Ein Wochenende unter Fahrradfreunden. Part 1: Der Vortrag

Ich mag Fahrräder.

Das ist jetzt keine besonders überraschende Aussage, schon klar. Dieses Wochenende habe ich aber gelernt, es gibt Menschen, die haben eine wahre Leidenschaft entwickelt. So sehr, dass daraus sogar ein Fahrradmuseum entsteht mit dem der Besitz hunderter Fahrräder jeglicher Couleur und Typs, das Wissen diese aufzuarbeiten und zu pflegen, sowie der Bestand von zahlreicher Literatur und unzähligen Büchern einher geht.

Aber ich greife vor.

Zuerst einmal reiste ich am Donnerstagmorgen, 11.09.2014, mit dem Bus nach Hamburg um von dort mit der Bahn ins nördliche Umland nach Elmshorn, einer Kleinstadt im Kreis Pinneberg, wo auch die berühmten Köllnflocken Zuhause sind. Und auch wenn der Geruch nach den Haferflocken dort allgegenwärtig ist, woran sich der Elmshorner scheinbar so gewöhnt hat, dass er das gar nicht mehr bemerkt, so war ich jedenfalls nicht zum Frühstücken angereist( na gut, nicht nur).
Am Abend dieses Tages fand im Rahmen des Stadtradeln 2014 in der VHS Elmshorn ein Fotovortrag statt, der für mich von ganz besonderem Interesse war und definitiv die weite Anreise wert. Ich habe damals den  Verlauf der Reise, um die es dort ging, intensiv verfolgt und jeden Tag mitgefiebert. Das Besondere sahen die Herausgeber des VHS- Heftes wohl genauso und widmeten der Ankündigung fast eine ganze, farbige Seite mit Fotos( ich verfüge über eines der seltenen Exemplare, die sicher schon bald Sammlerwert besitzen ;-)).

“Island. Eine kleine Radtour.” Eine Radreise, die Sascha (milchmithonig.de) und Philipp( tuetenleben.de) vor knapp genau einem Jahr erlebten und wozu es mittlerweile sogar ein großartiges Buch gibt (worüber ich auch berichtet habe).

Gleich gehts los! Letzte Besprechung.
Gleich gehts los! Die Herren bei der Besprechung( Links Sascha, rechts Philipp)

Während die beiden die Präsentation einrichteten und die letzten Dinge besprochen wurden( z.B. “Dass wir ja den Vortrag überspringen und direkt Bier trinken gehen könnten, wenn dann gleich eh keiner weiter kommt.”), versuchte ich heraus zu finden, wie aufgeregt sie wirklich sind, denn bisher haben sie den Bericht nur vor bekannten Personen gehalten. Als sich um kurz vor 19 Uhr der Raum langsam füllte und der Bedarf an zusätzlichen Stühlen sogar den Beginn um ein paar Minuten verzögerte, war nicht nur ich sehr erfreut über den deutlichen Zuspruch. Zumal nicht nur Philipps Verwandtschaft( Heimvorteil) und einige Freunde anwesend waren, sondern auch viele unbekannte, neugierige Gesichter.

Der etwa 100 minütige Vortrag verlief ohne Probleme, war informativ, witzig, ja sehr kurzweilig, so dass ich mich am Ende wundern musste, wo die Zeit geblieben ist . Wenn ich den Blick schweifen ließ, konnte ich feststellen, dass ich nicht die einzige war, die sich sehr gut unterhalten fühlte. Sascha und Philipp sprachen im Wechsel als ein sehr gut eingespieltes Team, ganz natürlich und sympathisch. Sie berichteten wie es zu ihrer Reise kam( Philipps Frage in der Uni, wer denn Lust auf so eine Tour habe), welchen Verlauf sie genommen hat( von Dänemark mit der Fähre über die Färöer Inseln nach Island und dort direkt durchs Hochland, weiter nach Reykjavík über die Westfjorde wieder gen Osten nach Akureyri und dann zurück zum Fährhafen) und was sie dabei alles erlebt haben und wie es ihnen dabei erging. Gerade der norddeutsche Charme tat hierbei sein bestes, Situationen, wie einen großen herannahenden Schneesturm  mit “Da haben wir wohl die richtige Entscheidung getroffen, dass wir weitergefahren sind. Beim letzten Sturm der Art sind Tausende Schafe erfroren” zu kommentieren und es ganz locker und vollkommen gewöhnlich wirken zu lassen. Ein dramatisieren und ausschmücken hatten die beiden aber auch gar nicht nötig. Man konnte sich anhand dieser Beispiele lebhaft genug vorstellen, welches gute Timing sie oft hatten. Gerade auch, was das Wetter allgemein betraf.
Um kurz nach halb neun war jedenfalls der Applaus verklungen und alle, die wollten, durften nun auch endlich ein Buch kaufen oder noch ein kleines Schwätzchen mit den Rednern halten.  Ich war dann schon so weit, mich nach dem versprochenen Bier und etwas Essbaren zu sehnen.

Falls sich dieses Ereignis einmal wiederholen sollte und die geplante VHS Tour( na ja gut, vielleicht ist sie doch nicht geplant, aber das klingt so nett und eine Wiederholung ist sicher nicht total aus der Luft gegriffen) auch in Ihrer Nähe eine Station findet, so scheuen Sie sich nicht! Sie werden einen unterhaltsamen Abend erleben und zwei nette, junge Herren kennen lernen, die quasi auf dem Fahrrad fest gewachsen zu sein scheinen. Für mich hat sich der Weg auf jeden Fall gelohnt.

Weiter geht es in Part 2: Das Museum.

2 Gedanken zu „Ein Wochenende unter Fahrradfreunden. Part 1: Der Vortrag“

  1. Ein wirklich schöner Beitrag zu dem Vortrag 😉 * schnief, Tränen aus den Augen wisch*
    Ich kann es mir vorstellen, wie toll es gewesen sein muss, Mama und ich wären auch wahnsinnig gerne gekommen.
    Drück dich

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