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Das erste Mal…beim Sechstagerennen in Berlin!

“Bist du dabei?”, fragte Wiebke mittags am letzten Sonntag im Januar 2018.  Sie wollte gegen 14:15 Uhr am Velodrom sein. Gut, das war spontan und ich so gar nicht ausgehfein, aber Lust hatte ich schon.

Zunächst versuchte ich jedoch weiterhin die verdammt festsitzende Kurbel von meinem roten Renner abzuziehen. Mit ein wenig freundlicher Unterstützung und der Klimmzugstange (die nun endlich mal wieder benutzt wurde) gelang das schließlich auch. Nach erfolgreicher Operation huschte ich unter die Dusche, um danach schnell in meine Sachen und aufs Rad zu hüpfen.

Geräusche

Ca. 14:16 Uhr hatte ich Jameson an ein Geländer vor dem Eingang des Veldodroms gebunden. Er war dort in allerbester Gesellschaft. Schon die Vielzahl neben ihm angeschlossener, teilweise sehr hochwertiger Räder verdeutlichte, das hier einige Radfreunde anwesend waren. Meine Aufregung stieg. In den überwarmen Foyer angekommen, verkündete Wiebke freudenstrahlend, dass wir nun doch noch Plätze in der “Zum Glück Berliner”-Lounge in der Mitte der Rennbahn bekommen hatten. Das klang schon mal vielversprechend! Neugierig bahnten wir uns den Weg durch die Gänge, vorbei an den verschiedenen Rängen, entlang der Fressbuden und Werbestände. Eine Treppe runter, eine Treppe wieder hoch und schon waren wir eingehüllt von dem Geruch nach Zuckerwatte, den Gedudel und Stimmengewirr aus den Lautsprechern und dem Rauschen der beständig jubelnden und murmelnden Menschen auf den Rängen. Willkommen beim Berliner Sechstagerennen, die Berlin Six Days!

Familiensonntag

Das Velodrom und seine große Halle konnte bis zu 12.000 Pax fassen und ist ein beliebter Veranstaltungsort für große Konzerte. Nun gut, die Musik, die ich an diesem Sonntag beim 107. Berliner Sechstagerennen hörte, war doch…ähm gewöhnungsbedürftig für meinen Geschmack und ich musste das ein oder andere Mal hart schlucken, um nicht schreiend aus der Halle zu rennen. Aber hey, es war Familiensonntag, es sollte für alle etwas dabei sein. Dementsprechend musste ich auch den ein oder anderen Schlager aus der Büchse ertragen. Für mich war also musikalisch nicht wirklich etwas dabei. Toll fand ich jedoch, dass es diesen Tag für Familien gab, diese auch vergünstigt Eintritt erhielten und die Rennen daher tagsüber ausgetragen wurden. Im Gegensatz zu den restlichen fünf Tagen, wo die Wettkämpfe um 17 Uhr erst begannen, waren sie am Sonntag um diese Uhrzeit schon vorbei.

Mitten drin statt nur dabei

Zum Glück konnte ich mich sehr schnell auf das Geschehen auf der Bahn konzentrieren. Ich hatte keine Ahnung, was da genau passierte. Ja, da fuhren RadsportlerInnen ihre Runden, es ging um Schnelligkeit, um Geschick und Ausdauer, aber was genau machte dieses Motorrad auf einer Radrennbahn? Ich hatte auf Bildern und in kurzen Videos bereits gesehen, wie eine Radsportbahn bei den Six Days aufgebaut war, doch in echt wirkte sie noch viel größer und an einigen Stellen extrem in Schräglage. Wahnsinn, dass die Sportler darauf fahren konnten! Die können das und ich würde vermutlich umkippen…

Mir wurde wieder einmal klar, wie wenig bis gar keine Ahnung ich von Radsport hatte. Aber egal, Wiebke und die Atmosphäre in der Halle rissen mich schnell mit. So erfuhr ich wer z.B. Reinhardt und Thiele waren, Downey und English und vor allem Team Nater. Während die Teams zusammen kämpften, sprintete Nate Koch allein. Immer ein Lächeln auf den Lippen, zog er seine Bahnen und ließ in den Aufwärmrunden kaum eine Gelegenheit aus, herumzublödeln und sich zur Musik zu bewegen. Der Helm mit dem aufgeklebten bunten Iro passte dazu perfekt. Der Profisportler aus Kalifornien war das lebende Klischee eines amerikanischen Sonnyboys und sorgte immer für Unterhaltung. Auf dem Siegerpodest stand er nicht so häufig, dafür aber sein deutscher Buddy Maximilian Levy, der im Sprint einen Sieg nach dem anderen einfuhr.

Was genau machen die da eigentlich?

Soweit so gut, da gab es natürlich noch einige Namen mehr, doch während ich mich noch an diese gewöhnte, versuchte ich gleichzeitig die unterschiedlichen Disziplinen zu verstehen. Warum genau fahren die da jetzt 40 Runden im Kreis in Zweier-Teams und einer von beiden radelt gemütlich auf dem oberen Teil der Bahn, während sein Kollege sich weiter unten abarbeitet? Fasziniert sah ich dann kurz darauf das erste Mal eine Ablösung, wie effektiv sich die beiden Teammitglieder unterstützten und abwechselnd mit dem Schleudergriff anschuben. Dass sie dabei mitten im Fahrerfeld weiterfahren konnten und nicht umfielen, bewunderte ich sehr. Die Art des Rennens nennt sich Madison (oder Américaine) nach dem ersten Austragungsort eines derartigen Bahnrennens: Dem New Yorker Madison Square Garden (Danke Wiki!). Womit ich dann auch beim Motorrad bin, was eigentlich ein Derny ist (heute hauptsächlich Elektromotorräder). Dieses wird nicht nur in eigenen rundenreichen Derny-Rennen durchgängig als Schrittmacher und Windschattenspender für die einzelnen Radsportler eingesetzt (sogenannte Steher, von engl. to stay; weil die Rennen so lang und die Radsportler so ausdauernd sind), sondern einer auch zu Beginn beim Madison. Beim Dernyrennen werden die dem Fahrer zugeteilten Dernyfahrer ausgelost.

Ich lernte außerdem, dass viele Fahrer wirklich an allen sechs Tagen auf der Bahn waren! Sechs Tage lang fuhren die SportlerInnen mit nur wenigen Pausen und brachten dabei Höchstleistungen. Nicht nur ein Weltrekord wurde dabei neu errungen.

Online und offline

Die Lounge war perfekt, um das Rennen hautnah zu erleben, fuhren die Fahrer doch direkt an uns vorbei. Dies hatte sicher auch einen Einfluss darauf, dass ich so viel Spaß daran fand. Nachdem ich das erste Bild vom Sechstagerennen gepostet hatte, meldete sich die Carolyn (ciclista.net) und wollte wissen, wo ich denn sei! Welch eine Überraschung, wo ich doch dachte, sie wollte nur am Samstag da sein! Während ich noch eine Runde bei den Ausstellern auf der VELO Expo oben im Foyer drehte, fand sie sich schon in der Lounge ein.

Viel Zeit blieb nicht mehr, um die Atmosphäre noch einmal aufzusaugen, in den Jubel einzusteigen und die Sportler anzufeuern. Aber ich hatte Blut geleckt! Sehr schnell war klar: Da musste ich noch einmal hin! Danke Wiebke fürs Organisieren!

Und noch einmal…

Als ich dann am Dienstagabend noch einen Besuch des Sechstagerennens wagte, war dies bereits der letzte Veranstaltungstag. Aber hier hatte ich endlich die Gelegenheit auch die Damen fahren zu sehen. Und das lohnte sich, auch wenn es eindeutig zu wenig Damendisziplinen bei den Six Days gab. Ich sah Kristina Vogel und Miriam Welte fahren und schon beim Anmoderieren der zahlreichen Titel, die die beiden jeweils eingefahren hatten, konnte ich nur Respekt haben für diese außergewöhnlichen, sportlichen Leistungen. Sie dann fahren zu sehen, war wiederum unglaublich spannend. Die Halle tobte, als Vogel und Welte schließlich beim Sprint gegeneinander fuhren. Schließlich haben die beiden oft genug auch gemeinsam als Team Titel errungen. Um so spannender war, dass Vogel ihrer Kollegin auf der Ziellinie nur um Felgenbreite voraus war und erneut gewann!

Was für ein Erlebnis. Ja, ich würde immer noch behaupten, keine Ahnung vom Radsport zu haben, doch zumindest durfte ich an diesen beiden Tagen, die ich beim Sechstagerennen verbracht habe, einiges über den Bahnsport lernen. Und ich konnte feststellen: Radsport kann ganz schön Spaß machen, sogar wenn man nicht selbst fährt.

Bike Shorts: FAHR RAD KINO 2017

Der letzte Freitag im September 2017 war ein goldener Herbsttag wie er im Buche steht. Perfekt für eine Ausfahrt mit dem Fahrrad und das am besten in Gesellschaft! Nicht nur das Critical Mass-Jubiläum (25 Jahre, juhu!), sondern auch die Bike Shorts FAHR RAD KINO-Tour lockte die Menschen auf ihre Fahrräder. Zusammen mit guter Stimmung und fabelhafter Unterhaltung war dieser Freitag für mich ein echtes Highlight.

Ich war bereits im Rahmen der Shorts Attack bei einem Bike Shorts Kinoabend gewesen. Dies aber nun zu kombinieren und selbst ein wenig Radzufahren, erschien mir eine sehr gute Idee zu sein. So musste ich nicht lang überzeugt werden, mitzumachen.

Wie immer radelte ich kurz vor knapp los. Doch ich schaffte es am Freitagnachmittag dennoch pünktlich im Gewerbehof der alten Königsstadt-Brauerei in der Saarbrückerstraße im Prenzlauer Berg, Berlin anzukommen. Dort waren die fleißigen Helferlein bereits munter am Werken, damit alles bereit war, bevor die ersten Tourteilnehmer ab etwa 16:30 Uhr eintrafen. Nach einem kurzen Austausch fand ich schon meinen Tisch und bereitete ein paar Kleinigkeiten für die Akkreditierung der Teilnehmer vor. Diese ehrenvolle Aufgabe durfte ich zusammen mit einer weiteren unterstützenden Hand übernehmen. Flyer und Stempel links, Sticker in der Mitte und meine Liste zum Abhaken rechts. Fertig! Und schon ging es los. Stück für Stück trudelten die Menschen ein. Am Ende waren wir ca. 35 Rad- und Kinofreunde, die gegen 17 Uhr nach einer kurzen Begrüßung aufgeteilt in zwei kleine Gruppen zur ersten Station aufbrachen.

Stopp eins: Von Warnwesten und Sonnenschein

Ich muss gestehen, gelbe Warnwesten gehören nicht zu meinen Lieblingskleidungststücken. Doch da ich zumindest zu Beginn die zweite Truppe anführen sollte, erwies sie sich schon als sinnvoll. Ich war deutlich zu erkennen, als die Gruppe entspannt die kurzen 1,5 Kilometer hinunter zum ersten Filmstopp fuhr. Im alten Hinterhof des Büros von ic! Berlin war bereits eine provisorische Leinwand aufgespannt worden.

Obwohl wir uns durchaus in der dunkleren Ecke des Hofes aufhielten, machte es das grandiose Wetter mit klarem Himmel und Sonnenschein nahezu unmöglich etwas auf der Leinwand zu erkennen. Schade für das Screening, gut für die Radtour. Also hielten wir uns nicht lange auf und beschlossen die nächsten Filme an der zweiten Station weiter zu schauen.

Stopp zwei: Auf Fahrradstraßen und Mauerradweg nach Berlin-Pankow

Problemlos und mit nur wenigen Stopps radelte die bunte Truppe zunächst gen Berliner Norden auf Fahrradstraßen durch den Prenzlauer Berg. Begleitet von den feinen Klängen des KLARA GEIST Soundbikes, entwickelte sich bei mir schnell ein entspannter Radfahrmodus. Auf den ruhigen Nebenstraßen der Stadt war dies sogar ohne große Kraftverkehrsunterbrechung möglich. Weiter ging es durch den berühmten Mauerpark und über die Schwedter Straße und den Schwedter Steg entlang der Bahngleise auf einem sehr angenehmen, festen Weg. Wir passierten die Japanische Kirschallee, die besonders im Frühjahr atemberaubend schön erblüht und definitiv einen Besuch wert ist.

Schließlich erreichten wir nach etwa 6,5 km den Schloßpark Pankow mit dem Schloß Schönhausen und dem hübschen Café Sommerlust. Dort bot sich die Gelegenheit ein paar Snacks, Kaffee, Kuchen und Getränke zu erwerben, währen die Laken für das Filmscreening angebracht wurden. Manchmal braucht es dazu nur ein paar Kästen Bier und eine Leiter :-). Dann den Stuhl hingestellt, den Kuchen in die Hand genommen und schon war der Beamer angelaufen. Die nächsten drei Filme waren im Schatten der Bäume und mit der langsam sinkenden Sonne deutlich besser zu erkennen.

Die Auswahl der Bike Shorts war bunt gemischt und reichte vom gezeichneten Animationsfilm über Musikvideo bis hin zum Alltagsbericht. Manchmal waren die Filme nur zwei bis drei Minuten lang, manchmal bis zu 10 Minuten. Doch alle waren unterhaltsam, teilweise ernst, teilweise urkomisch oder einfach nur schräg. Danke für die tolle und vielfältige Auswahl an Christoph (Interfilm).

Stopp drei: Durch Wald und Wiesen auf dem Pankeradweg oder “when the sun goes down”

Mit dem Untergehen der Sonne fielen sich die Temperaturen herbstlich schnell von 20 °C auf 14°C. Was hilft da am besten, um warm zu bleiben? Genau, Bewegung! So machte sich die Truppe auf durch den Schloßpark und auf den schönen Pankeradweg, der entlang des kleinen Flusses Panke hinaus aus Berlin nach Brandenburg führte. Schnell veränderte sich auch die Wegqualität. Nachdem der erste Abschnitt asphaltiert und sehr gut befahrbar war, gab es später so einige teilweise matschige Sandwege. Von nun an war Licht Pflicht, denn Laternen gibt es auf diesem Weg keine mehr.

So erleuchteten bald viele weiße und rote Lichter den schmalen Weg und gab der ganzen Tour einen abenteuerlichen und romantischen Touch.

Dann geschah es. Der unebene Weg forderte ein erstes Fahrradopfer. Wie praktisch, wenn man die Fahrradwerkstatt mobil auf dem Lastenrad dabei hat! Während die Gruppe schon einmal bedächtig weiter radelte, fackelte Enrico von Live Cycle nicht lang. Innerhalb weniger Minuten war der platte Schlauch geflickt und die Fahrt konnte weitergehen.

In Berlin-Buch am äußersten Stadtrand der Stadt erfolgte nach ca. 11 km bereits in Dunkelheit der dritte Stopp auf einem Hof des dort ansässigen Fahrradgeschäfts. Die Wand über den Garagen des Wohnhauses bot die perfekte Leinwand und wir konnten die nächsten drei Bike Shorts deutlich erkennbar genießen.

Stopp vier: Über dunkle Felder hinaus nach Brandenburg

Die letzte Etappe führte uns endgültig aus Berlin heraus nach Brandenburg. Durch kleine Stadtrandsiedlungen und entlang von Feldern radelten wir über den gut ausgeschilderten, geteerten Pankeradweg nach Bernau. Dort sollte die vierte und letzte Station der Bike Shorts FAHR RAD KINO – Tour sein. Die Stimmung war nach wie vor sehr gut. Ich genoß das draußen sein und die frische, wenn auch kühle Luft. Mein Brompton rollte problemlos über den durch die zahlreichen Fahrradleuchten erhellten Weg. Ich fühlte mich glücklich und frei und musste erneut feststellen: Manchmal tut es gut, die Stadt und das gewohnte Umfeld zu verlassen und hinaus zu fahren. Das macht den Kopf frei und weckt neue Ideen.

In Café und der Eismanufaktur “Alte Post” um die Ecke vom Bahnhof von Bernau fand im Warmen bei süßen Leckereien die Tour ein entspanntes Ende. Ca. 33 km war die Strecke lang und wir waren mit ein paar Stopps und den Filmstationen etwa 4,5 Stunden unterwegs.

 

Danke an alle, die mitgewirkt haben, um diese kleine, aber feine Radtour durchzuführen. Das dickste Dankeschön geht an Karen, die das alles organisiert und geplant hat!

Ich hoffe auf ein nächstes Mal!

Termine: Fahrradunterhaltung am letzten September-Wochenende

Fahrradunterhaltung am letzten September-Wochenende 2017: So oder so ähnlich könnte der Titel für das kommende Wochenende in Berlin lauten, denn für Fahrradfreunde wird eine ganze Menge los sein.

Der heiße Freitag, 29.09.2017

1. Bike Shorts – Fahr Rad Kino

Prenzlauer Berg, Saarbrücker Str.
–> 16:30 bis ca. 21:00 Uhr

200 Jahre Fahrrad – wenn das nicht ein Grund zum Feiern ist! Schwingt euch aufs Rad und fahrt gemeinsam mit einer illustren Gruppe anderer Kino- und Fahrradfreunde durch Berlin und raus ins schöne Brandenburg! Für besondere Unterhaltung wird ein ausgewähltes Fahrradkurzfilmprogramm an vier Stationen auf dem Weg gezeigt. Für exzellente Klänge auf der Tour sorgen Klara Geist. Life Cycle kümmert sich darum, dass euer Rad richtig rund läuft.

Anmeldung online! Es sind nahezu alle Plätze weg! Alle weiteren Infos findet ihr auf obigem Flyer oder auf Facebook.

Ich würde mich freuen, euch da zu sehen! Ihr findet mich mit einer Liste mit euren Anmeldungen am Start, wo ich euch fleißig begrüßen werde :-)! Denkt an funktionierendes Licht und daran, dass die Wegqualität mitunter der Jahreszeit geschuldet, variieren kann. Außerdem fahren wir nach “Brandenburg! Brandenburg!” (Entschuldigung, der musste sein!)

2. Critical Mass

Kreuzberg, Mariannenplatz
–> 20:00 Uhr bis open end

Ja, die Critical Mass findet in vielen Städten am letzten Freitag des Monats statt, doch in Berlin hat sie im Geburtsjahr des Fahrrads im September 2017 ein ganz besonderes Jubiläum: 20 Jahre Critical Mass Berlin. Am 26.September 1997 rollte erstmal in der deutschen Hauptstadt mit zwanzig Fahrern die CM. Ein wichtiger Schritt, um zu zeigen, dass Radfahrer den Verkehr nicht behindern, sondern Teil des Verkehrs sind. Besonders heute gilt es noch viel mehr als damals: Wir sind viele!

Manchmal wäre ich gern an zwei Orten gleichzeitig! Da ich schon für die Kinotour verplant bin und die sich leider terminlich nicht mehr anders legen ließ, müsst ihr schön zur CM am Freitag und für mich mitfahren (wenn ihr nicht beim Fahr Rad Kino seid), bitte! Fahrt durch unsere schöne Stadt und zeigt, dass wir dazu gehören!

Das durchgeknallte Wochenende, 30.09.-01.10.2017

3. Bärlin Pedäl Bättle

Rummelsburg, Altes Kraftwerk
–> ab ca. 11:00 Uhr bis 0:00 Uhr

Bereits zum sechsten Mal findet das Gelage mit Kampf im mittelalterlichen Look auf Fahrrädern statt und sorgt am Wochenende für ordentliche Unterhaltung. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere auch an das Gastspiel auf der Berliner Fahrradschau, wo das Bärlin Pedäl Bättle im Frühjahr 2016 ausgetragen wurde.

Die abenteuerlichen Fahrradselbstbauten werden unter anderem beim Tjosten erprobt, doch auch Ritzelwerfen und Streitwagenrennen stehen hoch im Kurs. Da bleibt für die Besucher kein Auge trocken und für die Teilnehmer sind blaue Flecken vorprogrammiert. Lasst euch das nicht entgehen! Ich habe mich zumindest immer sehr gut amüsiert. Für Ablenkung neben den Kämpfen sorgen Speis und Trank und der ein oder andere Stand, sowie Live Musik am Abend.

Wie das ganze in den Vorjahren aussah, könnt ihr hier nachlesen!

4. Fahrradmarkt (nur am 30.09.)

Kreuzberg, Waldemarstraße 57
–> 09:00 bis 17:00 Uhr

Jeden letzten Samstag im Monat findet von März bis Oktober Berlins größter Fahrradflohmarkt in Kreuzberg statt. Ob ihr ein neues (altes) Fahrrad sucht, Ersatzteile benötigt oder einfach in gemütlicher Atmosphäre bummeln wollt, der Fahrradmarkt ist einen Besuch wert. Sogar Reparaturen können erledigt werden. Danach lässt es sich entspannt im Kiez noch ein Käffchen schlürfen oder weiterfahren zum Bärlin Pedäl Bättle ;-).

 

So! Langeweile kann an diesem Wochenende also nicht aufkommen! Schwingt euch auf die Räder und auf in den Kampf…na ja oder auf ins Fahrrad-Getümmel <3!

Mit dem Leihrad durch die Stadt: das LIDL-Bike (sponsored post)

Mit dem Leihrad durch Berlin zu fahren, ist für viele Besucher eine praktische Möglichkeit sich flexibel umzuschauen und die Stadt in all ihren Facetten kennenzulernen. Doch wie komfortabel sind die großen Leihsysteme wirklich? Ich bin schon durch ein paar deutsche Städte mit Leihfahrrad geradelt. Ob StadtRad in Hamburg, Nextbike in München oder NorisBike in Nürnberg. Nun habe ich mich in Berlin auf das noch recht neue LIDL-BIKE gesetzt und möchte mit euch teilen, wie einfach und komfortabel das sein kann – oder eben auch nicht.

Die Testfahrten liefen in Kooperation mit der Deutschen Bahn und Call a Bike, die mich gefragt haben, ob ich das LIDL-BIKE testen möchte. Da ich das sowieso mal machen wollte, habe ich gern zugestimmt und dem Test stand nichts mehr im Weg.

Produkttest- Kooperationen – Sponsored Posts

Was hat das LIDL-BIKE eigentlich mit der Deutschen Bahn zu tun?

Das LIDL-BIKE ist ein Call a Bike. In Berlin hat LIDL das Sponsoring der Bahnfahrräder übernommen und darf dafür die neuen Cityräder eindeutig mit ihrem Logo branden. LIDL fährt also auch fleißig auf der Grün-Welle mit. An 350 Zonen mit tausenden Fahrrädern ist eine Ausleihe möglich. Auch in anderen deutschen Städten arbeitet Call a Bike mit Partnern zusammen. Im schönen Hamburg ist das StadtRad ebenfalls ein Call a Bike-Fahrrad, mit dem ich im Januar und März schon positive Erfahrungen machen durfte.

Das Leihkonzept unterscheidet sich dabei von Stadt zu Stadt. Die Fahrräder variieren deutlich in der Optik und der Art der Sicherung an der Leihstation. Auch die Preise können städteabhängig unterschiedlich sein. Seit März 2017 stehen die LIDL-BIKEs in Berlin zum Verleih. Der Verleih erfolgt primär über eine mobile App. Wie das funktioniert, erkläre ich im Folgenden.

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5 Gründe, warum Radfahren im Regen Spaß macht

Radfahren im Regen kann durchaus Spaß machen. Leider vergesse ich das ab und zu. Das passiert vor allem dann, wenn ich Zuhause im Trockenen sitze, aus dem Fenster starre und eimerweise Wasser vom Himmel fällt. Während ich überlege, wie ich bei diesem Regen zur Arbeit kommen soll, ohne eine Transformation zum nassen Pudel durchzumachen, resümiere ich meine Motivation vom letzten Mal.

In Berlin regnet es seit über 20 Stunden durchgängig. Es ist der heftigste Regenguss seit 60 Jahren. Als ich Donnerstagabend nach Hause radeln wollte, hatte ich zwei Optionen: 1. schnell mit dem Rad über die Straße zur U-Bahn und dabei nass werden oder 2. Zähne zusammenbeißen, aufs Rad schwingen und die 20 Minuten Nachhause radeln.

Zweitens schien mir die sinnvollste Lösung, denn nass wäre ich sowieso geworden und einmal nass ist auch alles egal.

5 Gründe, warum Radfahren im Regen Spaß macht

  1. Weil man einmal wieder Kind sein kann

Wenn ihr schon nass seid, dann könnt ihr die Furcht vor dem Wasser auch gleich ganz stecken lassen und Spaß haben: Vergesst die Gummistiefel! Ihr sitzt auf einem Fahrrad, dass viel mehr Wasser verdrängen kann, wenn es durch eine Pfütze rollt! Uiiiiii, wie das hochspritzt. Grinsen im Gesicht garantiert (tropfnasse Füße und das Gefühl durch einen Teich zu laufen auch).

2. Weil “Singing in the rain” immer funktioniert

Man muss dabei nicht den Regenschirm schwingen und tanzen. Während das Fahrrad durch den Regen rollt, steigt die Laune ungemein, wenn man vor sich hinsummt, pfeift oder singt. Der Vorteil: Es ist sowieso keiner da, der es hören kann, weil alle versuchen, dem Regen aus dem Weg zu gehen und drin zu bleiben. Und wenn es doch jemand hört: Egal, in Berlin juckt das eh keinen. Außerdem erkennt man kein Gesicht, weil ihr so in die Kapuze der Regenjacke eingemümmelt seid.

3. Weil die Aussicht auf eine Dusche Zuhause die Laune steigen lässt

Klingt eventuell komisch, wenn man bis auf die Unterhose triefnass ist, ist aber so. Ein leichter Sommerregen kann unglaublich erfrischend sein, doch spätestens nach einer Viertelstunde kann es etwas frisch auf dem Fahrrad werden. Wenn ihr dann auf dem Heimweg seid, könnt ihr euch auf eine heiße Dusche freuen und die Kleidung einfach zum Trocknen aufhängen. Deshalb bin ich auch deutlich motivierter, wenn ich auf dem Rückweg nach Hause bin und im Regen radeln muss.

P.S. Das Fahrrad wird auch gratis geduscht, es sei dann man fährt durch Sand. Danach hat man vielleicht endlich die Motivation, das Rad wieder zu putzen.

4. Weil man am Stau vorbei radelt

Die Radwege sind so schön frei, wenn es regnet. Wer mitbekommen hat, dass Menschen nicht aus Zucker sind, kann das mit viel Platz in vollen Zügen genießen. Anders sieht das auf der Straße daneben aus. Schließlich regnet es und dann hüpft manch einer lieber ins Auto. Da stauen sich Blechkarawanen und kommen kaum einen Meter voran. Lächeln, winken, vorbei radeln. Läuft!

5. Weil die richtige Kleidung trocken halten kann

Kann, aber nicht muss. Doch wenn ihr vorher einen Blick in den Wetterbericht werft und dann vorbereitet aufs Fahrrad steigt, könnt ihr bei einsetzendem Regen einfach reagieren. Werft die Regenjacke/das Cape/die Regenhose/die Gamaschen über und kein Regen kann euch mehr was! Vorausgesetzt, man besitzt halbwegs hochwertige Kleidung, die auch wirklich dicht ist. Da hilft es, sich vorab Gedanken zu machen, ein paar Jacken anzuschauen und sich gegebenenfalls beraten zu lassen, was für den eigenen Einsatzzweck sinnvoll ist. Nicht jeder braucht eine Markenjacke mit der Tatze, nur weil man mal zwanzig Minuten durch den Regen radeln muss – zwei Mal im Jahr. Und sonst: Jacke weglassen, Wet-T-Shirt-Contest draus machen und den Sommerregen genießen!

Wichtig:

Auch wenn es Spaß machen kann, im Regen Radzufahren, sollten ein paar Sachen berücksichtigt werden. Regen ist tricky und verschlechtert die Sicht ungemein, nicht nur die eigene.

  1. Licht am Rad ist oberste Pflicht. Wenn man dann noch etwas helle Kleidung trägt, wird man auch noch besser gesehen. Ich bekomme das ja leider meist nicht ganz so gut hin. Desto wichtiger:
  2. Vorausschauend und defensiv fahren. Man hat einen deutlich längeren Bremsweg, wenn die Straßen nass sind und sollte dementsprechend auch auf sein Tempo achten! Ich will auch immer schnell Heim. Das wurde mir auf meiner letzten Regenfahrt fast zu Verhängnis: Während ich schnell über die Straße fahren wollte, kam aus der Seitenstraße ein Auto an und bremste nach meinem Aufschrei gerade noch rechtzeitig ab. Ich aber auch und meine Bremsen haben nämlich deutlich schlechter gegriffen. Das war sehr knapp. Passt auf euch auf und denkt immer für andere mit!
  3. Auch wenn es Spaß macht, durch Pfützen zu radeln, ihr wisst nie, was sich darin befindet. Lasst die tiefen lieber weg und fahrt nur da durch, wo ihr einschätzen könnt, dass ihr auch gut hindurch kommt. Die Straßen aus dem Video des RBB sollten lieber gemieden werden. Es lohnt außerdem die Kette nach einem starken Regenguss neu zu fetten.

 Jetzt ihr! Verratet mir, weshalb ihr gern im Regen radelt! Ich bin neugierig.

 

I got a bit wet today… I cycled home after work and it was raining quite strong. It’s that kind of rain that gets easily into your summer shoes and with every step you take it feels like walking through a lake. But actually: it was quite fun knowing to have a hot shower waiting at home.👍 . . . #bicycle #fahrrad #cyclingintherain #rainyday #summerrain #rain #rainonme #regen #sommerregen #cycletohome #onmyway #berlin #wet #rainshower

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Mehr zum Radfahren im Regen steht auch in meinem Buch “How to survive als Radfahrer”. Schaut gern mal rein!