Ein Faltrad-Wochenende in Bremen

Irgendwie bin ich da hinein gerutscht und komme wohl auch so schnell nicht mehr weg (Danke Miri!)… Als Teammitglied eines ganz fabelhaften und tollen Teams <3 hat man auch Verpflichtungen. Diesen bin ich am ersten Augustwochenende in Bremen nachgekommen. Das Team #hamburgfiets wurde endlich wieder vereint bei den German Folding Bike Open, die in der Art das erste Mal stattgefunden haben. Es ist ein offenes Faltrad- und Klappradrennen, bei dem eben genannte Räder jeglicher Form und Bauart teilnehmen durften. Doch ich greife schon wieder vor.

Zuallererst gab es am Samstag die Brompton Urban Challenge Bremen (BUCHB). Meine erste.

BUCHB

Am Vortag das Rad abgeholt, reiste ich am frühen Morgen ( sehr, sehr, sehr früh) in die Hansestadt zusammen mit meinem kleinen Demo Bike in rot-weiß vom Faltradladen Boxbike in Berlin. Der liebe Patrick hat mir das Brompton freundlicherweise das Wochenende über geliehen, sodass ich an beiden Tagen mobil war und an den Events teilnehmen konnte. Also auf zum Startpunkt der Urban Challenge (BUC), einem großen Fahrradhandel in Bremen, wo bei einem gemütlichen Frühstück die Teams zusammen kamen oder sich neu gefunden haben. Martin war noch nicht dabei an diesem Tag, dafür durften wir Joachim kennen lernen, der einen super Teamkollegen abgab. Die BUC ist eine Schnitzeljagd durch die jeweilige Stadt, in der sie stattfindet, im Team und mit den kleinen englischen Falträdern von Brompton.

Gleich die erste Aufgabe vor dem Start war dank eines fabelhaften Telefonjokers, der sich bestens um die ansässige Fußballmanschaft Werder Bremen auskennt, kein Problem. So ging die Tour nach einem langsamen Start quer durch die Bremer Innenstadt. und wurde dadurch zugleich auch eine Sightseeingtour der anderen Art. Ob vorbei am Weserstadion, durch das Viertel, mit der Fähre zum Café Sand und das große Bikes Up am Roland vorm Rathaus Bremen, all dies waren Aufgaben und Stationen der Challenge. Es gab immer wieder Checkpoints an denen neue Aufgaben gegeben oder Rätsel gestellt wurden.


Natürlich haben wir uns auch genügend Pausen gegönnt und Zeit für Selfies war auch ;-).

Das grandiose Finale fand am Focke-Museum statt, wo der Tag gemütlich mit angenehmen Gesprächen und noch mehr Brompton bestaunen ausklang.  Auch die Preise wurden verliehen (Danke!). Als dann noch klassische Klänge ertönten und Live-Musik erklang, konnte dieser Tag in Bremen eigentlich nicht mehr besser enden. Danke für die Organisation dieses tollen Events!

GFBO Bremen

Ein Wochenende, das so toll begann, konnte nur noch besser werden, in dem unser Team #hamburgfiets wieder zusammen kam. Am Sonntag fanden die German Folding Bike Open statt. Im Vergleich zur Brompton World Championship (BWC) war dort jeder Falt- und Klappradtyp willkommen.  Es war schön ein paar Gesichter wieder zu sehen und neue Menschen kennen zu lernen.  Auch das Beobachten und begutachten der Räder gehörte natürlich dazu und so sah ich einige Kuriositäten der alten und neuen Generation. Die Outfits nahmen sich in der Hinsicht allerdings nichts nach. Dawid nahm derweil mal eben noch am 100 m-Sprint teil.

Always prepared for a picture

 

Ich muss zugeben, dass ich an dem Tag, bedingt durch die anstrengende Woche zuvor, nicht so sonderlich motiviert war, ein Rennen zu fahren. Als ich jedoch endlich starten konnte (leider gestaltete sich der Rennbeginn etwas schwergängig und der Startschuss zog sich durch zu lange  sprachliche Ausführungen durch die Lautsprecher etwas hin), merkte ich, wie gut ich mit dem Brompton fahren konnte. Das extra große Kettenblatt und die zwei Gänge waren für die gewagte Strecke, die sich teils durch den anliegenden Park am Wall zog, perfekt. Auch die kieseligen Wege und häufigen Kurven machten mir plötzlich nichts mehr aus. Wirklich ins Zeug legen konnte ich mich dann auf den letzten Metern, die auf Asphalt stattfanden. So überholte ich einem nach dem anderen. Wie auch bei der BWC gab es unterschiedliche Startblöcke und das Rennen begann mit gefalteten Rädern. Ich startete im Block A mit der Nr. 124. Ich spürte, dass das Rennen gut für mich lief und war plötzlich hoch motiviert. Auch das Anfeuern an der Strecke durch die Zuschauer und die das Lächeln der tollen Streckenwächter puschten mich.

Und dann war es auch schon wieder vorbei. 6 Runden, ca. 13km. Das war die GFBO Bremen. Erschöpft fhr ich aus dem Start-/Zielebereich an die Seite und suchte ein wenig nach der versprochenen Verpflegung. Martin war auch schon da. Er hatte ein super Rennen hingelegt und seine Familie kann wahrlich stolz sein auf seine Platzierung.

Dann hieß es ausruhen und warten. Die Siegerehrung fand erst über 1,5 Stunden später statt. Während nach und nach die Preise verliehen wurden in den Kategorien Old- und Newschool Klapp- und Falträder, Brompton und  Ü 60 (Go Joachim, herzlichen Glückwunsch!!!), kam dann noch die Team- und Einzelwertung über alle Klassen hinweg.

Unser Freund vom BUCHB räumt die Preise ab
Unser Freund vom BUCHB räumt die Preise ab

Wir warteten, klatschten und hofften natürlich auch. Doch diesmal gingen wir leer aus. In der Teamwertung hat es nur für den 4. Platz gereicht. Die Einzelwertung über alle Klassen wurde nur für den 1. Platz verliehen. Egal. Es war eine schöne Zeit mit allen und dennoch freute ich mich auch sehr auf den Heimweg.

Platz 1 für eine Nacht

Zuhause war ich allerdings doch gespannt, welche Position ich ereicht habe, zumal ich von vielen Seiten gehört hatte, dass ich schnell gewesen war und gute Chancen habe. Doch: Ich fand mich nicht. Kein Eintrag in der Ergebnisliste für Nr. 124. Also ging das Nachhaken los und es stellte sich heraus, dass mein Transponder, der Sender, der die Zeit messen sollte, defekt gewesen ist.

Na, super!

Doch es wurde sich darum gekümmert , ich wusste, dass ich zeitlich zwischen Dawid un Martin ins Zeil gekommen bin und dann bekam ich auch meine “handgestoppte” Zeit. Diese machte mich für eine Nacht zur weiblichen Siegerin. 28:30. Könnte hinhauen. Doch am nächsten Tag kam eine erneute Mail, dass das nicht sein könnte, noch einmal alles überprüft wurde und u.a. laut Augenzeugen ich doch kurz nach der Siegerin im Ziel eingetroffen war. Es handelt sich um 2 Sekunden. Meine neue Zeit 28:56. Somit habe ich nun auf der Rangliste Platz 2 in der Gesamtwertung bei den Frauen und unter den Bromptonfahrerinnen bei diesem Rennen.

Da ist sie. Hart erfahren.
Da ist sie. Hart erfahren.

Ich freue mich darüber. Das Rennen ist gut für mich gelaufen. Dennoch bleibt irgendwie ein Beigeschmack. Ich fühlte mich etwas veralbert und war enttäuscht, weil ich das Gefühl hatte, dass meine Leistung nicht wirklich gewürdigt wurde. Spaß hin oder her. Natürlich habe ich es gemacht, weil ich Spaß daran hatte. Sehr sogar. Es war wieder eine tolle Erfahrung mit super lieben Menschen!

Mal sehen, im Oktober gibt es die nächste Brompton World Championship. vielleicht bin ich auch da wieder dabei. 🙂

2 Gedanken zu „Ein Faltrad-Wochenende in Bremen“

  1. Glückwunsch! Das ‘komische’ Gefühl bei defektem Transponder kenne ich auch… Hatte das bei einem Triathlon, der Veranstalter gab mir exakt die Zeit des Nebenmannes anhand von Streckenbildern… genau den, den ich aber 3 Kilometer vorm Ziel überholt hatte… ging bei mir aber nicht um den Sieg.

  2. Hi Radelmaedchen, nachdem wir uns nun ein zweites Mal bei einem Brompton Event über den “Rennweg” gelaufen sind, lese ich mit einem Lächeln im Gesicht Deinen Blog von Bremen. Mir hat es auch gut gefallen und die Idee mit der Schnitzeljagd per Brompton war eine prima Idee Bremen näher kennen zu lernen. In der Innenstadt nicht leicht zu radeln, enge Straßen mit Straßenbahn, aber ansonsten waren die Radwege prima und Berlin kann sich davon eine Scheibe abschneiden. bis denne und liebe Grüße eva

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