Was im letzten Jahr bereits als Idee in meinem Kopf herum schwirrte, wollte ich 2018 nun endlich umsetzen: Von Berlin an den Bodensee nach Friedrichshafen fahren. Mit dem Rad. Zur Eurobike 2018. Im Vorjahr führte mich meine Tour mit meinem Faltrad von Köln/Koblenz entlang des Rheinradweges zur größten Fahrradleitmesse. Dieses Jahr wollte ich die Reise in meiner Heimat starten und mit meinem neuen Fahrrad angehen. Hinweis: Enthält Produktvorschläge (manche würden es als Werbung bezeichnen…) Wirklich vorbereitet war ich auf diese Tour allerdings nicht. Im Vorfeld war ich schon wieder viel unterwegs, viel arbeiten und auch ein paar Tage im Urlaub. Da blieb nicht viel Gelegenheit, um die Route zu planen oder Material und Zubehör zu besorgen. Dafür nehme ich mir sonst gern mehr Zeit. Ziel war es aber von Anfang an, nicht nur stur zu fahren, sondern auf dem Weg ein paar Stationen zu haben und Freunde zu besuchen…
Frisch war es am Dienstagmorgen, als ich Ljómi schnappte und zur S-Bahn stiefelte. Die erste Fernzugfahrt im Jahr 2018 stand für mich an und ich bereute bereits nach wenigen Minuten, dass ich nicht mit meinem Brompton zum Hauptbahnhof geradelt war. Die Luft in der S-Bahn war stickig und es war viel zu warm. Menschen drängten sich aneinander, wirkten gestresst und müde. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, tuckerte die Stadtbahn im Stop-and-Go-Modus und brauchte für zwei Stationen doppelt so lang wie normalerweise. Notarzteinsatz. Auch die Ringbahn war von Verspätungen betroffen, denn die hatte ihren eigenen Notfall. Egal. Ich hatte Glück, denn sie fuhr zumindest, da ich mich spontan entschieden hatte, am Bahnhof Südkreuz in den EC zu hüpfen. Zu groß war die Gefahr, dass ich ihn am Hauptbahnhof knapp verpasste. Die nächsten 110 Minuten verbrachte ich dann entspannt in dem ungarischen Zug mit deutschem Fahrradabteil, las in der aktuellen fahrstil…
Auf der Suche nach dem Gravelbike bin ich seit Anfang des Jahres tatsächlich ernsthaft. Denn ich bin schon längst darüber hinweg zu glauben, dass ein Fahrrad allein alle Nutzungszwecke abdecken kann. Eigentlich wäre das auch zu schade, wenn es so ein Allrounder-Rad geben würde. Zu schade, weil es so viele wunderschöne, verschiedene Fahrräder und Fahrradtypen gibt. Außerdem machen sich die Zweiräder auch äußerst dekorativ in der Wohnung. Da geht schon mal eins mehr. N+1 also, die altbekannte Formel der Anzahl an Fahrrädern, die Mann oder Frau so haben kann. Ich frage mich, ob es hierzu auch eine weitere Formel gibt, die berechnet, in welchem Zeitraum sich die Anzahl potenziert? Ein wenig Sorge macht mir das schon, wenn ich überlege, dass gerade letztes Jahr schon zwei weitere Schönheiten bei mir eingezogen sind und ich nun bereits am Jahresanfang weitere Fahrradgelüste verspüre. Selbst in einer großen Wohnung ist der Platz irgendwann limitiert.…
Ende August 2014 durfte mein neues Fahrrad mit mir nach Irland fliegen, was ein wenig Vorbereitung bedurfte.
Ich informierte mich auf diversen Internetseiten und in Foren, welche Erfahrungen Reiseradler bereits mit dem Transport vom Fahrrad im Flugzeug gemacht haben. Etwas verschreckt war ich schon, ob der teilweise gruseligen Geschichten, wie die Räder bei der Ankunft wieder aus dem Laderaum heraus kamen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Verpackung (oder sogar gar keine), wobei mir ein Karton bzw. Koffer doch am sichersten schien.



