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Fahrradkleidung für kalte Tage – mit dem Rad durch Stadt, Land und Winter

“Ein scharfer, beißender Wind kneift eiskalt in die unbedeckten Wangen und lässt sie rot und trocken werden. Die Stirn ist kalt und schmerzt. Das Atmen fällt schwer und füllt die Lungen mit kalter Luft. Die Minusgrade dringen in Knochen und Gelenke. Kein Wetter, bei dem man sich gern draußen aufhält, geschweige denn Fahrrad fährt. Radfahren im Winter ist kein Zuckerschlecken” – kann aber auch richtig Spaß machen, besonders mit der Aussicht an einem gemütlichen, warmen Ort anzukommen und ein schokoladiges Heißgetränk zu sich nehmen zu können.

 


Hinweis

{WERBUNG] Dieser Blogbeitrag enthält Produktempfehlungen und Markennennungen, die als Werbung angesehen werden können. Sie sind jedoch persönliche Empfehlungen von mir und ich bekomme keinerlei Gegenleistung von den genannten Firmen. Einzig die Firma triple2 hat mir im Sommer auf meine Nachfrage hin, Kleidung zum Testen zur Verfügung gestellt.


Die Einleitung oben ist zum Teil ein Zitat aus meinem Buch “How to survive als Radfahrer” (Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, 2017) und spiegelt die kalte Jahreszeit wider, in der auch in den Städten immer mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs sind. Eine positive Bewegung, die deutlich macht, wie normal und wichtig das Fahrrad wieder als Fortbewegungsmittel ist. Doch der Winter bringt neue Herausforderungen. Selbst kurze Strecken können schnell unangenehm werden, wenn der Wind pfeift oder der Schnee fällt. Ich stehe dann nicht nur vor der Überlegung, wie ich sicher durch den Verkehr komme, sondern auch regelmäßig vor der Challenge, die richtige Garderobe zurecht zu legen…

1. …damit ich nicht zu sehr friere.

2. …damit ich bei Strecken länger als 4 km keine Hitzewallungen aufgrund von zu viel Kleidung bekomme.

Wenn es euch auch so geht, folgen hier ein paar zunächst für mein Buch erstellte und nun ergänzte Weisheiten rund um die richtige Fahrradkleidung fürs Radfahren im Winter – damit die Qual nicht ganz so groß ist bzw., damit der Spaß größer und länger auszuhalten ist!

 

Der Wind Chill-Effekt
Wenn ihr mit dem Fahrrad fahrt, kennt ihr definitiv den Wind Chill-Effekt. Dieser beschreibt, dass die gefühlte Temperatur in
Abhängigkeit von der Windgeschwindigkeit niedriger ist, als die tatsächliche Lufttemperatur. Die Haut kühlt durch einen Luftstrom ab. Diese Abkühlung durch den Windchill tritt ein, wenn die Hauttemperatur über der Lufttemperatur liegt. Je höher die Windgeschwindigkeit ist, desto größer ist auch der  Abkühlungseffekt. Deshalb ist es wichtig, die Haut vor dem Wind zu schützen.

Materialien

Bei kurzen Strecken bis zu 4 bis 5 km kann spezielle Funktionsbekleidung (außer Regenkleidung natürlich) meist vernachlässigt werden. Der eigene Fahrstil spielt aber immer eine große Rolle, wie schnell einem warm wird oder man sogar schwitzt. Eine atmungsaktive, mehrlagige Funktionsjacke mit Membran erscheint erstmal sinnvoll. Besonders an sehr kalten Tagen oder für längere Ausfahrten. Für kurze Strecken und in der Stadt wird aber vermutlich auch ein hochwertiger, warmer Wollmantel gute Dienste leisten (bei mir oft der Strickponcho).

Merino

Bei Unterwäsche wie Langarmshirts (z.B. von Chapeau! oder Icebreaker) und Hosen lohnen sich natürliche Materialien, wie Produkte aus Merinowolle. Diese verfügen über tolle Eigenschaften, wie gute Feuchtigkeitsaufnahme- und transport, eine hohe Wärmeisolation und haben außerdem antibakteriellen Fähigkeiten. Dabei solltet ihr unbedingt auf die Qualität und Herkunft der Wolle achten. Kauft nur Produkte, bei denen die Hersteller Wolle aus zertifizierten Betrieben verwenden! Sicher macht sich das im Preis bemerkbar, aber es soll auch gewährleisten, dass die Schafe nicht unter Behandlungen (Mulesing) leiden, die schmerzhaft für das Tier sind, um zum Beispiel Parasitenbefall zu vermeiden.

Kunstfasern

Es gibt natürlich auch Unterwäsche (z.B. von odlo oder Löffler) aus synthetischen Materialien, die ihren Zweck gut erfüllen. Sie sind meist haltbarer, reißfester und trocknen dabei schneller als Wolle. Da ist es aber wichtig, darauf zu achten, ob die Materialien eine speziell, geruchsverhindernde Behandlung bekommen haben. Bakterien können sich nämlich besser an Synthetikfasern halten und daher riecht die Kleidung oft schneller als Wolle. Gute Leistungen bringen am Ende beide Materialien.

Thermomaterial

Oft innen angeraut, weich und warm, außen winddicht, wasserabweisend und glatt – das ist das Material aus dem kuschelige Winterfahrradträume bestehen. Beinlinge, Armlinge, Radhosen, Trikots, alle werden aus diesem Material in unterschiedlichen Stärken gefertigt. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Das Material ist oft ein Gemisch aus Kunst- und Naturfasern (Wolle, Polyamid, Fleece, Polyester usw.) hat eine Struktur, die Wärme hält (isoliert u.a. durch die weich aufgerauten Fasern auf der Innenseite) und Kälte durch Wind abhält durch die glatte, dichte Außenseite und speziellen Beschichtungen. Außerdem ist es (bis zu einem gewissen Grad) atmungsaktiv.

Primaloft® oder Daune?

Toll sind wärmende Jacken mit Wattierung (z.B. von Vaude oder Mavic), die gleichzeitig atmungsaktiv und isolierend wirken. Ich bin mittlerweile ein riesiger Primaloft® Fan, auch, weil ich weitestgehend auf Daunenprodukte verzichte. Zu undurchsichtig sind mir dort die Herstellungsverfahren. Wer dennoch lieber Daune tragen möchte, weil ihre leichten und wärmenden Eigenschaften unbestreitbar gut sind, sollte auch da auf die Herkunft der Daunen und das Verfahren achten, wie die Gänse gerupft wurden. Nachhaltige und fortschrittliche Unternehmen geben dies auf ihren Webseiten preis.

Während ich früher meist um spezielle Fahrradbekleidung einen Bogen gemacht habe, weiß ich sie nun immer mehr zu schätzen. Besonders für längere Ausfahrten mit Libelle greife ich auf Fahrrad-Funktionsbekleidung zurück. Diese unterscheidet sich größtenteils doch sehr von meiner Alltagsbekleidung in der Stadt, obwohl ein paar Teile den Übergang schaffen. Diese sind für mich im Herbst und kommenden Winter fast schon unverzichtbar geworden, je nach Temperaturtiefe.

Das Zwiebelprinzip

Das funktioniert auch im Winter sehr gut – vielleicht sogar noch effektiver als im Sommer. Mindestens drei Schichten sind angeraten:

  1. Unterwäsche,
  2. die isolierende und wärmende Schicht
  3. die schützende, außere Schicht

Dabei hilft es je nach Tiefe der Temperaturen ebenfalls auf funktionelle Kleidung zurückzugreifen – vor allem bei den
unteren Schichten.

Meine Winter Radbekleidung Must-Haves

 

1. Die Mütze, die Handschuhe und das Multifunktionstuch,

…sind unentbehrlich und halten die Körperregionen warm, die besonders unter der kalten Luft leiden, weil sie dieser meist direkt ausgesetzt sind. Toll ist zum Beispiel ein Schlauchschal, den man noch bis über das Kinn ins Gesicht hochziehen kann. An ganz kalten Tagen (ab um die 2°C) mag ich welche mit Primaloftisolierung. Da geht kein Wind durch und es ist kuschelig warm. Für mehr Style kommt darüber oft ein dünnes, buntes Tuch. Bei mehr Kälte lege ich einen anderen, warmen Schal darüber. Das hängt aber auch stark vom eigenen Kälteempfinden ab.

 

 
 
 
 
 
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Auf dem Kopf trage ich unterschiedlich dicke Strickmützen. Die Mütze sollte den Wind abhalten und wird durch eine Fleeceinnenseite noch wirkungsvoller und wärmender. Ich sah auch schon wundervolle, bunte Ohrenwärmer oder Stirnbänder, die ebenfalls sehr effektiv sein können. Für Handschuhe gilt ähnliches. Eine aufgeraute Innenseite ist kuschelig und warm. Wenn die Außenseite noch zusätzlich über wind- und wasserabweisende Eigenschaften verfügt, seid ihr auch bei Schneefall und leichtem Regen auf der sicheren Seite (z.B. von Rapha, Roeckl oder GripGrab). Ich trage dünne Wollmix-Handschuhe von Giro bei milderen Temperaturen und, sobald es kühler wird momentan die winddichten Radhandschuhe von dhb.

2. Das Langarmshirt und evt. die Unterhose,

…die eine dünne, aber sehr effektive Schicht darstellen, funktionieren am besten mit Wollanteil. Wenn es die erste, also die Unterwäscheschicht ist, ist diese am besten eng anliegend, lang und hautschmeichelnd. Das Material sollte Schweiß und Feuchtigkeit von der Haut weg transportieren. Eine lange Unterhose zum Beispiel aus Merinowolle wirkt wahre Wunder. Ergänzt wird diese durch ein Top oder langärmliges T-Shirt (z.B. von Löffler, icebreaker oder dhb) und langen Strümpfen.
Ich trage im Alltag meist Thermostrumpfhosen mit (Knie-) Strümpfen darüber. Für die Herren gibt es lange, wärmende Unterhosen in einigen Materialvarianten und Farben (z.B. von odlo oder icebreaker).

3. Die Zwischenschicht

…über der Unterwäsche ist die wärmende, isolierende Schicht und kann ein leichter Pullover aus Fleece oder Strick und die Softshell-/ Thermoweste oder das Thermofunktionsshirt sein. Wenn ich mit dem Faltrad bei Temperaturen um die 5 bis 8°C in der Stadt unterwegs bin, trage ich meist unter dem Longsleeve bzw. der Strickjacke mein normales T-Shirt oder eine Bluse und darüber eine dünne Softshellweste. Bei diesen Temperaturen kommen über die Strumpfhose nur ein Rock (genügend Bewegungsfreiheit vorausgesetzt) oder Shorts (oft aus Jeans). Wenn es in die Minusgrade geht, ziehe ich über die Unterhose bzw. die Strumpfhose dann die normale Hose (Jeans/Stoffhose), einen Wollrock oder eine windabweisende Radhose.

4. Die Jacke

…hat als letzte Schicht bei sehr kaltem, nassen Wetter eine wetterabweisende Funktion und besitzt möglichst wind- und wasserabweisende Eigenschaften (z.B. von Mavic, Vaude oder Rapha). Je nach Streckenlänge und Temperatur reicht aber auch eine Regen- oder Windjacke aus. Wenn es nicht allzu windig und kalt ist, trage ich über einer dünnen Thermoweste in der Stadt nur einen Poncho aus Grobstrick, der die Wärme hält, sonst aber auch einen langen Wollmantel, der die Oberschenkel bedeckt.

Wichtig ist, es nicht mit der Dicke der Schichten zu übertreiben! Durch die Bewegung beim Radfahren wird es doch irgendwann sehr warm und ihr müsst euch gegebenenfalls um eine Schicht erleichtern (daher ist das Zwiebelprinzip eigentlich auch sehr praktisch). Doch schwitzen möchte man auch nicht. Deshalb ist der sinnvolle Aufbau der Schichten relevant. Ein Baumwoll-T-Shirt als Zwischenschicht bringt womöglich nicht den gewünschten Effekt bezüglich Schweißaufnahme und Atmungsaktivität, da es sehr schlecht Feuchtigkeit transportiert (im Gegensatz zu Merinowolle) und langsam trocknet. Daher sind die richtige Materialwahl und Atmungsaktivität der Fahrradkleidung zumindest bei längeren Fahrten mit dem Rad im Winter besonders wichtige Themen.

Wärme im Detail

Wenn die Gelenke sich melden, kann man sehr gut auf spezielle Knie und Ellenbogenwärmer (z.B. von dhb, Vaude, Svelte London oder Chapeau!) zurückgreifen. Diese sind oft aus sehr weichen, innen aufgerauten Thermo-Materialien, die schön warm halten und jede Bewegung mitmachen. Achtet darauf, dass ihr die richtige Größe kauft, damit nichts rutscht beim Radeln. Wer Stulpen möchte, kann diese auch direkt anziehen – was an sich auch keine schlechte Idee ist.

Da die Füße sich sehr wenig bewegen beim Radfahren, kühlen diese oft schneller aus, wenn das Schuhwerk nicht entsprechend wärmend und dicht ist (Schuhe z.B  von Vaude oder Northwave). Es helfen nicht nur gute, isolierende Schuhe und Socken, sondern für kurze Strecken und sehr kalte Tage auch wärmende Cremes. Die gibt es zum Beispiel in der Drogerie und haben kurzzeitig einen ähnlichen Effekt, wie Rheumasalben. Die Durchblutung der Füße wird angeregt und sie fühlen sich dadurch eine Weile wärmer an. Allerdings ist das stark von dem persönlichen Kälteempfinden abhängig, wie viel die Cremes wirklich bringen. Der Effekt ist eher nur unterstützend. Bei längeren Ausfahrten lohnt sich eventuell die Anschaffung von Neoprenüberziehschuhen (z.B. von Vaude, GripGrab, dhb oder isadore), die den Wind abhalten und zusätzlich isolieren.

Wichtig ist hier immer das Outfit auch auf die zu fahrende Streckenlänge abzustimmen. Bei kurzen Wegen (bis 4km etwa) kann es ruhig etwas wärmer sein. Auf Strecken ab 5 km lieber eine Schicht weniger anziehen bzw. so, dass man unkompliziert nach dem Warmradeln etwas ausziehen kann (wie die Weste z.B.)

Ein typisches Outfit im Stadtalltag im Herbst/ Winter

Im Gegensatz zur Freizeitausfahrt, wo ich auf meinem Gravelbike auch eine sportlichere Sitzposition einnehme, mag ich es im Alltag überhaupt nicht, stilistisch zu sportlich gekleidet zu sein. Das kann die Kleidungsauswahl zum Radfahren als Kleid- und Rockliebhaberin mitunter etwas einschränken und erschweren. Nichtsdestotrotz schaffe ich es auch beim Radfahren im Winter meinem Stil größtenteils treu zu bleiben. Ein typisches Outfit auf dem Weg zur Arbeit kann bei mir zum Beispiel so aussehen:

Oberteile

Unterteile

  • Unterwäsche bzw. zusätzlich ein Top, meist aus Modal als körpernahe Schicht
  • T-Shirt, Bluse oder Kleid (unterschiedliche Materialien)
  • dünner Pullover oder Strickjacke bzw. diese eingepackt für die Arbeit und auf dem Rad dann mit Merino-Langarmshirt (Chapeau! Icebreaker) und dünner Weste (Softshell)
  • bedeckende Schicht, die je nach Temperatur und Streckenlänge variieren kann: Poncho aus Grobstrick, isolierende Thermo-Fahrradjacke, Softshelljacke oder kniellanger Wollmantel
  • Multifunktionstuch, Schal und Mütze (Material je nach Temperatur), Handschuhe (Wollhandschuhe von Giro + evt. winddichte Handschuhe von dhb)
  • Thermo-Strumpfhosen bzw. Strumpfhosen von 60 -100 den, je nach Temperatur
  • kurzer, nicht zu dünner Rock (bei Minusgraden gern aus Fleece oder mit Wollanteil) oder Shorts
  • lange (Knie-)Strümpfe oder Wollsocken in halbhohen Stiefeln mit Thermo-Einlegesohle (!)
  • zusätzlich optional Knielinge und/oder Armlinge aus Thermomaterialien (innen weich und aufgeraut, warm und winddicht)

Ein typisches Outfit für eine Freizeitausfahrt im Herbst/ Winter

Mit Libelle habe ich wieder richtig Lust auch abseits von längeren Touren, Ausfahrten im Berliner Umland zu unternehmen. Selbst in der kälteren Jahreszeit kribbelt es in den Fingern und ich versuche zumindest ein paar Mal im Monat etwas länger als eine halbe Stunde am Stück auf dem Rad zu sitzen. Da wird es dann bei der Kleiderwahl schon etwas herausfordernder. Ich habe dieses Jahr im Sommer zum ersten mal Bibshorts (von triple2) getragen und muss zugeben, dass ich zuvor wenig damit anfangen konnte. Das konnte doch nicht bequem sein! Doch weit gefehlt, tatsächlich habe ich Gefallen daran gefunden, wenn denn das Outfit auch zum Fahrrad und zum Anlass der Fahrt passt. So habe ich mich schließlich im Herbst getraut und meine erste lange Fahrrad-Bibtight bestellt – und sie ist großartig! Bei doch sehr frischen Temperaturen zwischen 0 bis 8°C und einer Ausfahrt von zwei bis drei Stunden trage ich folgendes:

Im Herbst

 

Im Winter

Oberteile

Unterteile

  • Sport-BH (die beste Entdeckung dieses Jahr; das ganze Jahr über: Shock-Absorber Multisport) + Funktions-Tanktop aus Mesh (Löffler Transtex)
  • Merino-Langarmshirt
  • (zusätzlich evt. Kurzarmtrikot/Thermo-Langarmtrikot (z.B. von Chapeau!))
  • Thermo-Fahrradjacke (z.B. Isadore oder Rapha) bzw. Winter-Thermojacke mit Primaloft-Wattierung (hier Mavic Ksyrium Elite: sehr warm, tolles Design und große Rückentasche mit Fächern innen)
  • Helm mit Radkappe bzw. winddichte Thermo-Radmütze, die die Ohren mit abdeckt (z.B. von Look mum no hands oder Rapha)
  • Mutifunktionstuch ( z.B. MaxFred oder P.A.C.) und Handschuhe (Wollhandschuhe von Giro + evt. winddichte Handschuhe von dhb)
  • lange Thermo-Radhose (Chapeau!, schön kuschlig, leider Polster für mich nicht ganz optimal, da zu groß an den Rändern) bzw. Bibtights mit richtigem Top oben, die wie ein Trikot mit Reißverschluss zu schließen sind (dhb Classic Thermo Trägerhose, waaarm, tolle Passform und gutes, bequemes Polster und Reflektionspaspeln)
  • Thermo-Radsocken bzw. Merino-Winterradsocken
  • wasserdichte MTB-Fahrradschuhe (Vaude) plus evt. Neopren-Überziehschuhe (dhb)
  • zusätzlich evt. Regenjacke bzw. -hose
  • wenn es richtig kalt ist plus Thermo-Armlinge (dhb) und Knielinge (Vaude) bzw. Beinlinge

Es gibt natürlich auch deutlich farbenfrohere Kleidung aus Hi-Vis Materialien und in Neonfarben. Mitunter reichen aber auch gute Leuchten am Fahrrad und reflektierende Elemente, die an fast jeden Teil meiner wärmeren Fahrradkleidung zahlreich vorhanden ist.

Bei Rapha habe ich sogar reflektierende Flächen gesehen, so wie bei der Shadow Tight.

So, ich offe, ihr konntet ein wenig Inspiration finden und fühlt euch bei der nächsten Tour eventuell etwas besser gewappnet. Ich fand es auch die letzten Male wieder faszinierend, wie schnell mir warm wurde, insofern ich die richtige Kleidung anhatte und sobald ich ein paar Kilometer gefahren bin. Da kann kalt sogar richtig toll sein! Nur das zu lange herumstehen, ist nicht so zu empfehlen, also sind Heißgetränke oder eine Fleecejacke während der Pausen natürlich immer hilfreich.

Produkttest: Das Multifunktionstuch- das praktisch Unverzichtbare

Kleidung ist meist abhängig von den Jahreszeiten und Temperaturen und es ist nicht immer leicht, entsprechend angezogen zu sein. Die kleinen, unauffälligen Dinge, können da ab und zu einen großen Unterschied machen und den Radfahreralltag etwas verschönern. Seit etwas über einem halben Jahr also vornehmlich in der kühlen Jahreszeit, möchte ich auf ein kleines, sehr praktisches Kleidungsstück nicht mehr verzichten. Ich bin mir sicher, viele von euch tragen es regelmäßig: Das Multifunktionstuch.

Hinweis: Der Beitrag enthält Werbung für bestimmte Produkte.

Ich hatte die Gelegenheit unterschiedliche Multifunktionstücher von verschiedenen Marken auszuprobieren und habe diese in den letzten Wochen und Monaten je nach Temperatur und Bedarf ausgiebig getestet. Die Halsbekleidung wurde mir freundlicherweise unentgeltlich von den Firmen zur Verfügung gestellt. Dieser Bericht enthält keine abgesprochenen Inhalte und spiegelt allein meine Meinung zu den Produkten wider. Um das Material und die Funktion besser erklären zu können, habe ich jedoch teilweise auf Grafiken derMarken zurückgegriffen. Diese wurde dementsprechend gekennzeichnet. (Weitere Infos zu meinem Umgang mit sponsored posts und Produkttests.)


Das Multifunktionstuch

Multifunktionstuch, Loop, Schlauchschal – genau die Version, die sich als Schal, Kinnschutz oder als Kopfbedeckung unter dem Helm tragen lässt und damit Kopf und Hals besonders bei zusätzlich vor Wind oder bei frischen Temperaturen schützen kann. Doch nicht nur im Herbst und Winter ist ein Multifunktionstuch als Teil des Zwiebel-Looks für mich unverzichtbar geworden. Abhängig vom Material kann es auch im Sommer zum Beispiel bei langen Abfahrten mit frischem Gegenwind den Nacken vor Zugluft schützen. Soweit ist der Nutzen dieser Tücher für die meisten vermutlich nichts Neues. Neu für mich war allerdings die Vielfalt, die es auch beim Multifunktionstuch gibt.

 

Der Test

Im Test waren zwei Tücher von den deutschen Marken P.A.C. und MaxFred, sowie der amerikanischen Marke Buff, die vermutlich am bekanntesten in diesem Accessoirefeld ist. Mein Ergebnis habe ich nach einer kurzen Markenbeschreibung in den Kategorien Material/Funktion, Optik /Haptik, Alltagstauglichkeit und Fazit zusammengefasst. Bis auf den Primaloft Snood von P.A.C. sind alle Multifunktionstücher etwa 50 cm lang und 23 cm breit.

P.A.C.

1. Merino-Loop (Sommer und Winter)

Material/Funktion:

Der Loop ist aus einer besonderen Materialkombination hergestellt. Die feine Merinowolle wird dabei mit einer hochwertigen Kunstfaser kombiniert. P.A.C. nennt das Merino Tech und es soll einen noch besseren Feuchtigkeitstransport gewährleisten im Vergleich zu Produkten aus reiner Merinowolle. Diese gilt als thermoregulierend und bietet auch im nassen Zustand eine wärmende Funktion. Merino lässt sich im Winter und auch im Sommer sehr gut tragen, da es sehr atmungsaktiv ist.

Optik/Haptik:

Der Loop, den ich testen durfte, ist aus einem hellen Basismaterial mit bunten Streifen. Für meinen Geschmack ist das Design etwas zu bunt und nicht so einfach kombinierbar, doch auch das gibt es noch in vielen weiteren Ausführungen. Die Länge von ca. 50 cm empfand ich als sehr angenehm, da man das Tuch perfekt auch übers Kinn ziehen kann, wenn es etwas kälter ist.

Alltagstauglichkeit:

Das Multifunktionstuch ist sehr dehnbar und lässt sich daher leicht anziehen und am Hals tragen – wenn man geschickt ist auch ohne große Frisurdesaster ;-). Doch die Bezeichnung Multifuktionstuch kommt natürlich nicht von ungefähr! Alle Schlauchtücher der Art lassen sich ganz unterschiedlich tragen. Die Übersicht von P.A.C. zeigt die verschiedenen Tragevarianten. Damit ist das Teil super praktisch und dank seines geringen Platzbedarfes und Gewichts hat es selbst in der kleinsten Ecke der Tasche Platz, wenn es mal nicht gebraucht wird.

 

pic by P.A.C.
Fazit:

Ich muss zugeben, dass ich dieses Multifunktionstuch aufgrund seiner Print-Optik am wenigsten getragen habe. Dennoch ist die Funktionalität unbestreitbar. Allerdings fand ich es nicht ganz so angenehm am Hals wie die anderen Tücher. Auch wenn Merinowolle im Vergleich zu anderen Wollqualitäten gar nicht bzw. kaum kratzen soll. Ich vermute, das ist eine ganz individuelle Geschichte und ich bin da einfach etwas sensibel, aber es war für mich ein weiterer Grund das Tuch nicht ganz so oft anzulegen.

2. Der PrimaLoft®-Snood (Winter)

Material/Funktion:

PrimaLoft® ist ein Isolationsmaterial aus Kunstfasern, das gern als künstliche Daune bezeichnet wird. Es ist sehr leicht, atmungsaktiv und hat eine wasserabweisende, abriebfeste Oberfläche. Eingesetzt wird es für Bekleidung, aber auch für Schlafsäcke oder Bettdecken.

Optik/Haptik:

Im Gegensatz zum klassischen Multifunktionstuch ist der Snood etwas weniger flexibel, da er kürzer geschnitten ist und eine recht schmal Form hat. Das weiche, sehr leichte PrimaLoft-Material schmiegt sich dafür soft an den Hals an und trägt sich sehr angenehm kuschlig. Wie alle Produkte von P.A.C. gibt es den Snood in unterschiedlichen Farb- und Musterausführungen, was für jeden Geschmack eine gute Auswahlmöglichhkeit bieten sollte. Das vorliegende Modell in dunkelblau mit hell abgesetztem Paisley-Muster fand ich optisch nicht zu aufdringlich und schön gestaltet.

Alltagstauglichkeit:

Der Schnitt dieses Snoods hat einen großen Vorteil und einen Nachteil. Toll ist, dass er kaum verrutscht und weich am Hals anliegt. Ich habe mich immer gut eingepackt gefühlt damit. Leider ist das Material nicht sonderlich dehnbar, weshalb der Durchlass für den Kopf auch weniger flexibel ist. Das kann schon mal eng werden beim Anziehen und ein ordentliches Durcheinander auf dem Kopf verursachen.

Fazit:

Als mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen gibt es P.A.C. bereits seit über 20 Jahren. Spezialisiert haben sie sich auf Accessoires für die verschiedensten Outdooraktivitäten, die direkt auf der Haut getragen werden. Daher auch der Name: P.rotective A.ccessory C.ompany. Die Fertigung der Tücher, Strümpfe und Masken erfolgt vom Design bis zur Produktion komplett in Deutschland.

Während der großen Kältephase Ende Februar 2018 habe ich den PrimaLoft®-Snood geliebt. Er hat den Wind ab- und meinen Hals schön warm gehalten – dennoch habe ich nicht geschwitzt. Sobald es jedoch temperaturmäßig knapp unter den zweistelligen Plusbereich ging, war mir der Snood zu warm. Er ist also perfekt für sehr kalte Tage – besonders beim Radfahren, wenn der Wind gern durch die kleinsten Lücken in der Kleidung weht.

Buff

3. Der Thermonet Loop von Buff

Material/Funktion:

Auch beim Thermonet – Multifunktionstuch von Buff kommt PrimaLoft® zum Einsatz, jedoch ist das Tuch deutlich dünner und flexibler als der Snood von P.A.C. Die Halsbekleidung ist schnell trocknend und besteht aus bis zu 70% recycelten Materialien. Das Produkt ist außerdem mit dem Ökotex-Siegel gekennzeichnet und seine Herstellung erfolgt in Europa und zwar in Spanien, Barcelona.

Optik/Haptik:

Dunkelgrün und mit einem feinen dunklen Muster bedruckt, gefällt mir die Optik sehr gut. Manchmal hat es mich nur gestört, dass die Innenseite des Tuches hell ist, was durch das Rollverhalten des Materials auch sichtbar werden kann. Auch hier gilt wieder: Buff hat viele verschiedene Modelle und auch Farben und Muster im Sortiment. Das Tragegefühl ist gut, obwohl ich die Kanten teilweise etwas zu fest fand.

Alltagstauglichkeit:

Das Multifunktionstuch von Buff erfüllt seinen Zweck und schützt die Halspartie vor leichtem Wind und trägt sich auch noch angenehm bei etwas wärmeren Temperaturen. Es ist nicht ganz so dehnbar wie das Tuch von MaxFred, aber lässt sich immer noch relativ unkompliziert anziehen.

Fazit:

Buff nimmt das Thema Nachhaltigkeit scheinbar ernst: Nicht nur das Tuch besteht zum Großteil aus recycelten Materialien, sondern auch die Kartonage mit dem es ausgeliefert wird, ist aus 80% wiederverwertetem Papier gefertigt. Nicht schlecht! Das Produkt an sich kann sich jedenfalls auch sehen lassen. Ich habe es sehr häufig getragen, weil es sehr angenehm auf der Haut ist. Nur die Kantenverarbeitung finde ich optisch und haptisch nicht schön. Sie wirkt weniger hochwertig und lieblos.

MaxFred

4. Die Loops (Mützen und Stirnbänder) aus Bambusfaser von MaxFred

Material/Funktion:

Die getesteten Produkte von MaxFred bestehen zu 88% aus Bambus-Viskose und die hat tolle Eigenschaften, die sie ideal zum Tragen auf der Haut macht. Bambus ist nicht nur ein sehr schnell nachwachsender Rohstoff, sondern ist als Stoff verarbeitet auch noch atmungsaktiv und nimmt kaum Geruch auf.

Optik/Haptik:

Die Tücher und Accessoires von MaxFred sind hauptsächlich unifarben mit großem, reflektierenden Logo-Print auf Mütze und Stirnband, die nicht so ganz mein Fall sind. Der Schlauchschal kommt zum Glück mit einer kleinen angenähten Logoflagge aus. Das Material aus Bambusfaser mit Elasthan fässt sich auf jeden Fall sehr angenehm an und ist super weich.

Alltagstauglichkeit:

Dieses Multifunktionstuch war aus mehreren Gründen mein Favorit. Es ist nicht nur sehr dehnbar und lässt sich daher leicht über den Kopf ziehen, auch war das Tragegfühl so toll, dass ich es kaum am Hals gespürt habe. Die einfarbige Gestaltung macht das Tuch außerdem leicht kombinierbar.

Fazit:

Die Firma MaxFred ist ein kleines Unternehmen aus Deutschland, deren Kernprodukt die Bambusprodukte sind. Gefertigt werden aber auch Kinderrucksäcke. Das Tuch aus Bambusviskose ist für jede Jahreszeit geeignet und findet fast immer einen Platz in meiner Tasche.

Welches darf es denn sein?

Wonach würde ich also ein neues Multifunktionstuch auswählen?

Material und Funktion

Tatsächlich sind diese die beiden wichtigsten Punkte noch vor der Optik! Ich habe die Tücher zumindest im Winter fast immer unter einem normalen Schal getragen, sodass sie kaum zu sehen waren. Umso wichtiger war da die Atmungsaktivität des Materials und das Gefühl auf der Haut. Egal, ob die Tücher aus Merinowolle oder Bambusfaser waren, ich habe die Auswahl immer von der Außentemperatur und der Funktion des Produktes/Materials abhängig gemacht. Am besten ist es natürlich, wenn man das Produkt anfassen kann, weil sich die Stoffe stark unterscheiden. Während zum Beispiel ein Tuch aus Merinofasern je nach Verarbeitung manchmal auch leicht kratzen kann, ist es in anderen Fällen besonders weich und angenehm zu tragen.

Optik

Dem Aussehen der Tücher sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Die Auswahl ist in verschiedensten Materialien bei allen Marken bereits riesig. Einige Firmen, wie die Marken P.A.C. und MaxFred, bieten bei gewissen Stückzahlen sogar die Möglichkeit im Auftrag und nach eigenen Wünschen Multifunktionstücher zu fertigen. Auch der Durchlass für den Kopf und die Länge der Tücher variieren – je nach Geschmack und Nutzungszweck.

Nutzt ihr diese Halsbekleidung? Habt ihr einen Multifunktionstuch-Favouriten oder sind die für euch alle gleich?

Produkte: Zu Besuch bei Fahrer Berlin

Fahrer Berlin kam immer wieder in mein Blickfeld. Ich gestehe, dass es eine Weile gedauert hat, bis ich wirklich genauer hingeschaut habe. Dabei sind die Hersteller individueller Fahrrad-Accessoires ein Berliner Vorzeigeunternehmen, dass aus einem kleinen Produkt ein erfolgreiches Business aufgebaut hat.


Nachdem wir auf der Eurobike erneut ins Gespräch gekommen sind, war meine Neugier nun doch geweckt. So besuchte ich Fahrer in ihrem Büro und Atelier in Berlin Weissensee. In den Räumen des Kreativhauses finden sich nicht nur das Büro des Geschäftsführers und Gründers Joachmin Leffler. Neben dem Marketing und Sales Bereich gibt es dort auch die Räume zur Prototypenfertigung und -entwicklung. In Zusammenarbeit mit einer Produktdesignerin werden die neuen Ideen hier besprochen und umgesetzt. Diese ergeben sich auch aus den Wünschen und der Interaktion mit den Kunden. Wie zum Beispiel Händel, dem Brompton-Tragegriff, der das Tragen des Faltrades deutlich erleichtert. Produkte: Zu Besuch bei Fahrer Berlin weiterlesen

Ein Besuch bei der 1. Wiener Fahrradschau 2016

Am vorletzten Wochenende im Oktober 2016 hieß es: Wien calling! Wie bereits auf der Berliner Fahrradschau im März angekündigt, fand die 1. Wiener Fahrradschau in der historischen, alten Marx Halle in Wien statt und bot allerlei Programm.

Nachdem ich mit dem Nachtzug aus Köln am Freitagmorgen angereist war, Brompton (the DEMONstrator von Boxbike) und Monsterrucksack im Schlepptau, gönnte ich mir bei nebligem Herbstwetter erstmal ein gutes Frühstück. Im Anschluss fuhr ich wieder zurück zum Hauptbahnhof, um Miriam in Empfang zu nehmen. Die kam am frühen Nachmittag zusammen mit ihrem neuen Rennbrommie Ayk an, eine Black Edition in Schwarz. Nach dem Check In im Hotel, einem seeeehr guten Mittag und genug Zeit zum Austauschen und Erzählen, machten wir uns zum ersten Mal auf den Weg zur Marx Halle. Dort fand die offizielle Presseeröffnung der Fahrradschau statt, bevor sie für das Publikum um 18 Uhr öffnen sollte. Ein Besuch bei der 1. Wiener Fahrradschau 2016 weiterlesen

London bicycle life: Places to go!

Da das letzte Wochenende, das ich in London verbracht habe, ganz unter dem Zeichen des Fahrrads stand, wollte ich auch die Gelegenheit nutzen ein paar Adressen aufzusuchen, die für ein richtiges Londoner Fahrradwochenende auf keinen Fall fehlen dürfen!

Bevor das große Brompton-Rennen (BWC 2016) am Samstag losging, nutze ich den Vormittag für eine erste Erkundungstour.

An diesem Tag fuhr ich mit der Londoner Underground, da sie eines der schnellsten Mittel ist, um durch die Stadt zu kommen. Es zog mich in die Nähe der Oxford Street, die ich mir eigentlich vorgenommen hatte zu meiden. Doch gegen 11 Uhr an einem Samstag ließ es sich tatsächlich in der Haupteinkaufsstraße für viele Touristen sehr gut aushalten.

Velorution

75-77 Great Portland St, London W1W 7LR

Velorution Store

Einen kurzen Fußweg später stand ich vor dem Ziel meiner Reise: der Velorution Store in der Great Portland Street. Aufgefallen ist mir dieser ausgesprochen gut ausgestattete Fahrradladen schon auf Twitter. Die große Ladenfront mit einigen ausgewählten Rädern davor, wirkt einladend, hell und freundlich dank der großen Fenster. Ich schlendere hinein und entdecke gleich links neben dem Eingang eine Auswahl Bromptons. Natürlich. Ein gut sortierter Londoner Bikeshop muss die Kultmarke aus der eigenen Stadt definitiv führen. Ich schaue genauer hin und stelle auch hier fest, dass die Preise niedriger sind, als bei uns. Der niedrige Pfundkurs tat sein übriges.

Es dauert nicht lange, da werde ich freundlich begrüßt und mir wurde Beratung und Hilfestellung bei Fragen angeboten. Da ich nicht auf der Suche war, lehnte ich dankend ab und schaute weiter. Es gab noch weitere Falträder u.a. der Edelmarke Moulton. Bei den großen Rädern wurde ebenfalls feines serviert: So entdeckte ich sofort eine Reihe der schicken, deutschen Schindelhauer Räder. Besonders neugierig war ich jedoch auf den hinteren Bereich des Geschäfts. Dort thronte eine Auswahl feinsten Zubehörs fürs Fahrrad, darunter die edlen Taschen von Brooks. Einen kleinen Bereich bekam auch die Fahrradbekleidung. Dabei liegt der Fokus eindeutig auf modische Alltagsbekleidung und eben nicht Sportbekleidung. Der Bestand von Levi’s Denim für Herren und Damen ist groß. Daneben hängen Blazer und Jacketts aus wasserabweisenden Materialien und Wollstoffen.

Ich verlasse den Laden kurz darauf wieder mit einem sehr positiven Eindruck. Die Fläche ist recht voll, da viel Ware angeboten und ausgestellt ist, dafür scheinen es Produkte von guter Qualität zu sein, die kritisch und durchdacht ausgewählt wurden und nicht so sehr dem typischen Massenprodukt entsprechen. Es wird Wert gelegt auf Produkte mit denen der Kunde nicht nur sein Fahrrad, sondern auch sich individuell gestalten und ausstatten kann. Damit unterscheidet sich Velorution deutlich von anderen Bikeshops.

Brooks B1866

36 Earlham St, London

Am Sonntag kam ich auf dem Weg zur Brompton Junction an einem weiteren Highlight der Londoner Bikeshops vorbei: der Brooks Store nahe Covent Garden. Ein kleines Rad thront im Schaufenster, ausstaffiert mit den feinsten Produkten des berühmten Fahrradzubehörlabels. Betritt man den kleinen Shop, bekommt man die Generationen der hochwertigen Ledersättel in den unterschiedlichsten Farben und Modellen zu Gesicht. Hat man spezielle Wünsche, sind Sonderanfertigungen möglich. Auch eine Auswahl an Cambium-Sätteln ist ausgestellt, sowie die schönen Taschen aus Leder in verschiedenen Größen. Selbst, wenn man keine Kaufabsichten hat, lohnt ein Blick vorbei nur, um etwas zu stöbern. Bei Fragen ist ein netter Verkäufer sofort zur Stelle und versucht weiter zu helfen.

Brooks Store

Brompton Junction London

 

76 Long Acre, London WC2E 9JS

Zwei Mal war ich in dem auf zwei Ebenen aufgeteilten Brompton Flagshipstore in Covent Garden. Zum einen, weil es in dem aufgeräumten Geschäft eine nette Auswahl der kleinen Falter und einiges an Zubehör gibt, zum anderen, weil das freundliche Personal sehr hilfsbereit zur Seite steht und man auch einige individuell konfigurierte Modelle von Kunden bestaunen kann. Man kommt schnell ins Gespräch und, obwohl ich noch relativ neu im Umgang mit den Brommies dabei bin, war es sehr faszinierend zu sehen, was man aus dem kleinen Rad so alles heraus holen kann.

Auf der unteren Ebene des Ladens gibt es eine Werkstatt und ein Testrad inklusive angeschlossenem Flachbildfernseher. Auf dem Brompton ist es möglich eine Runde im virtuellen Stadion zu drehen, um herauszufinden, wie schnell man die Strecke mit dem Faltrad radeln kann. Witzig. Der ein oder andere anwesende Italiener mag das wohl als Rennvorbereitung für die BWC genutzt haben. Die Junction ist sehr detailverliebt gestaltet. Überall lassen sich Teile des Brompton zu Einrichtungsgegenständen kombiniert oder als Teil eines Möbelstücks oder einer Tür entdecken. Gleich die Eingangstür hat keine üblichen Türknäufe, sondern die Drehhebel des Faltrads als Türknauf. Ein Blick in den Laden lohnt auf jeden Fall. Wer noch gar keine Bromptonerfahrung hat, sollte definitiv die Chance nutzen und eine kleine Testfahrt machen.

Made by Keith
Made by Keith
Rapha

85 Brewer St, London W1F 9ZN

Wer Fahrräder mag und in London unterwegs ist, kommt an dem Rapha Cycle Club defintiv nicht vorbei. Der große Store im Zentrum ist zweigeteilt und lässt Radlerherzen höher schlagen. Betritt man das Geschäft mit den hohen Decken, fühlt man sich gleich ein wie ein Teil des Rapha Clubs oder möchte zumindest ein bisschen dazu gehören. Direkt links vom Eingang hängt eine Stange auf Augenhöhe an der Wand, an deren Haken die Räder aufgehangen und abgestellt werden können. Cool. So ist das Rad immer im Blick und gestaltet zudem noch die Shopatmosphäre mit. Die hochwertige Bekleidung des Labels wird auf Tischen und Bänken, so wie auf Stangen an den Wänden präsentiert. Es ist eine gute Auswahl vorhanden, jedoch nicht zu voll.

Neben den typischen funktionellen Jerseys gibt es auch stilvolle, alltagstaugliche Radbekleidung, wie Hemden für Herren oder Chinohosen. Dabei sind hochwertige Funktionsmaterialien stets die Basis für jedes Teil. Ich hatte das Bedürfnis etwas aus diesem Laden mitzunehmen. Ein Souvenir für Zuhause. So finden sich zum Glück auch Kleinigkeiten, wie kleine Radbücher, die nicht das Reisebudget sprengen.

Der zweite Bereich ist ein Café, das leckeren Kaffee und frische Speisen bietet. Ja, auch Hipster fühlen sich hier sehr wohl, doch die lockere, dennoch gemütlich Atmosphäre ist einfach ansteckend. Während man seinen Kaffee schlürft und eine hausgemachte Suppe löffelt, lässt es sich super plaudern, beobachten und den Blick erneut über den Shop schweifen, ob nicht doch noch das ein oder andere Teil mit Nachhause kommen muss.

Good coffee, food & nice crew + nice company of @hamburgfiets: Welcome @rapha cycling café! #radelmaedchen_unterwegs #London #cyclinglife #bicycle #fahrrad #café #bicycleclothes #raphacyclingclub #rapha

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Der Laden ist auch Ausgangspunkt für die Rapha-Ausfahrten. Man kann sich informieren und beraten lassen.

Spitalfields

61-63 Brushfield St, London E1 6AA

Der zweite, kleinere Shop ist direkt neben dem berühmten Spitalfields Market im Osten von London. Auch, wenn dort ebenso ein Café integriert ist, liegt der Fokus eher auf der hochwertigen Rad-(sport)bekleidung. Unterteilt in verschiedene Bereiche, wird man hier für jeden Radanlass fündig. Kaum, dass Miriam und ich den Laden betreten haben, nimmt uns ein Mitarbeiter (Lucian gibt all seinen Rädern! Namen und postet bei Instagram unter „a rolling adventure“ seine Radabenteuer) in Beschlag und führt uns kurzerhand durch den Laden. Seine Erklärungen sind ausführlich und leidenschaftlich und so lernen wir eine ganze Menge über Rapha und die verschiedenen Modelinien, die besonders für Radsportler kaum Wünsche offen lassen. Außerdem geht Lucian mit uns in den Keller…

Dort findet sich neben Hochleistungsbekleidung aus innovativen Materialien für Männer und Frauen, eine dicke, breite Tresortür! Klingt komisch, ist aber so, da früher eine Bank in diesen Räumlichkeiten untergebracht war. Selbst das alte Telefon mit Wählscheibe ist noch vorhanden. Dieser Tresorraum ist nun umfunktioniert und zu ‚The Vault´ geworden, ein Testraum mit fest montiertem Rad und Windmaschine. Mithilfe diesem kann der Kunde die Produkte ausprobieren und zum Bespiel die Winddichte überprüfen oder die perfekte Größe seines neuen Bekleidungsstückes in der richtigen Sitzposition finden.

Look Mum, no hands!

49 Old St, London EC1V 9HX

Noch weniger, als an Rapha kommt der radaffine Großstädter an LMNH! in der Old Street vorbei. Die Mutter der Fahrradcafés eröffnete im April 2010 und wurde zum Kulttreffpunkt für Fahrradfreunde aus allen Ecken der Welt. Nicht nur Sonderveranstaltungen und Events, wie die Übertragung der Tour de France oder die Vorstellung von Neuheiten im Fahrradbereich machen diesen Laden besonders. Es ist eine Fahrradwerkstatt, ein Café mit Gastronomie, großem Sitzbereich drinnen und draußen und Plätzen am Fenster, an denen man auch mit Laptop eine Weile zurechtkommt, dank der angebrachten Steckdosen.

Lmnh! InsideDie Stimmung ist freundschaftlich und locker. Eigentlich will man den ganzen Tag dort verbringen. Wer noch nie da war, hat auch hier das Bedürfnis, ein Mitbringsel mit Nachhause zu nehmen. Beliebt sind hierfür die tollen Radcaps in unzähligen Ausführungen oder die Tassen mit verschiedenen Aufdrucken. Ich habe einfach beides genommen :-D.

Sunday Morning Tea in my new @1ookmumnohands mug. . . . #everytimeisteatime #teatime #lovecycling #bicyclelove #London #lookmumnohands #bicycleshop #bicyclecafe #oldstreet #bicycle #Fahrrad

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Als wir an einem Montag dort waren, gab es die Launchparty vom neuen Taschenlabel Vel_oh. Das sympathische Ehepaar Zulfi und Greta fertigt stylische, fahrradtaugliche Taschen aus gewachstem Canvas eines britischen Stofffabrikanten (British Millerain). Dazu lief auch eine Kickstarter-Kampagne der beiden.

Monday was the really nice @vel_oh bag collection launch party @1ookmumnohands in London. It was great to meet these creative and inspiring people. . . . . #lookmumnohands #oldstreet #londoncycling #shoreditch #eastlondon #vel_oh #creative #design #fashion #cyclingbag

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Brick Lane Bikes

Dieser Name ist auch nicht ganz unbekannt. Im hippen Londoner Osten in Shoreditch, nahe der berühmten Brick Lane, liegt dieser Fahrradladen, der von allen hier aufgelisteten, der typischste ist. Der Verkaufsraum ist voll mit Zubehör fürs Fahrrad, wie es sich für ein klassisches Fahrradgeschäft gehört. Die Wände, der Kassentresen, selbst die Decke ist behangen mit allerlei Nützlichem fürs Rad. Auch zahlreiche Fahrräder gibt es zu bewundern. Natürlich gibt es auch eine Auswahl der hauseigenen Fahrradlinie zu betrachten. Läuft man durch den ganzen Shop hindurch, vorbei an sehr geschäftigen Mitarbeitern, gelangt man auf den Hinterhof, wo ein kleiner Container offen steht und ein paar Schmuckstücke der Fahrradbekleidung offenbart. Vor allem aber gibt es hier die eigene Marke BLB. Wie in einer Kapsel fühlte ich mich, als ich dort hindurch stöberte.

Isambard’s Cycles

45 Bethnal Green Rd, London E2 7DG

Gleich um die Ecke von Brick Lane Bikes befindet sich dieser winzige Laden, der eigentlich eher eine Werkstatt ist. An der Kasse am Computer sitzt eine junge Frau, die Finger ölverschmiert, und begrüßt mich. Wer das Steel Vintage Bike Café in Berlin kennt, weiß zumindest, welcher Typ Fahrrad einen hier erwartet: wunderschöne customized Vintage Räder. Der Shop ist nur nicht ganz so schick aufgemacht und es ist alles etwas kleiner. Dennoch, wer einen alten Stahlrenner sucht, sollte hier einmal vorbei schauen.