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B2Fh: Unterwegs mit der kilometerfressenden Gravelmaschine

Plötzlich verengte sich der Weg und wurde zu einem schmalen Pfad, der sich tiefer in den Wald hinein schlängelte. Ich atmete die holzig riechende, frische Waldluft ein, beobachtete das Spiel der Sonnenstrahlen, die zwischen den Baumkronen aufblitzten und seufzte mehrfach laut auf: Wie schön es hier war! Ich war völlig allein, keine Menschenseele in Sicht – wie so oft auf vielen Streckenabschnitten an diesem Samstag. Immer mehr kleine Wurzeln und Ästchen bedeckten den Boden und ich fuhr etwas langsamer – auch weil die Äste einiger Sträucher weit in den Weg hinein ragten. Der perfekte Trail für eine entspannte MTB Fahrt. Nun, ein Mountainbike hatte ich nicht dabei, aber mein Gravelbike mit seinen breiten 43 mm Reifen machte auch keine schlechte Figur. Mit ein paar Wurzeln konnten ich und mein Rad noch ganz gut umgehen. Mit dem breiten, astreichen Baumstamm, der plötzlich mitten vor mir auf dem Pfad lag, gab es allerdings ein größeres Problem…

Ich war auf dem Weg an den Bodensee zur größten Fahrradleitmesse Europas: Die Eurobike 2018. Bereits die erste Etappe meiner Reise von Berlin nach Friedrichshafen bot in puncto Wegbeschaffenheit genügend Abwechslung, auch wenn sie tatsächlich größtenteils auf Asphalt stattfand.

1. Etappe #B2Fh: Von Berlin Wannsee nach Leipzig

Als ich am Morgen des letzten Junitages (Samstag, 30.06.2018) in Berlin am Wannsee auf mein Rad stieg, waren meine Gedanken etwas zwiegespalten. Zum einen war da diese Vorfreude, dieses leichte Kribbeln, dass kurz vor Beginn einer Reise immer da war. Mich begleitete aber auch diese leichte Unsicherheit und der Respekt vor meiner geplanten Tour. Ich freute mich sehr darauf unterwegs zu sein, nur das Zeitlimit beunruhigte mich. Denn bereits am ersten Tag wollte ich so viele Radkilometer am Stück zurücklegen, wie nie zuvor. Ca. 175 km in one go! Es sollte spannend werden, ob ich das geplante Tempo halten und mit meinem Veloheld zurechtkommen würde und vor allem: Ob ich meine Gedanken sortieren und mich motivieren konnte .

Ich hatte allgemein sehr knapp geplant. Doch anders war es für mich zeitlich nicht realisierbar gewesen. Schon nach 5,5 Tagen (plus einer zweitägigen Unterbrechung) wollte ich die ca. 770 km bis an den Bodensee zurückgelegt haben – mit einem neuen Rad, das ich noch nicht so gut kannte, mit einem neuen Set-Up, das ich noch erproben musste und mit mir – allein. Tja, irgendwann musste ich es ausprobieren. Warum nicht jetzt? Auf los geht es los!

Zeitnot? Eigentlich nicht!

Jeder Tag dieser Reise hatte eine andere Stimmung, bot ein anderes Fahrgefühl. Am Samstag auf der Fahrt von Berlin nach Leipzig hatte ich besonders die Streckenlänge im Kopf. Hatte ich mir zu viel zugetraut? Konnte ich es schaffen bis 19 Uhr in Leipzig zu sein, um noch ein paar Stunden am Abend in der Stadt zu haben? So wanderte mein Blick immer wieder auf den Kilometerstand und auf die Geschwindigkeit. Das IconX machte  für mich einen Unterschied. Ich war schneller als sonst unterwegs und es fiel mir leichter das Tempo zu halten. Das mag zum einen am sportlichen Fahrrad liegen, zum anderen daran, dass ich viel weniger Gepäck dabei hatte, was bestmöglich am Rad befestigt worden war.

Alles um die 21 km/h war gut. Schneller ging oft, musste aber nicht. Dazu bin ich zu sehr Genussfahrerin. Ein moderates Tempo also, bei dem ich auch einmal den Blick von der Straße abwenden und die wunderschöne Brandenburger Landschaft genießen konnte. Durch Nadelwälder und auf Landstraßen sanfte Hügel hoch und runter. Über steinige Feld- und kieselige Waldwege führte mich meine Route. Abgesehen von der Sonne, die unentwegt auf mich niederbrannte, fühlte ich mich gut. So gut, dass ich die erste richtige Pause erst nach der Coswiger Fährüberfahrt im schönen Wörlitz machte – nach ca. 95 km und knapp über der Hälfte der Strecke.

Auf Abwegen

…Ich fand einen Weg an dem gefallenen Baum vorbei. Doch dies war nur der Anfang gewesen. Schnell begann der Schweiß auf meiner Stirn zu perlen, als ich mein Rad, so leicht bepackt es auch war, immer wieder über teils sehr große Baumstämme heben musste. Vielleicht habe ich doch den falschen Abzweig genommen? Mein Navi war jedoch der festen Überzeugung, dass es genau dieser Weg sein musste, der noch immer schwer von den Zerstörungen des letzten Sturms gezeichnet war. Aber umdrehen? Das war keine Lösung.

So ging ich außen herum, schob mein Rad kleine Böschungen hoch und zerrte es über Baumstämme. Zwischendurch überkam mich ein wenig Verzweiflung und der Gedanke, ob es nicht doch besser gewesen wäre, die paar Kilometer zurückzufahren. Doch nach vielen schweißtreibenden Radhebungen, konnte es endlich weitergehen.

Hallo, Leipzig, schön dich zu sehen!

Die letzten 30 Kilometer zogen sich wie Gummi in der Mittagshitze. Ich wollte ankommen. Wirklich. Langsam reichte es. Mein Hintern fühlte sich zwar noch recht gut an – die Radlerhose erfüllte ihren Zweck – doch mein unterer Rücken fand das alles nicht mehr so gut. Lag es am Sport-BH, der nicht optimal saß? Oder doch an meiner Sitzposition, die etwas zu gestreckt war? Denn in den nächsten Tagen hatte ich dieses Problem nicht mehr so stark.

Schließlich kam das Leipziger Ortseingangsschild. Doch wo war jetzt die Stadt, die ich kannte? Weiterhin säumten Felder meinen Weg. Ich fuhr durch einen kleinen Ort mit wenigen Menschen auf der Straße. So hatte ich es in vielen Brandenburger Dörfern erlebt: Keine Menschenseele zu sehen und zum Glück auch wenig Autoverkehr. Ein paar Kilometer weiter standen die Häuser schließlich enger beieinander, wurden höher und nach einem kurzen Weg am schönen, begrünten Kanal entlang, war ich in der Innenstadt: Hallo Leipzig! Es war die längste Etappe, die ich je auf einem Fahrrad am Stück gefahren war – die ich je allein gefahren war.

Tageskilometer gesamt: ca. 185 km

Bundesländer: Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen

1. Etappe auf Strava

Mach mal halblang!

2. Etappe #B2Fh: Von Leipzig nach Naumburg mit Umwegen

Nach einen wundervollen Abend in Leipzig beim Klassik airleben mit einer lieben Freundin und der Miri von hamburgfiets, die an diesem Wochenende zufällig auch in der Stadt war, sollte der nächste Tag etwas entspannter werden. Ich wollte nach Naumburg an der Saale mit einem vorherigen Abstecher nach Laucha bei Freyburg (Unstrut), wo Freunde ein Weingut bewirtschafteten. Ein gutes Ziel also und nur knapp 90 km für den Tag klangen relaxt. Das Wetter war nach wie vor sonnig und warm und meine Motivation uneingeschränkt groß. Ich verließ Sachsen erst gegen Mittag ganz entspannt. So viel Urlaubsruhe musste sein (und so viel Kaffee auch ;-)).

Mein Highlight an dem Tag war sicherlich das Gradierwerk in Bad Dürrenberg! Ja, ich gebe zu, ich habe derartiges noch nicht gesehen und war zutiefst beeindruckt von der Größe der Anlage. Laut Wikipedia ist das wie folgt:

(…) eine Anlage zur Salzgewinnung. Sie besteht aus einem Holzgerüst, das mit Reisig verfüllt ist. Das Verb gradieren bedeutet „einen Stoff in einem Medium konzentrieren“. Im Falle eines Gradierwerks wird der Salzgehalt im Wasser erhöht, indem Sole durch das Reisig hindurchgeleitet wird, wobei auf natürliche Weise Wasser verdunstet.

Die spendierte Apfelschorle tat auch gut und ließ mich für ein paar Minuten nahe der angenehm kühlen, tropfenden Sole verweilen.

Ein bisschen Eis muss ein!

Schließlich fuhr ich weiter und vorbei am großen Geiseltalsee, wo an diesem sonnigen Sonntag reges Treiben herrschte. Da musste natürlich auch ein Eis für mich her. Der gut ausgebaute Radweg führte mich  an den Hängen des Sees entlang und ich genoss die frische Brise und den Gedanken heute trotz späten Aufbruchs bereits früher am Tag an meinem Ziel anzukommen. Das tat wirklich gut. Ich hatte am Vortag doch den Zeitdruck deutlich gemerkt und mag das bei einer Radreise überhaupt nicht. Das musste bei der nächsten Tour besser werden. Ich will einfach auch nur mal irgendwo sitzen können, ohne ständig die Uhr im Blick zu haben und den Gedanken an die noch vielen Kilometer vor mir. Das ist mir zu unentspannt ;-).

Von uralten Pflastersteinen und Kirschbäumen

Ich fuhr durch einen winzigen Ort mit einer mittelalterlichen Kirche, etwa aus dem 12. Jahrhundert, und war fast überrascht, als ich sogar ein paar wenige Menschen erblicken konnte. Dann begann das Kopfsteinpflaster. Wieder versperrte eine Kurve zunächst den Blick auf die volle Pracht dieser Straße, die natürlich bergauf führen sollte.

Wider Erwarten entmutigte mich dieser Anblick jedoch kaum. Ich war wohl noch gut drauf vom Eis zuvor. Das mitleidige Lächeln eines Mountainbikers, der mir entgegen kam, spornte mich weiter an, als ich die letzten Meter auf diesem unsäglichen Untergrund den Hügel hinauf ächzte. Und dann…dann folgte die eigentliche Qual. Gesäumt von alten Obstbäumen hätte die vor mir liegende, verlassene Straße wirklich schön sein können. Doch stattdessen gab es Steine, viele Steine! Kopfsteinpflaster in der Ausgabe uralt und in unterschiedlichsten Größen und Formen – mal ganz klein und abgebrochen, mal groß und breit, aber nie flach, glatt oder gleichmäßig. Die  Farbschattierungen variierten ebenso stark wie die Oberflächen”qualität”.

Zunächst versuchte ich mein Glück auf dem kieseligen Streifen, der direkt am Feld entlang führte und neben der eigentlichen Straße. Was zunächst noch ein breiter Weg war, verengte sich nach wenigen hundert Metern auf einen schmalen Pfad. Dieser ließ mir ab und an die Wahl entweder ins Feld auszuweichen oder ein paar Schüttelaktionen auf den Pflastersteinen zu genießen.

Endlich, nach etwa 4 km war die Odyssee vorüber. Der letzte Abschnitt bis zu meinem ersten Tagesziel war eine von Kirschbäumen gesäumte Allee, die sich deutlich besser befahren ließ und sogar noch eine süße Abfahrt für mich bereit hielt. Ca. 70 km geschafft!

Auf dem Saale-Unstrut Radweg nach Naumburg

Nach dem Besuch des kleinen Weingutes bei Laucha mit dem wunderschönen Blick ins Tal, radelte ich noch weitere rund 20 km nach Naumburg. Falls ihr je in der Nähe seid, lasst euch den Saale-Unstrut-Radweg nicht entgehen! Entlang der Unstrut führt dieser Abschnitt des Weges über Freyburg nach Naumburg. Ich genoß die Abendsonne so sehr, welche die Weinberge der Region und die Burgen und Herrenhäuser in ein wunderschönes Licht tauchte. Der Fahrtwind und der größtenteils flache Weg machten die Fahrt zum gemütlichen Ausklang des Radtages für mich. An diesem Sonntag, als ich in Naumburg schließlich ankam, wurde übrigens bekannt, dass der berühmte Naumburger Dom endlich zum Unesco Weltkulturerbe erklärt wurde.

Tageskilometer gesamt: ca. 90 km

Bundesländer: Sachsen, Sachsen-Anhalt

Die nächste Etappe sollte mich durch Thüringen führen und eine große Herausforderung für mich werden. Bald mehr dazu!

N+1: Hi, IconX! Warum sich das lange Warten gelohnt hat.

Erinnert ihr euch noch? Anfang des Jahres war ich auf der Suche nach einem All Road Bike und probierte verschiedene Fahrräder diverser toller Marken aus. Meine Entscheidung war fast gefallen, doch dann besuchte ich im Februar die sympathischen Dresdener von Veloheld in ihrem Showroom und testete das IconX.

Ich wusste dann sehr schnell, dass mir das Salsa Vaya zwar sehr gut gefallen hat, ich mit dem IconX allerdings mehr Entscheidungsfreiheit für meine Wunschkonfiguration hatte. Nicht nur die Auswahl der Farbe spielte dabei eine Rolle. Ich mochte auch den Gedanken, das Rad einer kleinen Deutschen Fahrradmarke fahren zu können. Schon auf der Fahrradschau waren sie mir immer wieder aufgefallen und als Miri von hamburgfiets sich schließlich einen IconX-Rahmen aufbaute, war ich mehr als interessiert. Nach dem Besuch bei Veloheld und der Aussicht auf eine kleine Kooperation war die Entscheidung schließlich gefallen.

Hi, IconX!

Naja, ganz so schnell ging es, wie gesagt, leider nicht. Die Veloheld-Rahmen werden in Handarbeit hergestellt und sie sind sehr beliebt. Ich musste schon schlucken, als es hieß, dass ich meinen Rahmen wohl nicht vor Mai bekommen würde. Ich war so ungeduldig! Es hatte nur den Vorteil, dass ich dadurch Zeit für eine intensive Farbrecherche (grün oder violett) hatte, denn welche Teile ans neue Rad sollten, wusste ich bis auf die Reifen recht schnell.

Ende Mai sendete mir Geschäftsführer Carsten ein Foto, auf dem als Ausschnitt das frisch lackierte IconX mit meiner Wunschfarbe und meinem Radelmädchen-Logo zu sehen waren. Meine Ungeduld wuchs ins Unermessliche! Ich wollte dieses Fahrrad endlich fahren!!! Warum dauert das alles sooooo lange?

Doch schließlich war der Termin fix. Anfang Juni 2018 durfte ich endlich wieder nach Dresden fahren. Vier Monate nachdem ich das erste Mal auf einem IconX gesessen habe.

Das IconX in Extreme Purple <3

Die Farbe ist mega und ich bin absolut verliebt! Ich wollte ein dunkles metallic violett und habe lange nach dem richtigen Ton gesucht. Gar nicht so einfach, wenn man nur Bilder vergleichen kann, auf denen die verschiedenen Lacke an diversen Gegenständen verwendet wurden. Eigentlich ist mir der Farbton zu dunkel gewesen, doch dann, als ich das neue Fahrrad erstmalig in der Sonne stehen sah und die Varianz dieser Farbe erkannte, war ich hin und weg! Es tut mir Leid, aber ich muss das so ausfürlich beschreiben, weil ich diesen Lack wirklich so unglaublich schön finde! Und dann ist da auch noch mein Logo in strahlendem Silber auf dem Oberrohr!!!

Hier kommen ein paar harte Fakten zum Fahrrad, welches ich für Langstrecken und leichte Bikepacking-Touren nutzen möchte.

TeilMarke/Art
RahmenVeloheld IconX, Größe M
GabelVeloheld Stahlgabel
Farbe Extreme Purple
 
SchaltgruppeShimano 105 – 22
Schalt- & BremshebelShimano Ultegra
Bremsenhydraulische Shimano-Ultegra Scheibenbremsen (Flatmount)
LenkerZoom Drop Bar
Dynamo/LaufräderSHUTTER PRECISION PD-8X 12mm / Novatec
FelgenDT R500
SattelBrooks Cambium All Weather C17 (black)
ReifenPanaracer Gravelking SK TR 28” (700x43C) black/brown (tubeless)
BeleuchtungB+M – Lumotec IQ-XS Dynamo Scheinwerfer – 70 Lux
SON Rücklicht für Strebe
Details

Ich habe mich bewusst nicht für eine einfache, sondern zweifache Schaltung (Shimano 105er) entschieden. Mir war diese Vielfalt und die feineren Abstufungen der Gänge besonders für Touren in bergigerem Terrain wichtig. Mal sehen, wie sich die Wahl bemerkbar macht. Ich habe auf Gepäckträger und Schutzbleche verzichtet, um das Gewicht möglichst gering zu halten und flexibel und sportlich unterwegs sein zu können. Eventuell werde ich für längere Touren noch einen Low Rider ergänzen, um Front Roller-Taschen mitnehmen zu können. Doch momentan muss der Satteltaschen-Prototyp ausreichen. Wie auch an den anderen Rädern setze ich auch beim IconX auf den Brooks Cambium. Pedale habe ich mir noch keine ausgesucht. Ich überlege noch, weil ich eventuell Klickies ausprobieren möchte.

Da ich kein Batterielichtfan bin, habe ich mich für einen Shutter Precision Nabendynamo entschieden. Die Optik und das Gewicht (unter 500gr) sprechen für ihn. Zur Leistung kann ich noch nichts sagen.

Der erste Ritt

Nachdem der Vorbau noch getauscht und ein paar kleine Einstellungen vorgenommen wurde, ging es auf die erste kleine Tour mit meinem neuen IconX. Wie praktisch, dass der Veloheld Showroom und die Werkstatt direkt an den Ausläufern der tollen Dresdener Heide liegen! Rauf aufs Rad und rein ins Grüne war die Devise, die auch am Folgetag in der Sächsischen Schweiz fortgeführt wurde!

Watt soll ick sajen? Dit war so schöööön! Ich fühlte mich wohl auf meinem neuen Gravelbike. Auch, wenn ich mich erst an Dropbar und die ungewohnten Schalthebel gewöhnen musste. Aber das Fahrgefühl war unbeschreiblich und die Landschaft der Sächsischen Schweiz wunderschön und abwechslungsreich. Mein neuer Flitzer durfte sich bei einigen Härtetests über Wurzel und Stein und ganz viel Kiesel- und Feldwegen beweisen. Die Panaracer Gravelking Sk in breiten 43mm haben mir die Velohelden tubeless aufgebaut. Das Fahrgefühl ist bisher vielversprechend!

Getragen habe ich das IconX auch ab und zu, denn nicht alle Wege im Nationalpark sind für Fahrräder freigegeben. Es gibt gekennzeichnete Radrouten. Wenn diese aber nicht in das Richtungskonzept passen und das Unwetter naht, dann läuft man eben auch mal den Berg mit seinem Rad auf einem schmalen, steilen Weg hinunter. 😀

Doch die Natur dort ist viel zu schön und muss geschützt werden! Also bitte nur auf gekennzeichneten Wegen Radfahren!

Ausblick

Spannend wird es auf der ersten langen Ausfahrt, die bald anstehen wird. Wie komfortabel ist das IconX dann? Was muss ich noch einstellen bzw. optimieren? Passt die Sattelhöhe und die Vorbaulänge? Ich bin gespannt. Außerdem fahre ich auch das erste Mal tubeless und bin noch etwas ahnungslos, was ich bei einer Reifenpanne noch machen kann, außer wieder einen Schlauch einzuziehen, wenn die Dichtmilch nicht reichen sollte.

Einen Namen bekommt die Schönheit natürlich auch noch. Aber zuerst müssen wir uns noch ein wenig kennenlernen!

Danke liebes Veloheld-Team für dieses tolle Fahrrad!

Zu Besuch bei…VELOHELD

Frisch war es am Dienstagmorgen, als ich Ljómi schnappte und zur S-Bahn stiefelte. Die erste Fernzugfahrt im Jahr 2018 stand für mich an und ich bereute bereits nach wenigen Minuten, dass ich nicht mit meinem Brompton zum Hauptbahnhof geradelt war.

Die Luft in der S-Bahn war stickig und es war viel zu warm. Menschen drängten sich aneinander, wirkten gestresst und müde. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, tuckerte die Stadtbahn im Stop-and-Go-Modus und brauchte für zwei Stationen doppelt so lang wie normalerweise. Notarzteinsatz. Auch die Ringbahn war von Verspätungen betroffen, denn die hatte ihren eigenen Notfall. Egal. Ich hatte Glück, denn sie fuhr zumindest, da ich mich spontan entschieden hatte, am Bahnhof Südkreuz in den EC zu hüpfen. Zu groß war die Gefahr, dass ich ihn am Hauptbahnhof knapp verpasste. Die nächsten 110 Minuten verbrachte ich dann entspannt in dem ungarischen Zug mit deutschem Fahrradabteil, las in der aktuellen fahrstil “Damenrad” und die Zeit verging wie im Fluge. Zwischendurch schreckte ich bei einem Blick aus dem Fenster jedoch auf.

Winter is here!

In Sachsen lag immer wieder Schnee! Dort war es um ein paar Grad kühler und es hatte in der Nacht zuvor ordentlich Frost gegeben. Die Aufregung stieg. Würde ich dem Fahrrad bei meiner bevorstehenden Testfahrt gleich einen Härtetest unterziehen?

Dresden, Neustadt. Ich griff nach Ljómi und stieg aus dem Zug. Der Bahnhof war wunderschön. Die riesige Eingangshalle mit den großen Rundbogenfenstern, Säulen und hell getönten Wänden zwangen mich dazu, kurz stehen zu bleiben und sie zu bestaunen. Als ich dann den Bahnhof verließ, spürte ich beim Starten des Navis wie schnell meine Finger kalt wurden. Frisch war es in Dresden. -6 °C. Doch bei herrlichem Sonnenschein freute ich mich auf die kurze, etwa 4,5 km lange Fahrt in die Äußere Neustadt. Denn dort in einem großen Industriegebiet lag etwas versteckt der Showroom einer kleinen, aber feinen Dresdener Fahrradmarke: Willkommen bei veloheld!

Warum ich da nun gelandet war, könnt ihr in meinem Blogpost über das Gravelbike nachlesen. Denn nachdem ich per Mail Kontakt mit den Dresdnern aufgenommen hatte, wollte ich mein favorisiertes Fahrrad auch endlich Probe fahren. In Berlin war das gerade nicht möglich, also warum nicht eine kleine Reise weiter in den Osten Deutschlands wagen? Von Berlin aus war das quasi ein Katzensprung.

@veloheld in Dresden. Whoop whoop. . . #Fahrrad #bicycle #cycling #dresden

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Velohelds Showroom

Hinter dem letzten Tor eines langgestreckten Flachbaus befand sich die Heimat der kleinen Firma. Dort werden wunderschöne Stahlräder individuell zusammengebaut. Eine kleine Klingel mit Namensschild neben der Tür, die in einer Art Garagentor eingelassenen war, und der große Schriftzug in den oberen Fenstern ließen daran keinen Zweifel. Ich musste nicht lange warten bis Geschäftsführer Carsten mir die Tür öffnete und mich freundlich begrüßte. Ein Schritt hindurch und schon stand ich mitten im Showroom. Und der hatte auch sofort meine Aufmerksamkeit oder eher sein Inhalt! Die zahlreichen, verschiedenen Räder waren hier gekonnt in Szene gesetzt. Thematisch sortiert waren sie teilweise auf Holzpodesten angeordnet oder standen nebeneinander aufgereiht auf dem dunklen Fliesenboden – ein schöner Kontrast zu der Holzbalkenkonstruktion an der Decke. Hinter dem Showroom befindet sich direkt das Büro, indem die velohelden-Crew sitzt und arbeitet.

Carsten erzählte mir ein wenig über die Marke, über ihre Mitarbeiter und das Besondere ihrer Räder. Seit 2007 existiert das Unternehmen, welches aus Begeisterung fürs Radfahren gegründet wurde und dessen Name jemanden beschreibt,…

“(..) der sich durch den täglichen Großstadtdschungel “schlängelt”, in seiner Freizeit unentdeckte Gebiete “erradelt” oder an Wochenenden als Radsportler um “Ruhm und Ehre” kämpft.” (veloheld)

Ein veloheld eben.

Und das Besondere der Marke?

So einzigartig, wie die Räder hier aufgebaut werden, kann man das sonst nur im Eigenaufbau eines Rahmensets schaffen. Genau die kann man hier neben den Kompletträdern auch bei nahezu jedem Modell erwerben. Wer keine Lust aufs selbst Basteln oder einfach nicht das nötige Wissen dazu hat, muss dennoch nicht auf die Wunschkonfiguration verzichten. Nicht nur die Rahmenfarbe kann individuell bestimmt werden, auch die einzelnen Teile lassen sich nach Absprache bestellen und am Wunschmodell anbringen. Dabei ist die Auswahlmöglichkeit im Online-Shop an sich schon sehr gut. Bei meinem Favoriten, dem veloheld .iconX kann zwischen drei verschiedenen Schaltgruppen, verschiedenen Anbauteilen, zwei Gabelarten und drei Dekorfarben gewählt werden. Alle Räder werden in Dresden pulverbeschichtet und in der Werkstatt aufgebaut.

Mich überfordert ja schon der Gedanke, aus der riesigen RAL-Farbtabelle eine Wunschfarbe wählen zu müssen!

Test-Ride! Das veloheld .iconX

Nun hieß es aber erst einmal rauf aufs Rad: Ein iconX-Wunschaufbau von Veloheld-Kundenbetreuer Daniel mit 1×11-er Rival Schaltung und Crossreifen in Rahmengröße M war mein Testobjekt. Die Crosser/Graveller sind heiß begehrt. Wer sich jetzt ein iconX bestellt, wird das Rad vermutlich erst im Mai 2018 erhalten. Selbst im Showroom steht nur noch ein Rahmen in Größe L. Umso dankbarer war ich also, dass ich Daniels Rad ausführen durfte. Und dabei hatte ich ordentlich Spaß! Praktischerweise liegt der Showroom von veloheld nämlich an den Ausläufern der Dresdener Heide. Für mich bedeutete das: Rauf aufs Rad, über den Parkplatz gerollt und rein ins Vergnügen!

Und wie fährt sich das veloheld .iconX jetzt?

Zwei Worte fallen mir zuerst ein: Sportlich und agil! Sobald die richtige Sattelhöhe für mich gefunden war, spürte ich beim Aufsteigen, dass ich recht gestreckt da saß. Für meinen Geschmack fast schon ein wenig zu sehr. Schließlich plante ich, viele Stunden am Stück auf diesem Rad zu verbringen und das schien mir mit diesem Aufbau nicht möglich zu sein. Aber ich wurde beruhigt: Der Vorbau war relativ lang gewählt und dies war nicht der Standardaufbau. Das durfte ich nicht vergessen, machte es aber schwer, richtig einzuschätzen, ob der Graveller zu mir passen würde oder nicht. Für diese Ausfahrt jedoch war die gewählte Konfiguration sonst ziemlich gut. Es war mehr als ein Crossbike als ein Gravelbike aufgebaut, was definitiv auch den Wetterverhältnissen in Dresden geschuldet sein dürfte.

Im Wald konnte ich die Stärken dieses Crossers auf jeden Fall voll auskosten. Ich lernte schnell die Vorzüge der stark profilierten Stollenreifen kennen, die mich nicht im Stich ließen, als ich bergauf und bergab auch mal die ein oder andere tiefe, sandige Furche auf dem Waldboden überwinden musste. Die kräftigen Scheibenbremsen taten ihr übriges und gaben mir ein sicheres Gefühl. Die Kälte war schnell vergessen, als ich immer tiefer in den Wald hinein fuhr und sie brachte definitiv einen großen Vorteil mit sich: Viele Abschnitte, die ich befahren habe, wären bei wärmeren Temperaturen ziemlich matschig gewesen. So war der Boden jedoch fest und ermöglichte mir auch, ab und zu die Geschwindigkeit zu erhöhen. Ich kam aus dem Grinsen nicht mehr raus.

Über schmale Wege, Wurzeln und gefrorenes Laub, über feste Sandwege und vereisten Matsch führte mich meine Fahrt. Ich hatte Lust immer weiter zu fahren, die Gegend zu erkunden und das Fahrrad richtig auf den Prüfstand zu stellen. Doch ich musste irgendwann den Rückweg antreten. Mit kalten, roten Wangen und einem deutlichen Hochgefühl radelte ich schließlich den schmalen Pfad entlang zurück und begann bereits von meinem eigenen veloheld .iconX zu träumen.

Fazit

Ich war noch etwas unsicher, weil ich nicht 100%-ig testen konnte, ob das Fahrrad wirklich für meine Zwecke (Langstreckenfahrten, Tourenoption) geeignet und bequem genug war. Doch ich bin optimistisch, dass ein paar Anpassungen das gewünschte Ergebnis erzielen werden.

Und nun? Kaufen oder nicht?

Der Preis des Komplettrades aus Stahl mit Stahlgabel und SRAM Apex 1×11 liegt bei 1899 €. Wunschfarbe (+100 €), Carbongabel, andere Anbauteile und Schaltung kosten natürlich extra. Da geht der Preis schnell über die 2000 €. Es ist viel Geld, aber ein tolles Fahrrad einer lokalen Marke ist das definitiv wert. Ob es die Positionierung der kleinen Logos und des Schriftzuges ist oder die Möglichkeit sein Rad zu aufbauen zu lassen, wie gewünscht – Liebe zum Detail steckt in allen Fahrrädern von veloheld.

Das Gewicht liegt bei einem Aufbau mit einer hochwertigen Schaltgruppe beim Komplettrad bei nur knapp über 9 kg. Der Aufbau, den ich im Kopf habe (Shimano 105er, Nabendynamo, Beleuchtung, Pizzarack), wird es wohl auf die 11,5 kg bringen, was ich mehr als in Ordnung finde.

Auf der Suche nach Empfehlungen

Ich bin mir bei einigen Anbauteilen unsicher, welche ich wählen soll:

  1. Die Reifen: Zur Wahl stehen aktuell die Panaracer Gravel King SK mit Skinwall, WTB Byway oder Horizon Plus. Standardmäßig gäbe es die Schwalbe G-One. Mir sind Reifen wichtig, die sich auch gut und schnell auf Asphalt fahren, aber eben bei unruhigem Terrain nicht gleich aufgeben. Tubeless ready sollten sie sein. Welche Breite findet ihr da angenehm?
  2. Der Dynamo: Da gehen die Geister sicher auseinander, ob man den braucht oder nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es da gern praktisch habe. Ich habe einen Cylcle 2 Charge an meinem Tourenrad und würde den gern weiter nutzen wollen. SON wäre das Optimum, aber leider mit dazugehörigen Strahlern deutlich zu teuer für mich aktuell. Was haltet ihr vom Shutter Precision? Ich habe besonders zur Haltbarkeit sehr unterschiedliche Sachen gehört. Das Gewicht und der Wirkungsgrad scheinen mir aber sehr gut zu sein. Oder lieber mehr sparen?
  3. Der Gepäckträger: Ich möchte zum ersten Mal einen vorderen haben – ein Pizzarack zum Beispiel von Pelago mit der Möglichkeit auch Front Roller Taschen anzubringen. Größe M oder L? Nutzt ihr sowas?

Ich freue mich sehr über Feedback hier oder in den Facebook-Kommentaren!

Auf der Suche nach dem Gravelbike – Versuch einer Definition

Auf der Suche nach dem Gravelbike bin ich seit Anfang des Jahres tatsächlich ernsthaft. Denn ich bin schon längst darüber hinweg zu glauben, dass ein Fahrrad allein alle Nutzungszwecke abdecken kann. Eigentlich wäre das auch zu schade, wenn es so ein Allrounder-Rad geben würde. Zu schade, weil es so viele wunderschöne, verschiedene Fahrräder und Fahrradtypen gibt. Außerdem machen sich die Zweiräder auch äußerst dekorativ in der Wohnung. Da geht schon mal eins mehr.

N+1 also, die altbekannte Formel der Anzahl an Fahrrädern, die Mann oder Frau so haben kann. Ich frage mich, ob es hierzu auch eine weitere Formel gibt, die berechnet, in welchem Zeitraum sich die Anzahl potenziert? Ein wenig Sorge macht mir das schon, wenn ich überlege, dass gerade letztes Jahr schon zwei weitere Schönheiten bei mir eingezogen sind und ich nun bereits am Jahresanfang weitere Fahrradgelüste verspüre. Selbst in einer großen Wohnung ist der Platz irgendwann limitiert. Doch so oder so, da ich mich von keinem der vorhandenen Räder trennen möchte, kommt wohl noch im Frühjahr ein weiteres dazu. Denn ich möchte ein halbwegs geländetaugliches Langstreckenrad, neudeutsch Graveller oder auch All Road Bike.

Een Graveller? Watt is denn dit schon wieda?

Egal ob Marketingtrend der Industrie (ich denke, darüber sind wir schon lange hinaus) oder nicht, das Gravelbike wird immer beliebter und viele große und kleine Fahrradmarken haben bereits derartige Modelle im Sortiment, um mit dem Trend zu gehen. Aber was genau soll das eigentlich? Ist das nicht genau das gleiche, wie ein Crossrad/Querfeldeinrad oder Cyclocrosser? Die gibt es doch schon ewig!

Nun ja, ich gebe zu, die Einordnung macht mir auch gern mal Kopfzerbrechen. Der Pressedienst Fahrrad hat das ganz schön erklärt:

Cyclocross

Die Räder sind so konzipiert, dass sie es mit Matsch und Hindernissen aufnehmen können. Die Sitzposition ist ähnlich sportlich-aggressiv wie am Rennrad. Steuer- und Sitzrohr haben aber einen steileren Winkel und auch das Tretlager ist höher als bei einem Straßenflitzer. So geraten die Pedale nicht so schnell in Bodenkontakt. Zudem verfügen Cyclocrosser über einen größeren Reifendurchlass, damit Matsch und Schlamm nicht stecken bleiben. (…)

Die Reifenbreite für Cross-Rennen ist durch den Internationalen Radsportverband UCI genau definiert: Maximal 33 Millimeter breit dürfen sie sein.
 
Demnach sind Cyclocrosser sportliche, fürs Gelände optimierte Rennräder mit deutlichen Einflüssen vom Mountainbike. Sie sind besonders im Querfeldein-(Renn-)einsatz beliebt. Das Reifenprofil ist oftmals gröber, aber der Reifen an sich wird nicht zu breit (zumindest beim Wettkampfeinsatz). Die Limitierung geschieht natürlich auch über den Gabeldurchlass.
Gravel
Dem gegenüber wird das Gravelbike gestellt, dessen Namen sich aus dem englischen Wort für Schotter oder Kies ergibt. Also doch auch ein Crosser? Jein. Im Vergleich zum Cyclocrosser orientiert sich das All Road Bike oder Road Plus Bike, wie es auch gern genannt wird, zwar ebenfalls am Rennrad und verfügt über einen Rennlenker und eine sportliche Sitzposition. Man sitzt aber selten so gestreckt, wie auf einem Renner. Die Geometrie ist deutlich komfortabler und macht so auch Langstreckenfahrten reizvoll und angenehm. Scheibenbremsen gehören mittlerweile zum Standard und robuste Steckachsen werden immer beliebter (wie beim Mountainbike). Der größte Unterschied zum Beispiel auch zum Endurancebike, welches ein auf Langstreckenfahrten ausgelegtes Rennrad ist, scheint aber die Reifenbreite zu sein.
 
Laut pd-f:
 
Gravel-Racer ermöglichen hingegen meist die Aufnahme von noch breiteren Reifen und können durchaus auch sehr sportliche Sitzpositionen aufweisen. Zwischen den einzelnen Gattungen der Räder mit Rennlenker verwaschen die Grenzen zusehends.
Genau dieser letzte Satz trifft des Pudels Kern: Definitionen hin oder her. Sicher kann der Profi anhand der Geometrie ablesen, ob das Fahrrad eher sportlicher oder komfortabler gebaut ist. Doch am Ende hat die individuelle Konfiguration einen großen Einfluss darauf, wie sich das Rad fährt und für welchen Einsatz es genutzt werden kann. Es gibt ein paar Merkmale der einzelnen Fahrradgattungen, doch immer klar abgrenzen, lassen sie sich nicht.
Die All Road Bikes werden teilweise sogar zum sportlichen Reiserad aufgebaut und passen mit ihrer Vielseitigkeit perfekt zum Bikepackingtrend, bei dem die Fahrräder nur mit Rahmentaschen, aber allgemein mit wenig Gepäck gefahren werden. Besonders Kurztrips sind somit leicht und unproblematisch zu vollziehen. Dazu hat der Gunnar letztes Jahr ein sehr schönes, kompaktes Büchlein (“Rad und Raus”) veröffentlicht, das es auch in meine Weihnachtsgeschenktipps geschafft hat.
Je nach Konfiguration und Reifenbreite kann das Gravelbike ganz unterschiedlich genutzt werden und genau das finde ich so spannend daran. Also doch ein Allrounder-Rad?
Aber nein, falten kann man es noch nicht…
 

Brauche ich das wirklich?

Nun, wenn ich mir diese Frage so genau stellen würde, hätte ich vermutlich nur ein Fahrrad und würde sehr viele Kompromisse eingehen müssen. Aber es würde mir sehr viel Spaß am Radfahren nehmen. Mein ursprünglich als Reiserad genutztes Cube Touringbike “Jameson” steht mittlerweile sehr viel herum, seit mein Brompton eingezogen ist. Es ist zum Stadtrad und Packesel geworden. Das hat einen einfachen Grund: Auch nach einigen Konfigurationsveränderungen kann ich keine langen Touren mehr damit machen. Der Rahmen ist einfach zu klein und ich habe immer wieder Rückenschmerzen oder gar Knieprobleme. In den letzten drei Jahren habe ich mich viel mit Fahrrädern beschäftigt und bin nach wie vor kein Technik-Pro. Aber dennoch habe ich ein anderes Auge für Fahrräder bekommen und meine Präferenzen haben sich verändert.

Ich möchte ein Zweirad haben, das wendig und sportlich ist und dennoch komfortabel genug, damit ich auch länger damit unterwegs sein kann. Mein Brommie kann zwar eine ganze Menge, aber es fühlt sich auch ganz anders an und im Gelände ist irgendwann Schluss mit lustig: Here we go, gravelbike!

Die Qual der Wahl

Wo ich bei der nächsten Schwierigkeit angekommen bin: Die der Entscheidungsfindung! Eigentlich ist alles ganz klar. Ich habe bereits diverse Vergleiche gezogen, zahlreiche Marken unter die Lupe genommen, versucht, Geometriedaten zu verstehen und Erfahrungsberichte gelesen. Allein aufgrund der Optik sind bestimmte Räder schon ausgeschlossen (Ja, das ist ein essentieller Punkt! Schließlich werden wir viel Zeit miteinander verbringen und ich möchte das Rad auch gern anschauen!). Außerdem flog alles raus, was nicht aus Stahl ist. Denn Stahlräder haben für mich einen ganz besonderen Charme und sie gefallen mir optisch meist besser, abgesehen von deren Fahrverhalten. Nun habe ich mich bereits auf ein paar Marken beschränkt und bin einige davon probegefahren. Ob Genesis Croix de Fer, Marin Four Corners oder Salsa Vaya, die Auswahl ist groß. Auch einige Bombtrack Modelle wirken reizvoll auf mich.

Ich hatte von vorneherein bereits bei meiner Online-Recherche das Salsa Vaya favorsiert. Leider waren Salsa Räder gar nicht so einfach zu bekommen in Deutschland. Der Händler meiner Wahl in Berlin für die Testfahrten war “The Gentle Jaunt” in Friedrichshain. Ganz auf Outdoorabenteuer und Reisen mit dem Rad spezialisiert hat der Goldsprint-Berlin Ableger eine feine Auswahl der Cross-, Gravel und Reiseräder im Sortiment. Und ein Käffchen kann man nach dem Test-Ride dort auch noch schlürfen. Die Beratung war sehr gut, fachlich kompetent und hilfreich. Leider war das Salsa Vaya, das ich bei meinem ersten Besuch fuhr, zu groß für mich, doch ich hatte Glück: Ein Rad in meiner Größe war noch vorrätig. Zwei Wochen später, nachdem es für mich aufgebaut worden war, saß ich wieder auf einem Salsa und hätte es am liebsten gleich mitgenommen. Wo ich bei den nächsten Punkten gelandet wäre:

Was kostet der Spaß?

Erstens wollte ich unbedingt noch ein anderes Rad ausprobieren, zweites ist so ein Gravelbike mit hochwertiger Ausstattung eine ordentliche Investition. Man könnte jetzt einwerfen, dass das auch für Reise- und Rennräder gilt. Jaaaaa, das stimmt schon. Dennoch die meisten der oben genannten Marken fangen bei 1300 € an und sind nach oben hin in der Preisgestaltung flexibel. Nur Marin liegt mit dem Nicasio unter 1000 €. Im Schnitt kosten die Räder jedoch um die 1800 € – 2000 €. Das ist schon ein ordentlicher Batzen Schotter (wie passend beim Gravelbike…haha). Wie bereits erwähnt sind Scheibenbremsen üblich geworden, besonders als hydraulische Variante. Auch die hochwertigen, vermehrt verbauten Einfach- bzw. Zweifach-Schaltgruppen haben wohl einen großen Anteil an der Preisgestaltung. Sram Rival und Shimano 105 liegen da ganz vorn, sind aber trotz Mittelpreissegmentzugehörigkeit nicht unbedingt erschwinglich. All das summiert sich am Ende. Dabei sind eventuell benötigte Lichter und der optionale Gepäckträger natürlich noch dazuzurechnen. Ich denke über die Installation eines Pizzaracks nach, um effizient nötiges Gepäck transportieren und auf einen Gepäckträger hinten verzichten zu können. Dazu sollen Rahmentaschen kommen.

Edit 09.02.2018; 12.45 Uhr

Das Gewicht

Das Gewicht spielt natürlich auch eine Rolle! Dabei haben die verbauten Teile (Schaltgruppe, Laufräder etc.), wie auch bei jedem anderen Rad, neben dem Rahmen natürlich einen großen Einfluss. Je leichter desto teurer ist da leider meist die Devise. Ich hätte gern ein Rad was maximal 12,5 kg wiegt. Inklusive Pizzarack, optionalem Nabendynamo und Beleuchtung. Damit wäre das Salsa Vaya schon raus, aber für dieses Rad würde ich vermutlich auch noch nach oben gehen. Denn am wichtigsten ist immer noch, das die Geometrie passt. Am Gewicht kann man immer noch später sparen.

So,und nun? Ich habe beschlossen, noch einen heißen Favoriten ins Rennen zu nehmen und bin nach Dresden gefahren… Doch dazu mehr im bald folgenden Blogpost!

Habt ihr dazu Anmerkungen oder Ergänzungen? Dann immer her damit in den Kommentaren!