Produkte: Der Brooks Cambium – ein Sattel für alle Gelegenheiten

Die Ledersättel von Brooks sind für mich die Inkarnation eines klassischen Sattels, der einen ewig und überallhin begleiten kann.  Ich hatte nur ein Problem: Ich wollte keinen Ledersattel, da ich weitestgehend auf Lederprodukte verzichte. Dann kam der Cambium – als ich das erste Mal vom Brooks Cambium Sattel hörte, war ich schlichtweg begeistert.
Das Material und der Aufbau

Der Sattel besteht aus Naturkautschuck, der durch ein Vulkanisationsverfahren zum Gummi wird. Die Konstruktion der Cambium Sättel folgt dem Prinzip einer Hängematte. Die Satteldecke ist an Torx-Schrauben aufgehangen und absorbiert Schwingungen und Stöße. Überzogen mit einer behandelten Lage Canvas aus Biobaumwolle macht er jede Bewegung mit und trotzt dem Wetter- egal, ob Regen, Wind oder Sonne.

Sofort bequem

Der Cambium lässt sich im Prinzip von Anfang an schon gut fahren. Doch nach einigen Kilometern auf dem Rad wird auch der aus vulkanisiertem Naturkautschuk gefertige Sattel noch bequemer – im Gegensatz zum Ledersattel, der erst einmal eingefahren werden muss, damit er sich perfekt anpasst.

Was für einen Unterschied dieser Sattel beim Fahrkomfort ausmachte, bemerkte ich bereits auf den ersten Metern. Spätestens in Kombination mit meiner Feder-Sattelstütze brachte die erste lange Tour – meine Norwegenreise – die engültige Bestätigung: Der Cambium ist der perfekte Reisesattel.

Modelle

Die Cambium Range ist deutlich größer geworden. Die Modelle sind in der Form angelehnt an die Ledersättel. Es gibt Herren- und Damenmodelle, die sich durch die Länge der Sattelspitze unterscheiden. Damenmodelle haben ein kleines s an die Sattelbezeichnung angehangen: C17, das Herrenmodell und C17s ist die Damenversion. Mittlerweile gibt es auch breitere Sättel, schmalere Rennrad- und Carvedversionen, also mit druckentlastender Aussparung in der Mitte. Die Farbauswahl ist klassisch: black, slate (schiefergrau), nature und rust.

Besonderheiten

Erfahrungsberichte von Freunden inkludierten, dass die anfangs rauhe Satteloberfläche den Verschleiß von Hosen begünstigt. Ich kann dies aus meiner Erfahrung heraus zwar nicht bestätigen, aber ein Brooks-Verkäufer gab dazu folgenden Tipp: Nehmt den Sattel und rubbelt ihn eine Weile mit einem festen Handtuch oder ähnlichem ab! So wird die Oberfläche etwas weicher, was normalerweise nach einigen Kilometern auf dem Rad eintritt.

Mein erster Cambium hatte  noch ein paar kleine Schwierigkeiten. Die Vollnieten, die die Satteldecke am Gestell halten, waren nicht hundertprozentig fest. So verlor ich nach kurzer Zeit die erste Niete. Das Problem ist mittlerweile behoben und ich löste es damals, indem ich mir einfach eine Niete nachbestellte und alle anderen zusätzlich mit Schraubenkleber sicherte.

Das ist das tolle bei Brooks: Alle Einzelteile sind austauschbar, sodass man den Sattel eigentlich ewig nutzen kann: Wenn er nicht gerade gestohlen wird.

Shiny Brooks
Diebesgut

Brooks ist eine bekannte Marke und die besondere, hochwertige Optik hatte Diebe auf den Plan gebracht. Die Sättel sind mit einer Preislage von über 100 € auch nicht gerade die günstigsten. Anfang März 2017 verschwand mein geliebter Sattel nach zwei Jahren intensiver Nutzung für immer – zusammen mit meiner gefederten Parallelogram-Sattelstütze. Ich war wütend, traurig und ziemlich aufgebracht. Doch es half alles nichts. Ein neuer Cambium musste her! Dieses Mal wollte ich nichts dem Zufall überlassen und werde nun meinen Sattel und die Stütze mit speziellen Schrauben von Hexlox sichern. Doch dazu demnächst mehr…

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2 Gedanken zu „Produkte: Der Brooks Cambium – ein Sattel für alle Gelegenheiten“

  1. Ja, definitiv feine Sättel! Hab den C13 auf 2 Rädern im Einsatz. Raue Hauswände mag er nicht so, da muss man ein bisschen aufpassen. Aber ansonsten sehr schön und angenehm zu fahren. Hab damit etliche 1000 km runter. Längste Tour mit dem C13 waren 320 km und auch da sitzt es sich noch sehr gut.

Noch etwas Senf dazu?