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Eurobike 2019 Highlights: Bikepacking, Gravelbikes & Faltrad

Die Eurobike gilt als größte, europäische Fahrradleitmesse und lockte mich auch 2019 wieder an den wunderschönen Bodensee nach Friedrichshafen! Mein Fokus lag dieses Jahr ganz klar auf den Themen Bikepacking(-Taschen), Gravelbikes und natürlich auch ein kleines bisschen Faltrad.

HINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen ohne Auftrag. Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive.

Zur Eurobike 2018 war ich in meinem Bericht spezifisch auf einige Produkte eingegangen. Dieses Jahr möchte ich nicht viele Worte über die Eurobike 2019 verlieren, sondern Bilder für sich sprechen lassen. Ich hatte eine ereignisreiche Woche, habe viele, tolle Menschen (wieder-)getroffen und den die schöne Bodenseeregion endlich mal etwas genauer erkundet.

Los gehts mit…

Bikepacking: Taschen, Taschen, Taschen

Mein Highlight waren ganz klar die Bikepacking-Taschenserien von Roswheel. Travel, Road oder Off-Road – für die verschiedenen Rad(-reise)bedürfnisse gab es jeweils eine eigene Taschenkollektion, die sich in Form, Farbe, Material und in den Details voneinander unterschieden. Durchdachte Schnittführung und praktische Elemente, wie die integrierte Kabelführung der Rahmentasche oder die separat erhältliche Satteltaschenstütze runden die Taschenserien ab. Außerdem fielen mir die erweiterte Taschenlinie von Topeak und die u.a. sonnegelb gehaltenen Bikepackingtaschen mit BOA-Verschlusssystem von evoc auf. Mehr zu diesen Taschen könnt ihr auch im lifecyclemag nachlesen. Aber seht selbst:

Gravelbikes: Heiße Off-Road-Feger aus aller Welt

Off-road taugliche Breitreifenräder gab es auf der Eurobike 2019 in jeder Halle zu sehen. Die erweiterte “Beyond Road”-Linie von Marin wurde mit unterschiedlichen Modellen in erdigen Natürtönen (Nicasio) oder gar zweifarbig (Headlands) vorgestellt. Auch einige Modelle für 650B Reifen sind im Sortiment. Salsa und Simplon setzten auf metallisch schimmerende Schönheiten. Neben einigen Stahlrahmenvertretern, Rädern aus Aluminium, Titan und Carbon tauchte dabei auch Magnesium als Rahmenmaterial auf. So gesehen habe ich diese bei Vaast, einer Partnerfirma von Niner Bikes, die auf der Eurobike 2019 erstmals eine neue Fahrradlinie aus Magnesium vorstellten. Die Rohre sind innen mit Keramik beschichtet.

Falträder auf der Eurobike 2019

Brompton hat auf der Eurobike 2019 eine neue Sonderedition vorgestellt: Brompton Explore! Neben einer individuellen Farbgebung (orange-grün) und dem Brooks Cambium in olivgrün, unterscheidet sich das spezielle Brompton Faltrad auch mit den Schwalbe Racer Tan-Wall Reifen von den Standart-Bromptons. Zusammen mit dem Rad kommt eine eigens konzipierte Taschenlinie und ein Multitool. Mir gefällt es schon ziemlich gut, auch wenn ich etwas schade finde, dass das “Take the long road”-Thema nicht in den Details noch konsquenter durchgezogener wurde. Das Explore stellt eine Art Adventure-Edition da. Doch wäre diese Idee konsquenter verfolgt worden, hätten die Reifen zum Beispiel profilierter und die Griffe ergonomischer sein können. Dennoch ist es ein gelungenes Brompton, dass den Wunsch nach einem Zweit-Brompton wieder deutlich größer werden lässt ;-). Im kommenden Jahr wird es auch für alle anderen Brompton eine neue Taschenkollektion geben, außerdem eine neue Sonderfarbe und das Brompton Electric in Metallic Blau.

Cargobikes auf der Eurobike 2019

Neben dem Thema E-Bike/ Pedelec und Gravelbike sind auch Lastenräder ein Hauptschwerpunkt der Eurobike 2019. Mein Kompakt-Lastenrad Favorit Muli Cycles hat dieses Jahr zum Beispiel einen Eurobike Award für das neue Cargo mit Shimano Steps Antrieb erhalten. Ansonsten gab es eine bunte Mischung zu entdecken, die ihr euch in den folgenden Slides anschauen könnt.

Fahrräder, Kleidung und Accessoires

Wie immer habe ich natürlich einen Augenmerk auf Kleidung und Accessoires gelegt, die das Radfahren noch schöner machen oder praktisch ergänzen. In diesem Jahr waren leider noch weniger Bekleidungsmarken auf der Eurobike 2019 vertreten, als schon im Vorjahr. Das liegt wohl daran, dass die Messe für die Modebranche deutlich zu spät im Jahr stattfindet. Spannend fand ich die Regenbekleidung von Basil, die im urbanen Alltag nicht nur praktisch ist, sondern auch gut aussieht. Auch Poc Sports und Pearl Izumi haben alltagstaugliche Fahrradbekleidung im Programm, die sich sehen lassen kann. Pear Izumi plant in den kommenden Jahren noch nachhaltiger zu produzieren und benutzt schon jetzt recycelte Materialien.

Und am Ende noch ein paar weitere Impressionen… 😉

Titelbild: Eurobike Show, Urban Media Days 2019; Anja Köhler

Radreise Unstrutradweg: In 3 Tagen von der Quelle bis zur Mündung

TRANSPARENZHINWEIS: Enthält Werbung/Markennennungen.
Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich. Dies ist ein bezahlter Beitrag
aufgrund einer Kooperation. Die Kosten der Reise wurden übernommen.

Kooperation mit dem Unstrutradweg e.V.! Vielen Dank für die Einladung in diese wunderschöne Region!

Einmal mitten ins grüne Herz Deutschlands verschlug es mich im Sommer 2019 (“Seit wann sind Herzen grün?”). Dort lernte ich die Region rund um den Unstrutradweg mit dem Fahrrad kennen und war mehr als einmal überrascht, über die Vielfältigkeit der Region. Die ruhige Unstrut, die auf knapp 190 km durch zwei deutsche Bundesländer führt, wirkt zunächst unauffällig. Von der unscheinbaren Quelle in Kefferhausen, Eichsfeld (Thüringen) schlängelt sich der Fluss immer breiter werdend zwischen sanften Hügeln, weiten Feldern und an mittelalterlichen Städten vorbei bis zur Mündung in die Saale in Naumburg (Sachsen-Anhalt). Auf diesem Weg erlebte ich ein breites Spektrum an landschaftlicher Vielfalt und mehr als einen Einblick in die lebhafte deutsche Geschichte – von der Bronzezeit übers Mittelalter bis hin in die Neuzeit.

Gliederung

  1. Einleitung und Übersicht
  2. Anreise
  3. Der Unstrutradweg: Etappen
    1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)
      • Highlights: Mühlhausen & Bad Langensalza
    2. Tag: Von Herbsleben bis nach Artern (ca. 75 km)
      • Highlights: Sömmerda, Goethe Schokoladenmanufaktur Oldisleben & Wasserburg Heldrungen
    3. Tag: Von Artern bis nach Naumburg (ca. 70 km)
      • Highlights: (Arche) Nebra, Freyburg & Naumburg
  4. Streckendetails/ gpx-Tracks zum Download

1. Einleitung und Übersicht

Ich hatte drei Tage Zeit für meine Reise auf dem Unstrutradweg. Zur Planung der Etappen nutzte ich nicht nur die offizielle Seite des Unstrutradwegs, sowie den offiziellen Instagram-Account, sondern auch die üblichen Verdächtigen, wie Outdooractive und Komoot. Es lagen knapp 65-70 km Weg pro Etappe vor mir. Aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, empfiehlt es sich tatsächlich auch nicht sehr viel mehr Strecke einzuplanen. Weniger geht natürlich immer. Ihr findet im folgenen meine Reisestationen und Erlebnisse im Detail. Am Ende folgen die Streckenabschnitte, die ich pro Tag zurückgelegt habe, als gpx. Inklusive aller Schlenker und Abstecher (keine Gewähr :-D).

2. Anreise

Knapp 3 h dauerte meine Anreise mit dem Zug von Berlin Hbf. nach Silberhausen in Thüringen, dem nächstgelegenen Bahnhof zur Unstrutquelle bei Dingelstädt. Alles lief wie am Schnürchen: Mein ICE Ticket mit Fahrradstellplatz reichte bis Erfurt. Danach stieg ich in den Regionalzug bis Silberhausen und schon war ich da und die Radreise konnte beginnen. Die Quelle der Unstrut und somit der Anfang des Unstrutradwegs liegt etwa 6 km vom Bahnhof entfernt. Der Weg dahin kreuzt bereits die offizielle Fahrradroute.

3. Der Unstrutradweg: Etappen

1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)

An der Unstrutquelle angekommen, die mit einem kleinen Steinbau umgeben ist, begutachtete ich erst einmal die ausführliche Streckenkarte. Alle meine Stationen fanden sich dort fein säuberlich aufgeführt und es versprach eine spannende Reise zu werden. Ich hielt mich nicht allzu lange auf, denn das Wetter spielte mit, es war bereits kurz nach 10 Uhr und es lagen noch knapp 70 km Weg vor mir. Außerdem hatte ich einfach Lust radzufahren! Natürlich wollte ich nicht den gleichen Weg wieder zurückfahren und so entschied ich mich einem Tipp zu folgen, den ich auf Facebook bekommen hatte.

Tipp am Wegesrand:
Radreise Unstrutradweg: In 3 Tagen von der Quelle bis zur Mündung weiterlesen

Mit dem Gravelbike Von Prag nach Berlin… oder fast

05:15 Uhr, Sonntagmorgen, nicht unbedingt meine Lieblingszeit zum Aufstehen. Schon gar nicht in der Nacht der Zeitumstellung und nachdem ich den Abend zuvor noch bis Mitternacht gepackt habe, weil ich es vorher zeitlich nicht geschafft habe. Nun denn, selbst gewähltes “Leid”. Nach vier Stunden Schlaf klingelte der Wecker und ich war wacher als zuvor vermutet. Die übliche Reisefreude trieb mich an. Also ab unter die Dusche rein in die bereit gelegten Fahrradklamotten, Brötchen geschmiert und Rad geschnappt – auf ging es zum Berliner Hauptbahnhof für das erste kleine Abenteuer des Jahres: Bikepacking Prag Berlin.

Hinweis: Der Beitrag enthält Werbung ohne Auftrag aufgrund von Markennennungen.


Von Prag nach Berlin mit dem Gravelbike… oder fast

Nach einigen Kämpfen mit meinem inneren Schweinehund, der die Tage besonders stark war, buchte ich schließlich vier Tage vor der Reise ein Bahnticket mit Fahrradkarte für den EC nach Prag. “Die Reise” sollte eine Bikepacking-Tour von Prag durch die Böhmische Schweiz und den Spreewald nach Berlin werden, die mein Radfahr- und Boulderfreund Flo geplant hatte. Gut klang das, und war eine Tour die ich schon länger reizvoll fand. Mit dabei Veloheld Libelle im neuen Set-Up mit gewechseltem, kürzeren Lenker und neuer, nach hinten versetzter Sattelstütze. Bevor der Hanse-Gravel im April lockte, wollte ich damit unbedingt noch eine ausgedehntere Tour bestritten haben. Und das war eine sehr gut Idee!

Tag 1: Raus aus der Stadt und rein in die Tschechische Schönheit

Allein die Zugfahrt durch Brandenburg und Sachsen entlang der Elbe und durch die Sächsiche Schweiz war wunderschön. Ich klebte am Zugfenster, um keinen Ausblick zu verpassen: Auf die Elbe, auf das enger werdende Flusstal, vorbei an der berühmten Bastei in Rathen und hinüber über die tschechische Grenze.
In Prag verließ ich bereits eine Station vor dem Hauptbahnhof den Zug – keine Lust auf Sightseeing und Touristentrubel. Ich wollte rauf aufs Rad. Flo fuhr noch weiter, holte mich aber sehr schnell außerhalb der Stadt wieder ein. Die ersten 20 km unserer Bikepacking Prag Berlin Tour waren nicht weiter erwähnenswert. Zu viel Straße, zu viel Verkehr. Doch dann, als der Weg schließlich abzweigte und auf schmalere Landstraßen und Feldwege führte, wurde es schnell sehr schön und ruhig.

Danke Florian Ebert fürs 2. Bild!

Das Wetter war uns positiv gesonnen und bei 17°C fuhr ich schließlich kurzärmlig in der Sonne. Noch Tage später hatte ich allerdings mit den Folgen der Sonnenbestrahlung zu tun. Besonders meine Gesichtshaut reagierte sehr sensibel auf die plötzliche Überdosis Licht und bezeugte einmal mehr, dass es zu wenig Sonnenschutz war, den ich genutzt hatte – trotz Sonnencreme, Fahrradkappe und Sonnenbrille. Also immer schön ordentlich einschmieren, ne!

An den Ufern der Moldau

Doch während der Fahrt genoss ich die Wärme sehr. Sie erzeugte die richtige Urlaubsstimmung – genau wie die sich ständig verändernde grüne Landschaft Tschechiens. Die Überquerung eines Nebenarms der Moldau verlief dann etwas abenteuerlicher. An diesem Kanal führte ein wirklich schöner Radweg entlang. Doch um diesen zu erreichen, mussten wir zunächst eine von beiten Rohren gesäumte Fussgängerbrücke mit unseren Rädern überqueren und zwar über eine verwinkelte Metalltreppe. Kein Ding – unsere Räder waren dankbarerweise überschaubar beladen. Einmal den Sattel auf die rechte Schulter abgeladen, die rechte Hand ans Unterrohr gefasst und los ging die Kletterei. Der klassische Reiseradler vor uns brauchte da schon Unterstützung beim Tragen. Ich mag Bikepacking!

Danke Florian Ebert für Bild 1 und 3!

Sanfte Hügel hier, angenehm zu fahrende Straßen und kleine Orte da und irgendwann kam schließlich die Moldau ins Blickfeld. Der breite, träge dahin fließende Fluss wird gesäumt von kleinen Orten und Städten. Auch hier verläuft am Ufer ein Rad- und Fußweg, der mal durch ein kleines Waldstück, mal direkt am Fluss entlang führt. Schön! Nur der Gegenwind war nicht so schön. Ich bemühte mich dran zu bleiben und vor allem nicht die Lust zu verlieren. Aber irgendwie gab es immer etwas zu sehen, waren die Aussichten so reizvoll, dass der Wind meine Laune nicht stark negativ beeinflussen konnte. Das Ziepen im rechten Knie ignorierte ich erst einmal gefliessentlich.

Irgendwo im Nirgendwo

Irgendwann wurden die Hügel kurviger, die Anstiege länger und die Aussichten eingeschränkter. Der Hauptteil der Tour führte über Asphalt auf Nebenstraßen und Radwegen parallel zur Straße (zumindest später in Deutschland). Dort war der Verkehr am Sonntag annehmbar und zwischen den kleinen tschechischen Dörfern auch am Montag fast gar nicht vorhanden. Es hinterließ bei mir manchmal ein seltsames Gefühl, wenn wir durch einen Ort fuhren, der aus relativ wenigen Häusergruppen bestand, wobei ein Fünftel davon baufällig oder ganz eingefallen war. Es hatte etwas sehr Einsames, Melancholisches an sich. Dort gab es einfach nichts – nicht mal einen kleinen Supermarkt und nur ab und zu mal eine Kneipe.

Ab und zu verließ der Track die Straße und führte auf einen Weg zwischen hügeligen Feldern und Wäldern hindurch, den man nicht mehr als Kiesweg bezeichnen konnte – eher Feldsteinweg mit etwas Sand und Kies dazwischen. Bergauf und bergab ein Erlebnis. Ich musste mir mächtig Mühe geben, meinen Körper auf dem Rad nicht zu sehr zu verkrampfen und übte mich beim Kurvenfahren auf unruhigem Gelände. Anspannung. Locker lassen. Langsam, aber nicht zu sehr, denn das begünstigte das Rutschen der Reifen. *seufz*

Von Fahrtechnik und Bergkunst

Flo rief mir Tipps zu, die ich willentlich versuchte direkt umzusetzen. Radfahren ist manchmal eben doch mehr, als nur draufsetzen und losfahren. Eine gewisse Fahrtechnikkenntnis im Gelände wirkt wahre Wunder. Erinnerungen an meine ersten Mountainbike-Stunden in Göttingen kamen ins Gedächtnis zurück und erleichterten schließlich die Abfahrten. Das rechte Knie muckte auf, sobald es wieder bergauf ging. Und wir sammelten fleißig Höhenmeter! Flo wartete alle paar Kilometer voraus auf mich. Der hat einfach einen anderen Tritt drauf und manchmal konnte ich da nur bewundernd hinterhersausen. Aber ich fühlte keinen Druck dran bleiben zu müssen, fuhr so wie ich mich fühlte.

Einmal mehr realisierte ich, wie sehr ich gute Gesellschaft beim Radfahren genoß, aber eben genauso gut mit weniger statt mehr klar kam. Und wie sehr ich eine abwechslungsreiche Umgebung schätzte – ewig Landstraße fahren ist mir einfach zu langweilig. Berge sind allerdings auch nicht so meine Königsdisziplin, wenn ich sie mir auch weniger Probleme bereiten als früher. Aber schnell kann ich eben nicht. Muss ich auch nicht. Einfach nur weiter treten und zwischendurch auch das Atmen nicht vergessen. Obwohl Schnaufen es oft eher traf…

Als die Sonne immer tiefer am Horizont stand, planten wir die Suche nach einem Schlafplatz. Mein untrainierter, langsam erschöpfter und vor allem hungriger Körper trieb Libelle wieder etwas motivierter an.

Die Luft ist raus

Hunger machte sich breit. Ich hatte vorher in einer größeren Stadt einen Supermarkt markiert, den wir nun ansteuerten. Der Weg sollte vorher ein Stück parallel eines Bahndammes führen und zwischen Feldern und Bäumen hindurch auf einem wunderschönen Radweg. Doch da war noch der alte Bahnübergang, der die Räder ordentlich poltern ließ beim Drüberfahren – und Flo den einzigen Platten der Reise bescherte. Schon ein paar Meter dahinter war die Luft raus. Schlechtes Timing bei zunehmender Hungrigkeit (von uns beiden). Auch die Temperaturen sanken langsam. Damit die Stimmung es nicht auch tat, musste es schnell weitergehen. Aber Flo tauschte geübt den Schlauch aus und nach ein paar Minuten saßen wir schon wieder auf dem Rad.

Danke Florian Ebert für Bild 2

Rauf! Und runter! Wieder rauf! Und rauf!

Wir schafften es zum Supermarkt und mich schafften die steiler werdenden Berge. Mit hungrigem Magen ließen meine Kraftreserven schnell nach. Da half auch kein Riegel oder die zuvor inhalierte Apfelschorle lang. Wir kamen weiter als ursprünglich angenommen, denn es reihte sich nun ein kleiner Ort an den anderen und es war gar nicht so einfach ein ruhiges Plätzchen zum Biwakieren zu finden. Die Dämmerung senkte sich, die Steigung nahm zu, die Anstiege wurden länger. Mein rechtes Knie schmerzte stärker und auch mein Rücken quälte mich zunehmend. Hunger, Durst, Pipi, kalt!

Doch wann immer ich den Blick von der Straße nehmen konnte und mich umsah, war ich verzaubert: Von den Felsformationen, die hier ihre tyischen Sandstein-Fantasieformen zeigten, von den dichten Wäldern und kleinen Holzhäuschen, von der Ruhe. Also biss ich die Zähne zusammen und folgte Flo, der in regelmäßigen Abständen oben am Berg auf mich wartete. Und wir schafften schlussendlich den höchsten Anstieg der Tour und fanden kurz darauf einen versteckten Platz im Wald unweit der Straße und oberhalb eines kleinen Dorfes. Und dann war es dunkel. Dunkel, dunkel. Ein Hund bellte im Dorf, sonst war alles still.

Lagerromantik in kalt und dunkel

Während Flo das Tarp abspannte und versuchte ein kleines Feuerchen zum Brennen zu bringen, scheiterte ich grandios dabei in der Dunkelheit Holz zu sammeln. Das Fahrradstecklicht (B&M Ixon Space), das ich zusätzlich dabei hatte, war zwar hell, aber einhändig machte es sich dennoch bescheiden. Die vergessene Stirnlampe hatte es bestimmt kuschelig zu Hause. Hätte ich mal meine Packliste richtig abgearbeitet^^. Mir war etwas kalt und die Temperaturen sanken nachts auf um die 0°C. Also schnell Wasser aufgekocht, Tütennudeln rein geschaufelt und hinein in den Schlafsack!

Tagesfazit Bikepacking Prag Berlin, 1. Tag:

  • knapp 7h auf dem Rad
  • ca. 110km
  • ca. 1300 hm

Tag 2: Von böhmischen Höhen und sächsischen Ausblicken

Die Nacht war sehr ruhig und auch ziemlich frisch gewesen. Doch glücklicherweise hatte ich mir einen guten Schlafsack geborgt (Danke Wiebke <3) und habe kaum gefroren. Nur das Aufstehen am Morgen fiel mir etwas schwer. Im Nachhinein realisierte ich auch, dass ich mir kaum Gedanken über das Draußen sein im dunklen Wald gemacht habe. Vielleicht war ich einfach zu müde gewesen oder eben die Gesellschaft hat mich genug beruhigt, aber ich hatte keine Angst da draußen gehabt. Nächste Challenge: Allein eine Nacht im Wald verbringen. Mal sehen, wie es mir da gehen wird^^.

Höhenmeter zum Frühstück

Wir sammelten unsere Sachen zusammen, aßen Brötchenreste vom Vortrag beim Packen und saßen schließlich bald wieder auf dem Rad. Der Wunsch nach Bewegung und die dadurch entstehende Wärme war an diesem kühlen, wunderschönen Frühlingsmorgen groß. Wie praktisch, denn zunächst warteten die restlichen Höhenmeter der Böhmischen Schweiz auf uns.

Der Schlafplatz war schon höher gelegen gewesen und so ging es auf den nächsten Kilometern oft wieder hinunter, doch auch etliche Male wieder hoch. Ich fühlte mich den Anstiegen jedoch so früh am Tag deutlich besser gewachsen, als am Abend des Vortages. Langsam schwanden die Augenringe und Tränensäcke und mir ging es einfach sehr gut in dieser wunderschönen Umgebung. Noch ein Anstieg? Ach, was solls. Hoch da. Irgendwann geht es auch wieder runter!

Danke Florian Ebert für das 3. Bild!

Die Straße führte durch den Wald in Serpentinen und war mehr oder weniger einsam gelegen. Es gab quasi keinen motorisierten Verkehr. Erst als kleine Dörfer entlang der Route lagen, wurde es wieder etwas geschäftiger. Zum ausführlicheren Frühstück wollten wir uns etwas auf dem Weg suchen. Doch der Tankstellenstopp war eher zum Frischmachen und wir beschlossen bis nach Deutschland und ins sächische Bautzen zu fahren, um dort etwas gemütlicher zu pausieren.

Über sanfte Hügel rüber nach Sachsen

Schließlich kamen wir wieder auf befahrenere Straßen, radelten durch das hübsche Altstadtzentrum vom alten Bekannten Sluknov und überquerten schließlich bald danach die Grenze nach Deutschland. Hier war deutlich mehr los auf den Straßen, doch glücklicherweise gab es fast durchgängig eine Radroute parallel zur Hauptstraße, die sich sehr gut fahren ließ. Wir hatten sogar öfter Rückenwind, was das Ganze deutlich beschleunigte. Das war auch gut so, denn ich wollte endlich in Bautzen ankommen und entweder, Kuchen, Eis, Bier, Pommes oder alles zusammen in mich rein stopfen! Meine Begleitung bekam es etwas mit der Angst zu tun, als ich meine Essenswünsche äußerte und befürchtete wohl, wir würden nicht so schnell etwas finden.

Doch kaum in Bautzen angekommen und Richtung Innenstadt abgebogen, fanden wir ein kleines Goldstück an Café in einer ruhigen Nebenstraße. Dort konnten wir sogar draußen in der Sonne bei den Rädern sitzen. Ich bekam nicht nur ein sehr leckeres Panini, sondern auch hausgemachtes Eis, Kaffee und Limo. Glücklich!

Von Bautzen in den Spreewald

Ich hatte ja keine Ahnung, wie imposant die Altstadt von Bautzen ist! Für mich war es vor allem die Senfstadt…hmmmm leckerer Bautzener Senf. Aber ich Kulturbanause habe nun wieder dazu gelernt und werde sicher noch einmal für eine ausführlichere Stadterkundung zurückkehren. Als wir Bautzen um die Mittagszeit verließen, lagen knapp 50 km hinter und noch einiges and Strecke vor uns. Bereits am Tag zuvor hatte ich entschieden, nicht die komplette Strecke Prag Berlin mit dem Rad zurückzulegen. Am letzten geplanten Tourtag hatte ich abends eine kleine Veranstaltung und einen Minivortrag und wollte dort einfach nicht völlig platt ankommen. Es war zwar schade, aber gleichzeitig fühlte es sich deutlich entspannter so an. Und ich wollte mich nicht stressen auf dem Rad! Genießen und Fahrrad-Setup testen standen im Vordergrund. Meine Knie und mein Rücken fanden nämlich leider auch, dass ich da noch etwas mehr Feintuning machen konnte.

Auf asphaltierten Radwegen näherten wir uns dem berühmten Spreewald. Die Vogelvielfalt wuchs und ich konnte immer wieder Gänse, Reiher und kleinere und größere Raubvögel nahe der Gewässer beobachten. Der blaue Himmel und die Sonne trösteten ein wenig über die doch frischen 8 bis 10°C hinweg. Genauso wie der Wind, der sich ab und zu drehte und somit einen Wechsel zwischen Rückantrieb und Bremse von vorn bot. Wir kamen gut voran.

Nach einem kleinen Ersatzschlauch-Stopp in Hoyerswerda, sowie der weiteren Nahrungsaufnahme beim Bäcker dort, rollten wir weiter bis zum Seengebiet nahe Senftenberg. Es war gerade mal ca. 16:30 Uhr und ich wollte einfach noch nicht runter vom Rad und dort schon nach knapp 115 km in den Zug wechseln. Die andere Option war, weitere 40 km zu radeln und im Spreewald in Vetschau, bei Cottbus den Regionalzug zu nehmen. Ich konnte Flo überzeugen und so peilten wir den Zug um kurz nach 19 Uhr an, der uns gemütlich direkt bis nach Berlin rein bringen sollte.

Endspurt

Es lohnte sich. Die Wege waren oft abseits der Straße, führten durch abwechslungsreiche Natur mal vorbei an großen Seen, mal zwischen Feldern und durch Wälder hindurch. Doch schließlich meckerte mein Körper immer häufiger. Ich hatte es geschafft, im Laufe des Tages die Kniebelastung zu variieren und so den Schmerz immer wieder verschwinden zu lassen. Doch mein unterer Rücken zog vermehrt und ich musste öfter kurz runter vom Rad, ein paar Bewegungen machen und mich strecken, damit dieser Schmerz verschwand. Das bedeutete für mich im Nachgang: Sattelposition optimieren und nochmal ein paar Kilometer Testfahrten machen, damit für den Hanse Gravel Ende April alles funktionierte.

Schließlich erreichten wir Vetschau um kurz vor Sieben und fuhren mit dem Regionalzug zurück nach Berlin. Ich war geschafft, aber sehr froh, diese kleine Reise gemacht zu haben. 1,5 Tage Bikepacking Prag Berlin durch traumhafte Landschaften bei tollem Wetter konnten sich auch einfach nicht falsch anfühlen! Danke Flo fürs Mitnehmen, auf mich Warten und Feuer machen ;-)!

Und falls ihr live dabei sein wollt, wenn ich das nächste mal auf Reise gehe, dann schaut gern auf meinen Radelmädchen-Instagram-Kanal! Dort seht ihr in meinen Stories und im Feed, wo ich mich gerade so herumtreibe und was sonst noch so auf dem Fahrrad los ist.

#radelmaedchen_unterwegs

Tagesfazit Bikepacking Prag Berlin, 2. Tag:

  • knapp 7,5 h auf dem Rad
  • ca. 145 km
  • ca. 800 hm

Gesamt: Ca. 255 km, 2000 hm, 14 h auf dem Rad

Hier findet ihr die Strecken auf Komoot

Ein Wochenende in Warschau – Zwischen Glas & Backstein

Reges Treiben herrschte am Hauptbahnhof in Warschau, der unterirdisch im Zentrum der Stadt liegt. Wenn man den Haupteingang verpasst, steht man plötzlich mitten drin im Trubel eines der vielen Einkaufszentren der Hauptstadt Polens. Finden die Reisenden schließlich den Weg hinaus, erstaunen zum einen die Hochhäuser des modernen Geschäftsviertels mit ihren verglasten 30-stöckigen Stahlbauten, zum anderen thront der berühmte und bei den Warschauern zugleich verhasste Kulturpalast wie eine mehrstöckige Torte aus Stein mit allerlei Zierrat imposant über allem auf. Die erste Begegnung ist ziemlich beeindruckend und ein Sinnbild für diese diverse Stadt, die sich in vielen Facetten zeigt.

Hinweis: Enthält persönliche Empfehlungen für Lokale und Orte. Kann man also als Werbung ansehen, ist aber ohne Auftrag.


Ein Wochenende in Warschau zu verbringen war zugegebenermaßen nicht die erste Idee, die ich hatte, als das nahezu jährlich stattfindende Mutter-Tochter-Wochenende endlich einen greifbaren Termin gefunden hatte. Wien stand ganz oben auf der Liste oder doch Venedig? Vielleicht doch irgendwo in Deutschland bleiben? Aber mir war nach etwas ganz Neuem. Mein Blick scannte die digitale Karte und blieb im Osten Europas immer wieder hängen. Was ist eigentlich mit Polen? Von Berlin aus gab es einige gute Zugverbindungen in die Städte des polnischen Nachbarn. Auch in einigen Reiseblogs fand die Hauptstadt Warschau Anklang und das Prädikat sehenswert. Mutti war angetan und die Preise für Zugtickets, sowie die Hotelkosten überschaubar. Zack! Gebucht.

Anreise

Freitagfrüh rein in den Zug, Montagmorgen wieder zurück: In 6,5 Stunden bringt einen der polnische EC mit Platzreservierung von Berlin Hauptbahnhof nach Warsawa Centralna, dem Warschauer Hauptbahnhof. Wer früh startet, ist bereits um 13 Uhr dort und hat noch den halben Tag vor sich. Perfekt für uns! Mit dem Flieger geht das wohl schneller, aber auch weniger umweltfreundlich und entspannt. Wenn die vielen Felder, sumpfigen Wiesen und großen Flüsse, sowie zahlreiche Vögel und andere Wildtiere am Zugfenster vorbeiziehen, vergeht die Zeit außerdem unterhaltsam und schnell. Gratis Wasser und Kaffee gibt es im polnischen Zug übrigens auch. 35 € pro Person und Strecke konnten sich ebenfalls sehen lassen. Wer sein Fahrrad mitnehmen möchte, kann dafür außerdem einen Stellplatz reservieren.

Unterkunft

Zahlreiche Hotels im Zentrum bieten in verschiedenen Kategorien preiswerte Unterkünfte mit tollen Aussichten – in Mirów zum Beispiel geht es in die Höhe hinaus. Einige Hotels haben Zimmer bis in die 29. Etage: Unten Bürohaus, oben Hotel mit einem großartigen Blick über die Stadt. Von Ferienwohnungen bis Mehrsterne-Hotels ist die Auswahl groß.

Praktisch: Wir konnten überall mit Karte zahlen, sodass allein die Umrechungsaufgabe von Zloty in Euro eine kleine Herausforderung war (und dafür gibt es ja Mobile Apps ;-)). Ansonsten haben wir quasi nie Bargeld gebraucht.

Fortbewegung in Warschau

Während eines Stadturlaubs legt man ja bekanntlich so viele Kilometer zu Fuß zurück, wie wohl in der eigenen Stadt sonst nie. (Es sei denn, man ist mit dem Fahrrad unterwegs…ok, ich habe mein Brommie hin und wieder schon vermisst.). Und wir liefen: Fast 18 km am ersten, 24 km am zweiten und 15 km am dritten Tag war unsere Statistik. Dabei wäre der nächste Bus oder die Tram meist gar nicht weit weg gewesen. Doch dann wäre uns ja vielleicht etwas entgangen!

Warschau ist eine moderne Großstadt, mit vielen großen Plätzen und breiten Straßen. Der motorisierte Individualverkehr läuft leider auf den zahlreichen Verkehrsachsen sehr stark. Dabei verfügt die Stadt über ein sehr gut ausgebautes System der öffentlichen Verkehrsmittel. Nicht nur unzählige Straßenbahnlinien, sondern auch Busse und sogar zwei U-Bahnlinien (Ost-West und Nord-Süd-Verbindung) ermöglichen ein flüssiges Vorankommen in der gesamten Stadt – auch ohne Auto. Günstig ist es für unsere Verhältnisse auch noch. An den Ticketautomaten in der Stadt bzw. in den Bahnen gibt es 20, 75 und 90 Minuten-Tickets schon ab rund einem Euro.

Mit dem Fahrrad durch Warschau

Ich war dieses Mal leider ohne Fahrrad unterwegs, doch konnte ich besonders im Zentrum viele breite, separate Radwege entdecken. Die Fußgängerübergänge sind, wie ich es auch schon in Posen gesehen habe, mit Zebrastreifen gekennzeichnet. Teilweise verlaufen die Wege etwas unstetig und im Zick-Zack, doch ich habe sie auf langen Strecken durchgängig wahrnehmen können. Auch hier gibt es die bei uns üblichen blau-weißen Schilder mit Fahrradsymbol.

Leihräder bekommt man nicht nur bei einigen Hotels auch große Anbieter haben feste Stationen, die jedoch im Winter nicht durchgängig besetzt sind. Auffällig sind die grünen Elektroroller, die sich scheinbar großer Beliebtheit erfreuen und überall im Stadtbild zu finden sind.

Futter!

Die polnische Küche hat so einige Leckereien zu bieten. Mein Favorit sind nach wie vor die unterschiedlich gefüllten Pierogi (mit und ohne Fleisch), kleine Teigtaschen, die sehr sättigen und meist nur in Butter geschwenkt genossen werden. Wie in jeder Großstadt, kann man auch in Warschau leckeres Essen aus der ganzen Welt finden und auch Vegetarier und Veganer kommen auf ihre Kosten. Neben dem Veganen Ramen Shop (Kazimierzowska 43) in Stary Mokotów, gibt es in Mirów auch einen Vegan Street Food Restaurant (Żelazna 58/62) mit dem Namen Mango. Beide sind definitiv zu empfehlen.

Und dann sind da noch die süßen Schlemmereien, wie die dickflüssige, heiße Schokolade mit verschiedenen zusätzlichen Zutaten und unterschiedlichem Schokogehalt oder die Kuchen und Torten mit Baiser und Sahne in den Konditoreien und Cafés.

Meine Warschau Top 7

1. Stare Miasto – die bunte Altstadt an der Weichsel

Kein Warschaubesuch ohne einen Abstecher in die wunderschön sanierte Altstadt mit dem berühmten Altstadtmarkt und den bunten Häusern.  Im Winter befindet sich mitten auf dem Marktplatz eine Schlittschuhlauffläche und man bekommt an jeder Ecke heißen Glühwein. Auch die alte Stadtmauer aus rotem Backstein und die vielen kleinen Türmchen und Kirchen lohnen einen näheren Blick. Besonders am Wochenende ist ordentlich etwas los auf der Straße vor dem Warschauer Königsschloß, das imposant direkt am Hang mit einem großen Garten zur Weichsel hin thront. An der Krakowskie Przdemiéscie liegt außerdem auch der Präsidenten Palast und weitere sehenswerte historische Gebäude. Wir waren bereits am Freitagnachmittag dort, was eine gute Entscheidung war, wenn man die Mengen an Menschen anschaut, die am Sonntagmittag dort umherwandeln.

2. Von Park zu Park – ein Spaziergang durch den
ŁazienkiPark

Warschau hat sehr viele, sehr schöne Grünflächen zu bieten. Der größte ist mit ca. 80ha der ŁazienkiPark, zu dem man laufend vom Zentrum aus per Park-Hopping gelangt ;-). Denn es liegen noch ein paar kleinere Grünflächen auf dem Weg, die ebenfalls sehr schön sind. Parallel zur Weichsel geht es also von Grün zu Grün, bis man schließlich in dem großen Park im Süden ankommt. Dieser hat nicht nur einen Botanischen Garten zu bieten (der im Winter leider nicht geöffnet hat), sondern auch den Belvedere Palast, der früher die Residenz des polnischen Präsidenten darstellte. Berühmt ist der Wasserpalast, der auf einer Insel umgeben von Wasser steht. Statuen und Denkmäler sind ein großes Thema in Warschau und auch der Łazienki-Park hat einige davon zu bieten. Chopin, Kopernikus oder Seejungfer (das Wappensymbol Warschaus) – überall finden sich Steinmale und Figuren.

Neben einer großen Wasserfläche und der Alten und Neuen Orangerie flaniert es sich ganz hervorragend – auch bei kühleren Temperaturen. Mit etwas Glück trifft man den dort lebenden Pfau, der gern seine Federn in die Sonne reckt und sich dabei genüsslich putzt. Leider ist das Radfahren im Park nicht erlaubt. Schade, bei den vielen breiten Wegen.

hui

3. Fahrradliebe in Warschau – der Bike & Coffee Shop Kolarski in Sielce

Weiter nach Süden laufend, gelangt man nach ca. 1,5 km zum kleinen Fahrradladen Kolarski, der nicht nur hochwertige Renn- , Gravel und Urban Bikes führt, sondern auch über eine attraktive Kaffeebar verfügt. Ob man den Kaffee dann frisch gebrüht auf dem bequemen Sofa im Shop zu sich nimmt oder an einem kleinen Tischchen draußen in der Sonne – einladend ist beides allemal. Und dann kann es auch frisch gestärkt weiter gehen, zu Fuß, mit der Bahn oder dem Rad.

4. Stary Mokotow und Srodmiescie Poludniowe – über die Marszalowska zurück ins Zentrum

Nachdem Käffchen im Radladen führte ich uns zugegebenermaßen etwas im Zick-Zack durch Wohngebiete und etwas weniger spannende Gebiete. Bis wir schließlich im Bezirk Stary Mokotow ankamen. Dort gibt es einige kleine, spannende Läden und Cafés, wie einen veganes Schuhgeschäft oder den Vegan Ramen Shop mit sehr leckeren Suppen. Besonders auf der Straße direkt zurück ins Zentrum, der Marszalowska, auf der ich mich aufgrund der sozialistisch-realistischen Architektur zeitweise in die Berliner Karl-Marx-und Frankfurter Allee hin versetzt gefühlt habe: Lange, gleichförmige und imposante Bauten, teilweise sogar mit übergroßen, menschlichen Arbeiter-Figuren in die Wand gehauen. Es gibt dort immer etwas zu entdecken und ein Spaziergang diese lange Straße hoch, lohnt auf jeden Fall. Neben den Restaurants, dem Theater und Kino, kann man sich an jeder Ecke niederlassen, um in einem hippen Café im Kuschelsessel Cappuccino zu schlürfen oder einen dieser großartigen Kuchen zu genießen.

5. Zwischen Moderne und Vergangenheit – Stahl, Glas und Backstein in Muranow und Mirów

Warschau hat eine bewegende Geschichte und durch die Stadt laufend, erinnern nicht wenige Denkmäler, Statuen und Gebäude an die schwere Kriegszeit, die viel in der Stadt zerstört hat. Zentral vor dem Ogród Saski Park liegt das “Grab des unbekannten Soldaten”, welches an die vielen Kriegsopfer erinnern soll. Dort stehen stets zwei wachende, uniformierte Soldaten.

Wo damals das Warschauer Ghetto zwischen der Altstadt und dem Zentrum lag, erstreckt sich heute teilweise das Wohnviertel Muranow. Die Lücken und zerstörten, alten Häuser weichen in Mirów der Moderne des wachsenden Geschäftsviertels mit unzähligen Hochhäusern und Baustellen. Immer wieder zeugen alte, unrenovierte Backsteinbauten, an denen die Fassade schon lange blättert oder gar nicht mehr vorhanden ist, von vielen Jahren des Bestands. Der große Kontrast in der Architektur entsteht durch die mehrstöckigen Plattenbauten und die dem sozialistischen Realismus entsprungenen Wohnblöcke.

Das alles vermischt sich zu einem spannenden Mix einer Großstadt, die vor Sehenswürdigkeiten strotzt. Und über allem ragt der 1955 fertiggestellte Kultur- und Wissenschaftspalast (Palac Kultury i Nauki) empor, der offiziell ein Geschenk der Sowiet Union war, aber unter den Polen in Warschau genau deshalb nicht sonderlich beliebt ist. Ein Machtysmbol der Russen mitten in der Stadt, das man nicht so einfach übersehen kann. Das denkmalgeschützte Gebäude beherbergt nicht nur Theater und Museen, sondern auch die höchste Turmuhr der Welt.

6. Ostseits der Weichsel: Abstecher nach Praga

Ich liebe es abseits der üblichen Touristenpfade unterwegs zu sein. Auch wenn einige Orte natürlich Pflicht sind, lohnt meist ein Abstecher in weniger frequentierte Ecken. Die meisten Sehenswürdigkeiten in Warschau befinden sich auf der Westseite der Weichsel, doch ein Gang auf die andere Seite des breiten Flusses lohnt nicht nur wegen des schönen Panoramablickes auf das gegenüberliegende Flussufer und die Altstadt. Es lässt sich auch wunderbar am wilderen, natürlicheren Ufer spazieren gehen – ein Gegensatz zur glatten Betonpromenade auf der anderen Flusseite. Neben weiterer schöner Parks und dem Warschauer Zoo befinden sich in Stara Praha, dem “alten Prag” außerdem spannende Zeitzeugen der Warschauer Geschichte: So wie das große Gebäude der Verkehrsbetriebe, an dem sich noch Einschusslöcher aus dem 2. Weltkrieg erkennen lassen.

Oder die Ząbkowska Straße mit teilweise sehr alten Gebäuden wie der Wodka Fabrik aus rotem Backstein und dem Haus im Haus, bei dem die alte Außenfassade an einen Neubau angegliedert wurde. Sehr krass macht sich in Stara Praha der Kontrast zwischen alter, unsanierter Baustruktur und frisch verputzer Fassade bemerkbar. Einige Häuser verfallen deutlich und Auffangnetze für abbröckelnde Mauerteile befinden sich an vielen Gebäuden. Direkt daneben steht wiederum ein strahlender Neubau mit Glas und glatter Fassade.

7. Street Art in der ganzen Stadt

Es ist nicht wirklich örtlich eingrenzbar, aber es lohnt sich in Warschau immer, auch einmal einen Blick in die alten Hinterhöfe oder an die Hauswände zu wagen. Es finden sich oft kleine und große Kunstwerke, teilweise mit politischen Botschaften, teilweise ganze Wände bedeckend, manchmal nur ganz klein. Besonders in Stara Praha sollte man genauer hinschauen.

Warschau lohnt sich!

Warschau ist überraschend, bunt und vielfältig. Die polnische Hauptstadt ist auch im Winter einen Besuch wert, doch gerade bei wärmeren Temperaturen eine tolle Stadt, um in den vielen Parks und durch die weiten Straßen und über die großen Plätze zu spazieren. Diese Weite und Diversität hat mich doch an einigen Stellen an Berlin erinnert. Ich habe mich sicher und frei beweglich gefühlt. Würde ich nochmal hin? Auf jeden Fall! Denn es gibt deutlich mehr zu sehen, als wir es in 2,5 Tagen schaffen konnten. Allein die vielen Museen und Denkmäler lassen sich unmöglich in so kurzer Zeit anschauen. Also ab in den Osten und nächstes Mal hoffentlich mit Fahrrad!

B2Fh: Die Fränkische Schweiz und der Umgang mit eigenen Grenzen

Ein wenig vermisse ich diese Sommermorgen, an denen ich aus dem Zelt gekrochen bin, weil ich es in der Wärme darin nicht mehr ausgehalten habe. Die Vögel sangen dann bereits laut und das Gras war immer noch etwas feucht. Völlig zerknautscht haben meine Freunde und ich uns dann ein leckeres Frühstück gemacht, viel Tee getrunken, danach die Sachen zusammen gepackt und am Ende die Zelte verstaut. Auf ging es in einen neuen Tag auf dem Fahrrad.
Und dieses Mal? Da wühlte ich mich aus den Bettlaken, duschte erst einmal genüsslich (ein Luxus, den ich bei der Sonne und Wärme schon sehr genoß) und frühstückte ausgiebig. Beide Arten zu übernachten, haben ihre Vor- und Nachteile. Aber ich bin mir sicher, das nächste Campingabenteuer wird kommen!

4. Etappe #B2Fh: Von Selbitz nach Nürnberg

In der letzten Nacht durfte mein Veloheld in der Garage schlafen, neben alten Möbelstücken und allerlei Kleinkram – dafür aber sicher verschlossen und weg von der Straße. Weiter ging es am vierten Tag meiner Reise von Berlin an den Bodensee durch Bayern. Nachdem ich am Vortag Thüringen durchquert habe, standen nun weitere Höhenmeter und die schöne Landschaft der Fränkischen Schweiz bevor.

Leider war mein Körper nicht ganz so motiviert wie ich und zeigte bereits am Abend zuvor leichte Krankheitszeichen und Halsschmerzen. So lutschte ich fleißig Halsbonbons und versuchte viel zu trinken, was sowieso stets eine gute Idee war. Mein Tagesziel am Dienstag war Nürnberg, wo ich bei einer Freundin die Nacht verbringen wollte. Danach standen zwei Tage Unterbrechung der Tour an, weil sich Termine nicht anders legen ließen.

Durch Berg und Tal und die Fränkische Schweiz

Die Straße bot mir ein ständiges auf und ab und ich versuchte, mich an der Landschaft zu erfreuen. Viele Burgruinen und -anlagen lagen auf meinem Weg und auch die markanten Felsen verschönerten die Umgebung schon auf kilometerweite Entfernung. Über Kulmbach nach Krögelstein und bis nach Ebermannsdorf führte die Route durch die Fränkische Schweiz. Einige Straßen waren mit einem Schild versehen, welches die prozentuale Steigung angab – nicht selten bis zu 21 %. Ich habe mich dann entschieden an diesem Tag aufs Durchbeißen zu verzichten und auch ab und an mal zu schieben. Man gönnt sich ja sonst nichts. Doch ich hatte auch das Vergnügen genau diese Steigung bergab fahren zu dürfen – yehaaaa, das war ein Spaß!

Durchbeißen oder einfach mal chillen?

Ich merkte den ganzen Tag schon, dass ich viel mehr kämpfen musste, als zuvor. Vielleicht bin ich einfach ein wenig zu empfindlich bei warmen Temperaturen (die norddeutschen Wurzeln, ich sage es euch!) oder habe mir nach dem Gewusel die Tage und Wochen vor meiner Reise einfach zu viel vorgenommen. Irgendwie lief es nicht. Ich schaute viel zu oft auf den Kilometerstand und sehnte mich nach Pausen, wollte aber genauso gut vorankommen. Zu schön waren einige Wegabschnitte und zu groß mein Stolz, als dass ich abbrechen wollte. Schließlich gelang ich gegen 17:30 Uhr und somit fast zwei Stunden nach meinem Plan nach Ebermannstadt und gönnte mir dort erstmal Spätzle und ein alkoholfreies Bier. Das half auch irgendwie – kurzfristig. Es waren immer noch knapp 40 km und ich musste nun direkt gen Süden fahren, wobei ich die bereits tiefstehende Sonne immer im Gesicht hatte.

Als ich in Forchheim, ca. 30 km vor Nürnberg schließlich direkt am Bahnhof vorbei fuhr, war meine Entscheidung schon gefallen. Done for today. Mein erleichtertes Aufseufzen, nachdem ich im Zug saß und dieser losfuhr, unterstrich die Richtigkeit meiner Wahl.

Done for today. So, am Ende hat mich die Sonne heute fertig gemacht. Zumindest bis Erlangen wollte ich radeln, doch als in Forchheim nach ca 105 km aufm Rad das Navi mich direkt am Bahnhof vorbeiführte, war meine Entscheidung schon längst gefallen. Ich bin kaputt. Kopfaua, Sonnenbrand und blöder Hals…irgendwas ist ja immer. Egal, Mein Körper hat nein gesagt und ich möchte wenigstens dieses Mal darauf hören. Und nicht wundern, wenn es morgen und Donnerstag etwas ruhiger ist. Ich mache einen Stop over in Nürnberg/Würzburg und setze meine Reise Donnerstagabend fort. Danke fürs Begleiten und Unterstützen😘! . . . #B2Fh #cycling #travelgermany #radelmaedchen_unterwegs #nomoresuntoday #sunny #rednose #Sonnenbrand

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Tageskilometer: ca. 110 km
Höhenmeter: ca. 1100 hm

5. Etappe #B2Fh: Von Nürnberg (Schwabach) bis Heideck (kurzer Ritt am Abend)

Am Donnerstagabend setzte ich schließlich meine Reise fort. Es hatte am Nachmittag bis zum Abend hin geregnet und während es über Nürnberg noch weiter tropfte, sah es ein paar Kilometer weiter draußen etwas besser aus. Da ich eh am Bahnhof war und nichts dagegen hatte, den Stadtverkehr zu umgehen, nahm ich die S-Bahn und fuhr ein paar Stationen raus aus der Stadt bis etwa Schwabach. Als ich mich dann aufs Fahrrad schwang, tröpfelte es nur noch ein wenig. Viel krasser war die extrem hohe Luftfeuchtigkeit, die mich immer wieder für und gegen die Regenjacke schwanken ließ. Egal. Die Straßen waren am Abend unglaublich leer, die Strecke am Kanal und durch den Wald super schön und in Hipoltstein gab es sogar noch eine hübsche Altstadt und Burgruine zu bestaunen.

Ziel des Tages war ein Schloß mit Reiterhof und Pension in Kreuth bei Heideck, wo ich vorab reserviert hatte. Und nun kommt es: Ich bekam ein ebenerdiges Zimmer, in dem ich auf meine Nachfrage hin auch mein Veloheld mit unterstellen durfte! Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie gut und ruhig ich da geschlafen habe.

Tageskilometer: ca. 30 km
Höhenmeter: ca. 256 hm

6. Etappe B2Fh: Heideck bis Donauwörth. Von außen und von innen nass und wie alles anders kam als erwartet.

Motiviert startete ich in einen weiterhin feuchten Freitagmorgen. Die Temperaturen waren zwar etwas gesunken, aber diese Schwüle und die hohe Luftfeuchtigkeit waren geblieben. Doch ich wollte Radfahren und freute mich auf den Tag. Schließlich plante ich die Donau zu erreichen und auch ein paar Kilometer am Donauradweg zurückzulegen. Doch zuerst gab es noch ein paar bayerische Schmankerl und ich durchquerte unter anderem das mittelalterliche Weißenburg und Teile des schönen Altmühltals auf meinem Weg.

Und dann war es plötzlich vorbei

Gegen 12 Uhr fand ich eine nette Bank an einer kieseligen Zufahrtsstraße in den Wald und gönnte mir eine Müsliriegelpause. Ganz fit war ich immer noch nicht. Aber hinter mir rauschte ein Bächlein, die Vögel zwitscherten laut und ich genoß es einfach unterwegs zu sein. Als ich bereit war, weiterzufahren, wollte ich die folgende Abfahrt und den Schwung nutzen, um den nächsten Hügel besser hoch zu kommen. Blöd nur, dass da auch etwas Matsch am nun gepflasterten Weg lag, der sich tiefer herausstellte, als angenommen. Meine Entscheidung war definitiv die falsche gewesen. Gravelreifen können einiges, aber rutschig und mit Schwung um die Kurve war scheinbar dennoch nicht so die beste Idee. Ich hatte den Weg unterschätzt.

Während ich stürzte, was natürlich unerwartet kam, konnte ich kaum reagieren. Ich erinnere mich nur noch an das Gefühl und das Geräusch des Kunststoffs meines Helmes auf dem Stein, als mein Kopf seitlich aufschlug. Schockmoment. Fluchen. Schock. Ich quälte mich auf, fluchte erneut und sah mich suchend nach meinem Rad um, was etwas über den Boden zur Seite geschlittert war. Erneuter Schock. Ging es meiner Hübschen gut? Der Lenker war eingeschlagen und das Rad lag seitlich auf den Lowrider Taschen. Die guten Ortlieb Gravelpacks! Die waren tatsächlich die Rettung für mein Rad gewesen. Der Lenker war etwas verdreht, ein Schalthebel zerkratzt und leicht verbogen, aber sonst gab es nur noch kleine Abschürfungen am Schaltwerk. Nichts war kaputt gegangen.

Zumindest konnte ich das von mir größtenteils auch behaupten. Mein Kopf drückte etwas und der Helm hatte einen kleinen Riß im Schaumstoff innen. Sicherlich war von Vorteil gewesen, dass ich an dem Tag die längere Leggings und die lange Regenjacke getragen habe. Dadurch waren mir viele Schürfwunden erspart geblieben. Ich sah auf jeden Fall einseitig aus wie Sau und versuchte mich notdürftig zu reinigen, während ich immer mehr Stellen entdeckte, die drückten und weh taten. Die Hüfte, das Handgelenk, die Schulter und das Knie hatten Prellungen bzw. Abschürfungen abbekommen. Es dauerte zwei bis drei Tage bis ich meinen rechten Arm wieder normal heben konnte.

Und nun?

Sollte ich weiterfahren? Konnte ich das überhaupt. Ich fühlte mich etwas zittrig, unsicher und mein Lenker war immer noch schief. Mein Navi verriet mir, dass der nächste Bahnhof nur wenige Kilometer entfernt war. Der nächste Radladen war in Donauwörth, was auch der nächstgrößere Ort war. Er lag etwa 25 km von meiner aktuellen Position entfernt. Auf einmal fühlte ich mich gar nicht mehr so selbstsicher und mochte das Alleinreisen etwas weniger. Sicher, ich hatte Glück gehabt, ich war bei Bewusstsein, scheinbar nichts gebrochen und meinem Fahrrad ging es auch ganz gut. Doch tatsächlich war ich noch nie so gestürzt und das verunsicherte mich sehr. Also ging ich auf Nummer sicher, radelte vorsichtig zum Bahnhof, zog mich dort in der Toilette erst einmal um und stieg in den nächsten Zug.

In Donauwörth lag der Fahrradladen auf dem Weg zur Klinik und ich wurde bei Zweirad Uhl super nett betreut und mein Fahrrad war schnell wieder fit. Es waren Kleinigkeiten, die ich auch allein hätte richten können. Nur irgendwie fühlte ich ich damit besser. Danach folgten zwei Stunden warten und ein Sicherheits-Check-Up in der Notaufnahme und schließlich die Entscheidung die Nacht in der Stadt zu verbringen. Es war bereits nach 17 Uhr nachmittags und nun war klar, dass ich es nicht mehr rechtzeitig schaffen würde, komplett mit dem Rad nach Friedrichshafen zu fahren. Daran war auch gar nicht zu denken gewesen. Mein Nacken zog immer mehr und die Vorstellung mehr als 100 km auf dem Rad zu sitzen, ließ mich nur zusammenzucken.
Tageskilometer: ca. 55 km
Höhenmeter: ca. 500 hm

Tourabschluss im Zug

Immerhin erwischte ich in Donauwörth eine Pension mit verschließbarem Container für Fahrräder, einer Bike Box. Das steigerte meine Laune ungemein. Als ich am nächsten Morgen nach einem guten Frühstück zum Bahnhof radelte, um in den Zug nach Friedrichshafen zu steigen, war ich zwar etwas traurig, aber deutlich entspannter. Ich hatte keinen Zeitdruck mehr und konnte mich nun Zurücklehnen und auf die Messe und die vielen tollen Menschen dort freuen. Außerdem hatte ich noch eine sehr nette Unterhaltung während der Bahnfahrt, die sich natürlich ums Radfahren drehte.
Warum ich immer noch glaube, dass Alleinreisen eine tolle Erfahrung ist und was ich so eingepackt habe auf meiner Tour, könnt ihr hoffentlich ganz bald im Blog lesen.


Der Vorbericht zur Reise: Mit dem Rad quer durch Deutschland: B2Fh

Teil 1 des Tourberichts: #B2Fh: Unterwegs mit der kilometerfressenden Gravelmaschine

Teil 2 des Tourberichts: B2Fh: Der Berg ruft. Oder: Thüüüüüüüüringen!