Archiv der Kategorie: Berlin

Berlin – ick liebe dir!
Meine Heimatstadt überrascht mich immer wieder. Während ich ständig etwas Neues entdecke, neue Läden anschaue, Cafés ausprobiere oder unbekannte Wege mit Fahrrad erradle, könnt ihr hier lesen, wie es mir gefallen hat, was ich empfehlen kann und was sonst noch so los ist in der deutschen Hauptstadt.

Denn: Berlin ist sexy!

Das erste Mal…unterwegs mit einem fLotte Lastenrad!

Freie Lastenräder sind mittlerweile in vielen deutschen Städten verfügbar. Sie ermöglichen auch denjenigen ein Transportrad zu nutzen, die es nicht selbst besitzen oder es nicht so häufig benötigen. Dahinter stecken Menschen, die sich oft ehrenamtlich engagieren und etwas an der vorhandenen Mobilitätsstruktur verändern wollen, in der das motorisierte Kraftfahrzeug vorherrschend ist. Doch was heißt das jetzt genau und wie komme ich an so ein Lastenrad? Nachdem ich bereits seit Monaten immer wieder darüber nachgedacht habe und nie den wirklichen Bedarf hatte, kam nun der Tag: Ich habe mir spontan zum ersten Mal ein fLotte Lastenrad vom ADFC Berlin ausgeliehen.

[Könnte Werbung enthalten, kostet aber alles nischt und ist auch ohne Auftrag.]

Bruno und ich haben uns anfangs noch nicht ganz so gut verstanden. Wir hatten uns vor ein paar Minuten kennengelernt und mussten uns erst beschnuppern. Das dauerte ein wenig – mindestens aber ein paar Blocks, Straßenkreuzungen und Kurven, in denen ich anfangs immer wieder das Bedürfnis hatte, abzusteigen. Bruno war schon etwas eigenwillig. Vor allem hatte er eine große Klappe und war etwas träge und gemütlich. Aber irgendwie fing ich an, ihn zu mögen, während ich gemächlich durch den Berliner Stadtverkehr rumpelte, weil ich versehentlich auch ein paar Kopfsteinpflasterstraßen mitnahm. Bruno war eben keine Rennradgazelle, sondern ein ausgewachsenen Lastenrad.

 

“Hallo, hier bin ich!”, brüllte Bruno dann laut in den Friedrichshainer Nordkiez.

Warum musste er nur so eine Show abziehen? Doch vielleicht war ich nicht ganz gerecht zu ihm. Ich hielt an und begutachtete das Innere der großen Kiste, mit der ich da so durch die Stadt radelte. Darin befand sich momentan nur mein kleines, gefaltetes Brompton Ljómi und zwei gewichtige Fahrradschlösser. Ich versuchte diese und die scheppernden Sicherheitsgurte an der umklappbaren Holzbank innen etwas klappersicherer anzubringen.

Und weiter ging die Fahrt. Knapp 7 km von Lichtenberg nach Prenzlauer Berg trug mich der motorlose Bruno. Nach zwei Dritteln der Tour wurden wir langsam warm miteinander. Wir groovten uns ein. Schnell war hier eben nicht. Die behäbigen 15 -18 km/h, die ich manchmal nur mit einem gewissen Kraftaufwand schaffte (besonders aufwärts), waren für Bruno eine absolute Sause. Also versuchte ich in der ungewohnten, aufrechten Sitzposition zu entspannen, denn es ging hier definitiv nicht um Geschwindigkeit. Die 8-Gang Nexus Nabenschaltung verrichtete sauber ihre Dienste und die hydraulischen Magura Bremsen griffen ohne Probleme.

fLotte Lastenrad powered by adfc Berlin

Wie kam ich aber nun dazu, mit einem Lastenrad durch Berlin zu kurven? Das Projekt fLotte ist ein freier Lastenfahrradverleih, der Anfang 2018 in Berlin durch den ADFC Berlin e.V. gestartet wurde.

Inspiriert und unterstützt von mittlerweile zahlreichen, deutschlandweiten Projekten der Initiative „Freie Lastenräder“ können seitdem in vielen Bezirken kostenfrei Transporträder ausgeliehen werden. Dies wird vor allem durch die verschiedenen Partner, wie Stadtteilinitiativen, Privatpersonen und einige Gewerbe (Cafés, Lebensmittelhändler, Fahrradläden usw.), aber besonders auch durch Spenden ermöglicht.

Seit Herbst 2018 wurde dieses tolle Projekt sogar noch erweitert. Im Jahr 2017 hat der Berliner Senat das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) 2030 beschlossen:  “Es verfolgt einen integrierten Ansatz und enthält rund 100 Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels.” (Zitat Stadtportal Berlin). In diesem Rahmen kam es zur Finanzierung und Ermöglichung des Projektes „fLotte-kommunal“ mit Partnern aus den kommunalen Bezirksverwaltungen. Das Projekt ist bisher einzigartig in Deutschland und hat den beiden Bezirken Berlin Lichtenberg und Spandau insgesamt zehn Verleihstationen für Lastenräder an öffentlichen Orten beschert.

Und an einem von diesem, in einem Kiezhaus in Berlin Lichtenberg, habe ich Bruno kennengelernt und ausgeliehen.

1. Online kostenfrei auf flotte-berlin.de registrieren,

2. anmelden,

3. Standort und Fahrrad wählen,

4. Verfügbarkeit prüfen,

5. buchen!

So einfach geht es tatsächlich. Als ich mich spontan für eine Ausleihe entschieden habe, registrierte ich mich kurzfristig auf der Website von fLotte. Das dauerte nicht einmal zwei Minuten (Name, Adresse, Telefon, Email) und mit der Bestätigungsmail war ich dann auch schon bereit für meine erste Lastenradausleihe! Nun habe ich natürlich Glück, dass es in der Nähe meiner Arbeit und in meinem Wohnbezirk einige Ausleihmöglichkeiten gibt. Im Spätherbst standen mir viele freie Räder zur Verfügung. Innerhalb eines 500 Meter Radius wurde ich schon fündig: Transportradtyp und Verfügbarkeit gecheckt, ausgewählt, Leihtag im Buchungskalender markiert (bis zu drei Tage am Stück sind möglich) uuuund gebucht. Jaaaa!

Mit der Buchungsmail kommt auch gleich noch das Buchungscodewort, damit man mich an der Leihstation eindeutig zuordnen kann. Innerhalb der Öffnungszeiten bin ich dann dorthin geradelt (Faltrad dabei) und nachdem schnell noch ein paar Formalitäten erledigt wurden, wie Formular ausfüllen und Ausweis checken, durfte ich Bruno auch schon begutachten, Brommie reinlegen und losfahren.

Erstmal langsam machen…

Huch, das lenkt sich jetzt aber doch komisch. Und jedes Lastenrad der fLotte ist anders. Daher solltet ihr euch echt ein paar ruhige Minuten nehmen, wenn ihr das Fahrrad noch nicht kennt, und Probefahren. Ich habe ein paar Kilometer gebraucht, bis ich mit der großen Kiste vor mir und der ungewohnten Lenkung zu Recht gekommen bin. Doch es lief dann alles gut und im Prenzlauer Berg gesellte sich noch ein weiteres Leihrad, ein Faltrad in dem Fall, in die Kiste zu Ljómi dazu.

Plane drüber und ab geht die Fahrt. Als ich den Heimweg antrat, freute ich mich schon ein wenig über die Abdeckung, denn etwas Schneeregen tröpfelte auf das Planendach und ich tuckerte noch etwas langsamer voran. Nun noch schnell einen Abstecher zur Post, zwei Säcke Katzenstreu und 10 kg Trockenfutter mit in die Kiste und ab ging es, die fette Beute abliefern. Da passt ganz schön viel rein. Bruno kann bis zu 100 kg tragen, plus Fahrenden. Nicht schlecht. Mein Plan ging an dem Tag auf jeden Fall auf. Ich konnte alles transportieren, was ich wollte, es lief einfach und unkompliziert. Und mit dem Wissen, dass es nicht das letzte Mal war, dass wir uns gesehen haben, lieferte ich Bruno schließlich am späten Nachmittag wieder an seiner Leihstation ab.

Mission completed!

Berliner Fahrradschau 2018 – Familientreffen mit Beigeschmack

Da war sie auch schon wieder vorbei, die Berliner Fahrradschau 2018! Es waren wieder drei Tage voller munterer Treffen, Neuheiten und Produkte rund ums Fahrrad. Wie auch in den Jahren zuvor beherbergte die STATION am Gleisdreieck in Berlin Kreuzberg die urbane Fahrradmesse vom 23.03.-25.03.2018. Wie auch in den Jahren zuvor freute ich mich sehr auf das Event. Doch in diesem Jahr lief zumindest vorab alles etwas anders.

Doch bevor ich darauf noch etwas genauer eingehe, möchte ich betonen, dass es nach wie vor eine tolle Messe ist, die ich gern besuche. Das liegt aber vor allem an der freundschaftlichen Atmosphäre und den Menschen vor Ort. Viele Aussteller kommen jedes Jahr und nicht nur einige Berliner Marken besuche ich immer wieder gern an ihren Ständen. Die Fahrradschau (BFS) ist wie ein großes Familientreffen der Fahrradszene bei dem sich so viele Leute kennen, wiedertreffen und aus dem Quatschen gar nicht mehr raus kommen. Der Freitag war daher für mich auch eine Wiedersehensrunde mit vielen Gesprächen.

Von der Messe und ihren Neuheiten oder Besonderheiten bekam ich da nicht viel mit. Für einen gemütlichen Rundgang war am Samstag und Sonntag immer noch genug Zeit. Ich freute mich zunächst sehr Miri wieder zu sehen, mit der ich mittlerweile traditionell die erste Runde auf der Fahrradschau vollzog. Als dann Wiebke noch hinzu kam und eins zwei andere liebe Gesichter, konnte der erste Abend schon gar nicht mehr besser werden. Das Late-Night-Opening der BFS (18-23:00 Uhr) war also wieder ein voller Erfolg.

Auf der Suche nach Neuheiten

Ich ließ mich auf der Berliner Fahrradschau 2018 wieder etwas treiben. Sicherlich war ich auf der Suche nach Besonderheiten, nach Dingen im Fahrradbereich, die ich noch nicht kannte, nach Fahrradmarken, Accessoires und Kleidung. So richtig, richtig Neues gab es bei dieser BFS allerdings nicht. Viel mehr waren die bekannten Marken wieder vor Ort und zeigten ihre Neuheiten. Ein paar mir unbekannte Dinge waren natürlich dennoch dabei. Ich möchte dieses Jahr allerdings nicht viele Worte dazu verlieren, sondern eher Bilder sprechen lassen.

Los geht es mit der urbanen Fahrradfraktion aus Stahl und Bambus. Berliner Fahrradschau 2018 – Familientreffen mit Beigeschmack weiterlesen

Das erste Mal…beim Sechstagerennen in Berlin!

“Bist du dabei?”, fragte Wiebke mittags am letzten Sonntag im Januar 2018.  Sie wollte gegen 14:15 Uhr am Velodrom sein. Gut, das war spontan und ich so gar nicht ausgehfein, aber Lust hatte ich schon.

Zunächst versuchte ich jedoch weiterhin die verdammt festsitzende Kurbel von meinem roten Renner abzuziehen. Mit ein wenig freundlicher Unterstützung und der Klimmzugstange (die nun endlich mal wieder benutzt wurde) gelang das schließlich auch. Nach erfolgreicher Operation huschte ich unter die Dusche, um danach schnell in meine Sachen und aufs Rad zu hüpfen.

Geräusche

Ca. 14:16 Uhr hatte ich Jameson an ein Geländer vor dem Eingang des Velodroms gebunden. Er war dort in allerbester Gesellschaft. Schon die Vielzahl neben ihm angeschlossener, teilweise sehr hochwertiger Räder verdeutlichte, das hier einige Radfreunde anwesend waren. Meine Aufregung stieg. In den überwarmen Foyer angekommen, verkündete Wiebke freudenstrahlend, dass wir nun doch noch Plätze in der “Zum Glück Berliner”-Lounge in der Mitte der Rennbahn bekommen hatten. Das klang schon mal vielversprechend! Neugierig bahnten wir uns den Weg durch die Gänge, vorbei an den verschiedenen Rängen, entlang der Fressbuden und Werbestände. Eine Treppe runter, eine Treppe wieder hoch und schon waren wir eingehüllt von dem Geruch nach Zuckerwatte, den Gedudel und Stimmengewirr aus den Lautsprechern und dem Rauschen der beständig jubelnden und murmelnden Menschen auf den Rängen. Willkommen beim Berliner Sechstagerennen, die Berlin Six Days!

Familiensonntag

Das Velodrom und seine große Halle konnte bis zu 12.000 Pax fassen und ist ein beliebter Veranstaltungsort für große Konzerte. Nun gut, die Musik, die ich an diesem Sonntag beim 107. Berliner Sechstagerennen hörte, war doch…ähm gewöhnungsbedürftig für meinen Geschmack und ich musste das ein oder andere Mal hart schlucken, um nicht schreiend aus der Halle zu rennen. Aber hey, es war Familiensonntag, es sollte für alle etwas dabei sein. Dementsprechend musste ich auch den ein oder anderen Schlager aus der Büchse ertragen. Für mich war also musikalisch nicht wirklich etwas dabei. Toll fand ich jedoch, dass es diesen Tag für Familien gab, diese auch vergünstigt Eintritt erhielten und die Rennen daher tagsüber ausgetragen wurden. Im Gegensatz zu den restlichen fünf Tagen, wo die Wettkämpfe um 17 Uhr erst begannen, waren sie am Sonntag um diese Uhrzeit schon vorbei.

Mitten drin statt nur dabei

Zum Glück konnte ich mich sehr schnell auf das Geschehen auf der Bahn konzentrieren. Ich hatte keine Ahnung, was da genau passierte. Ja, da fuhren RadsportlerInnen ihre Runden, es ging um Schnelligkeit, um Geschick und Ausdauer, aber was genau machte dieses Motorrad auf einer Radrennbahn? Ich hatte auf Bildern und in kurzen Videos bereits gesehen, wie eine Radsportbahn bei den Six Days aufgebaut war, doch in echt wirkte sie noch viel größer und an einigen Stellen extrem in Schräglage. Wahnsinn, dass die Sportler darauf fahren konnten! Die können das und ich würde vermutlich umkippen…

Mir wurde wieder einmal klar, wie wenig bis gar keine Ahnung ich von Radsport hatte. Aber egal, Wiebke und die Atmosphäre in der Halle rissen mich schnell mit. So erfuhr ich wer z.B. Reinhardt und Thiele waren, Downey und English und vor allem Team Nater. Während die Teams zusammen kämpften, sprintete Nate Koch allein. Immer ein Lächeln auf den Lippen, zog er seine Bahnen und ließ in den Aufwärmrunden kaum eine Gelegenheit aus, herumzublödeln und sich zur Musik zu bewegen. Der Helm mit dem aufgeklebten bunten Iro passte dazu perfekt. Der Profisportler aus Kalifornien war das lebende Klischee eines amerikanischen Sonnyboys und sorgte immer für Unterhaltung. Auf dem Siegerpodest stand er nicht so häufig, dafür aber sein deutscher Buddy Maximilian Levy, der im Sprint einen Sieg nach dem anderen einfuhr.

Was genau machen die da eigentlich?

Soweit so gut, da gab es natürlich noch einige Namen mehr, doch während ich mich noch an diese gewöhnte, versuchte ich gleichzeitig die unterschiedlichen Disziplinen zu verstehen. Warum genau fahren die da jetzt 40 Runden im Kreis in Zweier-Teams und einer von beiden radelt gemütlich auf dem oberen Teil der Bahn, während sein Kollege sich weiter unten abarbeitet? Fasziniert sah ich dann kurz darauf das erste Mal eine Ablösung, wie effektiv sich die beiden Teammitglieder unterstützten und abwechselnd mit dem Schleudergriff anschuben. Dass sie dabei mitten im Fahrerfeld weiterfahren konnten und nicht umfielen, bewunderte ich sehr. Die Art des Rennens nennt sich Madison (oder Américaine) nach dem ersten Austragungsort eines derartigen Bahnrennens: Dem New Yorker Madison Square Garden (Danke Wiki!). Womit ich dann auch beim Motorrad bin, was eigentlich ein Derny ist (heute hauptsächlich Elektromotorräder). Dieses wird nicht nur in eigenen rundenreichen Derny-Rennen durchgängig als Schrittmacher und Windschattenspender für die einzelnen Radsportler eingesetzt (sogenannte Steher, von engl. to stay; weil die Rennen so lang und die Radsportler so ausdauernd sind), sondern einer auch zu Beginn beim Madison. Beim Dernyrennen werden die dem Fahrer zugeteilten Dernyfahrer ausgelost.

Ich lernte außerdem, dass viele Fahrer wirklich an allen sechs Tagen auf der Bahn waren! Sechs Tage lang fuhren die SportlerInnen mit nur wenigen Pausen und brachten dabei Höchstleistungen. Nicht nur ein Weltrekord wurde dabei neu errungen.

Online und offline

Die Lounge war perfekt, um das Rennen hautnah zu erleben, fuhren die Fahrer doch direkt an uns vorbei. Dies hatte sicher auch einen Einfluss darauf, dass ich so viel Spaß daran fand. Nachdem ich das erste Bild vom Sechstagerennen gepostet hatte, meldete sich die Carolyn (ciclista.net) und wollte wissen, wo ich denn sei! Welch eine Überraschung, wo ich doch dachte, sie wollte nur am Samstag da sein! Während ich noch eine Runde bei den Ausstellern auf der VELO Expo oben im Foyer drehte, fand sie sich schon in der Lounge ein.

Viel Zeit blieb nicht mehr, um die Atmosphäre noch einmal aufzusaugen, in den Jubel einzusteigen und die Sportler anzufeuern. Aber ich hatte Blut geleckt! Sehr schnell war klar: Da musste ich noch einmal hin! Danke Wiebke fürs Organisieren!

Und noch einmal…

Als ich dann am Dienstagabend noch einen Besuch des Sechstagerennens wagte, war dies bereits der letzte Veranstaltungstag. Aber hier hatte ich endlich die Gelegenheit auch die Damen fahren zu sehen. Und das lohnte sich, auch wenn es eindeutig zu wenig Damendisziplinen bei den Six Days gab. Ich sah Kristina Vogel und Miriam Welte fahren und schon beim Anmoderieren der zahlreichen Titel, die die beiden jeweils eingefahren hatten, konnte ich nur Respekt haben für diese außergewöhnlichen, sportlichen Leistungen. Sie dann fahren zu sehen, war wiederum unglaublich spannend. Die Halle tobte, als Vogel und Welte schließlich beim Sprint gegeneinander fuhren. Schließlich haben die beiden oft genug auch gemeinsam als Team Titel errungen. Um so spannender war, dass Vogel ihrer Kollegin auf der Ziellinie nur um Felgenbreite voraus war und erneut gewann!

Was für ein Erlebnis. Ja, ich würde immer noch behaupten, keine Ahnung vom Radsport zu haben, doch zumindest durfte ich an diesen beiden Tagen, die ich beim Sechstagerennen verbracht habe, einiges über den Bahnsport lernen. Und ich konnte feststellen: Radsport kann ganz schön Spaß machen, sogar wenn man nicht selbst fährt.

Isn’t it time for a ride? – Lonely Mountains: Downhill

“Isn’t it time for a ride?”, fragen Megagon Industries, die Entwickler des einzigartigen Mountainbiking-Games Lonely Mountains: Downhill. Sie ziehen mit ihrem Spiel den erprobten Gamer ebenso in den Bann wie naturliebende Biker, die am liebsten im Gelände unterwegs sind. Denn nicht für jeden bietet sich die Gelegenheit nach draußen zu fahren und den Berg hinabzurasen.

Einigen ist der Sport zu gefährlich, andere haben gar nichts mit Radfahren am Hut. Doch warum erzähle ich euch nun etwas von einem Fahrrad-Computerspiel, wo ich doch am liebsten selbst draußen mit dem Rad unterwegs bin und eher selten am Rechner sitze und zocke?

Lonely Mountains: Downhill ist ein Downhill Mountain Biking Game für PC mit Fokus auf einer spaßigen Steuerung, einem Streckendesign mit zahlreichen Abkürzungen und Wegen jenseits der Hauptstrecke und einer vom Menschen unberührten Natur in einer wunderschönen Low-Poly Grafik.

Mit dem Fahrrad am PC

Nun zum einen ist es ein Fahrradspiel, was es in der Form so noch nicht gibt: Die Entwickler haben es nämlich geschafft, einen Outdoorsport so detailverliebt und lebhaft in einem PC-Game einzufangen, dass man einfach Lust bekommt zu spielen und danach selbst rauszugehen und Radzufahren (egal in welcher Form). Wenn das nicht geht oder das Wetter zu unangenehm oder nass ist, lädt Lonely Mountains: Downhill dazu ein, einfach digital auf die Reise mit dem Fahrrad zu gehen.

Zum anderen schafft es Lonely Mountains: Downhill die verschiedenen Spieler-Typen anzusprechen, egal ob Biker oder nicht. Das liegt unter anderem an den wunderschönen, per Hand designten Landschaften im reduzierten und dennoch spannungsvollen Polygon-Look, welche einen großen Einfluss auf die positive Spielwirkung haben. Mich packte beim Testen der Demo sofort der Ehrgeiz, sobald ich ein Gefühl für den Controller und die Steuerung bekommen und gespürt habe, wie raffiniert und lebhaft sich der kleine Biker auf seinem Mountainbike bewegen kann.


 Just you, your bike and the mountain ahead.

Ich wollte unbedingt bis zum Fuß des Berges zu gelangen: Denn darum geht es im Grunde. Man startet an der Spitze eines Berges und versucht diesen in möglichst kurzer Zeit herunterzufahren, ohne dabei allzu oft zu stürzen. Der Berg ist so aufgebaut, dass man verschiedene Abschnitte stufenlos durchfährt. Dabei sprintet man durch eine wunderschöne Bergwelt, die vom kargen Gipfel bis ins üppige Tal eine starke landschaftliche Veränderung durchlebt. Doch es gibt nicht nur einen festen Pfad. Man muss sich seinen Weg selber suchen, Abkürzungen checken und aufpassen, nicht am nächsten Baum oder Stein hängenzubleiben.

Wer schon einmal mit dem Mountainbike einen echten Berg herunter gefahren ist, kennt das Risiko und die Gefahren, die das mit sich bringen kann. Ein bisschen Mut und Fahrsicherheit sollte man schon haben, um nicht gleich nach der ersten Abfahrt im Krankenhaus zu landen. Donwhill-Biken ist ein Sport, der es in jeglicher Hinsicht in sich hat. Über Stock und Stein, Wurzel und Fels jagen die Mountainbiker den Berg hinab – Adrenalinkick garantiert. Die meisten haben schon harte Stürze erlebt, die für Wochen lahm außer Gefecht setzen.

Und dann sind da noch die Crashes

Obwohl ich es leider noch nie geschafft habe, eine echte Downhill-Strecke zu fahren, kann ich mir lebhaft vorstellen, wie gefährlich das sein kann. Auch der kleine Lonely Mountains-Rider hat ordentlich gegen diverse natürliche Hindernisse auf seiner Abfahrt zu kämpfen. Kantige Felsen, kühle Bergseen und steile Klippen erfordern höchste Aufmerksamkeit bei der Abfahrt, wenn man nicht plötzlich durch die Luft fliegen oder im Wasser versinken möchte.

Und doch wird es immer und immer wieder passieren… Denn Stürze gehören zum Spiel dazu. Und wie komisch das auch klingen mag: Sie machen unglaublich Spaß! Wie ein Crash-Dummy fliegt der Biker durch die Luft und stürzt immer und immer wieder, wenn man kurz nicht aufpasst oder eine Abfahrt zu schnell nimmt und doch am Baum hängen bleibt, der da plötzlich vor einem auftaucht.

Can you beat the mountain?

Das Spiel bleibt kurzweilig bis zum Schluss und macht Lust auf mehr! Mehr Berge, mehr reduzierte und doch wirkungsvoll gestaltete Low Poly-Landschaften, mehr Wege, die sich zu erkunden lohnen.

Die Entwicklung von Lonely Mountains: Downhill begann vor ca. 2 Jahren mit dem Prototypen des Bikers und befindet sich nun in einem fortgeschrittenen Developement-Status. Geplant ist der Release Mitte 2018, doch die Entwickler benötigen ganz dringend Unterstützung!

Now on Kickstarter!!!

Megagon Industries ist ein Zwei-Mann Indie-Studio mit Sitz in Berlin. Nachdem die Demo des Spiel bereits auf mehreren Messen sehr erfolgreich gezeigt wurde, startet am 17.10.2017 die große Kickstarter-Kampagne!

Helft mit, damit die beiden das Spiel weiterentwickeln können! Es steckt bereits jetzt viel Herzblut, Zeit und Engagement darin und ihr könnt dabei helfen, dass Lonely Mountains: Downhill fertig gestellt werden kann!

 

Schaut auf der Website von Lonely Mountains: Downhill vorbei oder folgt ihnen auf Facebook, Twitter, Instagram oder auf Discord und dem Newsletter, um alle Infos und Neuigkeiten zum Spiel zu erhalten.


P.S. Dieser Beitrag ist aus freien Stücken entstanden, weil ich dieses Spiel wirklich sehr spannend und vor allem spaßig finde. Außerdem weiß ich, wie viel Arbeit und Liebe in der Entwicklung steckt! Ich drücke Jan und Daniel ganz fest die Daumen, damit die Kampagne ein großer Erfolg wird und die beiden endlich das weitermachen können, was sie sehr gut können: Spiele entwickeln!

Bitte teilt die Kampagne! Jeder Euro zählt!

Bike Shorts: FAHR RAD KINO 2017

Der letzte Freitag im September 2017 war ein goldener Herbsttag wie er im Buche steht. Perfekt für eine Ausfahrt mit dem Fahrrad und das am besten in Gesellschaft! Nicht nur das Critical Mass-Jubiläum (25 Jahre, juhu!), sondern auch die Bike Shorts FAHR RAD KINO-Tour lockte die Menschen auf ihre Fahrräder. Zusammen mit guter Stimmung und fabelhafter Unterhaltung war dieser Freitag für mich ein echtes Highlight.

Ich war bereits im Rahmen der Shorts Attack bei einem Bike Shorts Kinoabend gewesen. Dies aber nun zu kombinieren und selbst ein wenig Radzufahren, erschien mir eine sehr gute Idee zu sein. So musste ich nicht lang überzeugt werden, mitzumachen.

Wie immer radelte ich kurz vor knapp los. Doch ich schaffte es am Freitagnachmittag dennoch pünktlich im Gewerbehof der alten Königsstadt-Brauerei in der Saarbrückerstraße im Prenzlauer Berg, Berlin anzukommen. Dort waren die fleißigen Helferlein bereits munter am Werken, damit alles bereit war, bevor die ersten Tourteilnehmer ab etwa 16:30 Uhr eintrafen. Nach einem kurzen Austausch fand ich schon meinen Tisch und bereitete ein paar Kleinigkeiten für die Akkreditierung der Teilnehmer vor. Diese ehrenvolle Aufgabe durfte ich zusammen mit einer weiteren unterstützenden Hand übernehmen. Flyer und Stempel links, Sticker in der Mitte und meine Liste zum Abhaken rechts. Fertig! Und schon ging es los. Stück für Stück trudelten die Menschen ein. Am Ende waren wir ca. 35 Rad- und Kinofreunde, die gegen 17 Uhr nach einer kurzen Begrüßung aufgeteilt in zwei kleine Gruppen zur ersten Station aufbrachen.

Stopp eins: Von Warnwesten und Sonnenschein

Ich muss gestehen, gelbe Warnwesten gehören nicht zu meinen Lieblingskleidungststücken. Doch da ich zumindest zu Beginn die zweite Truppe anführen sollte, erwies sie sich schon als sinnvoll. Ich war deutlich zu erkennen, als die Gruppe entspannt die kurzen 1,5 Kilometer hinunter zum ersten Filmstopp fuhr. Im alten Hinterhof des Büros von ic! Berlin war bereits eine provisorische Leinwand aufgespannt worden.

Obwohl wir uns durchaus in der dunkleren Ecke des Hofes aufhielten, machte es das grandiose Wetter mit klarem Himmel und Sonnenschein nahezu unmöglich etwas auf der Leinwand zu erkennen. Schade für das Screening, gut für die Radtour. Also hielten wir uns nicht lange auf und beschlossen die nächsten Filme an der zweiten Station weiter zu schauen.

Stopp zwei: Auf Fahrradstraßen und Mauerradweg nach Berlin-Pankow

Problemlos und mit nur wenigen Stopps radelte die bunte Truppe zunächst gen Berliner Norden auf Fahrradstraßen durch den Prenzlauer Berg. Begleitet von den feinen Klängen des KLARA GEIST Soundbikes, entwickelte sich bei mir schnell ein entspannter Radfahrmodus. Auf den ruhigen Nebenstraßen der Stadt war dies sogar ohne große Kraftverkehrsunterbrechung möglich. Weiter ging es durch den berühmten Mauerpark und über die Schwedter Straße und den Schwedter Steg entlang der Bahngleise auf einem sehr angenehmen, festen Weg. Wir passierten die Japanische Kirschallee, die besonders im Frühjahr atemberaubend schön erblüht und definitiv einen Besuch wert ist.

Schließlich erreichten wir nach etwa 6,5 km den Schloßpark Pankow mit dem Schloß Schönhausen und dem hübschen Café Sommerlust. Dort bot sich die Gelegenheit ein paar Snacks, Kaffee, Kuchen und Getränke zu erwerben, währen die Laken für das Filmscreening angebracht wurden. Manchmal braucht es dazu nur ein paar Kästen Bier und eine Leiter :-). Dann den Stuhl hingestellt, den Kuchen in die Hand genommen und schon war der Beamer angelaufen. Die nächsten drei Filme waren im Schatten der Bäume und mit der langsam sinkenden Sonne deutlich besser zu erkennen.

Die Auswahl der Bike Shorts war bunt gemischt und reichte vom gezeichneten Animationsfilm über Musikvideo bis hin zum Alltagsbericht. Manchmal waren die Filme nur zwei bis drei Minuten lang, manchmal bis zu 10 Minuten. Doch alle waren unterhaltsam, teilweise ernst, teilweise urkomisch oder einfach nur schräg. Danke für die tolle und vielfältige Auswahl an Christoph (Interfilm).

Stopp drei: Durch Wald und Wiesen auf dem Pankeradweg oder “when the sun goes down”

Mit dem Untergehen der Sonne fielen sich die Temperaturen herbstlich schnell von 20 °C auf 14°C. Was hilft da am besten, um warm zu bleiben? Genau, Bewegung! So machte sich die Truppe auf durch den Schloßpark und auf den schönen Pankeradweg, der entlang des kleinen Flusses Panke hinaus aus Berlin nach Brandenburg führte. Schnell veränderte sich auch die Wegqualität. Nachdem der erste Abschnitt asphaltiert und sehr gut befahrbar war, gab es später so einige teilweise matschige Sandwege. Von nun an war Licht Pflicht, denn Laternen gibt es auf diesem Weg keine mehr.

So erleuchteten bald viele weiße und rote Lichter den schmalen Weg und gab der ganzen Tour einen abenteuerlichen und romantischen Touch.

Dann geschah es. Der unebene Weg forderte ein erstes Fahrradopfer. Wie praktisch, wenn man die Fahrradwerkstatt mobil auf dem Lastenrad dabei hat! Während die Gruppe schon einmal bedächtig weiter radelte, fackelte Enrico von Live Cycle nicht lang. Innerhalb weniger Minuten war der platte Schlauch geflickt und die Fahrt konnte weitergehen.

In Berlin-Buch am äußersten Stadtrand der Stadt erfolgte nach ca. 11 km bereits in Dunkelheit der dritte Stopp auf einem Hof des dort ansässigen Fahrradgeschäfts. Die Wand über den Garagen des Wohnhauses bot die perfekte Leinwand und wir konnten die nächsten drei Bike Shorts deutlich erkennbar genießen.

Stopp vier: Über dunkle Felder hinaus nach Brandenburg

Die letzte Etappe führte uns endgültig aus Berlin heraus nach Brandenburg. Durch kleine Stadtrandsiedlungen und entlang von Feldern radelten wir über den gut ausgeschilderten, geteerten Pankeradweg nach Bernau. Dort sollte die vierte und letzte Station der Bike Shorts FAHR RAD KINO – Tour sein. Die Stimmung war nach wie vor sehr gut. Ich genoß das draußen sein und die frische, wenn auch kühle Luft. Mein Brompton rollte problemlos über den durch die zahlreichen Fahrradleuchten erhellten Weg. Ich fühlte mich glücklich und frei und musste erneut feststellen: Manchmal tut es gut, die Stadt und das gewohnte Umfeld zu verlassen und hinaus zu fahren. Das macht den Kopf frei und weckt neue Ideen.

In Café und der Eismanufaktur “Alte Post” um die Ecke vom Bahnhof von Bernau fand im Warmen bei süßen Leckereien die Tour ein entspanntes Ende. Ca. 33 km war die Strecke lang und wir waren mit ein paar Stopps und den Filmstationen etwa 4,5 Stunden unterwegs.

 

Danke an alle, die mitgewirkt haben, um diese kleine, aber feine Radtour durchzuführen. Das dickste Dankeschön geht an Karen, die das alles organisiert und geplant hat!

Ich hoffe auf ein nächstes Mal!