch gleichzeitig! Das wird ein Spaß!

Hier könnt ihr das komplette Programm des Bundes-Radsport-Treffen 2017 nachlesen. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ihr vorbei schaut, zuhört und kurz Hallo sagt!

Die BWC Finals 2017

Termin Nummer zwei in der KW 30 trägt mich etwas weiter und über die Landesgrenzen hinaus. London is calling again! Juhu! Meine liebste Stadt auf der britischen Insel steht am letzten Juliwochenende wieder ganz im Fokus des Fahrrads. Wie schon im letzten Jahr finden der Prudential Ride und zahlreiche weitere Fahrradveranstaltungen statt. Doch was noch viel wichtiger ist: Die Brompton World Championship Finals (BWC) locken am Samstag, 29.07.2017 wieder hunderte Brompton-Fans aus aller Welt an. Diese Jahr werde ich nicht nur anfeuern, sondern auch selbst mitfahren! Meine Aufregung steigt, zumal ich mein Brompton Ljómi erstmalig im Flugzeug transportieren werde!

Am Sonntag werden wir außerdem die Helden Joas und Harald zum London-Edingburgh-London Rennen verabschieden, eine Langstreckenfahrt, die nur alle vier Jahre stattfindet und es wirklich in sich hat!

Eine spannende Woche also mit vielen tollen Veranstaltungen, tollen Menschen und zahlreichen Erlebnissen. Ich freue mich sehr drauf und werde selbstverständlich auf blog.radelmaedchen.de und aktuell auf Instagram, Twitter und Facebook berichten! Kommt doch mit und schaut mal vorbei!

 

La Superbe: Mit dem Faltrad auf dem Mauerweg

“La Superbe” heißt die Ausfahrt mit Brompton-Falträdern, die den Berliner Mauerweg entlang führt. Als ich die Einladung bekam, diese Tour mitzufahren, war ich skeptisch, aber definitiv nicht abgeneigt. Es schien mir eine gute Idee für einen Sonntagsausflug zu sein! Oder könntet ihr euch an einem Sonntag um 7:00 Uhr morgens etwas besseres vorstellen, als mit dem Fahrrad bei Nieselregen durch die Stadt und über sandig-steinige Waldwege zu radeln?

Ich habe da schon so ein paar Ideen und meistens kommt ein Bett und Schlafen darin vor. Doch zum Glück war ich hoch motiviert, hatte sehr angenehme Gesellschaft und eben beschriebene Wegsituationen machten nur einen kleinen Teil der langen Tour aus. Doch von vorn:

Der Berliner Mauerweg

…ist ein den Westteil der Stadt umschließendes Band entlang des alten Grenzverlaufs und lädt heute auf ca. 165 km Länge zu ausgiebigen Touren zu Fuß oder auf dem Fahrrad ein. Dabei führt der Weg durch die geschichtsreiche Berliner Innenstadt und entlang der Stadtgrenze. Ihm folgend kommt man durch wunderschöne Waldgebiete und radelt vorbei an Feldern, Seen und spannenden Bauwerken. Genau diese Strecke wollte eine bunt gemischte Gruppe aus 13 Bromptonliebhabern am ersten Sommersonntag auf Falträdern erfahren. Seit dem Jahr 2015 findet diese Ausfahrt statt. Die meisten Teilnehmer der Tour kennen sich hauptsächlich über ein Forum und die Liebe zum kleinen Faltrad.

 

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Himmelfahrtstour 2017: Von Schwerin an die Ostsee

Himmelfahrtstour 2017: Von Schwerin an die Ostsee.

Sonne, Meer und ein Fahrrad, dass mich quasi überall hinbringen kann – wenn ich nicht gerade Knieprobleme bekomme und mein Hintern nicht so weh tun würde. Die Himmelfahrtstour, 1.Teil.

Der schöne Norden

Doch von Anfang an: Wie schon im letzten Jahr nutzten Philipp, Sascha, Jan und ich das verlängerte Wochenende, um uns auf die Räder zu schwingen. Wir beschlossen 2017 in Deutschland zu bleiben und aus zeitlichen Gründen, die geplante Danzig-Tour entlang der polnischen Ostseeküste noch etwas ruhen zu lassen. Doch Deutschland ist eben auch sehr schön und nach der letzten Tourbesprechung stand fest, wo es hingehen sollte. Wir wollten uns am Vatertagsmorgen in Mecklenburg-Vorpommern in der Landeshauptstadt Schwerin vor dem traumhaften Schloss treffen, um gemeinsam gen Norden aufzubrechen. Denn ein bisschen Meer ist nie verkehrt und die Ostseeküste verspricht auch gen Westen wunderschöne Radwege.

Praktisch war auch: Ich habe Verwandschaft in Schwerin, die ich viel zu selten sehe. So konnte ich die Gelegenheit nicht verstreichen lassen und reiste schon am Mittwochnachmittag mit dem Zug an. Sascha kam mit dem Rad und war bereits am Dienstagabend bei weniger traumhaften Unwetter in Berlin gestartet. Philipp bestritt den Weg nach Schwerin ebenfalls auf zwei Rädern. Für ihn sollte die kleine Radreise eine Rundtour werden, da unser Ziel, der Plöner See, auch sein Startpunkt war.

Let’s ride! . . . #schwerin #schlossschwerin #radtour #himmelfahrt #fahrrad #bicycle #unterwegs #radelmaedchen_unterwegs

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Die Anreise

Mit dem Regionalzug (ODEG, RE 2) ging es ab Berlin Ostbahnhof ohne Umsteigen nach Schwerin mit dem Quer-Durchs-Land-Ticket für 44 € + 6 € für jede weitere Person. Bemüht euch jedoch nicht, Fahrradtickets für REs online kaufen zu wollen! Es ist schlichtweg nicht möglich. Warum das so ist, habe ich noch nicht heraus gefunden. Am Ticketautomaten war es dann jedoch kein Problem: 5,50 € für eine Fahrradtageskarte im Nahverkehr. Das passt. Eine Reservierung ist ja sowieso nicht möglich im RE.

Allerdings hat uns genau das etwas Sorgen gemacht: Vor einem Feiertag mit dem Zug inklusive Fahrrad unterwegs zu sein, kann nämlich schnell tricky werden und zum Platzkampf führen. Doch wir hatten Glück und eine mega nette Zugbegleiterin mit sehr trockenem Humor an Bord, die sich nicht nur um das Unterbringen der Räder, sondern auch um die Klimaanlage, die Bordtoilette und nervige Fahrgäste gekümmert hat. Ein dickes Bienchen für diesen Einsatz, der mir immer wieder ein Grinsen ins Gesicht gezaubert hat.

Wasser, Wasser, Grün, MeckPom!

Bei sommerlichen Frühlingstemperaturen und Sonne satt, starteten wir unsere Tour am Donnerstagmorgen in Schwerin. Der Herrentag lockte bei diesem Traumwetter viele andere Menschen auf die Straße und so waren die Radwege nicht nur voll mit fröhlich trinkenden Vätern und nicht Vätern, sondern auch mit zahlreichen Radausflüglern. Doch die Stimmung war gut und wir fuhren selbst beladen mit Reisegepäck zügig einfach klingelnd an den meisten vorbei.

Habe ich schon erwähnt wie schön MeckPom ist? Den Großteil des Tages radelten wir in diesem wasserreichen Bundesland im Norden von Deutschland an Seen entlang, durch saftig grüne Wälder und entlang gelber Rapsfelder. Entspannung pur!

Die erste Pause machten wir bei Schloss Wiligrad am schier riesig wirkenden Schweriner See. Dort fand ein Fest statt, das bei Live-Musik und erfrischenden Getränken viele Besucher anlockte. Der wunderschön gestaltete Schlossgarten lud also nicht nur uns zum Verweilen ein.

Die Rache des kleinen Rahmens und Knieprobleme

Als wir weiter fuhren, bemerkte ich bei den vielen kleinen Hügeln, dass meine Sitzposition nicht ganz optimal war. Die Befürchtung hatte ich schon vor der Abreise. Nachdem im März mein Cambium samt gefederter Sattelstütze gestohlen worden war, habe ich nun kurz vor der Abreise endlich wieder die gleiche Konfiguration am Rad, die bereits reiseerprobt war. Doch irgendwas stimmte nicht. Es fühlte sich alles nicht mehr ganz so komfortabel an. Ich hatte das Gefühl zu weit hinten zu sitzen, um noch genügend Kraft in die Pedale geben zu können, wenn es zum Beispiel berghoch ging. Doch der Sattel hat bereits seine finale Position erreicht und lässt sich nicht weiter vorrücken.

Also passte ich die Sattelhöhe etwas an.  Ein Senken des Sattels brachte Erleichterung. Doch wirklich gut war das alles immer noch nicht. Ich habe nur leider keine Ahnung, was denn jetzt anders als vorher ist. Habe ich mich so an die Sitzhaltung vom Brompton gewöhnt, dass alles andere seltsam erscheint? Die nächsten Tage sollten zeigen, dass ich defintiv etwas ändern musste. Am Abend spürte ich den vergangenen Tag deutlich in den Knien. Der Rahmen meines Cube ist leider etwas zu klein und obwohl ich vor dem Diebstahl eine bequeme und passende Einstellung gefunden habe, kommt es mir jetzt wieder so vor, als könnte ich keine langen Touren mehr mit dem Rad fahren :-(. Doch vorerst muss ich mit Jameson zurecht kommen und versuchen, wieder eine bequeme Einstellung zu finden.

Wismar at the sea

Die Mittagspause legten wir im beschaulich schönen Wismar an der Ostsee ein. Endlich Meeresluft! Wie sehr ich das liebe! Nach salzigen Pommes und wahlweise Fisch und Kartoffelsalat folgte das im Urlaub obligatorische, tägliche Eis. Das rege Treiben am Hafen und die lange Schlange im italienischen Eiscafé konnten mich nicht abschrecken und kurz darauf hielt ich eine prall gefüllte Waffel mit drei riesigen Kugeln Eis in der Hand. Glücklich! Und satt!

Farbenprächtige alte Häuser in der Hansestadt Wismar.Die Sonne gab ihr Bestes und nach dem Hervorholen der Sonnebrille konnte es auf dem Ostseeküstenradweg weitergehen. Was für eine tolle Strecke! Abwechslungsreich führte Sie durch kleine Küstenorte, entlang von Feldern immer wieder kleine Hügel hinauf und hinunter, durch waldige Passagen und oft mit Blick aufs rauschende Meer. Mit der leichten Brise im Haar und dem Brummen der Reifen auf dem oft asphaltierten Weg, konnte ich kaum glücklicher sein.

Der Tag fand den perfekten Abschluss am Meer. Ich wagte sogar mein erstes Bad in der kalten Ostsee, nachdem ich es mit viel quieken und stöhnen aufgrund der Kälte geschafft hatte, endlich unterzutauchen. Doch die Abendsonne war traumhaft warm und nach einem Tag im Sattel fühlte sich die Erfrischung einfach großartig an. Mit Blick auf den Sonnenuntergang nahmen wir noch ein dezentes Abendbrot ein und errichteten ein kleines Lagerfeuer im Sand. Wir waren nicht die einzigen, die diesen wunderschönen Strandplatz bei der Steilküste gefunden hatten. Insgesamt vier weitere kleine Feuerstellen erleuchteten in der Abenddämmerung.

 

Hier die Zusammenfassung vom 1. Tag der Tour.

Auf milchmithonig.de könnt ihr nachlesen, wie Saschas Anreise nach Schwerin verlaufen ist. Ich glaube, es gab ein bisschen Wind…