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Bike Shorts: FAHR RAD KINO 2017

Der letzte Freitag im September 2017 war ein goldener Herbsttag wie er im Buche steht. Perfekt für eine Ausfahrt mit dem Fahrrad und das am besten in Gesellschaft! Nicht nur das Critical Mass-Jubiläum (25 Jahre, juhu!), sondern auch die Bike Shorts FAHR RAD KINO-Tour lockte die Menschen auf ihre Fahrräder. Zusammen mit guter Stimmung und fabelhafter Unterhaltung war dieser Freitag für mich ein echtes Highlight.

Ich war bereits im Rahmen der Shorts Attack bei einem Bike Shorts Kinoabend gewesen. Dies aber nun zu kombinieren und selbst ein wenig Radzufahren, erschien mir eine sehr gute Idee zu sein. So musste ich nicht lang überzeugt werden, mitzumachen.

Wie immer radelte ich kurz vor knapp los. Doch ich schaffte es am Freitagnachmittag dennoch pünktlich im Gewerbehof der alten Königsstadt-Brauerei in der Saarbrückerstraße im Prenzlauer Berg, Berlin anzukommen. Dort waren die fleißigen Helferlein bereits munter am Werken, damit alles bereit war, bevor die ersten Tourteilnehmer ab etwa 16:30 Uhr eintrafen. Nach einem kurzen Austausch fand ich schon meinen Tisch und bereitete ein paar Kleinigkeiten für die Akkreditierung der Teilnehmer vor. Diese ehrenvolle Aufgabe durfte ich zusammen mit einer weiteren unterstützenden Hand übernehmen. Flyer und Stempel links, Sticker in der Mitte und meine Liste zum Abhaken rechts. Fertig! Und schon ging es los. Stück für Stück trudelten die Menschen ein. Am Ende waren wir ca. 35 Rad- und Kinofreunde, die gegen 17 Uhr nach einer kurzen Begrüßung aufgeteilt in zwei kleine Gruppen zur ersten Station aufbrachen.

Stopp eins: Von Warnwesten und Sonnenschein

Ich muss gestehen, gelbe Warnwesten gehören nicht zu meinen Lieblingskleidungststücken. Doch da ich zumindest zu Beginn die zweite Truppe anführen sollte, erwies sie sich schon als sinnvoll. Ich war deutlich zu erkennen, als die Gruppe entspannt die kurzen 1,5 Kilometer hinunter zum ersten Filmstopp fuhr. Im alten Hinterhof des Büros von ic! Berlin war bereits eine provisorische Leinwand aufgespannt worden.

Obwohl wir uns durchaus in der dunkleren Ecke des Hofes aufhielten, machte es das grandiose Wetter mit klarem Himmel und Sonnenschein nahezu unmöglich etwas auf der Leinwand zu erkennen. Schade für das Screening, gut für die Radtour. Also hielten wir uns nicht lange auf und beschlossen die nächsten Filme an der zweiten Station weiter zu schauen.

Stopp zwei: Auf Fahrradstraßen und Mauerradweg nach Berlin-Pankow

Problemlos und mit nur wenigen Stopps radelte die bunte Truppe zunächst gen Berliner Norden auf Fahrradstraßen durch den Prenzlauer Berg. Begleitet von den feinen Klängen des KLARA GEIST Soundbikes, entwickelte sich bei mir schnell ein entspannter Radfahrmodus. Auf den ruhigen Nebenstraßen der Stadt war dies sogar ohne große Kraftverkehrsunterbrechung möglich. Weiter ging es durch den berühmten Mauerpark und über die Schwedter Straße und den Schwedter Steg entlang der Bahngleise auf einem sehr angenehmen, festen Weg. Wir passierten die Japanische Kirschallee, die besonders im Frühjahr atemberaubend schön erblüht und definitiv einen Besuch wert ist.

Schließlich erreichten wir nach etwa 6,5 km den Schloßpark Pankow mit dem Schloß Schönhausen und dem hübschen Café Sommerlust. Dort bot sich die Gelegenheit ein paar Snacks, Kaffee, Kuchen und Getränke zu erwerben, währen die Laken für das Filmscreening angebracht wurden. Manchmal braucht es dazu nur ein paar Kästen Bier und eine Leiter :-). Dann den Stuhl hingestellt, den Kuchen in die Hand genommen und schon war der Beamer angelaufen. Die nächsten drei Filme waren im Schatten der Bäume und mit der langsam sinkenden Sonne deutlich besser zu erkennen.

Die Auswahl der Bike Shorts war bunt gemischt und reichte vom gezeichneten Animationsfilm über Musikvideo bis hin zum Alltagsbericht. Manchmal waren die Filme nur zwei bis drei Minuten lang, manchmal bis zu 10 Minuten. Doch alle waren unterhaltsam, teilweise ernst, teilweise urkomisch oder einfach nur schräg. Danke für die tolle und vielfältige Auswahl an Christoph (Interfilm).

Stopp drei: Durch Wald und Wiesen auf dem Pankeradweg oder “when the sun goes down”

Mit dem Untergehen der Sonne fielen sich die Temperaturen herbstlich schnell von 20 °C auf 14°C. Was hilft da am besten, um warm zu bleiben? Genau, Bewegung! So machte sich die Truppe auf durch den Schloßpark und auf den schönen Pankeradweg, der entlang des kleinen Flusses Panke hinaus aus Berlin nach Brandenburg führte. Schnell veränderte sich auch die Wegqualität. Nachdem der erste Abschnitt asphaltiert und sehr gut befahrbar war, gab es später so einige teilweise matschige Sandwege. Von nun an war Licht Pflicht, denn Laternen gibt es auf diesem Weg keine mehr.

So erleuchteten bald viele weiße und rote Lichter den schmalen Weg und gab der ganzen Tour einen abenteuerlichen und romantischen Touch.

Dann geschah es. Der unebene Weg forderte ein erstes Fahrradopfer. Wie praktisch, wenn man die Fahrradwerkstatt mobil auf dem Lastenrad dabei hat! Während die Gruppe schon einmal bedächtig weiter radelte, fackelte Enrico von Live Cycle nicht lang. Innerhalb weniger Minuten war der platte Schlauch geflickt und die Fahrt konnte weitergehen.

In Berlin-Buch am äußersten Stadtrand der Stadt erfolgte nach ca. 11 km bereits in Dunkelheit der dritte Stopp auf einem Hof des dort ansässigen Fahrradgeschäfts. Die Wand über den Garagen des Wohnhauses bot die perfekte Leinwand und wir konnten die nächsten drei Bike Shorts deutlich erkennbar genießen.

Stopp vier: Über dunkle Felder hinaus nach Brandenburg

Die letzte Etappe führte uns endgültig aus Berlin heraus nach Brandenburg. Durch kleine Stadtrandsiedlungen und entlang von Feldern radelten wir über den gut ausgeschilderten, geteerten Pankeradweg nach Bernau. Dort sollte die vierte und letzte Station der Bike Shorts FAHR RAD KINO – Tour sein. Die Stimmung war nach wie vor sehr gut. Ich genoß das draußen sein und die frische, wenn auch kühle Luft. Mein Brompton rollte problemlos über den durch die zahlreichen Fahrradleuchten erhellten Weg. Ich fühlte mich glücklich und frei und musste erneut feststellen: Manchmal tut es gut, die Stadt und das gewohnte Umfeld zu verlassen und hinaus zu fahren. Das macht den Kopf frei und weckt neue Ideen.

In Café und der Eismanufaktur “Alte Post” um die Ecke vom Bahnhof von Bernau fand im Warmen bei süßen Leckereien die Tour ein entspanntes Ende. Ca. 33 km war die Strecke lang und wir waren mit ein paar Stopps und den Filmstationen etwa 4,5 Stunden unterwegs.

 

Danke an alle, die mitgewirkt haben, um diese kleine, aber feine Radtour durchzuführen. Das dickste Dankeschön geht an Karen, die das alles organisiert und geplant hat!

Ich hoffe auf ein nächstes Mal!

Mit Faltrad auf dem Rheinradweg: Hitze und Maisfelder

Am nächsten Morgen war kaum noch etwas von dem Unwetter des Vorabends zu erkennen. Nur ein paar Pfützen deuteten noch auf den vergangenen Regen hin und ich lenkte Ljómi im Slalom um diese herum. Ich freute mich darüber, wieder im Sattel zu sitzen, auch weil es die ersten Meter in Richtung Innenstadt von Worms nur bergab ging.

3.   Tag: Von Worms nach Hochstetten (bei Karlsruhe)

Strecke: ca. 100 km

Bevor ich zurück auf den Rheinradweg und an den Rhein rollte, erkundete ich neugierig die geschichtsreiche Stadt der Nibelungen mit ihrem Wahrzeichen, dem Dom St. Peter zu Worms, dem zweiten der drei berühmten rheinischen Kaiserdome auf meinem Weg. Im 12. Jahrhundert entstanden, ragt er noch heute mit seinen zahlreichen Rundbogen-Fenstern imposant in den Himmel. Auch sonst hat die Stadt ein paar reizvolle Altbauten zu bieten, die jedoch mit dem Fahrrad schnell abgefahren sind.

Der morgendliche Weg am Rhein entlang war wirklich schön und grün, vorbei an in Nebel gehüllte Felder und durch kleine Waldabschnitte. Doch spätestens, als ich mich Mannheim näherte wurde es anstrengend.

Die Straße führte mich in einem größeren Bogen vom Rhein weg, so musste ich zwar nicht durch die Stadt und das Industriegebiet fahren, dafür ging die Straße dennoch durch urbanen Raum. Einige Wohnsiedlungen lagen auf dem Weg. Wieder spürte ich die zunehmende Wärme, die mich doch sehr forderte (ich Nordkind, ich). Positiv war jedoch für mich, festzustellen, dass mein Brommie und ich uns gut eingespielt hatten. Ich fühlte mich wohl darauf, der Brooks Cambium fuhr sich großartig und am dritten Tag meiner Reise verzichtete ich auch mutig auf jegliche Radlerhosen und zusätzliche Polsterung. Kein Problem!

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Mit Faltrad auf dem Rheinradweg: Burgen & Wein

Mit Faltrad auf dem Rheinradweg unterwegs zu sein, war nicht unbedingt mein erster Gedanke, als ich beschloss mit dem Fahrrad zur Eurobike 2017  zu fahren. Doch aus organisatorischen und praktischen Gründe entschied ich mich, die Liebe zu meinem Brompton etwas auf die Probe zu stellen und mit Ljómi den Weg auf mich zu nehmen. Nach einer anstrengenden Woche unterwegs, vielen Zugstunden, viel Arbeit und Menschenkontakt freute ich mich nun darauf, die nächste Woche auf dem Fahrrad verbringen zu können. Rheinradweg ich komme!

Mein Ausgangspunkt für die Tour war demnach nicht Berlin, sondern Köln, wo ich ein paar Tage verbracht habe, bevor ich mich endlich aufs Rad schwingen konnte. Die Zeit ist knapp und so habe ich beschlossen, erst ab Koblenz mit meiner Tour zu beginnen. Doch vorher wollte ich unbedingt auf die Burg Drachenfels in Königswinter kurz hinter Bonn.

So hüpfte ich am Donnerstagmorgen in Köln Süd in den Regionalzug nach Bonn Bad Godesberg, wo ich mit einer Fähre hinüber auf die andere Rheinseite fahren wollte. Leider war die Fährfahrt viel zu kurz. Ich hätte noch viel länger auf dem Wasser verbringen können. Ich liebe es einfach. Drüben angekommen, radelte ich gen Königswinter, wo die Drachenfelsbahn den Aufstieg in die luftigen Höhen über dem Rhein etwas erleichterte. Der Ausblick von dort oben ins Tal hinab ist wahrlich nicht zu verachten und ich bin froh, diesen kleinen Umweg auf mich genommen zu haben.

Nach einer rasanten, sehr steilen Abfahrt mit Ljómi ins Tal hinab, schnappte ich mir den nächsten Regionalzug und tuckerte mit diesem nach Koblenz, wo meine Radtour entlang des Rheins endlich beginnen sollte.

  1. Tag: Von Koblenz nach Bacharach

    Strecke: ca. 55 km

Es war warm geworden. Ich spürte es deutlich, als ich in Koblenz am Hauptbahnhof mit meinem Brommie aus dem Zug stieg und nach einem Kaffeestopp zum Rhein runter rollte. Es war so schön eine leichte Brise um die Nase zu spüren und endlich wieder auf dem Rad zu sitzen. Eine Woche sollte es werden. Der Zeitplan ist abgesehen vom ersten Tag sehr eng und so genieße ich es, etwas Zeit zu haben und mache einen Fotostopp nach dem anderen. Die Temperaturen kletterten auf über 25°C und ich freute mich über häufigen Bergschatten und etwas Wind. Ich trat vor mich hin und immer wieder kommen mir andere Radfahrer entgegen. Auch vier Brommies sehe ich an diesem Tag.

Entlang des Rheins

Der Rhein ist wahnsinnig beeindruckend. So viel Wasser, was tagein, tagaus durch sein Flussbett strömt. Eingebettet in die Bergkulisse des zum UNESCO Welterbe gehörenden Mittelrheintales kann ich mich gar nicht satt sehen an dem ganzen Grün und diesen unzähligen Burgen und Schlössern. Die mittelalterlichen Bauherren haben wirklich ganze Arbeit geleistet. Leider hat meine Kamera-App irgendwann beschlossen nicht mehr zu funktionieren und einige tolle Bilder sind verloren gegangen :-(.

Vorbei an Burg Stolzenfels, dem berühmten Loreley-Felsen, der Stadt der Türme Oberwesel bis hin ins romantische Rheinstädtchen Bacharach ging meine Fahrt. Hier habe ich meine erste Übernachtung geplant.

Burgfräulein für eine Nacht

Da ich zum ersten Mal ohne Zelt reiste, habe ich mir vorab Stationen gesucht, wo ich schlafen konnte. Die Jugendherberge in Bingen, wo ich eigentlich noch hin wollte, war leider ausgebucht. Doch ich wurde dafür mit einer viel spannenderen Bleibe belohnt. Burg Stahleck in Bacharach thront pompös auf einem Berg und bietet traumhafte Ausblicke in das Rheintal. Die komplette Burg fungiert als Jugendherberge. Nachdem ich mich halb fahrend, halb schiebend die Straße hinauf geschwitzt habe, genoß ich den lauen Sommerabend mit Blick auf den Rhein – nach einer wohltuenden Dusche.

Am Freitag sollte die Fahrt weiter gehen, mit deutlich mehr Kilometern auf dem Rad.

2.   Tag: Von Bacharach nach Worms

Strecke: ca. 105 km

Nach einer fast schon könniginnengleichen Nacht (na gut, dafür war mein Kämmerlein etwas zu klein) im Turmhaus der Burg Stahleck in Bacharach, schwang ich mich am Freitagmorgen wieder auf mein Brommie und genoß die Talfahrt. Huuuuuuuuuuuuui! Eine ganz schön starke Steigung ist das auf der Straße zur Burg. Schnell war ich wieder in der Stadt angekommen und erfreute mich noch einmal an der wunderschönen, alten Architektur der Fachwerkhäuser, bevor ich durch den Ort wieder auf den Rheinradweg radelte.

Rheinradweggespräche

Bis Bingen ging mein Weg eng am Rhein entlang durch das malerische, obere Mittelrheintal. Der Nebel vom früheren Morgen hatte sich bereits verzogen und die Sonne begann schnell zu wärmen. Kurz vor der Stadt wurde ich von einem Herren mit dem Fahrrad überholt, der mich etwas überrascht ansprach:

“Ist das mit Motor?”, auf Ljómi deutend.

“Nee.”

“Sie sind so schnell damit unterwegs.”

Ich lachte und erklärte wie immer, was das besondere an einem Brompton sei und, dass man damit sehr gut auch längere Touren zurücklegen konnte – ohne sich zu sehr abstramplen zu müssen. S. wurde mein Wegbegleiter bis Bingen und gab mir bei einem sehr angenehmen Gespräch über Berlin, Fahrräder (und Falträder) und den folgenden Wegabschnitt, wertvolle Wegtipps. Dankeschön! Es war mir eine Freude und die Hinweise waren sehr hilfreich!

Der Weg nach Mainz

Der nächste große Ort würde Mainz sein. Der Weg dahin war fast schon etwas langweilig, da ich viel hinter dem Deich fuhr. Auch, wenn die Straße größtenteils fest und eben war, fand ich es fast etwas anstrengend. Meine Gedanken schweiften zu oft weg. Zu wenig Abwechslung machte mich immer etwas müde, trotz der grünen Gärten auf der Strecke und dem weiten Blick ins Land mit den Obstplantagen.

In Mainz wollte ich gegen 13 Uhr und nach etwa 50 km eigentlich eine etwas längere Mittagspause machen. Nachdem ich mich durch das Industriegebiet in die Stadt gekämpft hatte, gefiel mir es mir sehr gut dort. Die Sakralbauten und der Marktplatz beim berühmten Mainzer Dom und am Gutenbergmuseum sind einen Abstecher wert. Doch so richtig glücklich war ich nicht mit der Café-Auswahl dort und beschloss schnell weiter zu radeln.

Viele Wege führen nach Worms

Auch bei Alex möchte ich mich bedanken, der ebenso ein paar Hinweise für mich hatte. Denn hinter Mainz gab es teilweise mehrere Fahrradrouten, die alle zum nächsten Ort, aber über unterschiedliche Wege dorthin führten. Schotterpiste am Rhein oder geteerter Weg am Damm entlang? Nach den Ratschlägen meiner beiden Locals, nahm ich den etwas längeren Teerweg und wurde durch eine weitere, traumhafte Landschaft geleitet. Wo am frühen Vormittag noch Burgen dominierten, überwogen jetzt noch viel mehr die Weinhänge. Vor Nierstein bog der Weg etwas hügelig direkt zwischen die Weinberge ab und ich genoß den tollen Blick von dort oben auf das Tal und den Rhein.

In Nierstein machte ich schließlich meine Pause und wurde für mein Durchhalten belohnt. Das kleine Café Ernst & Illi am Marktplatz war ganz bezaubernd und bot leckeren hausgemachten Kuchen. Ich gönnte mir die Zeit und versuchte etwas zu entspannen.

Es waren noch knapp 30 km bis Worms, dass ich über einen weiteren Alternativweg etwas abseits des Rheins schließlich gegen 18 Uhr erreichte – zusammen mit dunkler werdendem Himmel. Da zog etwas auf!

Timing

Eine Halbe Stunde nach meiner Ankunft auf einem Weingut mit Pension am Stadtrand von Worms schlug das Unwetter zu: Heftiger Wind, dunkle Wolken und schließlich ein Grollen und Brummen erfüllten die Luft, bevor heftiger Regen einsetzte. Eine weitere halbe Stunde später war alles vorbei und ich machte drei Kreuze, dass ich noch rechtzeitig zuvor in der Pension angekommen war.

Weiter gehts am Samstagmorgen gen Karlsruhe…

La Superbe: Wie lang halte ich es auf einem Brompton aus?

Oder: Ich will auch in den Club der Brompton-100km-Fahrer!
Nachdem ich so viel übers Radfahren gesprochen habe, habe ich nun das dringende Bedürfnis, es auch endlich mal wieder zu tun! Natürlich muss es auch etwas besonderes sein…

Ich bekam vor ein paar Wochen per Mail eine Einladung für eine ganz spezielle Ausfahrt mit Fahrrädern: La Superbe, die Fahrt auf dem Berliner Mauerweg mit einem Brompton. Das musste ich erst einmal kurz sacken lassen. Das sind rund 165 km einmal entlang des ehemaligen Grenzverlaufes in und um Berlin herum. Diese Tour wird seit 2015 von einem Mitglied des Bromptonauten-Forums organisiert.

165km mit dem Brommie!

Kann man machen.

Ich habe beschlossen, dass ich auch genau das tun werde. Nachdem Miri ihre 100 km + beim BrommieX dieses Jahr mit Fiete bereits absolviert hat, bin ich noch mehr angespornt. Diese 100 km sind für Bromptonfahrer so eine magische Grenze. Warum das so ist, habe ich noch nicht ganz herausgefunden. Vielleicht um zu zeigen, dass ein Brompton so ziemlich alles mitmacht und seinen Fahrer auch über lange Strecken tragen kann?

Die längste Strecke, die ich mit meinem kleinen Flitzer bisher zurückgelegt habe, betrug zwar nur ca. ein Fünftel von besagten 165 km, aber das muss ja erst einmal kein Hindernis sein. Ich fühle mich soweit ganz wohl mit Ljómi und finde es schon spannend herauszufinden, wie weit ich mit ihr kommen kann.

Vorbereitungen für die Tour…

…sind reichlich überbewertet. Da ich in den letzten Tagen hauptsächlich Zuhause gearbeitet habe, saß ich viel zu wenig auf dem Rad. Doch ich bin dennoch zuversichtlich. Zumindest habe ich probeweise ein paar neue Lenkergriffe montiert und die Reifen nochmal aufgepumpt. Die harten Brompton-Griffe würden mich sonst vermutlich zum vorzeitigen Aufhören zwingen. Also gibt es nun ein paar schöne, ergonomische Korkgriffe mit kleinen Bar Ends, damit meine Hände zwischendurch entspannen können. Falten kann ich das Brompton damit problemlos. Nun noch die sexy Radlerhose herauskramen und schon bin ich bereit für eine Ausfahrt durch und um meine Heimatstadt herum.

Kommt ihr mit?

Radelt mit!

Ich werde die Tour so gut es geht, dokumentieren und auf Instagram, Facebook und Twitter aktiv sein, soweit ich Zeit dazu finden werde. Schließlich muss ich auch noch ein bisschen Radfahren. Mal sehen, wie weit ich komme. Die Wettervorhersage ist nicht so vielversprechend, aber lieber ein bisschen Nieselregen bei 19°C, als 32°C und pralle Sonne.

Start: 25.06.2017 um 07:00 Uhr am Brandenburger Tor in Berlin
Strecke: Berliner Mauerweg auf rund 165 km Länge

Infos zum Mauerweg per Rad gibt es auch beim AFDC.

Ljómi war sogar schon mal auf der Glienicker Brücke.