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Buchtipp: Fahrrad – Weltführer vom Reise Know-How Verlag

Für Weltenbummler, Radreisende und Entdecker gibt es seit August 2016 endlich die neue und 4. Auflage des Fahrrad – Weltführer vom Reise Know-How Verlag. Das 768 Seiten starke Werk im Taschenbuchformat kommt völlig aktualisiert als Paperback. 

Das Buch wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt!Vielen herzlichen Dank dafür! Hier noch ein Hinweis zu Produkttests – Kooperationen – sponsored posts!

Kaum habe ich das Buch aus der Versandhülle geschält, war ich auch schon vertieft in die zahlreichen Informationen über Länder auf der ganzen Welt. Tourenmöglichkeiten in über 100 Länder in  Amerika, Asien, Australien, Ozeanien und Afrika werden aufgezeigt und mögliche Strecken mit Routeninfos beschrieben. Wer ein Lieblingsland hat, in das er schon immer mal mit dem Rad reisen wollte, findet nicht nur Informationen zu landestypischen Gegebenheiten und der besten Reisezeit. Es gibt auch Hinweise und Tipps, wie das eigene Fahrrad im Flugzeug mitgeführt werden kann und welche Besonderheiten es zu beachten gilt.

Länderübersicht Fahrradweltführer
Der ausklappbare Umschlag des Fahrrad – Weltführers mit Länderkarte

Selbst, wenn man gar nicht mit dem Rad in das Land möchte, wird man fündig bei allgemeinen Hinweisen bezüglich Flügen und Wetterverhältnissen oder Sicherheit vor Ort. Hilfreich ist der Fahrrad – Weltführer aber auf jeden Fall, wenn es um die Vorbereitung und Planung von Radreisen geht. Dabei greifen die Autoren Helmut Herman und Thomas Schröder auf ihre eigenen und die Erfahrungen und das Fachwissen langjähriger Radreisende zurück. So trifft man auch auf Artikel von alten Bekannten, wie Martin von Biketour Global, der unter anderem seine Tipps zum Thema Radreise und Vermarktung zum besten gibt.

Traumziele

Ich möchte schon lange, lange nach Neuseeland. Über die Jahre hat sich heraus kristallisiert, dass ich  die Reise dort mit dem Fahrrad durchführen möchte. Auch für dieses wunderbare Land finden sich ausführliche Beiträge. Ich fühlte mich sofort wieder in Aufbruchstimmung. aufgrund der Infos und Bilder. Wichtig finde ich auch, dass auf die Ausstattung des Fahrrads genauso eingegangen wird, wie auf die Ausrüstung des Fahrers. Man nimmt doch immer wieder unnötige Sachen mit oder eben zu wenig.

Wo schlafe ich? Was sind örtliche Gepflogenheiten? Darf ich überall Zelten? Welche Gefahren könnten auf mich zukommen? Ist das Land sicher?

Diese und weitere Fragen werden geklärt. Dabei erinnert mich das Stöbern in dem Buch ein wenig an das Durchsuchen der gedruckten Lexika von früher. Ich habe damals eine Info zu einer Stadt in Deutschland gesucht und war nach einer Stunde bei den Informationen über Tiere in Australien angekommen.

So stöbert man sich auch durch den Fahrrad – Weltführer von einem Land zum nächsten und möchte am liebsten gleich losradeln. Es gibt übrigens auch einen Fahrradführer Europa per Rad im gleichen Verlag, der ebenfalls als Neuauflage erschienen ist. Den habe ich schon eine ganze Weile in meinem Regal stehen. Dort wird auf die Länder und Ziele innerhalb des Kontinents eingegangen, die im Weltführer keine Erwähnung gefunden haben.

Titelbild by Reise Know-How Verlag

 

Radreise: Auf dem Fernradweg durch Dänemark – Kopenhagen

Teil 1

Teil 2

Sonntagstour oder auch: 90 km Sonne

…ja, es wurde immer wärmer. Während die Nächte in den ersten Tagen der Tour noch deutlich kalt waren und die Tage perfektes Radelwetter boten, gestalteten sich die letzten Tage sehr warm. Ein Großteil der letzten Etappe führte durch den eher städtisch geprägten Teil Dänemarks kurz vor der Hauptstadt Kopenhagen. In Kombination mit den hohen Temperaturen um die 27 °C und dem fehlenden Schatten an den Hauptstraßen, waren diese 90 km (wahrscheinlich waren es doch ein paar mehr am Ende) auch die anstrengendsten fürs Gemüt. Sicher, man hätte, dem offiziellen Fernradweg folgend, durch einige Schlenker der stärker befahrenen Straße oft entgehen können, das hätte aber auch deutlich mehr Zeit und Kilometer bedeutet. Beides wollten wir aus Zeitmangel vermeiden. Radreise: Auf dem Fernradweg durch Dänemark – Kopenhagen weiterlesen

Berlin-Kopenhagen 2016: Auf dem Fernradweg durch Dänemark 002

Dieser Blogeintrag ist in Zusammenarbeit mit Sascha von milchmithonig entstanden und erscheint so auch bei ihm. Außer die Fotos, die sind unterschiedlich:-) und individuell eingefügt.
Radelmädchen:

Den Berg hinunter, rollen sie filmreif auf die T-Kreuzung zu, an der wir bereits einige Minuten gewartet haben.

Berlin-Kopenhagen 2016: Auf dem Fernradweg durch Dänemark 002 weiterlesen

Berlin-Kopenhagen 2016: Auf dem Fernradweg durch Dänemark 001

Im Sommer 2014 fuhren Simon, Philipp und ich zusammen als Vorbereitung für unsere Irlandradreise auf dem Fernradweg von Berlin nach Kopenhagen den deutschen Teil der Tour bis nach Rostock. Schon damals war klar: Ich möchte die Route irgendwann beenden und in DIE Fahrradhauptstadt Europas fahren: Kopenhagen.

Berlin-Kopenhagen 2016: Auf dem Fernradweg durch Dänemark 001

Über das verlängerte Wochenende von Christi Himmelfahrt 2016 bot sich endlich die Gelegenheit. 2014 noch mit meinem niegelnagelneuen Fahrrad, war ich nun fast zwei Jahre später, quasi mit einem erfahrenen – und eingefahrenen – Tourenrad unterwegs.

Reise-Buddies

Da so ein Trip zusammen noch mehr Freude bietet, kam Jan einfach mit und wir hatten ein paar sonnige, frühlingshafte Tage vor uns, die mir den ersten ordentlichen Sonnenbrand bescherten (ja, trotz Sonnencreme!).

Wie es der Zufall so wollte, dachten sich Sascha von milchmithonig.de und Philipp von tuetenleben.de, dass eine Tour in den Norden eine gute Idee für ihre alljährliche Himmelfahrtstour sei. Kein Zufall sollte es sein, dass wir die beiden unterwegs sogar noch treffen würden. Daran hatte der Spot GPS Satellite Messenger, den Philipp dabei hatte, vielleicht auch einen nicht ganz so kleinen Anteil.

Den Bericht ihres ersten Tourabschnitts gibt es auf jeden Fall schon bei Sascha auf milchmithonig.de nachzulesen.

Die Anreise

Die Tour für Jan und mich startete in Rostock mit der Fährüberfahrt nach Gedser in Dänemark. Mit dem Fernbus Flixbus angereist, der ohne Probleme im Inland Fahrräder für einen Preis von 9 € transportiert, legten wir die knapp  10 km vom ZOB bis zum Fährhafen noch auf dem deutschen Fernradwegteil zurück. Bereits dort wurde deutlich, was sich den ganzen Weg bis nach Kopenhagen durchzog: Die Beschilderung war ausführlich und bis auf wenige Ausnahmen so genau, dass ein navigieren per GPS quasi fast unnötig wurde.

Die knapp zweistündige Fährüberfahrt mit Scandlines haben wir online vorab gebucht. Auch vor Ort wäre dies möglich gewesen und mit den Buchungsbestätigungen muss man sich sowieso im Hafen einchecken.  Für den Preis von 7 €/p.P. inklusive Fahrrad war die Fähre auf jeden Fall ein Schnäppchen.

3, 2, 1...los!
3, 2, 1…los!

Im Nieselregen in Berlin gestartet, begrüßte uns an der Küste die warme Frühlingssonne. Diese wich uns in den nächsten Tagen auch nicht mehr von der Seite. Genauso wenig wie der Wind, der mal von vorn, von der Seite aber auch von hinten deutlich Einfluss auf das Vorankommen hatte. Nur die Nächte waren im Vergleich zu den sonnigen Tagen noch empfindlich kühl.

Vogelparadies…

Das dänische Örtchen Gedser war sehr ordentlich, sauber, beschaulich und menschenarm, wie viele der Küstendörfer, durch die wir später gefahren sind. Unsere erste kurze Etappe (ca. 26 km) endete auf einem Campingplatz in Nykøbing, eine nette, kleine Stadt mit Kloster und Kirche.

Am nächsten Tag genossen wir lieber die Sonne und das Meer, als viele Kilometer zurückzulegen.  Die Insel Falster ist ein wahres Vogelparadies. Nicht nur unzählige Krähenvögel leben hier, wir sahen auch Graugänse, viele Schwäne und über die gesamte Tour sechs Fasane!

Die Fahrt ging teils durch die kleinen Dörfer der Ostküste, an gelben Rapsfeldern vorbei, die einen ganz widerlich kitschigen Kontrast zum strahlend blauen Himmel boten. Teils fuhren wir durch die frischgrünen Wälder am Meer entlang, wo es sich sehr gut aushalten ließ auf dem Rad.

… und Feiertagsglück

Eigentlich war der Plan am zweiten Tag noch nach Møn zu gelangen, wobei im Ort Stubbekøbing eine Fähre die Überfahrt nach Bogø ermöglichen sollte. Von dort führte eine Art Straßendamm nach Møn hinüber. Nur leider war 1.Mai und leider fuhr die Fähre nur bis 13:30 Uhr. Um 14:15 Uhr am Hafen angekommen, waren wir nicht die einzigen Radler, die in einer Sackgasse gelandet waren.

Doch alles überlegen und warten half nichts. Einen Supermarkteinkauf später waren wir schon auf dem Weg zum Campingplatz, der – direkt am Wasser gelegen – zumindest schon einmal den Blick auf die Insel auf der anderen Seite bot. Am Freitagmorgen wollten wir die erste Fähre dorthin nehmen. Wie das so ist mit den  Zufällen, bot dieser Campingplatz einen so wunderschönen Zeltplatz, auf dem wir sonst nie gelandet wären.  Nur für ein Zelt vorgesehen, bot unsere Stelle für die Nacht direkten Wasserblick. Man konnte schnell vergessen, dass hinter den umrandenden Sträuchern und Bäumen schon die Wohnwagen standen.

Mit Campingpass

Wir ließen uns es nicht nehmen zum Kochen zum Wasser hinunter zu gehen und dort den Sonnenuntergang zu genießen.

 

Bye bye sun! See you! #nofilter #denmark #sunset #seenland #bicycle #radtour #radreise #Berlin_Kopenhagen #spring

Ein von Radelmädchen (@radelmaedchen) gepostetes Foto am


Ich habe außerdem schon lange nicht mehr so einen atemberaubenden Sternenhimmel gesehen, wie in jener Nacht.

In Dänemark benötigt man, wie auch in Schweden einen Campingpass (Camping Key Europe). Dieser ist europaweit gültig, soll z.B. den Check In erleichtern und bietet Versicherungsschutz und Rabatte. Man kann ihn nur für eine Nacht oder gleich für ein Jahr kaufen.  Der Preis beträgt DKK 110 (rund 15 €).

Meet up

Die erste Fähre ist es nicht geworden, dennoch kamen wir gut voran am dritten Tag der Reise. Die Fährüberfahrt dauerte vielleicht 15 min und kostete ca. 6 €. Auf Bogø angekommen, musste man bis nach Møn leider erstmal der Haupstraße folgen. Die Wegeführung leitet uns jedoch kurz darauf wieder auf Nebenstraßen, die durch kleine Orte führte. Es gab immer wieder Schlenker und Bögen, um die schönsten Stellen und Wege zu passieren.

Ich wagte hin und wieder einen Blick auf den Track von Sascha und Philipp, den man dank dem Spot wunderbar nachvollziehen konnte. An einem Kreuzungspunkt gen Stege bzw. Møns Klint, den berühmten Kreidefelsen der Insel, beschlossen wir am Nachmittag ein paar Minuten zu warten. Hier war absehbar, dass die anderen uns gleich einholen würden. Nicht, dass wir uns hier noch um ein paar Kilometer verpassen! Ein letzter Blick aufs Mobiltelefon und die kleinen Punkte der Spotübertragung, schnell mit der Kamera in Position gebracht und da kamen sie!

tbc.

Teil 2 und 3 der Reise.

 

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Radreise: Norwegen 05

Hier gibt es die Berichte Teil 01, Teil 02, Teil 03 und Teil 04 der
Norwegenradreise.

Donnerstag, 30.04.2015

Otta-Trondheim; ca. 245 km

Was sich am Abend abgezeichnet hatte und ein Blick in den Wetterbericht noch deutlicher machte: Der Tage wurde weiß. Mein Weg zu den Waschräumen am frühen Morgen gegen 7 Uhr war begleitet von kleinen, feuchten Flöckchen, die im Laufe des Vormittags zu dicken, großen Flocken wurden.

Von einem Moment zum nächsten waren die Bäume und die umliegenden Berge mit einer weißen, glitzernden Schicht besetzt. Meine Laune schwankte zwischen: Ooooh! Wie schön! Und: Schei…benkleister. Das Hochland liegt genau vor mir und somit der höchste und kälteste Punkt der Tour.

Spätestens als der Schnee auch im Tal und auf den Straßen liegen geblieben war, musste ich eine Entscheidung treffen, wie ich weiter vorankomme. Mein Fahrrad war nicht für schneebedeckte Straßen gerüstet und ich nicht für eine Nacht irgendwo in den Bergen im Zelt bei Schneefall. Denn einen Campingplatz, der um die Jahreszeit bewirtschaftet wurde, konnte ich trotz Recherche nicht ausfindig machen.

Es ist mir unglaublich schwer gefallen, aber ich sah keine andere Wahl sicher und ohne Unterkühlung in Trondheim anzukommen, als in Otta in den Zug zu steigen.

Drei Tage Radtour in drei Stunden Zugfahrt erledigt.

Zumindest der kurze Weg zum Bahnhof machte Spaß, so dick eingepackt wie möglich und leicht bergab durch das Schneegestöber. Ich musste noch einmal schlucken, als ich das Zugticket + Fahrradkarte bezahlte. Das wären dann auch die Ausgaben für die kommenden drei Tage Radreise gewesen. Immerhin fand mein Rad einen Platz in einem extra Fahrradabteil am Ende des Zuges und der freundliche Schaffner half mir alles meine sieben Sachen mit unterzubringen.

Die Fahrt war sehr komfortabel, wenn der Zug auch voll war. Doch es gab einen reservierten Platz für mich und freies WLAN. Als ich ein Foto für meine Liebsten Zuhause machte, war ich etwas überrascht, dass man mir die  letzten Tage draußen doch deutlich ansah: Etwas müde, geschafft und leicht rötlich und etwas gebräunt sah ich aus.

Während der Zug seinen Weg durch die Berge zurücklegte, schlief ich viel oder blinzelte durch die stärker fallenden Schneeflocken in die Landschaft. Soweit denn etwas zu erkennen war. Nahe des Dovrefjell bei Hjerkinn waren die umliegenden Berge kaum noch zu auszumachen und der Schnee lag hoch auf den Gräsern. Die E6 war weiterhin stark befahren, doch die Autos immer schlechter zu sehen. Ich wusste, dass es keine schlechte Idee war umzusteigen, doch ich habe noch ein paar Tage gebraucht, um mit der Enttäuschung, die Strecke von Oslo nach Trondheim nicht komplett mit dem Rad gefahren zu sein, umzugehen. Außerdem habe ich die verdiente Talfahrt versäumt! Ich war kurz vor dem höchsten Punkt der Tour gewesen. Danach wäre es den ganzen Tag nur bergab gegangen.

Die Vorteile der früheren Ankunft in Trondheim aufzählend, freute ich mich aber auch anzukommen. Der erste Mai stand bevor und dieser wird auch in Norwegen gefeiert und demonstriert.

So lagen ein paar entspannte Tage mit meiner Freundin aus Berlin vor mir, in denen ich die Stadt kennen lernte, weiterhin viel Rad fuhr und eine Hüttentour mitmachte.

Trondheim hat nicht nur eine Uni, eine Festung und den Nidarosdom zu bieten. Auch der berühmte Fahrradlift soll an einer besonders steilen Straße helfen, die Höhenmeter zu bewältigen. Davon hat die Stadt so einige zu bieten. Mein Versuch den Lift zu nutzen war kläglich und wurde prompt mit weiteren blauen Flecken bestraft. Ich habe mir aber sagen lassen, mit etwas Übung ist es zu gut schaffen.

Sonnenuntergang vs. Wolken über dem Trondheimfjord
Sonnenuntergang vs. Wolken über dem Trondheimfjord

In Vorbereitung auf den Rückflug, besorgte ich mir in einem Sportgeschäft einen Fahrradkarton und buchte die Bahnfahrt zum Flughafen, der ca. 30 km außerhalb von Trondheim liegt. Ich war froh, dass ich die Prozedur mit dem Fahrrad und der Sperrgepäckaufgabe schon aus Irland kannte und so lief auch alles problemlos. Am 07.05.2015 kamen mein Rad und ich unversehrt wieder in Berlin an.

Bye bye Norway! Hope to see you again!

Blick von der Kristiansten Festung von 1681
Blick von der Kristiansten Festung von 1681