Die imaginäre Liste

Es folgt eine kleine Geschichte der Träumerei:

Irgendwo ganz tief im Hinterstübchen versteckt, ruht sie, die Liste mit den Wünschen, Träumen, Sehnsüchten. Auf ihr stehen Dinge und Ereignisse, die man irgendwann einmal im Leben machen möchte. Sie ist wandelbar, spontan und reagiert auf äußere Einflüsse. Die Liste ist niemals fix, immer flexibel. Sie ist nicht greifbar und viele Einträge auf ihr sind das genauso wenig. Doch sie können es werden. Manche sollten es werden.

Sie sind ein Ansporn, etwas in die Hand zu nehmen, darauf hinzuarbeiten, etwas wofür man lebt.

Dann kommt plötzlich ein Moment, eine Situation, die es möglich machen, der Vorstellung etwas näher zu kommen, sie zu realisieren. Vielleicht ist es nur eine spontane Idee oder eine andere Person, die einen Vorschlag macht, sodass der Stein ins rollen kommt. Doch wenn er einmal in Bewegung ist, ist er schwer wieder aufzuhalten. Gedanken formen sich, Möglichkeiten bauen sich auf, Pläne entwickeln sich.

Dann ist da aber noch die Sache mit dem Mut und den Eventualitäten. Kann ich? Darf ich? Traue ich mich? Es folgen möglicherweise Tage des Zweifels und Überdenkens. Wenn der Wille stark genug ist, die Möglichkeiten analysiert und der Drang groß genug, sind diese jedoch schnell überwunden und der Tatendrang noch viel größer.

Die kommende Zeit ist eigentlich die schönste( neben der Umsetzung natürlich) in der ganzen Geschichte des Traumes. Es ist die Zeit der Vorbereitung und Organisation. Es ist die Zeit der Vorfreude. Das Hibbeln und ungeduldig sein, dass nicht nur einen selbst, sondern auch eventuell involvierte Mitmenschen in den Wahnsinn treiben, sie aber genauso inspirieren und motivieren kann. Hoffnungen und Erwartungen reihen sich ein in die Reihe der wirbelnden Gedankengänge. Obacht, dass man sich darin nicht zu sehr verfängt! Sonst sei einem eine Enttäuschung in unbekanntem Ausmaß gewiss.

Dann, wenn der Zeitpunkt gekommen ist( kurz davor ist die Spannung eigentlich nicht mehr auszuhalten), kehrt Ruhe ein. Aufregung macht der Konzentration Platz. Habe ich an alles gedacht? Und plötzlich ist man mitten drin. Alles, was davor war, vergessen. Man steht da, die Gedanken im Kopf schlagen Purzelbäume und man kann manchmal gar nicht fassen, dass man es geschafft hat.

Die Zeit rast dahin.  Was einem danach noch bleibt, sind Erinnerungen, die einem keiner mehr nehmen kann und die Gewissheit, dass da noch viel mehr ist auf dieser Welt, dass es wert ist, gewagt zu werden.

Es müssen keine großen Ereignisse sein, keine präzise genau geplanten Events. Oft sind es auch die kleinen Dinge, wofür es manchmal eines Anstoßes bedarf, die aber so viel bedeuten können. Manchmal muss man es nur wagen und sich trauen. Das kann schon der schwerste Schritt überhaupt sein und oft auch der einzige wichtige. Leider klingt einiges leichter, als es ist. Doch manchmal ist es das auch. Kann man etwas nicht sofort verwirklichen, so kann man doch beginnen zu planen, sich anzunähern und irgendwann kommt die Gelegenheit, weil die Zeit reif ist.

Die imaginäre Liste ist ein Zeugnis dafür, dass man nicht aufhört zu träumen und für deren Verwirklichung es sich lohnt zu arbeiten. Es können Jahre vergehen. Man kann sie etwas einstauben lassen, doch vergessen sollte man sie nie.

 

Noch etwas Senf dazu?