Unstrutradweg Fähre am Blütengrund

Radreise Unstrutradweg: In 3 Tagen von der Quelle bis zur Mündung

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Ich berichte wie immer aus meiner Perspektive, offen und ehrlich. Dies ist ein bezahlter Beitrag
aufgrund einer Kooperation. Die Kosten der Reise wurden übernommen.

Kooperation mit dem Unstrutradweg e.V.! Vielen Dank für die Einladung in diese wunderschöne Region!

Einmal mitten ins grüne Herz Deutschlands verschlug es mich im Sommer 2019 (“Seit wann sind Herzen grün?”). Dort lernte ich die Region rund um den Unstrutradweg mit dem Fahrrad kennen und war mehr als einmal überrascht, über die Vielfältigkeit der Region. Die ruhige Unstrut, die auf knapp 190 km durch zwei deutsche Bundesländer führt, wirkt zunächst unauffällig. Von der unscheinbaren Quelle in Kefferhausen, Eichsfeld (Thüringen) schlängelt sich der Fluss immer breiter werdend zwischen sanften Hügeln, weiten Feldern und an mittelalterlichen Städten vorbei bis zur Mündung in die Saale in Naumburg (Sachsen-Anhalt). Auf diesem Weg erlebte ich ein breites Spektrum an landschaftlicher Vielfalt und mehr als einen Einblick in die lebhafte deutsche Geschichte – von der Bronzezeit übers Mittelalter bis hin in die Neuzeit.

Gliederung

  1. Einleitung und Übersicht
  2. Anreise
  3. Der Unstrutradweg: Etappen
    1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)
      • Highlights: Mühlhausen & Bad Langensalza
    2. Tag: Von Herbsleben bis nach Artern (ca. 75 km)
      • Highlights: Sömmerda, Goethe Schokoladenmanufaktur Oldisleben & Wasserburg Heldrungen
    3. Tag: Von Artern bis nach Naumburg (ca. 70 km)
      • Highlights: (Arche) Nebra, Freyburg & Naumburg
  4. Streckendetails/ gpx-Tracks zum Download

1. Einleitung und Übersicht

Ich hatte drei Tage Zeit für meine Reise auf dem Unstrutradweg. Zur Planung der Etappen nutzte ich nicht nur die offizielle Seite des Unstrutradwegs, sowie den offiziellen Instagram-Account, sondern auch die üblichen Verdächtigen, wie Outdooractive und Komoot. Es lagen knapp 65-70 km Weg pro Etappe vor mir. Aufgrund der zahlreichen Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, empfiehlt es sich tatsächlich auch nicht sehr viel mehr Strecke einzuplanen. Weniger geht natürlich immer. Ihr findet im folgenen meine Reisestationen und Erlebnisse im Detail. Am Ende folgen die Streckenabschnitte, die ich pro Tag zurückgelegt habe, als gpx. Inklusive aller Schlenker und Abstecher (keine Gewähr :-D).

2. Anreise

Knapp 3 h dauerte meine Anreise mit dem Zug von Berlin Hbf. nach Silberhausen in Thüringen, dem nächstgelegenen Bahnhof zur Unstrutquelle bei Dingelstädt. Alles lief wie am Schnürchen: Mein ICE Ticket mit Fahrradstellplatz reichte bis Erfurt. Danach stieg ich in den Regionalzug bis Silberhausen und schon war ich da und die Radreise konnte beginnen. Die Quelle der Unstrut und somit der Anfang des Unstrutradwegs liegt etwa 6 km vom Bahnhof entfernt. Der Weg dahin kreuzt bereits die offizielle Fahrradroute.

3. Der Unstrutradweg: Etappen

1. Tag: Von der Unstrut-Quelle bis nach Herbsleben (ca. 70 km)

An der Unstrutquelle angekommen, die mit einem kleinen Steinbau umgeben ist, begutachtete ich erst einmal die ausführliche Streckenkarte. Alle meine Stationen fanden sich dort fein säuberlich aufgeführt und es versprach eine spannende Reise zu werden. Ich hielt mich nicht allzu lange auf, denn das Wetter spielte mit, es war bereits kurz nach 10 Uhr und es lagen noch knapp 70 km Weg vor mir. Außerdem hatte ich einfach Lust radzufahren! Natürlich wollte ich nicht den gleichen Weg wieder zurückfahren und so entschied ich mich einem Tipp zu folgen, den ich auf Facebook bekommen hatte.

Tipp am Wegesrand:

Der Kanonenbahnradweg: Ich machte einen Abstecher auf den Kanonenbahnradweg bei Dingelstädt. Parallel zum ehemalig doppelgleisigen Track einer alten Kanonenbahnlinie wurde ein ca. 10 km langer Radweg angelegt. Diese wird nun auch als Draisinen-Gleis genutzt und die Strecke soll noch auf fast 20 km verlängert werden. Der Weg ist sehr reizvoll durch die zahlreichen Tunnel und Viadukte sowie den herrlichen Blick ins Tal. Danke für den tollen Tipp!

Nach ein paar Kilometern suchte ich mir schließlich einen Weg zurück auf den Unstrutradweg und genoss es entlang saftiger Wiesen und zwischen kleinen Hügeln auf dem ruhigen Radweg zu fahren. Die Route führte mal entlang der Straße mal direkt durch den Wald und eng am Fluss vorbei. Ich fuhr unter hohen Bahnbrücken aus Stein hindurch und freute mich immer wieder über den Schatten der Bäume. Meine Stimmung war bestens und mein erstes Tagesziel rückte nach 25 km näher:

Mühlhausen

Die Stadt Mühlhausen hat einiges zu bieten, von Kirchen soweit das Auge reicht (eine davon ist die Marien- bzw. Frauenkirche, die zweitälteste Kirche Thüringens) über die mehr als 2 km lange Stadtmauer bis hin zur hübschen Altstadt. In der Pfarrkirche Divi Blasii, eine gotische Hallenkirche, war übrigens der Komponist und Kirchenmusiker Johann Sebastian Bach von 1707-1708 als Organist tätig. Besonders angetan war ich aber von der Stadtbibliothek in der Jakobikirche. Von außen wirkt sie wie ein schönes Gotteshaus, doch innen befindet sich eine moderne Bibliothek über mehrer Ebenen in der auch Veranstaltungen wie Konzerte und Lesungen stattfinden. Als alte Büchervernarrte hätte ich dort eine ganze Weile bleiben können. Außerdem in Mühlhausen zu Hause: Möve Bikes mit dem einzigartigen Cyfly-Antrieb als auch die Produktionsstätte für das berühmte Mühlhausener Pflaumenmus.

Vielen Dank an meine Stadtführerin Birte, die mir die schönsten Ecken der Stadt gezeigt hat und einfach eine sehr angenehme Begleiterin bei der Tour durch Mühlhausen war!

Café/ Restaurant-Tipp

Brauhaus zum Löwen: Großer Biergarten mitten in der Altstadt und dennoch ruhig gelegen. Die letzte Brauerei im Unstrut-Hainich Kreis – mit besonderen Kreationen wie Brombeer- oder Pflaumenbier. Empfehlenswert: Der Flammkuchen “Mühlhauser Art” mit Pflaumenmus, Ziegenkäse und Walnüssen.

Die Strecke zwischen Mühlhausen und Bad Langensalza ist relativ gradlining, aber schön ruhig und mit wenig Verkehr. Die knapp 25 km rollen sich daher schnell herunter.

Bad Langensalza

Ich war schon sehr gespannt auf die Kur- und Rosenstadt, die nicht nur aufgrund ihrer zahlreichen Parks- und Themengärten bekannt ist. Neben dem wunderschönen, japanischen Garten, den ich völlig entspannt wieder verließ, gibt es auch noch neun weitere Gärten, wie einen Rosengarten und einen Naturpark. 2021 ist die Stadt außerdem Außenstandort der BUGA in Erfurt. Ganz verzaubert war ich auch von der wunderschön restaurierten Altstadt und ihren farbenprächtigen Fachwerkhäusern. Hier lässt es sich toll flanieren und auf ein Käffchen oder Tee herrlich entspannen. Wer das noch ausweiten möchte, kann einen Ausflug in die Therme machen, denn Bad Langensalza ist anerkanntes Schwefel-Sole-Heilbad. Den Abstecher in den Ort solltet ihr definitiv einplanen!

Café/ Restaurant-Tipp

Café Schwesterherz: Kleinod in der Altstadt von Bad Langensalza. Liebevoll gestaltetes Café mit selbstgebackenem Kuchen, Snacks und Frühstücksauswahl, sowie Ladengeschäft mit hübschen (Haushalts)gegenständen. Die Betreiber sind unglaublich freundlich und führen das Café mit viel Herzblut.

Endspurt! Die letzten Kilometer des Tages hätten schöner kaum sein können. Nach einem Zick-Zack-Parcours raus aus Bad Langensalza wird die Landschaft plötzlich wilder und ursprünglicher. Über einen festen Feldweg führt der Unstrutradweg durch ein grünes Tal mit sanften Hängen, wilden Wiesen und vorbei an zahlreichen Obstbäumen. Die Bäume ragen weit über das Wasser hinaus und überall summt und brummt es, zwitschert und singt es. Ich war ganz verzaubert von der Schönheit dieses Landstriches, der im späten Nachmittagslicht dezent golden eingefärbt war. Keine Menschenseele begegnete mir, bis ich schließlich kurz vor Herbsleben wieder auf eine feste Straße bog und die letzten Meter bis zu meiner Unterkunft auf Asphalt zurücklegte. Was für ein toller Tagesabschluss!

Übernachtungsmöglichkeit

Landpension Minna: Gemütliche Pension mit Themenzimmern und Frühstücksbuffet

2. Tag: Von Herbsleben bis nach Artern

Nach einem entspannten Frühstück machte ich noch einen kleinen Abstecher zur Schlossruine von Herbsleben, die frei zugänglich mitten im Ort liegt. Der Himmel bot beste Dramawolken als ich gen Sömmerda aufbrach und hoffte, nicht nass zu werden. Kurz vor der Stadt erwischte mich eine kleine Husche, die mich zunächst unter einem Baum und dann ein paar hundert Meter weiter auf der alten überdachten Holzbrücke Schutz suchen ließ. Solche Brücken habe ich auch auf meiner Rheinradweg-Reise in der Schweiz schon bewundert.

Sömmerda

Schließlich hörte es auf zu regnen und ich fuhr über die schöne alte Parkbrücke mit ihrem mehrfarbigen Ziegeldach und Blick auf die alte Mühle in die Stadt Sömmerda hinein. Dabei passierte ich auch das sehenswerte Rathaus, welches am Marktplatz und gleich gegenüber von der Touristinfo emporragt. Ich wurde freundlich empfangen und bekam soagr eine kleine Führung in die ausgebauten, alten Kellleräume des Hauses. Diese verlaufen katakombenartig unterhalb der Touristeninformation und beherbergen neben einigen Ausstellungsstücken aus der Stadtgeschichte auch einen kleinen Veranstaltungsraum.

Mit ein paar wertvollen Tipps ausgestattet machte ich mich danach auf eine kleine Stadtrundfahrt. Durch die Altstadt und vorbei an den Wahrzeichen der Stadt, wie dem denkmalgeschützten Erfurter Tor radelte ich entlang der Stadtmauer und begutachtete dabei auch die auffälligen Bronzestatuen, der „Sömmerdaer Trilogie“ von dem Bildhauer Pr. Wolfgang Dreysse:

“Pomona, Fortuna und Minerva – Göttinnen der römischen Mythologie – sollen stellvertretend Sömmerdas Entwicklung, von der Ackerbürgerstadt, über die industrielle Entwicklung vor 200 Jahren bis hin zur heutigen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit mit vielen Detailszenen, veranschaulichen. “

Quelle: Soemmerda.de

Meine Tour ging gegen Mittag auf idyllischen Wegen vorbei an Sachsenburg weiter gen Oldisleben. Damit machte ich mich auch auf in den Kyffhäuserkreis. Und obwohl mein nächstes Ziel etwas abseits vom Unstrutradweg liegt, darf es DEFINITIV nicht ausgelassen werden! Denn dort befindet sich die…

Goethe Schokoladenmanufaktur Oldisleben

Schwupps, so schnell kann man im Paradies landen <3! Oder so ähnlich. Auf jeden Fall ist die Goethe Chocolaterie in Oldisleben ganz nah dran. Neben dem großen Verkaufsraum, der alles zu bieten hat, was das Schokoliebhaberherz höher schlagen lässt (Diverse Schokoladensorten, Pralinen, Aufstriche, Trinkschokolade, Kakao, selbst gerösteter Kaffee und vieles mehr), befindet sich direkt nebenan auch die Manufaktur.

Dort werden nicht nur Schokolade, sondern auch Torten und sagenhaft leckere Eiscreme hergestellt. Und ich durfte die heiligen Schokohallen sogar betreten und einen Blick auf die Produktion werfen. Außerdem gibt es eine Schokofiguren-Ausstellung im Veranstaltungsraum, welche momentan regionale Sehenswürdigkeiten zeigt. Neben dem Schoki-Barbarossa findet man dort auch ein Fahrrad aus feinster Schokolade – sehr passend, wenn man in einer derartig attraktiven Fahrradregion gelegen ist. Natürlich bin ich nicht von diesem traumhaften Ort weggegangen, ohne im angeschlossenen Café noch die ein oder andere Köstlichkeit zu mir genommen zu haben.

Nach einer kleinen Streichelrunde mit den hauseigenen, sehr verschmusten Ziegen machte ich mich schweren Herzens los, um die letzten knapp 20 km des Tages zurückzulegen. Aber nicht, ohne vorher noch einen kleinen Abstecher zu machen.

Wasserburg Heldrungen

Ein weiteres Highlight meiner 2. Etappe auf dem Unstrutradweg war die Wasserburg Heldrungen! Sie ist die einzige, befestigte Wasserburg französischer Festungsbaukunst aus dem 12. Jh., die in Deutschland noch vollständig erhalten ist und dient heute als Jugendherberge. Als ich jedoch nach einer Runde über das Burggelände aufbrechen wollte, hatte sich der Himmel weiter verdunkelt und der Wind wurde plötzlich deutlich stärker. Praktischerweise hatte ich mich gerade in der Schokoladenmanufaktur aufgehalten, als zuvor schon ein ordentlicher Regenguss über die Region gezogen ist.

So waren die kommenden 16 km nach Artern, meinem Tagesziel, ein Kampf gegen Wind und Zeit. Während die dunklen Wolken links an mir vorbeizogen, wurde ich von den starken Böen fast vom Rad gepustet. Ich zog im Eiltempo von Dorf zu Dorf, um nicht auf freiem Feld ungeschützt dem Unwetter gegenüber treten zu müssen. Nach einem Blick auf den Regenradar nahm ich schließlich die letzten 6 km in Angriff…und blieb bis auf ein paar Tropfen tatsächlich vom Regen verschont. Da hatte ich wohl ordentlich Glück gehabt. Nachdem ich in Artern angekommen war, mussten nur noch die letzten Höhenmeter zum Hotel erklommen werden (so viele gibt es davon auf dem Unstrutradweg ja sonst nicht). Dort konnte ich mein Fahrrad ins Trockene in die verschlossene Fahrradgarage stellen. Nach einer erfrischenden Dusche ließ ich den Abend auf der Terasse bei gutem Essen und einem alkoholfreien, isotonischem Kaltgetränk ausklingen. So lässt es sich leben :-).

Übernachtungsmöglichkeit/ Restaurant

Hotel/ Restaurant Weinberg: Gepflegtes Haus mit tollem Blick über Artern und einer großen Terrasse mit Aussicht bis hin zu Kyffhäuser und Südharz.

3.Tag: Von Artern bis nach Naumburg

Gegen 9 Uhr verließ ich am Morgen des 3. Tages Artern und genoß die kühlere Morgenluft auf dem von Grün umgebenen Radweg entlang der Unstrut in vollen Zügen. Die letzte Etappe meiner Reise auf dem Unstrutradweg hatte einiges zu bieten. Vor allem aber machte ich einen kleinen Ausflug durch die deutsche Geschichte und bekam auf die letzten Kilometer am Mittag auch noch Gesellschaft. Nach einem kleinen Abstecher über eine mit Pflaumenbäumen gesäumte Allee zum Schloss und der Radfahrerkirche in Wiehe, bestaunte ich kurz drauf die auf einem Hügel gelegene, mittelalterliche Burg Wendelstein, die zur Kaiserpfalz-Gemeinde gehört.

Ich befand mich ganz eindeutig im Burgenlandkreis der Saale-Unstrut Region und hatte nun auch die Grenze von Thüringen nach Sachsen-Anhalt überfahren. Hier macht sich eine deutlich Veränderung der Landschaft bemerkbar. Die Unstrut fließt durch ein enger werdendes Tal, das sich zwischen dem Klosterort Memleben und Nebra schließlich zu ihrem engsten Abschnitt zusammenzieht.

Arche Nebra

Dort liegt auch der Mittelberg inklusive Aussichtsturm. An diesem Ort wurde 1999 die berühmte Himmelsscheibe von Nebra von Raubgräbern gefunden. Eine spannende Geschichte, die bei der lohnenswerten Führung durch das Erlebniszentrum Arche Nebra in Wangen etwas genauer beleuchtet wird. Und das ist ein weitere Empfehlung und ein Ort, den ihr nicht auslassen solltet, wenn ihr auf dem Unstrutradweg unterwegs seid: Die aufwendig gestaltete Dauerpräsentation rund um die Himmelsscheibe aus der Bronzezeit, ist alles andere als eingestaubt! Auch wenn sich das bronzene Original im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle befindet, denn die Himmelsscheibe gilt als einer der wichtigsten bronzezeitlichen Funde weltweit.

Nach einem kurzen fordernden Anstieg etwas ab vom Radweg steht ihr vor einem modernen, langgestreckten Gebäude, das ganz wie die Intarsien der Scheibe in Gold getaucht zu sein scheint. Große Panoramafenster an den kurzen Seiten des Bauwerks bieten einen tollen Blick Richtung Fundort der Scheibe und ins Tal. Im Besucherzentrum befinden sich neben der Austellung auch ein Café und ein kleines, digitales Planetarium. In diesem wird unter anderem mithilfe eines kurzen Films die astronomische Bedeutung der Himmelsscheibe ausführlich erklärt und gezeigt. Sehr sehenswert!

Der Unstrutradweg nach Freyburg

Bevor ich weiterradelte, sammelte ich am Bahnhof in Wangen meine Wochenend-Begleitung ein und wir waren von nun an zu zweit auf dem Unstrutradweg unterwegs. Dieser ist weiterhin unglaublich abwechslungsreich. Neben den asphaltierten Radwegabschnitten entlang der Felder, die sich gut zu zweit nebeneinander befahren lassen, wird der Weg etwas später ganz schmal und führt eng an einem Hügel entlang. Das ist genau die Abwechslung, die ich auf Radtouren mag!

Bei Karsdorf überspannt eine über 2,5 km lange Brücke das Tal: Die Unstruttalbrücke sieht man schon von Weitem. Als zweigleisige Eisenbahnüberführung ist sie mit 2668 m Länge die zweitlängste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Der Unstrutradweg fürt direkt unter dem beeindruckenden Bauwerk hindurch.

Foto Jan B.

Kurz darauf fällt mir in der Ferne ein großes Gebäude zwischen den Bäumen auf. Der Blick auf die digitale Karte verrät, dass im Ort Burgscheidungen eine weitere Sehenswürdigkeit warten könnte. Auf einer Erhebung thront dort eine imposante, barocke Schlossanlage mit einem wilden Garten, von wo ihr einen tollen Blick ins umliegende Land habt. Der Ort wirkt sehr verlassen und es ist nur wenig Betrieb. Aber lasst euch nicht täuschen: Es gibt hier sogar öffentliche Führungen durch die Anlage. Ich musste auch nicht lange überzeugt werden, das Café vor Ort zu nutzen und eine kurze Entspannungspause bei Kuchen und alkoholfreien Weizen zu genießen.

Freyburg

Auf dem folgenden Wegabschnitt tauchen die ersten Weinberge auf – keine Überraschung, denn die Saale-Unstrut-Region ist auch für ihren Wein berühmt. Immer den Himmel im Blick behaltend, wurde ich langsam unruhig. Dieses Mal könnte es knapp werden mit dem Regen. Noch 6 km bis Freyburg. Die aufziehende Unwetterfront ließ uns schließlich schneller in die Pedale treten. In Freyburg angekommen, machten wir noch einen kleinen Abstecher zur Rotkäppchen-Sektkellerei, wo am Samstag reger Betrieb herrschte. Dort gibt es auch Sekt-Kellerführungen, die wir aber zeitlich leider verpasst haben. Schließlich suchten wir einen Unterschlupf in einem der Weinhäuser, während kurz darauf der Platzregen einsetzte. Es gibt schlechtere Orte, um ein Unwetter auszusitzen ;-). Als es sich wieder beruhigt hatte bewunderten wir noch kurz den Freyburger Dom, bevor wir uns erneut auf die Räder schwangen und die letzten Kilometer nach Naumburg zurücklegten.

Naumburg

Den schönen Abschnitt zwischen Laucha und Naumburg kannte ich bereits, da ich diesen bei meiner Deutschlandreise im Vorjahr auf dem Weg nach Friedrichshafen schon befahren hatte. Doch dieses Mal führte mein Weg ab Freyburg linksseitig entlang der Unstrut und direkt zum Naumburger Blütengrund! Dort mündet die Unstrut in die Saale und noch knapp zwei Kilomter weiter endet der Unstrutradweg – mit direktem Anschluss an den ebenfalls sehr schönen Saale-Radweg. Wir wollten allerdings die kleine Gierseilfähre nutzen, die an diesem hübschen Flussabschnitt am Fuße des Weinbergs nach Naumburg übersetzt. Und wir wurden auch schon vom freundlichen Fährmann erwartet. Hach, ich mag Fähre fahren ja irgendwie. Selbst wenn der Spaß nur wenige Minuten dauert, finde ich es doch immer sehr entspannend, vor allem wenn sich der Ausblick so lohnt, wie dort im Blütengrund.

Foto Jan B.

Genau ein Jahr zuvor war ich zum ersten Mal in Naumburg gewesen. Es war der Tag, an dem der imposante Naumburger Dom endlich zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde. Dieses Jahr fand ich nun auch Zeit mir das spätromanisch-frühgotische Bauwerk von innen anzuschauen. Er ist Teil der “Straße der Romanik” und schon von Weitem zu sehen. Darin befindet sich auch die berühmte Skulptur des Naumburger Meisters, die Uta von Naumburg, die als Teil des Stifterzyklus im Westchor des Naumburger Doms steht. Beeindruckt hat mich außerdem das Domschatzgewölbe, welches zu den größten romanischen Gewölben Deutschlands gehört.

Foto auf der Fähre und vom Marktplatz in Naumburg von Jan B.

Und zum Abschluss noch ein Tipp:

Naumburg ist definitiv ein würdiger Abschluss für eine Reise auf dem Unstrutradweg. Nicht nur der Dom kann sich sehen lassen, auch der hübsch sanierte Marktplatz und die restliche Altstadt lohnen einen Besuch. Ich hatte auf jeden Fall eine tolle Zeit auf dem Unstrutradweg und empfehle allen, die die Strecke auch fahren möchten, sich etwas Zeit mitzunehmen. Es lohnt sich auch einmal nach links und rechts zu schauen und die Schönheit der Region ganz in Ruhe zu genießen. Für bewegte Bilder und noch mehr Geschichten meiner Reise, schaut bei Instagram vorbei und werft einen Blick in meinen Feed und auf meine Highlights. Danke noch einmal an den Unstrutradweg e.V. für die Einladung. Ich komme sicher wieder!

4. Streckendetails/ gpx-Tracks zum Download

Hier findet ihr alle Tagesetappen auf komoot mit gpx-Datei zum Download. Es gibt ein paar kleine Abweichungen auf den einzelnen Tracks, wenn ich mal zu spät die Aufnahme gestartet habe. Doch im Großen und Ganzen sind dies meine zurückgelegten Wege.

1. Tag: Unstrutquelle bis Herbsleben

2. Tag: Herbsleben bis Artern

3. Tag: Artern bis Naumburg

3 Gedanken zu „Radreise Unstrutradweg: In 3 Tagen von der Quelle bis zur Mündung“

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